Motorräder und Motorroller 1950/60

  • Hi Leute,


    Ich würde gerne ein paar Motorräder und Motorroller einsetzen, irgendwie müssen meine Arbeiter ja zur Abeit kommen - außer mit dem Triebwagen natürlich.


    Aber welche Hersteller/Typen gab es damals?


    Mir als Motoradlaie fällt da nur der Vespa-Roller ein und vielleicht noch eine Horch?
    Aber bei den Typen ist dann bei mir Ende.


    Gibt's da irgendwo 'ne Liste oder können wir hier mal eine aufstellen?


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Matthias,


    als alter Motorrad-Fan ist das ein Thema, dass mir sehr am Herzen liegt.


    Für die älteren Baujahre hat/hatte Schuco in der Piccolo-Serie verschiedene Modelle im Programm, so z. B. BMWs mit und ohne Beiwagen, Zündapp, Puch oder Triumph.


    Nach meinen Erfahrungen sind die Modelle im Laden schwer zu bekommen. In der Bucht werden hin und wieder welche angeboten. Wenn Du einen Händler findest, der diese und evtl. auch noch weitere Modelle anbietet, lass' es mich bitte wissen.


    Freundliche Grüße


    Dirk

  • Nach laaangem Suchen habe ich im Thread "Was gerade auf meinem Arbeitstisch liegt" den Tipp von Tom (Holzeisenbahner) wieder gefunden, das Schuco-Set 05219 mit den verchromten Motorrädern für die Anlage herzurichten. Dieses Set habe ich mir damals auch bestellt, die Töffs machen wirklich eine gute Figur.




    Das Set wird auch regelmässig in der Buchtangeboten.


    PS: Zum Wiederfinden der zahlreichen hochinteressanten Beiträge finde ich den Thread "Was gerade auf meinem Arbeitstisch liegt" einfach nur ätzend :cursing: Wozu dann überhaupt noch nach Themen ordnen :?:

  • HI Leute,,


    vielen lieben Dank Euch allen, besonders Tom - für mich als Laien ist der Link Gold wert, so bekommt man mal einen Überblick was es alles gab.


    Nun nochmal eine Frage zur "Verteilung in der arbeitenden Bevölkerung":


    Ich habe Zahlen gefunden die 1960 von ca. 8 Millionen PKW ausgehen, das entspräche 71PKW pro 1000 Einwohner.
    Bei im Schnitt 2,5 Kindern zu Begin der 1960er (laut statistischem Bundesamt) kommt man auf 71 PKW pro 222 Familien, also hatte jede dritte Familie ein Auto.


    Wenn in meinem Modellbetrieb 100 Leute Arbeiten, so stehen also ca. 35 PKW auf dem Parkplatz.
    Aber wieviele Motorräder und Fahrräder?


    Hier spreche ich ganz Bewusst die "ältere Generation" an, die die 50er und 60er selber erlebt haben (älter weil ich erst 37 bin).
    Könnt ihr euch erinnern, wie das Verhältnis von Auto zu Fahrrad, Motorad, ÖPNV und Fußgänger war?


    Gruß
    Matthias


    p.s. Wie gut, das ich keinen Parkplatz nachbilden muss, der ist immer auf der anderen Seite des Gebäudes - mit Sicherheit ;)

  • Hallo Matthias,


    danke für die Vergleichszahlen, aber:


    ...
    Ich habe Zahlen gefunden die 1960 von ca. 8 Millionen PKW ausgehen, das entspräche 71PKW pro 1000 Einwohner.


    Ich weiß ja nicht, was Du hier gerechnet hast, aber ich komme bei 8 mio Pkw und der Angabe, dass das 71 Pkw pro 1.000 Einwohner entspräche, auf eine Bevölkerungszahl von 112 mio Einwohner. Das kann dann aber kein europäischer Staat sein, denn in der EU hat heute kein Land so viele Einwohner, geschweige denn in den 60ern.


    Oder habe ich falsch gerechnet?????

  • Hallo Matthias,


    wie wäre sowas - natürlich ohne Unfall :)



    Hersteller: Premium ClassiXXs (gibt es über ebay z.B. zu kaufen)

  • Hallo Matthias,


    Du meinst sicher eine Horex, z.B. das Modell Regina. Die galt Ende der Fünfziger als ein feines Motorrad.
    "Horch" kann es nicht gewesen sein, denn August Horch baute nur luxuriöse Autos, gründete später dann in Zwickau die Marke Audi (lateinisch audi! heißt deutsch "höre !" oder eben "horch !", hessisch "horsch emol!").


    Hallo Juergen,


    originell, aber sowas bei einer Zündapp Bella? Eher wohl nicht. Die galt als solide.


    Meint Peter,
    der sich noch gut an die Blütezeit der Motorräder in den Fünfzigern erinnert.

  • Hallo Georg,


    Du hast Recht, mein Fehler!


    Es waren 1960 8 Mio Kraftfahrzeuge - alle zusammen.
    Davon 681000 LKW, und bei 71PKW pro 1000 Einwohner und 55 Mio Einwohner 1960 - 3,9 Mio private PKW.


    Die restlichen ca. 3,3 Mio dürften dann andere Fahrzeuge sein, wie Motorräder, und nicht private Fahrzeuge wie Busse, Polizeiwagen, Feuerwehr, Postautos etc.
    Hört sich erstmal viel an, aber könnte vielleicht passen.


    Bleiben wir für die Betrachtung der Anzahl von privaten KFZ mal bei 71 pro 1000 Einwohner, das hört sich ganz ok an.


    Mal sehen, ob wir noch rausbekommen, wie der Rest meiner 100 Beschäftigten zur Arbeit gekommen ist - im statistischen Mittel natürlich, denn bei mir reisen über 50% mit der Bahn an ;)


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Mathias,
    es ist ein dankbares Thema, welches du hier aufgerollt hast! Ich meine, dass viele Modellbahner oft ganz falsche Vorstellungen haben, wie es in früheren Epochen auf unseren Straßen ausgesehen hat. Da gibt es toll gestaltete Anlagen mit viel zu vielen Autos auf den Straßen und Plätzen. Dies gilt für viele EP II Anlagen, die ich schon direkt oder in Modellbahnveröffentlichungen betrachten durfte. Ein weiterer leidiger Schwachpunkt ist die Wahl der Straßenfahrzeuge. Auch da nehmen es viele Kollegen nicht so genau mit den Epochen. Mir springt so ein Ausrutscher direkt ins Auge, wenn mir ein Kollege erklärt, dass die Beschriftung an diesem oder jenem Wagen genau bis zum 18. Mai 1967 vorhanden war, aber auf den Straßen sich dann Automodelle tummeln, die erst in den 70er Jahren produziert wurden. Also, hier liegt noch ein weites Feld der Verbesserung vor uns!
    Nun zu deiner direkten Frage: Wie sah das in den 50er und 60er aus mit den fahrbaren Untersätzen einer Firmenbelegschaft? Wenn ich an meinen Betrieb denke, so waren da nur die "oberen" Chargen mit einem PKW ausgestattet, vom Meister abwärts fuhr man bis in die Mitte der 60er Jahre mit dem Zweirad zur täglichen Arbeit. Die oft beneideten Kollegen konnten sich ein Motorrad leisten - von der Horex bis zur Quickli war da alles vertreten, die große Masse kam aber mit dem Fahrrad zur Arbeit. Und deshalb standen da nur 8 Autos, aber zahlreiche Reihen von Fahrrädern und nicht ganz soviele Motorräder und Mopeds auf dem Firmenhof. Für die Fahrräder wurden die Fahrradständer vorgehalten, die oft mit dem berühmten Wellblech eingedeckt waren und den Zweirädern einen gewissen Schutz vor den Unbilden der Witterung gewährten.
    In unserer Firma gab es einen Meister, der sich ein Bausatzauto gekauft hatte. Sein vielbewundertes Kabrio konnte man an der Stoßstange anheben, so klein war es. Aber es war ein Auto und hatte 4 Räder, was ein totaler Prestigegewinn für den Besitzer darstellte.
    Die Anfang der 60er-Jahre einsetzende Massenmotorisierung brachte dann die Abkehr von den Zweirädern, kleine Autos wie Gogomobil, Llyod, BMW Isetta, Fiat usw. waren DIE Fahrzeuge des kleinen Mannes. Von diesem Zeitpunkt an wurde es eng in unseren Städten und folgerichtig kamen da auch die Parkuhren ("Groschengräber") in Gebrauch.
    Ich betrachte immer gerne alte Fotos von Bahnübergängen, da kann man genau sehen, wer und was vor den geschlossenen Schranken so alles wartet. Dies sind Ausschnitte aus dem Alltag und können gute Anregungen für die eigene Anlage geben. Da möchte ich auf die immer im Modell vernachlässigten Gespanne hinweisen, neben Pferdefuhrwerken waren bei uns auf dem Land viele Bauern auch mit Ochsen und Kühen vor den Wagen unterwegs.
    Auf noch eine Sache möchte ich den Blick aller "Junggeborener" richten: Bei der Staatsbahn war es bis in die 70er normal, dass die Bahnsteigbereiche durch einen Zaun von der öffentlich zugänglichen Fläche abgetrennt war. Das galt vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum kleinsten Landbahnhof hinunter. Man gelangte nur mit einem Fahrausweis oder einer extra zu lösenden Bahnsteigkarte auf die Bahnsteige. Für die Dauerkunden (Pendler) bot die Bahn Fahrradabstellplätze in diesem "geschützten" Bereich an. Man konnte also eine Fahrradkarte lösen und einen Monat (oder Woche) sein Fahrrad direkt auf dem Bahnsteig - meist unter Dach- abstellen. Diese Einrichtung war ein gewisser Schutz gegen Diebstahl oder Sachbeschädigung an dem kostbaren Verkehrsmittel, da der Zugang ja an der Bahnsteigsperre streng kontrolliert wurde. Heute wird so eine neu geschaffene Einrichtung als großes Wunder gefeiert (allerdings mit massiven Schutzkäfigen versehen), dabei ist es ein alter Hut und früher eine selbstverständliche Dienstleistung der Bahn. Also, nicht nur der Fabrikhof braucht einen Fahrradständer, sondern auf jedem Bahnhof sollte so eine Einrichtung bis in die Anfangszeit der Epoche 4 vorhanden sein!
    Viel Vergnügen beim Reifenflicken und viele Grüsse aus dem Südschwarzwald,
    Dieter

  • Moin Moin


    Wenn ich weiterführende Informationen suche, benutze ich meistens die Bildersuche.


    dort gibt man z.b. Firmengeschichte 1963 ein und erhält dann sehr aufschlussreiche Fotos... :whistling:


    Tankstellen, kleine Betriebe, ganze Fuhrparks.... etc. 8)


    Sehr spannend....


    Gruß


    Tom

    Grüße aus Nurfunxsiel :)


    Tom

  • Moin miteinander,


    nachdem ich die Diskussion hier verfolgt habe, konnte ich meine aufkommende Kauf- ähh Beschaffungslust bei einem Automodell-Laden hier in der Stadt ausleben. Die Gattin des Inhabers konnte noch ein paar Schuco Piccolos, darunter auch ein Gespann, aus den Tiefen des Lagers hervorzaubern. :-)


    Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach dem "Personal"... Leider bin ich da noch nicht fündig geworden.
    Minicooper hat wohl einen Hauser-Bahner eingesetzt?
    MK35 hat Vespa- und Moped-Fahrer, die kann man vielleicht nehmen, hat dann aber wieder unbesetzte Mopeds übrig.


    Kurz gefragt: Hat jemand noch 'nen Tipp für Motorradfahrer-Figuren?


    Gruß, Matthias


    P.S.: Den Namen meines Modellautohändlers würde ich preisgeben... hilft aber nix...
    mehr... :-P

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