Kuppelabstand bei Lenz-Om12

  • Aus gegebenem Anlass - dem belgischen Om12 von Lenz - ist mir ein "Schönheitsfehler" aufgefallen, als ich mehrere offene Wagen vom selben Typ aneinander hängte: der ziemlich große Abstand in gezogenem Zustand.


    Der Om12 ist ja von der Konstruktion her noch aus der Zeit, bevor die Firma Lenz die "Magnetkupplung" für ihre Wagen einführte. Geschoben sind die Wagen Puffer an Puffer, im Stand direkt nach dem Ankuppeln (meistens) auch, aber gezogen geht der Abstand doch sehr weit auseinander. Das tat er zwar beim Vorbild auch, wenn weit gekuppelt wurde, aber eben nicht so heftig. Meine von der Konstruktion her neueren Wagen wie etwa der Milchwagen oder der Güterzug-Packwagen bleiben in der Geraden Puffer an Puffer.


    Deshalb die Frage an die Praktiker nach Abhilfe: Reicht es, wenn ich die Federn kürze, um den Kupplungen mehr Längssteifigkeit zu bescheren? Oder gibt es eine Möglichkeit, den Om12 ohne gigantischen Umbauaufwand auf das Magnetsystem umzurüsten? Die Kupplungen sind bereits bis zum Anschlag in den Schächten, diese Mögllichkeit zur Abstandsverringerung ist also schon ausgereizt.


    Gruß, Hans

  • Hallo Hans,
    ein Problem der alten Kulisse ist auch das „Spiel“ in Längsrichtung. Allerdings geht es da um ca. einen Millimeter. Dies kann man testen, wenn man den Kupplungskopf zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt und dann in Längsrichtung des Fahrzeugs hin und her bewegt. Die Federn (und ggf. Magnete) bewirken nur die Ausrichtung der Kupplung in Längsrichtung. Unter Zug gibt nur die Kulisse selbst genügend Halt und aufgrund des „Spiels“ innerhalb der Führung kann man zwei mit alten Kulissen gekuppelte Fahrzeuge um etwa 1-2 mm auseinander bewegen.
    Abhilfe dürfte nur eine Verringerung des freien Raums in der Kulisse bringen; etwa mittels dünner Metallstreifen oder Kunststoffprofile. Oder der Kupplungsschacht ist leicht zu kürzen, um die Puffer dann optisch leicht eingedrückt oder aneinander zu haben. Ansonsten eben der komplette Austausch der Kulisse.


    Gruß Armin

  • Moin Stereohans


    ha-null hat es auf den Punkt gebracht . Kupplungsschacht um genau einen Lochabstand (Steckstift) kürzen , hat bei meinen Kesselwagen prima hingehauen .


    ^^ Bernd ^^

  • Letzte Frage: Trennscheibe, Bastelmesser oder Feile? Ich will vermeiden, dass der Kunststoff schmiert, das habe ich schon zu oft geschafft... ;(;(;(


    Gruß, Hans

  • Mal eine Frage an diejenigen von Euch, die die Kupplung eingekürzt haben: Wenn das Kulissenspiel beim Ziehen der Wagen kompensiert werden soll, dann steht die Kupplung doch in unbelastetem Zustand hinter der Pufferebene. Wie sollen die Kupplungen dann ankuppeln, wenn die Wagen zusammen geschoben werden? Müssen die Puffer dazu eingedrückt werden, muss also so hart beigefahren werden, dass die Puffer eingedrückt werden???


    Vielleicht habe ich das Problem auch noch nicht richtig verstanden - vielleicht zeigt Ihr mal ein paar Bilder dazu?


    Fragender Gruß
    Stefan

  • Letzte Frage: Trennscheibe, Bastelmesser oder Feile? Ich will vermeiden, dass der Kunststoff schmiert, das habe ich schon zu oft geschafft...


    Hallo Hans,


    In H0 habe ich so etwas mit der Roco-Säge. gemacht, die auch in Spur 0 gute Dienste leistet. Die ist aber über die Jahrzehnte ziemlich teuer geworden, wie ich gerade gesehen habe. Eine Puksäge mit feinstem Sägeblatt tut's wohl auch. Oder ein Skalpell oder ein Bastelmesser mit Abrechklinge. Da wird nichts heiß.

  • Bei meinem Lenz-Belgier steht der Kupplungsbalken genau in der Pufferebene. Beim Kuppeln kommt es unter Zug zu einer Lücke zwischen den Puffern benachbarter Fahrzeuge (rechts der Lenz Omm 43):


    Wenn man den Kupplungsschacht kürzt, befindet sich der Kupplungsbalken danach ca. 1,5 – 2 mm hinter der Pufferebene. Daher berühren sich beim Rangieren (insbesondere zweier gleichermaßen veränderter Fahrzeuge) zunächst die Pufferteller, bevor richtig aneinander gekuppelt wird. Es muss also etwas härter beigefahren werden, da sich die Puffer schon berühren, bevor die Kupplungen komplett ineinander greifen. Besser wäre es also, erst nur um 1 mm zu kürzen, das Kuppelverhalten zu prüfen und ggf. noch ein wenig zu feilen. Kürzt man gleich um den Lochabstand von rund 2 mm, lassen sich zwei Fahrzeuge dieses Typs kaum noch bei langsamer Rangierfahrt kuppeln.


    Gruß Armin

  • Hi Armin!


    Das mit dem "vorsichtigen" Kürzen verstehe ich nicht. Den Kupplungsbalken kann man ohnehin nur in Schritten mit dem Lochabstand verstellen. "Halbe" Schritte gibt's da doch nicht!?


    Gruß, Matthias

  • Kürzen heißt in diesem Fall, dass das "letzte Loch" nicht genügt. Der Schacht muss ebenfalls gekürzt werden und eventuell ein neues Loch in den Schaft der Kupplung durch die vorhandenen Löcher in dem Schacht gebohrt werden.


    Wenn man es übertreibt, kann es im Gegenbogen zum Verhaken der Puffer trotz Kulissenmechanik kommen. Aber das lässt sich ja durch umstecken wieder ändern.


    Viele Grüße


    Gerd

  • Stefan hat natürlich recht .Die Puffer wirken der Kuppelfreudigkeit entgegen .Bei meinen Kesselwagen ist das nicht von Bedeutung ,weil ich sie meist als Ganzzug fahre .
    Da hätt' ich aber noch 'ne Idee. 8o Kleinen dünnen Holzstab oder ähnliches nehmen und hinter einem Rad des zu kuppelnden Wagen halten , dann aufdrücken. So ne Art Hemmschuh also :rolleyes:

    Zum Kürzen : Klingenmesser und Skalpell kannste vergessen :thumbdown: Der Kunststoff ist dafür zu zäh . Der läßt sich nicht einfach wie ein Stück Butter in einem Schnitt grade abschneiden .
    Feine Säge ist hier schon die bessere Wahl . Empfehlenswert wäre hier Juwelierbogen und dazu passende feine Sägeblätter (Gibt es z.B. bei Fischer).
    Trennscheibe geht natürlich auch . Da sollte man aber schon ein gutes Auge und eine ruhige Hand haben , damit es auch einigermaßen grade wird. Es empfiehlt sich Diamantscheiben zu nehmen .
    Die sind elastischer (Bruchgefahr) und finden nicht so schnell den Weg ins Auge :whistling:
    Zum entgraten benutze ich dann ein Klingenmesser :D
    ....hätt' ich beinahe vergessen ;(
    Kupplungsschacht unbedingt ausbauen ,vereinfacht die Bearbeitung und vermeidet Kollateralschänden am Wagen .... :!:

  • Hi Armin!


    Das mit dem "vorsichtigen" Kürzen verstehe ich nicht. Den Kupplungsbalken kann man ohnehin nur in Schritten mit dem Lochabstand verstellen. "Halbe" Schritte gibt's da doch nicht!?


    Gruß, Matthias


    Hallo Matthias,


    der Lenz-Wagen ist eh schon so eingestellt, dass die Kupplung so weit wie möglich (eben bis zum Hakenscharnier) im Schacht eingeschoben ist. Die verfügbaren Löcher sind also schon ausgenutzt, um alles sie kurz wie möglich zu machen. Zum weiteren „Verkürzen“ ist daher der Schacht selbst kürzer zu machen. Natürlich spielen die Lochabstände nur dann noch eine Rolle, wenn eben im Lochabstand gekürzt würde, was aber zu viel ist.
    Der Kupplungsschacht wird also gekürzt und die Kupplung wird also anschließend etwa festgeschraubt oder geklebt. Damit der Schacht noch genügend Halt bietet, sollte eben nicht gleich zu stark gekürzt werden. Es wird also einfach auf die optimale Länge verkürzt; ohne Rücksicht auf die Lochreihe oder den Haltesplint. Man könnte natürlich ggf. auch selbst eine neue Bohrung durch Schacht und Kupklung vornehmen. Bei zu starker Kürzung kann es passieren, dass die Puffer sich schon berühren, bevor kurzgekuppelt ist – insbesondere dann, wenn zwei derart umgebaute Wagen (mit dem Kupplungsbalken hinter der Pufferebene) gekuppelt werden sollen.
    Gruß Armin

  • Beim Kuppeln kommt es unter Zug zu einer Lücke zwischen den Puffern benachbarter Fahrzeuge


    ...die sich potenziert, wenn es mehrere Om12 sind. Danke für das Bild!


    Gruß, Hans

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