Posts by Armin-Hagen Berberich

    ... nur zur Klärung von Aussagen zu S4:

    Thomas schreibt in #11 " ...habe ich im Auftrag deines Vaters den Wagenkasten neu gezeichnet und aus PS fräsen lassen".

    Bernd schreibt in #12 "... liegen rechts Teile meines ersten Urmodells des T1"


    Das sind für mich unterschiedliche Sachverhalte oder verstehe ich da etwas falsch.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    zu S4: ich dachte zuerst an einen derAxel Hartig Triebwagen. Das sind jedoch 4-achsige Drehgestelltriebwagen und auf dem Foto ist ein 2-achsiges FG zu sehen. Vermutlich handelt es sich um ein Konvolut aus verschiedenen Bausätzen.


    zu S5: ist mir ebenfalls nicht bekannt. Nach dem Ausschlußverfahren handelt es sich nicht um die Platine für eine Henschel Lokomotive von Axel Hartig. Es ist auch keine der Platinen für eine Plettenberg Lokomotive oder eine KAE Lokomotive von Michael Hundt. Von Uwe Ehlebracht ist mir so ein Modell auch nicht bekannt.


    zu S6: hier handelt es sich um einen Plettenberger Personenwagen, der aus einem Platinensatz von Michael Hundt gebaut ist


    zu S7: das Foto sagt so gar nichts. Einzig der Karton des PwPost gehört zu einem Bausatz von Axel Hartig.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    MaBo51, ich verstehe nicht was Du sagen willst. Ich habe geschrieben, daß ein Kleinserienhersteller, zumindest eine Zeit lang, den kompletten Naßschieber mit Mattlack lackiert hat (eindeutige Aussage). Ich habe nicht geschrieben, daß der Modellbauer seine Naßschieber lackieren soll! Was dies für Folgen hat, habe ich ebenfalls beschrieben. Damit habe ich eine Antwort gegeben warum sich Naßschieber nach einer gewissen Zeit zumindest seltsam verhalten können. Dies war eine Antwort auf die Erkenntnis von Matthew, daß er Modelle kennt, bei denen sich Naßschieber nach gewisser Zeit lösen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    hallo Matthew


    in 50 Jahren Modellbau habe ich so manche Erfahrung mit Naßschiebern gemacht. Deine Darstellung zu den Fugen-Rapporten sind vollkommen richtig. Ergänzend möchte ich hinzufügen, daß es bei den Fugenverlusten auf die Tiefe der Fugen ankommt. Bei den meist sehr tiefen Fugen kommt beim Auslegen dieser mit dem Naßschieber sehr viel Verlust und Verzerrung zusammen. Das wirkt sich ohne Zweifel negativ auf das Bild aus. Zuletzt hatte ich dieses Problem bei meinem Bierwagen der Schwanen-Brauerei Vaihingen a.d. Enz Bierwagen Schwanen-Brauerei Vaihingen a.d. Enz . Bei größeren Schriften ist dies normaler Weise kein Problem, bei kleinen Schriften wird es kritisch, wenn z.B. ein schmaler Buchstaben in so eine Ritze fällt. Ganz schlimm wird es, wenn geometrische Formen davon betroffen sind. So ist es z.B. bei dem Bierwagen mit dem sechseckigen Firmenlogo. Ich habe dies so belassen, da es nur bei absolut rechtwinkliger Ansicht auffällt.


    Eine ganz andere Frage ist die Haltbarkeit der Trägerfolien. Ich habe da eindeutig eine positive Erfahrung. Selbst meine H0e Bausätze aus den 70er Jahren sind alle noch exakt beschriftet und zeigen keine Auflösungserscheinungen. Ich habe auch noch Naßschieber aus den 90er Jahren, die immer noch voll funktionsfähig sind. Entscheidend dürfte die Qualität der Folie, des Drucks und der Schutz des Naßschiebers sein. Ein Kleinserienhersteller hat (oder immer noch?) eine Zeit lang den kompletten Naßschieber mit mattem Klarlack lackiert. Das ist m.E. keine gute Lösung! durch die Lackschicht wird die Trägerfolie einseitig von der Aufnahme des Wassers abgeschlossen. Beim Weichmachen kann sich die Folie nur einseitig ausdehnen und bleibt auf der Lackseite starr. Nach dem Aufbringen kann der Weichmacher nicht in die Folie eindringen und sie kann sich deshalb den Formen nicht flexibel anpassen. Ein ähnliches Phänomen tritt bei zu dicken Trägerfolien auf. Ich kann mir vorstellen, daß solche Naßschieber nicht dauerhaft auf den Modellen haften.


    Zu den Problemen des KM1 Kühlwagens kann ich nichts aus eigener Erfahrung sagen. Auf den Fotos im parallelen Ast kann ich zwei Fakten erkennen:


    1. das große Problem entsteht bei den KM1 Wagen an den U-Pofilen des Wagenkastens . Auf den Fotos ist deutlich zu erkennen, wie die Naßschieber gezogen sind und sich freie Hohlkehlen bilden. Auf einem Foto kann man erkennen, daß versucht wurde, die Schrift durch Ansetzen eines Teilbuchstaben zu verlängern um einen Ausgleich zu schaffen (siehe Beitrag 55 - e bei Seefische).


    2. ich meine zu erkennen, daß teilweise Fehlstellen an den U-Profilen durch Farbtupfer ergänzt bzw. repariert wurden (ganz deutlich auch beim e bei Seefische zu erkennen).


    Dies kann man alles machen. Ich mache dies bei meinen Modellen gelegentlich auch. Ob diese Methode jedoch einem High End Produkt gerecht wird, beurteile ich nicht. Für Selbstbauer ist es allgemein die einzige Art und Weise sich zu behelfen, wenn etwas schief gelaufen ist.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    liebe Pufferwagen-Fahrer,


    kürzlich hat Rudi seinen Jaffa Kelsterbacher als Pufferwagen vorgestellt, eine schöne Arbeit RE: 0m Jaffa's Kelsterbacher als Pufferwagen . In der anschließenden Diskussion wurde dann der teilweise dort abgebildete MagicTrain Umbau diskutiert. Um Rudis Baubericht nicht zu durchkreuzen habe ich ein neues Thema aufgemacht.


    Eigentlich soll nur kurz der MT Pufferwagen meines Sohnes gezeigt werden. Freies Vorbild war für ihn ein Pufferwagen der Jagstttalbahn. Das Modell hat er vor über 20 Jahren mit relativ einfachen Mitteln aus einem MT O-Wagen, Kunststoff Platten und Kunststoffprofilen gebaut. Als Schmalspurkupplung kam bei unseren MT Fahrzeugen damals noch die selbst gefertigte Bertram-Kupplung zum Einsatz. Die Radsätze wurden gegen Metallräder (vermutlich Polenräder) getauscht.


    Im Betrieb hat sich gezeigt, daß der Wagen zu wenig Masse hatte. Deshalb wurden die beiden Kästen mit Gewichten gefüllt. Zwischenzeitlich bekam der Wagen noch eine Beschriftungen und Trichterkupplungen aus meinem Gußteileprogramm.


    Neuere und bessere Fotos habe ich leider keine, da das Modell heute in Nürnberg stationiert ist.


    Grüße aus VAI

    Armin.


    Pufferwagen%201x.jpg


    Pufferwagen%202x.jpg

    hallo Karl-Michael,


    Du kannst Dich dort anmelden, es kostet nichts. Wenn Du registriert bist, dann kannst Du alles öffnen. Es gibt dort immer wieder allgemein gültige Beiträge, egal ob Schmal- oder Regelspur. Ich habe mich auch in mehreren Foren angemeldet und lese dort nur mit.


    Ohne zu wissen was Du für eine Ausrüstung hast, mir wäre das Strahlgut zu fein. Du wirst es öfter wechseln müssen, da es sich schnell abnützt und der Zeitaufwand für diese Maschine wird nicht unerheblich sein.


    Grüße qus VAI

    Armin.

    hallo Sandmänner,


    auch wenn es nicht gerne gesehen ist, werde ich jetzt einen Link zum Schmalspur-Treff einstellen. Unter diesem Faden ist dort zum Thema "Sandstrahlen" von mehreren Aktivisten die gesamte Thematik aufgearbeitet worden. Materialien, Gerätschaften, Erfahrungswerte und Nachfragen zu verschiedenen

    Schmalspurtreff


    Grüße aus VAI

    Armin.

    herzlichen Dank für das viele Lob, zu meiner kleinen Plettenbergerin. Ja, ich gebe zu, sie ist schon schön geworden.

    Als nächstes wir der Schlußbericht zu meinem Hübner ET85 kommen, es dauert aber noch. Der liegt jetzt wieder auf der Werkbank um lackiert zu werden. Das wird noch eine besondere Herausforderung werden. Wenn ich an die vielen unterschiedlichen Farbtöne, die Inneneinrichtung und die verschiedenen Zierstreifen denke, dann wir es mir schon ganz schummerig.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    Bericht 8: Finale


    In den beiden letzten Wochen hat das Frühlingswetter mitgespielt. An den Nachmittagen waren die Temperaturen so, daß ich das Modell im Freien sandstrahlen und lackieren konnte. Das war noch einmal eine aufwendige Prozedur. Zwischen den verschiedenen Farbtönen mußten immer wieder entsprechende Partien abgeklebt werden. Ich verwende dazu Tesa Malerkrepp Rot und Gelb. Diese Bänder sind sehr dünn und kleben nicht, sie haften. Das macht sich beim Abziehen bemerkbar. Die Gefahr, daß frischer Lack haften bleibt wird minimiert. Hinzu kommt, daß sich diese Bänder mit einer scharfen Klinge exakt schneiden lassen und scharfe Trennkanten beim Lackieren entstehen.


    Hier die verwendeten RAL Farbentöne.

    Kasten außen mit Wasserkasten 6007

    Kasten innen/unten 7022

    Kasten innen/oben 7032

    Pufferbohlen und 7Tx8012 und 5Tx 3003 gemischt

    Wasserkasten Innenwand

    Dach außen 7022

    Dach innen 1013

    Dachaufsatz Wände 6007

    FG Komplett mit Räder 7Tx8012 und 5Tx 3003 gemischt

    Kessel komplett und 9005

    Innenboden Blech


    Als Klarlack verwende ich seit Jahren Nitro Seidenmattlack von Clou. Damit werden auch mit Humbrol Farben abgesetzte Bauteile grifffest.


    An dieser Stelle noch ein der Hinweis zur farblichen Behandlung der Steuerung. Sie wurde nur Sand gestrahlt und anschließend mit Clou Seidenmattlack lackiert. Dadurch erhält das Neusilberblech diesen stumpfen hellgrauen Ton. Kupfer- und Messingniete bleiben ebenfalls blank.


    Die Henschel Fabrikschilder und die Schildchen des Patentgebers des Heißdampfüberhitzers W.Schmidt sind Naßschieber aus eigener Produktion und wurden auf die zuvor aufgelöteten Blättchen platziert. Die Loknummern sind eine geätzte „5“, die ebenfalls aufgelötet ist und nach der Lackierung blank geschliffen wurde. Auch hier ein schon öfter beschriebener Hinweis: alle Naßschieber-Beschriftungen werden bei mir noch mit einem zweiten leeren Film abgedeckt. Erst dann kommt der Klarlack. Dadurch werden die Beschriftungen absolut grifffest, selbst an Stellen wie hier, an denen die Lokomotive immer angefaßt wird.


    In die Lokomotivlaternen habe ich smd LEDs eingebaut. Dazu wurden in die Rückwand der Laterne und die Wand des Wagenkastens jeweils zwei Bohrungen gesetzt um dünne Isolierschläuche in das Innere zu ziehen. In diese Isolierungen habe ich dann die feinen Litzen eingefädelt. Jede Seite ist mit einem 10K Widerstand abgesichert. Um die Leuchtstärke und den Farbton der LEDs zu reduzieren wurden sie mit weißem Lack überdeckt.


    Nun konnte die Endmontage erfolgen. Schwierigkeiten gab es dabei nicht. Das Gehäuse wurde auf das Fahrgestell geschraubt. Nachdem die Stromabnahme, der Motoranschluß und die Litzen der Beleuchtung mit dem 8-poligen Adapter für den Decoder verbunden waren, konnte die Inneneinrichtung eingebaut werden. Natürlich gab es an ein paar Ecken kleine Lackabplatzungen. Die wurden abgetupft und weiter ging es. Der ESU 4 Decoder wurde über die Rauchkammertüre eingefädelt und fand im Kessel seinen Platz. Die Werkseinstellung des Decoders hat für den Faulhaber Getriebemotor genau gepaßt, das hat Gott sei Dank die Zeit zur Anpassung der CVs eingespart. Zum Schluß wurde das Dach aufgesetzt und an den Stirnwänden jeweils mit einer 0,5 mm Niet gesichert.


    Ach ja, die Plettenberger Lokomotiven wurden damals mit Preßkohlen geheizt. Es gibt ein paar Fotos, auf denen erkennt man, daß die Briketts auch auf dem Kohlekasten gestapelt wurden. Das mußte natürlich auch im Modell nachgebildet werden.


    Die Kupplungen mit dem RAST-Bügel kommen aus meinem Messing-Bauteileprogramm. Sie sind gefedert und seitenbeweglich gelagert um engste Radien befahren zu können. Der runde Pufferteller des Gußteils wurde abgenommen und dafür eine rechteckige Pufferplatte aufgelötet um dem Vorbild zu entsprechen.


    Apropos Zeit, der Zeitaufwand für den Bau des Modells betrug 130 bis 150 Stunden reine Arbeitszeit. Hinzu kommt noch der Aufwand für die vielen Fotos, deren Bearbeitung und die Berichte hier im Forum. Dafür habe ich mindestens noch einmal 30 Stunden benötigt.


    Das war wieder einmal ein Modell, das richtig Spaß gemacht hat, auch wenn sehr viel Eigeninitiative investiert werden mußte. Deshalb möchte ich mich noch einmal bei den Machern der Komponenten für dieses Modell bedanken - Uwe Ehlebracht für die Platine, Wendelin Niehnus für die Frästeile des Antriebs und Detlef Racky/Kalle Stümpfl für den 3D Druck des Kessels.


    Bedanken möchte mich auch bei Wolf D. Groote. Er hat mir mit seinem Wissen und seinen Unterlagen immer wieder geholfen, wenn sich beim Betrachten der Fotos Fragen ergaben.


    Nun schaut Euch die Bilder an. Vielleicht animieren Sie den Einen oder Anderen ebenfalls diese Lokomotive zu bauen und uns hier im Forum davon zu berichten. Mein Modell hat jetzt seinen Platz in der Vitrine eingenommen und wartet neben dem PwPost Nr.11 auf weitere Wagen der Plettenberger Kleinbahn.


    Grüße aus VAI

    Armin.













    Plettenberg%2063.jpg


    Plettenberg%2064.jpg



    Zum Schluß noch ein Bild, wie es vielleicht einmal war. Der Post-Gepäckwagen entstand aus einem kleinen Gehäusebausatz von Oliver Racky der auf ein Fahrgestell aus meinen Messingbauteilen aufgesetzt wurde



    Roland, Gratulation zum Elektrolökli.

    Es wurde ein sehr schönes Modell mit Ms Innenleben. Das Himmelblau gefällt mir ausgesprochen gut, das ist ein schöner Farbtupfer auf jedem Modul. Ich als Epoche II Fan hätte die Griffstangen schwarz gemacht, bei einer Epoche III Darstellung ist Rot absolut glaubwürdig. Vielleicht kann ich das Modell einmal auf einer Ausstellung sehen, zumindest Fotos mit Landschaft wird es bestimmt von Dir geben.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    Unvergessene Bottwartalbahn

    Die Schmalspurbahn Marbach-Beilstein-Heilbronn


    Wolfram Berner und Hansjoachim Knupfer


    GeraMond GmbH, 2022

    ISBN 978-3-96453-295-4



    Vor wenigen Tagen konnte ich das lange bestellte Buch bei meinem Buchhändler abholen. Es entspricht in der Aufmachung den anderen VGB Büchern zur Bahn- und Zeitgeschichte. Im A4 Format verspricht es mit 255 Seiten reichlich Informationen und Kurzweile beim Lesen.


    Bevor ich zum Inhalt komme möchte ich etwas beschreiben, was mit der Arbeit und Leistung der Autoren nichts zu tun hat. Das Buch riecht anders und spürt sich anders an wie meine anderen VGB Bücher. Dies ließ mich sofort vermuten, daß es ein anderes Papier und ein anderer Druck ist. Das Buch zur Plettenberger Kleinbahn ist noch in der Verlagsgruppe Bahn erschienen, die offensichtlich andere Standards bei ihren Produkten anlegte. Das Papier des Bottwartalbuchs ist deutlich rauer und dicker. Die Repros, das Layout und der Druck wurden von anderen Firmen durchgeführt. Das Ergebnis ist im direkten Vergleich deutlich zu erkennen und fällt zu früheren Bücher erkennbar ab. Auf dem rauen Papier werden die Fotos grieseliger. Farbfotos und Reprits haben nicht die gewünschte Brillanz und Strichschärfe, wie man sie von den früheren Büchern kennt. Nur so am Rande bemerkt, das Bottwartalbuch umfaßt 20 Seiten weniger und ist fast 5 mm dicker – soll aber nichts heißen.


    Die Autoren Wolfram Berner und Hansjoachim Knupfer sind weit über den Großraum Stuttgart und Württemberg hinaus bekannt, da sie sich in vielfältiger Weise nicht nur um die Historie der Bahnen in Württemberg kümmern. Sie sind auch in vorderster Front initiativ und aktiv, wenn es sich um aktuelle Bahnpolitik und Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken handelt.


    Der Einstieg in das Buch ist für alle gedacht, die die Bahn nicht mehr persönlich erlebt haben. Das ist mittlerweile vermutlich die Mehrheit der Eisenbahnfreunde. In einer fiktiven Mitfahrt im Zug fährt man von Marbach am Neckar nach Heilbronn. Der geneigte Leser kann sich so ein Wenig in die gute alte Zeit einlesen.


    Im Kapitel zur Chronik der Bottwartalbahn befassen sich die Autoren vom Entstehen bis zum Untergang mit dieser württembergischen Schmalspurbahn. Es ist wohltuend erkennbar, daß sich die Autoren bestens in der Archivarbeit auskennen und so auch teils neue Daten und Bildmaterial hier präsentieren können. In einer von seitherigen Büchern zur Bottwartalbahn nicht bekannten Ausführlichkeit wird dargestellt, welche Interessen die Politik zur jeweiligen Zeit verfolgt hat. Es wird kritisch darauf eingegangen, wir solche Kleinbahnen zum Spielball des politischen Mainstreams und der Wirtschaft werden, sie hatten in der Nachkriegszeit bei der DB eigentlich keine Chance.


    Der Hauptteil des Buches befaßt sich mit den einzelnen Stationen und Betriebsanlagen. Einem kurzen Abschnitt in dem die Einbettung der Schmalspurstrecke in die württembergische Eisenbahn und in die Grundsätze der Bauweisen und Normen aufgezeigt werden, folgt die ausführliche Beschreibung aller Einrichtung entlang der Bahn von Bahnkilometer 0,0 bis 37. Hier wird der besondere Ansatz der Autoren deutlich. Sie wollten nicht nur ein Eisenbahn-Bilderbuch erstellen, sondern die Bedeutung der Schmalspurbahn im ländlich geprägten württembergischen Unterland im heimatgeschichtlichen Kontext zeigen. Man kann nur erahnen, welche Zeit aufgewendet wurde, um die Archive der Gemeinden und Städte auf verwertbare Unterlagen zu durchforsten. Jeder einzelne Bahnhof oder Haltepunkt und jeder Gleisanschluß wird im zeitlichen Abriß mit Fotos aus der alten und neuen Zeit dokumentiert. Texte und Reprints von Flurkarten , Fotos alter Fahrkarten, alte Baupläne aber auch Frachtbriefe von Firmen zeigen, hier hat man in den Archiven und bei noch lebenden Eisenbahneren selbst die hinterste Ecke durchleuchtet. Am Schluß des Kapitels werden alle Stations- und Anschlußgleispläne in übersichtlicher weise dargestellt. Fast hätte ich jetzt noch gesagt, daß jeder Schienennagel erfaßt wurde.


    Das dritte Kapitel befaßt sich mit den Betriebsmitteln, also Lokomotiven und Wagen der Bottwartalbahn. Ich muß zugeben, daß ich hier jetzt stark befangen bin. Als Modellbahner und Modellbauer hauptsächlich württembergischer Schmalspurfahrzeuge befasse ich mich schon seit mehr als 40 Jahren mit diesen Fahrzeugen. Das läßt den Schluß zu, daß es mir eigentlich nicht recht gemacht werden kann. Deshalb gebe ich an dieser Stelle keine Wertung ab schildere und nur das Dargestellte. Es beginnt mit der Entwicklung der württembergischen Schmalspur von Klose bis Kessler von der Meterspur zur 750 mm Spur. Alle Lokomotiven und Wagen, sowie Spezialwagen werden beschrieben. Teilweise Systemskizzen und Zeichnungen, Reprints aus dem Betriebsmittelbuch der Direktion Stuttgart und Tabellen mit Nummern, Jahreszahlen und Gewichts- und Maßangaben runden das Kapitel ab.


    Im letzten Abschnitt werden die letzten verbliebenen Fahrzeuge gezeigt und die Leistung der Bahn während ihrer Betriebszeit dargestellt. Dann wird noch ein Ausblick gegeben, wenn das Herzensanliegen der Autoren, die „Tramtrain Bottwartalbahn“ entstehen könnte.


    Wenn ich eine kleine Kriktik anbringe, dann diese: Die Autoren haben zu viel Material gesammelt um alles in einem Buch zusammen zu fassen. Vielleicht wäre das noch besser gelungen, wenn ein paar Fotos weniger abgebildet und dafür ein paar andere in größerem Format gezeigt worden wären. Das ist jedoch mein ganz persönlicher Geschmack, der von der Bauhaus Ideologie der klaren Formen, des Verzichts auf Schnörkel und die Reduktion auf Wichtiges geprägt ist.


    Alles in Allem ein rundum gelungenes Buch, in dem das Thema einer Bahnstrecke weiter gefaßt ist, wie nur die Beschreibung der technischen Gegebenheiten und der Fahrzeuge. Die heimatgeschichtliche und politische Einbettung der Bottwartalbahn im württembergischen Unterland läßt auch „Reingschmeckte“ dem Charme dieser leider untergegangenen Bahn verfallen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    alle Hausmittel haben ein Für und Wider. ich wende auch oft das von Oliver angesagte Schaumbad mit Spülmittel und Pinsel an. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, daß keine Hand pflegende Zusätze enthalten sind. Diese hinterlassen oft auch schmierige Rückstände. Z.B. kann auf derart gereinigten Flächen kein Lack aufgetragen werden, da die Haftung gegen Null geht.


    Andere Idee: hat von Euch zufällig jemand einen Bildschirmreiniger zur Hand? Für Bildschirme soll das ja gut sein. Fettige Fingerabdrücke sollen restlos entfernt werden, greifen diese Sprays aber Lacke an?


    Grüße aus VAI

    Armin.

    guten Morgen Norbert,


    danke für das Zeigen des Eifelers. Es ist ein Beispiel, wie Denkmalschutz aussehe kann, auch wenn das Gebäude für nichts mehr benötigt oder genutzt wird.


    Ich beobachte in den letzten 20/30 Jahren (auch von Berufs wegen) daß der Denkmalschutz bei Gebäuden nur dann hoch gehalten wird, wenn man sich Gewinn ausrechnet und kräftig Fördermittel fließen. Oftmals geht das aber in die Hose, kleines Beispiel gefällig? Teilabriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs - mit den damaligen Zahlen erhoffte man sich Gewinne mit den heutigen Zahlen ist es nur noch ein Ärgernis für uns alle Steuerzahler.


    Grüße aus VAI

    Armin

    hallo Micha,


    ja, es ist schon schön wenn die Modelle in blankem Messing vor einem stehen. Als ich in den 60ern ins Gymnasium ging und in den 70ern zum Studium täglich in Stuttgart unterwegs war, da habe ich mindestens zwei Mal in der Woche bei Eisenbahn-Schüler vorbei geschaut. Das war damals noch ein Ladengeschäft mit Fachpersonal, eigener Werkstätte und Kleinserien sowie Bauteilen und Halbwaren aller Art im Angebot, nicht nur Prospektwarenverkauf der großen Hersteller.


    Ich erinnere mich gut an die hintere Ecke des Geschäfts, da gab es eine Vitrine mit Sammlerstücken des Ladenbesitzers. Es waren für mein damaliges Empfinden unbezahlbare Schätze. Mindestens 30 oder 40 amerikanische Dampflokomotiven aller Größen reihten sich dort hintereinander, alles in Messing pur, ohne einen Farbtupfer, golden im Scheinwerfer Licht glänzend. Das hatte etwas für sich.


    Für meine bescheidenen Vitrinenstücke eignet ich das nicht. Der Schwerpunkt liegt auf den Schmalspurfahrzeugen und diese gehören zu unterschiedlichen deutschen Bahngesellschaften. Da ich meine Modelle in der Regel den späten 20er bzw. den frühen 30er Jahren zuordne, kommt damit ein charakteristisches Bild zusammen, das nur durch die entsprechende Farbgebung zustande kommt. Mit den Farben der modernen DBAG wäre dies nicht zu erreichen.


    Zur Farbe kann ich im Moment nur soviel sagen, daß ich mich dabei wieder auf die einschlägige Literatur verlasse. Das bedeutet, daß es eine Kombination aus Grün, Schwarz, Braunrot, Grau, und Hellelfenbein geben wird. Genaue Angaben dazu werde ich dann im Bericht 8 machen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

    Bericht 7: ein letzter Blick ..... auf Messing


    Das Modell ist fix und fertig montiert und kann nun lackiert werden. Noch ein paar schnelle Fotos mit den allerletzten Details und dann wird alles wieder in Einzelteile zerlegt. Die Steuerung wurde bereits abgenommen.


    Was wurde noch alles ergänzt? Es fehlten noch die Schleifer für den Kontakt mit den Rädern. Dieses Mal konnte ich nicht wie gewohnt Bronceblechstreifen einbauen, da zwischen den Rahmenblechen und den Rädern nicht genügend Freiraum ist. Als Alternative boten sich 0,5mm Broncedrähte an, die auf die Pertinax-Platte gelötetsind. Eigentlich gefallen mir Federdrähte nicht, es gab jedoch keine funktionssichere Alternative.


    Dann mußte noch das Dach aufgebaut werden. Mit dem vorgebogenen Blech des Bausatzes wurde ich nicht glücklich. Die Aussparungen für den Dachaufsatz und den Schornstein sind bereits geätzt. Dies war vermutlich auch der Grund, daß die Wölbung nicht gleichmäßig geformt war und nicht paßte. Das Dachblech habe ich ohne die Durchbrüche neu geschnitten und gebogen. Erst dann wurden die Öffnungen eingearbeitet. Nun konnten die Spanten angelötet werden. Neben dem Dachaufbau ergänzen die Pfeife und die Glocke aus meinen Bauteileprogramm die Dachbestückung. Als Funkenfänger enthält der Bausatz Ätzteile, die gebogen und zusammengelötet werden müssen. Das Resultat war nicht zufriedenstellend, deshalb habe ich ein kleines Drehteil gefertigt, das bei der Endmontage in den Schornstein eingesteckt werden kann. Das Funkengitter ist auf den Fotos noch nicht befestigt.


    Schließlich waren noch die letzten Details an den Stirnseiten zu montieren. Die Vorderseite ist relativ einfach. Auch hier konnte ich auf mein Bauteileprogramm zurückgreifen. Der Saugluft-Bremsschlauch und der Anschluß für die Dampfheizung konnten fast an der Stelle des Vorbilds angesetzt werden und engen die seitliche Bewegung der Kupplung nicht ein. Die Laternen werden wie beim Vorbild in Halter eingesteckt. Sie sind noch nicht befestigt, da sie nach der Lackierung zuerst noch mit smd LEDs ausgestattet und verkabelt werden müssen.


    Die Detaillierung der Kohlekastenrückwand war etwas aufwendiger. Alle Teile mußten an die schräge Rückwand angepaßt werden. Der Saugluftbremsschlauch konnte nicht wie beim Original in der Mitte angeordnet werde, da die Kupplung sonst nicht mehr bedient werden kann. Dieser Kompromiß ist zu verschmerzen.


    Wie schon kurz angesprochen verwende ich meine Messing Kupplungen mit RAST-Bügel. Da die Fahrzeuge der Plettenberger Kleinbahn große rechteckige Pufferteller hatten, mußten die Gußteile entsprechend modifiziert werden. Dazu wurden die runden Pufferteller bis zu den Befestigungswinkeln verkleinert und anschließend konnten die rechteckigen Ätzteil aufgelötet werden.


    Jetzt ein letzter Blick auf das Messing-Modell, sobald das Wetter mitspielt wird lackiert.


    Grüße aus VAI

    Armin.







    Bericht 6: Kessel und Innenraume


    Vor zwei Wochen konnte ich hier die fertige Steuerung der Plettenberger Nr.5.2 zeigen. Zwei Wochen, die nicht tatenlos vorbei gegangen sind. Der nächste Arbeitsschritt galt dem Inneren der Kastenlokomotive. Neben dem Kessel mit seiner Detaillierung gibt es noch weitere Details, die angefertigt werden mußten.


    Zunächst wurde wieder zum Vorbild recherchiert. Das war nicht sehr erfolgreich, da es vermutlich keine Fotos vom Innenraum der Lokomotive Nr.5.2 gibt. Wieder einmal konnte mir Wolf Dietrich Groote mit Unterlagen aus seinem Archiv weiterhelfen. Anhand des HENSCHEL Werkplans konnte die Einrichtung nachvollzogen werden. Zur Bestückung des Kessels habe ich dann Fotos aus dem Netz von der DEV Museumslokomotive und Fotos des Modells der Modell-Manufaktur-Weber genutzt. Mit dieser Vorgehensweise versuche ich ein möglichst stimmiges Gesamtbild des Modells zu erreichen. Es ist jedoch klar, daß wieder viel Phantasie im Spiel ist und Einiges mit dem Original nicht übereinstimmt.


    Zum Modellbau: Die Inneneinrichtung ist auf einem eigenen Zwischenboden aus 0,5 mm Polystyrol aufgebaut. Auf diesem werden die Riffelbleche sowie der Holzboden aufgeklebt. Das 3D Druckteil des Kessels wird von unten mit dem Kunststoffboden verschraubt. So kann die komplette Inneneinrichtung nach der Lackierung bei der Endmontage eingesetzt werden.


    Wie bereits in einem vorigen Beitrag geschrieben, ist der gedruckte Kessel ca 7 mm zu lang. Ich habe ihn im Bereich der Feuerbüchse aufgesägt und entsprechend gekürzt. Auf den Fotos ist zu erkennen, wie ich den Kessel dann bestückt habe. Die Rauchkammertüre wird mit zwei kleinen M1 Sechskant angeschraubt. So kann ich im Kessel später den Decoder einschieben.


    Etwas zu den gedruckten Kunststoffteilen, die angesetzt werden müssen. Die Teile haben eine hohe Präzision und sind erstklassig hergestellt. Allerdings sind sie so filigran, daß mir bei der Bearbeitung einiges zu Bruch ging. Es gibt an allen Teilen auch Körnungen für die Bohrungen um Leitungen einzustecken. Einige der Teile sind mir beim Bohren oder beim Einstecken der Drähte gebrochen. Ich habe deshalb die Teile mit Messing-Gußteilen modifiziert bzw. fehlende Detail komplett selbst gebaut.


    Sicher wird nicht jeder mit der Bestückung des Kessels so weit gehen wie ich. Davon rate ich weniger geübten Bastlern auch ab. Er sollte sich reduzieren und nur die nötigsten Leitungen verlegen. Der Frust wird sonst vielleicht zu groß.


    Die beiden Einfüllstutzen vorne neben der Rauchkammer sind selbst gefertigte Drehteile. Der innere Kohlekasten, hinten auf der Heizerseite, wurde aus Polystyrol gebaut. Seine Abmessungen sind aus dem Plan entnommen. Bremshebel und Umlenkhebel entsprechen nicht ganz dem Original. Ich habe es mir einfach gemacht und entsprechende Teile aus meinem Gußteileprogramm genommen – wie gesagt viel Phantasie ist immer wieder gefragt.


    Ich könnte jetzt noch viele Hinweise zum meinem Bau der Inneneinrichtung geben, das würde aber den Baubericht sprengen. Vielleicht noch diese Info– für den Bau der Inneneirichtung habe ich 2 Wochen benötigt, das sind 25 bis 30 Stunden echte Arbeitszeit.


    Nun viel Spaß beim Anschauen der Bilder. Ich werde mich nächste Woche an die Montage des Daches machen. Dann ist auch das Ende der Bauarbeiten in Sicht. Ein besonderes Thema wird noch die Lackierung werden.


    Grüße aus VAI

    Armin.



    Plettenberg%2036.jpg


    Plettenberg%2037.jpg


    Plettenberg%2038.jpg


    Plettenberg%2039.jpg


    Plettenberg%2040.jpg


    Plettenberg%2041.jpg


    Plettenberg%2042.jpg


    Plettenberg%2043.jpg


    Plettenberg%2044.jpg


    Plettenberg%2045.jpg


    Plettenberg%2046.jpg


    "Ralf der Teufelskerl schlägt wieder zu, dieses mal auf schmaler Spur."

    So oder so ähnlich würde die "Schmalspur-Zeitung" mit den großen Lettern und dem kleinen Inhalt einen Bericht zu Deiner Schmalspur-Gleisbaustopfmaschine überschreiben. Da hast Du wieder eine einmalige Geschichte geschrieben oder besser gesagt gebaut. Hut ab.


    Grüße aus VAI

    Armin.