Erfahrungen mit der Petau Achsspiel-Verringerung für die V 60 von Lenz

  • Hallo und guten Tag allen Forumianern,


    ich möchte über meine Erfahrungen mit der Achsspiel-Verringerung von Petau berichten:



    Obwohl mein Exemplar der V 60 "ab Werk" bereits sehr ruhig lief, hatte ich dennoch den Wunsch nach einer weiteren Verbesserung ihres Laufverhaltens. Denn anders als bei meinen anderen Lenz-Lokomotiven hatte ich eine gewisse Ungleichmäßigkeit ihres Laufs durchaus bemerkt. Dies äußerte sich allerdings weniger optisch, sondern mehr akustisch im schwankenden Laufgeräusch des angehängten Zuges und einem wiederkehrenden Zucken "weicher" Kupplungen im unteren bis mittleren Geschwindigkeitsbereich.



    Leider verbesserte sich das Laufverhalten der V 60 durch den Einbau der Achsspiel-Verringerung von Petau nicht, im Gegenteil jetzt ruckte die Lok erst richtig und sogar optisch deutlich wahrnehmbar. Auch eine nochmalige Kontrolle, dass sich durch den Einbau des Petau-Teils nichts verklemmt hatte, brachte keine Besserung. Erst nach dem Ausbau der Achsspiel-Verringerung lief die Lok wieder so gut (oder schlecht) wie vorher.


    Da ich grundsätzlich an der Fachkompetenz des "Erfinders" der Achsspiel-Verringerung und an der Qualität des von Petau gelieferten Teils keine Zweifel habe, möchte ich hiermit die Fachleute unter Euch fragen:



    1. Habe ich möglicherweise einen Fehler beim Einbau der Achsspiel-Verringerung gemacht? Gibt es irgendeinen "Trick", den ich beachten sollte?


    oder



    2. Ist es möglich, dass bei meiner V 60 das Achsspiel bereits "ab Werk" bereits so klein ist, dass es nach dem Einbau der Achsspiel-Verringerung von Petau nunmehr zu gering ist?



    Nach dem Wiederausbau der Achsspiel-Verringerung habe dann noch einen Versuch durchgeführt, indem ich die Kuppelstangen auf beiden Seiten der Lok entfernt habe. Das Ergebnis war - abgesehen von der schlechten Traktion, weil dann nun nur noch eine Achse angetrieben ist - ein absolut runder und gleichmäßiger Lauf der Lok.



    Bei ausgeschaltetem Sound ist der Antrieb der Lok übrigens nahezu unhörbar. Ich gehe deshalb davon aus, dass Motor und Getriebe in Ordnung sind und die elektronische Ansteuerung des Motors optimal eingestellt ist.



    Auf Eure Stellungnahmen zu meinen Ausführungen bin ich sehr gespannt.


    Viele Grüße
    Stephan

    Edited once, last by StEAG: Layout korrigiert ().

  • Das Problem bei Kuppelstangen, auch beim Vorbild, ist der Konflikt zwischen einer möglichst starren Kopplung des Antriebs, um eine verlustarme Kraftübertragung zu erreichen, und dem notwendigen freien Spiel der Radsätze in der Lagerung und Federung.
    Das Vorbild löst das über wartungsintensive Gelenke in den Stangen und definiertes Querspiel in den Zapfenlagern. Außerdem werden die Lager regelmäßig erneuert um das Spiel nicht zu groß werden zu lassen.
    Eigentlich müssten bei der Verkleinerung die Toleranzen auch kleiner werden, damit das genau so fein läuft. Das kann aber keiner mehr bezahlbar fertigen, darum vergrößert man die Toleranzen in der Hoffnung , dass andere Skalierungseffekte, wie fehlende Trägheiten, das kompensieren. Das klappt meistens, aber manchmal auch nicht, wie bei dir.
    Nach deiner Beschreibung wird der im Original vorhandene mechanische Fehler durch die Regelung kompensiert, das Motorgeräusch wird unrund, aber die Lok fährt gut. Mit dem Umbau hast du es eigentlich verschlimmbessert, denn nun schafft es die Regelung nicht mehr. Warum lässt du die Lok einfach nicht so wie sie war?
    Übrigens empfehle ich mal die Mitfährt auf einer Lok mit Stangenantrieb, danach ist man von der Illusion eines weichen Laufs eines solchen Fahrzeugs befreit.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Stephan,


    nachdem ich die Achsspielverkleinerung bei meiner V60 eingebaut habe, hat sich am Laufverhalten selbst eigentlich nichts verändert (Ruckeln kam bei mir eindeutig von der Lenzschen Motor/Dekoder-Einheit.
    Was sich aber an der mittleren Achse sehr verbessert hat, ist dass das Vor- und Zurückwackeln der Räder alle halbe Umdrehungen deutlich weniger wurde. Ganz weg ist das Wackeln nicht, aber nicht mehr so deutlich wie vor dem Umbau zu sehen.


    Ich gehe davon aus, das bei dir das Gestänge 'zu wenig Spiel' hat. D.h,. dass das Gestänge, wie beobachtet, die Achse 'hin- und herreißt', aber durch das zu große Achsspiel nicht weiter hemmte, da es augeglichen wurde. Erst durch das Begrenzen der Achslagerspiels mit der Achsspielverkleinerung kommt es nun zu Hemmungen des Laufs, da die Achse nun nicht mehr ausweichen kann.


    Ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.


    Was Du nun tun kannst ist folgendes: Fahr mit der Lok auf Stufe 1 bis Du eine Hemmung feststellen kannst und stoppe die Lok sofort (oder Schnecke am Getriebe ausbauen und die Lok schieben). Wenn Du nun durch Wackeln am Gestänge am mittleren Radsatz (Lok muss noch auf den Gleisen stehen) kein Spiel mehr feststellen kannst (Gestänge klemmt ganz leicht am Rad), dann musst Du ggf. die Bohrung im Gestänge entsprechend ein gaaanz klein wenig aufweiten (anfeilen an der richtigen Seite), bis es nicht mehr hemmt. Oder die Achsspielverkleinerung wieder ausbauen. Dadurch wackelt halt dann die Achse wieder...


    Berichte mal, ob Du ein Klemmen feststellen kannst.


    LG Ralf

  • Hallo Stephan,
    ich hatte eine deutlich taumelnde V60, weshalb ich mir die Achsspielverkleinerung gekauft habe.
    Weg ist das Taumeln nicht gaaanz, aber deutlich weniger, so dass ich allen Besitzern den Einbau bei taumelnder Fahrt empfehlen kann.
    Wer keine taumelnde Lok hat, braucht die Achsspielverkleinerung halt nicht.


    Wenn du eine Lok hast, die gut läuft, sei froh-ärgere dich nicht über die paar Euro, vielleicht kennst du ja jemanden, der die Teile gebrauchen kann.

    Gruß
    Matthias
    MBeBe - Moderne Bahn in den Bergen :thumbup:

  • Hallo Stephan,


    das bei Deiner V60 nicht unbedingt eine Verbesserung der Laufeigenschaften zu sehen ist, bzw. sie sich diese sogar verschlechtern, kann durchaus sein.
    Ein gewisses Spiel wird Aufgrund dieser Konstruktion sogar benötigt.
    Meine Erfahrung und durch den Meinungsaustausch mit anderen Spur Null Freunden (die eine V60 haben) sagen mir, das das Bewegungsspiel der Antriebseinheit recht unterschiedlich sein kann.


    Bei meiner V60 war es recht hoch und ich konnte mit dem Einbau einen Verbesserung der Laufeigenschaften feststellen.
    In manchen Fällen reicht es, die beweglichen Teile im Achsbereich noch einmal gründlich nach zu ölen und die Lok etwas fahren zu lassen. :D
    Vielleicht hatten unsere asiatischen Freunde das Ölkännchen mal verlegt oder so was in der Richtung... ;)

    Gruß Signum oder auch Thomas
    Ich habe keine Macken, das sind Special Effects

  • Hallo, Ich besitze keine V60 aber eine V36, und die läuft sehr gut. Obwohl der Antrieb doch sehr ähnlich ist, habe ich von dieser Lok noch keine Probleme über ruckeln gehört.
    Gruß Matthias.

  • Hallo Matthias,


    bei der V60 wird nur eine Achse über Zahnräder angetrieben und das ist leider auch noch eine der äußeren.
    Bei der V36 wird eine äußere Achse und die Blindwelle über Zahnräder angetrieben. Außerdem ist die Achslagerung spielfreier und es gibt keinen Halbwellen.


    Gruß Uli

  • Hallo an alle,


    die sich die Mühe gemacht haben, auf meine Fragen einzugehen: nochmals vielen Dank!


    Falls ich falsch verstanden worden sein sollte: Ich wollte mich über das Petau-Teil nicht beklagen und bin auch nicht verärgert, wenn es bei meiner Lok keine Verbesserung bewirkt. Ich wollte nur sichergehen, dass die erhoffte Besserung nicht nur deshalb nicht eintritt, weil ich "einfach zu blöd" bin, das Teil korrekt einzubauen.


    zu Ralf: Danke für Deinen konkreten Verbesserungsvorschlag. Ich werde das übers Wochenende ausprobieren und dann berichten!


    zu Matthias: Dein Beitrag hat mir deutlich gemacht, dass ich die Wirkung der Achspielverkleinerung offenbar missverstanden habe. Ich dachte, dadurch würde das von mir beobachtete Ruckeln reduziert. Es geht aber wohl um eine Verbesserung des Laufverhaltens, durch das eine Schlingerbewegung der Lok im Gleis vermindert werden soll. Anders ausgedrückt: Störung in Querrichtung (Taumeln) statt Störung in Längsrichtung (Ruckeln)?


    Viele Grüße
    Stephan


    zu Thomas: Wenn ich Ralfs Vorschlag abarbeite, werde ich auch die Ölkanne schwingen.

  • Liebe Forumianer,


    wie angekündigt habe ich am Wochende nicht auf Schafe, sondern auf meine V 60 gestiert. Dabei habe ich wieder viel gelernt, ohne das Problem allerdings wirklich gelöst zu haben.


    Zunächst habe ich die Lok auf meinen Rollenprüfstand gesetzt, die Bolzen an der mittleren Treibachse und an der Kurbewelle abgeschraubt und beobachtet, wie sich die Zapfen von Treibachse und Kurbewelle innerhalb der Löcher in den Treibstangen verhalten, wenn ich den Antrieb in Bewegung setze. Es zeigte sich, dass die Zapfen innerhalb der Löcher einen ziemlichen "Tanz" aufführen, was die Experten unter Euch wohl nicht überraschen dürfte.


    Ich habe dann nach jeweils etwa 1/4 Umdrehung angehalten (Zapfen unten, links, oben und rechts) und die Position der Zapfen innerhalb der Löcher protokolliert. Es ergab sich folgendes Bild:


    rechte Seite
    Treibachse: Zapfen in allen vier Positionen links oben
    Kurbelwelle: Zapfen links oben, rechts oben, links oben und rechts oben


    linke Seite
    Treibachse: Zapfen rechts, rechts oben, links oben und rechts oben
    Kurbelwelle: Zapfen unten, unten, unten und links


    Zur Verdeutlichung ein paar Bilder:






    Nachdem ich die Löcher entsprechend dieser Beobachtungen mit einer Rundfeile an den Engstellen etwas aufgeweitet hatte, war ich gespannt auf das Ergebnis. Ihr könnt Euch meine Überraschung vorstellen, als sich jetzt das leichte Ruckeln meiner Lok in ein richtiges Haken verschlimmert hatte.


    Zurück auf dem Rollenprüfstand entfernte ich die Rollen unter der mittleren Antriebsachse der Lok, um sie frei drehen zu lassen. Und nun wurde mir schnell klar, warum alles noch schlimmer geworden war: Jetzt "eierte" die mittlere Achse richtig heftig, woran sie offenbar bislang durch die engeren Löcher in den Treibstangen erfoglreich gehindert worden war.


    Ich beschloss, die inzwischen als überflüssig ausgebaute Achsspielverkleinerung von Petau wieder einzubauen. Und siehe da, jetzt konnte sie ihre Wirkung entfalten und die mittlere Achse lief nahezu vollkommen rund.


    Zurück auf dem Gleis war die Freude über diese Maßnahme schnell wieder verflogen. Die Lok ruckte und zuckte, dass es eine Pracht war. Woran lag das nun wieder?


    Nachdem ich die Lok wieder auf den Rücken gelegt hatte, stellte ich fest, dass die mittlere Achse einseitig schlecht federte. Wenn ich das Rad auf dieser Seite kräftig nach unten drückte, kam es nicht wieder hoch, die Achse saß schief. Nach einigen Versuchen hatte ich beide Federn dazu überredet, ihre Pflicht zu tun, und zusätzlich das Achslager und die Petauteile etwas geölt, so dass der Radsatz jetzt auf beiden Seiten unghemmt federte. Auch allen Kurbelzapfen spendierte ich ein Tröpfchen Öl.


    Nun stellte sich der erste Erfolg meines Tuns ein: Die Lok lief wesentlich besser, wenn auch noch nicht ruckelfrei.


    Also wieder das lustige Spiel der Teibzapfen in den Löchern der Treibstangen beobachtet. Die Dinger blieben nicht in der Mitte der Löcher, sondern strebten in einigen Stellungen der Räder immer noch mehr oder weniger stark an den Rand der Löcher. Es schien mir allerdings, dass die Zapfen der mittleren Treibachse sich weitgehend in der Mitte der Löcher hielten, so dass ich beschloss, zunächst nur das zur Kurbelwelle gehörige Loch der Treibstange noch mehr auszuweiten.


    Nach mehrmaligem Ein- und Ausbau und weiterem Feilen an den beobachteten Engstellen kann ich ein erstes positives Zwischenergebnis präsentieren: Auf dem Rollenprüfstand kann ich keinerlei Unregelmäßigkeiten beim Lauf der Lok mehr beobachten. Auch auf dem "richtigen Gleis" ist das nervige rhythmische Ruckeln der Lok fast völlig verschwunden. Jetzt gibt es nur noch kleine unregelmäßige Haker, die insbesondere auf Weichen und anderen Unebenheiten im Gleis auftreten. Besonderns auffällig ist eine Stelle mit einem (von mir nicht beabsichtigen und bislang auch nicht wahrgenommenen) winzigen "Eselsrücken", über den die Lok jetzt regelrecht stolpert.


    Bevor ich mich daran mache, die Löcher der Treibstange an der Kurbelwelle noch weiter aufzuweiten, wollte ich die Fachleute fragen, ob ich dabei auch zuviel des Guten tun kann. Falls mir niemand davon abrät, beabsichtige ich, die Löcher solange zu weiten, bis die Zapfen ihren Rand nicht mehr berühren.


    Zur gegenwärtigen Stand noch ein paar Bilder, zunächst von der rechten Seite, die mir noch stärker behandlungsbedürftig erscheint:










    Und nun noch von der besseren linken Seite:





    ... ups, die maximale Bilderzahl ist erreicht, gleich geht es weiter!

  • Hier die restlichen Bilder der linken Seite:







    Was meint Ihr dazu:


    Soll ich noch weiter "bohren" oder es lieber sein lassen?


    Soll ich die Löcher in den Treibstangen gezielt aufweiten, also an den Stellen, an denen die Zapfen die Löcherwände berühren, oder besser tatsächlich ein rundes Loch bohren?


    Viele Grüße
    Euer neugieriger Stephan

  • Lieber Stephan,


    deine Versuchsreihe in Ehren, aber hast du dir mal Gedanken dazu gemacht wie eigentlich die Kraft der angetrieben Achse auf die restlichen Achsen bzw. die Blindwelle übertragen werden? Das funktioniert mechanisch! ;) Jede Mechanik in der zu viel "Luft" ist, neigt aber dazu unrund oder ungleichmäßig zu laufen. Vom erhöhten Verschleiß gar nicht zu reden ...

    Ralf hat es in Beitrag 3 schon fast auf den Punkt gebracht, allerdings ist das Spiel meiner Meinung nach nicht zu groß, sondern die Ausrichtung der Achse nicht optimal oder der Abstand der Bohrungen in der Kuppelstange stimmt nicht mit dem Achsabstand der Räder überein. Wäre hier alles optimal wäre ein minimalstes Spiel ausreichend und die Lok würde (was das Fahrwerk angeht) absolut ruckelfrei laufen. Ich habe selber gerade ein Dampflok-Fahrwerk entsprechend aufgebaut sowie ausgerichtet und komme mit einem Spiel an den Kurbellzapfen von 0,1mm hin ohne das etwas klemmt oder hakt.

    Durch das (durch das Aufbohren nochmals vergrößerte) Spiel wird der Kuppelstange die Möglichkeit gegeben die Kraft nicht nur in waagerechter Richtung weiter zu geben, sondern eben auch in vertikaler. Es entsteht ein Kräfteparallelogramm welches dafür sorgt, dass die Kuppelstange "schräg" läuft, ein Rad dem anderen somit voreilt, sich dadurch der Abstand zwischen den Kurbelzapfen verändert und an einen runden, weitgehend ruckelfreien Lauf nicht mehr zu denken ist.


    Langer Rede, kurzer Sinn: So lange die Lagerung der Achsen, sowie das Spiel an den Kurbelzapfen nicht optimiert (verkleinert) ist und dazu noch die Ausrichtung der Achsen bzw. die Übereinstimmung von Achsabständen und Bohrungen der Kuppelstangen überprüft und ggf. korrigiert wurden, wird jede weitere Bemühung die Fahr- oder Rolleigenschaften des Modells zu verbessern wahrscheinlich scheitern. Von eiem weiteren aufbohren der Kuppelstangen würde ich dringend abraten!



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Hallo Thomas,


    danke für Deine Erläuterungen, die mir die komplexen Zusammenhänge eines (wie ich dachte simplen) Stangenantriebs wieder etwas deutlicher gemacht haben.


    Das Aufweiten der Löcher in den Antriebsstangen beruht auf dem Hinweis von Ralf (Beitrag #3). Allerdings hatte ich sein Warnung, nur "gaaanz klein wenig aufweiten", noch nicht ausreichend ernst genommen. Zum Glück hat mich mein technischer Instinkt (gibt es sowas?) bereits gewarnt, hier des Guten zuviel zu tun, was Du mir ja nun als zutreffend bestätigt hast.


    Ich werde die Lok deshalb mal so lassen, wie sie ist, und ihr weiteres Fahrverhalten "unter Last" beobachten.


    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, müsste jetzt vor allem das Laufverhalten der beiden äußeren Achsen noch verbessert werden. Die "eiern" nämlich im Vergleich zu der durch das Petau-Teil gebändigten mittleren Achse deutlich. Kann die Achsspielverkleinerung auch bei diesen beiden Radsätzen eingebaut werden?


    Und sind nach Deinem technischen Wissen ("minimalstes Spiel ausreichend und die Lok würde -was das Fahrwerk angeht- absolut ruckelfrei laufen") die Löcher in den Antriebsstangen der V 60 nicht "ab Werk" viel zu groß?


    Rätselhaft ist für mich auch, warum Lenz das offenbar bessere Antriebskonzept der V 36 nicht auch für die V 60 verwendet hat.


    Fragen über Fragen, wenn man wie ich anfängt, sich als technischer Laie mit dem Antriebskonzept einer Stangen-Lokomotive zu beschäftigen. Wie ich finde: spannend und lehrreich!


    Viele Grüße
    Stephan

  • Guten Morgen,


    nun ich will mal versuchen deine Fragen Stück für Stück "abzuarbeiten" ... ;)


    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, müsste jetzt vor allem das Laufverhalten der beiden äußeren Achsen noch verbessert werden. Die "eiern" nämlich im Vergleich zu der durch das Petau-Teil gebändigten mittleren Achse deutlich. Kann die Achsspielverkleinerung auch bei diesen beiden Radsätzen eingebaut werden?


    Das geht leider nicht! Die erste Achse ist fest im Rahmen, die letzte ist pendelnd gelagert. Bedeutet also, dass man hier einen komplett anderen Weg beschreiten müsste um das Spiel zu verkleinern bzw. den unrunden Lauf der Achsen zu bändigen.


    Und sind nach Deinem technischen Wissen ("minimalstes Spiel ausreichend und die Lok würde -was das Fahrwerk angeht- absolut ruckelfrei laufen") die Löcher in den Antriebsstangen der V 60 nicht "ab Werk" viel zu groß?


    Absolut! Nur hat dieses natürlich den Hintergrund, dass Lenz ja keine Lok auf den Markt bringen wird, die den kleinsten Lenz-Radius (R 1) nicht durchfahren kann. Hier ist man seitens des Herstellers eben den Kompromiss eingegangen durch "viel Luft" an den Kurbelzapfen dies zu ermöglichen. Allerdings setzt dies eben auch voraus, dass die Achsen entsprechend gelagert sind damit die Lok nicht in den engen Radien klemmt. So summiert sich eins zum anderen.


    Rätselhaft ist für mich auch, warum Lenz das offenbar bessere Antriebskonzept der V 36 nicht auch für die V 60 verwendet hat.


    Nun ohne es genau zu wissen, würde ich vermuten dass hier wirtschaftliche Interessen eine Rolle gespielt haben. Man wollte seitens Lenz sicher den Kundenpreis für die V60 unter 500,-€ halten und hat dadurch hier und da den Rotstift ansetzen müssen. Optimal wäre eine Antrieb auf alle Achsen gewesen, so dass die Kuppelstange nur noch "als Deko" mit läuft.


    Was du auf alle Fälle beachten solltest: Durch eine Optimierung, sprich Verkleinerung der Einbauspiele würde das Laufverhalten des Modells sicher deutlich verbessert werden, allerdings kann es dann passieren, dass deine Lok nicht mehr alle Radien befahren kann. Das von mir angesprochene Dampflok-Modell (ein englischer C-Kuppler) durchläuft mit optimal gelagerten Achsen und (radial) weitgehend spielfreien Kuppelstangen Radien ab 1200mm und dies erreiche ich auch nur, weil die Kuppelstangen und Achsen jeweils pro Seite etwa 0,5mm axiales Spiel haben.


    Und eines noch zum Schluss: Alles was hier thematisiert wird betrifft lediglich das Fahrwerk! Bei der Lenz-V60 ist aber auch der Antrieb (Motor und Getriebe) stark verbesserungsfähig. Schau dir dazu mal den Thread von Ralf (lok-schrauber) an, er hat quasi das Optimum aus dem Modell herausgeholt. Nicht nur technisch ... :thumbup:



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



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    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Hallo Stephan,


    Thomas hat die Problematiken sehr gut erläutert. Die Spiele sind überall ziemlich groß und doch klemmt es hier und da.


    Leider kann ich bei deinen Bildern nur die Lage der Blindwellen-Kurbelbolzen und im 2.-4. Bild die Lage des Kurbelbolzens des mittleren Radsatzes sehen, da sonst noch überall die Befestigungsschrauben drauf sind. Die Blindwelle ist eher nicht an deinem Problem beteiligt, da diese auf beiden Seiten eher oben und unten an der Treibstange anliegt. Durch den Einbau der Achsspielverkleinerung begrenzt du jedoch das Spiel nach vorn und hinten.


    Anders im Beitrag 9 bei den Bildern 2-4 sieht man, dass der Kurbelbolzen des mittleren Radsatzes an der Seite zur Blindwelle hin (rechts) an der Treibstange anliegt. Jetzt ist die Frage, wie fest der Kurbelbolzen hier an der Kurbelwelle ansteht. Dazu einfach die Räder nochmals an diese Position fahren und durch Wackeln an der Treibstange die Festigkeit des Kontaktschlusses testen - also ob ein Klemmen wahrnehmbar ist.
    Wenn nun ein mehr oder weniger starkes Klemmen merkbar ist, würde ich persönlich an dieser Stelle der Treibstange gaaaaaanz wenig (ein halbes Zehntel) abnehmen und wieder testen. Ggf. noch mal ein halbes Zehntel, aber mehr nicht.


    Der mittlere Radsatz der anderen Seite müsste ebenfalls getestet werden.


    Dies ist meine Einschätzung, jedoch ohne Gewähr, da hier eine Ferndiagnose nur anhand der Bilder sehr schwer ist. Ich müsste dazu die Lok mit meinen eigenen Händen 'befummeln'.
    Ggf. wird hier nur Verschlimmbessert...


    Gruß Ralf

  • Moin, Moin


    Ich bin auch Besitzer einer Anfangs in fahrt blockierenden / ruckelnden V 60.


    Mein Tip den ich angewendet habe: Alle im Antriebsstrang vorhandenen Gleit und Reibeflächen vom Motor bis zum Rad


    mit Getriebefett bzw Öl versorgt. Vielleicht mal versuchen.


    Meine V60 läuft seitdem "Butterweich" ohne Beanstandungen in allen Geschwindigkeitsbereichen.


    Gruß Henning

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