Posts by blackmoor_vale

    Mir ist aufgefallen, dass noch niemand Bilder der Lionheart Trains/Dapol Mk1 Coaches eingestellt hat. Das will ich nun nachholen.


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    Das Modell kommt in einer grünen Schachtel mit Sichtfenster und Styropureinsatz und mit einer für Personenwagen sehr ausführlichen 15-seitigen Anleitung.

    Der Wagen hat eine Länge über Puffer (LüP) von 464 mm und wiegt 843 Gramm. Die ovalen Puffer sind aus Metall, die Achsen laufen in Messingbuchsen und sind etwa 2 mm seitenverschiebbar.


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    Farbgebung und Beschriftung sind ohne Fehl und Tadel. Die Türgriffe und Griffstangen sind einzeln angesetzt. Die Fensterrahmen und Verschlüsse der oberen Schiebefenster halte ich für sehr gelungen.


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    Auch die Wagenenden wissen zu überzeugen. Das typische unten abgerundete Profil des Wagenkastens ist gut getroffen. Das hatte Heljan mit seinen Mk1 nicht geschafft.


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    Die Faltenbälge sind beweglich und schwenken aus. Im Rahmen sind kleine Magnete drin, so dass die Faltenbälge ohne Spalt auch in engen Kurven vorbildgerecht geschlossen aneinander liegen. Der Mindestradius ist R2 1024mm. Es liegen jeden Wagen je zwei Brems- und Heizschläuche, zwei Elektrokabel-Nachbildungen, zwei Endabschlußtüren für die Übergange und zwei Abdeckschürzen für den oberen Faltenbalg bei.


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    So sieht es von unten aus. Die Wagen haben Kurzkupplungskulissen. Die Kupplung sieht zwar aus wie eine Kadee, ist jedoch nur ähnlich. Die normalen Coaches (SK, TSO und CK) haben auf beiden Wagenenden Kulisse und diese sogenannte "Knuckle"-Kupplung. Die BSK besitzen auf einer Seite Kulisse und Knuckle-Kupplung, auf der anderen Seite (Guard Abteil) normale Schraubenkupplung, da sie dort an die Lok gekuppelt werden sollen. Vorbildgerecht ist über der "Knuckle"-Kupplung noch ein zusätzlicher Kupplungshaken vorhanden. Die Drähte rechts sind die Stromzuführung zur Lichtplatine, die Stromabnahme erfolgt in den Achslagerbuchsen.

    Die DCC-Schnittstelle befindet sich in der Toilette ist ist vom Typ 21MTC. Dapol empfiehlt einen Imperium Funktionsdecoder mit 6 Funktionen. Jeder andere MTC-Funktionsdecoder mit mindestens 3 Fu-Ausgängen geht jedoch laut Anleitung auch, zum Beispiel der Zimo MX686D.


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    Hier sieht man den Abstand zur Lok mit der herkömmlichen Schraubenkupplung. Die Puffer des Mark1 Coaches sind selbstverständlich gefedert.


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    Die Coaches sind mit digitaler Schnittstelle und warmweißen Leuchtdioden ausgestattet. Im normalen Analogbetrieb leuchtet alles gleichzeitig, DCC-digital kann man den Korridor, die Fahrgastabteile und den Gepäckraum/Guard-Abteil getrennt schalten. Für den Analogfahrer stehen außerdem Microschalter am Wagenboden zur Verfügung, womit die einzelnen Beleuchtungen seperat ausgeschaltet werden können.


    Die Polster, Wagenböden, Wandlampen und Trennwandtüren zum Korridor sehen sehr hübsch aus. Auch das Guard-Abteil ist komplett eingerichtet. Die Gepäckablagen sind aus Kunststoffgitter und realtiv grob. Aus Ätzmetall wäre es feiner und besser. Reklametafeln wäre auch noch eine Verschönerung.


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    Den Wagen habe ich bei Modellbahnunion in Kamen gekauft, der Preis ist 199,99 Euro. In den Kritiken der britischen Foren wie rmweb und dem Forum der Gauge O Guild sind die Wagen sehr positiv aufgenommen worden und als die besten Modelle von RTR-MarkI Coaches bewertet worden, die es bisher gibt. Dem kann ich zustimmen, denn die Mk1 kenne ich von vielen Besuchen bei britischen Museumsbahnen recht gut. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wie meistens bei Dapol sehr gut. Eine klare Empfehlung, wobei man für einen längeren Zug ordentlich Platz benötigt. Die abgebildete Kombination Lok mit einem Wagen vom Typ BSK ist die Mindestkonfiguration für einen kurzen Zug.


    Danke für die Aufmerksamkeit, Torsten

    Hallo, auch im Thread "Erfahrungen nach dem Brexit" hatten wir uns über die Möglichkeit ausgetauscht, Ladecodes für britische Sounds per e-mail zu kaufen, anstatt den Decoder mit dem aufgespielten Sound sich schicken zu lassen, was dann wieder Einfuhrumsatzsteuer, Versandkosten und Abfertigungsgebühr kostet.


    Nun sind ein paar Monate vergangen. Inzwischen habe ich mir das Zimo Programmiergerät MXULFA, die Testplatine MXTAPV, die nötigen Kabel und ein paar Sounddecoder MX644D und MS440D zum Testen zugelegt.


    Vorgestern habe ich mir einen Ladecode für meine O gauge Dapol GWR14xx bei Youchoos bestellt (deswegen im diesem Thread "Soundeinbau GWR 14xx"). Das geht ganz einfach, auf der Youchoos-Seite gibt es zu jedem Soundprojekt eine Spalte "LoadCode", siehe erstes rotes Oval oben im Bild.


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    Nun die passende Version auswählen, "immersive drive" (Bremsen mit Bremstaste F2, von mir bevorzugt) oder traditionelles Bremsen mit dem Regler (zweiter Kreis in der Mitte).


    Den Ladecode in den Warenkorb legen, zur Kasse gehen, "electronic delivery" auswählen (Kosten 0,00GBP), dann bezahlen. Das geht mit Paypal, SEPA, Giropay oder Kreditkarte. Alles ist jedoch "powered by paypal", so dass es von den Umrechnungskosten wohl keinen Unterschied macht. Ich habe das normale Paypal genommen, da ich noch ein Britische-Pfund-Guthaben auf meinen Paypal-Konto habe.


    Weiterhin muss man die Decodernummer unter CV 250, 251, 252 und 253 auslesen und per normaler e-mail nach Youchoos schicken. Sobald die Zahlung erfolgt ist, sendet Youchoos den Ladecode zu. Das ging bei mir schnell, etwa eine Stunde. E-mails werden bei Youchoos echt händisch beantwortet, also kein Automat, sondern John selber. Daher kann es auch mal ein wenig dauern. Der Ladecode muss ja erst ausgerechnet werden.


    Der Ladecode muss vor dem Aufspielen der Sounddatei als erstes in den CV 260, 261, 262 und 263 geschrieben werden. Der Decoder ist somit nun "bereit" zum Aufspielen der Sounddatei. Die Sounddatei findet man auch auf der Youchoos Seite, siehe Bild oben dritter Kreis rechts unten in der Ecke. Unter der Souddatei kann man sich das PDF mit der Dokumentation zum Decoder (auch schon vorab) herunter laden. Youchoos gibt neben der Belegung der Funktionstasten F0-F28 alle, wirklich alle CV´s mit ihren Werten an. Dazu gibt es noch nützliche Hinweise zum Decodereinbau und zur Abstimmung.


    Diese Sounddatei habe ich auf den von Zimo mit der MXULFA gelieferten USB-Stick kopiert, dann weiter folgend der Anleitung zum Programmiergerät MXULFA die Sounddatei auf den MX644D aufgespielt.

    Natürlich hat es das erste Mal ein wenig gehakt und es gelang nicht auf Anhieb. Ein Anruf beim Zimo Kundendienst, eine sehr ausführliche und gründliche Beratung, im zweiten Anlauf hat es dann geklappt. Der Decoder macht was er soll, der Sound ist selbstverständlich super, die Dapol 14xx läuft sauber und gleichmässig.


    Das Soundaufspielen auf Zimo-Decoder kann ebenfalls mit der Zimo-Zentrale MX10 und der schwarzen Roco Z21 erfolgen. Damit habe ich jedoch noch keine Erfahrungen.


    Ich bin über die Lösung sehr zufrieden. Decoder müssen nicht mehr hin und her geschickt werden, man kann die preiswerteste Quelle für die Decoder wählen, keine Versandkosten aus UK, keine Einfuhrumsatzsteuer, Service und Kundendienst in Austria. Und falls es später ein Update auf die Sounddatei gibt, kann man es mit dem selben Ladecode machen und braucht nicht noch einmal zu bezahlen.

    Und wie schon vorher erwähnt, der Service von youchoos ist ausgezeichnet, der Zimo Kundendienst ebenfalls.


    Nun werde ich mich nach und nach an meine anderen O gauge Triebfahrzeuge machen, die schon seit einiger Zeit bei mir auf Vorrat liegen und diese mit Sound versehen.


    Beste Grüße, Torsten

    Hallo,

    aufgrund einer Sonderaktion bei Modellbahnunion habe ich mir die Heljan Class 17 gekauft. Diese möchte ich hier kurz vorstellen.


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    Das Modell mit der Heljan Artikelnummer 1750 kommt in einer stabilen blauen Schachtel auf ein Brett geschraubt. Es gibt bei Heljan nur Loks in analoger DC-Ausführung, jedoch mit Schnittstelle und Platz für den Lautsprecher vorbereitet.

    Die Anleitung von Heljan ist gewohnt knapp gehalten, es gibt jedoch eine Ersatzteilliste, wie die Lok geöffnet wird und Hinweise zum Einbau des Decoders und Lautsprecher.


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    Das Modell ist unnummeriert, der Nummernkreis ist D8500 bis D8085 und D8588 bis D8616. Die Detaillierung ist wie gewohnt auf hohem Nivau, alle Schläuche usw. sind bereits angebaut. Als einzige Zurüstteile liegen Schneepflüge bei. Die Beleuchtung der Headcodeboxes und Rücklichter erfolgt mit LED. Die Lok ist 355 mm lang, liegt damit zwischen der Class 08 und der Class 20.

    Alle Achsen werden angetrieben, die Motoren liegen flach in den Drehgestellen. Die Lok wiegt 1235 Gramm, die Zugkraft sollte ausreichend sein.


    Beim Vorbild wurde die Class 17 im leichten Güterzugdienst, zur Anschlußbedienung und für Bauzüge eingesetzt.

    Es wurden von 1962 bis 1965 ingesamt 117 Stück gebaut. Einsatz war größtenteils in Schottland und in der Eastern/Northeastern Region.

    Leider waren die Loks im Dienst höchst unzuverlässig. Die beiden Paxman-V6-Viertakt-Dieselmotoren waren unzuverlässig und neigten unter anderem zu Problemen mit der Nockenwelle und dem Kurbelgehäuse aus Aluminium. Die Gesamtverfügbarkeit lag selbst nach umfangreichen Modifikationen bei etwa 60 %. Die Sicht nach vorn, die das gesamte Design des Typs bestimmt hatte, war nicht so gut wie erhofft, da die langen Vorbauten bedeuteten, dass die Besatzung den Bereich unmittelbar vor der Lokomotive nicht sehen konnte.

    So begann bereits 1968 die Ausmusterung, nur drei Jahre nach der Ablieferung der letzten Lok. 1971 waren dann alle abgestellt. Eine TOPS-Nummer haben sie nie erhalten. Eine Lok (D8568) ging in die Zementindustrie und hat daher überlebt. Sie ist derzeit im Besitz der Chinnor & Princes Risborough Railway und ein gern gesehener Gast bei diversen Museumsbahnen in UK.

    Die hier abgebildete Lok in grün mit kleinen gelben "warning panels" ist die Ursprungsfarbgebung. Grün mit kompletter gelber Front kam danach ab etwa 1965, und blau mit gelber Front ist die letzte Farbgebung vor der Ausmusterung.


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    Hier der Blick auf das Innenleben. Die Lok lässt sich leicht öffnen, acht Schrauben neben den Drehgestellen, Gehäuse nach oben abziehen, dabei Vorsicht mit dem Kabel zu den Lüfterventilatoren. Links die Platine der Lüfteransteuerung. An den drei Stehbolzen ist der Platz für einen ESU-Raucherzeuger. Rechts die Schnittstelle für einen ESU L Decoder. Das ist eine propietäre ESU-Schnittstelle, wer einen anderen Decoder wie zum Beispiel ZIMO verwenden möchte, muss mittels Adapterplatine umbauen, siehe den Vorschlag von youchoos https://www.youchoos.co.uk/Ind…?L1=Guides&Item=OHeljCL17


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    Der Führerstand ist ebenfalls gut erreichbar, zwei kleine Schrauben lösen, dann nach oben abziehen. Die Armaturen und Bedienelemente sind gut nachgebildet, bräuchten vielleicht noch ein wenig Farbe im Detail. Auch der Feuerlöscher ist vorhanden. Unverständlich ist mir jedoch, warum Heljan dem Modell keine Führerstandsbeleuchtung spendiert hat. Diese sollte aber aufgrund der guten Zugänglichkeit leicht nachzurüsten sein. Figuren platzieren ist bei den grossen Fenstern ebenfalls Pflicht. Zu dieser Zeit fuhr British Rail immer mit Beimann.


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    Die Laufeigenschaften sind aus der Schachtel heraus sehr gut, ohne Ruckeln und mit wenig Geräusch. Nach dem von Heljan empfohlenen Einlaufen von 30 min in jede Richtung bei mittlerem Tempo auf dem Rollenprüfstand wurde es noch besser. Der Listenpreis von Heljan ist 549 britische Pfund (ca.643 €), zur Zeit ist die Lok bei Modellbahnunion im Sommersale für 450 Euro. Anfangs war ich ob des etwas "schrägen" Aussehens des Vorbildtypes nicht so begeistert. Wenn ich sie nun jedoch auf meiner Anlage habe, einfach nur toll. Und eine Ausrede, um sie in der Western Region einzusetzen, fällt mir sicher ein.


    Danke für die Aufmerksamkeit, beste Grüße, Torsten

    Die Clayton Diesellok Class 17 in British Railways grün ist bis zum 20.9.21 bei Modellbahnunion im Sonderangebot für 449,99 Euro:


    Da werde ich mir wohl eine davon sichern, auch wenn ich sie nicht unbedingt brauche. Da ich den 122er derzeit noch nicht in grün bekommen habe, muss es dann eben etwas anderes in grün sein...

    Was ich noch gesehen habe in den Beschreibungen und mir bisher noch nicht aufgefallen war: das Modell hat eine Vorrüstung für einen ESU Rauchgenerator.


    Da das Vorbild nicht so bekannt ist, unten noch ein Vorbildfoto. Die Einsatzzeit in Großbritannien war von 1962 bis 1971 im leichten Güterzugdienst.


    Beste Grüße, Torsten


    34624426941_9c1a87296a_b.jpgD8568 by https://www.flickr.com/photos/camperdown/

    Hugh Llewelyn, auf Flickr

    Die Dapol Class 122 ist nun auch in Deutschland angekommen.


    Das Modell kommt in der bekannten blau-silbernen recht stabilen Dapol-Verpackung. Der Triebwagen ist auf einer stabilen Plexiglasplatte mit Abstandshaltern verschraubt. Sieht edel aus und ist gut händelbar. Dapol hat es nun auch geschafft, eine ausführliches Anleitungsheftchen mit zu geben, in dem fast alle Fragen beantwortet werden.


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    Ich habe mir das Modell mit Analog-DC gekauft und einen Einfach-Decoder 21MTC eingebaut. Daher funktionieren die Lichtfunktionen nicht vollständig. Laut Anleitung sollte man einen Dapol Imperium 3 Decoder oder einen Zimo MX644C verwenden, da diese über die erforderlichen 8 Funktionsausgänge verfügen.

    Meine Class 122 hat die Dapol-Artikel-Nummer 7D-015-001 und ist in der Farbgebung British Rail blue grey. Diese Lackierung trugen die Triebwagen von etwa 1971 bis 1983. Die nachfolgende Lackierung war Regional Railways.


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    Der größte Kritikpunkt an der Front sind für mich die überdimensionierten Scheibenwischer. Eventuell tausche ich sie gegen feinere aus Messing aus. Für die beleuchtete und extra schaltbare Headcodebox liegt ein Transfer-Bogen mit etwa 120 verschiedenen Namen bei.

    Das Modell hat zwei angetriebene Drehgestelle mit jeweils eigenen Motor. Dieser liegt flach im Rahmen, so dass nichts in den Fahrgastraum hinein ragt.

    Unten am Rahmen und auf dem Analog-Brückenstecker sind insgesamt sieben Dip-Schalter, womit man die Lichtfunktionen im Analogbetrieb einzeln schalten kann. Im DCC-Betrieb übernimmt das dann der Decoder. Es sind Einbauplätze für drei Lautsprecher vorgesehen.

    Demnächst sollen auch Modelle mit fertig eingebauten Sound geben. Die Soundausrüstung mit Zimo-Decoder wird im Dapol-Werk in Großbritannien vorgenommen, daher kommen sie Sound-Modelle imer ein paar Wochen später.


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    Die 21MTC Schnittstelle befindet sich unter der Abdeckung des Kraftstofftanks und ist mit vier Schrauben leicht erreichbar. Ein Tütchen mit Bremsschläuchen und Multiple Working Cables liegt bei.


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    Asu der Schachtel heraus läuft der 122er sowohl im Analogbetrieb als auch in DCC ruckelfrei und gut regelbar. Die Bedruckung ist ohne Fehl und Tadel, sehr saubere Farbtrennkanten und gut erkennbare Details.

    Das Modell in DC analog kostete beim Kamener Händler Modellbahnunion 290 Euro, das ist preiswerter als in UK. Die gefragtesten Varianten in grün mit Speed Whiskern und yellow panel sowie BR blue waren blitzschnell ausverkauft. Da kann man derzeit nur auf die kommende Class 121 oder folgende Nachauflagen hoffen.


    Beste Grüße, Torsten


    Seit einiger Zeit (genau seit 2011) besitze ich ebenfalls ein RTR-Messingmodell des Razorblade Railcars No.19 in O gauge von Tower Models. Da lag es nah, beide Modell in ihrer Ausführung miteinander zu vergleichen.


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    Bei beiden Modellen wird das typische Gesicht und die kantige Form gut getroffen. Links Heljan, rechts Tower Models. Bei Tower Models fehlt der Bremsschlauch an der Pufferbohle. Interessant ist die unterschiedliche Anbringung der Scheibenwischer. Vorbildfotos zeigen, die No.29 hatte die Scheibenwischer unten, wie richtig gemacht bei Heljan. Die No.19 hatte die Scheibenwischer (doppeltes Gestänge) oben befestigt. Beide Modelle sind in diesem Punkt korrekt. Viele Vorbildfotos findet man auf dieser Seite: RCTS Photographic Archive


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    Beide Modelle haben im Prinzip auf den Millimeter genau die gleichen Außenabmessungen im Maßstab 1:43,5. Auf dem Bild schaut es nur so aus, als ob das hinten stehende Modell von Tower ein wenig kürzer wäre. Das kommt durch die Verzerrung der Mobiltelefonkamera. In echt stimmt es exakt überein. Das Gewicht ist auch ungefähr gleich, das Tower Railcar wiegt 902 Gramm. Der Antrieb erfolgt bei beiden auf ein Drehsgestell, bei Heljan ist der Motor liegend, bei Tower stehend im Gepäckraum mit Schwungmasse. Beide haben gute Laufeigenschaften, die nur einen sehr kleinen Energiespeicher zur Soundunterstützung benötigen.

    Die wenige Beschriftung und Farbgebung ist bei beiden Modellen gut.


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    Etwas fällt unmittelbar auf, die unterschiedliche Dachgestaltung. Vorn Heljan, hinten Tower. Das größere runde Ding ist wohl der Ansaugstutzen des Motors, die kleine Haube die Entlüftung des Guard-Raumes. Beides fehlt auf dem Dach des Tower-Modells. Auch vermisst man völlig die Nieten des Heljan-Daches beim der Tower-Interpration. Da gibt es nur ein glattes Dach. Dafür sind die Dachlüfter vom "shell-type" bei Tower besser gelungen.


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    Unterschiede gibt es auch bei den Drehgestellen. In Bezug auf Detaillierung sind beide Ausführungen ebenbürtig. Das Tower-Modell (hinten) hat die spätere Variante, wo oft die Verbindungswelle zwischen beiden Achsgetrieben weggelassen wurde, weil man zum Ende der Betriebszeit die Kardanwelle nicht mehr vorrätig hatte oder nicht mehr aufarbeiten wollte. Der Triebwagen fuhr auch so, aus der Achsfolge B´B´ wurde dann (1`A)(A1`).


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    Die Detailausführung der Seitenwände ist stark unterschiedlich. Bei dem Heljan-Razorblade Railcar ist exakt nachgebildet, wie die Seitenwände aus auf Holzunterbau aufgenieteten Blechen zusammen gesetzt sind. Die verschiedenen Rahmenstärken des oberen Teils der Schiebefenster ist zu sehen. Die eingesetzte Verglasung aus Kunststoff hat jedoch aufgrund der Dicke einen leicht prismatischen Effekt.


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    Das Tower Models Razorblade Railcar hat nur glette Wände aus Ms-Blech, keine Nieten und Fugen. Die typische Rundung der Seitenwand ist jedoch auch getroffen. Durch die dünne Verglasung gibt es keinen Prisma-Effekt, die Fensterrahmen sind jedoch sehr einfach. Die Inneneinrichtung ist bei beiden recht schlicht, Tower hat rote Sitze, Heljan in grün. Gepäckablagen haben beide nicht.


    Details der Inneneinrichtung und der Führerstände kann man gut in diesem youtube-Film sehen:

    External Content www.youtube.com
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    Das Heljan Railcar hat 21MTC DCC Schnittstelle, Lichtwechsel rot/weiß mit LEDs, Innenbeleuchtung, Führerstandsbeleuchtung und seperat schaltbare obere Spitzenlichter. So etwas gab es bei Tower Models zu dieser Zeit nicht mal für Geld und gute Worte, Nachrüstung blieb dem Bastler überlassen.


    Das Tower Models Modell ist 2006 konstruiert worden. Das ist jetzt fünfzehn Jahre her. Damals war an den Boom von erschwinglichen RTR-Modellen nicht im Traum zu denken. Für seine Zeit war das Tower Models Messingmodell mit 825 Pfund preiswert. Heute sieht das natürlich anders aus.


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    Das einzige Zurüstteil, was dem Heljan-Modell beiliegt, sind die Kardanwellen von den Achsantrieben zu den unter den mittleren Schürzen liegenden Verteilergetrieben. Die kann man einbauen, wenn das Modell nur in der Vitrine steht oder man sehr große Kurvenradien auf der Anlage hat. Muss man ausprobieren.

    Als Endurteil, heutzutage wird man eher dem Heljan-Modell den Vorzug geben. Das Tower Models Razorblade GWR AEC Railcar ist jedoch nicht so schlecht, besonders im direkten Vergleich nebeneinander, dass man es unbedingt ausmustern müsste.


    Beste Grüße, Torsten

    Hallo,


    ich habe mir das Heljan GWR AEC "Razorblade" Railcar No.29 zugelegt. Dazu möchte ich eine kurze Vorstellung machen.


    Zuerst noch ein paar Vorbildinformationen:


    Im Jahr 1933 führte die Great Western Railway den ersten einer später sehr erfolgreichen Serie von Dieseltriebwagen ein, die bis in die 1960er Jahre im regulären Einsatz blieben, bis sie von British Railways durch die neuen Dieseltriebwagen der "First Generation", zum Beispiel der Class 122, ersetzt wurden.

    Das ursprüngliche Design zeichnete sich durch eine stromlinienförmige Karosserie aus, die zu dieser Zeit sehr in Mode war. Die abgerundeten Linien der ersten gebauten Exemplare No 1 bis 17 führten zu ihrem Spitznamen: "Fliegende Banane". Der in Swindon erhaltene W4W ist ein Beispiel für die ursprüngliche, abgerundete Karosserieform. Spätere "Razorblade"(Rasierklingen)-Exemplare, wie die Nr. 29, hatten eine viel kantigere (und praktischere) Karosserie, doch auch für diese blieb der Spitzname bestehen.

    Anfangs liefen die Triebwagen nur auf Haupstrecken, wie zum Beispiel Birmingham-Cardiff, nach dem Krieg hauptsächlich auf Nebenbahnen. Die letzten wurden im Oktober 1962 abgestellt. Insgesamt gab es 38 Stück, drei sind noch erhalten. Fotos und Listen gibt es hier: The Great Western Archive


    Das Modell ist in der letzten GWR Lackierung, Zeitrahmen etwa 1942 bis 1948. Gekauft habe ich ihn bei Modellbahnunion, die Lieferung kam innerhalb 30 Stunden, Preis war 577,79 Euro inklusive Versand. Die Heljan Artikelnummer ist die 1901.

    Die Nachmittagssonne habe ich ausgenutzt, um ein paar Fotos auf der Terasse zu machen.


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    Das Modell kommt in einer relativ großen und stabilen Schachtel, auf ein Brett geschraubt und ordentlich abgepolstert. Die Schaumstoffeinlagen sind so angeordnet, daß man das Modell gut am Brett aus der Schachtel ziehen kann. Eine Folie ist auch noch drum.


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    Die wenige Beschriftung und die Linien sind sauber aufgebracht. Der Farbton des "cream" wurde gut getroffen, was ja nicht so einfach ist. Die Scheibenwischer sind recht grazil. Die Verglasung ist bündig und passgenau. An beiden Seiten sind gefederte Original-Schraubenkupplungen verbaut. Die Puffer sind ebenfalls gefedert.


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    Zuerst kam das Railcar auf den Rollenprüfstand zum Einlaufen im Analogbetrieb. Im DC-Betrieb leuchten mit der Fahrtrichtung wechselnd die drei Stirnlampen, die Führerstandbeleuchtung und die Fahrgastrauminnenbeleuchtung.


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    Hinten gibt es nur ein einzelnes rotes Licht. Im Analogbetrieb läuft der Motor und die Beleuchtung bei geringer Spannung an, alles ohne Probleme.


    Dann ging es an den Decodereinbau. Vorerst habe ich nur einen einfachen Bachmann Lokpilot Basic eingebaut, um erst einmal digital fahren zu können. Zimo-Sound kommt später.


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    So schaut es von unten aus. Es wird nur ein Drehgestell angetrieben, reicht ja auch. Stromabnahme ist von allen Achsen. Der Triebwagen hat eine 21-MTC Schnittstelle, ein OO(H0)-Decoder reicht daher aus. Das hält die Kosten für den Soundeinbau im Limit.


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    Zwischen den Schürzen ist reichlich Platz für den Lautsprecher. Unter der Klappe rechts sitzt leicht zugänglich die Schnittstelle. Um den Decoder und den Lautsprecher einzubauen, braucht man nicht das Gehäuse anzunehmen. Links sind Dipschalter, um die einzelnen Lichtfunktionen im Analogbetrieb abzuschalten.


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    Die Anleitung sagt im Prinzip alles aus, was wichtig ist. Funktion der Dipschalter, wo kommt der Lautsprecher hin, wo sind die Gehäuseschrauben.


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    Hier die Schnittstelle mit dem DC-Brückenstecker. Es wird ein 21MTC-Decoder mit neun (!) Funktionsausgängen benötigt. Der rote Pfeil zeigt auf die Buchse für den Lautsprecher, mit "SP" gekennzeichnet. Heljan hat einen noch kleineren Buchse als wie z.B. bei der Class 05 verbauen lassen. Ein passender Stecker mit zwei Drähten wird nicht migeliefert, ich werde mir beim Soundeinbau etwas anderes einfallen lassen müssen und wahrscheinlich die Anschlüsse für den Lautsprecher direkt an Pin 9 und 10 der 21MTC-Schnittstelle löten. Oder den Umbau auf PluX22, wie es John Gymer von youchoos vergeschlagen hat:

    https://www.youchoos.co.uk/Ind…uides&Item=OHeljanRailcar

    Das muß ich mir noch überlegen.


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    Jetzt also erst einmal nur einen einfachen 21-MTC Fahrdecoder. Bitte darauf achten, wie herum der Decoder kommt, er steht quasi "auf dem Kopf". Die Beinchen der Schnittstelle sind recht empfindlich gegen verbiegen und abbrechen.


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    Der Blick in den Führerstand. Details sind vorhanden, aber keinerlei farbliche Akzentuierung. Interessant ist das Triebgestell. Der Motor ist flach im Drehgestell verbaut und ragt nicht in den Gepäckraum hinein. Das scheint mir eine neue Konstruktion bei Heljan zu sein, um mehrere Triebwagenbaureihen mit denselben Antrieben zu realisieren.


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    Die Innneneinrichtung ist extrem einfach gehalten. Ich vermute, aus Kostengründen. Nun gut, der Zugang ist sehr einfach. Vier Schrauben lösen, die Schürzen leicht abspreizen und abnehmen. Dann kann man die Polstersitze, den Fußboden, die Einzelheiten des Gepäckraumes und des Führerstandes gestalten und Passagiere und Personal einsetzen. Es gibt ja noch das Vorbild mit der No.22, den man als Beispiel für die Innenraumgestaltung nehmen kann. Auf nach Didcot!


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    Der Triebwagen noch mal in der Sonne. Das Railcar hat eine Länge von 459 mm LüP und wiegt 1109 Gramm. Heljan gibt einen Mindestkurvenradius von 800 mm an.

    Fazit: Ein schönes Modell, fährt super, Detaillierung in Ordnung, ideal für den platzgeplagten O gauge Modellbahner. Weil, es ist ein kompletter Personenzug. Die wenigen Mängel (Inneneinrichtung, merkwürdige Funktionszuordnung der Schnittstelle) kann man leicht beheben. Der Preis ist sehr angemessen, ich bin zufrieden.


    Danke für das Interesse, beste Grüße, Torsten

    Hallo,


    hätten die Internationalen Spur 0 Tage dieses Jahr in Giessen in echt statt gefunden, wäre die Gauge O Guiild auch wieder mit einem Stand vertreten. Und auch die Hefte "Small Layouts" Volume 2 Reprint und das aktuelle Heft Volume 3 wären käuflich zu erwerben gewesen. Da die Messe nun virtuell ist, werde ich auf dem Postweg verkaufen. Ich hatte mir für die Spur Null Tage 2021 noch einige Hefte aus UK schicken lassen, als die Versandkosten noch günstig waren und keine Einfuhrumsatzsteuer anfiel. In Zukunft wird die Beschaffung schwieriger sein.


    Wer möchte ein Heft "Small Layout"?


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    Den Preis kann ich stabil halten, ein Heft kostet 7,65 Euro plus 1,95 Euro Verpackung und Versand innerhalb Deutschlands.

    Bei zwei Heften kostet der Versand und Verpackung deutschlandweit 2,75 Euro.

    Größere Mengen und Versand in die Nachbarländer bitte anfragen. Lieferung nur solange der Vorrat reicht. Das aktuelle Heft "Small Layouts Volume 3" habe ich reichlich da, den Reprint Vol 2 weniger.

    Zahlung ist per paypal an tee.eff@web.de oder per Banküberweisung möglich, dazu bitte die Daten anfragen. Nicht vergessen, bei allen Anfragen und Zahlungen den Namen und die Versandadresse angeben, damit ich alles zuordnen kann.

    Sorgfältigste Verpackung wird zugesichert. Kontakt und Bestellung per Private Nachricht hier im Forum oder per e-mal an die obige Adresse.


    Beste Grüße, Torsten

    Gauge O Guild Mitgliedsnummer 18055

    Gebietsrepräsentant der Guild für Deutschland, Österreich und die Schweiz

    Eine weitere Lücke hat sich geschlossen, der deutsche Händler Modellbahnunion in Kamen hat nun auch Heljan O gauge im Lieferprogramm. Da Modellbahnunion nur lieferbare Produkte auf der Webseite hat, ist bisher die Diesellok Clayton Type 1 Class 17 in drei Varianten auf der Liste.

    Lienk zum Angebot: Heljan Class 17


    Der Preis bei MU ist wie gewohnt sehr kompetiv. Die Lok kostet 568,35 Euro bei portofreier Lieferung innerhalb D. Der Preis bei Hattons beträgt 466,65 Pfund plus Versand von etwa 20 Pfund (etwa 566 Euro, das Pfund ist zur Zeit relativ stark).

    Ich hoffe, in Zukunft werden die Kamener die weiteren Neuheiten von Heljan O gauge anbieten, so wie es bisher mit den Dapol O Modellen ist. Gut gemacht, Modellbahnunion.


    Beste Grüße, Torsten

    Hier ein Vorbildfoto. Die Lok wurde von Dapol vor einem Jahr im Maßstab OO 1:76 heraus gebracht und ist gleichermaßen gut gelungen und erfolgreich. Da lag es nah, die 7mm-Variante nachzuschieben.


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    Quelle: ETH Zürich public domain


    Das Modell bekommt einen 5-poligen Motor, voll kompensiertes Fahrwerk und abnehmbares Führerhausdach (mit Magneten gehalten). Für die Digitalisierung und Lautsprecherausrüstung kann man die Rauchkammertür abnehmen, die Platine herausziehen und Decoder sowie Lautsprecher vom Typ Sugarcube aufklipsen, ähnlich wie bei der letztens erschienen GWR Damplok Autocoach Class 14xx. Das geht ohne Werkzeug.


    Die ab Werk digitalisierten Modelle bekommen "real drive" also aktives Bremsen mit Funktionstaste F2, was auf einen Zimo-Decoder mit vermutlich Paul-Chetter-Sound hindeutet. 360 Pfund ist der Preis für die voll digitalisierte Variante, das Basismodell nur analog DC, jedoch mit Schnittstelle und Vorrüstung für Lautsprecher wird wahrscheinlich unter 200 Pfund zu haben sein. Lieferzeit soll 1.Quartal 2022 sein, die leider übliche Prolongation ist nicht auszuschließen.


    Vorbildinformationen stehen im Britische Bahn Wiki und auf englisch bei der Southern Railway e-mail Group.


    Danke für das Interesse, beste Grüße, Torsten

    Die Firma Dapol wird am 6.März um 11:00 Uhr (12 Uhr deutscher Zeit) eine Neuankündigung machen. Was es nun ist, darüber wird in den britischen Foren genau so wild spekuliert, wie bei uns bei Neuvorstellungen auf dem Kontinent. Nichts genaues weiß man nicht und es sind tatsächlich auch noch keine Details durchgesickert.


    Der Link zur Neuankündigung ist der gleiche wie der Zugang zur Show, siehe im Beitrag oben.


    Beste Grüße, Torsten


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    Hallo,


    ein kleines Wort vorab. Ich bin kein Steuerexperte, weder für deutsches und schon gar nicht für britisches Steuerrecht. Alles, was hier zum besten gebe, sind daher nur Erfahrungen aus vielen Jahren britischer Modellbahn und was nun an leider durch den Brexit an Erkenntnis dazu gekommen ist.


    Der Herr von Micron hat insofern Recht, daß er die 6 Euro Zollabfertigungsgebühr nicht vermeiden kann. Es sei denn, er hat eine deutsche Steuernummer und führt die Steuer direkt nach Deutschland ab. Das Paket bekommt dann einen Aufkleber "Tax paid" und geht somit bei deutschen Zoll ohne zollrechtliche Behandlung durch. Richtig ist auch, das er diese nationale Steuernummer für jedes einzelne EU-Land beantragen (und verwalten) muss. Der Aufwand dafür ist beträchtlich und lohnt sich für den Händler nur bei entsprechender Umsatzhöhe in den jeweiligen EU-Ländern. Meines Wissens nach macht das bisher nur Hattons aus Liverpool, sie verschicken "Tax paid" nach Deutschland. Es klappt auch mit kleinen Anlaufschwierigkeiten, mir wurden schon postive Beispiele berichtet.


    Alle anderen großen Händler, wie Rails of Sheffield, Tower Models oder Kernow ziehen die britische Umsatzsteuer von 20% von der Rechnung ab. In Deutschland muß dann die Einfuhrumsatzsteuer von 19% plus eventuelle Zollbearbeitungsgebühr, meist 6 Euro, bezahlt werden.


    Und hier liegt nun der Fehler, den der Mann von Micron gemacht hat. Da die Ware aus UK exportiert wird (die Unterscheidung nach EU oder non-EU gibt es nicht mehr), kann die britische VAT von der Rechnung abgezogen werden. Das geht ohne Bürokratie, Versandbeleg reicht.

    Und Micron ist VAT-registriert in UK, steht klar auf seiner Webseite, "Preise plus VAT", daher kann er die VAT abziehen.


    Anders sieht es bei vielen anderen britischen kleineren Händlern und Herstellern aus. Es gibt viele "small business", zum Beispiel der Hersteller macht das nur im Nebenbetrieb zusätzlich zu seinem eigentlichen Beruf oder ist Pensionär, die sogenannte "cottage industry".


    Die Grenzen für Umsatzsteuerplicht sind in UK ("threshold" genannt") bedeutend höher als in Deutschland, zur Zeit 85.000 Pfund im Jahr Umsatz. Liegt man darunter, kann er sich für die VAT registrieren, muss aber nicht. Das ist natürlich einfacher für die meisten "small business", ohne VAT-Registrierung viel weniger Papierkram.

    Auch ist bei vielen kleinen Herstellern die Wertschöpfung im Vergleich zum Materialaufwand relativ hoch. Man schaue mal auf Metallätzplatinen oder Lasercut. Das Messingblech oder das Holz ist nicht so teuer (daher wenig Vorsteuerabzug), der Hauptanteil liegt in dem hinzu gebrachten Wert durch die eingebrachte Arbeit, daher "Mehr-Wert-Steuer". Eine freiwillige Veranlagung zur Mehrwertsteuer wäre in solchen Fällen daher kontraproduktiv.

    Deshalb ist es nicht unüblich, daß kleine britische Händler oder Hersteller keine VAT berechnen, und wo nichts auf der Rechnung steht als VAT, kann auch nichts abgezogen werden.


    Micron hätte jedoch die Steuer abziehen können. Warum er es nicht gemacht hat, weiß nur er. Ich würde höflich um eine Rückerstattung bitten. Wenn er nicht darauf eingeht, bist du ihm als Kunde scheinbar nicht wichtig und du kannst dann auch ohne schlechtes Gewissen (ich vermute es geht um Deltang-Produkte) woanders kaufen.


    Beste Grüße, Torsten

    Hallo,


    nach dem überaus großen Erfolg der ersten virtuellen Guildex im Oktober vorigen Jahres folgt nun die Online-Ausgabe der alljährlichen Spring Show der Gauge O Guild.

    Termin ist in einer Woche am Samstag, den 6.März. Ab 10:30 Uhr deutscher Zeit geht es los.

    Die Veranstaltung ist offen für alle, sowohl Mitglieder der Gauge O Guild als auch für jeden anderen Interessenten.


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    Was gibt es zu sehen? Etwa 15 Anlagen werden gezeigt, Live- und aufgezeichnete Videodemonstrationen von Modellbautechniken, Frage & Antwort-Runden, Vorstellung von Lockdown-Projekten, diverse Händlerwebseiten mit Ankündigungen und sicher auch speziellen Angeboten und vieles mehr. Die Übersicht gibt es hier.

    Eine der Anlagen ist Crook Street, LNWR (London North Western Railway) um 1910. Ein erstes Bild siehe unten.


    Danke für das Interesse, beste Grüße, Torsten


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    Die "Bagatellgrenze" von 22 Euro soll zum 1.7.2021 EU-weit wegfallen. Dann würde auch eine Einfuhr eines Packs Schienenverbinder von Peco zum Preis von 2 Pfund versteuert werden, ungefähr sind das dann 36 Cent Einfuhrumsatzsteuer. Die Zollämter werden viel Erfolg beim Einziehen der Forderungen haben.

    Es ist mir relativ egal, ob bei dem Ladecode als Softwarelieferung die Umsatzsteuer seitens des Händlers abgezogen wird oder nicht. Den Unterschied von etwa 3 Euro kann ich verkraften. Schon die Einsparung der Versandkosten ist bemerkenswert. Und Youchoos hat eine gute Möglichkeit geschaffen, um an britische Lok-Sounds zu kommen.

    In der Zimo-Preisliste ist übrigens ein Ladecode für Youchoos-Decoder unter der Artikelnummer "LACOK-GYM" verzeichnet, UVP 15,00 Euro. Ich interpretiere das so, daß Ladecodes auch unter Umständen direkt bei Zimo gekauft werden können. Dann ist der Preis und die Umsatzsteuerdiskussion klar. Es ist dann wohl eine "innergemeinschaftliche" Leistung.

    Wie aber weiter oben gesagt, der Umgang mit Ladecodes ist für mich Neuland und ich muß mich erst dort hinein finden. Aber ich bin schon froh, daß es eine Lösung gibt, den britischen Sound auf den Decoder zu bekommen, ohne das Zollgrenzen passiert werden müssen.

    Beste Grüße, Torsten

    Ich kenne das Problem, wenn die Straße auf Hintergrund trifft und dann optisch passend weiter geführt werden soll. Hast du über einen Spiegel nachgedacht?


    Auf den ersten Bild ist der Spiegel in der Toreinfahrt. Das Gebäude steht direkt am Hintergrund. Ist zwar OO, aber britisch.


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    Im zweiten Bild einer O gauge Anlage nimmt der Spiegel die komplette Anlagenseite ein. Der grüne Kessel ist in der Mitte geteilt. Man könnte es noch perfekter machen, die Holzleiste am unteren Teil des Spiegels könnte man weglassen oder zumindestens grau streichen. Dann wäre es super.


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    Ich habe mal schnell die Situation von deiner Anlage auf meinem im Bau befindlichen Layout nachgestellt.


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    Ein Spiegel aus "richtigen" Glas wäre natürlich zu schwer, bruchempfindlich und schlecht zum zuschneiden. Modulor in Berlin hat Kunststoffspiegel aus 3mm Acrylglas. Sie schneiden dir die passende Größe zu. Lieber etwas größer nehmen, was zuviel ist, kann man selber leicht abschneiden, siehe hier => Acrylspiegelglas im Zuschnitt

    Mit einem Spiegel könnte man ebenfalls das in deinem letzten Beitrag gezeigte Tunnelloch ausfüllen, um die gewünschte Unendlichkeit der Strasse zu erreichen.

    Beste Grüße, Torsten

    Zitat"...Bei der nächsten Prüfung vom Finanzamt bekommen die Ärger..."


    Das glaube ich nicht. Die Firma Youchoos aka Inhaber John Gymer hat eine britische UK VAT Steuernummer

    192 3275 02

    Damit kann er bei allen Lieferungen nach dem Ausland (Export} die britische Mehrwertsteuer von der Rechnung abziehen. Alles rechtens. Auf seiner Webseite steht geschrieben, leider ein wenig versteckt:

    Changes for EU posting post-BRExit - Tax Free for EU member states, same as other International destinations - applies to all International orders posted from 1st January 2021

    Auf gut deutsch, wie vorher beim Versand nach USA, Australien, Kanada, Neuseeland usw., auch in die EU wird die britische Mehrwertsteuer (20%) seitens Youchoos von der Rechnung abgezogen und der Kunde darf dann die jeweilige Einfuhrumsatzsteuer bei dem örtlichen Finanzamt entrichten. In Deutschland sind es 19%, in Österreich 20% und in der Schweiz sind es 7,7% plus allfällige Gebühren meines Wissens nach.


    Eine positve Entwicklung scheint sich abzuzeichnen, daß Youchoos inzwischen Ladecodes für britische Sounds verschickt und das nicht mehr der Lokdecoder (Zimo) physisch den Weg von Österreich nach Wiltshire und wieder zurück nach Deutschland nehmen muss, sondern man bekommt nach Bezahlung eine e-Mail mit dem Ladecode. E-Mails sind bislang in keinem mir bekannten Fall steuer- oder zollpflichtig. Diese Praxis gibt es seitens Zimo Sounds für US-Modellen schon seit langer Zeit.

    Es ist ja auch nicht zielführend, Decoder hin- und herzuschicken, auf denen die einzig Veränderung nur in einer Ansammlung von Nullen und Einsen in sinnreicher Anordnung besteht.

    Stellt euch mal vor, man müßte jedes Mobiltelefon der Marke angebissenes Obst zum Softwareupdate nach Kalifornien einführen. Da würden aber einige Containerschiffe den Atlantik durchpflügen und den Panamakanal verstopfen. Und ob dann jeder seine persönliche Handfunke auch wieder bekommen würde ...?


    Nebenbei, ich finde es gut, daß ihr weiterhin in UK bestellt. Gerade die "cottage industry" leidet unter dem vermaledeiten EU-Austritt am meisten. In UK sind die Bedingungen für Kleinunternehmer anders als z.B. in Deutschland, das Umsatzlimit es bedeutend höher, ab dem man steuerpflichtig wird. Und wer keine Umsatzsteuer zahlt, kann auch nichts abziehen.


    Beste Grüße, Torsten

    Hallo, im  Britischen Bahn Forum gibt es auf nunmehr 10 Seiten eine Beitragsfolge über den Brexit und Erfahrungen mit Lieferungen. Zu beachten ist jedoch, dass erst drei Wochen seit dem Auslaufen der Übergangsbestimmungen her sind und noch nicht alles klar ist. Auch arbeiten alle Paketdienste noch nicht wieder, und die Zollbehörden müssen sich wohl auch erst wieder finden

    Ich selber habe dieses Jahr noch nichts aus UK bekommen, weil ich sehr viel noch in den den vergangenen halben Jahr gekauft habe und nun Arbeitsvorrat für lange habe.


    Die 22 Euro Regelung, daß bis zu diesem Warenwert keine Einfuhrabgaben erhoben werden, wird meines Wissens nach zu Ende Juni 2021 auslaufen. Siehe hier: Link zum Händlerbund

    Wer also nur Kleinteile braucht, sollte es lieber jetzt tun und sie zeitnah in UK bestellen. Wie das dann in der Praxis aussieht, wenn wirklich nur ein paar Ersatzteile für angenommen 3,87 Pfund geliefert werden (das macht ca. 83 Cent Einfuhrumsatzsteuer), kann im Moment niemand beantworten. Aber in der Theorie soll es dann so sein, auch wenn es total unsinnig ist.


    Zu Peco in Deutschland. Seit etwa einigen Monaten hat auch die Firma modellbahnunion in Kamen das komplette Peco Gleissortiment am Lager. Die Preise sind durchaus angemessen und vergleichbar und sehr viel günstiger als Weinerts UVP. Zum Beispiel Weiche ST-U750 für 53,02 Euro bei modellbahnunion, Weinert UVP 84,10 Euro (Hattons als Referenz 43 Pfund).

    modellbahnunion liefert ab 100 Euro Warenwert in Deutschland versandkostenfrei, das sollte man auch mit einbeziehen. Zwei Weichen und Kleinkram, das geht schnell. Und wenn mehr Leute in Kamen bestellen, vermute ich daß die Preise aufgrund der größeren Abnahmemengen eher nach unten gehen.

    Das alleinige Monopol von Weinert scheint mir nicht für alle Zeiten in Stein gemeißelt zu sein, der Wettbewerb wird da etwas in Bewegung bringen. Die Firma modellbahnunion hat jahrelange Beziehungen zu britischen Herstellern wie Dapol und Bachmann. Finde ich gut.


    Beste Grüße. Torsten