Aus Alt mach Neu - Omm55 von Lima in einem Selbsterfahrungsumbauprojekt...

  • Hallo Spur Nullers,


    Adventszeit ist MoBa- und Bastelzeit, also möchte ich an dieser Stelle die Gelegenheit eines ruhigen Samstagmittags nutzen und über mein neuestes Projekt berichten.
    Inspiriert von Eckhard, der vor kurzem in einem wirklich gelungenen Thread über den Friseurbesuch seiner beiden Gmms60 berichtet hat, habe ich ein Projekt begonnen, was mir schon länger im Kopf herumgeht: der Umbau eines Omm55 von Lima, den ich günstig in einem bekannten Internetauktionshaus erstehen konnte.
    Da meine Modellbauerischen Fähigkeiten nicht mit denen von Eckhard nicht im entferntesten vergleichbar sind, wird dieser Bericht eher eine Umbaubeschreibung für “normalsterbliche”, in der ich auch auf die eine oder andere Panne eingehen möchte, die mir bis dato wiederfahren ist... :whistling:


    Hier nun das Umbauobjekt: da ich den Wagen sowieso neu lackieren werden, ist es nicht weiter tragisch, dass das Modell einen Wagen der SNCF darstellen sollte. Der Lima-Wagen hat hier schon fast alle angespritzten Teile eingebüßt, die durch Messingteile ersetzt werden sollen. Die Kunstoffradsätze werden durch Metallradsätze von Lenz ersetzt, außerdem möchte ich mich an der Nachbildung einer Bremsanlage versuchen.
    Das entfernen der angespritzten Teile geht relativ schnell und einfach – im inneren des Wagenkastens allerdings waren diverse massive, nennen wir es mal Kunstoffnasen, vorhanden, deren Entfernung schon etwas mühselig war...



    Da ich den Wagen mit Lenz-Kupplungen ausrüsten möchte, habe ich mir die altbewährte Kulisse von Moog besorgt (kleinere Ausführung). An anderer Stelle (weiß aber leider nicht mehr wo) hatte ich gelesen, dass dafür umfangreiche Anpassungen am Fahrwerk nötig seien. Zum Glück war es in meinem Fall relativ einfach: alte Lima-Kupplung mit Dremel und Skalpell entfernt – fast gut. Ich musste nur noch etwas von dem Quertragwerk am Wagenboden vor den Bremsbacken wegnehmen, dann passte alles. Der Kupplungshaken liegt so auch nur minimal unter dem eines Lenz-Wagens, so dass ich in dieser Hinsicht keine Anpassungen mehr gemacht habe.


    Nun aber zu Problem Nr. 1: die Lenz-Radsätze sind länger als die Kunstoffradsätze von Lima und haben einen größeren Radsatzdurchmesser. So läuft es im wahrsten Sinne des Wortes nicht...



    Also habe ich die Achsstummel etwas abgefeilt und die Bremsbacken des Wagens mit dem Skalpell bearbeitet – schon besser. Die Rolleigenschaften waren aber noch sehr bescheiden, so dass ich auch noch Lagerbuchsen aus Kunststoff eingebaut habe. Da die Achshalter von innen nicht gescheit aufzubohren waren, habe ich die Achslagerdeckel abgeschnitten, von außen gebohrt und die Lagerbuchsen eingesetzt. Leider hatte ich mir nicht gemerkt, welcher Deckel auf welches Lager gehört – aber der richtigen Dosis Kleber hielt dann alles wieder. Die Puristen werden nun fragen, warum ich nicht gleich vernünftige Achslagereingebaut habe - nun ja, Mut zur Lücke... :whistling:
    Mit den Lagerbuchsen wurden die Laufeigenschaften viel besser – wenn der Wagen noch etwas mehr Gewicht bekommt tut dies wahrscheinlich sein übriges dazu.



    Zu einer ordentlichen Bremsanlage gehören natürlich auch Bremsdreiecke und entsprechende Halteschlaufen. Die Bremsdreiecke sind Überreste aus einem OSM-Bausatz, Halteschlaufen aus Messing kommen von Schnellenkamp. Auf den ersten Blick passten die Bremsdreiecke auch zwischen die Bremsbacken, allerdings stellte sich nach dem einkleben heraus, dass wenn die Radsätze wieder eingesetzt und die Achshalter etwas nach außen gebogen werden, die Bremsdreiecke wieder aus den Bohrlöchern rutschen. Trotz Verklebung. Also habe ich mich kurzfristig entschlossen, die Konstruktion mit 0,5 mm Messingdraht zu verstärken. Nicht schön, aber selten...



    Nach dem Durchtrocknen nun aber der nächste Dämpfer :pinch: : alles sitzt bombenfest, so dass sich die Achshalter aber leider nur noch minimal nach außen biegen lassen. Kein Radsatz läßt sich so nicht einsetzen... Also gleich wieder die Feile aus der Schublade geholt und nachgearbeitet. Nun passen die Achsen wieder, allerdings schleifen sie zur Wageninnenseite hin an den Bremsdreiecken. Aber gut, die Feile lag ja noch auf dem Tisch... Schließlich und endlich läuft aber doch noch alles rund.


    Mit dem Bau der Bremsanlage geht es in kürze weiter...


    Gruß, Dirk.

  • Moin Dirk,


    freue mich sehr, dass Du Dich von mir hast inspirieren lassen. Bin gespannt auf das Ergebnis - egal ob Putzer, Friseur oder Figaro ;) - was zählt ist, dass Du damit begonnen hast. Und sei sicher, mit jedem Deiner Projekte wird das Ergebnis noch besser. ... und Dein Umbauprojekt beginnt doch recht vielversprechend. :thumbup:


    Viel Erfolg
    Eckhard

  • Hallo Dirk.


    Deine Umbaumaßnahme an einen alten Lima Wagen find ich sehr gut auch wenn mal etwas schief geht, blos nicht verzagen :thumbsup: . Mein Furpark besteht auch aus 85 % von diesen Wagen und in den dementsprechenden Alter.


    Die ganzen Verschönerungen und Verbesserungen hebe ich mir aber für das Rentenalter auf, da ist noch ein bisschen Zeit.Da will ich ja auch noch was zu tun haben. :rolleyes:


    Gruß Hein

  • N' Abend zusammen,


    @ Eckhard: da hast du wohl recht: man wächst mit seinen Aufgaben - bis jetzt hatte ich nur Fertigmodelle verfeinert oder Bausätze zusammengebaut; da ist ja alles mehr oder weniger vorgegeben. Bei meinem jetzigen Projekt muß ich mir einige Dinge selbst zusammenreimen, was völliges Neuland für mich ist. Aber wird schon werden...


    @ Tom: Danke für den Hinweis auf deine Website, bestätigt er mich doch in meinem Tun. Bei meinem Projekt ist der Höhenunterschied zwischen den Kupplungsköpfen aber nicht so gravierend - liegt wahrscheinlich an den Radsätzen, oder? Ich musste kein Loch mehr in den Wagenboden schneiden... Du hast das Fahrgestell irgendwie mit dünnen Metallplatten beschwert wenn ich richtig gesehen habe - was hast du dafür verwendet?


    Hein: so habe ich es mir auch gedacht: wenn dieses Experiment hier glücken sollte, kommen bestimmt noch ein paar aufgehübschte "Nostalgiemodelle" dazu.


    Und weiter gehts mit der Bremsanlage:
    Ich habe zwar vorher im Netz recherchiert und natürlich diverse andere Güterwagen in meinem Bestand, wo ich mir die Konstruktion abschauen konnte, da ich aber kein ausgewiesener Experte auf diesem Thema bin blieb doch eine latente Unsicherheit übrig, wie ich die Bremsanlage am Omm55 bauen sollte. ?(
    Einige Teile hatte ich mir zwar schon bei Schnellenkamp besorgt: Bremszylinder aus einem OSM Bausatz, Luftbehälter, Bremslastwechsel etc., aber wegen der richtien Anordnung war ich etwas unschlüssig.


    Während ich so grübelte erinnerte ich mich daran, dass meiner alter Bekannter W. Drottel bei einem seiner letzten Besuche in Marburg berichtete, dass seine Fuhre mit V60 und diversen Güterwagen bei voller Beladung doch arge Bremsprobleme hätte und die Fahrt dem Ritt auf der Rasierklinge gleiche, sein Chef Hein aber sehr uneinsichtig wäre und keine Abhilfe schaffen wollte. Er solle sich nicht so anstellen... Dabei hätte doch Drottels Cousin 4. Grades (hat er so gesagt, wahrscheinlich waren ihre Mütter aber Brüder :D ), Helmi aus Büttenwarder, ein paar Pläne für eine modifizierte Druckluftbremsanlage mit unwahrscheinlicher Bremswirkung in der Schublade. Helmi als Relativitätstheoretiker und Hobbyingenieur könne man bedenkenlos vertrauen, hätte er doch als einziger aus dem Drottel-Clan die höhere Töchterschule :wacko: besucht...


    Die Konstruktion hört auf den klangvollen Namen "Fortuna Kalt" - nun weiß ich nicht genau wie Drottel das mit der unwahrscheinlichen Bremswirkung gemeint hat - wenn die Glücksgöttin nicht hilft ist es unwahrscheinlich das die Bremse wirkt und das Ganze wird ein Kalter? :whistling:
    Nun ja, in meiner Not habe ich Helmi kontaktiert, der mir bereitwillig die Pläne zur Verfügung gestellt hat. Wird schon schiefgehen...


    So sieht das Ergebnis nun aus: ich habe mich an einer schematischen Darstellung aus dem www. orientiert und die einzelnen Komponenten so angeordnet. Bremszylinder ist mit den Bremsdreiecken und dem Luftbehälter verbunden, der Luftbehälter hat Verbindung zur Hauptluftleitung, der Lösezug setzt am Bremszylinder an. Leider habeich nichts darüber gefunden, wie die Bremslastwechsel mit der Bremsanlage verbunden sind, aber zu sehr wollte ich eh nicht ins Detail gehen. So gibts zumindest schonmal einiges zu gucken. Die Leitungen etc. sind allesamt aus 0,5 mm Messingdraht entstanden, die Fangschlaufen für die Bremsdreiecke sind von Schnellenkamp.




    Die alles entscheidende Frage nun aber: kann der Wagen so bremsen??? 8|


    Bei dem ursprünlichen Lima-Modell fehlt ja nun leider das Sprengwerk am Wagenboden. Schnellenkamp bietet ein Messinggussteil an, welches ich mir auch bestellt hatte. Nur leider musste ich feststellen, dass es viel zu kurz für den Omm55 ist. Was nun? Mit dem Kompromiss leben? Dann hätte nur leider auch die Anordnung von Lösezug und Bremslastwechsel etwas merkwürdig ausgesehen...
    Nach kurzer Überlegung hatte ich mich aber dazu entschlossen, das Sprengwerk selber zu bauen. Stefan Bauer aus München hat passende Polystyrolprofile in seinem Sortiment, die ich mir dann noch geordert habe.
    Nach einigem Vermessen, Schneiden, Kleben und Fluchen kam dies dabei heraus, entstanden aus Profilen 3x2 mm und 0,3 mm Polystyrolstreifen:



    Fehlten nur noch Pufferplatten, Federpuffer, Rangierertritte- und Griffe. Die Rangierergiffe hatte ich mir auch bei Schnellenkamp bestellt, nur leider musste ich nach wenigen Versuchen feststellen, dass die Limasche Pufferbohle nicht stark genug ist und der Bohrer ständig ausbrach... :cursing: Also wieder im www. gestöbert und bei meinem favorisierten Zubehörlieferanten Schnellenkamp Pufferplatten mit Rangierergriffen bestellt. Dort denkt man wahrscheinlich auch bald ich hätte sie nicht mehr alle... :wacko: Immer diese Kleckerbestellungen.
    Das Einkleben der Puffer mit Platten, nachdem ich die Löcher in der Pufferbohle auf 3mm aufgebohrt hatte, war dann ein Kinderspiel, ebenso das Anbringen der beiden Rangierertritte. Damit die Pufferbohle nicht so kahl daherkommt habe ich bei der letzten Kleckerbestellung gleich noch Führungen für Kupplungshaken geordert.
    Nächstes mal sollte ich vielleicht die ganze Pufferbohle als Messingteil neu anbauen - dass erspart wahrscheinlich ein paar Nerven.





    Damit ist das Fahrwerk erstmal fertig, weiter gehts mit dem Wagenkasten. Da dürften die Arbeiten vom Papier her allerdings nicht so aufwändig sein. Aber schaun mer mal...


    Eine Frage noch an die Routinierten Fahrzeugbauer: kann ich die Kulisse mit Fangeisen vor dem Lackieren einkleben oder sollte ich das nach dem Lackieren machen? Läßt sich eine mitlackierte Kulisse wieder gängig machen?


    Bis denne! Gruß, Dirk.

  • Hallo Dirk,

    Glückwunsch zu deinem Umbauvorhaben - jetzt hat deine Fan-Gemeinde endlich die Erklärung, warum du seit Wochen nicht mehr aus deiner Modellbahn-Werkstatt berichtest! Aber dieses gelungene Projekt rechtfertigt natürlich alles! Ich bin jedenfalls neugierig, wie es mit diesem Vorhaben weiter geht. Vielen Dank auch für die aussagestarken Fotos - ein ausgezeichnetes Lehrmaterial!


    Dir einen schönen Sonntag und beste Grüsse
    Dieter

  • Hallo Dirk,


    die Höhenunterschiede der Kupplungen kommen von den Raddurchmessern, da hast Du recht. Deshalb: erst Achsen tauschen, dann KUpplung justieren und einbauen...


    Die Bleche lagen meinem Modell bei. Lima hat wohl seinerzeit nicht alle Wagen mit Bleche ausgestattet... kann man leicht nachholen, einfach beim örtlichen Metallbauer (Schlosser, Fenster..) mal freundlich fragen, die helfen gerne weiter! Das Gewicht ist schon notwendig, wenn man keine (feste) Ladung baut.


    Sieht toll aus, Dein Fahrwerk!


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Dirk.


    Wie ich sehe ist dein Projekt schon gelungen. Mir gefällt das wirklich was du da angefasst und angefangen hast. Auch die Entscheidung das passt nicht ganz , baue ich eben selbst was,einfach Toll :thumbsup: :thumbsup: . Daran kann man eigentlich sehen was unser Hobby mit der Modellbahn doch alles hergiebt. Viel Kreativietät und Enfallsreichtum .So soll es auch sein.


    Aber das du dich auf W. Drottel und seine Verwandaschaft einlässt hätte ich nicht gedacht, wirst schon sehen was du davon hast.Bei denen ist nicht alles Gold was glänzt.


    Gruß Hein

  • N' Abend zusammen,


    zunächst möchte ich mich erstmal für die positive Resonanz zu meinem kleinen Bericht danken: vielleicht kann der eine oder andere ja etwas daraus mitnehmen.


    in der letzten Woche gab es erfreulicherweise Gelgenheit, an meinem Umbauprojekt weiterzumachen - die Gelegeheit habe ich natürlich beim Schopfe gepackt und erste Versuche bezüglich Kuppeln mit anderen Fahrzeugen und der Rolleigenschaften gemacht.
    Leider stellte sich heraus, das eine Achse immer wieder stehen blieb und sich erst mit sanftem Druck zum weiterlaufen bewegen ließ. :cursing: Die Urachenforschung ergab, das die Achsen zuviel horizontale Bewegungsfreiheit hatten und im Extremfall an den Bremsdreiecken schliffen. Leider konnte ich an den Bremsdreiecken unmöglich noch mehr Material wegnehmen, so dass eine andere Lösung herbei musste. ?(


    Dabei spielen diese beiden unscheibaren Teile eine wichtige Rolle:



    Aus 0,5 mm Messingdraht habe ich kleine Ösen gebogen, die auf die Achsstummel aufgesteckt werden um die horizontale Bewegungsfreiheit der Achsen zu minimieren.
    Da ich schon dabei war, habe ich gleich noch etwas Material an den Achsstummeln weggefeilt um den Durchmesser zu verringern: jetzt sind die Rolleigenschaften so wie ich mir das vorgestellt habe.



    Weiter ging es mit dem Wagenkasten:
    die angespritzten Teile hatte ich ja bereits im Vorfeld mit Dremel und Skalpell entfernt. Da mir der Innenraum etwas nackt erschien habe ich versucht, mit 0,3 mm Polytyrolstreifen die Profile der Wagentüren anzudeuten:



    An den Kopfseiten des Wagens waren jeweils 2 Griffstangen aus 0,5 mm Messingdraht, die Sperrklinke (Schnellenkamp) und der Verschlussriegel aus 0,5 mm Messingdraht anzubringen. Den Verschlussriegel habe ich in mehreren teilweise desolaten Versuchen selber gebogen. Nicht schön aber selten... :pinch:



    Die Strapazen beim Biegen des Verschlussriegelswaren aber in keinster Weise mit dem Gefrickel zu Vergleichen was nötig war um die 16 Zurrösen an Ort und Stelle zu bugsieren. Gebogen habe ich die Ösen aus 0,3 mm Messingdraht um einen kleinen Schraubedreher, bei abringen bin ich fast verzweifelt... ;( Ich würde es aber beim nächsten Wagen wahrscheinlich wieder machen.



    Und so sieht der Wagen nun nach der ersten probeweisen Zusammenführung von Fahrgestell und Wagenkasten aus:





    Als nächstes wird lackiert...


    Fortsetzung folgt!


    Gruß, Dirk.

  • Moin Dirk,
    es ist doch erstaunlich, was du mit ein wenig "MUT" und können, aus so einem alten Fahrzeug machst. Klar, du hattest ein paar gute Tipps von Waldemar Drottel bekommen, aber die Arbeit war ja dann doch deine.
    Gruß Heiko

  • Hallo du solltest aber die Achsstummel nach dem dünner Feilen wieder polieren und die Kante zur Stirnfläche brechen sonst sind die Lager bald ausgelaufen, und das Ganze läuft dann auch noch leichter.


    Gruß von Karl - Michael

  • Hallo Dirk,


    klasse Bericht, da juckt es direkt in den Fingern, auch mal wieder etwas zu bauen. Ich habe mal einen Tehs 50 aus der RiPoLi-Zeit umgebaut und habe dabei die Räder nebst Lager von Jürgen Moog eingebaut. Denen liegt ein kurzer Bohrer bei, mit dem Du die Achslager einbauen kannst.


    Freue mich auf den weiteren Bericht!


  • Hallo zusammen,


    am heutigen, in Marburg etwas verregnetem, 3. Advent wird es mal wieder Zeit für einen Zwischenstand in Sachen Omm55-Umbau. Diesmal allerdings nur ein kleines Update, da ich letzte Woche teilweise von einer Magen-Darm Grippe außer Gefecht gesetzt war - aber besser so als über Weihnachten... :D


    Vor meiner Zwangspause hatte ich noch Gelegenheit, den Wagenkasten mit RAL 8012 rotbraun, so als wäre er nie ein Franzose gewesen, und das Fahrgestell mit RAL 9005 Tiefschwarz zu lackieren. In beiden Fällen habe ich glänzenden Lack verwendet - ich erhoffe mir davon, dass die Decal-Beschriftung darauf besser hält als auf Mattlack.
    Beim Beschriften meiner beiden Biemo-Bausätze hatte ich arge Probleme weil ich damals Wagenkasten und Fahrgestell mit Mattlack lackiert hatte. Die Hafteigenschaften der Decals ließen dort etwas zu wünschen übrig.
    Nach Aufbringen der Decals von Andreas Nothaft werde ich den Wagen dann nochmals mit klarem Mattlack überziehen.


    Die Zettelkästen sind Überbleibsel zweier Biemo-Bausätze, die Hauptzettel habe ich mir bei Nafets (vielen Dank!) kopiert, in Paint beschriftet, in Word verkleinert und ausgedruckt. Leider kann man von der Schrift nicht allzuviel erkennen, aber erahnen lässt sie sich.



    Nach dem Lackieren des Fahrgestells habe ich die Kulissenführungen von Moog mit Sekundenkleber befestigt und die noch fehlenden Fangschlaufen für die Bremsdreiecke angebracht.
    Ich weiß nicht, ob es von Herrn Moog so gedacht war, aber in meinem Fall passt es gut: die 3 Schrauben, mit denen die Kulissenführungen am Fahrgestell befestigt werden können sind so lang, dass mit Ihnen auch der Wagenkasten am Fahrgestell befestigt werden kann. Sehr schön... Vor der Lackieraktion hatte ich alles schonmal testweise zusammengeschraubt, damit die Schrauben ihr Gewinde in den Wagenkastenboden schneiden können.



    Die Bremsumstellhebel und die Lösezüge haben nebenbei selbstverständlich auch etwas Farbe abbekommen:



    Als nächstes gehts an die Beschriftung - davor habe ich ja etwas Bammel, da die letzten Ergebnisse bei anderen Baustellen nicht so überzeugend waren. Mal schauen, ob der Glanzlack hilft...


    Fortsetzung folgt!


    Wünsche allen noch einen schönen 3. Advent! Gruß, Dirk.

  • N' Abend an alle Bastelfreunde,


    weiter gehts mit meinem Omm55-Umbau: vornehmlich stand erstmal das Aufbringen der Beschriftung auf dem Programm. Die Decals von Andreas Nothaft ließen sich wirklich gut verarbeiten, so dass nunmehr Wagenkasten und Fahrwerk eine standesgemäße Beschriftung aufweisen können:




    Vor Beschriftung des Fahrwerks wollte ich nochmals testen, ob die Laufeigenschaften der Radsätze nach Lackierung immer noch zufriedenstellend waren - irgendwie hatte ich anscheinend eine böse Vorahnung. ;( Diese bestätigte sich leider nach Einsetzen der Radsätze: beim Lackieren war offensichtlich Lack in die Lagerbuchsen geraten, weil ich Esel nicht daran gedacht hatte, diese vorher abzukleben. :pinch: Das Rollverhalten konnte nunmehr bestenfalls als mäßig bezeichnet werden. Leider scheiterten alle Versuche, die Lackrückstände aus den Lagerbuchsen zu entfernen, so dass ich die stramm sitzenden Buchsen mit sanfter Gewalt entfernt und durch neue ersetzt habe.
    Danach war das Rollverhalten zwar besser, aber im Vergleich zum Omm52 von Brawa nicht akzeptabel. Anscheinend hatte ich das Ganze durch eine neuerlich Feilaktion an den Achsstummeln nur verschlimmbessert... :cursing:
    Entnervt fing ich nun an über Alternativen nachzudenken - eigentlich hatte ich gedacht, dass dieser Teil des Umbaus eine eher leichtere Übung sein dürfte. Schließlich kam ich darauf, dass ich dieses Jahr in Buseck ein paar Tauschradsätze von Addie in dunklem Finish erworden hatte, um ein paar der glänzenden Lenz-Radsätze zu ersetzen. Und siehe da, diese laufen in meinem Omm55 astrein!



    Hätte ich das gleich mal so gemacht - es wären viele Mühen und Flüche weniger geworden. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.


    In einem vorangegangenen Beitrag zu meinem Umbaubericht hatte Tom darauf hingewiesen, dass bei seinem Omm55 Bleche zur Gewichtserhöhung ins Fahrwerk eingelegt waren. Diese zusätzlichen Gewichte fehlen bei meinem leider, so dass eine andere Lösung herbei musste...
    In meiner Bastelschublade fand ich noch eine kleine Platte 1mm Messingblech, die entsprechend zugeschnitten Fahrwerk und Wagenkasten beschweren wird. Auf die Platte im Wagenkasten wird der Holzboden dann direkt aufgeklebt, so dass diese gar nicht weiter auffällt.



    Zum Vergleich:
    der Omm52 von Brawa bringt als vergleichbarer Plastikbomber 156 Gr. auf die Waage:



    Da ist der Omm55 mit Messingzurüstteilen schonmal 10 Gr. schwerer:



    Und mit den neuen Einlagen stehen dann 242 Gr. zu Buche - schon ganz ordentlich:



    Tja, nun wird als nächstes die "Hochzeit" von Fahrwerk und Wagenkasten stattfinden, die wir standesgemäß mit einer kleinen Mattlack-Dusche feiern werden. :D Alle beweglichen Teile wie Puffer, Kupplungskulissen und Lagerbuchsen werde ich diesmal artig abkleben... :whistling:
    Danach nur noch die Kupplungsköpfe anbringen und den Holzboden einlegen - fertig! Und dann ab aufs Gleis für die ersten Fahrten...


    Abschlussbericht folgt.


    Bis denne! Gruß, Dirk.

  • Guten Spätabend, Dirk,
    da Du ja nach diesem Erfolg sicher noch weitere Wagen umbauen wirst, als Tipp für die Zurrösenherstellung: Nicht um einen Schraubendreher wickeln, sondern um einen entsprechenden Bohrer...
    Ich hatte vor einiger Zeit diesem Limaaufbau mit einem BiMo-Fahrwerk nahezu perfekte Laufeigenschaften "beigebracht".
    Ansonsten - Hut ab!
    Thomas O. aus F. am M.

  • N' Abend zusammen,


    es ist vollbracht - die (vorerst) letzten Handgriffe an meinem Umbauprojekt sind gemacht! 8)


    Aber bevor ich mit meinem "Abschlussbericht" starte, noch eine Frage an Thomas O.: warum den Draht für die Zurrösen um einen Bohrer biegen? Welche Vorteile birgt dieses Vorgehen gegenüber dem Schraubendreher?


    Leider gab es vor dem abschließenden Lackiervorgang mit Mattlack einen kleinen Rückschlag: als ich mich nach 24 Stunden Trocknungszeit an das entfernen der Decal-Deckfolie machen wollte, blieb die Beschriftung teilweise an der Folie, teilweise am Modell hängen... :cursing:?( Das Ganze war mir schonmal bei meinen Biemo-Bausätzen passiert, die hatte ich allerdings mit Mattlack lackiert. Ich dachte eigentlich, dass die Decals bei Verwendung von Glanzlack besser haften - irgendwas ist wohl falsch gelaufen: keine Ahnung was... ?( Muß vielleicht mal einen Lehrgang machen... :|
    Da es so richtig nur beim Anschriftenfeld ins Auge sticht - dort werde ich nochmal etwas mit schwarzer Farbe nacharbeiten - und ich mit dem Rest Leben kann, halte ich es ganz nach Heikos (Nuller Neckarquelle) Motto: IS MIR EGAL, ICH LASS DAS JETZT SO! X(


    Also habe ich das Fahrwerk mit dem Wagenkasten verschraubt und den Wagen in mehreren Gängen mit Mattlack lackiert um das glänzende Finish wegzubekommen. Parallel habe ich den Holzboden aus 1mm Balsaholz auf das Messingblech für den Wagenboden geklebt und farblich behandelt.
    Und so schauts nun aus:







    Natürlich wurde der Wagen gleich dem Betriebsdienst übergeben und ausgiebig in allen erdenklichen Varianten getestet: gezogen, geschoben, Bogenweiche, DKW, Kreuzung, Linksweiche, Rechtsweiche, solo und im Zugverband - keine Beanstandungen. Somit kann der Wagen zukünftig auch mit Beladung (noch herzustellen) verkehren.




    Hier sehen wir meinen gesamten O-Wagen Bestand auf einen Blick (v.l.n.r.): Omm52 von Brawa, Omm55 Umbau (Basis Lima), Om12 von Lenz und ein weiterer Omm52 aus Biemo Bausatz. Nun muß ich auf meiner kleinen Anlage nur noch eine Betriebsstelle schaffen, die Bedarf an Gütern hat die mit diesen Wagen angeliefert bzw. abgefahren werden... Aber das wird dann ein neuer Bericht!



    Mein Fazit: ich hatte mir den Umbau leichter vorgestellt und musste den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen - aber die Fehler werden mir vermutlich bei einem neuen Projekt nicht mehr passieren. An der Beschriftungsproblematik muß ich nochmal tüfteln, vielleicht kann mir ja ein erfahrener Beschrifter aus unserer Mitte noch ein paar gute Tipps geben? Ich nehme sich auf jeden Fall gerne an.
    Alles in allem hat der Umbau aber viel Spaß gemacht: ich konnte immer wieder sehen dass es voran geht und die einzelnen Etappenziele zu erreichen war schon ein gutes Gefühl. Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich mit dem Endergebnis auch ganz zufrieden - nachdem der Wagen nun erstmal auf der Anlage steht und bewegt werden kann, treten die Kleinigkeiten sowieso erstmal in den Hintergrund.
    Aber was mir persönlich das Wichtigste ist: etwas selber zu machen und sich daran zu erfreuen - das ist ein Gefühl was noch anhält, wenn so manch anderer gekaufter Waggon schon wieder seinen Besitzer gewechselt hat...
    Ich kann jedem, der vielleicht auch mit dem Gedanken an einen solchen Umbau spielt, aber aus irgendwelchen Gründen noch zögert, nur dazu raten einfach mal zu beginnen: man wächst mit seinen Aufgaben - es lohnt sich!


    Wünsche allen ein schönes 4. Adventswochenende - bis demnächst!


    Gruß, Dirk.

  • Code
    Aber was mir persönlich das Wichtigste ist: etwas selber zu machen und sich daran zu erfreuen -
    das ist ein Gefühl was noch anhält, wenn so manch anderer gekaufter Waggon schon wieder seinen
    Besitzer gewechselt hat...
    Ich kann jedem, der vielleicht auch mit dem Gedanken an einen solchen Umbau spielt, aber aus
    irgendwelchen Gründen noch zögert, nur dazu raten einfach mal zu beginnen: man wächst mit seinen
    Aufgaben - es lohnt sich!



    Hallo Dirk,


    diese 2 Sätze von Dir kann ich nur bestätigen. So habe ich auch angefangen. Inzwischen bin ich soweit fortgeschritten, daß ich die HaWe(Biemo) Kupplung lenztauglich machen kann, und der Lima Omm 55 zum maßstäblich langen Omm 42/43 mutiert, auch wenn der demnächst bei Lenz erscheint.
    Jetzt hoffe ich nur, dass das Christkind mir eine brauchbare Digicam bringt, damit ich auch einen Bildbericht einstellen kann.


    In diesem Sinne wünsche ich dir noch viele gelungene Ripoli-Umbauten, denn die haben einen ganz anderen persönlichen Wert als auch noch so perfekte Fertigmodelle.


    Geruhsame Feiertage und viel Zeit zum Entspannen mit unserem Hobby wünscht


    Michael

  • Hallo Dirk.


    Erstmal meinen herzlichen Glückwunsch zum wirklich gelungenen Projekt. Den Umbau hast du wirklich toll hinbekommen und auch hier wunderbar beschrieben :thumbsup: .


    Nun bin ich auf die angekündigte Betriebsstelle gespannt, hast du da schon eine Idee was es werden soll ?



    Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine frohes Weihnachtsfest und ordentlich Spur 0 Artikel unter dem Baum.


    Gruß Hein und von Drottel auch.

  • Hallo Dirk,
    Auch von mir ein herzlichen Glückwunsch zum Umbau.
    Ich weis auch wieviel Arbeit so ein Umbau macht und es macht unheimlich viel Spass so ein Wagen um zu Bauen.Ich selber baue gerade aus alten Riva D-Zug Wagen einen F-Zug für meine V 200.0.Der Speisewagen wird bei mir die größte Baustelle werden.Ich denke ich werde im nächsten Jahr ein Bericht hier im Forum
    erstellen.
    Ich wünsche Dir ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


    Gruß Volker

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