Diggetalbahn in Westfalen - Bau

  • Hallo Tom,


    darf man die Abmesssungen Deines wunderbar gelungen Bockkranes erfragen?


    Die Arbeit hat mich dermaßen inspiriert, dass ich mich mit dem Gedanken trage, solch eine Verladeeinrichtung in Messing nachzubauen.


    Mich würden folgende Maße interessieren:


    - Gesamthöhe (ohne Wellblechdach)


    - Durchfahrtshöhe


    - Breite


    - Gesamtlänge (quer zum Gleis)


    geht auch als PN, könnte aber vielleicht auch andere Teilnehmer interessieren.


    Vielleicht kannst Du auch noch ein paar Detailfotos vom "Antrieb" und dessen Umsetzung einstellen, das wäre genau meine Lösung (selbstverständlich nur mit Lizenz- berechtigung ;) )


    Viele Grüße und dank im Voraus


    Jörg

  • Hallo Null-Bahner,


    nachdem ich an verschiedenen Stellen darüber geschrieben habe, dass in Attenhagen die mechanische Stellwerktechnik Einzug halten soll, wurde bereits diverses Ausstattungszubehör nach meiner bevorzugten Low-Budget-Methode hergestellt. Nun ist jedoch endlich der Zeitpunkt gekommen auf der Anlage aktiv zu werden. Dazu habe ich nach Hein'scher Manier zunächst mit dem Rückbau der Landschaftsgestaltung im Gleisvorfeld begonnen.



    Die Bäume und Sträucher wurden für die spätere Weiterverwendung abgeräumt, die Grasfasern wurden im "Nassrasurverfahren" abgetragen und das Entfernen des Schotters (vor allem an den Stellen an denen die Blechkanäle die Gleise queren) war eine ziemliche Sauerei.



    Aber jetzt ist die Grundlage für eine saubere Verlegung der Drahtzuleitungen, Blechkanäle und Umlenkungen gelegt. In diesem Zusammenhang habe ich noch eine Frage an die Vorbild-Experten: Wie wurden die Spannwerke aufgestellt? In welche Richtung zeigen die Gegengewichte - zum Stellwerk oder zur Weiche? Gab es bestimmte Regeln die einen Mindestabstand zwischen den Spannwerken forderten? Standen sie immer schön in Reih' und Glied oder wurden sie auch leicht versetzt angeordnet? Ich hoffe ich habe mich verständlich genug ausgedrückt.


    Über sachdienliche Hinweise freue ich mich. Natürlich wird über den Fortgang der Bauarbeiten weiterhin berichtet.


    Viele Grüße aus dem Sauerland
    Tom

  • Hallo Tom,


    das im Bild gezeigte Stellwerk hat einen Spannwerksraum, da stehen die Spannwerke drin, und zwar in Reih und Glied. Du brauchst also keine sichtbaren Spannwerke aufstellen.


    Weiter haben Deine Weichen Nachbildungen elektrischer Weichenantriebe, also reichen Kabelkanäle zu den Weichen - Drahtzüge passen nicht zu den verbauten Weichen!

  • Hallo Tom


    na das ist ja vielleicht ein Kahlschlag; sieht im ersten Moment ja etwas traurig aus. Aber da es ja für einen guten Zweck ist;).
    Bzgl. Deiner Fragen: ich habe als Grundlage zum Bau meiner Seilzüge etc. ("Strippenziehen") unter anderem die MIBA Spezialhefte genommen.
    Aus der Erinnerung zitiert: die Ausgleichsgewichte zeigen vom Stellwerk weg hin zu den Weichen (kleine Spannwerke) bzw. Signalen (große Spannwerke).


    Bei mehreren Seilzügen müssen die Spannwerke aus Platzgründen versetzt stehen (habe ich auch versucht so zu bauen; ist aber eine ziemliche Pfriemelei auf engem Raum mit all den Seilen).


    An eine Abstandregel kann ich mich nicht erinnern; aber irgendwo hieß es: so weit wie nötig aber so nah wie möglich (auch in Bezug zum Stellwerk).


    Ich hoffe das hilft schon mal.


    Und auch wenn Georg im engeren Sinne Recht hat: man gönnt sich ja sonst nichts; ich habe aus den elektromechanischen Lenzkästen einfach eine Umstellaktion in den 60ern gemacht; von mechanisch zu elektromechanisch. Und die Seilzüge sind dabei teilweise immer noch in Betrieb (man muss ja immer nur eine gute Erklärung für einen wunderschönen Hingucker haben).


    Und ich drücke alle Daumen für Deine schöne Strippenzieherei.


    Viele Grüße


    Hendrik

  • Hallo Georg,


    vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Deine Beobachtungsgabe hat den Status Quo bereits richtig analysiert. Aber gerade DAS wird sich durch den Umbau ändern. Die elektromechanische Stellwerktechnik wird Geschichte sein: das große Stellwerk wird entfernt und gegen ein kleines Rangierstellwerk ersetzt (siehe Beitrag 93 in diesem Thread). Die S700-Antriebsattrappen werden zukünftig mit Dummies von mechanischen Antriebskästen "weggetarnt".


    Die gesamte Umbauaktion hat nämlich gerade den Zweck sichtbare Spannwerke, Seilzüge etc. aufzustellen...


    Viele Grüße
    Tom

  • Hallo Tom,


    dann vergiss meine Aussage vorhin - den Beitrag 93 hatte ich nicht "auf der Pfanne".


    Aber: Das neue Stellwerk wird keinen Verschlusskasten haben, also auch keine Hauptsignalbedienung und somit auch keine Zugfahrten in dem Bereich - nur Rangierfahrten. Passt das in Dein Betriebskonzept?

  • Hallo Hendrik,


    auf genau diese Informationen habe ich mit meiner Frage gehofft! Jetzt habe ich ein klares Bild vor Augen wie es weiter geht. Ja, ich bereite mich bereits mental auf die Fummelei mit den Gummifäden vor...



    Hallo Georg,


    Du hast das Betriebskonzept exakt erkannt: vom Rangierstellwerk werden nur die Weichen für den Rangierbetrieb innerhalb des Bahnhofs gestellt. Das einzige (zukünftig noch aufzustellende) Signal ist das Einfahrsignal. Dieses wird vom Fahrdienstleiter aus dem Bahnhofsgebäude heraus gestellt. Die zugehörige Leitungsverlegung wird entsprechende Berücksichtigung finden.


    Vielen Dank für das Feedback
    Tom

  • Hallo Holzeisenbahner,


    wenn die drei Weichen im Hauptgleis und die zugehörigen Schutzweichen mechanisch ferngestellt sind, dann müssen sie in Abhängigkeit zum Esig stehen, d.h. mit diesem auf einer Hebelbank mit Verschlusskasten sitzen. Eine getrennte Bedienung des Esig vom EG aus ist dann wohl nicht vorbildgerecht.
    Wenn der Fdl im EG verbleiben soll, dann muss er dem Wärter im Stellwerk den Befehl zum stellen der Einfahrt (und auch der Ausfahrt) geben, idealerweise in Abhängigkeit mit einem Bahnhofsblock.


    Vielleicht kann das ja ein echter Fachmann klären. Ich bin wahrscheinlich erst wieder am 20.6. im Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt ( http://www.eisenbahnbetriebsfeld.de/das-ebd/ ) um das nachfragen zu können.


    Grüße



    PS: Das Thema wurde schon im Thread Hilfe bei Signalisierung benötigt diskutiert und in meiner Planung Reinhards beschrieben.


    Nachtrag: Am 20.6. konnte ich das Thema mit den Fachleuten von AKA Bahn, DB Training und TU Darmstadt erörtern. Übereinstimmende Meinung war, dass der Signalhebel des Esig auf die Hebelbank im Stellwerk gehört.

    Edited 2 times, last by Doppelnull ().

  • Hallo Null-Forum,


    und ganz speziell ein Hallo an Hendrik!


    Nach nunmehr fast drei Monaten melde ich mich zurück und möchte Euch einen kleinen Blick auf die Verlegung meiner sichtbaren Teile der mechanischen Stellwerkseinrichtung gewähren. Nun möchte ich vorweg schicken, dass sicherlich nicht alles absolut vorbildgerecht ausgeführt bzw. betriebsgerecht erstellt ist und es durchaus auch "besseres" Zubehör käuflich zu erwerben gibt. Aber mein Anliegen sollte wie immer mit möglichst wenig Budget, aber dafür mit umso größerer Eigenleistung bewerkstelligt werden. Das Ergebnis erreicht mein mir selbst gestecktes Ziel und vielleicht gefällt es auch dem ein oder anderen Leser.


    Als erstes galt es die Lenz-Weichenantriebe zu kaschieren und die (viel zu große) S700-Attrappe mit einem leider auch viel zu großen "mechanischen Weichenantrieb" nebst Umlenkrollenkasten zu überdecken. Dazu habe ich aus grauem Fotokarton und 80er Schleifpapier eine simple Ummantelung gebaut. Alle weiteren Ablenkungen, Rollenkästen und die Gruppenablenkung entstanden aus einem 4mm dicken Buchenholz welches mit 80er Schleifpapier bedeckt wurde. Für die Kabelkanäle der Gr. I habe ich 3,2mm Rundprofil von Evergreen verwendet, die Kanäle Gr. II kommen von RealModell und die Kanäle Gr IV entstanden aus einer abgerundeten Holzleiste im Format 8,5 x 4,0 mm.


    Nachdem die Kanäle allesamt verlegt waren, wurden die Lücken im Gleis und die Gleiszwischenräume wieder eingeschottert und farblich nachbehandelt. Der Bereich in dem anschließend die "Strippen gezogen" werden sollen, wurde mit 2mm Grasfasern im Farbton Spätherbst vorbereitet. Nun habe ich je Doppelleitung an jedem Ende der Drahtzugleitungen eine Stecknadel in den Untergrund gesteckt und auf ca. 5mm abgelängt. Hieran wurde ein dünner Gummifaden (erhältlich bei Weinert) mit Sekundenkleber befestigt. Um mir die Arbeit nicht unnötig schwer zu machen, habe ich den Gummifaden mit Hilfe einer einfachen Drahtschlaufe durch die vielen Spannwerke gezogen. Als alle Leitungen verlegt waren, wurden die Stecknadeln weiter gekürzt bzw. umgebogen, so dass die letzten Blechkanäle über die Befestigungspunkte geklebt werden konnten. Um die Sache zu vervollständigen, habe ich aus 0,8mm Schweissdraht und 1,5mm U-Profil noch ein paar Rollenhalter gebastelt.


    Anschließend wurde bereits mit der Renaturierung des Areals begonnen.







    Die typischen Wiesenbewohner sind auch bereits zurück gekehrt...














    Um die Bauarbeiten rund um die neue alte Stellwerktechnik abzuschließen, wird als nächstes das große Stellwerk an der Hintergrundkulisse gegen ein anderes Bauwerk ersetzt.


    Viele Grüße aus dem Sauerland
    Tom

  • Hallo Tom


    auch wenn Du mich nicht direkt angesprochen hättest, muss ich mich doch bei einer so schönen und gelungenen Arbeit melden.


    Es sieht einfach gut aus. Ob das jetzt immer genau der Geometrie und Funktionalität der gedachten Rollenumlenkungen 100% Genüge tut, sollte man sicher nicht überbewerten. Aber selbst das scheinst Du vollständig erreicht zu haben. Chapeau!!


    Darf ich fragen, wie groß der "eingestrippte" Bereich ist; ich nehme mal einfach an, dass das nur ein begrenzter Raum ist!!??!!


    Noch eine Frage: ist das wirklich der Gummifaden von Weinert? Bei mir war er mit schwarzem Garn ummantelt.


    Den Gummifaden habe ich dann aber nicht verwendet, da ich aus dem Schiffsmodellbau sehr gut das Problem des Ausleierns kenne. Und ich wollte nicht nochmals mit der Strippenzieherei beginnen.


    Gratulation und weiterehin frohes Bauen und Gelingen.


    Viele Grüße


    Hendrik

  • Hallo Tom, da hast du dir aber ordentlich arbeit gemacht. Das sieht gut aus, allerdings habe ich die Stelldrähte immer in Rostbraun in Erinnerung. Das würde den guten Eindruck noch verstärken.


    Gruß Micha :)

  • Hallo Hendrik, hallo Micha,


    der "eingestrippte" Bereich hat in der Tat nur eine begrenzte Ausdehnung - zumindest der Bereich in dem viele Leitungen liegen ist nicht allzu lang. An den Segmentgrenzen musste ich die Leitungen zwangsweise "eintunneln", entlang des Bahnsteiggleises liegt eine einzelne etwas längere Doppelleitung. Ich hoffe dass uns Viessmann nicht mehr allzu lange auf die zweiflügeligen Formsignale warten lässt, sodann werde ich noch eine weitere offene Doppelleitung zum Einfahrsignal in Höhe des Kornfeldes verlegen.


    Den Gummifaden habe ich auf der letzten Intermodellbau am Weinert-Stand erworben und ich bin mit der Farbgebung auch nicht ganz zufrieden. Es handelt sich um ein Fabrikat der Firma Prym und ist sicherlich auch (für vermutlich deutlich weniger Geld) im Kurzwarenhandel erhältlich. Bis jetzt habe ich noch keine wirklich gute Idee wie ich die Farbe ändern kann ohne die umliegende Gestaltung in Mitleidenschaft zu ziehen.


    Über das Ausleiern eines Gummifadens habe ich mir auch Gedanken gemacht, denn vor rund zwei Jahren habe ich die Telegrafenleitung mit dem beschriebenen ummantelten Faden unter leichter Spannung verlegt. Mittlerweile hängen sie vorbildgerecht ein wenig durch. Aber das Ausleier-Problem erachte ich beim aktuellen Projekt für nicht so wichtig, da ich davon ausgehe (manch einen Leser werde ich damit vielleicht in eine Schockstarre versetzen), dass die Halbwertzeit meiner Anlage mit großer Wahrscheinlichkeit bereits überschritten ist.


    Nichts desto trotz sind die gemachten Erfahrung und Baumethoden (auch und besonders bei der jüngsten Begrünung/Begrasung) wegweisend für zukünftige Projekte!


    Viele Grüße
    Tom

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