Hin und her in Oberfranken - Rangieren in "Krumme Fohre"

  • Liebe Freundinnen und Freunde des schrabbligen Schmallayouts,


    neben großer Filmkunst (s. vorige Beiträge) aus Nulliwood, gibt
    es natürlich auch die Kleinkunst der Gestaltung. Nachdem die Oberflächen im
    Bereich des Anschlusses „Kgl. Tettau“ erfolgreich versiegelt wurden, bedurfte es
    der Feingestaltung der etwas steril wirkenden Fläche. Als Radfahrender in
    Berlin kann man da jeden Tag vielfältige Anregungen aufnehmen: Herausstehende Gullydeckel
    (grundsätzlich im Radwegbereich wie an einer Perlenschnur aufgereiht), eine
    bezaubernde Vielzahl an Flicken auf der Straßendecke, Unebenheiten und
    Schlaglöcher mannigfaltigster Gestalt etc. etc. Gesehen und nachgeahmt… Die Oberfläche
    wurde mit einer Spezialpaste („coole Betonoptik“) aufgerauht und das Ganze mit
    dem beliebten schwärzlichen Schmutzwasser eingesaut. Die geätzten Kanaldeckel
    mehr oder weniger planvoll verteilt (diplomierte Tiefbauingenieure mögen das
    verzeihen) und Flicken per Filzstift aufgetragen. Und dann kommt die Kür: Mit Pulverfarben
    und weichem Pinsel ordentlich Feinstaub aufwirbeln. Da hier oft
    Selbstentladewagen allerlei staubförmiges Ladegut für die Porzellanherstellung
    verteilen, kann man hier aus dem vollen Pulverfarbtopf schöpfen…hust…fertig!





    Ansonsten sammeln sich die Restbauten früherer
    Anlagenzustände am Porzellanwerk. Die halbe Hütte, an der der chinesische Werksspion
    klinkt (erkennbar am umgehängten Fotoapparat) war vor hundert Jahren mal das EG
    meiner Darjeeling-Himalaya-Anlage wurde dann geteilt um als Stellwerksvorbau
    des ersten EG von „Krumme Fohre“ zu dienen. Jetzt als Bürohütte der Porzellanhersteller…hier
    kommt nix weg ;-)


    Bei der Gelegenheit bleibt noch ein Blick auf den Osterreiseverkehr
    in „Krumme Fohre“ zu werfen. Abstandsgebote und Einreiseverbote gibt´s damals
    (so um 1970) nur an der innerdeutschen Grenze. Daher verwundern die schrillbunt
    gekleideten Fahrgastmassen nicht, die versuchen sich einen klebrigen Sitzplatz
    auf den bräunlichen Kunstlederbänken der Umbauwagen zu erobern. Schon damals
    neigten Fahrgäste dazu nur eine Tür eines Zuges kollektiv zu belagern. Ein
    Verhalten, das noch heute der Erforschung harrt (Berliner S-Bahner-O-Ton: Mein Zuch ist keen Adventskalender, hier könnt‘er alle Türen benutzen!).



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    Na dann, frohe Ostern und bleibt gesund!


    Bis bald in „Krumme Fohre“!


    Alexander

  • Liebe Freundinnen und Freunde der verwirrenden
    Überschriften,


    natürlich handelt es sich bei obigem Textgestammel nicht um Schreibfehler oder die Erhebung
    „Krumme Fohres“ zum Wallfahrtsort erster Klasse (obwohl, eine Marienkapelle
    haben wir ja schon…). Vielmehr haben wir es mit erfolgreichen
    Abgrenzungsmaßnahmen und den üblichen Rangierbewegungen zu tun. Zugegebenermaßen
    ein weit hergeholter Zusammenhang, aber was tut man nicht alles, um die
    Wartezeit bis zum „neuen“ Forum zu überbrücken. Den Sicherheitsfanatikern und
    Sorgenfaltenträgern war der Bahnsteig im KF schon immer ein Dorn im Auge.
    Undisziplinierte Beförderungsfälle konnten zu jeder Zeit abkürzenderweise das
    staubige Gelände verlassen und ungesteuert über Gütergleise und Verladeanlagen
    tapern. Nur die angeborene Regelgläubigkeit und das Gebrüll des Aufsichtsbeamten
    hätten sie davon abhalten können. Auch wenn die Fälle von überfahrenen Preisers
    bisher in KF nicht wirklich dokumentiert sind, ein Zaun muss her! Die Herstellung
    der Einfachvariante ist in den Bildern hinlänglich dokumentiert. Materialisiert
    wurde das Ganze aus einer handlich zersägten handelsüblichen Holzleiste, die
    mit Bohrungen versehen, obenrum abgerundet und insgesamt angepinselt wurde. Für
    die nötige Abgrenzung sorgen Holzstäbchen die aus der hier schon häufiger zitierten
    (in Ungnade gefallenen) Asia-Tischmatte gewonnen wurden…




    Der zweite Bilderwust beschäftigt sich mit einem weiteren Rangiervorgang. Diesmal ist der
    PmG an der Reihe. Gemessen an anderen Rangieraufgaben in KF eher ein einfacher
    Fall, sozusagen eine Rangiererei für Einsteiger. Der PmG bringt zwei Wagen mit,
    die in KF verbleiben sollen und muss dafür dem G-Wagen von der Seitenrampe mit
    nach Kulmbach nehmen. Alles in einer Richtung. Trotzdem muss einige Male hin-
    und her gesägt werden. Viel Spass (hoffentlich) dabei!



    ...wollle´mer en reinlasse´? Na klar! De´Zuch kütt!...Bü sichern...Signal ziehen...und...da isser schon....



    ...und rein in die gute Stube (Gleis 1)...Signal wieder auf Halt, jetzt kann´s Rangieren los gehen...




    ...nach dem Fahrgastwechsel (jetzt latscht keiner mehr illegal über´s Gleis...haha!)...ganze Einheit zurückstoßen...und über Gleis 2 umfahren...



    ...Trainspotters Glück...B3yg im Gleis 11!...der G-Wagen wird für die Rückfahrt eingesammelt...im Bahnhofsrestaurant wartet man derweilen auf die Bedienung...



    ...G-Wagen ist dran...Porzellan kann in die weite Welt...und erstmal nochmal sägen...



    ...und dann die Garnitur an den Bahnsteig zurückdrücken...die Meute stürmt die knochenschüttlerischen Blechwagen...der Ladeschaffner sinniert über das zu speditierende Paket...



    ...die mitgebrachten Wagen werden großzügig im Anschluss verteilt und mittel sinnreicher Vorrichtung am Entweichen gehindert...da staunt die Fahrgästin...





    ...todesmutig blickt der Rangierer der V100 in die drei Augen...dann geht´s wie gehabt...ankuppeln...Bü sichern...Signal ziehen (vorher natürlich den Fahrweg prüfen)...und ab geht´s...in "Krumme Fohre" kehrt wieder Stille ein...


    Bleibt gesund und
    bis bald in Krumme Fohre!


    Alexander

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