[Regelspur] Gleisbau light - oder wie ich lernte, halbe Sache zu mögen

  • Bei Gelegenheit werde ich hier etwas zu meiner Methode des Gleisbaus (absolut nicht vorbildähnlich) schreiben und zeigen.


    Vorab schon mal eine Weiche


    und die Drehscheibe für meinen Schattenbahnhof
    (Probeliegen)


    Und das ist daraus geworden



    Kurzer Nachtrag (Nach dem Hinweis von Jo, weiter unten, dass diese Technik schon lange angewandt wird):


    Die Idee Gleise und Weichen so zu bauen, ist natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich schildere nur, wie ich diese Bautechniken, die an unterschiedlichster Stelle und seit Urzeiten immer wieder beschrieben werden, für meine Bedürfnisse einsetze.

  • Als echter Vereinfachungsfan finde ich die Idee erstmal gut.


    Als Rentner mit 70 scheint mir die Zeit für diese Art Aufwendungen zu schade.
    Wieviel Anlagen kann ich noch bauen in solch einer Form?


    Ich baue derzeit an der vorletzten Anlage, hoffe ich. :D


    Diese Technik gibt es ja schon länger im Weichenselbstbau, Modulübergängen usw.


    Bitte nicht als Kritik oder Überheblichkeit verstehen. Beim Hobby sparen muss für mich nicht sein.
    Kann bei mehreren Hobbys je nach Einkommen, Famile und Belastungen etc. natürlich auch anders sein.



    Jo

  • Hallo Oliver,


    die schwerste Lok die ich habe, um das Ganze zu testen, ist eine Kiss 86 (ich glaube, die bringt ca. 3 Kg auf das Gleis.) Damit und mit ähnlich schweren Loks (allerdings Drehgestelloks) einiger Freunde gibt es absolut keine Probleme.


    Wenn du dir das Bild mit der V80 auf der Drehscheibe ansiehst, kannst du erkennen, das ich anfangs auch Bedenken hatte und die weiten Zwischenräume mit kleinen Unterlegschwellen (Kurze Pertinaxstücke) versehen hatte. Alles im Rahmen der Maxime, so wenig Schwellenmaterial wie möglich verwenden, da ich zum Sägen der Schwellen auf die Hilfe einiger Modellbahnkollen mit geeigneten Sägen angewiesen war. Als habe ich aus meinem Fundus von normal langen Regelspurschwellen für die Light-Gleise den Überstand der Schwellenlänge abgeschnitten und die Reste dazwischen gesetzt.


    Wer also deutlich schwerere Loks einsetzen möchte, sollte die Schwellen evtl. etwas dichter setzen. Bei meinen Weichen habe ich z.B. die Schwellen auch etwas dichter gesetzt. Aber auch dort, im Bereich der Federzungen wird das HO-Profil ja auf der beweglichen Länge nicht gegen seitliches Wegdrücken gesichert, gibt es keine Probleme.

  • Hallo Jo,


    du hast natürlich recht. Die Zeit ist ein nicht unerheblicher Faktor.


    Bei mir ist die Zeit auch begrenzt, aber mein Etat für die Modellbahn noch mehr. Hier und da mal Abends eine Stunde mehr im Modellbahnkeller läßt sich für mich machen, eben mal ein paar hundert Euro für die Modelbahn nicht. Aber das ist natürlich bei jedem anders.


    Meine (vereinfachte) Rechnung lautet: Bis ich das Geld zusammen habe, um den 1. Schattenbahnhof aus Industriematerial zu bauen, vergehen 1,5 - 2 Jahre (Drehscheibe, 10 Weichen, ca. 35-40m Flexgleis - Drehscheibe bleibt Selbstbau, Gleise und Weichen, z.B. von Peco ca. 1100,- € , Holz ist bei beiden Varianten gleich, ca 150,- 200,- €.).
    Warte ich also ab, spare und kaufe nach 1,5 Jahren das Material. Dann kommt der Fakor Zeit, ich baue den Schattenbahnhof in 2-3 Monaten fertig.


    Jetzt habe ich das Material für eine Startsumme von 130, € gekauft, (Profile, Pertinax) und angefangen Gleise und Weichen zu bauen. Nach der ersten Zeit des Bauens und der Testphase, saß dann das Holz drin, also habe ich angefangen den Schattenbahnhof zu bauen. In einem Zeitraum von 7-8 Monaten steht der Schattenbahnhof.
    Für mich ergibt sich so letztendlich eine halb so lange Bauzeit, und Kosten, die nur bei 20-25% der sonst anfallenden Kosten liegen. Dadurch habe ich dann hoffentlich nach den 15 Monaten auch schon den 2. Schattenbahnhof fertig und kann mich dann nach oben bewegen, wie es da dann zeit- und kostenmäßig weiter geht, werde ich sehen.
    Diese Rechnung muss jeder für sich aufmachen, aber bei mir kommt dazu noch der Spaß, etwas selbst zu bauen und zu sehen, das es funktioniert. Ein nicht unwesentlicher Aspekt, der mich schon vor 30 Jahren weg von den gut gefüllten Regalen der N-Händler zur Spur 0 geführt hat und auch noch heute gilt.

  • Hallo Jürgen,
    deine Motive sind nachvollziehbar, vollkommen in Ordnung und allein Deine Sache.


    Meine Meinung sollte eher eine andere Facette des Modellbahnbaues beleuchten, die Zeit.
    In meinem Alter ist etwas Fertiges, Teureres aus meiner Sicht sinnvoller als Geld sparen.


    Viel Spaß beim Bauen. Wenn es für dich so schneller und kostengünstiger, geht, noch besser.


    Jo

  • Hallo Jo,


    auch wenn ich deine Argumentation (zum Teil) nachvollziehen kann, halte ich mich lieber an Martin Luthers Ausspruch "Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht - ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen" ...


    Auch ein Hobby lebt vom Optimismus!


    Und darum @ Jürgen (K) - lass dich nicht beirren!


    Mit den besten Grüssen


    Dieter


    P.S. gebürtiger Sauerländer, der vor 73 Jahren in Arnsberg das so genannte Licht der Welt erblickt hat ...

  • Moin,


    testen ist gut, Erfahrungen sind besser!







    Habe diese Konstruktion seit fast 30 Jahren mit vielen "Schwergewichten" immer in Betrieb.


    Fazit; Null Problem(o) ;)


    Konstruktion: Auf Tischlerplatte geleimte Buchenholzschwellen, darauf Neusilberprofile (Schullern und Dora). Schwellenabstand im Gleis max. 5 cm, in der Weiche max. 3 cm.


    Grüße
    eckhard

  • Für Fiddle Yard und angrenzendes Abstellmodul verwende ich anstelle von Schwellen 4mm Sperrholz, genagelt wird alle 5cm. In den Randbereichen wird alle 0,5cm genagelt, damit das Gleis da auch bleibt wo es sein sollte. Die Einspeisung wird durch die Platten durchgeführt und unten am Profil angelötet. Wenn mal eine Lötstelle nicht hält oder nicht sauber ist, kann einfach das Loch unter dem Gleis etwas vergrössert werden, dann kommt man mit dem Lötkolben auch wieder hin (musste ich bereits zwei oder drei Mal machen). Sieht so roh nicht wirklich schön aus, habe mir auch schon überlegt, das ganze schwarz oder anthrazit zu streichen. Damit wird der Fiddle Yard plötzlich zur Bühne :P


    Und ja, bevor Fragen kommen, das ist 0 und 0m als Dreischienengleis, ich konnte mich nicht entscheiden ;)


    Grüsse Andreas

  • Danke für die weiteren Anregungen.


    Es gibt viele verschiedene Wege nach Rom, und so können sich die Leser ihren passenden raus suchen. Ich stehe z.B. mit der Gleisnagelei auf Kriegsfuß, ein anderer vielleicht mit dem Lötkolben.

  • Es gibt viele verschiedene Wege nach Rom, und so können sich die Leser ihren passenden raus suchen. Ich stehe z.B. mit der Gleisnagelei auf Kriegsfuß, ein anderer vielleicht mit dem Lötkolben.

    Absolut. Meine Variante will ich nicht als Königsweg wissen, nur als eine Spielform unter vielen.


    Weiterhin viel Spass beim Bauen!

  • Bei meinen Spur-1-Schattenbahnhof-Weichen habe ich die Profile nur mit Senkkopfschrauben (Kreuzschlitz) in vorgebohrten Löchern direkt in vorgefertigte Platten geschraubt. Vorteile der Schrauben: leicht entfernbar und vor allem kann man wegen des kegelförmigen Schraubenkopfes auch die Spurweite um 1 bis 2 mm ändern, indem man auf einer Seite die Schrauben lockert und auf der anderen fester zieht. Dadurch wird die Schiene seitlich verschoben, bleibt aber fest.


    Sieht natürlich furchtbar aus ...


    Viele Grüße



    Gerd

  • Moin Jürgen
    Ich habe mit Begeisterung Deinen Beitrag zum Thema "leichter Gleisbau" gelesen und mir Deine Bilder dazu betrachtet.
    Wenns auch nicht Deine ureigenste Idee ist, so ist es doch manchmal gut bekannte Dinge nochmals "aufzuwärmen" damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten.
    Ich finde es gut, dass Du diesen Beitrag geschrieben hast, muss aber dennoch mal die Frage aufwerfen wie Du die gezeigte Drehscheibe gebaut hast. Dass sie ebenfalls "LIGHT" ist ist klar aber wie genau ?
    Es gibt ja auch für den Bau einer Drehscheibe viele Wege die nach Rom führen aber da ich ebenfalls eine solche Scheibe für meinen Schattenbahnhof plane, interessieren mich die verschiedenen Möglichkeiten zum Bau einer Solchen besonders.
    Ich fände es schön, wenn Du zu diesem Bereich etwas mehr Infos geben könntest ?


    Viel Spaß und Erfolg wünscht weiterhin,


    Thomas.

  • Hallo Thomas,


    zur Drehscheibe und den Weichen wird es auch noch einen Bericht geben. Da ich den Bau nicht mit Fotos festgehalten habe, mussi ich noch ein paar aussagekräftige Bilder machen.

  • Na, da hast Du Dir aber was vorgenommen.
    Wieviel Mühe und Arbeit in der Erstellung einer solchen Beschreibung steckt habe ich gerade selbst erfahren als ich meinen Beitrag zum Bau einer Mechanik für das motorische Stellen von Selbstbauweichen eingestellt habe.
    Ich freue mich aber, dass Du Dir diese Arbeit machen willst und bin sehr gespannt auf Deine Bau-Beschreibungen. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass ich einer derjenigen sein könnte, die einen Nachbau versuchen wollen denn erstens finde ich den Gleis-, Weichen- und Drehscheiben-LIGHT-Bau sehr interessant (natürlich nur für den nicht einsehbaren Bereich) und zweitens bastele ich gerne (was soll man auch sonst machen, wenn man mit dem "richtigen" Aufbau einer "richtigen" Anlage auf den Auszug des Filius warten muss, ha,ha).
    Also dann, ich denke, ich bin nicht der Einzige hier im Forum, der auf die Fortsetzungen Deines Berichtes gespannt ist.
    Mach weiter so, Du machst das gut,
    Thomas.

  • Hier ein kleiner Zwischenstand zu meinem Gleisbau light.


    Die angekündigten Bauberichte habe ich leider noch nicht fertig bekommen, sorry. Ich habe mir lieber Eckhardts Anregung aus Beitrag 10 als Anlass genommen, nicht nur ein bisschen zu testen, sondern meine Gleisanlagen im wahrsten Sinne des Wortes zu "erfahren". Und das macht soviel Spaß, das ich aufpassen muss auch noch Zeit für den Weiterbau über zu behalten.


    Zum fast fertigen Fiddle Yard gesellte sich ein provisorischer Endbahnhof, in dem umgesetzt und rangiert werden kann. Damit wurden dannim letzten halben Jahr die Züge nicht nur hin und her geschubst, sondern auch etwas "Betrieb" gemacht. Mit eigenen und Gastfahrzeugen, mit gezogenen und geschobenen Zügen, mit unterschiedlichen Kombinationen (langer/kurzer Achsstand gekuppelt, langer/kurzer Überhang gekuppelt, etc.), in Langsamfahrt und mit hoher Geschwindigkeit.


    Und für meine Ansprüche hat sich alles bewährt, Gleise, Weichen, Drehscheibe, alles funktioniert hervorragend. Die Drehscheibe hat noch eine einfache Arretierung bekommen, damit man beim Ausrichten der Gleise nicht so genau hinschauen muss, die Ein-/Ausfahrtweichen im Fiddle Yard haben einfache Antriebe bekommen und werden analog über ein kleines Stellpult gestellt, die Umfahrgleise in der Mitte werden manuell gestellt.


    Hier ein kleines Video vom derzeitigen Stand

  • Jahre später.... (Spur 0er denken nicht in Jahren sondern in Dekaden)


    Hier habe ich ein paar Zeilen über den Aufbau der Drehscheibe geschrieben


    https://forum.spurnull-magazin…-r-den-fiddle-yard-20927/

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