Posts by jaffa

    Der meterspurige G-Wagen mit dem hochgesetzten Bremserhaus ist tatsächlich etwas »exotisch« – neben den Kelsterbach-Wagen, die bei der Nebenbahn Amstetten-Laichingen liefen und später dann auch bei der Kleinbahn Bremen-Tarmstedt, sind mir keine weiteren bekannt.

    Manche werden den Wagen genau deshalb lieben, andere werden sagen: »sowas kommt mir nicht auf die Anlage«. Als Basis für ein Modell schienen uns die Kelsterbach-Fahrgestelle dennoch sinnvoll, weil es neben diesem »Exoten« auch die ungebremste G-Variante gibt und einen gebremsten O-Wagen mit Bremsersitz sowie den ungebremsten O-Wagen.

    So sind auf fast identischer Fahrgestellbasis vier unterschiedliche Fahrzeuge realisierbar.


    Gruß --- Jürgen

    Wieder etwas Neues bei Jaffa 0m:


    seit mit David tom Wörden ein weiterer Konstrukteur für Jaffa 0m aktiv ist, können wir bei der Neuentwicklung von Bausätzen einen Zahn zulegen: nachdem die entsprechenden Fahrwerke nach "Kelsterbach" Vorbild von David mittlerweile ja schon einige Zeit lieferbar sind, stehen die auf diesem Fahrwerk basierenden gedeckten Güterwagen ebenfalls kurz vor der Lieferbarkeit. Zur Erinnerung: auch die schon länger lieferbaren Weyer-Drehgestelle für 0m und 0e hat David entwickelt.


    Vorbild

    Die Waggonfabrik Kelsterbach lieferte 1901 zur Betriebseröffnung der Nebenbahn Amstetten-Laichingen 6 G-Wagen sowie 12 O-Wagen an die betreibende Westdeutsche-Eisenbahn-Gesellschaft.

    Im Laufe der Jahrzehnte erfuhren die Wagen einige Umbauten, z.B. zum Pufferwagen für Rollbockbetrieb oder als Behelfspackwagen mit Fenstern. Einige Fahrzeuge wurden dagegen bereits frühzeitig an die Kleinbahn Bremen-Tarmstedt abgegeben.

    Nach Einstellung des Regelbetriebes konnte die (Museums-) Härtsfeldbahn insgesamt 6 Wagen in verschieden Zuständen übernehmen. Diese sind bis heute in Neresheim vorhanden.


    Modell

    Die Bilder zeigen den letzten Prototypen vor Serienfertigung der gebremsten Variante mit Bühne und Bremserhaus. Das Fahrgestell ist schwarz gespritzt, ansonsten zeigen die Bilder den farblich noch nicht behandelten Prototypen.

    Es wird auch die ungebremste Version geben, die sich nur durch das Fehlen der Bremsausrüstung und der Bühne/Bremserhaus unterscheidet. Der letzte Kontrollbau dieser ungebremsten Version (und damit auch die Erstellung der Bauanleitung) wird jetzt in Angriff genommen, anschließend sollten die Wagen kurzfristig lieferbar sein.

    Um genauer zu sein: Bestellbar wird der Bausatz um Weihnachten herum sein. Auslieferung erfolgt Ende Januar 2022.


    Ebenso ist der offene Güterwagen auf Basis dieser Fahrgestelle in Konstruktion und erste Prototypen werden bald aus dem Laser fallen. Auch hier wird es die Varianten mit und ohne Bremsausrüstung geben.


    Gruß --- Jürgen


    Detlef Rackys kritischem Blick ist es zu verdanken, dass es neben einigen schludrigen Nachlässigkeiten meinerseits (und deren Optimierung bei den Produktionsdaten) beim PwPost noch einmal zu einer echten qualitativen Verbesserung gekommen ist.


    Gegenüber den PKB-Wagen ist hier der Radstand ja nochmal um einiges kürzer. Das hatte Auswirkungen auf das Bremsgestänge. Zunächst schien mir die die gangbarste Lösung, abweichend vom Vorbild, eine der Stangen vom Bremsdreieck unter der Achse (betrachtet bei kopfüber liegendem Fahrzeug) entlang zu führen; dafür hatte ich die Hängeeisen verkürzt, ebenso die Achshalterung der zentralen Bremswelle. Dann passte es mit Hängen und Würgen. So der Stand, der auch in der Montageanleitung dokumentiert ist:


    Im Ideen-Pingpong mit Detlef entstand eine Alternative: Wenn man genau anders herum die Achshalterungen der zentralen Bremswelle verlängert und zugleich die Hebelarme, an denen die Bremsdreiecke angreifen, verkürzt und zusätzlich die Hängeeisen ebenfalls verlängert ... dann, ja dann ist wieder eine vorbildgerechte Führung des Gestänges möglich.


    Und wenn man schon bei Vorbildnähe ist: dass diese Stangen am Ende umgebogen werden und in eine Öse des Hebels greifen, ist eine Bastellösung, bei der man schon einige Augen zudrücken muss.

    Könnte man stattdessen nicht Beschläge lasern, die am Ende der Stangen montiert werden und dann mittels eines Bolzens mit dem Hebel verbunden werden? ... so der Vorschlag von Detlef.

    Ich war skeptisch, aber habs probiert. Und es funktioniert:


    Hier sieht man das Bremsgestänge neuer Art, das doch schon einen ganz anderen Eindruck macht; im unlackierten Zustand erkenn man schön alle Details:


    Alle zukünftigen Bausätze werden natürlich so ausgeliefert. Wer den Bausatz bereits hat und noch nicht montiert hat oder bereit ist umzurüsten, ist von dieser Weiterentwicklung natürlich nicht abgeschnitten: Eine kurze PN, dann schicke ich die geänderten Teile kostenlos zu.

    Die Montageanleitung ist noch nicht aktualisiert, das folgt in den nächsten Tagen. Das Umgehen mit diesen winzigen Beschlägen ist nämlich ein wenig tricky.


    Gruß --- Jürgen

    Hallo Hans,


    es geht vorwärts, wenn auch langsam. Dass es vom RUR-Fahrwerk den ersten fahrfertigen Prototypen gibt, hatte ich ja bereits geschrieben. Das war die in #49 abgebildete linke Variante. Da war dem Herrn Konstrukteur aber der Antrieb zu laut. Deshalb gibt es inzwischen den nächsten Prototypen in der rechts gezeigten Variante ... und der macht sich recht gut.

    Die nächsten Schritte sind jetzt die notwendigen Anpassungen, um den veränderten Antrieb mit dem Gehäuse verheiraten zu können, und wir bereiten die Produktion der Serie für diesen Antrieb vor – vor allem auch die Beschaffung der vielen Einzelteile wie Zahnräder, Kugellager, Motoren, Pufferspeicher, Stromabnehmer usw.

    Morgen soll ich die Muster von dem Dienstleister bekommen, der das aus zwei Teilen bestehende Fahrgestellgehäuse druckt. In diesen beiden Schalen sind alle Aussparungen enthalten, in die die Kugellager aller Achsen und Wellen eingelegt werden. Hier mal ein Schnappschuss wie die Zahnradkonstruktion zwischen Motor und den beiden Antriebsachsen aufgebaut ist:


    Mit Terminzusagen bin ich bei den Antrieben inzwischen etwas vorsichtig geworden. Aber zur NuSSA 2022 sollte alles soweit sein, dass erste, komplett fertiggestellte Modelle aus den Serienteilen auf dem Gleis stehen und der Bausatz der Kastenlok Typ RUR bestellbar ist.

    Dann geht es weiter mit dem Straßenbahnantrieb, der mit veränderten Radständen als Universal-Zweiachantrieb dienen könnte.


    Bis dahin wird es aber mindestens noch einen weiteren Wagenbausatz geben.


    Gruß --- Jürgen

    Ich habe noch einen Nachtrag zu diesem Teilbausatz.


    Oliver war mit seinem Wunsch nach dem EG Nordhalben gewissermaßen der Initiator und Anstifter für dieses Projekt. Er baut das komplette Ensemble Nordhalben, hatte dafür von mir den Lokschuppen gebaut sowie mit meinem WC-Nebengebäude Kit-Bashing für die Nordhalben-Variante betrieben und auch für den GS bekam er angepasste Kit-Bashing-Elemente.


    Interessant ist aber seine Variante der farblichen Behandlung des Zyklop-Mauerwerks: Er benutzt dafür hochwertige weiche Buntstifte. Das Vorgehen scheint auf den ersten Blick mühsam. Das relativiert sich aber bei genauerem Hinsehen, weil es nicht vier Vorgänge sind wie bei mir (2x Pulver, Waschen, Steine färben), sondern bestenfalls zwei (Fugen weißeln, Stein nachdunkeln).

    Der Vorteil ist zweifelsfrei, das die Fugen sauberer sind und bei den Steinen Farbnuancen leichter herzustellen sind.

    Das Ergebnis von Oliver finde ich überzeugend und kann neidlos zugestehen: Es gefällt mir besser als meine eigene Variante.

    Das EG ist bei Oliver noch in Arbeit. Vielleicht zeigt er zu gegebener Zeit das fertige Gebäude.


    Gruß --- Jürgen


    Heute habe ich endlich die Fensterläden montiert ...


    Dann habe ich mich weiter mit dem Dach beschäftigt. Ich hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt geschrieben, dass die Simpel-Dachkonstruktion nicht Bestandteil des Grundbausatzes ist, weil ich davon ausgehe, dass der eine oder andere hier einen Dachstuhl nach guter alter Zimmermannstradition in Eigenleistung bauen möchte. Meine Dachteile gibt es aber gegen 10 € Aufpreis dazu.

    Die Dachplatte hat jetzt angelaserte Markierung für die Montageposition der Sparrenköpfe aus 3x4mm-Leisten (die Leistung muss der Bauherr erbringen):


    Für die Montage der dreieckigen Flächen des Krüppelwalmdachs müssen die Kanten angeschliffen werden. So sieht das montierte Dach samt Sparrenköpfen von unten aus:

    Diese Dachkonstruktion ist zugegebenermaßen die Außen-hui-innen-pfui-Variante. Hier wäre natürlich eine komplette Eigenkonstruktion aus Holzleisten denkbar. Aber ich habe da eher den pragmatischen Ansatz: Was später nicht zu sehen ist, darf vereinfacht sein.


    Und nachdem das Dach aufgesetzt ist und die Fensterläden dran sind, bin ich mit allem durch, was Bestandteil des Teilbausatzes Empfangsgebäude Typ R1/R2 ist (nach K. Schäfer: »Hochbauten der oberfränkischen Nebenbahnen«). Neben Nordhalben gab es dieses Gebäude – soweit ich sie kenne – in Bischofsgrün und Schlüsselfeld. Fladungen weicht ein wenig davon ab, weil die Gewände nicht aus Sandstein, sondern aus Ziegeln gemauert sind.


    Nun gibt es natürlich noch einiges an Detailarbeit zu tun.


    Am besten schaut man sich dazu Vorbildfotos an: Oberhalb des Steinsimses sind Holzprofile montiert. Ebenso an den Rändern des holzverschalten Giebels. Nicht genau zu erkennen ist es, ob es auf der Verbretterung der Giebel noch schmale Deckleisten gibt.

    Für die Montage der Sparrenköpfe ist ja bereits Vorarbeit geleistet; was aber noch fehlt, sind die jeweils vier Balkenköpfe, die bei den Holzgiebeln herausragen. In dem Zusammenhang müssen auch die Abschlusssparren am Krüppelwalmdach montiert werden. Sinnvollerweise spritzt man das abgenommene Dach von unten in einem Braunton, bevor man oben auf dem Dach weiterarbeitet.

    Wenn es der Gebäudetyp R2 ist, dann braucht man 8 Dachgauben, die montiert werden wollen und anschließend steht die Fleißarbeit des Dachdeckens an: rautenförmige Schieferplatten mit entsprechenden Randplatten (gibt es bei mir im Shop beim Haus-/Dachzubehör). Die Schornsteine hatte ich bereits einige Posts zurück gezeigt. In neueren Aufnahmen von Nordhalben sind die Schornsteine schieferverkleidet; wenn ich die historischen Aufnahmen richtig interpretiere, war das früher nicht so.

    Dann wird das Vordach am Bahnsteig auf den Stützen montiert und ebenfalls gedeckt. Auf neueren Fotos fehlt das Dach ganz, ob es historisch mit Schiefer oder Teerpappe gedeckt war, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Schließlich folgt die Dachentwässerung für das Krüppelwalmdach und das Vordach mit Fallrohren auf allen vier Gebäudeecken.

    Last but not least kleine Schmankerl wie Schneefanggitter, Außenbeleuchtung und Bahnhofsuhr.


    Es gibt also für die Handwerker vor Ort immer noch einiges zu tun, wenn der Grundbausatz montiert ist.


    Gruß --- Jürgen

    Zunächst einmal vielen Dank für die anspornende Zustimmung.


    Heute nur ein kleines Update: Die Verbretterung des oberen Giebelbereichs ist ergänzt. Das Namensschild – in diesem Fall ELZACH und nicht NORDHALBEN – ist gelasert und angebracht, der umlaufende Sims ist montiert.


    Und ich habe eine Hauruck-Dachkonstruktion hergestellt, um das Gebäude schließen zu können. Die aus flacher Perspektive sichtbaren Sparrenköpfe werden später an den Dachplatten aufgeklebt.

    Ein Messfehler beim Anlegen der Dachschräge hatte mich etwas zurückgeworfen: Ich hatte übersehen, dass es einen winzigen Kniestock an den Längswänden gab. Das habe ich inzwischen aber kompensiert.


    Morgen kann das Dach geschlossen werden. Und ich schaffe es hoffentlich auch, die Fensterläden für die Giebelfenster im OG zu montieren.


    Gruß --- Jürgen

    Weiter gehts in der gläsernen Werkstatt – heute im wahrsten Wortsinn, weil die Fenster dran waren.


    Vorher war noch die Fleißarbeit bei der farblichen Bearbeitung des Mauerwerks zu vollenden. Das kann/sollte man noch etwas langsamer ausführen ... lässt sich aber auch im Nachgang noch optimieren.


    Die Fenster mussten zunächst vormontiert werden. Ich spare mir hier die einzelnen Bearbeitungsschritte zu zeigen. Denn dazu gibts ein Tutorial in meinem Video-Channel. Die Laserbogen der Fenster sind so aufgebaut, dass man mit Hilfe von Sprühkleber diese Montagearbeiten sehr ökonomisch vornehmen kann. Um die insgesamt 33 Fenster und Türen vorzumontieren und einzubauen habe ich knapp vier Stunden benötigt.


    So ist jetzt der Stand der Dinge:

    Eine Anmerkung zum Vorbild: Der Untergrund ist zum Bahnsteig hin ansteigend, so dass dort von dem Sockelband nur noch die Hälfte zu sehen ist und eine einzelne Trittstufe vor den Türen reicht, während es auf der Straßenseite eine zweistufige Treppe gibt.




    Die Fenstergitter aus 0,5 mm Kraftplex sind im Prinzip einbaufertig, mussten nur schwarz gespritzt werden.

    Die Vordachstützen sind aus 1,5 mm MDF aufgedoppelt. Das hat den Vorteil, dass die kleinen Fugen der Balkenkonstruktion auf beiden Seiten vorhanden sind.


    Drei Schornsteine gehören später auf das Dach. Der Zusammenbau ist leicht und schnell gemacht:


    Es fehlen nun noch die Fensterläden für die 6 Giebelfenster im Obergeschoss. Dann folgen die Bahnhofsschilder.


    Ich werde bei diesem Demomodell das machen, was dann später die Eigenleistung des Bauherrn ist: Ich werde an der Stelle, wo es zwei tragende Querwände im Gebäude gibt aussteifende Wände einbauen, die dann auch die Dachkonstruktion tragen. Auch die ist beim Teilbausatz Eigenleistung des Bauherrn; ich werde hier nur zeigen, wie man es machen kann.


    Bei den fränkischen Bahnhöfen diese Typs gibt es ja X Untervarianten. Nordhalben wie auch Fladungen hatten auf jeder Gebäudeseite 4 Dachgauben, die es bereits seit langem im Shop als gesonderten Bausatz gibt. Dafür gibt es ja auch eine ausführliche Montageanleitung und ich muss hier nicht näher darauf eingehen.


    Ich gehe davon aus, dass es an dieser Stelle noch zwei Nachträge geben wird.


    Gruß --- Jürgen

    Wie angekündigt geht es hier weiter.


    Nachdem die Sockelblenden angebracht waren, mussten die angeschrägten Kante präpariert werden, wie an anderer Stelle schon ausführlicher beschrieben wurde (siehe Link im vorhergehenden Beitrag):


    Dann ging es an die farbliche Bearbeitung des Zyklopmauerwerks. Diese Bearbeitung beginnt mit dem Einfärben der Fugen mit Pulverfarbe. Mir ist das alleinige Färben mit kalkweiß zu kalt, deshalb habe ich in zwei Arbeitsschritten erst weiß, dann Schmutzpuder hell (Farbpigmente von Kremer) mit einem weichen Borstenpinsel in kreisenden Bewegungen in die Fugen gewischt.


    Es liegt leider in der Natur der Sache, dass die feinen Farbpigmente auch auf der Steinoberfläche haften bleiben. Dort muss die Farbe zumindest teilweise entfernt werden. Das geschieht mit einem Lappen und Isopropanol. Zu sehr »rubbeln« darf man aber nicht, um die Kartonoberfläche nicht zu beschädigen.


    Das Einfärben der Steinoberflächen geschieht dann mit pastoser Dispersionsfarbe relativ trocken.

    Bei diesen großen Fassadenflächen wäre es vermutlich günstiger gewesen, die hellen Sandsteingewände noch nicht einzukleben, weil man nun sehr genau und etwas mühsam an die Gewände mit dem Pinsel heranarbeiten muss.


    Nun ist erstmal Fleißarbeit angesagt, bis die gesamte Fassade in diesen Zustand versetzt ist. Erst dann kann es mit den Fenster weitergehen.

    Farblich könnte man die Fassade natürlich noch »nordhalbiger« präparieren: Je nach Lichteinfall wirkt Nordhalben manchmal nahezu schwarz-weiß. Mir persönlich ist das zu hart, und ich befürchte, dass die Fassade dann »angemalt« aussieht, wenn jegliche Struktur in den Steinoberflächen verschwindet. Aber das ist Geschmacksache.


    Morgen geht es weiter.


    Gruß --- Jürgen

    Hallo Jan, ja, die Fußböden sind aus 1,5 mm MDF, die Fugen sind gelasert. Das hat sich bei mir bewährt, weil man ohne weitere Nacharbeit eine gute Simulation eines Dielenbodens hat.

    Kleiner Tipp: Wenn du bei mir im Shop die Montageanleitungen (PDFs) herunterlädst, da ist i.d.R. der komplette Teileaufriss mit Materialiebeschreibung und -Stärken zu sehen. Da kannst du dir das abgucken, was sich bei mir bewährt hat.


    Gruß — Jürgen

    Die Suche ergibt aber fast ausschließlich Verweise auf die äußeren Fensterlaibungen ... hier war aber nach der inneren gefragt.

    Einen sachdienlichen Hinweis habe ich ... und den hätte man über den Begriff »Laibungen« auch nicht finden können, weil der da gar nicht auftaucht: Bei meinen Agenturgebäuden sind die Fenster innen ganz profan mit Blendrahmen aus Fotokarton verkleidet. Diese gelaserten Rahmen haben an den Ecken dann diagonale Fugen angelasert ... sieht man auf diesen Fotos nicht, ist aber für die stimmige Wirkung notwendig.


    Gruß --- Jürgen

    Heute gabs einen Schnellschuss zwischendurch (okay, okay ein Hirsch ist kein Bock): OOK brauchte für den Giebel seiner Waldschänke auf der BAE das Geweih eines kapitalen Hirsches. Das gehört da einfach hin. Und wie könnte ich OOK einen Wunsch abschlagen?



    Der Bausatz für zwei Hirschgeweihe besteht aus 0,5 mm Kraftplex. Die Länge der Stangen beträgt knapp 20 mm.


    Das Geweih wird auf die Präsentationsplatte aufgeklebt, dann werden die Stangen mit einer Pinzette in Form gebogen; eine Bruchgefahr besteht dabei nicht. Mit flüssigem Sekundenkleber wird das Geweih bestrichen, damit die gebogenen Stangen in der gewünschten Form bleiben und stabilisiert werden. Die Schädelplatte zwischen den Stangen kann mit Putty-Spachtel etwas Volumen bekommen. Eingefärbt werden die Stangen mit einem dunklen Braungrün, die Spitzen werden mit Weiß etwas aufgehellt.

    Bereits im Shop eingestellt: Bausatz Hirschgeweihe


    Nun könnte man fragen: Lohnt es für sich, für so einen Kleinbausatz einen eigenen Thread zu eröffnen?

    — Der profane Grund: Im Lasercutbausatz-Thread wollte ich den zurzeit laufenden Baubericht »Nordhalben«, in dem es morgen weiter geht, nicht durch Jagdtrophäen unterbrechen.


    Gruß --- Jürgen

    Ein Forumane hat zugegriffen und den montierten Teilbausatz zum Bausatzpreis erworben.

    So habe nun mit der Montage begonnen, die ich Schritt für Schritt dokumentiere, so dass potenzielle Erwerber wissen, worauf sie sich einlassen und ich auch das Material für eine Montageanleitung habe.


    Die Montage beginnt mit dem Zusammenfügen der Bodenplatte und der Wände. Ich mache das mit UHUhart.


    Es folgt das Aufbringen der zweiten Wandschicht aus 1,5 mm Finnpappe. Man beginnt mit den beiden langen Seitenteile, die an allen Kanten bündig mit dem 3-mm-Korpus abschließen.

    Für diese flächige Verklebung nehme ich Weißleim. Wichtig ist dann allerdings, dass man nach dem Anpassen der Flächen den Korpus auf diese frisch geklebte Seite legt und von innen mit einer Platte und ordentlichen Gewichten presst, bis der Leim komplett abgebunden ist. Das Foto zeigt den Zustand nachdem alle vier 1,5-mm Wände aufgeklebt wurden:


    Diese Aufdoppelung bringt zum einen Festigkeit, dient aber auch durch unterschiedlich dimensionierte Fensterausschnitte dazu, später die montierten Fenster von innen in den entstandenen Falz sauber einsetzen zu können:


    Bevor die Deckschicht aus dem gravierten 0,9 mm starken Laserkarton aufgebracht werden kann, müssen die Kanten an den senkrechten Mauerenden im 45-Grad-Winkel angeschliffen werden – nicht weniger, im Zweifelsfall einen Hauch mehr:


    Dann können die Zyklopwände aufgeklebt werden. Für die Verklebung gilt dasselbe, wie bereits bei der zweiten Wandschicht beschrieben wurde. Die präzise Ausrichtung an der unteren Kante und mit dem leichten Überstand der angeschliffenen Kante links und rechts versteht sich von selbst. Die Symmetrie bei den Fensterausschnitten ist eine weitere Kontrolle:


    Es folgt das Einsetzen der Gewände. Hier arbeite ich wieder mit UHUhart:


    Die Fenstereinrahmung bei den Giebelfenstern wird zunächst vormontiert:


    ... und dann aufgeklebt:


    Im nächsten Bearbeitungsschritt müssen noch die gravierten Sockelbänder montiert werden; auch diese werden an den Ecken angeschliffen. Dann folgt die »Sonderbehandlung« der Gebäudeecken, bevor es an die farbliche Grundbehandlung des Zyklopmauerwerks geht.


    Erst dann kann es mit der Montage der Fenster und deren Einbau weitergehen.


    Bericht wird fortgeführt.


    Gruß --- Jürgen

    Noch ein kleiner Nachtrag: Die Lasermaschine hat eine darauf abgestimmte Software, mit der sie angesteuert wird. Das ist – bis auf wenige Ausnahmen – ein »Druckertreiber«, der – wenn überhaupt – rudimentäre Grafikfunktionen hat.

    Entscheidend ist, welche Dateiformat der Treiber erkennt und problemlos verarbeitet. Bei den meisten Maschinen ist das dxf, bei meiner Maschine aber das ai-Format (Adobe Illustrator).

    Mit welchen Programmen du im Vorfeld arbeitest, ist also völlig Wurscht. Entscheidend ist, dass du nachher ein Format speicherst oder exportierst, das dein Treiber versteht. Wenn du eine Software nimmst, bei der du Vectorgrafik und Pixelgrafik kombinieren kannst, dann bist du völlig frei in deinen Gestaltungsmöglichkeiten.

    Ich arbeite mit Adobe Illustrator, aber CorelDraw kann das genauso; bei der Freeware bin ich nicht so zuhause, aber auch da gibts Möglichkeiten (schau mal nach Inkscape und Gimp).


    Gruß --- Jürgen

    Hallo Jan, ich hatte dich so verstanden, dass du nach einer Optimierung suchst. Insofern finde ich deine Einwände, dass das mit der vorhandenen Software schwierig ist, etwas bequem. Wenn du die Auflösung hoch genug definierst, gibts da auch keine Aussetzer oder Unregelmäßigkeiten; ich arbeite bei den jpgs wie auch später beim Lasern mit 800 dpi.

    Ich leider gerade kein eigenes Foto zur Hand. Deshalb zeige ich ein Muster von Ziegeln, die ich für Sebastian gelasert habe. Diese Ziegel sind mit einer Bitmap graviert.

    Die Annahme, dass das länger dauert als Pfade zu markieren, wäre zu überprüfen. Und selbst wenn: ein Mehr an Qualität würde auch einen Zeitaufschlag rechtfertigen.

    Wenn ein Vorschlag ist, zweifache Linien nebeneinander zu setzen, dann ist meine Alternative Gravieren allemal schneller.


    Gruß — Jürgen

    Das Gerät kenne ich zwar nicht, habe aber trotzdem eine Idee:


    Wenn du Pfade »markierst« (also schneidest, nur mit weniger Energie als beim Durchschneiden des Materials), dann hast du natürlich nur die Schnittbreite, die dein Laser liefert. Und wie du schon sagst: Fürs Schneiden gilt: je feiner der Strahl/Schnitt umso besser. Nach dem, was du schreibst, vermute ich, dass du mit Pfaden gearbeitet hast.


    Die Alternative ist es, aus dem Mauerwerk eine Bitmap zu erzeugen. Da bist du ja völlig frei eine Linienstärke zu definieren, die deiner Wunsch-Fugenbreite entspricht. Diese Bitmap wird dann zeilenweise graviert.

    Normalerweise ziehe ich das Markieren (= Pfade) dem Gravieren (= Bitmap) vor, weil es sehr viel schneller geht, z.B. wenn es darum geht Bretterfugen anzulegen. Aber bei den vielen kurzen senkrechten Strichen beim Mauerwerk ist die zeitliche Differenz – zumindest bei meiner Maschine – unbedeutend.


    Gruß --- Jürgen

    Mir kommt da gerade eine Idee: der Teilbausatz dieses großen EGs ist vermutlich für sehr wenig einsetzbar. Bei den erwartbaren geringen Stückzahlen lohnt es sich für mich nicht, ein Demo-Modell herzustellen, um davon Fotos machen zu können.


    Deshalb gibt es für einen schnell entschlossenen Modellbahner die Möglichkeit, den Basisbausatz (egal ob Vollgebäude oder 3/4-Relief) als fertig montiertes Modell zum Bausatzpreis zu erwerben. Bei Interesse bitte PN.


    Gruß --- Jürgen