[Regelspur] Gleisbau light – einfaches Gleis

  • 2 Hilfsmittel habe ich mir für den Gleisbau mit Pertinaxschwellen angefertigt. Eine Schablone und Spurlehren.


    Die Spurlehren habe ich aus einem Rest Aluminium- oder Messing-Profil angefertigt. Maße angerissen und mit Trennscheibe frei Hand ausgeschnitten.
    Ein Fehlversuch mit leichter Überweite dient jetzt als Spurlehre für die Kurven (NEM).


    Bedingt durch die unterschiedlichen Schienenkopfbreiten der von mir verarbeiteten Profile (3,5 mm O-Scale/Demko, 2,7 mm Rivarossi, 2,5 mm Tillig) gibt
    es mehrere Ausführungen der Spurlehren.


    Die selbstgefertigte Schablone zum Löten der Gleise. Ein einfaches Holzbrett mit einigen Anschlägen aus den bekannten Rührstäbchen einer nicht ganz unbekannten Fast F0od-Kette. Darauf eine der Spurlehren.


    Ich verwende die Schablone sowohl für normale Streckengleise (3,5 mm Profil, normale Schwellenlänge, normaler Schwellenabstand) wie auch für mein Einfachgleis. Für die Einfachgleise wird ein größerer Schwellenabstand verwendet und die Schwellen sind nur so lang, wie es für eine vernünftige Lötverbindung notwendig ist.


    Die Schwellen werden in die Schablone eingelegt. Das Profil wird aufgelegt und fest gelötet. Etwas Lötwasser an die Lötstelle und kleine Lötzinnstücke (die vorher mit einer Zange abgeschnitten wurden) werden mit einem ausreichend starken Lötkolben (bei mir 100 W) kurz erhitzt. Nicht zu lange drauf halten, bei schlechter Lötung lieber erst abkühlen lassen und dann neu erhitzen. Wenn man den Lötkolben zu lange auf die Lötstelle hält, löst sich die Klebeverbindung zwischen Pertinax und der Kupferkaschierung und die Schwelle ist unbrauchbar.


    Um für Kurven das Gleis als Flexgleis zu bauen, wird nur einseitig ein Profil angelötet. Das Schwellenband wird dann an die gewünschte Stelle geklebt oder provisorisch befestigt (das fertige Gleis kann dann zum reinigen wieder abgenommen werden und danach endgültig befestigt werden), dabei kann, wie bei richtigem Flexgleis, der Verlauf „fließend“ dem Streckenverlauf angepasst werden. Das 2. Profil wird dann mit der Spurlehre direkt an Ort und Stelle auf der Anlage angelötet.



    Für gerade Gleise löte ich das 2. Profil am Arbeitstisch an, das ist oftmals rückenschonender. Das erste Profil wird dabei an einem Lineal fixiert um ein gerades Gleis zu erhalten. Wenn man eine gekrümmte Schablone verwendet, kann man auch ein gebogenes Gleis bauen.


    Für alle Gleise mit Pertinaxschwellen gilt: Kurzschlussgefahr.
    Früher habe ich die Kupferkaschierung auf den Schwellen mittig mit einer Schleifscheibe getrennt. Jetzt mach ich 2 Trennungen, da herabhängende Kupplungen (ich fahre mit Original-Kupplungen) schon mal bis zur Schwelle herunter hängen und evtl. einen Trennschnitt überbrücken könnten. Ist mir zwar noch nicht passiert, aber wer weiß, wie es aussieht, wenn das Gleis später mal überbaut ist und man nicht mehr so gut ran kommt.

    Links: normale Schwellenlage, normale Schwellenlänge, 3,5 mm Profil
    Mitte und rechts: vergrößerter Schwellenabstand, kurze Schwellen, 2,5 mm Profil


    Da ich die Lötstellen mit Lötwasser benetze, ist es wichtig, die Gleise vor dem Einbau zu reinigen. Ich verwende dafür eine flache lange Schale (Untersatz für 1 m lange Balkonkästen) und schrubbe die Gleise mit einer alten Zahnbürste mit Wasser und einem handelsüblichen Scheuermittel ab. Wenn man das nicht macht, kommt es nach einiger Zeit zu deutlichen Oxidationserscheinungen an den Lötstellen.


    Als Profile verwende ich im verdeckten Bereich Tillig Code 100-Profile (2,5 mm), aber es gehen natürlich auch andere Profile.
    http://www.tillig.com/Produkte/produktinfo-82500.html


    Für das Zuschneiden der Pertinaxschwellen benutze ich solche Leiterplatten.
    http://www.we-shop.eu/Leiterplatte-Plati…iert::5659.html

    Gruß


    Jürgen (K)


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    Edited 2 times, last by jk_wk ().

  • Für alle Sparfüchse, die noch H0-Gleise herumliegen haben, könnte die Billiglösung ohne Löten so aussehen:


    Bei einem Gleisstrang die Schwellen trennen, dabei jede dritte, vierte oder x-te Schwelle als "Maßschwelle" nah an den Kleineisen und das ganze dann aufkleben wie auf dem Bild gezeigt. Wenn man die "Maßschwellen" genau abgelängt hat, braucht man nicht einmal eine Spurlehre. Beim Ablängen der "Maßschwellen" kann man sich gut an den Kleineisen orientieren, ohne jedes Mal genau nachzumessen. Die mittlere Schiene kann man auch herausziehen.


    Die Idee kam mir beim Lesen des obigen Beitrags.


    Viele Grüße


    Gerd

  • Hallo Gerd,


    bei meinen ersten Kontakten mit H0-Schienen für Abstellgleise bin ich sogar noch etwas weiter gegangen. Ich habe die günstig auf Börsen erworbenen H0-Gleise mittig aufgetrennt und dann beide Hälften (hier braucht man natürlich wieder eine Spurlehre) aufs Holz getackert. Ging auch, damals bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, evtl. zu kleben.

    Gruß


    Jürgen (K)


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    Edited once, last by jk_wk ().

  • Super Idee: aber - das geht aber doch wohl nur mit Finescale-Rädern, oder??


    Sonst hoppelt das doch über die Kleineisen wie eine Arnold-Lok über Eggerbahnschienen.


    Dieses konkrete Beispiel habe ich in meiner Jugend selbst probiert: macht ganz tolle Geräusch und schlägt super Funken :) :)


    Viele Grüße


    Hendrik

  • Bei meinen Roco-Line-Gleisen mit 2,1 Profilhöhe sind es 1,7 mm bis zum Kleineisen. Bei den dreiachsigen Umbauwagen rattert es wie ehedem bei einigen H0-Fleischmann-Loks über die Schwellen, ansonsten genügt die Höhe wohl bei Lenz, Brawa und Konsorten. Bei 2,5 mm Profilhöhe könnte es sogar mit den Umbauwagen gehen.


    Viele Grüße


    Gerd

    Edited once, last by 1zu0 ().

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