Posts by Mö_

    Moin,


    die Nuller des MEC Kölln-Reisiek haben an diesem Wochenende auch wieder Fahrt aufgenommen, nachdem unsere N-Bahner schon vor zwei Wochen ins Rollen gekommen sind. Entgegen unserer Gewohnheiten haben wir u.a. wegen der gedeckelten Teilnehmerzahl ausnahmsweise getrennte Fahrtage angesetzt. Derzeit bleibt uns bedauerlicherweise keine andere Möglichkeit als die Fahrtage strikt intern durchzuführen. Wir freuen uns alle schon auf die Zeit, in der wieder Gäste dabei sein können. Der letzte Fahrtag des MEC liegt fast ein Jahr zurück. Mit dem Termin hatten wir damals Glück gehabt und genau das Tal zwischen erster und zweiter Welle erwischt. Keine zwei Wochen später war wieder alles dicht.


    Seitdem hat sich in den Bastelkellern und an den Küchentischen der Clubmitglieder einiges getan. Jetzt war Gelegenheit, den Neuheiten, Neubauten und Neuigkeiten eine Bühne zum vereinsöffentlichen schaulaufen (und angeben 😉) zu geben. Dabei zeigten sich einige Modelle und Module in unterschiedlichen Stadien der Vollendung. Das Modularrangement mit bewährtem Punkt-zu-Punkt-Verkehr (links ´n fiddle, rechts ´n fiddle, alles andere in the middle) wurde in U-Form aufgebaut. Dabei bildeten die Module mit fortgeschrittenerer Gestaltung einen Flügel und die Module, bei denen noch eine ausgeprägte Lignindominanz zu erkennen war, den anderen Flügel. Gefahren werden konnte aber überall und das haben wir fleissig ausgenutzt. Auf einen Fahrplan wurde bewusst verzichtet, vielmehr war „wilde Sau auf Zuruf“ angesagt. Dank üppiger Fiddlegröße und zahlreicher Anschlußgleise war dies problemlos machbar. Wenn schon keine Gäste dabei waren, möchten wir euch zumindest mit den angehängten Bildern ein paar Eindrücke geben.


    Auf den Schnappschüssen ist häufiger eine T3 zu sehen. Das ließ sich nicht vermeiden, da an diesem Wochenende gleich vier Exemplare Dienst hatten. Mir persönlich hat eine 94 sehr gut gefallen, bei der nur wenige Farbkleckse eine deutliche Verbesserung des Gesamtbildes ergaben. Rote Achsenden und gelbe Verteilerdosen machen schon was her. Zur Aufwertung der Lok trug auch das dünne Echtholzbrett am Kohlenkasten bei. Die Ideen werde ich auf jeden Fall für mein Modell guttenbergen… Auch sonst gab es einige noch neue Modelle, die z.T fertig waren oder noch nicht komplettiert zur technische Erprobung dienten. Im übertragenen Sinne galt das auch für die E69, bei der es sich offensichtlich um einen Musterumbau für frühe Versuche zur Hybridtechnik handeln musste, da sie auch ohne Oberleitung ihren Dienst tat. Wie auch immer, es war ein interessantes Wochenende, an dem wir viel Spaß hatten. P8, V20 und T3 etc. kamen nicht zu kurz, wobei 3G selbstverständlich auch zum tragen kam. Wir hätten aber auch 2G geschafft…


    Apropos geschafft … nach den zwei Tagen in der Halle bin ich doch etwas geschlaucht. Über die Frage, ob ich nur aus der Übung bin oder sich das Alter langsam bemerkbar macht, möchte ich jetzt aber nicht nachdenken 😉


    Viele Grüße,


    Carsten (MEC Kölln-Reisiek)


    Lenz-Set T3 mit zwei Abteilpreußen (DR Ep. III)


    Moin,


    wer will nochmal, wer hat noch nicht? Inzwischen fast überall ausverkauft, gibt es das Set noch bei Addie für 1035 EUR. Im Vergleich zu den Listenpreisen der Einzelmodelle sind die Wagen quasi Beigabe.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin,


    ich habe sehr gute Erfahrungen mit den

    Streifen von tl-modellbau gemacht. Die Streifen tragen nur wenig auf und liegen auch auf strukturierten Oberflächen gut an. Die Trägerfolie ist kaum sichtbar. Wenn Decal-Weichmacher eingesetzt werden (was auf glatten Oberflächen nicht unbedingt nötig ist), bleibt allerdings nicht viel Zeit zum Ausrichten, bevor die Streifen reißen.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin Christoph,


    danke für die Bilder und deine Ideen. Die Arbeit hat sich allemal gelohnt! Ich habe noch einen Alternativvorschlag zum absägen der Verglasung. Bei meinen Rivas habe ich die Verglasung am Dach gelassen und nur die auf halber Fensterhöhe aufgedruckte Trennlinie beseitigt. Sie ließ sich mit Isopropanol einfach wegwischen, ohne dabei Rückstände zu hinterlassen. Dadurch war die alte Verglasung jetzt durchgängig transparent und blieb nach aufsetzen des Daches unauffällig im Hintergrund. Gleichzeitig verhinderte sie, dass die neuen Fenstereinsätze ("damals" aus Schnellenkamp-Lagerräumung/Originalhersteller???) nach innen fallen können. Außerdem konnte so die originale Dachbefestigung/-verankerung erhalten bleiben.




    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin Christoph,


    ich habe mal aus dem Diener abgeschrieben: bis zum Erscheinen der Pop-Wagen waren die Dächer weißalumium (RAL 9006). Die Pop-Wagen erhielten als erste Wagen umbragraue Dächer (RAL 7022), ebenso alles, was danach kam oder neulackiert wurde. Erst mit Einführung der Produktfarben änderte es sich wieder. So oder so hielt der pinselfrische Farbeindruck aber nicht lange und der Alltag hinterließ seine Spuren. Deswegen passen auch alle Arten von Grautönen. Ausnahmen bestätigen alle Regeln.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin,


    Es müsste doch ein maximales Maß geben, wir hoch der Spurkranz sein darf. Kennt das jemand?

    Maße rund um Radsätze sind in den NEM 31X aufgeführt. An diese Empfehlungen kann sich ein Produzent halten oder er läßt es bleiben. Praktischer wäre es aber schon, wenn er es täte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass weniger die Spurkranzhöhe als vielmehr ein ungewöhnliches Radsatzinnenmaß für Probleme sorgen kann. Gerade Modelle aus Rai-Mo-Bausätzen können für Überraschungen gut sein. Da hierbei der Baumeister die Radscheiben selbst auf die Achse drücken muß, kann da alles mögliche an Maßen entstehen. Bei Fertigmodellen von Pola/Rai-Mo/Biller/EMA/usw. gibt es aber auch leichte Schwankungen. Bei fast allen dieser Modelle habe ich das Radsatzinnenmaß der alten Radsätze auf 28,8 mm korrigiert. Dabei lasse ich mir von einer entsprechenden Radsatzlehre helfen. Mit dem eingestellten Maß habe ich keine Entgleisungsprobleme auf Lenz China/Peco-, Peco 124/143-, Roco- und 0SM-Gleisen mehr. Bei Lima-Zweiachsern habe ich die Achsen durchtrennt und die Radsatzhälften in einem Röhrchen auf Maß wieder zusammengefügt.



    Ein Austausch gegen aktuellere Radsätze aus Metall mit dazugehörigen Lagern funktioniert natürlich umso besser und führt auch durch das größere Gewicht bei tieferem Schwerpunkt zu problemloseren Laufeigenschaften. Bei zwei Modellen von Pola & Nachfolgern, deren Achslager noch nahezu jungfräulich waren, habe ich kürzlich ohne weitere Maßnahmen einfach Lenz-Radsätze eingesetzt. Zusammen mit einem Tröpfchen Öl funktionierte es überraschend gut. Zumindest bis jetzt. Zur dauerhaften Betriebsfestigkeit bitte in zwei Jahren nochmal nachfragen...


    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin Söhnke,


    meine Bausätze waren ohne Puffer und Kupplungen, so wie es auf Homepage beschrieben ist. Radsätze mit einer Achslänge von handgestoppten 45,0 mm, einen Laufkreisdurchmesser von 21,2 mm und Achsstummel mit 1,2 mm Durchmesser lagen bei. Ohne jetzt explizit nachgesehen zu haben, würde ich bei Addie, 0-Scale Hobbyshop, Moog, dcc4u schauen, ob es dort vergleichbares im Angebot gibt. Gibt es die Biemo-Bausätze derzeit wirklich nur radlos oder hast du dich verlesen?


    Für die Puffer habe ich zwei verschiedene Lösungen umgesetzt:

    a) die am Fahrwerksrahmen angespritzten Pufferhülsen abgetrennt und stattdessen Federpuffer (Schnellenkamp, Art. 1203) montiert.

    b) vom Umbau eines Lima-Gaskesselwagen übriggebliebene Puffer an deren Pufferhülsen durch feilen im Durchmesser verringert und in die Biemo-Pufferhülsen eingeklebt. Diese Variante ist kostengünstiger, ist aber wegen fehlender Federwirkung schraubenkupplungsuntauglich.


    Da ich mit Lenz-Hakenkupplungen fahre, werde ich noch selbstgebaute Kupplungskulissen in Anlehnung an die nicht mehr lieferbaren Kupplungsnachrüstsätze von Schnellenkamp (Art. 1112) einbauen, wenn ich dann mal über den Rohbau hinausgekommen sein sollte.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Von Kassel nach Nordhausen (die Schlußetappe)

    Was an Ostern begann, endete nun als Pfingsttour. Das Fahrgestell wurde grundiert („Auto-K Basic“ Filler/Haftgrund grau) und schwarz lackiert (OBI Buntlack schwarz seidenmatt). Ein paar Decalreste erweckten den Eindruck von etwas, was in entfernterem Sinne als Rahmenanschriften gelten könnte.



    Als letzte fummelige Bastelaktionen entstanden die Tritte unter der Pufferbohle und an den Stirnwänden aus schwarzen Kunststoffplättchen, die auf Büroklammerdraht als Halter geklebt wurden. In die Unterseite der Plättchen wurde eine Kerbe zur Führung des Drahtes und zur Vergrößerung der Klebefläche gefeilt. Hält!! Auf vier weitere Drahtstücken wurden kleine Kunststoffquader (aus Spritzlingsresten) gesteckt/geklebt, was so durchaus an Schlußlichthalter erinnern könnte. Die Pufferbohlen wurden mit Puffersockelplatten (Moog, aus Art.nr. 4056) und Federpuffern (Schnellenkamp, Art.nr. 1203) sowie Griffen (Bürotackerklammern) komplettiert. Weitere Details waren Seilösen (Moog, Art.nr. 3031), Zettelkästen (0 Scale Models) und Bremsumsteller (aus Biemo Art.nr. 80031).




    Dann wurden alle noch anzubringenden Kleinteile lackiert und montiert. Nach einer seidenmatten Endlackierung (Tamiya TS-79 semi gloss clear) und dem Zusammenbau der Baugruppen war der Gs 06 fertig. Sicherlich lässt sich manches besser und vorbildgetreuer ausführen, aber mir reicht es soweit. Jedenfalls fügt sich der Nordhausen nahtlos in die Reihe vorangegangener Modellumbauten auf G20-Basis ein. Ich habe keine Hemmungen, das Modell hier zu zeigen und werde es bei Gelegenheit sicherlich auf einem Fahrtag des MEC Kölln-Reisiek schaulaufen lassen. Für sachliche Kritik und Ideen bin ich immer zu haben. Bessermachen geht immer!






    Was hat es gekostet? Passt schon, ist ja schließlich Hobby. Was hat es gebracht? Jede Menge Bastelspaß und ein Modell, von dem ich nicht erwarte, dass es jemals als Spur 0-Serienmodell kommen wird (und wenn doch, umso besser…) sowie als Beifang ein weiteres bastelkistenentlastendes Modell. Also für mich hat sich die Tour von Kassel nach Nordhausen voll gelohnt ;)

    Viele Grüße,
    Carsten

    Moin Jan,


    meiner Meinung nach hast du bei den von dir genannten Herstellern die Wahl zwischen zwei Modellserien, bei denen der Spagat zwischen Ausführung und Kostenoptimierung nur bedingt gelungen ist. So wurden z.B. für das Pfauaugenmuster bei den Modellen kreative Wege gewählt. Kiss brachte dazu eine bedruckte Folie auf den Seitenwänden an. Das gefiel mir überhaupt nicht und war für mich das ko-Kriterium. Der MitBeWerber hat ein Muster graviert, was in meinen Augen etwas besser aussieht, mit dem Vorbild aber genausowenig zu tun hat. Dazu kommt bei diesem Modell noch der Bastelaufwand für die Beseitigung unglücklicher konstruktiver Lösungen, um die Betriebsfestigkeit zu erhöhen. Die Schwachstellen und entsprechende Verbesserungsmöglichkeiten wurden im Forum in mehreren Beiträgen ausführlich dargestellt. Wenn man das Programm abgearbeitet hat, hat man ein technisch zuverlässiges Modell. Die elektrische Entkupplungsfunktion habe ich noch nie genutzt und empfinde sie als überflüssiges Gimmick. Aus diesen Gründen ist es für mich entgegen der ursprünglichen Planung bei einem Hasenkasten aus Mülheim geblieben.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Von Kassel nach Nordhausen (die nächste Etappe...)


    Nach einigen Tage der Ruhe ging es nun weiter voran. Der grundierte Wagenkasten erhielt seinen Anstrich aus der Dupli-Color-Sprühdose (Acryl RAL 8012, glänzend). Zwei dünne Schichten waren deckend. Der Lack braucht einige Tage, bis er durchgehärtet ist. Dementsprechend war vor den nächsten Schritten erstmal abwarten angesagt. Die Idee, doch schon mal schnell Beschriftungdecals anzubringen, würde sich spätestens in dem Moment als fatal erweisen, wenn Decalweichmacher ins Spiel kommt. Der Lack würde dadurch wieder partiell angelöst, was nach erneutem antrocknen nicht wirklich gut aussehen würde. Also junger Skywalker, Geduld haben du musst!


    Anstatt hochgradig meditativ dem Lack beim Trocknen zuzusehen, könnte man sich inzwischen ja auch anderen Dingen widmen, z.B. dem Fahrgestell. Also wurden von den beiden Fahrwerksteilen die sehr freien Langträgerinterpretation unter weitestmöglicher Schonung von Federböcken, Schaken und Blattfedern abgetrennt und die Reste glattgefeilt/geschliffen. Dann wurden die beiden Hälften miteinander verklebt. Wenn man dabei die Teile kopfüber auf eine Glasplatte legt, ergibt sich ein gerades Fahrgestell. Unter dem Rahmen werden die Klebestellen mit Kunststoffstreifen verstärkt. Sowie der Kleber ausgehärtet ist, werden die Rahmenseiten nochmal übergeschliffen und U-Profile (Evergreen 4,8 mm, Art.Nr. 266) als neue Langträger aufgeklebt. Oben bleibt ein kleiner Rand, der aber später nicht weiter auffällt, wenn der Wagenkasten auf dem Rahmen sitzt.



    Ich gehöre zu denjenigen, die sich mit einer rudimentären Ausstattung unterhalb des Rahmens zufriedengeben und nur einige Details andeuten. So verzichte ich auf eine vorbildgerechte Bremsanlage. Daher sind z.B. die Bremsdreiecke auf ein Stück Draht zwischen den Bremsklötzen reduziert. An den Stirnseiten ist dabei darauf zu achten, dass die des Kupplungskulissen freigängig bleiben und der Draht ggf. etwas tiefer einzusetzen. Das von außen stets sichtbare charakteristische Sprengwerk darf natürlich nicht fehlen. Für die (jedenfalls für mich…) geeignete Mischung aus Optik und Stabilität hat sich ein Drahtgrundgerüst mit aufgeklebten U-Profilen (2,5 mm, Evergreen Art.nr. 263) bewährt. Dazu wurden Büroklammern entsprechend auf- bzw. umgebogen, in vorbereitete Löcher im Rahmen gesteckt und nach Justierung eingeklebt. Die Mittelstrebe habe ich nicht mit den langen Streben verlötet. Wenn im nächsten Schritt die Profile aufgeklebt sind, hält das auch so und das Konstrukt sieht schon nach Sprengwerk aus. Für bessere Laufeigenschaften und einen tieferen Schwerpunkt des Wagens wurden die originalen Radsätze mit Plastikradscheiben durch Lenz-Radsätze ersetzt.



    Damit war die Zeit, die der Lack des Wagenkastens zum Trocknen brauchte, sinnvoll überbrückt. Nun erhielt der Aufbau seine Anschriften. Die „DR“-Decals (Nothaft) erscheinen mir im Nachhinein etwas groß. Die restlichen Wagenkastenanschriften entstammten dem Decalsatz für einen Raimo-G10 und sind inhaltlich nahe an einem Gs 06. Die Betriebsnummer ließ sich nur durch stückeln herstellen, aber etwas Strafarbeit ist ja immer dabei. Hat auch nur einen Nachmittag gedauert? Zwei Schichten OBI-Klarlack (hochglänzend, Art.nr. 340550) versiegelten die Decals und kaschierten deren Ränder. Nun glänzt der Aufbau vorübergehend wie eine Speckschwarte. Das wird sich in nicht allzu ferner Zukunft noch ändern.


    Immerhin ist das Dach schonmal fertig. Die Grundierung brachte nur minimale Fehler der Oberfläche zum Vorschein. Für mich waren sie vernachlässigbar genug, um von einer Nachbearbeitung abzusehen. Deswegen konnte das Dach abschließend zweimal dünn mit Tamiya TS-4/german grey besprüht werden und wartete nun darauf, dass der Rest des Modells auch fertig werden würde.



    Die Checkliste für die ausstehenden Restarbeiten passt in wenige Zeilen:

    Fahrwerk grundieren, schwatt moken, beschriften; Puffer und Kleinteile wie Puffersockelplatten, Seilösen, Schlußlaternenhalter, Zettelkästen, Bremsumsteller, Rangierergriffe und -tritte anbringen, alles mit seidenmattem Klarlack endlackieren. Muß nur gemacht werden … kennt man ja … mal eben nebenbei … ?


    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin Markus,


    die Lenz-Tenderloks und Drehgestellloks laufen alle durch R1 (die großen normalerweise auch). Technisch ist es kein Problem, optisch ist es meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig. Wenn du die Möglichkeit hast, verzichte auf R1, verwende größere Radien und bewahre dir die Option, andere ggf. anspruchsvollere Fahrzeuge einsetzen zu können. Deine R1-Gleise müssen trotzdem nicht nutzlos sein. Eine Verkaufsanzeige würde sicher Abnehmer finden lassen. Oder aber du trennst die inneren Stege des Gleisrostes auf und hast so kurze Flexgleise zur Weiterverarbeitung.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin,


    danke für eure Reaktionen. Schön zu lesen, dass hier doch nicht alles ultraverbissen gesehen wird. Ich habe mich auch über die Ansätze zur Erklärung des Vertikalhortisators gefreut. So langsam zeichnet sich dank eurer Hilfe ein Bild der Technik ab. Inzwischen habe ich auch herausbekommen, dass dahinter ein zykloides dieselmagnetisches Prinzip steckt und vermute, dass es dann auch mit Metül funktionieren müsste. Deswegen werde ich Norberts Hinweis folgen und mal das norddeutsche Installationsgewerbe anfunken.


    Die oben gezeigte Beladung wie auch deren verbesserungswürdige Sicherung war gerade in Griffweite und nur lose auf die Schnelle für das Bild zusammengestellt. Noch hat der Wagen keine feste Aufgabe und kann derzeit alles transportieren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.



    Viele Grüße,

    Carsten

    Moin Martin,

    danke für deinen prüfenden Blick. Die Handbremsspindel ist in der Tat reichlich kastriert. Unterhalb des Rahmens herrscht ohnehin freie Sicht auf´s Mittelmeer. Da ist nichts von einer Bremsanlage zu sehen. Ich habe auch nochmal im Bremserhaus nachgesehen, immerhin ist die Kurbel noch vorhanden. Außerdem lagen darin noch ein paar Keile und zwei Ketten. Es scheint wohl eher als Lagerraum zu dienen; wahrscheinlich der Grund, warum es noch nicht abgebaut wurde.



    Die Ladung auf dem Bild sieht auf den ersten Blick wie ein verschlossenes Stück eines Lima-Gaskessels aus, das mit einer gewichtigen Vogelsand/Ponal-Mischung gefüllt ist und ein paar aufgeklebte Pinoreks erhalten hat. Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber die Nachbildung eines Vertikalhortisators. Was das ist und wozu der gebraucht wird? Keine Ahnung, aber ich bin auch kein Ingenieur.


    Viele Grüße,

    Carsten

    Von Kassel nach Nordhausen – am Wegesrand aufgesammelt


    Moin,


    beim Bau des Gs 06 blieben zwei kurze Pola-Fahrwerkstücke übrig. Statt auf ewig in der Bastelkiste zu verschwinden wurden diese in einer wenig aufwendigen Maßnahme zu einem zweiachsigen Tiefladewagen weiterverarbeitet. Zum Vorbild sind keine Daten oder Zeichnungen aufzufinden, wobei ein Baujahr vor 1939 aber als wahrscheinlich gilt. Allerdings wird im „Verzeichnis der in den Wagenpark der Deutschen Reichsbahn eingestellten Wagen für besondere Transporte“ (DRG, 1936) kein passender zweiachsiger Tiefladewagen mit 8,0 m Achsstand, einer LüP von 11,3 m und einer 4,7 m langen Tiefladefläche aufgeführt. Aber warum sollte nicht jemand in irgendeinem RAW Jahrzehnte vor mir dieselbe Idee gehabt haben? Nur eben mit dem Schweißbrenner statt mit Sekundenkleber umgesetzt…


    Zunächst wurden die überzähligen Fahrwerksteile gekürzt, indem sie an den Pufferbohlenenden vor den Federböcken abgesägt wurden. Anschließend wurden die zuvor abgetrennten Pufferbohlen wieder angeklebt und die Gußgrate an den Puffertellern entfernt. Aufgrund der geringen Überstände an den Enden des entstehenden Modells konnte auf den Ersatz der Puffer durch Federpuffer verzichtet werden. Außerdem sind mir die mittlerweile zu investierenden 15,- Euro für vier Federpuffer zuviel. Meine Restbestände werde ich an Modellen verarbeiten, wo sie unverzichtbar sind. Anschließend werde ich mir Federpuffer wieder wie früher™ selbst anfertigen. Nachdem die Endstücke Messingachslagerbuchsen und Ausschnitte für die Kupplungsnachrüstsätze erhalten hatten, entstand unter Verwendung von daruntergeklebten Distanzstücken und einem weiteren, verbindenden Fahrwerksrest das Grundgerüst des Modells. Die seitlichen Überstande der Langträgeroberkanten wurden soweit gekürzt, dass sich eine einheitliche Breite aller Teilstücke ergab. Nach dem Zusammenkleben wurden die verbleibenden Unsauberkeiten an den Seiten beigeschliffen.



    Auf die Seiten wurden U-Profile (Evergreen 4,3 mm, Art.nr. 262) als Langträger geklebt. Die Ladeflächen sind 1 mm starke Kunststoffplatten, die Ladeschwellen aus Plastikstreifen erhielten. Die Bühne stammt von einem Lima-Gaskesselwagen, wobei die Tritte jeweils aus zwei auf Büroklammerdraht gesteckten und verklebten Plastikstreifen entstanden. Die Griffe unter der Pufferbohle kamen aus dem Bürotacker.



    Dann wurde das Fahrgestell mit zwei dünnen Lackschichten aus der Sprühdose grundiert (Auto K-Filler/Haftgrund Basic grau). Für die eigentliche Farbgebung bin ich diesmal andere Wege gegangen, da meine bevorzugten Tamiya-Farben coronabedingt nicht verfügbar waren. Stattdessen habe ich Sprühdosen einer Baumarkt-Hausmarke ausprobiert. OBI-Buntlack (seidenmatt tiefschwarz RAL 9005, Art.Nr. 340702) ergab einen feinen Farbauftrag, deckte gut und gleichmäßig, trocknete schnell. Zwei dünne Schichten waren ausreichend. Fazit: kann man machen .. ?. Als Oberflächenvorbereitung für die Decalbeschriftung kam OBI-Klarlack (hochglänzend, Art.nr. 340550) zum Einsatz. Für die Beschriftung wurde getreu dem Modell-Baumotto „Reste von gestern“ an Decals alles verwendet, was noch an nicht immer sinnvollen Schnipseln vorhanden war oder weg musste (oder beides). Auf zwei Deckschichten hochglänzenden Klarlacks zur Versiegelung der Anschriften kamen als Finish zwei abschließende Lagen klaren Mattlacks (OBI Klarlack matt, Art.nr. 340700) obendrauf. [Anm. d. Red.: mit dem seidenmatten Klarlack aus der Serie war ich nicht zufrieden. Er zog Schlieren und trocknete ungleichmäßig auf, was sich in einem uneinheitlichen Glanzgrad zeigte. Ob es am Lack oder an mir lag, habe ich nicht weiter untersucht. Jedenfalls war der Lack für mich aus dem Rennen. Zum Glück hatte ich es zunächst an Probestücken ausprobiert.]


    Für die Kupplungskinematik habe ich erstmals Nachrüstsätze aus Metall von Spur 0-tuning (s. Vorstellung im Forum) verwendet. Sie haben vergleichbare Maße zu den nicht mehr lieferbaren Kunststoffumbausätzen von Schnellenkamp und lassen sich ebenso leicht verbauen. Ein solides Produkt, unspektakulär, funktioniert, alles gut. Die Betriebssicherheit ist über jeden Zweifel erhaben. Hier hat die Metallausführung den Nebeneffekt, dass sie dem Modell noch etwas zusätzliches Gewicht verleiht. Zusammen mit den Metallachsen (Quelle unbekannt, Beifang bei einem Gebrauchtkauf) bringt es der Wagen auf 150 g und ist schwer genug, um auch ohne Ladung sicher im Gleis zu bleiben.



    Als eigentlich alles fertig war, hatte ich mich zu einer nachträglichen Programmänderung entschlossen. Der Wagen sollte jetzt ein Bremserhaus erhalten, um die Konstruktion älter/uriger wirken zu lassen. Deswegen wurden noch die am Bühnengeländer angespritze Handbremskurbel nebst Spindel entfernt. Ein 0SM-Bremserhaus wurde mit Kunststofffolie (Sekundenkleberverpackung) verglast und auf die Bühne geklebt. Damit war der Wagen aber dann wirklich einsatzfähig.



    Das das spin-off vor der zugrundeliegenden Ursprungsarbeit fertig wurde, ist im Hinblick auf den Gs 06 nicht beunruhigend. Dessen Fahrwerk ist mitterweile zusammengeklöppelt, das Dach ist fertig und der Wagenkasten RAL 8012-lackiert. Der Lack hat nur eine längere Trocken- bzw. Aushärtezeit. Deswegen ist dort erstmal Sendepause, die anderweitig genutzt wurde … q.e.d.


    Viele Grüße,

    Carsten