Lenz Bahnhof Krakow / Alterung und Fugendarstellung

  • Hallo zusammen,
    ich habe keinerlei Erfahrung (noch nicht) in der Alterungstechnik und in der Fugendarstellung bei Klinkerwänden. Hier bei dem Modell von Lenz, Bahnhof Krakow.
    Ich brauche da mal Eure Hilfe.
    Wie kann ich am besten die Fugen in den Wänden darstellen?
    Soll ich erst die Wände in Ziegelrot lackieren ( Airbrush ) und dann die Fugen gestalten?
    Oder soll ich die Wände so lassen und nur die Fugen darstellen?
    Mit welcher Farbe stelle ich die Fugen da und wie bekomme ich die Überschüssige Fugenfarbe wieder runter, so das nur die Fugen dargestellt sind?
    Ich glaube, jetzt geht ein schallendes Gelächter durchs Forum. ?(
    Ich bedanke mich für Eure Tipps und die Hilfe

  • Hallo V36Fan,


    ich finde, farblich überarbeitete Wände sehen viel besser aus, als die Kunststoffoberfläche. Das Gebäude strahlt eine ganz andere Atmosphäre aus.
    Sieh Dir doch mal folgende Beiträge an: http://forum.spurnull-magazin.…ng/ziegel-colorieren-2942


    Da findest Du eine Menge Anregungen.


    Andere Ideen, Techniken werden hier genannt: http://forum.spurnull-magazin.…bahnhof-spurweite-0e-3706.


    Na dann viel Freude beim Bau des Gebäudes! Und es geht nichts über "selber probieren".


    Grüße, Stefan

  • Hallo V36Fan,
    gelächter sollte es da nicht geben nur verschiedene wege die zum Ziel führen.
    Ich mache es so das ich erst die Ziegel mit Wasserfester Farbe und der Airbruch lackiere wenn du Zeit und Muse hast kannst du im nächsten Gang viele einzelne Steine in unterschiedlichen rot tönen anmalen. Schau mal genau beim Original da sind die Ziegel auch unterschiedlich.
    Allerdings wird Krakow dafür zu groß ich habe es beim Bf. Lippramsdorf auch nicht gemacht nur bei kleineren Gebäuden.
    Bei den Realbausätzen ist eine super geheime Fugenfarbe dabei, also Plakarfarbe in einem schönen Fugengrau angemischt mit Wasser verdünnt. Diese wird mit dem Pinsel auf den Mauerplatten aufgetragen dan 24Std. trocknen lassen, dann nimst du einen Küchenschwamm und wasser und reibst diagonal zu den Fugen die überschüssige Farbe ab in den Ecken solltest du ein Streichholz nutzen.
    Hoffe es ist verständlich und zu lesen mit einem Androidgerät schreiben ist keine Sache die spaß macht lieber mehr basteln ;)


    Schönen Gruß Tim


    P.s. wenn du magst stell ich heut abend Bilder ein.

  • Hallo,


    viele Wege führen nach Rom! Ein recht einfacher ist folgender:
    - Ziegelwand waagerecht legen und mit dünnflüssiger, wasserlöslicher Acrylfarbe komplett einpinseln
    - Fugenfarbe nach Wunschvorstellung
    - der Farbe etwas Fließverbesserer beigeben (z.B Spüli), dann läuft die Farbe in alle Fugen


    - antrocknen lassen und dann mit einem Alkohol-Läppchen auf den Steinoberflächen abwischen (z.B. Waschbenzin oder Isopropanol, nicht Rotwein! :P )
    - Die Fugen bleiben dann übrig.



    Die Methode ist narrensicher und hat den Vorteil, dass die Oberfläche der Polystyrolplatte leicht angelöst und damit matt wird.


    Eine andere Möglichkeit ist, die Wand mit Sandy Paste von Stangel einzureiben (mit dem Finger), auch dann werden die Oberfläche wieder schön frei.


    Viel Spaß beim Testen,
    Gruß Thomas

  • Hallo V36Fan


    schau mal hier - etwas weiter unten (Bahnhof Krakow) wird kurz die Technik beschrieben. Am besten besorgst Du Dir beim Fachhändler ein Stück Mauerplatte (z.B. von Noch) und übst damit rum. Nimm wasserlösliche Farben, dann kannst Du mit Wasser, etwas Spülmittel und Bürste die Farbe wieder abwaschen.


    Es ist wirklich nicht sehr schwierig.


    Nachtrag:
    Den einzelnen Bauteilen kannst Du zuerst mal den Plastikglanz nehmen, indem Du mit wenig (!) Aceton drüber wischst/pinselst. Zuerst mal an einer Innenseite oder am Spritzig testen! Aceton ist giftig, nicht einatmen (Mundschutz).

    Edited once, last by neunelf ().

  • Hallo,


    Es geht auch anders, aber mit "festere" Farben und daher nicht so einfach Rückgängig machbar.


    Meine "Krakow" habe ich mit Enamel und Nitro-Farben "etwas realistischer" gemacht. Zuerst die Teile mit einen "Wash" aus einen weiss-gelb-hellbraun-Gemisch als Enamelfarbe in die Fügen rein gemacht, dann bestimmte Bereiche "geschwärzt" (mit dunkleren grau bzw. braun) und dann die einzelnen Ziegelsteine mit granierte dunkelrote bzw- braune Enamelfarbe (matt) mit fast trockenen Pinsel hervorgehoben. Mit ein bisschen Übung geht es ganz leicht.


    Ach ja, noch ein Detail... Meine "Krakow" ist in Spur N aber das lässt sich ohne weiteres auch in H0 und 0 nachmachen. :D In 0 ist sogar viel lustiger denn man kann die einzelne Ziegesteine hervorheben.

  • Moin,


    meine Gestaltungsweise beim Krakowbausatz war ein bischen anders. ich habe die Ziegelbauteile erst zusammengebaut, dann mit revell Aquacolor "Ziegelrot" gepinselt.
    2 Tage austrocknen gelassen, anschließend Krämerpigmente "Dreck hell" über die gesammte Fläche verteilt, mit nem harten Borstenpinsel soweit eingebürstet , bis sich alles in den Fugen verteilt hat, als nächsten Arbeitsschritt mit einem leicht feuchten Zewatuch vorsichtig und ohne Druck über die Ziegel gewischt. Zum Schluß mit mattem Klarlack aus der Spraydose fixiert.
    Diese Technik find ich gut, weil dadurch die Ziegel als Nebenefekt auch eine unterschiedliche Farbstruktur bekommen.

    Beste Grüße aus dem Keller,


    Pat

  • Moin!


    Ich habe noch einmal einen älteren Beitrag von mir aus der Versenkung geholt. Ob nun Empfangsgebäude oder Lokschuppen, ein paar Tipps sind vielleicht für dich dabei.


    Also, hier der alte Beitrag:


    Auch ich habe mich an diesem Lokschuppen von Addie versucht, und wenn ich es schaffe, dann werde ich ein paar Bilder einstellen.


    Im ersten Schritt wurden alle Teile mit Marabu-Farben lackiert. Verwendet habe ich folgende Farbtöne:


    Terracotta für das Ziegelmauerwerk
    Weiß für die Innenwände
    Laubgrün für die Fensterrahmen, Schuppentore sowie Türen
    Schwarz für das Dach, die Dachrinnen etc.
    Dunkelbraun für die Dachbalken
    Grau für den Sockel des Mauerwerks


    Das brachte schon eine erste Verbesserung dahingehend, dass der Plastikglanz verschwunden ist bzw. die Teile eine realistischere Farbgebung bekommen haben. Und ein weiterer Vorteil war, dass nun Farben auf Acrylbasis besser deckten!


    Danach wagte ich mich an den Zusammenbau. Bis ich den richtigen Kleber gefunden habe, dass dauerte. So durfte ich diverse male Teile neu verkleben, bis ich hier im Forum den Ruderer emfohlen bekommen habe. Danach hat es gehalten.


    Die Passgenauigkeit, so war es zumindestens bei meinem Exemplar, lies gerade bei der großen Firstteilen zu wünschen übrig. Ich hätte doch den dritten Arm gebraucht, um gewisse Stellen andrücken zu können, denn die Teile waren zum Teil regelrecht gewölbt! Egal, irgendwann stand der "Rohbau".


    Danach wurde verfugt. Ein Grauton von Vellejo wurde verdünnt und aufgepinselt. In diesem Arbeitsgang bekamen die Fensterbänke auch gleich ihren Anstrich. Nach der Trocknung wurden die Weathering Sprays von Modelmates zum Einsatz gebracht. "Rusty Red" , "Mud Brown" und "Light Grey" liessen das Mauerwerk nun schon lebendiger erscheinen. Im nächsten Schritt wurde graniert. Wieder ein deutlicher Schritt hin zum......aber irgendwie fehlte immer noch was.....Pigmente von Krämer kamen zum Einsatz, also diverse Verschmutzungspulver, und es war nahezu perfekt.


    Obwohl das Dach bzw. seine Art der Eindeckung eher einen angelsächsischen Ursprung vermuten lassen, wurde es mit unterschiedlichen Rottönen auf Ziegeloptik getrimmt. Danach kam von Vallejo ein Wash zum Einsatz, etwas granieren und das Dach machte was her. Bei den Anbauteilen belies ich es bei der schwarzen Grundfärbung, lediglich mit verschiedenen Rostfarben von Vallejo wurde sanft graniert. Gleiches wurde mit den Dachrinnen und Fallrohren gemacht. Hier kam zusätzlich ein Grauton hinzu um verzinktes Material anzudeuten.


    Die Fensterrahmen, Schuppentore, etc...nun in grün gehalten, wurden die Beschläge betont mit "Dark German....tralala" von Vallejo, alles etwas graniert und im Anschluß mit Krämer "verschönert". Das Ergebnis ist ganz ansehnlich geworden, aber auch hier gilt: Schönheit liegt im Auge des Betrachters!


    Ein paar von den mitgelieferten Anbauteilen fanden bereits einen Platz, die Untersuchungsgrube von Dittmann, die Beleuchtung von Addie sowie diverse andere Kleinteile zur Vollendung warten noch auf den Kauf in Buseck und/oder auf den Einbau.


    Grüße,


    Sascha

  • oha, so viel Tipps!


    ich habe für Polystyrolplatten auch noch einen Tipp:
    Fugen mit verdünnter Dispersionsfarbe einpinseln und nach Trocknung mit 600er Schleifpaier (um Schleifklotz gewickelt) die Ziegeloberfläche abschleifen. Die Farbe ist dann entfernt und die Fugen bleiben weiß (oder grau). Vorteil: die Ziegel sehen nach dem Schleifen nicht mehr plastikglänzend aus und haben dann eine ziegelraue Oberfläche. Einzelne Ziegel nach Belieben etwas dunkel anmalen (Bundstift, Farbe), die restlichen Ziegen so belassen.

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • So hier mal die Bilder vom Posten 28 mit einzelnen Steinen farblich nachbehandelt, allerdings bei so einem großen Gebäude würde ich das nicht machen ich habe auch noch Familie. Im Sockelbereich noch mit verschiedenen grün und braun Tönen Mose und Schmutz dargestellt.




    Schön das es so viele Wege gibt jeder hat da so seine Vorlieben und dinge die er nicht so mag.


    Schönen Gruß
    Tim

  • Hallo zusammen,
    wow, ich sage ganz vielen Dank für die tollen Tipps und die Bilder.
    Einfach genial was da so zusammenkommt.
    Nun gehe ich mit wesentlich weniger Muffe an den Bausatz. Ich habe mich für den Lenz Bahnhof und den Lenz Güterschuppen entschieden weil sie mir einfach gut gefallen. Alle anderen Gebäude werde ich wohl von Real Modell nehmen. Einfach tolle Modelle, wie ich finde.
    Ich bin noch beim Aufbau meiner Anlage. Sie wird nicht besonders groß, 4,50m lang dann einen Bogen im Radius von 1,02m und dann 3,40m wieder zurück. Ist also ein U, kann dann nur von A nach B.
    Ich bedanke mich nochmals bei allen.
    Gruß
    Uwe

  • Hallo,


    gute Tipps zur Farbgestaltung, u.a. auch Behandeln von Ziegelwänden, findet man im MIBA Spezial 95 "Modellbahnen vorbildlich färben" .
    Ein wirklich außergewöhnlich informatives Heft, mit viel Basiswissen über Farben und Färben, z.B. Altern von Lenz-Wagen.


    Dort erklärt auch ein gewisser "hjw" die Methode aus Beitrag 9 sehr genau und nachvollziehbar! ;)


    Gruß
    Thomas

  • Hallo
    Ich habe mir auch vor ein paar Wochen den Bahnhof gekauft und mir auch Gedanken über die Mauerwerksbearbeitung gemacht.
    Meinen ersten Versuch habe ich mit Noch Patina Pulver gemacht.
    Das zementfarbene Pulver habe ich mit einem harten Pinsel aufgetragen und dann mit einem nassen Lappen abgewischt.
    Da man das Pulver mit dem Pinsel nicht gleichmäßig auftragen kann,ist die Struktur auch eher ungleichmäßig.
    Mit der Häufigkeit des Nachwischens kann man die Intensität noch beeinflussen.
    Leider zeigen die Bilder nicht genau das Ergebnis.Es sieht eher angenehmer und weicher aus.
    Eine Nachbehandlung einzelner Ziegel und Wetterspuren an den Simsen ist natürlich auch noch möglich und angedacht.



    http://imagizer.imageshack.us/v2/1024x768q90/441/leub.jpg
    http://imagizer.imageshack.us/v2/1024x768q90/208/u7n7.jpg


    Ob das die Endlösung ist,wird das Gesamtbild zeigen.
    Gruß
    Andi

  • Ich habe mir erlaubt, die Verlinkung von url auf img zu ändern - dann sind die Bilder auch sichtbar...



  • danke :) ,Imageschack hat einiges geändert;da muß ich mich erst mal mit beschäftigen ;(
    Gruß
    Andi

  • Hallo


    Ich finde, bei den meisten Gebäuden werden die Fugen zu hell ausgelegt. Gerade Bahngebäude sind meist älterer Natur - und da sind die Spuren der Umwelteinflüsse (die Mehrheit hier fährt sich Ep. III, und da gabs das Thema Umweltschutz und Umweltbewusstsein noch gar nicht) und Bahnbetriebs (Kohleheizung, Dampfloks!) deutlich sichtbar. Also nicht nur die Ziegel an sich altern, sondern auch die Fugen! Die waren nämlich nicht hellgrau wie neu, sondern eher (dunkel)grau bis graubraun, teilweise fast schwarz.


    Gruß Ralph

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, regieren irgendwann die Dummen die Welt...

  • Die waren nämlich nicht hellgrau wie neu, sondern eher (dunkel)grau bis graubraun, teilweise fast schwarz.

    Hallo Ralph,


    Du hast recht, Fugen altern auch... und meistens sind die Fugen im Modell auch zu hell dargestellt. Das ist aber nicht schlimm, da dadurch eine "leuchtende", positive Stimmung rüber kommt. Zu dunkel ist beim Modell vll. vorbildgerecht, wirkt aber oft zu düster.


    Heute sind Fugen auch nicht immer hellgrau! Bei Neubauten werden Fugen meist zum Stein passend gemischt und vor dem kompletten Verfugen als Musterfläche angesetzt. Es gibt sehr viele Farbtöne zur Auswahl... Mehrere Farbtöne nebeneinander anlegen, dann wird über den Farbton entschieden, die Musterfelder werden wieder rausgekratzt und die Fassaden verfugt. So ist das zumindest bei uns im Münsterland...


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Ralph (Errel)


    es kommt ja erstens darauf an, welchen Bauzustand man darstellen will, zweitens ist eine "sauberere" Farbgebung vielleicht nicht ganz vorbildgetreu, aber optisch ansprechender. Der nicht ganz unbekannte und leider viel zu früh verstorbene Rolf Knipper hatte als Thema meist das Ruhrgebiet in der Ep 3 - er hat die düstere Atmosphäre kohlenstaubverdreckter Städte vorzüglich eingefangen und abgebildet. Vielen war das aber einfach zu "dreckig" und einheitlich schmutzig. Wie so oft, ist auch hier der persönliche Geschmack entscheidend.

  • Hallo Ralph (Errel)


    ... Wie so oft, ist auch hier der persönliche Geschmack entscheidend.

    Hallo


    Das ist natürlich selbstredend. Mein Einwand gab ja schließlich auch nur meine Meinung wieder. Ich habe ja auch erst vor ein paar Jahren angefangen, Gebäude und Fahrzeuge zu altern. Es braucht gerade am Anfang schon etwas Mut, die schönen Modelle zu "versauen" Natürlich gilt auch hier wie bei so vielen schönen Sachen: weniger ist mehr! Nur sehen die Gebäude mit den hellen Fugen eben wie frisch gebaut oder wenigstens gerade renoviert aus. Und das war meiner Meinung nach in den 60ern (hier sogar noch in den 90ern) eher selten der Fall.
    Hier in Neufünfland hatten wir ja genügend Gelegenheit, Gebäuden beim Altern zuzusehen. Da gab es teilweise interessante Sachen zu sehen (z. B. noch 1990 große Werbeschilder über Eingangstüren: "Feldbahnen", "Dampfbäckerei", "Kunstmühle" oder natürlich die unvermeidlichen Parolen, die oftmals noch aus den Spätvierzigern bzw. Anfangfünfziger stammten) Aber die Gebäude strahlten eine stille Würde aus. Heute nach den Sanierungen ist vieles Steril. Mag schön aussehen, aber schade ist es trotzdem.


    Gruß Ralph


    P.S. Nach einem Blick nach draußen sehe ich mich nachher schon Schnee schippen... :thumbdown:

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, regieren irgendwann die Dummen die Welt...

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