Posts by HFy

    Es gibt zu viele Vorbilder, ja, aber wenn man sich eine Vorbild-Weiche rauspicken würde und diese entsprechend umsetzen würde, hätte man die, denen das sowieso alles egal ist und die, die dieses Vorbild favorisieren gewonnen.

    ...und vielleicht noch ein paar andere die zwar gern ein anderes Vorbild hätten, aber der Weiche zumindest Vorbildtreue bescheinigen und sie dann vielleicht doch kaufen würden.

    ich kann mir aber schon die Kommentare von denen vorstellen, die dann gerade diese Weiche nicht brauchen können.


    Herbert

    Genaugenommen ist die Weiche von Ferro-Suisse ein Modell einer RhB-Weiche. Für schweizer Schmalspurbahnen mit größeren Achslasten ist sie richtig, für deutsche wäre sie ein Kompromiß.


    Herbert

    Ich finde es nur schade, dass bei einer Neuentwicklung eines Gleissystems nicht die technischen Möglichkeiten heutiger Zeit ausgenutzt werden, um auch die Minderheit derer mitzunehmen, die ein harmonisches Gesamtbild bevorzugen.


    Natürlich ist der Aufwand ein solches Modell herzustellen höher und das spiegelt sich dann auch im Verkaufspreis wider, aber den Verkaufspreis als K.O.-Kriterium anzugeben, ist eher scheinheilig.

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es ist nicht möglich, eine auch nur halbwegs mehrheitsfähige 0m-Weiche herzustellen, weil die möglichen Vorbilder - soweit überhaupt bekannt - viel zu verschieden sind. Dem Hersteller vorzuhalten, daß er nun gerade nicht die Weiche baut, die man selber haben möchte, geht daher in Leere. Wobei ich zugeben muß, daß ich mich gerade mit Deinen Beiträgen ohnehin ein wenig schwertue.


    Herbert

    Leider liest man in Kleinbahnbüchern eher selten etwas über den Oberbau, und wenn, dann hauptsächlich über die verwendeten Schienen. In der zeitgenössischen technischen Literatur ist man auch nicht immer gesprächig. Gerade liegt aber ein Ordner über österreichische (und ehemals österreichische) Schmalspurbahnen auf meinem Schreibtisch, Da finden wir:

    Innsbrucker Mittelgebirgsbahn: Schwellen 1,8m lang, oben 16 und unten18 cm breit, 14 cm hoch

    Dermulo-Fondo-Mendel: Lärchenschwellen 1,8m lang, oben 14 und unten 20 cm breit

    Rittnerbahn: Lärchenschwellen 1,8m lang, 20 cm breit.

    Das sind nun allerdings die ursprünglich eingebauten, und das schließt nicht aus, daß später größere verlegt wurden.


    Herbert

    Von meinem Vorbild, der Mittelbadischen Eisenbahn, habe ich selbstverständlich auch keine Weichenzeichnungen, Im alten "Menges" gibt es Gleispläne, aber zumeist unmaßstäbliche. Einige sind dann aber doch maßstäblich, wenn auch ziemlich klein wiedergegeben. Immerhin ergab deren Auswertung, daß die Weichen in diesen Bahnhöfen nicht schlanker als etwa 1:6 gewesen sein können. Ich sah mich daher autorisiert, Weichen 1:5,5 zu bauen.

    Bei der Zeichnung der Weiche 1:7 sind leider nicht alle Schwellen gleich groß gezeichnet, aber es ergibt sich im Durchschnitt um die 20 cm. die der Schnellenkamp-Weiche dürften auch so etwa diese Größe haben.

    Im Übrigen sollten wir aus den heute vorhandenen Schmalspurweichen nicht auf die früherer Epochen schließen.


    Herbert

    Die Geschichte der deutschen Schmalspurweichen ist leider noch ein Desiderat der Forschung (wer Pläne von Meterspurweichen hat, darf sie gerne herzeigen), aber selbst bei besserer Datenlage wäre es wohl kaum möglich, ein mehrheitsfähiges Vorbild zu finden, dafür gab es bei uns zu viele. Eine maßstäbliche Weiche wäre dann vielleicht nur für eine Bahn maßstäblich, und es stellt sich immer noch die Frage, ob der Platz denn auch für einen maßstäblichen Bahnhof reicht. Nebenbei bemerkt ergeben sich bei Meterspur für dieselbe Weichenneigung größere Radien.

    Einige deutsche Meterspurbahnen hatten zum Beispiel Weichenneigungen von 1:7, und hier 1:5,5 zu verwenden erscheint mir noch als läßliche Sünden im Vergleich zu einer Weiche 1:6 in H0, wo die Abweichung vom Vorbild fast doppelt so groß ist.

    Im Übrigen habe ich tatsächlich mal mit eigenem Zollstock eine Weiche 1:5,5 aufgemessen mit 24 kg schweren Schienen, nur die Schwellenlage war etwas anders. Aber das war in der Schweiz.


    Herbert

    Hallo,

    Otto hatte neulich in seinem 0m-Blog Coilzüge auf Meterspur in Bilbao gezeigt (die Wynen- und Suhrentalbahn in der Schweiz hat bis vor einigen Jahren auch welche gefahren). Tatsächlich habe ich aus dem Zug heraus kurz vor Bilbao einen Coilzug gesehen, aber heute kann man ja die Fenster im Zug nicht mehr öffnen, und er entwischte mir unabgelichtet. Mehr Glück hatte ich bei einem Besuch auf dem Montserrat:


    zug2mk15.jpg


    Ein wohlbekanntes Geräusch lenkte mich von der Zahnradbahn ab: Unverkennbar ein EMD-Motor, in diesem Falle ein 8-645. Ein Zug mit 20 Selbstentladern (Höchstgewicht je 60 Tonnen!) rollte hinter einer der drei dieselektrischen Loks der "Ferrocarriles de la Generalitat der Catalunya" gen Barcelona. Er hatte entweder Steinsalz aus Sallent oder Kali aus Suria geladen. Das Ziel war der Hafen von Barcelona:


    hafenz0kn8.jpg


    Dort verschob, soweit erkennbar, auf den Schmalspurgleisen (links) eine der alten Alsthom-Loks von 1965.


    1200 Tonnen auf Meterspur in Europa, wer hätte das gedacht? Übrigens machen manche SEAT-Autos ihre erste Fahrt auch auf Meterspur, vom Werk in Martorell aus.


    Herbert

    Hallo Andreas,


    würde ich so machen. Im Trusebahnbuch sind die Fotos leider an dieser Stelle ziemlich dunkel, aber irgend eine Art von Bolzen muß an dieser Stelle ja sein.


    Gruß, Herbert

    Das ist gar nicht so ungewöhnlich, mein Elternhaus am Rand von Düren wurde erst in den sechziger Jahren an die Kanalisation angeschlossen, und Düren ist nur deswegen keine Großstadt, weil der Stadtrat sich gegen weitere Eingemeindungen wehrte. Wenn ich mich richtig erinnere, wurden nacheinander Abwasser, Regenwasser, Strom, Telefon und Gas verlegt und jedesmal die Straße zugeteert und wieder aufgerissen nach dem Motto "macht schnell zu, nächste Woche kommt die Post und will alles aufreißen".

    Daß ich Mitte der siebziger Jahre in Athen LKW herumkreuzen sah, die Sickergruben entleerten, hat mich dann doch gewundert.


    Herbert