Projekt Brücke

  • Hallo Leute,


    ich bin dabei, die eingleisige Brücke Szg.nachzubauen, die am Stadtrand von Regensburg die Donau überquert. Im Original sind es 3 Spannweiten (2 Pfeiler, 2 Brückenköpfe) die die Brücke in einem Teil überspannt.


    Die Spannweite von über 1,50 m im Modell ist natürlich nur möglich, weil wir Module bauen. Insgesamt wird das Ganze ja umso länger, als zur Brücke ja noch die beiden Rampenstücke von je 1,20 m gehören, die das zum Fluß hin abfallende Gelände ausgleichen sollen.


    Die Ausführung soll in Aluminium sein, wobei das Trägerfachwerk aus 10 mm Platten gefräst wird. Die Schienenträger und oberen Querträger werden ebenfalls aus Aluminium sein. Wie ich die Knotenbleche mache, die die Schrauben abdecken werden, ist noch offen. Derzeit projektiere ich zwei Objekte: einmal eine Brücke über EINE Spannweite, und einmal eine Brücke über 2 oder wahlweise 3 Spannweiten. Allein die Kosten für die Fräsarbeiten werden das Projekt 'radikal begrenzen'.


    Ein Problem habe ich noch nicht gelöst: die Befestigung der zusätzlichen Führungsschiene. Hierbei liegt ja die 'Fahr-Schiene' verschiebbar in den auf der Brücke fixierten Kunststoffschwellen, und kann damit eine andere thermische Ausdehnung haben, als die Alu-Brücke. Deswegen müßten auch die Führungsschienen mit den Fahr-Schienen verbunden sein, dürften aber nicht an der Brücke befestigt sein. Hat das Problem jemand von Euch schon gelöst?


    Ciao


    der NNullguggi

  • Moin NNullguggi.


    So ganz verstehe ich die Frage nun nicht. Welche Schienen nimmst du denn Industriegleis oder selbstgebaut. Im Industriegleis sind meiner Meinung nach die Schienen nicht verschiebbar ( zumindest sehr fest an den Schwellen), wenn du selbst gebautes Gleis nimmst kannst du die Führungsschiene auch auf den Schwellen befestigen und somit sind sie genau wie die Fahrschienen verschiebbar.


    Oder habe ich da jetzt was falsch verstanden.


    Gruß Hein

  • Hallo Hein,


    ich benutze das Lenz-Flexgleis, weil sich hier die Schienen gegenüber den Schwellen 'leicht' verschieben lassen, die Alu-Brücke sich also über Temperatur anders ausdehnen kann, wie die Neusilber(?)-Schiene. Wir reden hier zwar nur von Zehntel Millimetern, aber schon das würde bekanntlich zur Katastrophe führen - siehe BiMetall-Effekt. Zudem ist das Design der Schwelle von der Optik her hervorragend geeignet, weils die hier typisch benutzten Holzschwellen exakt nachbildet.


    Das 'Profil' der Schwellen-Unterseite (rechteckiges Fach) nutze ich, um das Flexgleis auf den extra so gefrästen Gleisträgern 'formschlüssig festzustecken' - wie bei den LEGOs. Damit erspare ich mir eine sichtbare Verbindung, und das Gleis liegt genau in Brückenmitte! Bin aber damit an diese Schwelle gebunden, die gleichzeitig Isolator gegenüber der 'leitenden' Alu-Brücke ist.


    Tja, und wie verbinde ich nun diese Plastik-Schwelle mit den beiden Führungsschienen, so daß sich diese noch bewegen können - hab schon an kleine Lötstege (an der Unterseite!) von Schiene zu Schiene gedacht. Weil, eine LENZ-Schwelle mit zwei Schienenfächern pro Seite ist mir leider nicht bekannt. Weiß auch nicht, wie ich sowas filigranes isolierend herstellen könnte.


    Hmm - hat nicht jeder, der eine Brücke baut, dieses Problem?


    Ciao derweil


    der NNullguggi

  • Hallo Nullguggi,


    Das Gleis auf Deiner (Vorbild-)Brücke liegt nicht auf normalen Schwellen, sondern auf besonderen Balken, die eine leicht andere Form haben. Wenn Du Dir schon Gedanken über die vorbildgerechte Schienenbefestigung machst, dann würde ich an Deiner Stelle das Gleis auf andere Brückenbalken legen und dabei neues Kleineisen montieren, und das auch für die Zwangsschiene.

  • Hallo Nullguggi,


    habe ich das richtig verstanden, Du machst Dir sorgen, das sich Alu und Neusilber unterschiedlich ausdehnen, und Deine Brücke verbiegen, wenn Du beides miteinander fest verbindest?


    Wir haben das Problem bei einer 120cm Brücke mit Schienenverbindern gelöst - im wahrsten Sinne, denn mit den vier Schienenverbindern, und ca. 1,5mm Spalt auf jeder Seite, läßt sich auch die ganze Brücke aus dem Modul nehmen.
    Hast Du mal ausgerechnet, wie groß der Unterschied ist? Ich vermute deutlich kleiner als Du denkst.


    Mehr Gedanken würde ich mir um die Befestigung Deiner Metallbrücke im Holz-Modul machen, das sind dann nämlich wirklich deutliche Untersciede im Ausdehnumgskoeffizienten vorhanden.
    Dazu kommt dann noch, dass Holz, auch Sperrholz oder Multiplex, arbeitet. Hier ist dann wirklich ein Festlager und ein Rollenlager nötig, und da die Brücke dann nicht fest mit dem Modul verbunden ist, sollte sie komplett herausnehmbar sein, und damit sind wir wieder beim Punkt von oben - Schienenverbinder und kleine Lücke im Schienenprofil reicht!


    Gruß
    Matthias

  • Moin NNullguggi,



    ich habe vor einiger zeit eine Brücke aus Holz und Alu gebaut.



    http://www.meine-kleine-spur.de/spur-0/modulanlage/stahlbogenbrücke/



    Sie ist ca. 2m lang, Das Holz und Aluminium habe ich mit Silikon aneinander geklebt. Somit konnten sich die Materialien ruhig unterschiedlich ausdehnen.
    Das Silikon ist so flexibel und doch haltbar, das ich bisher keine Probleme mit dem Bauwerk hatte. Obwohl es mehrfach aus dem Keller, der recht kühl ist, in die Wohnung hin und her getragen wurde.


    Gruß
    Söhnke

  • Servus Leute,


    danke für Eure emsigen Antworten - sehr interessant!


    Wenn wir unsere Module aufstellen, steht das Ganze ja auf relativ 'wackeligen Beinen'. Ob sich da die Brücke als ein Modul von vielen, etwas ausdehnt oder nicht, spielt da keine Rolle. Da wäre selbst ein ganzer Millimeter Längenänderung völlig belanglos. Bei den Modul-Übergängen ergibt sich ja zwangsweise ein Gleis-Spalt von wenigen zehntel Millimentern, der auch überallhin reicht.


    Das Thema ist eigentlich die Brücke selber. Wenn da unterschiedliche Metalle fest miteinander verbunden sind, gibts über Temperatur schon ein Thema. Da können wahnsinnig hohe Scherkräfte auftreten. Da war schon der ein oder andere Bericht im Forum (z. B. Bahnsteigdach verwirft sich über Temperatur).
    Deswegen geht das Ganze ja auch nur mit Flexgleisen, weil dann die nicht am Gleis fixierten Schwellen, die Brücke vom Gleis 'entkoppeln'. Drum bräuchte ich ja für die Führungsschiene die gleiche Lösung, damit die nicht die Banane macht, wenns warm oder kalt wird. Ansonsten würde ich die Führungsschiene ja einfach auf die Schwellen kleben - wäre ja easy.


    Ehrlich gesagt, hab' ich schon so einiges Hirnschmalz in die Konstruktion der Brücke gesteckt, deswegen such' ich halt nach einer halbwegs perfekten Lösung für die Führungsschiene.


    Ciao


    der NNullguggi

  • Moin NNullguggi.


    Ich habe nun schon den ganzen Tag immer an deine Frage gedacht, das einzige was mir einfiel ist wenn du die Fahrschiene nun als Flexgleis baust in dem sich die Profile ja bewegen und dann die anderen Ausdehnungen Alluprofil so schon eingerechnet sind, kaufe doch einfach Kleineisen in dem du ein Schienenprofil einschiebst und die Kleineisen auf den Flexgleis festklebst. So ist das auch beweglich, meine ich jedenfalls , ich habe leider noch keine Schienen selbst gebaut.


    So kann ich mir das Laienhaft vorstellen.


    Gruß Hein

  • Hallo Leute,


    habe bei meinem Brückenprojekt das Thema, daß die Brückenoberfläche (etwas unter Gleishöhe) komplett mit begehbaren Gitterrosten belegt ist. Hab’ das mal bei mir am Prototypen mit einem Blatt Papier nachgestellt.


    Die Gretchenfrage ist nun, wie man sowas im Modell nachbaut, so mit einem Element pro Bogen? Noch dazu, wo die Brücke eine gewisse Länge hat, und das ja schön gleichmäßig aussehen soll.


    Der Versuch mit 3D-Druck ist komplett in die Hose gegangen. Hat zwar richtig gut gepaßt, war aber weder 100 % eben noch hats nach irgendwas ausgesehen.


    Ciao und Danke für Eure Ideen


    Der NNullguggi

  • Hallo NNullguggi,
    ich belege meine Brücken mit "Rautenblech", welches ich aus Paketbändern(Kunststoff) ausschneide. Bei deiner Brücke würde ich zuerst Zwangsschienen verlegen und dann den Zwischenraum und die Laufstege mit den Rautenblechen belegen. Dabei solltest du auf einen rechtwinkligen Zuschnitt der Platten achten, die Länge lege ich auf 25-35 mm fest. Wenn dir das zu monoton erscheint, dann kannst du die Fläche auch noch mit Zwischenstegen aus Plastikprofilen auflockern, die quer zu den Zwangsschienen eingesetzt werden. Solltest du eine ältere Brücke (EP 3 oder älter) nachbilden wollen, so können diese Flächen auch mit einer Holzdeckung (Bohlen und Bretter) versehen werden. Wichtig ist dabei immer, dass es eine optische Auflockerung innerhalb der Fläche gibt, weil sonst ein sehr monotones Bild entsteht. Bei Holz kannst du auch schon Abwechslung schaffen, indem die äusseren Laufstege in der Höhe nach oben versetzt sind gegenüber der Füllung zwischen den Schienen. Beim Vorbild gibt es auch beide Materialarten an einer Berücke, dies geschieht, wenn Teile erneuert werden müssen. Viel Aufwand bedeutet eine "durchsichtige" Deckfläche, sprich die Nachbildung von Gitterrosten. Bei deiner Brücke müßtes du dann auch die Schwellenbefestigung nachbilden, die beim Vorbild dann enger zusammenliegen als auf der normalen Strecke. Da muß also auch das Flexgleis bearbeitet werden. Und weil das so schön viel Arbeit bedeutet, müsstest du auch noch die Befestigungswinkel anbringen, mit denen die Schwellen mit den Brückenträgern verbunden sind. Selbstredend müssen dann alle Windverbände und Zwischenträger der Brückenfahrbahn gezeigt werden, schließlich ist ja alles gut sichtbar und dein Prachtexemplar von Brücke ist ja der Blickpunkt deiner Anlage! Aus all diesen Gründen würde ich dir zu einer geschlossenen Brückeneindeckung raten ( ich selbst bin ein eher fauler Mensch und hätte keine Entscheidungsnöte).
    Ich hoffe, du kannst mit meiner Beschreibung etwas anfangen, sonst kann ich die auch noch Bilder schicken per PN.
    Für alle Modellbahner, die sich mit dem Brückenbau beschäftigen, möchte ich als Ratgeber das alte MIBA-Spezial "Drunter und Drüber" ans Herz legen, es ist eine Fundgrube für alle Fragen rund um den Brückenbau und kann einfach als DVD vom Verlag erworben werden.
    Viele Grüsse aus dem Südschwarzwald,
    Dieter

  • Hallo NNullguggi


    ich muss Martin Recht geben: ist zwar teurer, aber der Effekt des Ätzmaterials ist sicher unerreichbar.


    Schau mal hier im Film (habe leider gerade kein Foto) bei 0:21 (http://youtu.be/Z-AcsGuozmo); da habe ich geätztes Gitterrost (gealtert mit Gunze Farben und Puderfarben) verwendet als Gleisabdeckung bei der Dieselzapfsäule.


    Und die Bastelarbeit mit dem geätzten Material war die reine Freude.


    Viele Grüße


    Hendrik

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