Projekt G(K)rummhübel

  • Hallo,


    auf einigen Bahnhöfen im Riesengebirge standen auf Podesten an Fahrleitungsmasten kleine Trafos. Welchen Zweck sie erfüllten kann ich nur vermuten. Es könnte sein, dass mit heruntertransformiertem Strom die Bahnsteigbeleuchtung betrieben, oder wie in Krummhübel dass Lichtsignal mit Strom versorgt wurde. Nachgewiesen in der Literatur ist es auf jedem Fall, dass die Lichtsignale mittels Trafos aus dem Fahrstrom versorgt worden. Allerdings gab es diese Trafos auch auf Bahnhöfen, wo keine Lichtsignale standen.


    Mein Grummhübel erhält also auch solche einen Trafo, wofür nun das Podest gebaut wurde.
    Erst wurde mal aus 2,5mm L-Profilen und 1mm L-Profilen die Podeststütze gebaut. Als Lötlehre wurde ein Holzklötzchen angefertigt.

    Diese Stütze wurde an die länger gelassenen U-Profile der unteren Quertraverse angelötet.

    Aus U-Profilen und H-Profilen entstand die Unterkonstruktion der Plattform. Dort werden später noch Bretter aufgelegt.

    Das Geländer entstand aus 0,8mm Draht. Es hat nur einen Handlauf, da es nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Moin Roland,


    ich weiß jetzt nicht, ob es das zu der Zeit schon gab, aber vielleicht könnte der Trafo für die Energieversorgung einer elektrischen Weichenheizung sein.


    Heute gibt's das ab und an auf kleineren Unterwegs-Stationen. Da sitzt dann der 15kV-Mastschalter auf dem Turmmast, an dem auch der Trafo montiert ist.



    Tschüß aus Leese


    Frank-Martin


    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • Moin Roland,


    1963 wurde die Nord-Süd-Strecke im Bahnhof Kreiensen elektrifiziert. Von Beginn an bis heute waren mehrere Masttrafos installiert, die die Energieversorgung der elektrischen Weichenheizung (16 2/3 Hertz + 220 Volt) und der elektrischen Zugvorheizanlage (16 2/3 Hertz + 1000 Volt) sicherstellten. Das Steuerpult zum Ein- und Ausschalten (Betätigung der Mastschalter oben auf dem Mast) befand sich beim Fahrdienstleiter auf dem Stellwerk. Die Lasttrennschalter (Mastschalter) wurden motorisch angetrieben.


    Für die Bahnhofsbeleuchtung und das sonstige 220Volt-Leitungsnetz wurde Strom von der Hannover-Braunschweigischen-Stromversorgungs-AG (Hastra) geliefert, also öffentliches Netz.


    Eckhard

  • Hallo Frank-Martin und Eckhard,


    ihr habt natürlich recht, an eine Weichenheizung habe ich nicht gedacht. Jetzt ist mir auch klar, warum im Bahnhof Jacobsthal auch ein Masttrafo vorhanden war, obwohl es dort keine Lichtsignale gab.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    nachdem nun fest steht, welche Funktion der Trafo hat, wurde er gebaut. Er besteht aus 0,5mm und 1,5mm dickem Polystyrol und einem Stück Alu-Rundmaterial. Es soll einen ölgekühlter Trafo sein. Die Zirkamaße wurden anhand von Bildern bei Tande Google ermittelt. An die drei großen Isolatore (Sommerfeld Spur 0) werden die Fahrleitung Gleis 1, das Erdkabel und als Rückleiter das Gleis angeschlossen. An die 3 kleinen Isolatore (Sommerfeld Spur N) werden die Weichenheizungen und die Erdung angeschlossen (Anschlussplan ebenfalls bei Tande Google gefunden).

    Die Fahleitung von Gleis 2 endet nach der Weiche zu Gleis1 und muß am Mast abgespannt werden, was mit einem Hebelspannwerk erfolgt. Dieses entstand aus Messing-U-Profilen, 1mm Messing und Draht. In die beiden Ösen wird später die Fahrleitung eingehangen.

    Dann kamen Filligranlötarbeiten an die Reihe. Aus Draht, Steuerungsteilen von N-Lokomotiven, Winkelprofilen und 5mm Seilrollen enstanden die Abspannungen für die Gleise 1 und 3. An den Enden wurden wieder kleine Ösen angelötet, um dort später die Fahrleitung einhängen zu können.


    Was die alten Preußen sich bei dieser komplizierten Mimik sich dachten, weiß ich nicht, aber es hat Spaß gemacht, diese nachzubauen.


    Jetzt muß noch der Trafo angeschlossen werden.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Rollo,


    wenn der Trafo in der Realität so angeschlossen würde gäbe es beim Einschalten bestimmt nen guten Knall. Aber das ist im Modell ja egal. Ich bewundere immer wieder was Du aus ein paar Messingprofilen baust und lese gerne jeden neuen Beitrag von Dir. Und eine Sache frage ich mich immer wieder: Wie groß muss die Kiste mit den Spur N Steuerungsteilen sein. :D Du musst ja Hunderte geschlachtet haben. Also immer weiter so. Ich werde gerne dran bleiben.

    freundliche Grüße


    Torsten



    In Spur 0 noch Neuling, sonst noch H0 3 Leiter

  • Hallo,


    der Elektroanschluß für den Trafo wurde nun auch noch hergestellt. Da der Trafo nur in der kalten Jahreszeit benötigt wird, hat er natürlich auch einen Abschalter bekommen.

    Meine Anlage spielt im Sommer, also ist der Schalter geöffnet. Er wird handbedient, dafür wurde das entsprechende Gestänge angebaut.

    Das ganze sieht jetzt so aus:


    Die restlichen Kabel zum Trafo und die Gewichte werden nach dem Lackieren angebracht. Morgen wird dann der Kompressor angeworfen und alle bisher gebauten Maste gespritzt.


    Hallo Toto,


    wie wurden die Trafos denn angeschlossen?
    Und was die Steuerungsteile von N-Loks anbelangt, so brauchte ich keine Loks demontieren. Ich habe diverse Teile aus der Konkursmasse von Arnold ergattern können und auch Teile älterer Herstellung von Minitrix. Wer solche Teile zum basteln braucht, nur bei mir melden. Es fallen nur Portokosten an. :)


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Chef,


    das ist ja ein " Hammer", was du da baust.


    Da wird ja noch einiges auf mich zu kommen, was den Bau der Oberleitung auf meinen Bahnhof betrifft. 8|
    Verschenke nicht soviel Teile, ich brauche auch noch welche. :D


    viele Grüße Robby

  • Hallo,


    der Messingglanz muss weg, also Kompressor angeworfen, Farbe in die Spritzpistole und los ging es. Es wurden gleich alle Maste gespritzt, dachte ich. Als die Pistole gereinigt war, sah ich, ein Einzelmast wurde vergessen. Der kommt bei der nächsten Lackorgie mit dran.


    Ein Blick über die Bahnanlage sieht nun so aus:

    Am längsten hat natürlich die Lackierung der Abspannmaste gedauert. Und nach dem Lackieren fällt es kaum noch auf, dass die Streben in den Masten Rundmaterial anstatt Winkelprofile sind. Geht also.

    Die Gewichte bestehen aus 8mm Messingrohr. Die Rillen wurden auf der Drehbank eingedreht. Oben wurden abgedrehte Holzdübel eingepresst und mit einem kleinen Loch versehen, um die Gewichte dann an die Drähte zu kleben.

    Auf der anderen Seite musste noch der Trafo angeschlossen werden. Für die Anschlusskabel wurde weicher Kupferdraht verwendet, der trotzdem noch ganz schön widerspenstig beim verlegen war. (War wohl der schwierigste Akt beim Bau der Abspannmaste)



    Nun kann ich mich dem Weiterbau der Landschaft widmen, der Bau von Masten wird erst wieder aktuell, wenn das V. Segment gebaut wird.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    die Lötarbeiten waren noch nicht beendet. Am Bahnsteigende musste noch ein Geländer mit Schlupftor für den Rangierer aufgestellt werden.

    Und um den Trafo ein- und ausschalten zu können, musste noch eine Leiter an der Stützmauer angebracht werden.

    Auch die Vegetation fängt an zu sprießen.

    Und am kleinen Schuppen haben es sich die Bahnarbeiter schön gemacht. Helmut ist gerade mit der Beseitigung von Unkraut beschäftigt, da zurzeit auf dem Bahnhof nichts los ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

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