Gleisroste aus Betonschwellen: Nutzung und Erfahrungen?

  • Hallo zusammen!


    Wir hatten das o.g. Thema an anderer Stelle kurz angerissen, daher hier ein eigenständiger Thread.


    Hat jemand von Euch Gleisroste aus Betonschwellen von Schnellenkamp (oder sonstwem?) verbaut oder andere, auch theoretische Erfahrungen damit?
    Mich würde auch interessieren, ob Betonschwellen eine Rolle bei Euch spielen oder ob doch zu 99% Schwellen in Holzoptik verwendet werden.


    Besten Dank, Uli

  • Hallo Uli.


    interessantes Thema! Bei mir sind zu 99 % Holzschwellen verarbeitet und zu 1 % Stahlschwellen. Betonschwellen habe ich nicht verbaut und auch nicht geplant, passt nicht zu meinem Thema und meiner Zeit.


    Das Stahlschwellengleis sieht so aus:


    Die Roste stammen von Fa. Menne, ich habe sie mal über Ebay erstanden. Hier schon farbig behandelt:



    Die Profile stammen von Lenz.


    Gruß
    Thomas

  • Ist zwar OT, aber mir gefallen die Stahlschwellen.
    Wenn sie eingeschottert sind, sieht man auch nicht mehr, dass die Form unter der Schotteroberkante nicht ganz 100% zum Vorbild passt (aber halt passend ist für die Fertigung im Spritzguss).
    Gruss, Uli

  • Guten Tag,


    eigentlich, ja eigentlich wollte ich gerade damit beginnen die Kleineisen für meine Betonschwellen einzufärben, als ich über die Frage gestolpert bin.


    Nach einem "schweren" Unfall im Gleisbereich muss durch die Rotte das Gleis erneuert werden. Da wir mittlerweile in den 60ziger Jahren sind, liegen auch entsprechende Erfahrungen mit Betonschwellen vor. Also werden die beschädigten Holzschwellen nicht mehr ersetzt.


    Da mir die kommerziell angebotenen Beton- und Stahlschwellen - besonders im Bereich der Kleineisen - nicht zusagen, habe ich einen anderen Weg beschritten:



    Es handelt sich dabei um die Schwellen von Wenz. Hier schon entsprechend aufgebohrt (für meine Art der Kleineisenbefestigung) und eingefärbt. In Vordergrund liegt die MS-Schablone für einen exakten Schienenabstand. Die Art der Schwellenverlegung und die angebotene Schienenbefestigung von Wenz entspricht auch nicht meinen Ansprüchen. Deshalb habe ich das Urmodell für das Kleineisen selbst erstellt und gießen lassen. Orientiert habe ich mich dabei an älteren Betonschwellen mit den Verschraubungen an der Grundplatte und der Schiene.



    Diese müssen jetzt noch eingefärbt werden und dann erhalten sie den typischen neuen Rostfarbton. Danach werden die Kleineisen mit Zwei-Komponenten-Kleber eingeklebt. Bei meinen Stahlschwellen habe ich bis jetzt gute Erfahrungen gemacht.


    Um ehrlich zu sein, mehr als zwei Meter werde ich niemals machen. Neben den wirklich immensen Kosten, die vielen Arbeitsschritte, dass ist was für Leute die Vater und Mutter erschlagen haben.


    Gruß


    Oelkocher

  • Ein kleiner Nachtrag:




    Das sind meine Vorbilder, aufgenommen an der stillgelegten Strecke nach Wendelsheim.


    Übrigens in der vorletzten Ausgabe von HP1 (Nr.:46) sind zwei umfangreiche Berichte über Betonschwellen.


    Gruß


    Oelkocher

  • Hallo Oelkocher,
    sehr schön, was man hier sehen darf :)


    Ihr anderen Gleisbauer,
    Betonschwellen aus Gross-Serie sind also offenbar noch ungebräuchlicher als befürchtet....
    Ist da wirklich keiner?


    Gruss, Uli

  • Hallo Oelkocher,
    wie sich die Ideen doch ähneln!


    Hier die Betonschwelle BS-60 de DR Ost im 3D Zeichenmodus.


    und die Rippenplatte RP-16 im Anfangsstadium.

    Soll später mal für das Lenz Flexgleis passen.


    Gruß
    Kpt. Blaubär

  • Hallo bin zwar ganz neu hier im forum.
    Habe bei wenz modellbau alle möglichen gleisbauvarianten für Spur 0 gesehen.
    Hat da jemand Erfahrungen gesammelt ?

  • Hallo Kpt. Blaubaer,


    ein Dickes Kompliment für Deine Arbeit und die Fähigkeit das am PC zu konstruieren. Ich bin da eher wie dein bester "Kumpel". Ich muß das leider so machen wie schon unsere Vorväter.


    Gruß


    Oelkocher

  • Guten Abend,


    da heute nur wenige Züge fahren, hab ich meine dann auch mal stehen lassen. Die Zeit wurde genutzt um einige Vorbereitungen zu treffen, für die Fertigstellung der Schwellen.


    So soll das Ergebnis nachher mal aussehen:



    Die Kleineisen sind nur lediglich einmal provisorisch eingesteckt und noch nicht verklebt.


    Die Kleineisen sind eingefärbt. Ebenso wie die Schiene erfolgt dies in einem hellen Rostton. Ein heller Rost deshalb, weil das Gleis noch nicht lange liegt. Alte Gleise hingegen sind deutlich dunkler im Rostton und weisen auch entsprechende Schattierungen auf. Die Schwellen werden nach der Verlegung, aber vor dem Einschottern noch gealtert.


    Gruß


    Oelkocher

  • Hallo Uli, hallo Gleisbauer,
    bei meinem Einstieg in die Spur 0 konnte ich mir ebenfalls einen Vorrat an Menne-Material zulegen. Ich hatte sowohl Holzschwellen, Stahlschwellen und Betonschwellen gekauft. Hintergrund war die Überlegung, mit unterschiedlichen Schwellenbauarten etwas Abwechslung ins Gleis zu bringen. Obwohl ich mehr beim Thema Nebenbahn angesiedelt bin, habe ich keine Hemmungen, auch ein paar Meter Betonschwellen zu verbauen. Das sind "sanierte" Gleisabschnitte. Wenn man beim Vorbild schaut, dann wurde sehr oft an Bahnübergängen und auf Brücken Holzschwellen verlegt (wegen der höheren Beanspruchung), obwohl die Strecke in Stahl-oder Betonschwellen ausgeführt war.
    Die Menneschwellen waren für mich in der Optik und Funktion gut, ich habe immer noch die Hoffnung, dass die Formen eines Tages wieder auftauchen und eine neue Produktion gestartet wird.
    Zum Schluss noch ein Wort zur Betonschwelle beim Vorbild: So modern, wie mancher glaubt, sind diese Schwellen garnicht. Entwickelt wurden sie bei der Reichsbahn zu Beginn des 2. Weltkrieges. Die damals sehr weit verbreiteten Stahlschwellen konnten nicht mehr erneuert werden, weil der Stahl für "wichtigere" Zwecke gebraucht wurde. So hatte man als Ersatzwerkstoff den Beton gewählt. Und wer meint, auf Nebenbahnen habe diese Schwellenbauart nichts verloren, kann (oder konnte) sie auf vielen vielen Nebenbahnen in der vergangenen DDR im Einsatz sehen. Heute kommen sie auch auf den Schmalspurstrecken zum Einsatz. Wieder einmal gilt der Satz: Nichts ist unmöglich!
    Ich wünsche den kreativen Schwellenentwicklern viel Erfolg und weiterhin allen viel Spass beim Gleisbau!
    Viele Grüsse aus dem Südschwarzwald
    Dieter

  • Hallo Oelkocher jeder soll es so machen wie er es am besten kann. Durch das Thema preuss. Oberbau habe ich einige Erfahrungen gemacht und Lehrgeld zum Thema CAD gezahlt. Jetzt geht es ganz gut.
    Für den Urmodellbau kann ich als Quelle für Schrauebn und Muttern die Firma:


    Dipl. Ing H. J. Nolte
    Schönfeldstr. 11
    32049 Herford
    Tel.: 05221/83432
    empfehlen. Er stellt für die meisten Webshop die Schrauben, Muttern und Mini-Niete her. Hier eine kleine Auswahl



    Für die gemischte Verlegung gibt es auf diesem Halben Blog einige schöne Fotos aus dem wahren Leben.


    Gruß
    Kpt. Blaubär

  • Moin,


    dass schaut schon sehr vielversprechend aus, könnte auch eine Nachbildung einer Betonschwelle der Bauart BS 66 DR sein?


    Vielleicht noch eine interessante Sache, was man mit Betonschwellen DR präzise dem Vorbild nachbauen kann.
    Die gekippten Betonschwellen durch eine Zwangsbremsung geschehen im Gleisfeld der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn.
    Rechts und Links dieser Situation Holzschwellen!!






    Diese Szene im Modell H0 Pur nachgebildet:






    Zum Schluß für interessierte den Link zum Thema des Vorbild detailliert in Wort und Bild auf meinem Blog

  • Tach auch,


    ich möchte mal einen Zwischenstand geben. Vor ca. zwei Jahren habe mit dem Projekt Betonschwellen begonnen, jetzt geht es auf die Schlussgrade.



    Alle Schwellen sind eingefärbt, die Kleineisen eingeklebt, jetzt wird das Gleis ausgerichtet und jede einzelne Schwelle wird auf den richtigen Abstand gebracht (als ein Gleis 1. Ordnung) und geklebt. Glaubt mir bitte, ich habe mittlerweile zu jeder Schwelle ein fast freundschaftliches Verhältnis. Das kleine Holzstück "1.O" ist dabei das Muster für den richtigen Schwellenabstand. Geklebt wird mit Ponal Holzleim Wasserfest



    Das mit dem Kleben der einzelnen Schwellen, das musste ich übrigens bei jedem Gleis machen. Nach meinem Wissensstand gibt es kein fertiges Schwellenband mit einem Schwellenabstand gemäß Vorbild. Das Gleis Rechts, ist ein Gleis 2. Ordnung mit verlaschtem Schienenstoß.


    Die "grünen" Linien sollen mich daran erinnern, dass auch die Kanäle für die Drahtzüge zum stellen der Signale ihren Platz benötigen. Das Stellwerk sollte ursprünglich auf der gegenüber liegenden Seite stehen.


    Der Schotter ist von Koemo. Mir gefällt hier besonders gut, dass es die unterschiedlichsten Rosteinfärbungen gibt.


    Soviel mal als Zwischenstand.


    Gruß


    Oelkocher

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