"Strippenziehen"

  • Auch wenn Ende der sechziger Jahre immer mehr Weichen elektromechanisch geschaltet wurden/werden, so sind doch genügend alte Seilzüge zu warten und auszubessern. Eine kräftezehrende und mühsame Arbeit.
    Auch für den Modellbauer: alle Seilzüge bestehen aus Nylonstartseil aus dem Segelflugmodellbau. Eingefärbt mit „Schlammfarbe Schiene“ von Wenz. Spannwerke für Signale und Weichen, Umlenkrollen und Schächte stammen von Weinert. Das Stellwerk kommt von Real-Modellbau und wird im Einzelnen ein anderes Mal vorgestellt.






    Bin gespannt wie ihr diese Details umgesetzt habt und bin dankbar für weitere hilfreiche Tipps und Tricks.


    Beste Grüße
    Hendrik

  • Hallo Hendrik,


    wirklich Klasse gemacht, die Darstellung der mechanischen Seilzüge für die Weichen und Signale. Sehr oft standen auf den Gewichten der Spannwerke auch noch Zahlen für die jeweilige Weiche oder das Signal. Das beschriften geht mit einem feinen weißen Stift oder man hat noch ein paar Blätter Tip-Ex.


    Gruß aus Sachsen


    Klaus



  • Hallo Hendrik,


    eine Wahnsinns-Arbeit hast Du Dir da gemacht, sieht wirklich super aus, fast wie echt. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:


    Und für alle, die sich fragen, wofür der "Keller"-Raum unter dem Raum mit der Hebelbank im allgemeinen genutzt wurde ;) :whistling:, habe ich hier einen Scan aus meinem Exemplar "ERLÄUTERUNGEN ZU DEN EINHEITSZEICHNUNGEN FÜR STELLWERKSTEILE" von 1927 :


    Tschüß aus Leese


    Frank-Martin

    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • An alle Leser und Zuschauer
    Ganz herzlichen Dank für diese überwältigende Resonanz. Bin zutiefst beindruckt von all den schönen Kommentaren & Bewertungen. Und Klaus, lieben Dank für den Tipp mit den Beschriftung: wird baldmöglichst umgesetzt. Wir haben hier bei uns in Obb. in Seeshaupt am Starnberger See noch ein richtig altes mechanisches Stellwerk: das diente mir (zusammen mit den MIBA-Spezialheften) als Vorbild/Anleitung.
    Und da von vielen gewünscht – hier noch ein paar mehr Bilder:






    Ich möchte aber nicht langweilen.
    Hinter dem Stellwerk geht’s auch interessant zu: da wird nämlich gerade der Kessel für die neue Ölheizung eingebaut. Das kommt aber demnächst in einem anderen Thread.


    Beste Grüße
    Hendrik

  • Hallo liebe Mitleser
    Nochmals besten Dank für das viele Lob. Also auch dafür hat sich dann doch die ganze Mühe gelohnt. Auf alle Fälle ist das sehr viel besser als der Belohnungsautomat bei unserem Bäcker (da kann ich mir mit einem Gummiarm mit Latexhand selbst auf die Schulter klopfen; inzwischen habe ich den Trick aber langsam durchschaut und es wirkt nicht mehr so gut).


    Also:
    Wie Frank-Martin/Baumbauer 007 in Betrag 4 schon sehr schön im Scan-Querschnitt vom Stellwerk gezeigt hat, befindet sich im „Keller“(eigentlich Erdgeschoss) das Seilspannwerk und die Umlenkrollen.
    Beim Modell habe ich hier Digitalschalter von Uhlenbrock für die Lichteffekte (Innen -& Außenlicht und Suchstrahler) eingebaut.
    Im 1. Stock befinden sich dann aber die Nachbildungen für die Hebelbank zum Stellen der Weichen und Flügelsignale (mit Drahtseilen ins Untergeschoss) und Block- und Fahrstraßenhebel. Sogar die Stangen-/Getriebeverbindung von Hebelbank mit dem Blockuntersatz lässt sich nachbilden.
    Das alles gibt es als Rohbausatz aus Resinguss von „schotterwagen.de“. Mit einigen Modifizierungen passt das dann in das Gebäude von Real-Modell. Zusätzlich gibt es einen Kanonenofen und im Hinterzimmer gibt es sogar ein Spülbecken mit Spiegel. Stuhl und Tisch gibt’s bei Paulo.






    Versonnen schaut ein schweizer Besuchskollege von der SBB aus dem Fenster und bewundert den Rechtsverkehr auf deutschen Schienen.


    Viele Grüße
    Hendrik

  • Hallo Hendrik,


    als Fan von Innenausstattungen, finde ich die Fotos ja imposant. Wenn die Google-Bildsuche mir das zweite Bild von unten auswerfen würde, käme ich nicht auf die Idee, dass das ein Modell ist. Dank der von Frank-Martin eingestellten Skizze kann ich mir als Technik-Analphabetin nun endlich mal vorstellen, wie ein Handgriff am Hebel dazu führen kann, dass sich eine Weiche tatsächlich bewegt...


    Schön geworden!


    Gruß,
    Theresa

  • Nochmals Dank für alle guten Zusprüche.


    Um das „Strippenthema“ erst einmal zu einem Ende zu bringen:


    Hinter dem Stellwerk läuft die Telegrafenleitung neben der Bahnlinie zum Stellwerk. Dabei quert die Leitung ein kleines Hochmoor mit Birken- und Schwarzerlenbewuchs.

    Auf dem Feldweg kommt schon der Kollege zum Schichtwechsel.


    Nach langem Warten ist auch endlich eine Ölheizung im Stellwerk eingebaut worden. Da der Untergrund am Rand des Moors aber zu nass und instabil ist, wird der Öltank oberirdisch eingebaut; d.h. Heiko F. mauert gerade einen zusätzlichen „ Tankraum“ an das Stellwerk – auch um den (wenigen) Sicherheitsvorschriften Ende der Sechziger Genüge zu tun.






    Verwendete Materialien: Telegrafenmasten und Isolatoren von Weinert; Telegrafenleitung: Segelstartseil aus dem Modellflugzeugbau eingefärbt mit schwarzer, matter Acrylfarbe; Bäume und Sträucher von „modelldesign.net“, Silhouette & GATRA Modellbau; Zementmischer von NZG, Schilf/Ried von Busch, Mauersteine und Bodenplatten von Domus-Kits (Barcelona/Spanien).


    Beste Grüße
    Hendrik

    Edited once, last by HüMo: NZZ korrigiert zu NZG (Nürnberger Zinkdruckgiesserei) ().

  • Hallo Hendrik,


    kaum bin ich ein paar Tage "forumsabstinent", schon stellst Du einen solch hammermäßigen Beitragsstrang online!


    Ja, wir haben hier im Forum eine ganze Reihe begnadeter Modellbauer - aber deine Bilder beweisen, dass Du definitiv in der Top-Liga mitspielst. Nicht nur deine Detailverliebtheit sondern auch der Gesamteindruck und die Ausgewogenheit trotz platzmäßiger Szenenkompression sucht sicherlich seinesgleichen. Mit deinen Beiträgen setzt Du die Messlatte nochmal ein ganzes Stück nach oben. Dies ist hoffentlich nicht nur für mich eine große Freude beim Betrachten sondern auch Ansporn ein ähnliches Niveau zu erreichen! Du setzt Massstäbe was in unserem Massstab möglich ist!


    Besonders toll finde ich, dass Du dieses "Strippenthema" für mich genau zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht hast. Denn es ist auch bei mir inzwischen beschlossenen Sache, die Stellwerktechnik auf "mechanisch mit offenen Leitungen, Blechkanälen und Spannwerken" umzubauen. Du lieferst erstklassige Anregungen.


    Viele Grüße
    Tom

  • Hallo Tom


    ganz herzlichen Dank für die Blumen. Die gebühren sicher auch noch vielen anderen, die hier mit diskutieren (oder auch über viele Jahre still mitlesen - so wie ich).


    "Szenenkompression": das ist genau das richtige Wort für unser Problem.
    Einerseits erlaubte es mir dann doch die "Strippen" nach einigem Abstand in die Blechkanäle zu verlegen (das erleichterte die Arbeit dann doch ungemein);


    andererseits erinnert mich die beste aller Ehefrauen immer wieder daran, auf wie wenigen Realmetern sich das alles abspielt. Also war ich gestern im Keller und habe die Hälfte aller Figuren (leider auch von Bernd Hauser und anderen) von der Anlage genommen.


    Jetzt sieht's wieder realistischer aus.


    Werde die Miniszenen jetzt mal wöchentlich wechseln.


    Viele Grüße
    Hendrik

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