Dieseltankstelle für Bischofsheim

  • Hallo,


    eigentlich hatte ich gehofft, das Osterwetter wäre schlechter, also kalt oder zumindest etwas Regen. Das wäre prima Bastelwetter gewesen… nun schien aber die Sonne, naja, macht nix, ich habe das Beste draus gemacht... es wird gebastelt!


    Als ich in der vergangenen Woche versucht habe, meine neuen Einkäufe aus Buseck in den Schubladen zu verstauen (jaja, ich weiß, da gehören sie nicht hin!) musste ich erst einmal Platz schaffen. Also raus mit dem „alten“ Kram! Dabei fiel mir auch der Bausatz einer kleinen Dieseltankstelle in die Hände, der dringend aus seinem Dörnröschenschlaf erweckt werden wollte. Der Bausatz stammt von der Fa. Lemsch-Modelle, er besteht aus Resin und Messingblech und enthält neben dem Tank eine Leiter mit Bühne sowie eine Zapfsäule. Über den Bau möchte ich hier berichten.


    Die Tankstelle soll in der kleinen Lokstation von Bischofsheim die örtliche Köf versorgen, die seit einiger Zeit die Rangier aufgaben im Bahnhof übernommen hat, daher ist der Tank nicht allzu groß. Das Ensemble soll eine Betoneinfassung der Bodenplatte sowie ein einfaches Dach zum Schutz der Anlage erhalten.



    Die Einfassung besteht aus kleinen Leisten, die ich mal aus Silvesterraketen geschnitten habe. Mit Sekundenklebergel angeheftet und dann grundiert, anschließend mit Sandy Paste von Stangel bestrichen und betupft. Weil ich grad so gut dabei war, erhielten Fundamente auch noch einen „Beton“-Überzug.



    Die Konstruktion des Daches ist eine Mischung aus Holzständern und Metallprofilen. Also wurden für die Stützen und Balken Kieferleisten gemäß (meiner) Skizze abgelängt und gebeizt. Hier erwies sich das gutes Wetter als Vorteil, ich konnte diese Sachen draußen machen. Ich versenke die einzelnen Profile dazu kurz im Glas mit der Beize und trockne sie dann auf einer Zeitung (dem Ribery wird`s egal sein!).



    Zum Sägen der Holzprofile benutze ich eine sehr feine Handsäge, das geht wunderbar sauber und schnell. Was nicht passend gesägt ist, wird passend gefeilt, z.B. die Schmiegen der Kopfbänder! Zum Zusammenkleben (stumpf, mit Holzleim) habe ich eine kleine Lehre gebaut:



    Die Lehre besteht aus Karton, die Unterlage ist eine dicke Klarsichtfolie, auf der Holzleimreste nicht dauerhaft kleben.


    Es ist wichtig, die Hölzer vor dem Kleben zu beizen, da die Stellen sonst keine Beize mehr annehmen. Den Tank habe ich mit Schmirgelpapier („Schmirgelleiste“) entgratet, den Deckel aufgeklebt und nach einer Grundierung im Farbton Resedagrün lackiert. Freut sich die Familie, es ist ist schönes Wetter, also draußen in der „Spritzkabine“:





    Das Dach entsteht aus Alu(?)-Wellblech (Buseck-Kauf vom letzten Jahr ;) ). Es soll auf Stahlträgern aufgelegt werden, die wiederum auf den Holzbalken liegen sollen. Aber erstmal muss das Blech gerichtet werden:



    Das sind die vorbereitenden Arbeiten gewesen, über den Zusammenbau werde ich noch berichten...


    Gruß
    Thomas

  • Hallo,


    so sieht der aktuelle Stand aus:



    Der Tank ist lackiert und steht probehalber auf seinem Sockel.



    Die Bauteile der Überdachung: Wellblecheindeckung, Holzkonstruktion und Doppel-T-Profile



    Die Ätzplatine für Zapfsäule, Treppe und Bühne


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,




    den Bausatz hab ich auch noch wo vergraben, muß ich mal raussuchen - Deine Gestalltung mit dem Dach finde ich super, das ist Modellbau wie er mir gefällt. :thumbsup:


    Hast Du die Masse Der Überdachung parat?

    Herzliche Grüße aus Bayern


    Andreas

  • Hallo Andreas,


    die Maße schick ich Dir, wenn der Puls wieder gesunken und der Blutdruck nicht mehr gesundheitsgefährend ist :cursing:


    Habe mal wieder versucht zu löten -> "kleben mit Zinn" wie der Problemfreie so trefflich sagt. Vll. kennt ihr das Gefühl: die Ätzplatine liegt jungfräulich vor Dir, so, wie man es aus den tollen Bauberichten der Messingfreaks kennt. Also, nur Mut! Was die anderen können... außerdem habe ich ja neulich ein Geländer mit mäßigem Erfolg gelötet ("geklebt" ;) ) und einen virtuellen (um nicht zu sagen "virituellen") Lötkurs im Forum besucht! Beste Vorraussetzungen und irgendwann muss man ja anfangen..



    Die Zapfsäule ist denkbar einfach konstruktiert: 4 Wände und 1 Deckel! Sollte kein Problem darstellen... abgesehen davon, dass ich ein 3D-Modell haben möchte und kein plattes Teil einer sexy aussehenden Ätzplatine! Also Kanten war angesagt... auch kein Problem für einen echten Holzwurm! Dass die Kanten nachher eher an Rundungen erinnerten, konnte ich noch verschmerzen. Aber dass sich Rundungen und Kanten immer wahllos abwechseln, sieht schon gewöhnungsbedürftig aus.


    Nur nicht entmutigen lassen! 2 Wände der Säule werden einfach stumpf zusammen gelötet, schon ist der Kasten geschlosen. Betonung liegt auf EINFACH! Das kleine Miststück steht unter Spannung und flutsch jedes Mal aus der winzigen Führungsnut! Nicht schimpfen, denk ich, bleib ruhig, einfach atmen! Wozu gibt es Klemmen?


    Damit habe ich es auch dann geschafft, die beiden Ausreißer einzufangen. Leider auf Kosten der selbigen, der Klemmen nämlich. Die haben mir die minutenlange Hitzezufuhr sichtbar übel genommen. Auch kein Problem, die geschmolzenen Plastikreste waren schnell entfernt, die Säule stand wie ne Eins vor mir! :thumbsup: ICH KANN LÖTEN!!!!



    Schade nur, dass die Fuge komplett offen war. Und dazu noch ungleichmäßig breit... Naja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Zumindest nicht in meinen Anlagenraum! Kann man ja alles zuspachteln, vorher müssen allerdings die Lötbratzen zumindest von der Sichtseite gehobelt werden (Hitze kommt an mein Modell nicht mehr ran!).


    Wenn´s erstmal lackiert ist, sieht das kein Preiserlein mehr, denke ich und mache weiter. Puls bei 150.... ruhig durchatmen! Jetzt der Deckel: EINFACH runterklappen und... Mist, wieder löten! Also reichlich Lötzinn drauf, diesmal mit Pinzette (hitzeständig!!) festgehalten und siehe da: noch ne Fuge! Da die Grundfläche meiner Säule zwar viereckig, aber leider nicht rechteckig ist, passt der Deckel natürlich auch nicht.


    Was soll´s, ist doch alles Hobby! :P Macht doch Spaß (jedenfalls denen, die`s nicht machen müssen). Was gibt`s schöneres als ein paar geruhsame, erholsame Bastelstunden? Gut, dass es kein Lokmodellbausatz für 599 € war...


    Hier noch das Foto zum aktuellen Stand:



    PS: Die Tür wird GEKLEBT!!!!!!!!!!!!!!!!


    Geruhsames Osterfest :D
    Thomas

  • Uih, Thomas,


    Du hast genau das beschrieben, was ich bei meinem letzten Lötversuch erlebte... Inklusiv der Gefühle... :cursing:


    Habe ich schon mal gesagt, dass ich Löten hasse???? :thumbdown:


    Danke für die Schilderung!


    Gruß
    Nafets

  • Hallo Thomas,


    wie Du schon sagst, es ist noch keiner vom Himmel gefallen.
    Trotzdem finde ich es gut, dass Du uns dein Ergebnis hier präsentierst.


    Auch möchte ich dazu meinen Senf abgeben, was vielleicht zu einem noch besseren Ergebnis führen könnte.
    Bevor ich löte, raue ich die Oberfläche mit 600er Schleifpapier an. Nach meinen Erfahrungen ist auf Messing immer eine kleine Oxydationsschicht, die das löten ein bisschen erschwert.


    Die Problematik der nach dem Falten unter Spannung stehen Bleche kenne ich auch. Deswegen biege ich die Bleche über den erforderlichen Winkel hinaus und dann wieder zurück. Meine anfängliche Angst, dass ich das Messingblech durchbreche, erwies sich als unbegründet.


    Auch wenn ich es hier und da schon mal erwähnt habe und es sich nach Schleichwerbung anhört, bekomme ich die besten Lötergebnisse mit dem Lötöl von Ndetail.
    Seit dem ich das benutze habe ich richtig Spaß am löten! :)

    Gruß Signum oder auch Thomas
    Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

  • Signum:
    "Seit dem ich das benutze habe ich richtig Spaß am löten! :) "


    ???? Hallo???


    Die nächste Zapfsäule säge ich mit ner Sticsäge aus einem Kantholz!! ;)


    Naja, ich gebe zu, ich habe das Lötwasser vergessen... :) kann doch mal passieren!


    Nafets:
    Wenn Du mal Tipps brauchst... ;) nicht zum Löten, sondern zum Blutdrucksenken meine ich!


    Jetzt wird gespachelt!


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    Quote

    "Seit dem ich das benutze habe ich richtig Spaß am löten! :) "


    ???? Hallo???

    Echt!

    Quote

    Naja, ich gebe zu, ich habe das Lötwasser vergessen... :) kann doch mal passieren!

    Gegen Lötwasser hatte ich schon immer eine Abneigung, weiß gar nicht warum.
    Das Lötöl gefällt mir, weil es so ein bisschen zäh fließenderist und gut überall hängen bleibt.
    Auch zu geschwämmte feine Gitter (z.B. bei Petau) bekomme ich dank Lötöl wieder frei.

    Gruß Signum oder auch Thomas
    Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

  • Hallo Thomas


    Wir sind doch erst in Folge 4 des Lötkurses. Da kann man noch kein perfektes Ergebnis erwarten!
    Ich hatte jetzt mal mit den Gitterboxen vom Hausherren probiert und mit dem Lötöl geht's wirklich nicht schlecht.
    Das heißt nicht, dass meine Gitterboxen jetzt wie neu aussehen. Ich glaube die sind schon mehrmals
    vom Stapler gekippt. Vielleicht hätte ich noch in den Bieger (Bug) von N-detail investieren sollen.


    Ganz toll finde ich, dass Du Deine Arbeit trotzdem gezeigt hast, so kann ich gleich noch lernen
    wie man kleine Fehler wieder behebt. :)

  • Hallo Bernd,


    wenn man Spaß am Löten bekommt und ein bisschen mehr machen möchte ist so eine Biegewerkzeug sehr empfehlenswert.
    Ich habe mich seinerzeit für das 5,5 Zoll Biegewerkzeug entschieden, weil es fast alle Biegearbeiten abdeckt.

    Gruß Signum oder auch Thomas
    Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

  • Hallo,


    die Sonne scheint wieder :) nicht nur draußen! Der kleine Rückschlag beim Löten ist läääängst vergessen!
    Die Überdachung hatte Richtfest!



    Die Holzkonstruktion habe ich unter das Dach geklebt.


    Dann auf Halteleisten geklebt, damit die Stützen auch unten gehalten werden. DIese werden nachher im Erdreich verschwinden.



    Tankstelle und Überdachung bleiben getrennt, das erleichtert den Bau und die Montage.



    Der Tank ist inzwischen mattiert, die Alterung folgt noch.


    Die Zapfsäule hat ihr Dach erhalten, wieder spachteln... dann lackieren.



    Der Bausatz enthält keine Beschriftungen. Meistens steht doch "DIESEL" oder so was drauf... Woher nehmen?


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas


    Mit Deinen Holzarbeiten und Lackierfähigkeiten machst Du dieses kleine Lötmanko
    Aber ganz locker wieder wett!


    Respekt

  • Hallo Thomas,


    schade, dass du so schnell mit dem Löten aufhören willst. Auch meine ersten Lötversuche sahen so wie bei dir aus. Ich konnte gerade mal zwei Kabel zusammenlöten und auch das sah furchtbar aus und hielt nicht immer. Aber nach dem Motto "try and error" habe ich es weiter versucht und heute bringe ich halbwegs saubere Lötungen zustande :thumbsup: .


    Warum lötest du nicht die Säule auseinander, entfernst die dicken Lotbatzen halbwegs, reinigst mal die Kanten und verwendest Lötwasser/-öl, verzinnst die zu lötenden Flächen vor. Und vor allem nicht soviel Zinn verwenden. Gerade an solchen "kleinen" Teilen kann man das sehr schön üben.


    Manchmal sollte man die Tipps von anderen ruhig mal beherzigen :whistling: .


    Gruß


    clausO




    p.s. hier mal mein aktuelles Projekt:


  • @ Claus:
    Nein, so schlimm ist es nicht, da hast Du mich falsch verstanden. Ich wollte nicht aufgeben und bin dankbar für Tipps! Deshalb stelle ich ja auch die Misserfolge ein... es soll ja auch den anderen Mut machen, die sch nicht trauen oder nicht im 1. Anlauf erfolgreich sind.


    So, die nächsten Schritte: mal wieder was mit Messing! Nur Mut, schlechter kann`s nicht werden. Hier in 2 D ("sexy aussehende Ätzplatine"):



    Die Teile haben ich schon mit nem Cutter raus getrennt.


    Das Kanten geht auch schon besser:



    Mit dem kleinen Stahllineal geht`s prima! Die Füllungen in den Geländern lasse ich noch etwas drin, mnan weiß ja nie...


    Und jetzt kommt`s! Wer bis hier her mitgelesen, mitgefiebert und mitgelitten hat, wird meine Freude (und meinen Stolz) nachvollziehgen können:



    Wie g... ist das denn? :thumbsup: :thumbup: 8o Ich freu mich einfach nur!


    An dieser Stelle muss ich mal den kürzesten aller Golfer-Witze bemühen (Golf ist mein Sommerhobby):
    "Ich kann`s!" Meist wird man wieder schnell auf den Boden zurück geholt, aber ich genieße mal kurz den Augenblick!


    Dann wieder grundieren:



    Ich bin sehr zufrieden!


    Als nächstes "richtige" Farbe drauf, dazu morgen mehr! Wenn`s am schönsten ist, soll man aufhören :) :) !


    Gruß
    Thomas


    PS: Diesen Beitrag widme ich meinem Freund, der wandern "muss" während andere basteln "dürfen"! Ich wünsche Dir schlechtes Wetter, vll. darfste dann wieder nach hause!? ;)

  • Hallo Thomas,


    Quote

    Wie g... ist das denn? :thumbsup: :thumbup: 8o Ich freu mich einfach nur! .......
    ........ "Ich kann`s!" Meist wird man wieder schnell auf den Boden zurück geholt, aber ich genieße mal kurz den Augenblick!


    Da freue ich mich doch, einfach, auch etwas länger mit Dir und die Plattvorm mit dem Geländer ist Dir voll und ganz gelungen!


    Ich werde um hier Deinen Baubericht nicht zu zerstören, im Löt-Thread die Säule wieder als Besprechungsobjekt als Direktlink einfügen.
    Es ist in diesem Lötbeispiel ein wesentlicher Aspekt hinzugekommen, den wir noch nicht besprochen haben und dies sind die unterschiedlichsten Lötnähte..................., an dieser Kantsäule ist es die sogenannte "offene Naht". Dies ist die schwerste Löhtnaht die es zu löten oder auch zu verbinden gilt.


    Alles andere haben Signum, @ clausO und Du ja schon ganz richtig erkannt und geschrieben.


    Wünsche weiter gutes Gelingen, die Tankstelle wird übrigens toll! So konnte ich die Stangel Putztechnik hier zum erstenmal angewendet sehen. Damit kannst Du sehen wie schön es ist, für mich solche Bauberichte zu lesen.


    Frohes Basteln, wünscht Thorsten

    Edited 2 times, last by DRG: "offene Naht" herforgehoben. ().

  • Hallo,


    ich habe nur wenig weiter machen können, hier die Bilder:



    Erste Alterung der Überdachung, gestern noch Sonnenschein...



    Zapfsäule mit 1. Anstrich, Treppe und Bühne montiert und gealtert...


    So weit, so gut! Aber der getrennte Bau von Tankstelle und Überdachung hat nicht nur Vorteile:



    Der Gesamteindruck gefällt mir...



    ... das Dach auch mit der 2. Alterung.


    EInziges Manko:



    Das Dach ist nicht hoch genug :(


    Naja, auf Einzelschicksale kann beim Basteln nicht immer Rücksicht genommen werden ;) Die Stützen werden dann halt verlängert, mal schaun wie ich das machen werde!


    Die weiteren Arbeiten:
    - Endlackierung Zapfsäule
    - Zapfschlauch
    - Beschilderung
    - Detaillierung


    Demnächst gehts weiter an der Tankstelle in Bischofsheim :)


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas


    Vielleicht wären Betonsockel eine Möglichkeit zum erhöhen.
    Könnten aus Balsa sein, nach oben hin etwas schlanker schnitzen, Betongrau gestrichen


    Oder Sockel vom auslaufschutz verdoppeln und Dach auf Sockel

  • Irgendwie finde ich es aber schade, dass das Dach nun Einiges Deiner tollen Arbeit wieder verdeckt :(

    Da hast Du nicht ganz unrecht, Michael!


    Aber ich finde es so "spannender", weil man nicht sofort die ganze Szene überblicken kann. Man muss sich schon die Mühe machen, näher ran zu gehen und sich zu bücken!


    Warte mal ab bis das Dach aufgeständert ist, ich hab da schon eine Idee! Dann schauen wir uns das nochmal an, OK?


    Gruß
    Thomas

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