Der Hintergrund - oder: was kommt hinter Hinterberg?

  • Hallo Spur Nuller,


    ich möchte ein neues Thema zu einem für mich sehr wichtigen Aspekt des Modellbaues eröffnen: der Hintergrund.


    Gerade bei der oft geringen Tiefe der Module, Segmente oder Anlagenteile ist es wichtig, die Bahn richtig zu präsentieren. Aber wie?
    Es gibt tolle Beispiele auf Messen und Ausstellungen, oft von Engländern oder Holländern, wo eine richtige Bühne gebaut wurde und die Landschaftsdarstellung mitsamt Hintergrund so perfekt ist, dass man fast das Betrachten der Züge vergisst.


    Wie bekommt man einen guten Hintergrund hin? Einfach blauer Himmel? Photos? Halbreliefgebäude? Selber malen?
    Wie schafft man es, dass die Perspektive aus verschiedenen Blickwinkeln stimmt? Gerade das ist bei geringer Tiefe sehr wichtig.


    Ich habe verschiedene Dinge ausprobiert und möchte sie hier vorstellen.
    Zugleich bin aber auch sehr gespannt, wie Ihr eure Hintergrundprobleme gelöst habt.


    Ich hoffe auf einen guten Ideenaustausch.


    Ich fange dann also mal an:



    http://www.bilder-hochladen.ne…s/jdjf-d-c51c-jpg-nb.html%20[/img]


    Hier ist der Hintergrund eine Kombination aus Foto und Selbermalen. Es handelt sich um ein Foto aus einer Tageszeitung. Diese haben den Vorteil,
    dass die Farben nicht so knallig sind und die Oberfläche nicht glänzt. Nachteil wird wohl das Vergilben sein.
    Ein Problem ist der Übergang vom Foto zum Selbstgemalten. Auch die Perspektive stimmt natürlich nicht immer, da das Haus von unterhalb aufgenommen wurde.
    Aber aus dieser Blickrichtung stimmt die Welt und man kann sich fragen, wo die Lenz-Welt aufhört und die Kulisse anfängt.


    So, ich hoffe auf Eure Ideen, Kritik und Beiträge.


    Viele Grüße
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    Quote

    ....Es handelt sich um ein Foto aus einer Tageszeitung. Diese haben den Vorteil,
    dass die Farben nicht so knallig sind und die Oberfläche nicht glänzt. Nachteil wird wohl das Vergilben sein.


    Dein Foto macht sich ganz gut! So, wie Du dass in Szene gesetzt hast, ist die Tiefenwirkung verblüffend. Und wie Du schon vermutest, ist Zeitungspapier ist ein billiges Papier und vergilben wird es garantiert. Mein Vorschlag: selber Fotos machen und mit einem Fotobearbeitungsprogramm verändern, d.h. die Farbkanäle etwas zurücknehmen, dann werden die Farben blasser. Dann im Fotoladen großformatig auf einem Plotter ausdrucken lassen.

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Ja, der Hintergrund macht schon gewaltig was aus. Schön Deine Bauweise. Gibt dem ganzen eine ordentliche Tiefe.


    Wir verwenden auf unserer Anlage Hintergrundtapete von JOWI. Die konnten wir unseren Ansprüchen entsprechend anpassen:




    Gruß Peter

  • Hallo Norbert,


    meine Anlage ist noch nicht fertig. Den Hintergrund hat meine Frau mit einer Aquarell- bzw. Wischtechnik als Waldgebiet gemalt. Also keine realistischen Fotos. Tiefe kommt neben der Bemalung durch eine recht große Anzahl unterscheidlich größer Heki-Bäume (Mischwald, Super-Artline). Die nachstehenden Fotos stelle ich mal zum veranschaulichen ein, derzeit sieht das schon wieder ganz anders (besser) aus, da ich rund 50 Bäume vor der Bemalung stehen habe.


    Dein Hintergrund gefällt mir übrigens. Auch das Thema an und für sich ist interessant und komplex je nach baulichen Gegebenheiten. Am schwersten haben es da m.E. die DG-Bauer mit erheblicher Schräge und niedrigem Drempel.





  • Hallo Nuller,


    Hintergrund - das ist wirklich ein ganz spezielles Problem. Es geht ja nicht nur darum, was dargestellt wird, sondern auch, wie es präsentiert wird.
    Befindet sich eine 2D-Hintergrundkulisse direkt hinter der Anlage, dann werfen 3D-Gebilde auf der Anlage oft Schatten auf den Hintergrund, die sofort jede Illusion zerstören. Hier könnte man mal versuchen, die Anlage ein paar Zentimeter vor der Kulisse aufzubauen und die Kulisse dann von unten gleichmäßig zu beleuchten.
    Das zweite große Problem ist die Perspektive. Bei großräumigen Landschaften kommt noch kein Unwirklichkeits-Fealing auf, wenn man sich davor nach links oder rechts bewegt, aber sobald geometrische Gebilde (Gebäude, Brücken etc.) abgebildet sind, wird es surreal. Da kann ich so weit nach links gehen, wie ich will, ich sehe immer die rechte Seitenwand des Gebäudes, während die des davorstehenden 3D-Häuschens schon längst verschwunden ist - das Gebäude muß auf einer Drehscheibe stehen!


    Besser sieht es bei Halbreliefgebäuden aus, da gibt es dann nur Schwierigkeiten mit den Enden - wenn die Seitenwand nur wenige Zentimeter tief ist, dann wundert man sich schon, wie da jemand drin wohnen oder arbeiten kann ... Also müssen die Enden getarnt werden (durch andere Gebäude, Bäume etc.).


    Bei meiner Hafenanlage habe ich es etwas einfacher. Da bildet großflächige Halbreliefindustrie den HIntergrund und darüber/dahinter kommt dann irgendwann ein grauer, wolkenverhangener Himmel.



    Uploaded with ImageShack.us , Das Bild ist aus meiner Augenhöhe aufgenommen worden (und ohne Stativ, daher etwas schief :) ).


    Wie ich allerdings vor einem Fenster meinen Hintergrund gestalten werde, dafür habe ich noch keine Idee.


    Tschüß
    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Hallo Norbert,

    ich finde den Hintergrundausschnitt und die Umsetzung sehr gelungen die Du hier vorgestellt hast!


    Hierzu binde ich aus dem Schnellenkampforum eine von mir gegebene Antwort, zu einer änlichen gestellten Frage hier nochmals leicht verändert ein:


    Eine Anlage ohne Hintergrund, nein das geht überhaupt nicht, war schon 1962 Thema in der legendären Anlagen-Fibel aus dem Mibaverlag. Ich habe in meiner Eisenbahner Jugend diese Anlagenpläne gezeichnet von "Pit Peg" immer wieder bewundert.
    Sie täuschten durch den Hintergrund eine Weite und Großzügigkeit vor, die eigentlich gar nicht vorhanden ist.
    In den 80ziger Jahren schaffte dies dann wieder Ivo Cordes mit seinen Plänen im Eisenbahn Magazin und in seinem Buch "Modellbahn Traumhafte Anlagen" von 1994.
    Seine Ideen Anlagen in Szene zu setzten haben für mich Maßstäbe gesetzt. Ganz besonders hat mich immer wieder die auf Seite 29, lang und schmal im Wandregal bei 8x5 Meter, eine Schrankähnliche Anlage fasziniert. Hier war es der Effekt aus Hintergrundskulisse und zusätzlicher Beleuchtung, dargeboten auf einer Art Bühne, die ein stimmiges Ganzes, dabei nicht abgelenkt von anderen nicht zur Eisenbahn gehörenden Einflüssen ausmachte. Weiterhin nicht verbannt in den Keller oder anderswo hin, sondern integriert in einen Wohnraum und damit immer als Hingucker um einem selber präsent.


    Dies ist mein noch zu erreichendes Zie, das schwarze Tuch auf dem Gesamtbild unterstützt dabei den bühnenartigen Eindruck und alles was nicht zeigenswert ist wird ausgeblendet ohne das ein irgendwie geartetes Muster ablenken, oder den Blick auf sich lenken würde.


    Gesamtansicht SNM Bild 2:
    Rolf Knipper konnte dann später auf seinen Schaubildern auch sehr gut den Eindruck Eisenbahn und Landschaft gehören zusammen, passend zum Thema darstellen. Alle Hinweise und Anregungen die aus den oben genannten Plänen entnommen werden können, haben auch für die Spur Null ihre volle Gültigkeit, also warum sich hier nicht einmal eine Inspiration zur Umsetzung holen.


    Teilausschnitt SNM Bild 3:


    Ich habe dies erst einmal, mangels eines besseren, versucht mit dem 25 Jahre alten HO Faller Hintergrund umzusetzen. Nicht zu hoch angesetzt und dabei 10cm von der Anlage entfernt. In dieser Lücke ist Platz für Halbrelief Bäume, die zusätzlich auch nicht so passende Motive auf der fertigen Kulisse wegtarnen können. Die Module werden einfach im richtigen Abstand an den Hintergrund geschoben, der auf Holzplatten mit Tapetenkleister, die an der Wand auf Lattung befestigt sind, geklebt wurde.


    Teilausschnitt SNM Bild 4:


    Eigener Kritikpunkt, der linke Baum ist meiner Meinung nach zu hoch angesetzt, dies wird aber erst auf einem Foto deutlich sichtbar.
    -----------------------------------------------------------------------------------------------------
    Teilausschnitt SNM Bild 5:


    hier soll dargestellt werden wie die Strecke in der Ferne die nächte Bahnstation bei den Häusern erreichen wird.



    Für mich gehört ein passender Hintergrund deshalb unverzichtbar zu einer zeitgemäßen Modellanlage.


    Mit Gruß,Thorsten

    Edited 10 times, last by DRG: Wechsel des Bilderdienstes ().

  • Hallo Thorsten,


    auch ich bin Fan von den drei oben genannten Meistern, an deren Entwürfen ich mich nicht sattsehen konnte. Wenn zum Beispiel Rolf Knipper einen Entwurf aus dem Bergischen Land machte, dann atmete das Industriekultur. Und bei Ivo Cordes können sich in den Entwürfen die Schienen noch so wild im Kreis drehen, es wirkt trotzdem glaubhaft und authentisch - jedenfalls im Rahmen des immer beschränkten Platzangebotes.


    Ihre Entwürfe, Pläne und Zeichnungen sind für jede Spur sehr empfehlenswert. Wie Du schon sagst: gerade auch für die Spur 0.


    Ich versuche auch, einiges von den Ideen umzusetzen, wobei ich nicht einen bestimmten Plan im Kopf habe, sondern mehr so eine Art Quintessenz aus vielen Plänen.
    "Der Eisenbahn eine Bühne bauen" ist für mich auch ein wichtiger Gedanke.


    Du hast das ja auch in deinen Bildern verwirklicht. Ein schönes Beispiel dafür, wie stimmig und harmonisch die Bahn auch bei geringer Tiefe durch den Hintergrund wird.
    Bei mir ist es mehr Patchwork, da ich mal alle Möglichkeiten von Selbstmalen bis Foto austesten wollte. Aber wie ich mich kenne, bleibt meine Bahn sowieso eine ewige Baustelle. an der auch die Hintergrundteile kommen und gehen werden.. Bewundernswert diszipliniert finde ich Deine Entscheidung, zum Hintergrund 10 cm Abstand zu lassen.
    Was man da noch alles unterbringen könnte...


    Aber Spaß beiseite: In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Man darf es allerdings auch wieder nicht übertreiben, sonst hat man nur noch ein Stück Schiene, zu dem man sich schöne Geschichten ausdenken kann.


    Vielen Dank für Deinen Beitrag und auch Dank an die anderen für Ihre Beiträge. Das wird hier langsam richtig interessant.
    In der Hoffnung auf noch mehr Hintergründiges


    verbleibt aus dem Sauerland grüßend


    Norbert

  • moin,
    was hintergrund alles bewirken kann, zeigt diese wirklich sehenswerte 0n30 anlage aus Schweden:


    http://www.facebook.com/pages/…e-RR-page/127409483958090



    es lohnt sich, mal dursch die Bilder zu klicken, nicht nur in Sachen Hintergrund, aber da besonders. wie die unterschiedlichen Wolkenformationen eingefangen sind, ist schon beeindruckend. auch interessant ist die Lösung des Überganges zur eigentlichen anlage. da kann man viel abschauen.


    meint jedenfalls volker

  • danke für den link zu der wunderschönen schwedischen anlage, sehenswert!!!
    mein eindruck ist, dass dort der hintergrund so faszinierend ist, weil er "leuchtet", bzw. licht ausstrahlt. ich denke der erschaffer der anlage hat dies realisiert, indem er platz zwischen anlage und hintergrund gelasssen hat und diese entsprechend ausleuchtet, zudem oftmals der übergang von sehr dunkel (unten am direkten übergsng), nach oben hin deutlich heller / halt wie die alten meister in der malerei.
    ergänzend zu pit peg und co: jaques le plat, gruß aus ferbach, kapitel "die hintergrundkulisse", seite 76
    lg merzbahn , stefan

  • noch ein gedanke von mir zur perspektive:
    norbert hat ganz zu anfang folgendes geschrieben:
    "Wie bekommt man einen guten Hintergrund hin? Einfach blauer Himmel? Photos? Halbreliefgebäude? Selber malen?
    Wie schafft man es, dass die Perspektive aus verschiedenen Blickwinkeln stimmt? Gerade das ist bei geringer Tiefe sehr wichtig."
    das von ihm integrierte haus ist in der fluchtpunkt perspektive dargestellt, auch das beispiel mit der baumallee (beitrag von peterj).
    solche bilder / hintergründe sehen von einem standpunkt gut aus, und zwar von dem standpunkt, der dem der fluchtlinien entspricht. wechselt man den standpunkt, so ist das ergebnis nicht so befriedigend. deshalb hat z.b. lois
    seine bekannten mzz hintergrundkulissen in der parallel perspektive gemalt. die gebäude sehen von ganz unterschiedlichen standpunkten stimmig aus.
    mein tipp, beobachtet doch dies ein mal bei verschiedenen ausstellungen.
    gezeichnete/gemalte hintergrundentwürfe wie bei pit peg und cordes sehen oftmals so gut aus, weil es dieses problem bei der abbildung nicht gibt, durch die zeichnung ist die perspektive festgelegt und somit immer stimmig.
    geht es dann in die umsetzung, so wird es schwieriger.
    deshalb gefallen mir oftmals fotohintergründe nicht so gut ( wegen der fluchtpunktperspektive bei gebäuden).
    fazit: viel beobachten an richtigen anlagen und selber viel probieren
    lg merzbahn

  • Hallo Norbert,


    auch aus meiner Sicht ist eine Modellbahn ohne passende Hintergrundkulisse ein absolutes No-Go! Neben der Perspektive ist auch der farbliche Übergang extrem wichtig.


    Ich arbeite schon seit Mitte der 90er Jahre nach der Rolf-Knipper-Methode: Die rückseitige Kante der Anlage wird nach oben verlängert und muss oberhalb der Augen des Betrachters enden. Darauf wird eine Hartfaserplatte befestigt (Ecken werden ausgerundet), blau streichen/spritzen, Wolken werden ohne scharfe Konturen aufgebracht. So weit - so gut! Jetzt beginnt allerdings die wahre Herausforderung. Ich habe hier schon so ziemlich alles ausprobiert und ein Mix aus mehreren Methoden führt (so glaube ich) auch irgendwann zum Erfolg. Angefangen mit abstrakter Malerei mit Acrylfarben/Dispersionsfarben, Loisl's Aquarellzeichnungen und Fotocollagen im fliegenden Wechsel mit Halbrelief- und Vollgebäuden. Baum- und Buschwerk eignen sich sehr gut für die Übergänge zwischen den einzelnen Methoden. Beispielhaft zeige ich Euch ein Bild von meinem BW in H0:




    Das Waldstück liegt in meiner direkten Nachbarschaft und wurde aus eigenen Fotografien zusammengestückelt. Die einzelnen Trennlinien sind unter normalen Lichtverhältnissen kaum auszumachen.


    Ganz persönlich bevorzuge ich rein gemalte/gezeichnete Hintergründe - allerdings scheitere ich hier, wie ich Dir schon einmal schrieb, an meinen persönlichen Fähigkeiten. Meine Malerei erinnert dann doch leider etwas an Kindergarten... Mal abwarten wie ich das in Attenhagen lösen werde.


    Viele Grüße von der Nachtschicht an den Schienenbusbeobachter am Diggeseestrand :D
    Tom

  • Hallo,


    ich hoffe, die Busecker sind alle zufrieden und wohlbehalten wieder zuhause angekommen.
    Zum Thema Hintergrund fand ich die Anlage Lippstadt - Nord sensationell. Großes Lob und vielen Dank für´s Ausstellen an die Erbauer!


    Ich habe noch einmal bei Jowi zugeschlagen und mir noch ein paar Halbreliefhäuser für den Hintergrund gekauft.


    Nachfolgend zeige ich mal Bilder von den schon von mir verbauten Jowis, verbunden mit der Bitte um und in der Hoffung auf weitere Beispiel-Jowis von Euch.


    http://www.bilder-hochladen.ne…s/jdjf-e-aab3-jpg-nb.html%20[/img]


    http://www.bilder-hochladen.ne…s/jdjf-f-9bf3-jpg-nb.html%20[/img]


    http://www.bilder-hochladen.ne…s/jdjf-g-c74d-jpg-nb.html%20[/img]



    So, das sind also die Hinterhöfe von Hinterberg.
    Was habt Ihr denn aus Euren Jowis gemacht?


    Viele Grüße aus dem Sauerland


    Norbert

  • Hallo Spur Nuller,


    ich möchte gerne noch einmal das Thema nach oben bringen.


    Zum Thema Jowis gab´s ja leider noch keine Antworten. Hat denn wirklich keiner von Euch Jowis verbaut?


    Die in Buseck gekauften Halbrelief-Jowis habe ich jetzt zusammengeklebt. Jetzt warte ich noch auf gute Ideen zum einbinden in den Hintergrund.




    Nachfolgendes Bild zeigt, dass man zur Not auch ohne Hintergrund auskommt, jedenfalls beim Fotografieren und bei Gegenlicht.
    Ansonsten kann der dürftige Bewuchs nicht darüber hinwegtäuschen, dass man eigentlich aus dem Fenster des Eisenbahnzimmers guckt.



    http://www.bilder-hochladen.ne…s/jdjf-n-3769-jpg-nb.html%20[/img]



    Die 64 hat bald Feierabend in Hinterberg. Ihre Holzfuhre bleibt über Nacht im Bahnhof und wird vom Üg am nächsten Morgen mitgenommen.
    Die Abendsonne ist so idyllisch, dass Lokführer und Heizer mal eben zum Blumenpflücken ausgestiegen sind.
    Optisch gut käme jetzt ntürlich noch eine Rauchfahne, aber die ist ja ein ganz anderes Thema...


    Viele Grüße
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    die hier exemplarisch gezeigten Möglichkeiten zur Hintergrundgestaltung gefallen mir allesamt sehr gut! Aber nun zeige ich Dir wie ich die Hintergrundfrage an der Ladestrasse in Attenhagen gelöst habe: mit einem Jo-bri! Der fotorealistische Hintergrund stammt von der Jowi-CD "Dorf und Kleinstadt". Die Basis der "Karosseriewerkstatt Wilh. Schlosser" entstammt den Resten eines Kibri-H0-Bausatzes vom Lokschuppen Ottbergen. Neu arrangiert und verputzt (Modelliermasse von Stangel) steht die Fassade nun ca. 2 cm vor der Kulisse. Bei Nacht gibt die installierte fuselige Innenbeleuchtung den Blick auf Werkstattfotos (Google-Bildersuche) in zweiter Ebene frei. So entsteht eine unglaubliche Tiefenwirkung.





    Viele Grüße
    Tom

  • Hallo Tom,



    offensichtlich möchtest Du uns heute völlig fertig machen mit dem, was Du in der letzten (gar nicht so langen) Zeit gebastelt hast ( Beiträge zum Stellwerk und "Diggetalbahn im Bau" von heute).


    Ein Stellwerk habe ich ja schon, aber Deine Werkstatt gefällt mir so gut, dass die Tage von meinem HO Lokschuppen Ottbergen gezählt sind. Der wird jetzt auch zerlegt und auf Spur 0 aufgepeppt!


    Was mich noch interessieren würde, wäre ein Bericht, wie Du den Hintergrund von der Jowi - CD ausgedruckt und "zusammengekleistert" hast.


    Der sieht nämlich auch verdammt gut aus.


    Attenhagen ist absolut nach meinem Geschmack!


    Viele Grüße
    Norbert

  • Guten Abend Norbert,


    in den letzten Wochen habe ich lieber gebastelt als geschrieben... ;) Aber vielen Dank für das Lob!


    Ich habe mich auf der Jowi-CD für die H0-Dateien im pdf-Format entschieden. Diese elf Dokumente enthalten jeweils ein DIN-A4 Blatt welche ich auf 100-Gramm-Papier gedruckt habe (zuvor natürlich die Treibersoftware auf "beste Foto-Qualität" einstellen). Da ich den Teil mit dem Himmel nicht benötige (habe den ja schon auf der Hartfaserplatte) wurde dieser einfach mit der Schere abgeschnitten. Bei den Bäumen im Vordergrund war das zwar etwas fummelig, aber es muss ja nicht jedes einzelne Blatt übrig bleiben. Ebenso wird der untere und einer der beiden Seitenränder abgetrennt. Der andere Rand bleibt übrig denn darauf wird das Nachbarblatt aufgeklebt. So entsteht ruckzuck eine Tapete von etwa zwei Metern Länge. An meiner Ladestrasse haben bis zum Lagerhaus allerdings ungefähr 30 cm gefehlt. Kein Problem: ich habe die Elemente 1 und 2 im jpg-Format mit einem Grafikbearbeitungsprogramm geöffnet. Die Fotos wurden gespiegelt, skaliert, ausgedruckt und ebenfalls angefügt. Wenn Du genau hinsiehst, kannst du knapp links neben dem Prellbock die Spiegelachse erkennen. Mit dieser Methode könnte grundsätzlich eine Endlostapete entstehen.


    Zum Motiv ist zu sagen, dass es natürlich eine Aufnahme aus der Jetztzeit ist. An einer Stelle steht ein Mobilfunkmast in der Landschaft welcher natürlich unbedingt getarnt werden muss. An einer anderen Stelle befindet sich ein Neubaugebiet mit einem zeitgenössischem Rohbau. Aber wenn das jemandem auffallen sollte, habe ich auch schon die passende Ausrede parat: auch in den späten 60ern wurden bereits bizarre Architektenträume in die Landschaft gestellt...


    Übrigens ist es sehr wichtig den Übergang zwischen Anlage und Hintergrund gut zu tarnen: Gebäude, Mauern, Zäune, Bäume und Büsche bieten sich dazu an. Eine richtige Herausforderung sind die Stellen an denen Strassen oder Wege am Hintergrund enden. An meinem Bahnübergang hatte ich noch relatives Glück: ich habe die Farbgestaltung der Strasse auf dem Hintergrund fortgeführt bis an die Stelle an der das Gelände (die Wiese) nach unten hin abfällt.


    Dann wünsche ich Dir viel Erfolg bei deiner Hintergrundgestaltung.


    Viele Grüße
    Tom

  • Hallo Tom


    Deinen Hintergrund finde ich klasse gemacht! :thumbup: Hut ab!
    Auch der Rest der Anlage gefällt mir! :thumbup:
    Das man H0 Zubehör für Null verwenden kann, wusste ich ja. Aber das es auch für ganze Gebäude gilt ist schon Super!
    Hättest du es nicht erwähnt, wäre ich nicht drauf gekommen das es Ottbergen in H0 ist!


    Aber gestatte eine kleine Anmerkung am Rande. In welcher Zeit spielt deine Anlage?
    Das Gelbe Lademaß gab es nach meiner Information erst ab 1972. Davor sollen die Dinger Schwarz gewesen sein.
    Die Kraftfahrzeuge und Loknummern deuten auf Epoche III hin.


    Das soll jetzt keine Kritik sein! Mich stört es nicht! Wenn es dich auch nicht stört ist alles OK! :thumbup:

  • Hallo Ricky,


    auch an Dich meinen Dank für dein Lob! Es freut mich sehr, wenn ich dem Forum etwas zurück geben kann und nicht nur durch Eure Inspirationen davon profitiere...


    In meinem Planungsthread zur Diggetalbahn habe ich mal geschrieben, dass ich einen groben Darstellungszeitraum von etwa 1960-1975 anstrebe. Ich möchte mich da auch nicht so genau festlegen, schließlich gibt mir das einen viel größeren Freiraum für Gestaltung und Betrieb. Darüber hinaus kann ich Norberts Worte bzgl. der beliebtesten Epochen uneingeschränkt unterschreiben! Auch meine kreative Energie bei der Gestaltung einer Modelleisenbahn bekommt ihren Treibstoff massgeblich aus Kindheits- und Jugenderinnerungen - und da gibt es keine klare Trennung zwischen Epoche III und IV. Ich selbst bin Jahrgang '69 und somit stützen sich meine Ep. III Erinnerungen ohnehin im wesentlichen auf Erzählungen und Familienalben. Manches zeittypische Detail (auch ohne Bahnbezug) hat länger überlebt. So hatten meine Großeltern noch in den 70ern einen Nierentisch. Und trotzdem bin ich durch früheste Kindheitserinnerungen geprägt: Wie oft waren die Schlagbäume am Bahnübergang "Fischbacher Berg" in Siegen geschlossen. Der Boden begann zu vibrieren bevor die Züge in Richtung Wissen/Sieg zogen - nicht selten dampfbespannt! Das waren prägende Erlebnisse für einen Dreijährigen...


    Wie gesagt, bei mir sind die Übergänge fließend definiert und das Eine schließt das Andere nicht aus! :)


    Viele Grüße
    Tom

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