Frage zu Fährbootwagen

  • Moin zusammen,


    vielleicht kann mir hier im Forum geholfen werden. Ich baue zur Zeit an 2 Fährbootwagen, dem Rbmms 55 / Lfs-t 569 und dem Gbmhs 51 / Hfrs 312.


    Die Wagen hatten neben der KE-GP bzw. Hik-GP für den Einsatz in Großbritannien auch eine Handhebelbremse und eine Vakuumbremsleitung. Zur Nachbildung dieser speziellen Bremseinrichtungen fehlen mir genaue Unterlagen und auch im Netz habe ich nichts gefunden. Mir ist die Funktionsweise zwar bekannt, aber bei den Leitungsführungen und der Bremsgestängeanordnung zusätzlich zur KE-GP bzw. Hik-GP unter den Wagen bin ich unsicher.


    Hat jemand Bilder oder Zeichnungen dazu?


    Grüße
    Eckhard

  • Hallo Frank,


    allergrößten Dank für den Link, das ist 0-Modellbau vom Allerfeinsten, auch wenn es "nur" ein Bausatz ist!


    Interessant für mich ist die Mechanik der Rangierer-Handhebelbremse, das kannte ich noch nicht so genau.


    Allerdings weicht die Bauweise an den 2 deutschen Wagen doch etwas davon ab, wie man auf Fotos von der Wagenseite sehen kann (z.b. auch im Carstens). Aber mit den Bildern vom Tankwagen lässt sich das schon etwas genauer recherchieren.


    Problem für mich ist nach wie vor, dass auf jeden Fall der Gbmhs 51 im Vakuumbremsteil nur als Leitungswagen gebaut war aber trotzdem 1 Bremszylinder (wie die 2 beim Tankwagen) hatte und dazu noch einen sehr großen Luftbehälter (bzw. Vakuumbehälter). Diese 2 Bauteile müssten demzufolge doch zur Rangierer-Handhebelbremse gehören, was ich aber bisher nicht geglaubt hätte. Diese 2 Bauteile habe ich auf Fotos vom Rbmms 55 auch nie sehen können. Könnte es sein, dass die Beschreibung im Carstens etwas ungenau ist und der Gbmhs 51 doch auch im Vakuumteil gebremst war?


    Außerdem ist mir nicht ganz klar, wie das Zusammenspiel der Bremsmechanik bei 2 unterschiedlichen Bremssystemen (Vakuum- und Druckluftbremse) in diesem Fall konstruiert wäre.


    Viele Grüße
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    ein interessantes Thema, leider auch für mich ziemlich neu, bzw. noch nicht damit beschäftigt.


    Aber zum zusammenwirken zweier aktoren auf die Bremsmechanik:


    Ich sehe da nur zwei Möglichkeiten:
    Entweder es gibt eine Art mechanisches "Oder", so dass beide systeme unabhängig voneinander auf die Mechanik wirken können - stelle ich mir schwierig und Fehleranfällig vor -
    oder beim Umschalten zwischen den Systemen wir das Andere automatisch wirkungslos und frei beweglich gestellt. Damit Bewegt dann das aktive System über seinen Aktor (Bremszylinder) den anderen Aktor mit, der ja drucklos und frei beweglich ist.


    Das zweite scheint mir über ein Mehrfachventil eindeutig einfacher zu sein. Aber das ist nur meine Idee zur Mechanik


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Eckhard,
    Gestern bekam ich von einem Güterwagen-Spezialisten aus Holland einen Link nach einem
    Bericht auf drehscheibe-online. Zwei dieser Wagen standen 2013 noch bei einem Bauernhofcafe in Recke-Espel (Strot-Bücker Bauernhof-Cafe am Mühlenbach). Ob die noch immer da sind weiss ich nicht. Vielleicht hilft dir das weiter.
    Mit freundlichen Grüßen aus Holland,
    Frank

  • Hallo Frank, Karl Heinz,


    die Bilder von den Wagen auf dem Bauernhof kenne ich. Leider haben diese Wagen keine Vakuumbremse, nur die Druckluft- und Handhebelbremse und keinen Bremszylinder und Vakuumbehälter. Und der Link auf die englische Seite ist mir auch bekannt. Trotzdem vielen Dank für Eure Hilfe.


    Das Problem für mich ist, dass ich zwar weiß, wie die Druckluftbremsen, Vakuumluftbremsen und Handhebelbremsen jede für sich funktionieren, aber nicht weiß, wie alle 3 mechanisch auf die Bremsgestänge zusammenwirken.


    Wie dem auch sei, an den beiden jetzt fertigen Fährbootwagen habe ich alles das nachgebaut, was ich sicher weiß. Das was ich nicht weiß, habe ich vorerst weggelassen. Wenn ich irgendwann mal schlauer bin, werde ich das nachrüsten können.


    Anbei das Foto vom Originalwagen von Klaus Heidt mit Handhebelbremse, Vakuumbremszylinder und Vakuumbehälter. Vielleicht fällt einem Leser hier dazu doch etwas ein.



    Viele Grüße
    Eckhard

  • Hallo,


    ich meine, im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen steht ein Fährbootwagen. Also, wenn man mal in der Gegend ist... Auch sonst ein lohnendes Ausflugsziel!


    Wenn man nur wegen des Fährbootwagens hinfahren würde lohnt sich ein kurzer Anruf, die Leute dort geben bereitwillig Auskunft, in welchem Zustand sich die Exponate befinden. Ich hatte mal eine ähnliche Anfrage und mir wurde bedeutet, dass das entsprechende Fahrzeug aktuell komplett zerlegt sei.


    Herzliche Grüße


    Kallisto

  • Hallo Eckhard,
    im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen stehen zur Zeit 2 Fährbootwagen (laut Internetseite).
    Im Museumsführer vom Mai 2002 ist noch ein weiterer aufgeführt und abgebildet - 180 104, Gattung Gfh - Handbremsstand, langer Handbremshebel, keine Luftschläuche und -kessel zu erkennen, sieht insgesamt sehr ramponiert aus - Teile von Dach und Seitenwand fehlen;
    vom Wagen 21 80 579 5083-2 Tcefs 845 erkennt man auf dem Foto (Seitenansicht) den lange Bremshebel, einen sehr grossen Kessel (Luft, Vakuum?) und einen kleinen auf der anderen Wagenseite. Dieser Wagen ist auf der aktuellen Liste aufgeführt.
    Wenn es für Dich hilfreich ist, könnte ich am WE Fotos von diesem oder dem anderen machen und schicken.
    (Am 18.10. gibt es eine Ausstellung von Modell-Dampfmaschinen und Möglichkeit zu einer Führerstandsmitfahrt auf einer Dampflok)
    Viele Grüße Ernst

  • hallo Ernst,


    das wäre nicht nur hilfreich, das wäre ganz toll, wenn Du am Wochenende ein paar ganz viele ;) Fotos von der Wagenunterseite des Tcefs 845 machen würdest. :thumbup: Der Gfh interessiert bremstechnisch hingegen gar nicht.


    Ich vermute mittlerweile, dass alle der vielen bisher beäugten Gbmhs 51 vakuumseitig nie gebremst waren oder wahrscheinlicher die Vakuumbremse später ausgebaut wurde. Wenn der Wagen wie Du sagst 2 Kessel bzw. Behälter hat, dann ist der große von der Vakuumbremse und der kleine von der Druckluftbremse. Es wäre der Hit, wenn dann auch noch alle Leitungen und Bremsgestängeteile dran sein sollten. Und die Unterschiede zwischen dem Gbmhs 51 und dem Tcefs 845 sind bremstechnisch marginal.


    Herzlichen Dank im Voraus, freue mich über jedes Bild von Dir!


    PS: wenn an dem Wagen die Vakuumbremse auch fehlt bzw ausgebaut wurde, dann lass ich mein Modell auch in seinem jetzigen Zustand - ist ja wohl absolut vorbildgerecht :D


    Viele Grüße
    Eckhard

  • Moin zusammen und ganz besonders Ernst,


    Ernst :thumbup: hat nun dankenswerterweise ganz viele Bilder vom Bremsbauartgleichen Tcefs 845 gemacht und mir zugeschickt. Das Ergebnis seiner Bemühungen möchte ich Euch nicht vorenthalten.


    Allerdings ist mir nicht klar, ob die Vakuumbremse an diesem Tcefs 845 so tatsächlich im
    Ursprungszustand ist - sie erscheint mir recht primitiv. es sind jedoch keine Merkmale eines späteren Rückbaus zu erkennen. Also gehe ich davon aus, dass es so war.


    Die Vakuumbremse mit ihrem Vakuumbehälter und Bremszylinder wirkt auf die große Welle der Handhebelbremse quer in Wagenmitte. Vakuumbremse und Handhebelbremse wirken
    zusammen über nur eine Stange und nur auf das Bremsgestänge an einer
    Achse. Der jeweils nicht benutzte Bremszylinder (Druckluftbremse oder Vakuumbremse) wird ausgeschaltet und seine Kolbenstange wird über das Bremsgestänge dann mit bewegt. Dies ist auf dem einen Foto an den 2
    Lösezügen zu erkennen, die dieser Wagen besitzt.


    Im Modell müsste ich nur 1 Ms-Draht und 1 Hebel
    nachrüsten, kann ich fast nicht glauben... :D


    Die Einbindung der Fotos hat mir Ernst freundlicherweise erlaubt.






    Bilder vom Modell demnächst an anderer Stelle.


    Grüße
    Eckhard

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!