Umbau einer Lenz-Köf zur ÖBB X112 / X150

  • Weil ich es hier mal versprochen habe ...


    Wie man unschwer erkennen kann, beschäftigt mich das Thema Köf schon sehr, sehr lange.





    X111.07 der ÖBB im Bhf Dürnstein (ca. 1970)



    So war es nur naheliegend, dass ich mich nach meinem Umstieg auf 1:45 auf die Suche nach einer ÖBB-Köf machte. Der einfache Weg wäre gewesen, eine von Memoba oder Wedekind umgebaute Lok zu kaufen. Der relativ hohe Preis und der vermeintlich geringe Umbauaufwand lies mich aber nach möglichen Alternativen suchen.

    Die wesentlichen Unterschiede einer ÖBB-Köf zur Lenz-Ausführung sind rasch aufgezählt:
    * Führerstand geschlossen
    * keine Druckluftbremse
    * andere Laternenbauart

    Da die Umbauten in verschiedenen Hauptwerkstätten erfolgten, bestehen zwischen den ÖBB-Köf viele weitere kleine Unterschiede; so haben einige Stangenpuffer, Scheibenwischer, zusätzliche Batterietröge, Abdeckungen der Rahmenöffnungen (Arbeitnehmerschutz!), zusätzliche Rockinger-Kupplung, ...
    Weiters gibt es deutliche Unterschiede in der Ausführung der Führerstandstüren und Fenster. Eine intensivere Vorbildrecherche ist also sehr lohnend - eine gute Adresse dafür ist z.B. das DEF.

    Da einer meiner Hobbykollegen immer wieder Arbeit für seine CNC-Fräse sucht, war rasch klar, dass die Teile für den Führerstandsumbau aus seiner Fräse kommen würden. Passende Laternen fanden sich nach längerer Suche im Fundus eines anderen Hobbykollegen und so konnte der erste Versuch starten. Ich wählte dafür eine besonders einfach umzubauende Lok (X 112.03), auch weil ich rasch ein kleines Erfolgserlebnis brauchte.







    Mit der X150.08 entsteht derzeit meine erste Lok in blutorange. Die folgenden Bilder zeigen den aktuellen Bauzustand. Kurzfassung der bisherigen Arbeitsschritte:


    Zerlegen der Lok / Entfernen der "Befestigungsbleche" der Bremsschläuche am Rahmen



    Verspachteln der nicht benötigten Öffnungen im Gehäuse




    Einkleben der Frästeile




    Nächste Schritte:
    * Aufnahmen der "Lenz-Kupplung" verschließen (Moog)
    * schleifen, spachteln, schleifen, ...
    * neue Laternen montieren
    * Auspuff montieren (Moog)
    * Probemontage, dabei Türen anpassen
    * Zerlegen
    * Lackieren / Beschriftung
    * Montage
    * Kleinteile (Kupplungen, Scheibenwischer, Fabrikschild, ... ) montieren

    "Irgendwann" nach Bad Vöslau wird es mit der X150.08 weitergehen; bei Interesse berichte ich gern über den Fortgang dieses Kleinprojektes.


    Grüße aus Wien
    Martin

    PS: Für die X 111.07 (siehe Fotos zu Beginn des Beitrags) habe ich ganz andere Pläne, sie wird aus einem Gerard-Bausatz, den ich vor Kurzem gefunden habe, entstehen. - Aber das wird eine ganz andere Geschichte ;)

  • Hallo Martin,


    das ist ein sehr schöner Umbau. Vielen Dank für diese detaillierte Vorstellung.
    Ein Bild sollte auch hier seinen Platz finden.

    Gruß Signum oder auch Thomas
    Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit! :thumbup:

  • Endlich mal wieder Zeit gefunden, um an der Köf ein wenig weiter zu basteln.
    Verkittete Stellen geschliffen, Lampen angepasst und montiert ...



    ... bald geht in die Lackiererei!


    Grüße aus Wien
    Martin


    PS an Signum: Danke fürs feedback, aber für diese Galerie taugen meine Gartentisch-Umbauten nicht wirklich. Aber irgendwann soll ja auch meine Gerard-Köf gebaut werden. Die wird dann eher in diese Fotosammlung passen.

  • Hallo Martin,
    Dein Umbau sieht auch sehr gut aus, da ist es zu Überlegen ob ich meine Köf auch mal Umbaue.
    Mach weiter so :thumbup:


    Grüße aus OÖ
    Fritz :)

  • Danke fürs feedback!


    Die Lampen stammen aus dem Fundus eines Modellbahn-Kollegen aus Wien und sind nicht soooooooo schön, wie sie auf den Fotos aussehen. Sie erinnern mich sehr stark am jene Lampen, die bei einem mittlerweile alten Köf-Modell aus Weißmetall verbaut wurden. (Kieler Gruppe???) Mein Kollege hat bei einer Spur 0-Veranstaltung mal einen Restposten günstig gekauft.


    Abgesehen von der nur durchschnittlichen Gußqualität haben die Lampen den Nachteil, dass sie nicht beleuchtet sind. Eine Nachrüstung mit LED müsste zwar möglich sein, mache ich aber bei diesen Loks nicht, da sie eher einfache "Fahrmodelle für Großausstellungen" sind.
    Wirklich schöne Lampen hatte Jürgen Wedekind im Sortiment, möglicherweise auch verwendbare hab ich mal im Bauteilesortiment von Schnellenkamp gesehen.


    Grüße aus Wien
    Martin


    PS: Sorry für die späte Antwort!

  • Das Frühjahr ist einfach nicht meine Bastelsaison - aber nach längerer Pause hab ich neben Mountainbiking und Gartenarbeit auch mal wieder etwas Zeit für die Köf gefunden.
    Die Türen sind nun eingepasst, letzte Kleinigkeiten gespachtelt, als nächstes werden die Beschriftungen gesetzt und dann gehts (irgendwann) zum Lackieren.



    Grüße aus dem frühsommerlichen Wien
    Martin

  • Nach längerer Pause gibt es endlich wieder was von meinem Köf-Projekt zu berichten. - Die Lok ist aus der Lackierwerkstatt zurück :)





    Neben der Beschriftung stehen jetzt nur noch ein paar Kleinigkeiten (Scheibenwischer, Türschnallen, ...) an. Wenn der Zeitplan hält, dann wird diese Köf bei der Modellbaumesse in Wien (25.10. bis 28.10. 2012) ihre ersten Meter fahren.


    Grüße aus Wien
    Martin

  • Hallo Martin,
    Großes Lob an deine Arbeit , ich kann leider bei meiner 2067 momentan nichts Arbeiten weil alles in Schachteln verpackt ist wegen des Umbaus bei mir Zuhause.
    Wenn es mir ausgeht , dann sehen wir uns bei der Modellmesse in Wien,würde mich freuen.


    Schöne Grüße aus OÖ
    Fritz :)

  • Manche meiner Modellbau-Projekte brauchen wesentlich länger als ich ursprünglich gehofft/geplant habe.
    Umso schöner ist es dann, wenn eine dieser "unendlichen Geschichten" doch langsam zu einem Ende kommt.


    Bei der dieswöchigen Eisenbahn,- Strassenbahn- und Digitalmesse hatte die X 150.02 ihren ersten Einsatz im Bahnhof Kaltenleutgeben.




    Leider dauerte der Betriebseinsatz nicht sehr lange, aus für mich noch unerklärlichen Gründen lies sich die Lok plötzlich nicht mehr mit der Intellibox ansprechen ?(
    Sollte der Dekoder seinen Geist aufgegeben haben, dann wird sie meine erste Köf mit ESU-Sound ...
    ... schau ma mal, wie die Geschichte weiter geht ...


    Grüße aus Wien
    Martin

  • Abgesehen von anfänglichen "Spinnereien" mit der Intelibox verrichtete die X 150.02 einige Jahre problemlos ihren Dienst. Vor einiger Zeit "verabschiedeten" sich die Sound-Funktionen, sodass ich die Lok nur noch daheim verwendete, um bei Gelegenheit meinen alten Plan umzusetzen:

    Sollte der Dekoder seinen Geist aufgegeben haben, dann wird sie meine erste Köf mit ESU-Sound ...


    ... und als mich vor einigen Tagen folgende PN erreichte ...

    Quote

    Hallo Martin, auf der Suche nach dem Stichwort "Köf demontieren" bin ich auf dich gestoßen. Allerdings habe ich keine Bilder von den einzelnen Schritten gefunden. Hast du da Tipps wie man am besten vorgeht?

    ... meinte ich, dass nun die Zeit reif für den lange schon angedachten Umbau wäre und ich bei dieser Gelegenheit auch gleich die Zerlegung der Köf mit ein paar Bildern dokumentieren könnte.


    Verbauen wollte ich einen kleinen ESU-Sounddekoder, der normalerweise für N-Fahrzeuge verwendet wird und das entsprechender Powerpack.
    Für den ESU-Dekoder spricht in diesem Fall insbesondere, dass ein Kollege von uns an einem Sound-Projekt für eine ÖBB-Köf arbeitet und er seine Sounds nur für ESU "baut".


    Hier nun die Fotodokumentation:


    Banges Warten auf die OP ;)


    Vier Schrauben halten den Motorblock im Rahmen



    Um den Aufbau vom Rahmen zu trennen, sind diese und ...


    ... diese Schrauben zu lösen


    Ausbau des Decoders



    Szenenwechsel! Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass ich den Aufbau der X 150.02 nicht weiter zerlegen muss. Daher entschloss ich mich für "Dokumentationszwecke" rasch mal meinen Ersatzteilspender zu zerlegen. Da diese Köf irgendwann mal zu einer weiteren ÖBB-Köf werden wird und bei mir nur Fahrzeuge mit Originalkupplung fahren, musste ich auf die Anschlüsse für Beleuchtung und Lenz-Kupplung keine Rücksicht nehmen.


    So also zerlegt man eine Köf weiter


    Führerhausrückwand abziehen


    Seitenteile des Führerhauses abspreizen, Bremsgestänge aushängen


    jetzt lassen sich Rahmen und Aufbau trennen


    das wärs




    Szenenwechsel II! Versuchsanordnung



    ... und so finden ESU Decoder, Powerpack und Lautsprecher ihre Plätze


    Obwohl das ESU-Powerpack etwas mehr Platz als die Lenz-Goldcaps braucht, passt alles "gerade noch" in den Motorvorbau. Die von mir gewählte Platzierung des Lautsprechers bringt einen sehr guten Klang, ist nur bei Verzicht auf die Lenzkupplung möglich!


    Der Zusammenbau der Lok gestaltete sich problemlos, mittlerweile rollt die X 150.02 wieder.


    Fazit: Der Umbau auf ESU-Sound-Decoder ist meines Erachtens nur in wenigen Situationen sinnvoll! Im Regelfall fährt man mit einem Aufenthalt im AW Lenz besser und problemloser.



    Grüße aus Wien
    Martin

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