V 60 von Lenz - ein paar Umbauten

  • Hallo V60-Fans,


    nun - da ich ja von der K.Bay.Sts.B. auf Epoche III/IV umgestiegen bin, habe ich mir vor ein paar Monaten eine meiner Lieblingsloks, die V 60 von Lenz besorgt.


    Leider war ich von der Langsamfahreigenschaft MEINER Lok enttäuscht, da sie auch das mehrfach angesprochene Ruckeln bei Fahrstufe 1 und 2 zeigte. Jedoch nur im Leerlauf ohne Belastung. Da kam mir der Umbauhinweis vor einiger Zeit von Werkelburger gerade recht, da er in seine V 60 einen Faulhaber 2225 einbaut hatte. Diesen Fauli hatte ich auch noch rumliegen.


    Nun hatte ich die Idee, denn großen Lenz-Motor unter dem Führerhaus zu entfernen, um mit dem freiwerdenen Platz das Führerhaus originalgetreuer zu modellieren und den Führerhausboden auf Originalhöhe zu platzieren.
    Also mal die ganze Lok komplett zerlegt und eine Liste zusammengestellt, was gleich noch alles verbessert werden könnte. Dabei kommt nun folgendes Pflichtenheft zum tragen:

    • Umbau auf Faulhaber 2225
    • Einbau des Petau-Achsspielverkleinerung
    • neuer ESU-Dekoder Loksound V4.0
    • Nachbildung der Triebwerksbeleuchtung
    • Umbau Führerhausboden
    • Beleuchtung der Bedienelemente am Führerstand
    • planes Einsetzen der Führerhausfenster
    • Einbau des Petau-Frontgitters
    • Alterung der Maschine
    • Abdichten des Lautsprechers und ggf. Schallkammer anbauen (ist was zu herumprobieren, mal sehen...)
    • Umbau auf Schraubenkupplungen

    Nachfolgend werde ich in loser Reihenfolge die Umbaumaßnahmen vorstellen.


    Los geht's mit dem Motorumbau.
    Zuerst wurden innen an den Stehern für die Dekoderbefestigung, an der Bodenplatte und am Rahmen etwas Material abgeschliffen, um Platz für den Motor zu schaffen:



    Es wurde alles so ausgeschliffen, dass der Motor (mit etwas dickerem Papier außenrum) eingeklemmt werden konnte, um erst mal zu testen, ob das Prinzip was taugen könnte. Dabei wurde das Geberrad vom Original-Motor übernommen. Wie es der Zufall so wollte, passte der Motor mit Geberrad haargenau so unter die Platine, dass das Geberrad genau an der Position wie vorher war. Also sollte alles passen!




    Es zeigt sich, dass der Motor genügend Kraft hat, um die Räder bei festgehaltener Lok zum Schleudern zu bringen.
    Leider zeigte sich beim Anschließen des Motors an den Lenz-Dekoder, dass dieser rein gar nix mit dem Faulhaber anzustellen wusste. Egal mit welchen Motorparameter auch herumgespielt wurde, das Ansteuerverhalten war miserabel (starkes Ruckeln und Pfeifen/Schnarren).


    Zum Vergleich einen ESU V4.0 probeweise angeschlossen: Mit dem lief der Motor samtweich, nach dem automatischen Dekoder-Einmessen. Das Ruckeln im Vergleich zur Lenz-Originalausführung ist fast völlig verschwunden. Auch die Petau-Achsspielverkleinerung am Achslager der mittleren Achse wurde eingebaut.


    Da nun der Lenz-Dekoder entfällt, wurden nun die Steher der Dekoderbefestigung ganz entfernt:



    Eine Motorhalterung wurde konstruiert und aus 0,7 mm-Messing gesägt und verlötet:



    Und so sieht es jetzt eingebaut aus.
    Der Vorteil dieser Kontruktion ist, dass auch das Spiel der Kardangelenke und der Lager der Schneckenwelle entfällt.




    Fortsetzung folgt ...


    Gruß Ralf

    Edited once, last by Pennsy: Umbau auf Schraubenkupplungen im Pflichtenheft ergänzt. ().

  • Hallo Freunde der V 60,


    weiter geht es mit dem Frontgitter. Ich habe das Gitter von Petau verwendet.


    Zuerst wird der Lautsprecher inkl. Halter entfernt:




    Danach werden die Laschen des Frontgitters innen hoch gebogen und das gesamte Frontgitter nach vorne harausgezogen/gedrückt:




    Zum Zerlegen des Frontgitters muss die Loknummer-Blende vorne oben entfernt werden. Die geschieht durch vorsichtiges Heraushebeln. Leider sind die Haltenassen von hinten 'deformiert', um ein Herausrutschen zu verhindern. Dadurch sind die beiden Nassen bei mir halb abgebrochen. Das macht aber nix, da die Blende am Ende einfach wieder angeklebt werden kann. So sieht das Ganze nun zerlegt aus:



    Nun wird das neue Petaugitter über das Original-Lamellenkunststoffteil gestülpt und die Loknummer-Blende an der richtigen Stelle eingesteckt und verklebt.
    Hier auch gleich der Vergleich zum Original-Lenzgitter:



    Nun das Gitter wieder auf den Motorvorbau aufstecken und die Haltelaschen hinten umbiegen, sodass das Gitter einen festen Halt hat:



    So sieht das neue Gitter nun aus. Es ist ein leichter Farbunterschied sichtbar, der jedoch auf dem Foto etwas stärker rauskommt als in echt. Was mir aber negativ am Gitter aufgefallen ist, sind die Lacknasen, die am Gitterrand auffallen (seht auch 2 Bilder weiter oben). Ansonsten ein sehr feines Ätzteil! Aber ich denke, dass nach der Alterung hiervon nichts mehr zu sehen ist:



    Fortsetzung folgt ...


    Gruß Ralf

  • Hallo,


    jetzt kommt die Triebwerksbeleuchtung dran:


    Plexiglas gesägt und gefeilt zu Lampenabdeckungen mit den Massen 5 mm x 2,5 mm x 3 mm (mann-o-mann, da hab ich mehr die Fingernägel abgefeilt als die Lampen):



    An den entsprechenden Stellen im Rahmenanbauteil Langlöcher mit 3 mm Länge gebohrt/gefräst, zur Aufnahme der SMD-LEDs:




    Nun können die LEDs von hinten in die Löcher eingeklebt werden, sodass diese später nach unten abstrahlen:




    Jetzt auf der anderen Seite die Lampengehäuse aufkleben. Bei diesen wurde noch der untere Rand mit schwarzen Edding eingefärbt (Lampensockel):



    Und nun beleuchtet:



    Die Lampen bekommen beim Altern noch eine Klarlackschicht, damit diese nicht so matt aussehen.
    Als nächstes muss ich jetzt mal schauen, wie die Verkabelung am besten ausgeführt wird und in den Innenraum zum Dekoder geführt wird ...


    Fortsetzung folgt ...


    Gruß Ralf

  • Hallo,


    ich habe nun die Verdrahtung für die Triebwerksbeleuchtung soweit fertiggestellt.
    Im kleinen Hohlraum unter den Blenden wurden die LED-Anschlußdrähte nach hinten geführt und fixiert. Durch eine eingefräste Kerbe werden die Kabel herausgeführt:



    Nach dem Einbau der Blenden werden nun die Kabel durch Bohrungen in der Bodenplatte nach oben geführt. Die Kabel sind in der Bohrung durch zwei kleine eingeklebte Schrumpfschlauchstückchen vor Durchscheuern geschützt. Im Bild sind die LEDs testhalber schon an Spannung gelegt:



    Hier die Kabelführung im Innenraum. An den vier sichtbaren Paltinenhaltern wird später eine eigene Verteilerplatine aufgeschraubt, an der alle Verbraucher, Vorwiderstände, Dekoder, etc. aufgelötet/angeschlossen werden.



    Wieder ein Punkt erledigt!
    Weiter geht es mit dem Verschließen der Öffnungen für die Digitalkupplung im Rahmen vorn und hinten, da die Lok ja auf Schraubenkupplung umgerüstet wird.


    Fortsetzung folgt ...


    LG Ralf

  • Hallo Freunde der V 60,


    hier übrigens ein Link zu einem Bericht zur V 60 mit Detailbildern des Fahrwerkbereichs.
    Die Bilder dienen mir u.a. als Inspiration zu meinen Umbauten. So auch die Federn an den Bremsbacken, welche ich auch gleich umsetzen wollte.



    Zuerst wurden die Federn aus 0,3 mm-Federstahldraht gebogen. 6x rechte Wicklung und 6x linke Wicklung. Der 'dicke' 0,8 mm-Bolzen in der Mitte, in den die Feder eingesteckt wird, bekommt eine 0,5 mm-Bohrung für die Feder. Die untere Halterung der Feder wird durch einen 0,5 mm-Messingdraht dargestellt, in den eine Nut mit der Trennscheibe eingefräst wurde (so tief wie möglich).
    Hier die 3 benötigten Bauteile pro Bremsbacke:



    Nun müssen in der Bremsbacke zwei Bohrungen eingebracht werden. In der Mitte 0,8 mm und weiter unten 0,5 mm.
    Weiters wurde die Bremsbacke mit zwei Einkerbungen versehen, wie auf dem Vorbildfoto. Das Ergebniss gefällt mir aber noch nicht so ganz:



    Nun werden alle Bauteile eingesteckt und verklebt:



    Hier noch eine schräge Ansicht:



    So sehen jetzt mal die ersten beiden Bremsbacken im montierten Zustand ohne farbliche Behandlung aus:



    Fortsetzung folgt ...


    LG Ralf

    Edited 3 times, last by Pennsy: Rechtschreibfehler ().

  • Hallo,


    heute war Massenproduktion zur Fertigstellung der Bremsbacken angesagt. Im letzten Beitrag schrieb ich noch, dass 6 linke und 6 rechte Federwicklungen gebraucht werden. Also noch 'schnell' 2x 5 Federn gewickelt - und siehe da: 10 gleiche gemacht ?( ;( :



    Bei der Montage der Bremsbacken dann draufgekommen und nochmals 5 richtige Federn gefertigt. Alles montiert sieht es nun so aus:



    Die ganze Bremsbacken-Aktion hat mich etwa 4 Stunden gekostet (ohne Forumsbeiträge).
    Die Lackierung fehlt halt noch...


    Hab' schon die nächste Aktion im Auge 8o ...


    LG Ralf

  • Hallo V 60-Experten,


    ich habe hier im Forum mal gelesen, dass die Indusis an der Lenz-V 60 fehl am Platz sind. Warum? Gab es noch keine Indusi zur der Zeit oder hatte speziell die V 60 865 damals noch keine Indusi?


    Des weiteren frage ich mal in die Runde, ob es einen Hersteller für die beiden Bremsventile im Führerhaus links und rechts gibt oder jemand sowas in der Schublade liegen hat.


    Vielen Dank!


    LG Ralf

  • Hallo Ralf,


    Im EK-Buch sind zwar V60 mit Indusi zu sehen, allerdings meist Epoche IV Maschinen (oder später) wenn ich mich recht entsinne. Ich denke aufgrund des Einsatzes als reine Rangierlok konnte man sich diese "sparen" ;)


    Beim Lenz-Modell sind die Indusi-Magnete nur gesteckt, lassen sich also leicht entfernen.


    Wegen Bremsventilen würde ich mal bei Bauer oder Demko nachfragen. Das Bauer-Bauteil habe ich verlinkt, bei Demko sind sicher nicht alle verfügbaren Teile gelistet.




    Gruß


    Thomas


    P.S.: Ein erstklassiger Umbaubericht!!! Das macht Spaß zu lesen und zu zuschauen ... :thumbup:


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

    Edited once, last by Werkelburger: Link eingefügt ().

  • Hallo Freunde des Pimpens,


    beim Studium der Vorbildbilder ist natürlich gleich mal folgendes aufgefallen:



    Das geht ja nun mal gleich gaaaaar nie nicht durch.
    Also ist die Schmierpumpe das nächste Objekt zum Aufpimpen. Gleich vorweg: Dieser Umbau ist extrem fitzelig!
    Das der Lenz-Hebel auf der linken Seite, statt auf der rechten Seite sitzt, stört mich nicht. Den Aufwand nehme ich nicht in Kauf!


    Schmierleitungen haben im Modell umgerechnet 0,3 mm Durchmesser, die Muttern ca. 0,55 mm Schlüsselweite.
    Da ich keine Muttern oder Sechskantmessing mit SW 0,5 hatte, habe ich mir mit einem 1 mm Messingrohr mit 0,5 mm Innenbohrung ausgeholfen. An dieses Rohr wollte ich mit einem Bandschleifer ein Außensechskant mit SW 0,6 einschleifen. Aber ich kam nur auf etwa 0,75 mm SW herunter.


    Von diesem Sechskantrohr wurden nun Scheiben von ca. 0.5 mm und 0.8 mm +/- herunter geflext und soweit es ging entgratet. Dabei musste ich etwa die doppelte Menge produzieren, da die restliche Hälfte sich dauernd in die Weiten des Bastelraumes verabschiedet hat.



    Danach immer ein längeres Sechskantstückchen außen und innen ein kürzeres Stückchen auf 0,3 mm-Federstahldraht aufgeklebt. Insgesamt erst mal 8 Einheiten für den heutigen Arbeitsabschnitt. Leider habe ich kein besseres Foto hinbekommen - sorry:



    Nun habe ich in die Schmierpumpe entsprechend des Vorbildfotos neun 1 mm-Löcher gebohrt, zur Aufnahme der Schmierleitungen:



    Jetzt werden die Schmierleitungen entsprechend gebogen und in die Bohrungen eingeklebt. Dabei werden die äußeren Sechkantstückchen soweit eingeschoben, dass nun noch ein kleiner Teil herausschaut. Hier die ersten 4 Leitungen:



    Und die restlichen 4 Leitungen:



    So heute habe ich keine Lust mehr für den Fitzelkram.


    Jetzt fehlt noch die vorderste neunte Leitung mit dem 'Anbau', zwei Stummel unterhalb der Pumpe und der kleine Drehgriff vorne an der unteren Kante...


    LG Ralf

  • Hallo,


    der letzte Eintrag in diesem Beitragsbaum ist schon eine Weile her. Dass der Umbau damals eingeschlafen ist hat seine speziellen Gründe, auf die ich noch in den nächsten Beiträgen eingehen werde. Aber es wird nun weiter gehen.


    So - aber hier erst mal noch der letzte Stand der damaligen Dinge:


    Zuerst noch die vervollständigte Schmierpumpe im angebauten Zustand



    Da ich ja mit Originalkupplung fahren will, wurde die Lenz-Kupplung komplett ausgebaut und das Loch im Rahmen mit Polystrol verschlossen und verschliffen.
    Viele V60 hatten 'Kupplungspolster' an den Stellen am Rahmen, wo die Kupplung im nicht eingehängten Zustand dagegenschlagen würde. Diese habe ich auch gleich nachgebildet.
    Zuerst seitlich zwei 1x1mm L_Profile angeklebt:



    Die Polster werden aus halbierten geschrumpftem 1mm-Schrumpfschlauch hergestellt:



    Hier mal zum Testen eingelegte Schlauchhälften:



    Lackiert ...



    ... und fertig:



    Und nun ging es damals an's altern und lackieren des Rahmens und des Gehäuses.
    Fortsetzung folgt...


    Gruß Ralf

  • Hallo,Ralf
    Ich bin jetzt erst auf Deinen Wahnsinns Bau gestossen echt Bewundernswert richtig Mega, ich bin echt total begeister
    Micha

  • Hallo,


    so - und nun der Grund, warum die Lok letztes Jahr in die Ecke geworfen wurde. Wie bei meiner 70er bin ich wieder am Klarlack gescheitert. Diesmal habe ich Revell AquaColor verwendet, aber nicht genügend verdünnt.
    Dadurch ist der Klarlack 'trüb', da er schon beim brushen vor dem Auftreffen auf des Modell getrocknet ist. Das Gehäuse ging noch einigermassen, aber der Rahmen und Umlauf waren total verhuntzt.


    Durch diesen Totalschaden hatte ich einfach keine Lust mehr auf Spur 0. Darauf hin habe ich total gefrustet alles verpackt, meine im Aufbau befundene Anlage abgerissen und darauf eine kleine H0-Anlage mit meinem noch vorhandenen H0-Material aufgebaut (... hat aber irgendwie nicht den richtigen Reiz gehabt...).


    Vor zwei Wochen habe ich nun mein Spur 0-Material wieder ausgepackt, um es zu fotografieren und hier im Forum zu verkaufen. Nun - beim Funktionstest der Köf ist der alte Virus wieder ausgebrochen und ertappe mich nun wieder jeden Tag beim hin- und her-rangieren mit der Köf auf 1m Gleis. H0 wird nicht mehr angeschaut.

    Einmal Spur 0 - immer Spur 0!!


    Also - ich bin nun wieder da. Die V 60 sehe ich nun als Herausforderung - jetzt erst recht!


    Damals hatte ich mit der V 60 äußerlich noch mehr vor, hab mich aber da nicht mehr herangetraut. Jetzt ist es eh' egal und ich ziehe es durch. Vieleicht errät ja jemand was die aktuelle Aktion wird.


    Hier der letzte Stand. Die Lok überzieht ein trüber Grauschleier:



    Die Aktionen von heute:
    Die Lok in Nitro abgewaschen. Die Bremsbacken und die Schmierpumpe konnte ich ebenfalls vom Lack befreien ohne sie zu beschädigen. Lediglich zwei Rahmen-Anbauteile (Ofen und Bedienfeld unter dem Führerhaus) wurden durch das Nitro beschädigt. Mal sehen, ob Lenz mir da weiterhilft...



    Hab mir noch ein zweites V60-Gehäuse besorgt:



    Fortsetzung folgt...


    Gruß Ralf

  • Hallo,


    jeap - gut gesehen - Motorhauben zum öffnen. Ich hoffe es klappt so wie ich es mir vorstelle. Ich kann ja jetzt ohne Rücksicht auf Verluste am Gehäuse rumwerkeln!
    Wird 'nen Rattenschwanz an Änderungen nach sich ziehen ... bin aber voll motiviert!


    Gruß Ralf

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!