Posts by volkerbahn

    hallo Leute,


    der ziemlich ausufende threat der v200 mit der falschen Nummer hat mich dazu veranlasst, hier mal eine Diskussion anzufangen, wie historisch genau denn so eine Modellbahn sein muss.
    ist die korrekte Nummer auf einer Lok ein Qualitätsmerkmal? ist deren fehlen ein Qualitätsverlust, den es den Betrachter unbedingt veranlassen muss "sich abzuwenden"?
    und Spinnen wir das weiter: wenn denn die Lok historisch genau sein muss, wie ist es dann mit den bahnanlagen? kann ich den so eine Lok wirklich allen ernste auf einer Bahnstrecke fahren lassen, die gar kein Vorbild hat? und sollte ich den vorbildlich richtigen Bahnhof bauen, was muss denn dann vorbildlich richtig sein? der gleisplan? das empfangsgebaüde? lokschuppen, Stellwerk? kann ich bei den Lagerschuppen denn schon kreativ sein oder erst beiden Villen der bahnhofstrstraße oder auch da nicht?


    ich habe bei dem Thema eine ganz klare Meinung und die lautet: seit kreativ!!!! Modellbahn ist nicht die Wirklichkeit und wird es auch nie sein. in unserem fall ist sie auf alle fälle 45 mal zu klein.
    und Modellbahn hat andere Gesetzmäßigkeiten als die Wirklichkeit. sie ist mehr wie ein Bild, dass ich an die wand hänge. von einem Gemälde erwarte ich nicht, dass es historisch genau ist, es braucht mir nur zu gefallen, warum brauche ich das bei der modelleisenbahn. oder vielleicht wie ein guter film. ist "schindlers liste" als film voll daneben, weil ein falsche Gewehr drin vorkommt. sind die "james bond" filme kacke, weil die Aktion völlig unrealistisch ist?


    viele Modellbahnen spielen in der Vergangenheit. vielleicht den 50er Jahren oder den 60ern oder den 30ern. aber was wird denn jetzt abgebildet? die fünfziger Jahre aus der eigenen Erinnerung (60 Jahre her, mich gab es damals noch nicht) wie stark kann ich mich auf die eigene Erinnerung verlassen? die fünfziger Jahre aus den alten filmen? oder das was uns neuere filme als 50er Jahre verkaufen?
    schon da wird man feststellen, dass je nachdem was man will, was völlig verschiedenes bei rauskommt. und nix davon hat mit den "echten 50er Jahren" zutun sondern ist immer eine reflexion durch den Erbauer und den Betrachter.


    modellbahn soll das Vorbild nachempfinden, aber wie stark lassen wir uns vom Vorbild diktieren? wieviel eigene Kreativität lassen wir mit einfließen. wie stark lassen wir die eigen Sicht auf die dinge zu. wie stark spielen wir "Gott" auf der Modellbahn und verändern die geschichtlichen abläufe, lassen das nebenbahnsterben mal so eben ausfallen, das frühzeitige verschrotten der lieblinglok etc...?


    ich bin gespannt auf eure Meinung.
    volker

    Quote

    ich möchte es mal vorsichtig so ausdrücken. Mit Lenz R1 und Schraubenkupplung könntest Du evtl. Probleme bekommen... . Informiere dich mal im Forum.

    die Betonung liegt hier aber eindeutig auf "könnte". ich nutze die gefederte schraubenkupplung von osm, aber ich denke bei der lenzen ist es nicht anders. die kurzen wagen g10, o10, om12 kesselwagen kommen ohne Probleme durch den r1 Halbkreis. man fährt dann nicht mehr Puffer an Puffer, aber das ist dann eher Kosmetik. problematisch sind fast nur s-kurven wegen überpufferung, aber die bekommt man bei der fläche eh nicht unter. wenn du hier im forum fragst, sagen 5 dass das auf keinen fall geht, und 5 sagen es geht doch, man muss nur ein Auge zudrücken. ich würde es ausprobieren.
    meint jedenfalls volker

    moin uwe,
    auch wenn du es nicht wissen willst (was ich ja irgendwie auch nachvollziehen kann, vielleicht aber andere), ist der begriff "Lenz-standard" doch nur entstanden, um nicht immer wieder von neuem aufzuzählen, was man an einer Lok so haben möchte, und was nicht. um klar zu machen, das ripoli für die meisten nicht mehr reicht, dass sowohl eine funktionierende spielkupplung als auch die schraubenkupplung problemlos anzubringen ist, dass die rolleigenschaften ein befriedigend deutlich übersteigen sollen usw. aber auch um die andere Richtung abzugrenzen: Lenz-standard ist nicht 0-pur, hat eben keine maßstäblichen Räder, die materialdicken sind es auch nicht, bei der Gestaltung der Innenräume sind abstriche zu machen etc. um genau den Sachverhalt klar zu machen, was will ich unbedingt, was wäre mir den Mehrpreis nicht wert, kann ich auf ein wort reduzieren: "Lenz-standard", was nichts anderes heißt wie "so wie Lenz".
    das heißt doch nicht, dass es daneben nicht noch andere spannende dinge gibt, für so manchen ist 0-pur halt deutlich spannender, oder dampf-erzeuger, oder sogar echt-dampf/diesel oder, oder oder.


    und Matthias,
    ich bin es langsam auch leid, immer wieder mich rechtfertigen zu müssen, weil ich nicht den wert einer limousine in meine Modelleisenbahn stecken möchte, sondern nur den wert eines klein- oder Mittelklassewagens und mir dabei ständig einer vorhält, ich wäre geizig und mir wäre Qualität egal. aber ich lasse es jetzt auch damit bewenden.


    volker

    hallo Matthias,


    natürlich gibt es den "Lenz-standard". weil es einfach schneller geht, "Lenz-standard" zu schreiben, als "ich will ein Modell, dass eine funktionierende hakenkupplung hat, voll digital, mit sound, mit fernsteuerbarer Kupplung, metallrädern und weitgehend alle relevanten Detail mit freistehenden griffen usw....".
    aber es gibt auch den "petau-standard" oder den "kiss-standard" oder "ripoli" ist auch ein standard.
    was man am ende jetzt gut findet, ist doch jedem selbst überlassen.
    dass die breite masse mit ripoli nicht zufrieden ist, und z.b petau-bausätze zu kompliziert und irgendwie auch zu überkandidelt findet (und zu teuer), und Lenz mit seinen vorgaben gerade den nerv trifft,
    kann doch eigentlich keinen verwundern.
    meint jedenfalls volker

    hallo Matthias
    da wir hier schon off-topic sind, verstehe ich nicht, was du uns hier eigentlich sagen willst.


    es ist doch wohl unbestritten, dass manche dinge bei jedem Lenz-model gleich sind. dazu gehören natürlich die fallhaken kupplung, die Kunststoff-aufbauten, bestimmte material-dicken, eine bestimmte detailierung, die konsequente Digitalisierung. und wenn was immer gleich ist, nennt man das in unserem Sprachgebrauch standards. nun ist es so das sich andere dazugesellen können (wie brawa das tut) oder eben nicht. eine qualitative aussage ist dadurch nicht getroffen, nur die Gewissheit, das etwas zusammenpasst.


    und ja, der preis kann auch ein standard sein. aber es geht hier nicht um preis, sondern um preis-leistung. es kann doch allen ernstes keiner behaupten Lenz wäre billig. wenn ich irgendeinen nicht Modellbahn-infizierten erkläre, ne Lok kostet 750,- euro und das ist richtig günstig, zeigt mir doch nen Vogel. und mal ehrlich wie vielgrößer ist der Modellbahnspiel wert mit ner messinglok, die dreimal soviel kostet? dreimal so hoch?


    mag sein, dass man in der spur 1 schon so abgestumpft ist, dass man nicht mehr merkt, was man da treibt. und mag sein, dass du dich da wohler fühlst. aber ich bin richtig glücklich, dass in der spur 0 noch darüber diskutiert wird, ob die preise wirklich noch einen glücksgefühlfördernden Mehrwert haben.
    denn da kann man ganz sicher unterschiedlicher Meinung sein.
    meint jedenfalls volker

    den weichenstellhebel von einem servo mitnehmenzulassen ist technisch eigentlich nicht möglich, weil der stellweg fast doppelt so groß ist. schaut man sich so einen sellhebel in natura an, so stellt man fest, dass derhandhebel nicht direkt mit der stellstange verbunden ist, sondern beweglich auf eine art dreistern wirkt, der dann die stellstange bewegt. dadurch übt das stellgewicht zur zeit, wenn es oben praktisch kein Gewicht hat, auch keinen druck auf die stellstange aus, sondern nur in der jeweiligen Abwärtsbewegung, wenn das Gewicht auch richtig Hebel hat.
    will mann das ganze umdrehen, muss man das stellgewicht über den Berg kriegen, ohne dafür stellweg zu haben. dazu bräuchte man quasi eine Übersetzung, sprich einen Hebel, der den stellweg vergrößert und den Leerlauf des stellgewichtes ausgleicht. der Stellstange müsste dann jedoch direkt auf den Stellhebel wirken. und die Laterne müsste auf den längeren stellweg abgestimmt sein.
    da alle mir bekannte Stellhebel dem original nachempfunden sind und dazu dienen die weiche per hand zustellen und eben diesen Leerlauf haben, müsste man was völlig neues konstruieren. umbau scheidet meiner Meinung nach aus.
    meint jedenfalls volker

    ich nehme die osm-kupplung. die kostet zwar zusätzlich, hat aber den in meinen Augen am besten ausgeformten haken (noch besser als die schnellenkampsche Kupplung) und den preis finde ich vertretbar. damit die Kupplung mit der Feder reinpasst, muss allerdings mit einem seitenschneider die kupplungskulisse entfernt werden.
    tschüß volker

    hallo Andreas,
    als Schöpfer dieses Unikats freue ich mich natürlich, dass dir die köf viel Freude bereitet, und ich finde es natürlich auch schön, sie hier vorgestellt zu sehen. der gas-generator hat übrigens sein Vorbild bei den in den achtzigern von brawa vertriebenen köfs mit gasgenerator, das ganze mangels vorbildinformation sehr frei umgesetzt. noch viel Freude mit dem Schätzchen.
    tschüs volker

    moin,
    was hintergrund alles bewirken kann, zeigt diese wirklich sehenswerte 0n30 anlage aus Schweden:


    http://www.facebook.com/pages/…e-RR-page/127409483958090



    es lohnt sich, mal dursch die Bilder zu klicken, nicht nur in Sachen Hintergrund, aber da besonders. wie die unterschiedlichen Wolkenformationen eingefangen sind, ist schon beeindruckend. auch interessant ist die Lösung des Überganges zur eigentlichen anlage. da kann man viel abschauen.


    meint jedenfalls volker

    man sollte sich immer klar machen, das eine Modellbahn nicht einfach nur das Vorbild 45 mal kleiner ist.
    jedenfalls mir ist wichtig, dass die athmosphere rüberkommt. wenn ich alles akribisch maßstäblich verkleinere, ist davon aber kaum mehr was da.
    drum meine ich, dass man das, was ich beim Vorbild sehe, auch beim Modell sehen sollte, auch wenn ich es maßstäblich garnicht sehen würde, wie lackkratzer, dreck, kleine beulen etc. die müssen so übertrieben dargestellt werden, dass sie die ähnliche Aufmerksamkeit erregen, wie diese details im original. sogar noch mehr. auf einem Bahnhof haben wir nicht nur visuelle eindrücke. wir hören den Motorenlärm, wir riechen Dieselöl oder verbrannte kohlen und zu guterletzt haben wir auch noch gerade in den schmeer auf einem Puffer gepackt. all diese eindrücke muss die Modellbahn rein visuell wuppen. und das geht nur durch Übertreibung.


    meint jedenfalls volker