GB 2014 Dorset - Wales - Telford Teil2

  • Familienurlaub 2014 - England und Wales - ein Schauspiel in 3 Akten


    Kommen wir also zum „2ten Aufzug“.


    Der erste Akt der „Komödie“ ist hier nachzulesen:


    Es geht also auf nach Wales ins „Schmalspurparadies“!
    OK - die Schweizer werden‘s anderes sehen . . .


    Wer sich gerne noch etwas mehr über die verschiedenen Schmalspurbahnen informieren möchte: hier gibt es über die walisischen Schmalspurbahnen einen Überblick.


    Samstag der 30.08.
    Wir wechselten also unseren Standort von Sherborne nach Porthmadog und so während des Mittagsessens kam die Erkenntnis:


    a) wir liegen gut in der Zeit
    b) der Weg nach Porthmadog führt „zuuufällig“ direkt an der Welshpool & Llanfair Railway vorbei. Daher ließ ich einen kleinen „Versuchsballon los“ – der auch nicht gleich zerplatzte.


    Also wurde bei der Durchfahrt von Welshpool gleich der Bahnhof angefahren, was auch keine große Schwierigkeit darstellte, liegt er doch direkt an einem Kreisel am Ortsausgang.


    Die Welshpool & Llanfair Light Railway hatte an diesem Tag wohl ein bisschen Extraprogramm – jedenfalls war ein etwas Modellbahnflohmarkt geboten und anscheinend sind auch Sonderzüge gefahren.


    Wir sahen gleich an der Signalbox, „da kommt bald was“.


    Was dann auch wenige Minuten später der Fall war.


    So – und nach dem die Lok ihren Durst gestillt und wir einen Blick auf den Timetable warfen, reifte der Wunsch weiter zu fahren.


    Alsbald trafen wir auch in Llanfair ein, wo uns der Parkplatzwächter der Museumsbahn entweder wegen des vorrückenden Nachmittags oder des fremden Kennzeichens oder „warum hat die Frau kein Lenkrad vor sich“ auch ohne Kosten auf den Parkplatz ließ. Wir hätten den Obolus aber auch gezahlt.
    Dort (also nicht auf dem Parkplatz sondern am Bahnhof) machten sich gerade zwei Loks bereit, sich mit dem nächsten Zug in Bewegung zu setzten.


    Eine zweite Lok setzte sich ebenfalls noch vor den Zug.


    Hoppla - da sind wohl ein paar Fahrzeuge nicht zur GDFS gefahren.

    Wer genau hinschaut erkennt einen MT-Wagen in 45:1 und auch aus Ungarn sowie dem Zillertal sind Wagen dabei.


    Und los geht’s und damit war auch unsere Stippvisite vorüber.



    Nun also nach Porthmadog und der Welsh Highland Railway sowie der Ffestiniog Railway. Hier ein Blick auf die Website mit ihren Karten der beiden Strecken.

    Mit sehr freundlicher – schriftlich vorliegender - Erlaubnis des WHR-Webmasters dürfen die Screenshot ihrer Seite auch hier gezeigt werden.


    Die Welsh Highland Railway besteht in dieser Form erst seit ein paar Jahren – genau genommen seit 2011. Seit 1994 wurde von Porthmadog und von Caernarfon aus – teils mit EU-Mittel – und mit vielen Freiwilligen – schon wieder Parallelen mit der Schweiz – die Strecke in dieser Form aufgebaut.
    Siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Welsh_Highland_Railway
    und etwas ausführlicher:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Welsh_Highland_Railway
    Wer sich gaaanz genau über den Aufbau mit den Volunteers informieren möchte, dem sei diese Seite empfohlen:
    http://www.isengard.co.uk/


    Die Welsh Highland Railway unterhält einen “taffen” Fahrplan gekennzeichnet mit unterschiedlichen Farbkodierungen. In unserer Ferienwoche – mit Ausnahme des Montags und Freitags – waren je drei Zugpaare unterwegs.
    Der Jahresfahrplan 2014 kann hier eingesehen werden.
    http://www.festrail.co.uk/pdf/WHR2014TT-LR.pdf


    und der Ffestiniog Railway
    http://www.festrail.co.uk/pdf/FR2014TT-LR.pdf
    Die Infoflyer der Bahnen bekommt man überall in den Supermärkten „nachgeworfen“ also an Informationsdefizit leidet die Gegend nicht.



    Im gut bestückte Souvenir- und Bookshop fand ich dieses Exemplar und konnte nicht widerstehen es abzulichten. Mal schauen, wer den Landrover wann auf (Modell)gleise gestellt wird.

    Edited 2 times, last by dry ().

  • Der morgendliche Blick aus dem Ferienquartier auf einen Zug der nach Porthmadog bereit gestellt wird. Rechts qualmt es im Betriebswerk „Boston Lodge Work“ der beiden Bahnlinien.


    An diesem beiden „Schätzchen“ ging es vorbei, wenn man per pedes zum Bahnhof wollte. Wenn aber man davor stand zeigte sich, dass da noch etwas Arbeit auf einen Restaurator wartet.


    Sonntag 31.08.
    Nun starten wir zu einer ersten Zugverfolgung Richtung Caernarfon über den Aberglaslyn Pass.
    Eingeholt hatten wir den Morgenzug nach Caernarfon in Beddgelert – wo uns diese gutgemachte Infotafel am Bahnhof „empfing“.


    Am Bahnsteig weilte eine der beiden Garrat-Loks und der Zugführer erkundigte sich, ob wir noch in den Zug einsteigen wollten, was wir höflich verneinten.


    Mit dem Auto verfolgten wir den Zug über den Pass.
    Ab und an finden sich (teils breit angelegte) Farm-Einfahrten und auch Zugänge auf Weidefläche die sich prinzipiell zum Parken anbieten. Während an Ersteren auch schon mal ein verschärft formuliertes Parkverbotsschild unter Einschluss einer Videoüberwachung steht, erblickt man dann an den Weiden doch noch Stellen, den Wagen etwas aus der Schusslinie der eh engen Straße entfernen zu können. Das ist halt im Land, das seine Straßen so baut, als wäre „Freddy S. aus M am N“ der Straßenbaumeister gewesen, immer etwas schwierig. :wacko:
    So konnte dann unter hastigem Zurücklaufen auch dieses Bild aufgenommen werden.


    Nächste Station - für den Zug und uns – war Rhyd-Ddu, wo hier der Gegenzug aus Caernarfon einfuhr.


    Bis zur Ausfahrt verging noch etwas Zeit die mit delikatem Verspeisen der überall wachsenden Brombeeren überbrückt wurde. Selten so lecker verköstigt auf die Abfahrt eines Zuges gewartet.




    Shaun musste auch noch mit auf’s Bild


    Und immer wieder die Trockenmauern direkt am Straßenrand.


    So langsam entfernt sich die Bahn von der Straße – und wir machten uns weiter direkt nach Caernarfon.


    Dort ließ sich der Zug noch sehr schön von einer Fußgängerbrücke ablichten. Wir hatten gut eine Viertelstunde Zeit in der wunderbar die Sonne schien – um 2 Min. vor Ankunft des Zuges hinter Wolken zu verwinden. :cursing:



    Abends ging es noch einmal hinunter an den Bahnhof um die Einfahrt des letzten Zuges aus Ffestiniog einzufangen.



    Nachdem die Lok abgekuppelt hatte ging es zum Vorräte auffüllen.




    Dann war auch dieser „Hunger gestillt“ und sie machte sich auf in ihr Nachtlager am anderen Endes des Dammes im Betriebswerk.



    Der nächste Tag versprach schönes Wetter uns so stand eine kleine geplante Wanderung entlang der Strecke auf dem Programm.
    Mit der Bahn fuhren wir bis Nantmor (einem Bedarfshalt) und wollten am Aberglaslyn Fluss bis Beddgelert laufen, um mit dem nächsten Gegenzug wieder nach Porthmadog zu fahren.


    Am Bahnsteig teilten wir dem Zugbegleiter unseren Ausstiegwunsch mit, weshalb er uns einen Platz in einem mittleren Wagen zuwies.





    Und dann ging es durch die Ortdurchfahrt hinaus in die Berge.


    Ich wunderte mich etwas über den aus Italien stammenden Hebel der Notbremse – haben die Briten keinen entsprechenden Hersteller?
    Und anscheinend sind die Engländer „etwas blinder“ als die Waliser – jedenfalls braucht‘s da eine größere Schrift.


    Nantmor war erreicht und wir verließen den Zug.



    Im ersten Teil ging es direkt am Fluss entlang.


    Wurde es etwas ausgesetzter, so gab es Haltemöglichkeiten.


    Da wir uns am Anfang „etwas verlaufen“ hatte, mussten wir uns kurz vor Begellert etwas sputen, kamen aber pünktlich zur Einfahrt des Zuges am Bahnsteig an.





    Und hier hat sicherlich auch jemand schöne Fotos gemacht.



    Die Einfahrt über die Straßenbrücke mal andersherum.



    Abends dann nochmal diese Stelle von der anderen Seite.



  • Mittwoch der 3. Sept.
    Heute sollte einmal die Ffestiniog Railway auf dem Programm stehen.



    Einfahrt des Zuges in Minffordd.


    Eine ganze Weile nimmt die Bahn dann eine andere Strecke als die Hauptstraße – aber in Tan-y-Bwlch ergibt sich wieder eine gute Möglichkeit für Motive.





    Tanygrisiau



    Und dann ist auch Blaenau Ffestiniog erreicht.



    Nachdem Besuch des Schiefersteinbruches ergab sich auf der Rückfahrt die Gelegenheit nochmal die Bahnhöfe Tan-y-Bwlch



    und Minffordd anzufahren.




    Donnertag 4.09.
    Der Tag „begann“ mit dem Festhalten der morgendlichen Ausfahrt an der schon bekannten Brücke. Im Übrigen, die im Hintergrund sichtbare Shelltankstelle wechselte in den Tagen unseres Aufenthaltes nicht einmal die Preise – unglaublich aber wahr ;-)



    Wales – da kommt man nicht umhin sich mit dem Thema Schiefer in Kontakt zu kommen. http://de.wikipedia.org/wiki/Schieferindustrie_in_Wales. Die Abbauwände am Llyn Peris mit den Überbleibseln der verschiedenen Transportbauten.





    Die LLanberis Railway vor dem National Slate Museum. BTW: der Eintritt in dieses Museum ist frei!


    Nachmittags wurde dann nochmal die Gelegenheit genutzt am Aberglaslyn Pass ein paar Fotos zu machen.






    Die sehr schöne Situation vor Beddgelert an der Bryn-y-felin Bridge .





    Und ein letztes Mal unten im Tal.




    Freitag 5.09.
    Eine Fahrt mit der Ffestiniog Railway stand heute auf dem Programm





    Wer also die Lok mal als Modell baut – den Kaffeebecher nicht vergessen


    Ausfahrt und

    Vorbeifahrt am Betriebswerk Boston Lodge Works



    Der Wendekringel bei Dduallt


    Der Streckenverlauf früherer Jahre, bevor der Stausee gebaut wurde.


    Ausfahrt in Tanygrisiau





    Ja- und dann ist auch diese Zeit zu Ende – so fuhren wir Abend noch auf (!) den Strand bei Porthmadog zum Spazieren gehen – und danach ließ ich es mir nicht nehmen das Auto noch die gut 3km auf selbigen zu bewegen.


    Letzte Spuren im Sand . . .


    gruss dry

    Edited once, last by dry ().

  • Hallo Detlef,


    nochmals auch auf diesem Weg einen besonderen Dank an dich für deinen wunderschön bebilderten und inspirierenden Reisebericht aus Wales, dem "Homeland of Steam", wie unser Sohn begeistert schrieb, als er in etwa zur selben Zeit wie du diesen Landesteil und seine Eisenbahnen erkundet hat.


    Viel Freude weiterhin an deiner tollen Foto-Ausbeute


    und beste Grüsse
    Dieter

  • Hallo Detlef,


    vielen Dank für's Wecken von Erinnerungen an unseren Wales-Urlaub.
    2016 soll's wieder auf die Insel gehen, dann ist unsere Jüngste drei.
    Zur Wahl stehen Schottland oder Wales - mal schauen...


    Einstweilen werde ich mal die Eisenbahnbilder von Damals durchforsten, ob ich noch etwas ergänzen kann - Dein Bericht war ja sehr umfassend.


    Danke
    Matthias

  • Hallo Detlef,
    auch von mir ein Dankeschön für deinen tollen
    Bericht über eine der schönsten Eisenbahnen in einer der schönsten Gegenden der Welt.


    Schöne Grüße
    Sören

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