Posts by HFy

    Inglenook mit Hackentrick, ein geradezu klassischer Gleisplan. Drei Lichtraumprofile sind zusammen 267 mm breit, bleiben also 233 mm übrig. Das dürfte z.B. für eine Fabrikfassade hinten und eine Rampe oder Ladestraße vorne gut reichen. Zwar sollte, wenn mehr als zwei Gleise nebeneinander liegen, eine Beamtenlaufbahn von 50 cm zwischen dem zweiten und dritten vorgesehen werden, aber es geht ja nicht immer nach der Vorschrift, und Anlagen aus der Zeit vor der Reichsbahn hatten auch schon mal nur 3,5 m Gleisabstand (78mm). Die Länge ist schon großzügig, da kann man überlegen, ob man links eine Drehscheibe oder eine Schwenkbühne einbaut ("Drehwinkel" in Sachsen). Wenn das zu kompliziert erscheint, könnte links außerhalb des gestalteten Teils ein traverser nur für die Lok vorgesehen werden. So könnten die Wagen auch umfahren werden.


    Herbert

    Es kann nicht schaden, wenn man sich vor dem Bau einer Anlage ein paar Gedanken macht, aber die sind wenig sinnvoll, wenn man dann nicht auch baut. Sobald man mit der Planung einigermaßen zufrieden ist, gilt der Grundsatz "der Worte sind genug gewechselt, laßt endlich uns auch Taten seh'n".

    Aber mal zurück zu dem Thema, das wir oben schon mal hatten: Unsere Länderbahnen haben uns nicht nur typische Bauten, sondern auch je eigene Gleispläne hinterlassen, und gerade bei kleineren Bahnhöfen haben Reichs- und Bundesbahn nicht immer viel geändert (letztere verlegte sich hauptsächlich auf den Gleis- und Weichenklau, wobei aber auf diesem Gebiet die Leistungen des Nachfolgeunternehmens nach Aktienrecht selten erreicht wurden). Ebenso wie Hochbauten nach Marktlage (preußisches Empfangsgebäude mit badischem Güterschuppen und württembergischen Stellwerken, ein beliebter Mißgriff in H0) vermieden werden sollten, wäre beim Gleisplan darauf zu achten, daß er den Gepflogenheiten der Bahnverwaltung entspricht, die ihn mal gebaut hat. Man wird zum Beispiel in Österreich auf kleinen und mittleren Bahnhöfen eine Reihe paralleler Gleise finden mit einem "Magazinsgleis", das am Empfangsgebäude und am Güterschuppen vorbei führt, was etwa in Preußen unüblich ist, und eine Gleisverbindung quer durch den Bahnhof mit möglichst vielen Doppelkreuzungsweichen und dem einen oder anderen "Hosenträger" deutet sehr auf die Schweiz hin. Ausnahmen gibt es immer, aber sie bestätigen nur die Regel. Wenn man nicht eine bestimmte Vorbildsituation nachbaut (die bessere Lösung, wenn sie den Anforderungen entspricht und man genug Informationen sammeln kann) sollte man sich besser an das Typische halten.


    Herbert

    Man kann tatsächlich bayerische Lokalbahn-Endbahnhöfe schon am Gleisplan erkennen. Die meisten sind nach demselben Schema erbaut und haben drei parallele Gleise. Von der Seite des Empfangsgebäudes gesehen sind es ein Ladegleis, das Hauptgleis mit Bahnsteig und das Umfahrgleis, an dem sich meistens der Lokschuppen befand und manchmal eine Holzverladestelle. Dabei gab es zwei Varianten, nämlich eine, bei der das Ladegleis am Empfangsgebäude vorbeiführte und eine, wo das nicht der Fall war. Der Güterschuppen befand sich entweder am Ladegleis oder war an das EG angebaut.


    Herbert

    Wenn der Gleisabstand 6 m beträgt, ist meines Wissens nur ein einseitiger Bahnsteig zulässig. Ob je ein Personenzug aus einem Gütergleis abfahren durfte, weiß ich nicht, bei Bahnhöfen mit Signalausstattung wird man das aber verneinen können, da hierfür ein Hauptsignal aufgestellt und im Stellwerk eine Fahrstraße eingerichtet werden müßte. Wenn zwei Personenzüge gleichzeitig im Bahnhof sein sollen, wäre die richtige Lösung, den Gleisabstand zwischen Gleis 2 und 3 auf 6 m zu erhöhen und einen Zwischenbahnsteig einzubauen. Der zweite Zug müßte dann auf Gleis 3 einfahren, und der Zug auf Gleis 2 müßte den Überweg zu Bahnsteig 3 freilassen.


    Herbert

    Danke, Enzelshausen meinte ich:

    http://www.bockerl.de/bf_enzel.htm

    Vielleicht findet man einen noch kompakteren. Der Abzweigbahnhof sollte so nicht bleiben (schon wegen der S-Kurve hinter der DKW nicht) und der Endbahnhof sieht so gar nicht bayerisch aus. Bei allen bayerischen Lokalbahnhöfen, die ich kenne, lagen die Güteranlagen auf derselben Seite wie das Empfangsgebäude. Das Gleis zum Lokschuppen ist unnötig lang, so etwas hätte man auf einer Lokalbahn nicht gebaut. Auch der Anschluß der Baywa gefällt mir so nicht, wenngleich es in Gefrees eine ähnliche Situation gab, da war es allerdings ein Fabrikanschluß.


    Herbert

    Es wäre vielleicht besser, die grüne Strecke in der oberen Hälfte im Untergrund verlaufen zu lassen, und am besten mit mindestens einem Ausweichgleis. Die Bahnhöfe müßten noch optimiert werden, bisher sieht keiner wie ein bayerischer Lokalbahnhof aus. Abzweigbahnhöfe an bayerischen Lokalbahnen gab es durchaus, z.B.in der Hallertau, mit fällt nur gerade nicht ein, wie er hieß.


    Herbert

    Vielleicht hilft es, wenn Du das Bild um 180° drehst, Zahlen auf dem Kopf lesen finde ich mühsam. In jedem Fall sollte man Weichen nicht an Gefällsbrüchen einbauen. Ob das hier so ist, kann ich nicht richtig erkennen, so gut ist die Auflösung auch nicht.

    Es gab einmal eine EBO von 1928 im Netz, die bis 1967 galt, inzwischen finde ich sie nicht mehr. Bei einseitigen Bahnsteigen war m.W. 6 m Gleisabstand vorgeschrieben, also 133 mm im Maßstab 1:45. An die Maße für Zwischenbahnsteige erinnere ich mich nicht, aber feste Einbauten mußten drei Meter von der Gleismitte entfernt sein, und Zwischenbahnsteige haben notwendigerweise solche Einbauten, sonst kommt man nämlich nicht hin. Also wäre der Gleisabstand 6 m zuzüglich der Breite der Treppen, Wartehäuschen, Aufsichtsbuden, Kioske etc. Unter 18-20 cm Gleisabstand wird man also keinen vorbildentsprechenden Zwischenbahnsteig bauen können. Dabei ist auch zu beachten, daß bei unseren engen Radien die Fahrzeuge weiter ausschwenken als beim Vorbild und daher der Abstand zwischen Gleismitte und Bahnsteigkante im Gleisbogen erweitert werden muß.

    Wer eine alte EBO findet: es steht m.W. in Anlage 4 zu §10.


    Herbert

    Ich wundere mich allerdings über die Lage des Lokschuppens. Mir fällt zwar spontan Wildbad ein, aber der war ein Endbahnhof mit einer Drehscheibe am Streckenende. Normalerweise enden die Gleise im Lokschuppen, so daß eine Weiche aus dem dritten Gleis von oben nach links oder rechts führend, einen Lokschuppen parallel zu den Einfahrweichen anschließend, die viel plausiblere Lösung wäre.


    Herbert

    Wobei man nicht vergessen darf, daß die NEM ein recht großzügiges Spurspiel zulassen, welches die Gefahr der Überpufferung noch verschlimmert, da ungünstigstenfalls die einander zugekehrten Radsätze an der bogenäußeren Schiene anlaufen und die anderen an der bogeninneren. Dann stehen die Wagen auch noch um mehrere Millimeter schräg gegenüber der Gleismitte. Ich würde das Problem übrigens nicht vergessen wollen, sondern sorgfältig im Auge behalten.


    Herbert

    Wenn man Lampen oder Signale zwischen den Gleisen aufstellen möchte, müssen es beim Vorbild mindestens 4,50 m sein, oder 10 cm in 0. Das Problem der Überpufferung ergibt sich daraus, daß die Weichen viel steiler sind als beim Vorbild und daher der Radius enger und die Zwischengerade kürzer. Eine Lenzweiche hat 11,25° Winkel und daher eine Neigung von 5,13, der Radius ist laut Herstellerangabe 128 cm. Die preußische Weiche 1:7-140 hatte aber 8,13° Winkel und 140 m Radius (in 0 wären das 311 cm Radius), und sie war zu Bundesbahnzeiten vermutlich nur noch in Nebengleisen und bei Kleinbahnen zu finden; die Baureihe 06 soll auf solchen Weichen mehrfach entgleist sein. Je enger der Radius, desto weiter befinden sich die Puffer neben der Mittellinie, und in gegenläufigen Kurven natürlich auf verschiedenen Seiten. Serienmäßig haben zwei Lenz-Weichen eine Zwischengerade von ca. 25 cm, die den obengenannten Effekt abmildert, weil sich nicht alle Achsen zweier gekuppelter Fahrzeuge in der Kurve befinden. Bei 90 mm Gleisabstand ist es nur noch halb so viel und damit weniger als der Abstand der Drehzapfen zweier gekuppelter Silberlinge. Beim Einsatz von Zwei- und Dreiachsern dürfte es wenig Probleme geben, aber mit längeren Fahrzeugen sollte man es vielleicht zuerst ausprobieren.


    Herbert

    Hallo,


    meine Konstruktion sieht so aus:



    von links nach rechts: Kippschalter (stellt die Weiche und polt das Herzstück um) Hebel zum Umstellen der Weiche und Betätigung der Weichenlaterne. Alles aus der Bastelkiste, Kosten daher 0€.

    Der Weichenhebel wird nicht mitgestellt, obwohl der verstorbene Wolfgang Dudler das in H0 schon geschafft hat. Mir würde es aber nicht gefallen, wenn sich der Hebel wie von Geisterhänden bewegen würde.


    So geht es auch, wenn die Weichen von beiden Seiten gestellt werden soll:


    c


    Weil diese Weiche eingepflastert ist, gibt es keine Weichenlaterne, aber es wäre keine unüberwindliche Schwierigkeit, sie wie oben zu stellen.


    Herbert

    Dazu braucht man aber ein sehr hohes Stativ, sonst gibt es Ärger mit der Senkrechten.

    Mir ist bisher keine Kirche mit so kleinen Glasfenstern untergekommen, aber ich möchte nicht behaupten, dass es so etwas nicht gibt. Kleine Kirchen mit farbigen Glasfenstern gibt es auf jeden Fall, auch wenn mir spontan nur Saint Maximin in Metz einfällt.


    Herbert

    Hallo Axel,


    ein spontaner Gedanke: Die Gleisverbindung nach unten verschieben (dafür wird allerdings eine Linksweiche erforderlich) um eine angemessene Zuglänge umfahren zu können. Und ein drittes Gleis im Schattenbahnhof, man kann nie genug haben.


    Herbert

    Bei den österreichischen Schmalspurbahnen war die Vereinheitlichung weit fortgeschritten; auch die der Personenwagen waren nur länger, aber nicht wesentlich anders als die der Güterwagen. Allerdings waren die Achslager nicht immer dieselben, es gab welche, wo sich der Achshalter am radseitigen Ende des Achslagers befand und welche, wo er auf der anderen Seite war. Auf den Magic-train-Untergestellen lassen sich daher viele Wagentypen aufbauen. Man findet immer wieder auf Ausstellungen mit Schrotthandel MT-Wagen, und wenn sie nicht zu teuer sind, nehme ich einen mit für den Fall, dass ich mal wieder einen Fleischmann metzgern möchte.

    Die ursprünglichen Steyrtalbahn-Fahrzeuge wichen freilich von den anderen ab; ganz einfach, weil sie älter waren. Genaue Unterlagen darüber habe ich nicht, aber es sollen Personenwagen bei der Rheinregulierungsbahn vorhanden sein. Die ÖBB setzten im Steyrtalbahn natürlich auch Fahrzeuge der späteren Bauarten ein, so daß mit den MT-Güterwagen das Auslangen zu finden sein sollte; die Personenwagen wird man allerdings selber bauen müssen, da die von MT deutlich zu kurz gekommen sind. Das ist vor allem bei den "Spantenwagen" mit ihren schlichten Formen keine unlösbare Aufgabe, zumal man zwei Dächer aneinandersetzen kann.


    Herbert