Posts by Armin-Hagen Berberich

    man könnte es auch so sehen: wer Torf in Ballen preßt, der kann auch Heu in Ballen pressen. Robert, sage doch einfach es sind Heuballen, dann stimmt die Farbe.

    Nur, wie Andreas schon schrieb, die Bretter der einzelnen Ballen sollten mit Schnüren angepreßt und gehalten werden. Die Ballen des Ideengebers haben diese Spannschnüre vermutlich mit Zwirn nachgebildet.


    Sonntag Morgen Grüße aus VAI

    Armin.

    Tag Norbert,


    da hast Du ein wunderschönes Modell geschaffen, dazu gratuliere ich Dir.


    An zwei Stellen habe ich für mich dann doch etwas gezuckt.

    - hast Du die Radscheiben wirklich so auf dem Bohrständer aufgebohrt und anschließen die Isolierbuchsen eingedrückt? Eiern die Räder nach dieser Operation nicht?

    - sehe ich richtig, daß Du auf die angetriebene Achse Haftreifen aufgezogen hast? Dadurch ist die Stromaufnahme praktisch unmöglich und das Fahrzeug wird nur von einer Achse mit Spannung versorgt. Wäre es zur Erhöhung der Zugkraft nicht besser gewesen die zweite Welle des Motors zu verlängern und auch die zweite Achse anzutreiben.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    guten Morgen Reinhold,


    nur eine kurze Frage: Du schreibst, daß die Platten zusammengeleimt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Weißleim zwischen den Styrodur-Platten ziemlich lange braucht bis er trocken und belastbar ist, da im Gegensatz zu Holz die Kunststoffe keine Feuchtigkeit aufsaugen. Man kann sehen, daß Du auch Stecknadeln als Unterstützung während der Abbindezeit einpikst. Welchen Leim verwendest Du, iin den rückliegenden Berichten habe ich dazu keine Angaben gesehen.


    Klasse Modellbau von Dir, ich freue mich auf die Fortsetzungen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    Hallo Freunde der gedämpften Schwingung,


    ich bezweifle, daß die angesprochenen Arten der Schwingungsdämpfung bei Ralfs Antrieb (Schnecke direkt auf auf Zahnrad auf der gefederten Achse) funktionieren. Die Schwingungsdämpfung mit zwischen gelegten Gummiplatten funktioniert nur, wenn auch die Verschraubung schwingungsfrei ist. Sobald hier mit absorbierenden Hülsen jedweder Art gearbeitet wird, ist der exakte Eingriff der Schnecke in das Zahnrad nicht mehr gewährleistet. Bei Verwendung eines Schneckenrades ist es vermutlich gar nicht zu schaffen.


    Die Lösung von Andreas ist mit Sicherheit die perfekteste. Sie funktioniert bei Ralfs Antrieb aber ebenfalls nicht. Bei Anderas´ T47 werden die Dämpfung bedingten Bewegungen zwischen Motor und Achse durch die Kardanwellen kompensiert. Ralfs Antrieb ist jedoch so konzipiert, das der horizontale Abstand zwischen Schnecke/Motor und Zahnrad starr fixiert ist. Die vertikale Bewegung der Achse durch die Federung wird durch Heben und Senken des Zahnrads entlang der fixierten Schnecke kompensiert.


    Andreas, herzlichen Dank für den Lieferhinweis. Ich werde mir die Schwingungsdämpfer auf Vorrat besorgen und bei nächster Gelegenheit ausprobieren.


    Adventsgrüße aus VAI

    Armin.

    Teil 2


    Da es mit der Lackierung der Wagen wohl dieses Jahr nichts mehr wird (die Kälte kommt) habe ich die Inneneinrichtung der beiden Wagen fertig gestellt und als Teil 2 des Bauberichts eingefügt. Den Titel habe ich entsprechend ergänzt.


    Die Inneneinrichtung des Wagens Nr.2 ist relativ einfach, Sitze und eine Zwischenwand zwischen 2. und 3. Klasse. Beim Wagen Nr.1 fehlt die Zwischenwand. Fotos oder Unterlagen zum Original gibt es nicht, also alles nach meinem Empfinden.


    Die Sitze sind 3D konstruiert und mit Resin gedruckt, die Bodenplatte ist aus 1,5 mm Polystyrol. Die Sitze haben kleine Stifte angedruckt, und werden in entsprechende Bohrungen der Bodenplatte eingeklebt. Die kompletten Sitze wurden mit Nitrolack RAL 1011 gespritzt, die Füßchen wurden mit dem Pinsel und Revell-Lack abgesetzt.


    Grüße aus VAI

    Armin.


    PS: der Nachbau meiner Modelle ist ausdrücklich erwünscht. Dies ist kein Anfall von Arroganz!


    Inneneinrichtung.jpg

    Vor ein paar Monaten habe ich über den Bau der Plettenberger Kastendampflokomotive Nr. 5.2 berichtet Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild . Nun folgt der Bericht zu den passenden Plettenberger Personenwagen Nr.1 und Nr.2.


    Die Vorbilder wurden 1896 von der Kölner Firma van der Zypen & Charlier geliefert und gehörten zur Erstausstattung der Plettenberger Straßenbahn. Wagen Nr.1 war ein 3. Klasse Wagen, der Wagen Nr.2 hatte neben der 3. Klasse ein Abteil der 2. Klasse. Die beiden Wagen wurden bereits in den 1920er Jahren ausgemustert. Der nahezu baugleiche Wagen Nr.3 wurde 1906 nachbestellt und erst Ende der 1950er aussortiert. Weitere Informationen zum Vorbild können im Plettenbergbuch von Wolf Dietrich Groote nachgelesen werden.


    Die frühe Ausmusterung der beiden Wagen ist mit ein Grund, daß es nur ganz wenige Fotos von ihnen gibt. Da auch keine Pläne überliefert sind, war es sehr schwierig einen Vorbild gerechten Modellbau durchzuführen. Wenn gar keine Unterlagen zur Verfügung standen, dann wurde nach dem Motto gebaut „so hätte es sein können“.


    Bereits um 2010 konnte ich von Michael Hundt zwei Platinen für die Wagenkasten der beiden Wagen erwerben. Er hat sich schon damals mit Fahrzeugen der Plettenberger Kleinbahn in Spur 0e befaßt. Seine Platinen waren so konzipiert, daß sie mit Magic Train Fahrgestellen komplettiert werden konnten. Dem Kompromiß mit den Fahrgestellen nach österreichischem Vorbild wollte ich nicht folgen, so verschwanden die beiden Platinen in der Sammlung „die werden auch einmal gebaut“.


    Mit meinem Messinggußteile Programm für Schmalspurfahrzeuge konnten nun Vorbild gerechte Modelle entstehen. Daß dies ein anspruchsvolles Projekt ist und seinen Preis hat, muß nicht lange erklärt werden. Der Aufwand für einen Wagen beträgt 230,00 Euro, darin enthalten sind alle Bleche, Bauteile und Profile, bis hin zu den Radsätzen, Kupplungen und der Beschriftung.


    Die beiden ersten Fotos zeigen fast alle wesentlichen Bauteile für einen Wagen.


    1%20Rohbau.jpg


    2%20Rohbau.jpg


    Das Modell habe ich so aufgebaut, daß es aus vier Baugruppen besteht


    Fahrgestell, komplett aufgebaut auf einer eigenen Bodenplatte

    Wagenkasten mit Innenboden

    Dach zum Einsetzen nach der Lackiderung

    Inneneinrichtung Sitze als 3D Drucke auf Polystyrol Platte


    Die Ätzbleche waren sehr dünn und wurden teilweise aufgedoppelt. Dabei habe ich eine Innenschale hergestellt, die es erlaubt die lackierten Fensterrahmen und die Verglasung erst bei der Endmontage einzustecken und nicht kleben zu müssen.


    Die Dächer wurden an den Rändern ebenfalls auf 1 mm aufgedoppelt. Das Oberlichtaufbau ist angeschraubt, dadurch erleichtern sich später die Lackierarbeiten.


    Die feinen Details konnte ich an den wenigen Fotos erkennen und habe sie entweder mit Gußteilen oder mit einzeln angefertigten Teilen hergestellt.


    Da nun wieder die kalte Jahreszeit Einzug gehalten hat, wandern die Rohmodelle nun in den Schrank. Sobald die Temperaturen mitspielen erfolgen die Lackierarbeiten und die Beschriftung. Bis hier her habe ich etwa 5 Wochen Arbeit in die beiden Modelle investiert. Für die Lackierung und das Finish wird noch einmal eine Woche benötigt.


    Schaut Euch die Fotos der Modelle an. Auf den Fotos habe ich nur einen Wagen mit der Bremskurbel, den Bremsschläuchen und den Heizkupplungen vervollständigt. Sie sind jedoch nur gesteckt und werden ebenfalls erst nach der Lackierung angebaut.


    Grüße aus VAI

    Armin.


    3%20Rohbau.jpg


    4%20Rohbau.jpg


    5%20Rohbau.jpg


    6%20Rohbau.jpg


    7%20Rohbau.jpg


    8%20Rohbau.jpg

    hallo Roland,


    mit meinen Fragen habe ich nicht auf das Für und Wider verschiedener Baumaterialien abgezielt, das ist nicht meine Intention. Mir ging es ausschließlich um den Bauablauf Deines Projekts und wie die Lackierung sowie deren Vorbereitung am zweckmäßigsten durchgeführt werden kann. Mit meiner PS im #15 bringe ich nur zum Ausdruck, daß ich beim Bau von Fahrzeugen eben andere Arten des Modellbaus bevorzuge (bekanntlich Messing oder auch einmal Kunststoffe), auch wenn mir das Vorbild des Kleinviehwagens außerordentlich gut gefällt.


    Bei meinen Projekten (ob gekaufte oder selbst entwickelte Bausätze) denke ich immer in Baugruppen, die wenn möglich auf die Lackierung abgestimmt sind. Bei den meisten Bausätzen die ich kenne werden die Dächer mit den Wänden zu einem Kasten zusammengelötet. Ich drehe dieses Prinzip immer um und löte einen festen Innenboden ein. Das Dach wird separat gebaut und lackiert. Es wird erst bei der Endmontage eingeschoben und mit zwei eingesteckten Niete gesichert. Das Fahrgestell wird bei mir auf einem eigenen Boden aufgebaut und kann somit ohne Abklebearbeiten lackiert werden.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    ja, das liegt wohl an der vorgegebenen Konstruktion. Aber trotzdem noch einmal die Frage, kannst Du die vier Außenwände (evtl. sogar mit dem Dach) zuerst als Korpus zusammen setzen? Dann könntest Du von Innen alle Öffnungen abkleben und von außen perfekt lackieren. Den fertigen Korpus kannst Du dann immer noch überstülpen und mit dem Innengerippe verkleben. Mit den Haushaltstüchern bekommst Du das nicht so dicht, wie mit dem Klebebeand. Eine Überlegung ist es wert.


    Grüße aus VAI
    Armin.


    PS. das ist ein prima Baubericht und in das Vorbild kann ich mich auch verlieben. Die Laserumsetzung ist leider nicht mein Modellbauschwerpunkt.

    Tag Roland,


    wird der Wagenkasten an das Innengerippe geklebt oder als Ganzes später übergestülpt und erst bei der Endmontage verschraubt/angeklebt?


    Ich frage, weil Du vorab die Innenseiten des Wagens lackiert hast. Das wäre bei obigem Bauablauf nicht nötig. Anders herum gefragt, wenn alles miteinander verklebt wird, wie lackierst Du dann die Wände außen? Kannst Du die vielen Luftritzen bei der Außenlackierung noch von Innen abkleben um den Nebel nach Innen zu verhindern?


    Grüße aus VAI

    Armin.

    wenn die genannten Begründungen alle stimmen, dann dürfte ja nicht nur Faulhaber davon betroffen sein. In der Konsequenz dürften dann überhaupt keine Motoren ohne CE Zertifizierung mehr in den Privathandel kommen. Mit Sicherheit wären davon alle China Glockenankermotoren betroffen. Ob Bühler seine Motoren zertifiziert hat weiß ich nicht, mir ist bis jetzt noch kein CE Zeichen aufgefallen und Maxon hat b estimmt auch keine Zertifizierung.


    Wenn Bernd als Faulhaber Händler noch keine entsprechende Nachricht erhalten hat, kann es dann sein , daß Faulhaber es übel nimmt, daß SB auch günstigere Glockenankermotoren aus Fernost im Programm hat?


    Grüße aus VAI

    Armin

    guten Morgen ihr beiden,


    eine kurze Frage: warum ist die Profilform der Zahnflanke so (einmal gerad/einmal schräg)? Liegt das an der Konstruktion oder am Druckvorgang? Mit meinem Konstruktionsprogramm (rhino) kann ich die Form und die Winkel der Zahnflanken festlegen und dann die Schnecke daraus entwickeln. Das würde jedoch nichts bringen, wenn der Drucker das nicht akzeptiert.


    Zusatzfrage an Claus: wie weich/fexibel ist das Anycubic ABS-Like Plus Harz? Das wäre für mich eine Alternative für meine Kleinteile, die sonst sehr spröde und Bruch gefährdet sind. Wäre auch ein Mischen mit normalem Resin denkbar?


    Grüße aus VAI

    Armin.

    hallo Stefan,


    fast alles was Du geschrieben hast kann ich mittragen. Bei zwei Punkten muß ich berichtigen, bzw. habe ich eine andere Einschätzung.


    - ich bin genau so wenig gelernter Feinmechaniker, wie die meisten von uns. Mein Berufsleben verbrachte ich an der Uni, im Architekturbüro und als Beamter in verschiedenen Funktionen. Den Modellbau habe ich mir in 50 Jahren selbst angeeignet und dabei auch immer wieder Lehrgeld bezahlt. Auch meine kleine Werkstattausrüstung ist eher Hobby mäßig, CNC ist bei mir ein Fremdwort. Auch wenn es noch so viele Beschreibungen und Tutorials gibt, die Handfertigkeit beim Modellbau geht nur über das selbst Machen und dadurch lernen.


    - ja die Zeit ist unser Hobby-Problem. Schon zu H0/H0e Zeiten in den 70ern kam ich zur Einsicht, daß nur Eines geht - entweder Anlagengestaltung mit gekauften Modellen oder Fahrzeugbau und Verzicht auf eine Anlage mit Betrieb machen. Ich entschied mich für den Fahrzeugbau und habe auch während des Berufslebens und "Häusle" umbauen, der Gartenarbeit und den familiären Pflichten über alle Jahre hinweg Zeit gefunden, den Modellbau zu betreiben, mal mehr, mal weniger. Was ich nicht tat, es gab keinen Musik- oder Sportverein und statt dummen Fernsehfilmen habe ich gebastelt. Erst im Ruhestand habe ich die Bastelzeit abgehoben und profitiere von den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte. Heute damit zu beginnen, das würde nicht mehr funktionieren.


    - einen weiteren Grundsatz pflege ich seit jeher, mit einem neuen Projekt erst dann beginnen, wenn das aktuelle fertig ist. Wer alles gleichzeitig anfängt wird die Lust verlieren, da das Erfolgserlebnis ausbleibt. Ein Freund sagte einmal "er sei Modellbauermessi", weil alles angefangen ist und nichts fertig wird.


    - Meine Lebenserfahrung: weniger ist mehr und nichts hinausschieben auf andere Zeiten. Wenn Du Pech hast, dann kommen die nicht.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    liebe Modellbahnfreunde,


    da war gestern Abend ja noch mächtig was los im SNM.


    Ich bedanke mich bei allen für den Zuspruch zu dem fast einen Meter langen Modell und das Lob für den Modellbauer. Ganz besonderen Respekt habe ich natürlich vor der Auszeichnung von Sebastian, auch wenn ich glaube, daß das Lametta eher Großkopfeten vorbehalten ist.


    An anderer Stelle wurde einmal geschrieben, daß im SNM heute die Anlagenbauer und Vielschreiberlinge ohne Modellbaunachweis die Oberhand hätten, diesen Eindruck kann man haben. Deshalb versuche ich, wie ein paar Wenige in die Jahre gekommene Modellbahner den klassischen Fahrzeugbau hoch zu halten. Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind die Bausätze der Altvorderen aufgebraucht, die Methoden und Fertigkeiten des klassischen Modellbaus vergessen, die Fertigungsmethoden für den Messingbau zu teuer und unsere Spur 0 wird sich wie bei den H0ern nur noch auf 3D gedruckte Modelle oder den Kauf von Fertigmodellen aus Fernost beschränken. Wer berichtet denn bei H0 noch von Günther, M&F ... ja, Weinert gibt es, fragt sich was daraus einmal wird.


    Mein Schrank ist noch gut gefüllt mit Bausätzen und Bastelgrundlagen. Solange ich noch den 0,5 mm Bohrer in einen 1mm Draht setzen kann, ohne daß er sofort bricht, wird es auch noch Bauberichte zu Modellen geben.


    Sonntagsgrüße aus VAI

    Armin.

    Teil 1: https://forum.spurnull-magazin.de/thread/28138-elektrotriebwagen-et85-ein-joungtimer-bausatz-von-hübner/


    Teil 2: Elektrotriebwagen ET 85 - Teil 2


    Teil 3: Elektrotriebwagen ET 85 – Teil 3 – das Innenleben


    Es ist geschafft. Nach über einem Jahr Bauzeit mit kleinen kreativen Pausen (die Plettenberger Kastenlokomotive kam dazwischen) und warten auf passendes Wetter für die Lackierung im Freien, hat mein Elektrotriebwagen ET 85 mit Steuerwagen die Endabnahme bestanden und ist an die Sammlung ausgeliefert.


    Ich habe nicht gedacht, daß sich der Bau dieser mächtigen Regelspur-Fahrzeuge so lange hinzieht. Üblicher Weise baue ich Spur 0e Schmalspurfahrzeuge in viel kürzerer Zeit. Die Kleinen lassen sich auf der Werkbank besser handhaben und liegen beim Bearbeiten, Löten und Lackieren besser in der Hand.


    Die meisten Fakten zum Hübner Bausatz und zu seinem Vorbild habe ich schon in den Teil 1 bis 3 des Bauberichts beschrieben. Um nicht zu sehr in die Wiederholungsschleif zu geraten möchte ich in Teil 4 nur noch auf das Finish eingehen.


    Als der Bausatz vor ein paar Jahren in die Werkstatt flatterte, hatte er deutliche „Lagerschäden“. Die Messinggußteile waren sehr stark, fast schwarz angelaufen. Die Messingbleche waren ebenfalls stark oxidiert und hatten dunkle Flecken. Diese Flecken waren mit üblichen Mitteln nicht mehr zu entfernen. Unter der Lupe konnte man erkennen, daß an den dunklen Stellen das Blech wie „angefressen“ war. Um die Teile gut Löten zu können und vor allem eine saubere Fläche zum Aufbau der Lackierung zu bekommen, wurden vor Baubeginn alle Gußteile sandgestrahlt. Die Messingbleche habe ich bei einer Firma Glasperlen strahlen lassen.


    Die fertig gebauten Roh-Modelle wurden vor der Lackierung noch einmal komplett gewaschen sandgestrahlt um auch die Lötstellen und Reste des Flußmittels zu entfernen. Die Lackierung selbst erfolgte mit Nitro-Lacken. Zuerst eine dünne Lage Haftgrund, der nach dem Aushärten mit 2000er Schleifpads abgerieben und wo erforderlich mit 1000er Naßschliff geglättet wurde. Vor dem Auftrag der weiteren Lackschichten wurde alles noch einmal gründlich mit warmem Wasser gewaschen und sofort mit Preßluft getrocknet. Die Fahrzeuge mußten mehrmals zwischen den einzelnen Lackiergängen abgeklebt werden um die verschieden farbigen Lacke abzugrenzen. Dazu verwende ich die glatten Tesa Malerklebebänder gelb, rosa und hellblau mit leicht „wachsiger“ Oberfläche (kein raues Kreppband). Diese Malerklebebänder kleben nicht, sondern haften nur und haben unterschiedliche Haftkraft. Sie sind sehr dünn und an den Übergängen gibt es nur minimale Ränder. An Farbkanten nie den vorhandenen Rand des Bandes verwenden, immer mit einer scharfen Klinge das Band schneiden und die Schnittkante verwenden. Ein weiterer Vorteil dieser Bänder ist, daß bei Lösungsmittel haltigen Lacken das Band nicht durchdrängt und der Klebstoff angelöst wird. Dies hätte zur Folge, daß sonst die darunter liegenden Lacke angegriffen werden.


    Folgende RAL Farbtöne wurden verwendet.


    Haftgrundierung 9002

    Bodenplatte mit Drehgestellen/FG 9005

    Außenwand unterhalb Fenster 3005 (oder 3004 plus Teile 9005)

    Außenwand oberhalb Fenster 1001

    Zierstreifen 1001

    Dach Außen 9006

    Schilder Wagennummer etc. 9005

    Dach Innen 1013

    Innenwand Personenabteil 8011 (oder 8012 plus Teile 9005)

    Innenwand Führerstände 7037

    Innenboden gesamter Wagen 7003

    Sitze Holz 8001

    Sitze Gepäcknetz 1011

    Sitze Gestelle 9005

    Kleineisenteile mit Pinsel Schwarz, Weiß, Gold, Silber

    Decklack Seidenglanz Klarlack von Clou


    Im Teil 1 habe ich schon geschrieben, daß meine Modelle grundsätzlich die Epoche II vor 1933 zum Vorbild haben. Mir kam zu Gute, daß die ET 85 kurz Ende der 20er Jahre gebaut wurden und somit einer Lackierung im Auslieferungszustand nichts entgegen stand. Da mir die Zierstreife der Lackierung um 1928 nicht gefallen, habe ich etwas frei interpretiert und sie nach einem Foto der frühen 30er Jahren gestaltet.


    Nicht nur die Recherche zur richtigen Lackierung mit den entsprechenden Zierstreifen gestaltete sich Zeit aufwendig, auch die richtige Beschriftung ist ein Kapitel für sich. In den fünf Jahren zwischen 1928 und 1933 gab es je nach Baulos und Änderung der Reichsbahn Bezeichnungsvorschriften unterschiedlichste Anschriften. Ob bei meinen Modellen jetzt alles richtig ist, ... vermutlich nicht.


    Die Beschriftungen werden auf dünne Naßschieberfolie gedruckt. Jede Beschriftung die angefaßt werden kann wird zum Schutz mit einer nicht bedruckten Naßschieberfolie überdeckt. Erst dann wird der Decklack in dünner Schicht aufgebracht.


    Die Laternen sind mit weißen bzw. roten smd-LED bestückt. Lackdrähte führen je Stirnseite zu kleinen Platinen mit Vorwiderständen unter dem Dach. Beide Fahrzeuge haben je einen ESU Decoder. Im Steuerwagen wird damit nur das Licht gesteuert. Unter beiden Fahrzeugen gibt es jeweils einen kleinen Schiebeschalter. Mit ihnen können bei gekoppeltem Fahren die Laternen der inneren Stirnseiten ausgeschaltet werden und der Lichtwechsel geht nur auf die Laternen der äußeren Stirnseiten. Als Sound ist der des ET 65 gespeichert.


    Auf eine Beleuchtung des Innenraums und eine Ausstattung mit Figuren habe ich verzichtet. Im Endeffekt stelle ich meine Fahrzeuge so dar, als ob sie gerade ausgeliefert wurden und an ihrem Einsatzort erste Probefahrten absolvieren.


    Schließlich möchte ich noch auf die Hilfe von Wolfgang-Dieter Richter hinweisen. Ohne ihn wäre es mir nicht möglich gewesen, die vielen Details an dem Modell zu ergänzen. Er hatte auf meine Fragen immer eine Antwort und hat mich, falls nötig, auch auf meine Fehler hingewiesen. Dafür mein besonderer Dank.


    Jetzt schaut Euch die Fotos an, ich hoffe Ihr habt etwas Spaß dabei.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    21ET85.jpg


    22ET85.jpg


    23ET85.jpg


    24ET85.jpg



    Auf diesem Foto kann man ein Detail erkennen, das bei Auslieferung der Fahrzeuge vorhanden war. Die Scheibenwischer wurden von Hand bewegt. Sie waren in der Scheibe montiert und hatten innen einen Handgriff. Nicht nachgebildet habe ich das innere Wischerblatt. Erst später wurden elektrische Scheibenwischer nachgerüstet.


    25ET85.jpg




    26ET85.jpg27ET85.jpg


    Mit dem folgenden Foto möchte ich auf eine Kleinigkeit aufmerksam machen. Auf den Werksfotos ist ein wunderschöner Jugendstil Aschenbecher für den Lokomotivführer zu sehen. Leider kann in diesem Maßstab das Ornament nicht nachgebildet werden. Der Aschenbecher als Messingteil mußte aber schon sein.


    36ET85.jpg


    28ET85.jpg


    29ET85.jpg


    30ET85.jpg


    31ET85.jpg


    32ET85.jpg33ET85.jpg


    34ET85.jpg


    35ET85.jpg

    Teil 1: https://forum.spurnull-magazin.de/thread/28138-elektrotriebwagen-et85-ein-joungtimer-bausatz-von-hübner/


    Teil 2: Elektrotriebwagen ET 85 - Teil 2




    Die Fertigstellung und Auslieferung an die Vitrinen-Sammlung steht kurz vor dem Abschluß. Eigentlich ist alles fertig, muß nur noch zusammengefügt und fotographiert werden. Da beim fertigen Modell nur noch wenig vom Innenleben des Triebwagens und seines Steuerwagens zu sehen ist, soll heute mit dem dritten Teil meiner Bauberichte kurz darauf eingegangen werden.


    Im Bausatz enthalten sind die nötigen Zwischenwände als Alu-Bleche. Sie dienen eigentlich der Queraussteifung des Modells, sind jedoch keinesfalls „Modell tauglich“. Ferner gibt es noch zwei große Beutel mit gegossenen Kunststoffteilen, aus denen die Sitzbänke zusammengeklebt werden konnten. Alle Teile werden in die Bodenplatte eingeklebt, die ebenfalls aus Alu-Blech gebogen ist. Werden die vorhandenen Teile nur wie vorhanden zusammengebaut, dann sieht alles schon sehr lieb- und trostlos aus.


    Also ran an die Arbeit, was wurde gemacht?

    • Alle Sitzbänke bekamen Hut- und Gepäckablagen aus dünnen Polystyrol Streifen. Beim Vorbild waren diese zwar Netze, deren Nachbildung mir in Anbetracht der nur vagen Sichtbarkeit nicht notwendig erschien – es reichen auch die Plättchen.
    • Die Alubleche der Wände wurden mit Polystyrol aufgedoppelt. Darauf wurden dann, entsprechend der Innenansichten des Vorbilds, Deckleisten aus feinen Polystyrol Streifen geklebt. Ebenso wurden die Innentüren nachgebildet.
    • Die Rückwände der Führerstände wurden ebenfalls gestaltet. Da diese bei allen vier Führerständen unterschiedlich sind, habe ich mir etwas künstlerische Freiheit gegönnt und etwas reduziert nachgebildet.
    • Die Inneneinrichtung wurde beschriftet, so wie es an Hand der Werksfotos zu erkennen ist.
    • Als letztes stand noch die Nachbildung der Führerstandstische an. Dabei gestaltete sich die Vorbildrecherche besonders schwierig. Es gibt zwar einige Werksfotos, die jedoch nicht immer klar zuzuordnen sind. Bei den verschiedenen Baulosen waren die Führerstände unterschiedlich. Auch sahen sie beim Steuerwagen anders aus wie beim Triebwagen. Zudem wurden beim Umbau der 50er/60er Jahre nochmals Änderungen vorgenommen. Letztlich habe ich mich entschlossen, alle vier Führerstände gleich zu gestalten und habe dazu Konstruktionen erstellt, die im 3D Druck von mir umgesetzt wurden. Die Teile sind teilweise leicht überdimensioniert, das ist der Verarbeitung der sehr zerbrechlichen Resin-Teile geschuldet.

    Schaut Euch das Innenleben meines ET 85 an, sie wird in Bälde von der Karosserie verdeckt sein und nur die Fotos können dann die inneren Werte noch zeigen.


    Sobald die beiden Fahrzeuge komplett zusammengesetzt sind werde ich Fotos machen und mit Teil 4 meines Bauberichts hier einstellen.


    Grüße aus VAI

    Armin.


    Die Fotoserie beginnt mit der Inneneinrichtung der Fahrgasträume

    Inneneinrichtung%201.jpg


    Inneneinrichtung%202.jpg


    Inneneinrichtung%203.jpg


    Inneneinrichtung%204.jpg


    Inneneinrichtung%205.jpg


    Inneneinrichtung%206.jpg



    Nun folgen noch die Rückwände der Führerstände der Führerstandstisch


    Fuehrerstand%206.jpg


    Fuehrerstand%207.jpg


    Fuehrerstand%201.jpg


    Fuehrerstand%202.jpg

    Fuehrerstand%203.jpg


    Fuehrerstand%204.jpg


    Fuehrerstand%205.jpg