Ein Gmms 60 beim Frisör

  • nee, Dauerwelle hatten wir schon beim Kiss SSym 46 und haben die nur mit massivem Eisen wieder rausgekriegt, also dann doch lieber nur Haare färben.


    Moin, moin,
    der letzte Teil der Trilogie zum Gmms 60 bzw. Gmmehs 60 beginnt.


    @ Hoya und auch an alle anderen Leser: zum flotten Vorgehen kann ich nur sagen, dass der Zeitaufwand für das reine Frisieren des Gmms 60 bisher bei knapp 3 Stunden lag und beim Gmmehs 60 bei etwa 4 Stunden. Und das verteilt auf mehrere Tage (geht im Augenblick nicht anders - Ihr wisst ja warum). Was aufhält, ist die Berichterstattung hier im Forum - aber das macht mir auch ein gewisses Vergnügen, fällt nicht ins Gewicht und muss ich auch nicht alles selbst schreiben (den Nachsatz eben aber doch :D ).


    Was das "sprachliche Vermögen" anbetrifft, ist das Bestandteil meiner Jobbeschreibung bei den von mir zu vertretenden Themen des Vorbilds in 1:1. Aber ich könnte fast jedes Großserienmodell durch die Frisierstube jagen, bei allen würden die "Unschönheiten" der Ursprungsversion aufgedeckt werden. Das ist auch nicht anders zu erwarten, denn 1. bin ich in meinem richtigen Job nebenbei auch für DB Museum tätig und 2. wie sonst soll man als Großserienhersteller solch ein Modell preisgünstig anbieten können - ohne Kompromisse?


    Das ist heute so wie früher. Nur hatten wir früher mit Lima, Rivarossi & Co noch weit vereinfachtere Produkte und mussten demzufolge viel mehr in solch eine Frisur investieren. Das führte dazu, dass viele Nuller gleich ganz auf Messing umstiegen (so wie ich) und bis heute ihre Aversionen gegen Kunststoffmodelle nicht losgeworden sind (ich schon). Natürlich gibt es bei den Kunststoffmodellen der jüngsten Zeit auch Qualitätsunterschiede, aber egal, ob Lenz, Brawa, MBW, Kiss oder Schnellenkamp (hoffe keinen vergessen zu haben) - alle sind auf einem für Großserienmodelle recht hohen Standard und auf einem guten Weg. :thumbup: Und als Betriebseisenbahner freue ich mich über die Vielzahl der verschiedenen Typen des Vorbilds, die ich mir nach und nach auf die Anlage stellen kann, ohne finanziell dabei auszubluten. Und gerade der Gmms 60 und der hoffentlich bald von MBW kommende Glm(e)hs 50 sind DIE Wagen, auf die ich lange als brauchbare Großserienmodelle gewartet habe.


    Ich selbst habe für die ARGE Spur 0 "vor Jahrzehnten" mal den 55er Bausatz der pr. G 8.1 entwickelt und so manchen Fluch losgelassen über das Material, das dann von einigen wenigen Zulieferern beigesteuert wurde, weil sonst die Kosten für den Bausatz zu hoch geworden wären. Das hat man als Konstrukteur nicht immer im Griff. Und die Flüche einiger Modellbauer klingen mir heute noch in den Ohren - auch manche von denen haben den Bausatz dann noch beim Figaro gehabt... ;)


    So, das waren die AGB des Figaros, nun zu seinen Schandtaten beim Haare färben - in kleinen Schritten.


    Das Haare färben geht leider nicht so fix, da zwischendurch immer wieder die Farbe trocknen muss und somit Zwangspausen beschert werden. Ihr könnt mir aber glauben, dass der Figaro schon eine gewisse Übung hat und die einzelnen Arbeitsschritte so wählt, dass der Kunde nicht zu lange rumsitzen muss.


    Zuerst hat der Figaro das Fahrwerk schwarz lackiert, in diesem Fall seidenmatt in RAL 9017 "Verkehrsschwarz" (http://www.spraycolor.de - aber egal: black is black); und zwar schon, als er sich mit dem Wagenkasten beschäftigte. Dabei wurden nur dünne Schichten gesprüht, die zwar nicht komplett deckend sind (siehe Fotos), aber auch nicht die zugerüsteten Details zudecken - ist ja eh schon viel Farbe auf dem Grundmodell drauf. Die Alterung wird den Rest besorgen. Wer nicht altern möchte, muss halt noch ein oder zwei dünne Schichten aufsprühen. Die Anschriften, die erhalten bleiben sollen, wurden zuvor mit kleinen Schnipseln Abdeckband aus dem Baumarkt zugedeckt. Einige nach dem Lackieren nachgerüstete Teile müssen auch noch bepinselt werden.





    Am Fahrwerk greift der Figaro jetzt nach dem weißen Farbtopf von Humbrol/Revell und bepinselt den G-P-Wechsel, den Lastbremswechsel und den Bremsabsteller und zwar so, dass die Ränder und Hebel mit weiß werden. Das ist deshalb wichtig, damit der spätere rote und gelbe Farbauftrag auf dem weißen Untergrund besser zur Geltung kommt. Ein Überpinseln auf nicht erwünschte Bereiche lässt den Figaro kalt, denn er hat ja noch seine schwarzen Farbtöpfe in der Schublade. :whistling:




    Man sieht bei den aufeinandergelegten Fahrgestellen auch sehr schön die unterschiedliche Ausführung der beiden Träger, die durch die Zahnsegment-Übertragung auf der einen Seite bedingt sind, damit sie vom Bediener auf beiden Seiten gleich bedient werden können. Die Form der Griffe und ihre einzelnen Stellungen sind ja international einheitlich festgelegt:


    - die Bremsart-Umsteller (G-P-Wechsel oder an D-Zugwagen G-P-R-Wechsel) haben einen gelben Griff mit in der Regel kugelförmigem Kopf und die äußere linke Stellung bedeutet immer die schwächste Bremswirkung, die äußerste rechte Stellung immer die stärkste Bremswirkung. Diese Griffe zeigen deshalb bei unserer KE-GP-Bremse also entweder 45 Grad nach oben links (Stellung G für Güterzüge) oder 45 Grad nach oben rechts (Stellung P für Personenzüge). Am Rande vereinfacht erklärt: da sich die mit dem Führerbremsventil der Lokomotive beim Bremsen eingeleitete Druckverminderung mit 260 bis 290 Metern pro Sekunde (bei älteren Bremsbauarten mit 100 bis 180 m/s) im Leitungssystem eines Zuges fortpflanzt und bei einem 700 m-Güterzug bei starker Bremswirkung die ersten Wagen schon abgebremst wären, während die am Ende noch ungebremst auflaufen, würde das im Extremfall zu Entgleisungen führen. Zum Beherrschen dieser Längsdruckkräfte wirkt die Güterzugbremse deshalb verzögert.


    - Sinngemäß das Gleiche gilt auch für die Stellungen der roten kurbelförmigen Umstellhebel der Lastabbremsung: linke Stellung oben LEER, rechte Stellung oben BELADEN. Auch kurze vereinfachte Erklärung: die Bremswirkung des leeren Wagens darf nicht so hoch sein, dass eventuell seine Räder blockieren mit der Folge von Flachstellen, es andererseits aber bei einem beladenen Wagen sinnvoll ist, die hier mögliche höhere Bremskraft einzustellen, damit das Bremsverhalten optimiert wird.


    - Die Bremsabsperrhähne sind eingeschaltet, wenn der schleifenförmig gebogene rote Handgriff senkrecht nach unten zeigt, ausgeschaltet wird das Steuerventil vom Absperrhahn wenn er waagerecht steht. Ausgeschaltet wird zum Beispiel eine defekte Bremse im Zug.



    Genug der Theorie, nun noch ein kleiner praktischer Tipp von Figaro: Keine Farbe die aufträgt, denn das Einfärben der Handgriffe kann auch mit dem schwarzen Edding "permanet marker" oder "metal marker" geschehen. Die Haltbarkeit ist als "noch ausreichend" zu bezeichnen, was sich aber nach der Behandlung mit Klarlack auf "gut" bis "sehr gut" steigern lässt. Der Figaro hat diesmal den "permanent" genommen, da der "metal" eingetrocknet war. Andere Figaros brünieren solche Teile, ist vielleicht auch besser, hat unser Figaro aber 1. nicht auf Lager und 2. noch keine Erfahrung mit gesammelt. Auf jeden Fall werden die Griffe jetzt noch nicht eingebaut sondern erst zum Lackieren mit Klarlack.



    Bis zum nächsten Farbtopf
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,
    Ich finde Deinen Umbau des Gmms 60 richtig SUPER.Da bekommt man richtig lust seine Güter Wagen auch
    umzubauen.
    Ich glaub,ich schick meinen Gmms 60 auch mal zum Frisör.Und nochmal`s vielen Dank für die Bilder von den D-Zugwagen die Du mir zugesand hast.Habe mitlerweile den ersten Wagen in Arbeit.Boden-Gruppe und
    Drehgestelle sind fertig sowie die Inneneinrichtung.


    Mit besten Grüßen
    Volker

  • Moin, moin,


    volker: danke und schick mir mal Fotos von Deinem Umbau wenn Du soweit bist... :)


    Weiter geht´s, bevor wir ebenso alt aussehen, wie unsere beiden Kunden aussehen sollen... ^^


    Das Aufbringen der roten und gelben Farbe auf den Hebeln der Umsteller ist ja noch eine relativ leichte Übung für den Figaro. Aber das Darstellen der roten Umrandungen der Schilder ist auch mit dem kleinsten Pinsel eine echte Zitterpartie. Grundsätzlich gilt: lieber zuviel weiß, als zuviel rot. Wenn man jedoch mal übergemalt hat, kann man das nach Trocknung der roten Farbe wieder mit weißer oder schwarzer Farbe zu korrigieren versuchen (siehe Bilder). Das Einfärben der roten Ringe des Lösezuges und der roten Absperrhähne an den Bremsschläuchen ist dagegen ein Kinderspiel für ihn.


    Nach Trocknung aller Farben steht das Fahrwerk bereit zur Endlackierung mit Klarlack für diejenigen, die den Neuzustand erhalten wollen. Alle anderen, so wie auch unser Figaro, verzichten an dieser Stelle auf den Klarlack und legen das Teil beiseite für die nächsten Schritte der Alterung. :thumbup:




    Unbemerkt vom Rest des Publikums im Frisiersalon hatte sich unser Figaro schon vorher des Wagenkastens angenommen. Auch hier gilt: wer den Neuzustand erhalten möchte, kann mit brauner und schwarzer Farbe und Pinsel alle Wunden des Wagenkastens heilen, um danach die abschließende Klarlackbehandlung durchzuführen. Beim Aufbringen einer eventuellen neuen Beschriftung ist das Verfahren wie bei der Alterung zu beachten (Glanz-Klarlack - Beschriftung - Glanz Klarlack und abschließend Matt- oder Seidenmatt-Klarlack). Unser Figaro hingegen hatte den zwei Kunden ja eine Alterung aufgeschwatzt und fängt nun mit den ersten Vorbereitungen an. Dazu holt er aus den unergründlichen Tiefen seiner Schubladen die Geheimmittel seiner Zunft. :D


    Während der Gmms 60 kein rechtes Zutrauen in die Versprechungen des Figaros gefasst hat und auf einer nur leichten Alterung im Stil der Anfang/Mitte der 60er Jahre besteht, hat sich der Gmmehs 60 schon etwas mutiger gezeigt (wenn schon, denn schon) und möchte sein neues Outfit im Stil zum Ende der Epoche 3, Anfang Epoche 4 erhalten.


    Fangen wir beim Gmmehs 60 an. Wer nun glaubt, der Figaro würde den Kunden mit Farbe zukleistern, hat sich mächtig geirrt. Der Figaro nimmt einfach Zeichentusche (z.B.: http://www.modulor.de/shop/oxi…ils/cnid/QE_PBD/anid/PBDB ), und zwar die Variante "Sepia". Dazu als Lösungsmittel eine Spezialmischung (50% Isoproylalkohol aus dem Baumarkt, 50% Wasser aus dem Wasserhahn und ein paar Spritzer Odol aus der Drogerie - Idee von http://www.H0fine.de ). Dieser Teil der Alterung ist einer der zeitintensivsten Abschnitte, kann schon eine Stunde pro Wagen beanspruchen, ist für ein gutes Outfit aber von großer Bedeutung.


    Mit dem Lösungsmittel lässt sich die Zeichentusche gut verlaufend auftragen, wobei das nicht unbedingt deckend sein muss. Man sollte mehr Lösungsmittel als Tusche auf dem Pinsel haben. Damit werden nun alle "Eisenteile" des Wagenkastens behandelt, da die bei den Plattenwagen als erstes und relativ schnell anfingen zu gammeln. Wichtig ist, auch alle Ecken und Kanten mit zu behandeln. Ein Übermalen oder "Kleckern" stellt dabei wieder kein Problem dar, da nach Trocknung mit dem Pinsel und frischer sauberer Lösung dies rückstandsfrei entfernt werden kann, ggf. unter Zuhilfenahme eines Haushaltstuches. Sowieso ist diese Behandlung notwendig, da die Beschriftungen über der Tür und die Kennzeichnungen für die Bremsart an den Ecksäulen wieder freigelegt werden sollten.


    Auch alle neu angebauten Ms- und Kunststoffteile und die abgeschabten Stellen werden so behandelt. Das muss auch hier wieder nicht unbedingt deckend sein, da der Alterungsprozess ja noch fortgesetzt wird. Also immer locker bleiben. Erscheint das Ergebnis zu übertrieben, ist eine Korrektur jetzt jederzeit noch möglich. Aber wenn man sich Vorbildfotos anschaut, dann sind diese Eisenteile auf einigen Bildern - zumindest in Epoche 4 - als schwarz zu definieren. Insbesondere die Lade-/Lüfterschieber und ihre Führungen aus Aluminium und in späteren Jahren aus verzinktem Stahlblech waren schon nach kürzester Zeit dunkel gefärbt. Das war auch ein Grund dafür, dass die DB später diese Bauteile rotbraun überspritzte, teilweise schon in Epoche 3. MBW hat beide Varianten im Programm. Lassen wir aber nun die Bilder sprechen (teilweise vorher/nachher).






    Der Gmms 60 erhält ja nur eine schwächere Dosis und dessen Eisenteile werden nun nicht mit "Sepia", sondern mit dem etwas hellerem und bräunlicherem "Umbra" behandelt. Nur der Träger unter der Tür und der Tritt werden mit "Sepia" traktiert. Nach Trocknung kann nun wieder mit frischem Lösungsmittel und Pinsel der Auftrag mehr oder weniger reduziert werden - je nach gewünschtem Zustand des Wagenoutfits - hier also doch etwas mehr reduzieren.




    Die beiden letzten Bilder zeigen die beiden Wagen im Vergleich - die unterschiedliche Ausführung und Dicke der Trittstufen ist dabei schön zu erkennen.




    bis denne
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,
    Mach ich,wenn ich den ganzen F-Zug fertig habe bekommst Du von mir Post.
    Mal sehen vielleicht mach ich hier noch im Forum einen neuen Umbau-Bericht auf.
    Muß das noch mit einem sehr guten Freund besprechen,wegen Fotos hier einstellen.


    Gruß Volker

  • Moin, moin,


    die Plattenverkleidung der Wagenwände aus kunstharzverdichteten Sperrholzplatten war zwar recht widerstandsfähig, wurde aber unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen und durch die Einflüsse des Betriebes sowie durch Beschädigungen mit der Zeit recht unansehnlich. Dies führte zu zahlreichen Ausbesserungen, die insbesondere ab den Siebzigern immer mehr das Bild dieser Wagentypen - nicht nur des Gmms 60 / Gmmehs 60 - und der Güterzüge prägten. Nur wenige Wagengattungen kamen so bunt daher. Neben den Eisenteilen, die schon wenige Jahre nach Indienststellung fast schwarz sein konnten, fiel die teilweise bis ins Orange gehende Farbe der Plattenwände auf, daneben waren alle denkbaren Brauntöne zu sehen. Anfangs wurden beim teilweise Neulackieren noch die Flächen abgeklebt, später pinselte man einfach so mal drüber und zwar mit der Farbe, die gerade vorhanden war und farblich passte. Dabei spielte dann auch noch das unterschiedliche Verhalten der Farben verschiedener Chargen und Hersteller eine Rolle.


    Bilder dazu gibt es genügend in der Vorbildliteratur. Wenn auch in der Epoche 3 erst gegen Ende der Sechziger Jahre dieser Anblick ab und zu zu verzeichnen war, ist es doch ein besonderer Reiz für mich, dieses auch in meinem Modell der Epoche 3 nachzuempfinden. Auch habe ich noch die Bilder dieser nicht alltäglichen und auffälligen Wagen im Kopf, als ich Ende der Sechziger in den Ferien in der Zugabfertigung Vorsfelde(Grenze) jobbte. Deshalb soll unser Gmmehs 60 etwas bunt daherkommen, während der Gmms 60 eher einen noch jugendlichen Eindruck machen soll.


    Das Gel des Figaros für diese Performance des Gmmehs 60 besteht aus verschiedenen Töpfen brauner bis orangener Farbe von Humbrol/Revell, während der Gmms 60 auf dieses Gel ganz verzichtet. Deshalb schauen wir uns heute und nächstes mal nur die Behandlung des Gmmehs 60 an.



    Hinweis: die kommenden Texte und Bilder sind nur für Leser ab 18 Jahren und mit starken Nerven. Alle anderen Leser suchen sich bitte eine andere Spurweite...





    Ein Auftragen des Gels mittels Spritzpistole oder aus der Sprühdose ist nahezu unmöglich, da das Abkleben kaum zu bewerkstelligen wäre. Also greift der Figaro zum Pinsel. Die Konsistenz der Farbe sollte dabei möglichst dünnflüssig sein, damit die Oberfläche schön glatt bleibt und Farbe nicht zu dick aufgetragen wird. Andererseits wird natürlich mit zunehmender Flüssigkeit der Farbe deren Kriechfähigkeit erhöht, was eigentlich unerwünscht ist. Glanzlacke neigen dabei stärker zum Kriechen, als Seidenmattlacke oder gar Mattlacke. Da aber der Gmmehs 60 anschließend noch teilweise neu beschriftet werden soll, entscheidet sich der Figaro doch für den Topf mit Glanzlack im ersten Schritt. Grundsätzlich sollten alle Farben heller sein als der Originalton des Wagens, damit wir nach der kompletten Alterung uns nicht der dunklen Seite der Macht gegenübersehen - das ist schneller geschehen als man glaubt und ein G-Wagen sieht im dunklen Outfit ziemlich trostlos aus.


    Extra für diesen neuen Kunden will der Figaro sich von seiner professionellen Seite zeigen und greift zum guten Malerabdeckband, um die Grenzen des Gels festzulegen. Dies hatte er anderen Figaros im sogenannten Frisier-Forum (oder so ähnlich) abgeschaut. Aber das geht gründlich schief, weil das Gel unerwartet stark unter das Band kriecht. Zerknirscht greift er wieder zu seinem alten Hausmittel Tesafilm, um die Flächen abzugrenzen. Der Tesafilm ist fest anzudrücken, insbesondere in den Ecken. Dabei stellt er fest (das wusste er aber schon vorher und wollte das nur hier einmal dem Kunden zeigen), dass das Gel auf gar keinen Fall gegen die Abklebung gestrichen werden darf, sondern immer nur von ihr weg - damit wird das Unterkriechen fast komplett vermieden. Doch das restliche Unterkriechen ist korrigierbar und wird es später auch noch - diesmal halt etwas mehr wegen der Demo. Andererseits bietet es sich bei diesem Wagen an, die natürlichen Grenzen durch die "Eisenteile" auszunutzen.



    Mit Malerabdeckband:



    Ergebnis mit Malerabdeckband und neu mit Tesafilm abgedeckt:



    Ergebnis mit Tesafilm gegen die Abdeckung gestrichen:


    3 Bilder mit Tesafilm von der Abdeckung weg gestrichen




    Andere Seite des Wagens mit noch nicht getrockneter Farbe:


    Vielleicht werden jetzt einige Zeugen dieser Gel-Orgie des Figaros geschockt sein und sich mit Grausen abwenden wollen. Damit dem nicht so ist, sollten sie sich im Studio des Figaros mal umschauen und Bilder diverser Gmms 60 des Figaros betrachten. Dann erst können die Besucher sich ein Bild machen und sich wieder beruhigt setzen (oder auch nicht). Für alle, die nicht im Studio dabei sein konnten, hier einige Bilder einer früheren Frisur eines Gmms 60; allerdings untenrum noch in Putzer-Ausführung aber obenrum in etwa so, wie der Figaro dem Gmmehs 60 sein künftiges Outfit empfohlen hat.




    Bis zum nächsten Teil der Gelerei
    Eckhard

  • Servus Eckhard,


    es macht mir immer wieder Freude, bei der Entwicklung dieser Waggons von Massenware zu Unikaten zuzusehen!


    Einen kleinen Tipp für den nächsten "Färbekandidaten" erlaube ich mir allerdings:
    Probier mal das Abdeckband von Tamiya! Das gibt es in den unterschiedlichsten Breiten, ist flexibler als Tesa, deckt sehr gut und beschädigt den Unterlack nicht.


    Grüße aus Wien
    Martin

  • @ Martin: danke für den Tipp mit dem Tamiya Abdeckband. Sobald ich wieder reisefähig bin, werde ich mal meinen Händler aufsuchen.


    Moin, moin, weiter geht´s mit kleinen Schritten - die tägliche Dosis (täglich grüßt das Murmeltier... ;) :


    Die Oberflächen des neuen Anstrichs sind natürlich nicht so glatt, wie die Originallackierung - das wird nach völliger Durchtrocknung des Gels vom Figaro nun noch bearbeitet und erfolgt mit feinem Nassschleifpapier im Wasserbad oder unter dem laufenden Wasserhahn. Dabei schleift er möglichst vorsichtig in senkrechter Richtung, damit die Spuren dieser Behandlung realistisch als Alterungserscheinungen wahrgenommen werden können. Nach Trocknung wird das Ergebnis noch mit kleinen Schnipseln Schleifpapier in den Ecken trocken nachbearbeitet. Dabei ist nicht der Glanzgrad der Lackierung wichtig, sondern allein die Oberflächengüte, die sehr glatt sein sollte und im guten Licht und mit dem Finger geprüft wird. Insbesondere die ehemals abgeklebten Übergänge zum Originallack sollten nicht auftragen. Auch kann man hierbei schon erste Alterungsspuren im nachgebesserten Lack darstellen.


    Die Wagen des Vorbilds sahen ja häufig recht bunt aus, meistens waren in den frühen Epoche 4 Jahren jedoch nur 1 bis 2 verschiedene Farbtöne als Ausbesserungsfarben zu erkennen. Erst in der späten Epoche 4 wurde das Bild der Wagen wahrhaft scheckig. Der erste Durchgang mit dem Gel bestand aus einer Mischung Humbrol/Revell "Gloss" Nr. 9 (ähnlich hellem Erdbraun) und "Gloss" 18 (Rotorange). In einem zweiten Durchgang wird nun die Nr. 100 "Matt" (etwas heller aber ähnlich Güterwagenbraun) ungemischt verwendet. Die Mattfarbe hat normalerweise die Eigenschaft, dass sie bei der späteren Alterung teilweise angelöst wird und die Originallackierung wieder zum Vorschein kommt, was den Flickenteppich der späten Jahre sehr authentisch wiedergeben kann. Normalerweise heißt in unserem Fall aber, dass das diesmal nicht passiert, weil der Wagen vor der Beschriftung ja noch mit Glanzlack besprüht werden soll.


    Mit dem Gel Nr. 100 werden neben den Platten auch einige Eisenteile behandelt. Nach Durchtrocknung ist zu prüfen, ob eine Nachbehandlung mit Schleifpapier notwendig ist. Wenn der Mattlack dünnflüssig genug aufgetragen wurde, ist eine Nachbehandlung meist nicht erforderlich - der ist ja auch gerade erst aufgetragen worden und zeigt noch keine Abnutzungsspuren.


    Stellen, an denen das Gel hochgekrochen ist und die nicht den Ansprüchen des Figaros genügen, werden mit Tusche retuschiert. Dabei muss er aber bedenken, dass früher beim Original auch nicht immer so trennscharf gearbeitet wurde. Und die noch ausstehenden Schritte der Alterung lassen das später sowieso nicht mehr ins Auge fallen. :whistling:




    Wenn jetzt gleich mit Klarlack gearbeitet werden soll, dann ist auch noch ein Blick auf das Dach zu werfen. Dort sind ja schon "ab Werk" gewisse Alterungsspuren aufgetragen, die für einen relativ neuen Wagen auch realistisch sind. Man könnte das so lassen, für einen schon in die Jahre gekommenen Wagen ist das jedoch nicht ausreichend. Dabei muss man wissen, dass Güterwagen mehr stehen als fahren und demzufolge etwaige Spuren nicht vom Fahren kommen, sondern vom Stehen. Bei diesen glatten Stahldächern findet sich meist ein einheitlicher Überzug von grau bis schwarz, aber immer mit einem mehr oder weniger starken Braunton verbunden. Am unteren Rand des Daches über dem Wagenkasten ist bei manchen Wagen der Ton etwas dunkler, weil dort die Feuchtigkeit immer am längsten stand, bevor das Dach komplett abgetrocknet war. Auch gibt es genügend Bilder von Wagen mit Flicken auf dem Dach. Da das Dachmaterial aber recht widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen war, würde unser Figaro dies nur einem Kunden ab den achtziger Jahren empfehlen.


    Anders sieht es an den Stirnwandflächen des Daches aus. Hier spielten die Umwelteinflüsse beim fahrenden Zug schon eher eine Rolle. Wer ein Auto mit Steilheck fährt, kennt diesen Effekt. Darum wollen wir an diesen Stellen etwas kräftiger auftragen. Was trägt der Figaro auf? Er nimmt in diesem ersten Schritt wieder ganz ganz wenig von der Zeichentusche und trägt sie mit seiner Lösung (50-50+Odol) dort auf, wo es zum jetzigen Zeitpunkt angebracht erscheint, d.h. am unteren Rand des Daches und an den Stirnwänden. Das wird im feuchten Zustand mit dem Pinsel verteilt, verrieben und fast wieder weggewischt, bis ein kaum noch merkbarer Effekt zu erkennen ist. Auf den Fotos ist das auch kaum zu erkennen, ist ja auch nur ein erster kleiner Schritt, den man nur bei richtigem Lichteinfall bemerkt.



    Bei einer neu aufzubringenden Beschriftung muss das Werk mit einer guten Prise Glanzlack eingenebelt werden. Das hat einerseits den Vorteil, dass der jetzt erreichte Zustand vor den Einflüssen des nächsten Bearbeitungsvorgangs weitgehend geschützt wird, andererseits jedoch kein fließender Übergang zwischen den verschiedenen Alterungsschritten davor und danach hergestellt werden kann. Dadurch ergeben sich andere Effekte als bei der noch ausstehenden Alterung des Gmms 60 und werden beim Gmmehs 60 markanter sein. Deshalb ist nun auch der Zeitpunkt gekommen, das Werk genau zu studieren, um auch sicher zu sein, dass keine Korrekturen mehr erforderlich sind. Korrekturen sind jetzt noch möglich und durchzuführen. Ist man rundum zufrieden (na ja, nur zufrieden reicht auch), legt man das gute Stück beiseite, schläft drüber und schaut es sich am nächsten Tag bei Tageslicht noch einmal genau an. Das sind Erfahrungen, die zu machen man anderen überlassen sollte (siehe SNM Heft 15 zur Alterung der Umbauwagen 4yg), denn wenn der Glanzlack erstmal drauf ist, isser drauf. Hilfreich sind beim Inspizieren auf jeden Fall auch die Fotos, die während des Berichts gemacht werden. In der Vergrößerung sind da noch ein paar zu korrigierende Stellen zu erkennen. ;(


    Wenn man jetzt immer noch bereit ist und keine Mängel erkennen kann, werden noch schnell die 2 Griffstangen an den Ecksäulen des Wagenkastens und die 2 neben den Türen nur eingesteckt und nicht geklebt, denn beim noch ausstehende Alterungsschritt des Wagenkastens mit Pigmenten stören sie nur und können beschädigt werden. Die beiden Griffstangen neben den Türen sollen ruhig etwas weiter herausstehen, damit wir sie und die anderen 2 Griffstangen noch einmal kurz mit Zeichentusche "Sepia" behandeln können. Die Zeichentusche trocknet schnell und somit steht der Behandlung mit Glanzklarlack nichts mehr im Wege. Der Figaro möchte vorher noch die entdeckten Macken beseitigen, den Staub entfernen und ... eine Nacht drüber schlafen. Lackiert wird morgen.







    Die 2 Fingerhaken werden auch noch mit Zeichentusche behandelt und die Radsätze werden eingefärbt, ebenso die Lade-/Lüftungsschieber - deren Behandlung wird beim Gmms 60 mit besprochen, da der Gmmehs 60 morgen beiseite gelegt wird, um auf die Lieferung der Beschriftung zu warten, die bei Andreas Nothaft ( http://www.modellbahndecals.de ) in Bearbeitung ist. Fortführung dieses Teils der Alterung und Beschreibung der Beschriftung und des Beschriftungsvorgangs somit erst nach Lieferung der Beschriftung.


    Bis zum Gmms 60 morgen
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    leider kann ich Dich im Moment nicht bewerten, daher muss ich Deinen Beitrag mal kurz unterbrechen:


    Es ist (für mich) einer der besten Beiträge in diesem Forum!

    Musste mal kurz gesagt werden, ich hoffe, ich habe mal Gelegenheit, es Dir persönlich zu sagen!


    Gruß
    Thomas

  • Moin, moin,


    wie Ihr seht, funktioniert mein Bilderdienst wieder (und der von Thomas wohl auch wieder). Lapidare Antwort: "Es lag ein Fehler vor". Na ja, erstmal dem dummen Kunden unterstellen, dass er ein DAU sei... das übliche Spiel. X(


    @ moba-Thomas: danke für die Blumen, kann nicht verhehlen, dass ich mich über Deine Worte freue :D . Und persönlich sagen kannst Du das bald auch, musst Dich nur mit Matthias in Verbindung setzten, der kommt bald mit seiner übel tollen neuen Kamera zu mir.



    Now restart:


    Jetzt wirds schmutzig, denn der Figaro arbeitet sich nun am Gmms 60 ab - mit Pigmenten. Seine Lösung zum Auftragen ist die bekannte (50% Isoproylalkohol aus dem Baumarkt, 50% Wasser aus dem Wasserhahn und ein paar Spritzer Odol). Aber Vorsicht! Es muss nun eine neue saubere Lösung her und nicht die, in der sich jetzt gelöste Zeichentusche befindet, sonst kommt es zu unerwünschten Effekten. Diese folgende Behandlung des Gmms 60 ist weitaus weniger aufwändig, als die des Gmmehs 60 mit dessen bunten Platten. Deshalb stehen wir bei diesem Wagen auch kurz vor unserem Ziel. Aber nun zeige ich Euch zuerst mal die Folterinstrumente, mit denen der Figaro dem Wagen auf den Pelz rückt.



    Zunächst sind da die kleinen und mittleren Pinsel verschiedener Größen zum Auftragen der verschiedenfarbigen Pigmente. Dann einige kleine kurzhaarige Pinsel und große weiche und harte zum Wiederabtragen der Pigmente, bis hin zur Zahnbürste. Das Lösungsmittel zum Auftragen der Pigmente in einer wiederverschließbaren Dose, damit es nicht zu schnell flüchtet und natürlich die Pigmente selbst. Eine Palette mit kleinen Häufchen verschiedener Pigmente gehört ebenfalls dazu. Die Pigmente selbst gibt es von verschiedenen Anbietern, z.B. http://www.H0fine.de , http://www.modulor.de oder von http://www.asoa.de . Im Frisiersalon des Figaros findet man rund zwei dutzend Sorten, die sich dort im Laufe der Zeit angesammelt haben.


    Aufgetragen werden sie vom Figaro mit einem mittleren Pinsel, der in die Lösung getaucht wird und dann von der Palette zunächst ein Rehbraun von Modulor aufnimmt. Das trägt er satt auf und bevor es antrocknet wird darüber gleich noch helles Lehmpuder von Asoa geklatscht und in alle Ecken eingerieben. Einige Punkte werden mit den kleinen Pinseln gesetzt, z.B. wenige weiße Pigmente unter der Tür (der Wagen hatte vorher Paletten mit Zementsäcken transportiert und davor Getreide in loser Schüttung - das war aber erst 1973, als täglich Ganzzüge mit G-Wagen als Getreidehilfe über Vorsfelde(Grenze) in Richtung Russland liefen), die ohne harte Übergänge verteilt werden. Das ganze lässt der Figaro nun antrocknen. Der Figaro erzählt dem Kunden noch beiläufig, dass für ein gutes Aussehen möglichst helle Pigmente genommen werden müssen, dunkle schaden nur dem Teint.





    Ganz anders beim Dach, dort trägt er eine leichte braunschwarze Mischung auf, die er anschließend sofort mit den großen weichen Pinseln solange bearbeitet, bis sie angetrocknet ist und kaum noch Pinselspuren zeigt. Nach völliger Durchtrocknung werden mit einem weichen großen Pinsel die letzten Pinselspuren beseitigt, für hartnäckige Fälle nimmt er den harten großen Pinsel. An den Stirnseiten des Daches hatte der Figaro eine etwas dunklere Mischung aufgetragen, die er nicht sofort mit dem Pinsel bearbeitet hatte. Nun geht er auch hieran und lässt dabei diesmal etwas mehr stehen. Gut zu erkennen sind erste Gammelspuren an den Kanten des oberen Gurtes.


    Insgesamt hat der Figaro leichtes Spiel, weil durch die 4 Befestigungssäulen im Gehäuse des Gmms 60 der Wagen bei der Behandlung sehr gut angefasst werden kann. Er vermeidet es nämlich tunlichst, die Außenflächen des Wagens in diesem Zustand mit den Fingern anzufassen.


    Und nun beseitigt der Figaro wieder den Schmutz, den er dem Kunden aufgetragen hatte, denn der soll ja noch recht jugendlich aussehen. Auch wenn die Pigmente komplett entfernt werden (was der Figaro ja gar nicht will) ist die ursprüngliche Lackierung schon etwas anders anzuschauen, als sie mal war. Den Anfang macht ein großer weicher Pinsel, mit dem der Figaro in senkrechten Bahnen den gröbsten Auftrag entfernt.




    Danach arbeitet er sich mit mittleren und kleinen harten Pinseln an die
    Stellen heran, die der große Pinsel nicht erreichen konnte. In den Ecken
    und an den Kanten, wo sich der Schmutz leicht verfängt, bleibt ein Rest
    stehen. Er arbeitet auch nicht mehr nur senkrecht, sondern eher entlang
    der "Eisenteile". Ganz besonders bürstet er die Führungen der
    Lade-/Lüftungsklappen aus, damit dort später keine Partikel ihre
    Beweglichkeit beeinträchtigen. Jetzt greift er zu den zuvor mit dem
    Edding geschwärzten Fingerhaken und den Griffstangen, um sie final
    einzukleben mit je einem Tröpfchen Sekundenkleber. Abschließend erhalten
    die Griffstangen zusammen mit den Fingerhaken noch einen Hauch
    Pigmente, die noch vorsichtig mit weichem Pinsel abgebürstet werden
    können, was aber nicht erforderlich ist, wenn sie dünn mit viel Lösung
    aufgetragen wurden.






    Wenn nun der Wagen noch etwas scheckig aussieht, beruhigt der Figaro den Kunden und behauptet, dass der Mattlack das schon richten würde, weil die Pigmente nach dem Lackauftrag nicht mehr präsent wären. Die zuvor mit der Zeichentusche aufgetragene Alterung hingegen würde wieder stärker hervortreten und deshalb sei es auch gut, dass beim Abreiben der Pigmente auch etwas Zeichentusche mit bei draufgegangen sei. Nun denn, schauen wir uns das heute abend noch an und bilden uns selbst ein Urteil.


    Sauber bleiben!
    Eckhard

  • Hallo Eckard,


    Vielen vielen Dank für die detaillierte Beschreibung, ich schließe mich den Worten von Moba-Tom an.
    Ich hoffe, dass ich irgendwann mal in Cry Ensen vorbei schauen kann.


    Gruß

    Meinhard,
    der wohl immer noch nördlichste Nuller Deutschlands

  • Ich schon wieder (würde Asisfelden sagen)...


    Bei Medikamenten ist es ja so, dass man, wenn man die Einnahme der täglichen Dosis verpasst hat, diese am nächsten Tag nicht nachholen und damit nicht die doppelte Dosis einnehmen soll. Aber wir sind hier ja beim Figaro und nicht beim Arzt, auch wenn der altert, bis der Arzt kommt... Deshalb heute die doppelte Dosis.


    Die Räder der Güterwagen im Betrieb waren meist etwas rostiger, als die der Reisezugwagen, trotzdem waren sie nie total verrostet. Neuere Radsätze waren eher schwarzgrau, ältere hatten einen mehr oder weniger starken braunen bis hellbraunen Überzug. Die relativ neuen Räder des Gmms 60 werden deshalb mit einer Mischung aus Humbrol/Revell-Farben (viel seidenmatt schwarz Nr.302, etwas matt grau Nr.78 und wenig matt hellrotbraun Nr.100) zunächst innen und auf den Achsen, dann nach Trocknung auch außen auf den Radscheiben gestrichen. Anschließend werden die Spurkränze und die Laufflächen mit einem Roco Rubber gereinigt. Die Räder des Gmmehs 60, die schon etwas älter sind, werden mit derselben Mischung unter Hinzugabe von matt hellbraun Nr.62 gestrichen. Mit den Farbnummern hat der Figaro bei Nachkäufen öfters Probleme, weil diese Nummern sich im Laufe der Jahre immer mal wieder ändern. Deshalb bitte auch am Foto orientieren.




    Das Fahrwerk wird nun ebenfalls zunächst schwarz und danach mit hellem Braun behandelt analog dem Wagenkasten. Beim Abnehmen des Schmutzes mit dem großen weichen Pinsel kommen die schwarzen Bestandteile wieder stärker hervor. Die Beschriftung ist mit einem kleinen weichen Pinsel wieder freizulegen, kann aber durchaus noch etwas bräunlich aussehen. Abschließend werden vom Figaro die Schilder der Umsteller mittels der Lösung wieder gesäubert - kleine Schmutzreste darauf sind jedoch auch bei relativ jugendlichen Wagen durchaus ok.





    Die Lade-/Lüftungsschieber sind nun auf ein umgedrehtes Abdeckband zu drücken, das auf einer Unterlage aus Pappe mit Abdeckband befestigt wurde. Auch diese Teile werden zuerst schwarz, dann braun mit Pigmenten behandelt und dann mit weichem großen Pinsel wieder abgebürstet. Anschließend sollten die Führungsseiten von hinten(!) mit dem Messer von Gussgraten und Pigmentresten befreit werden, damit sie leicht in den Führungen laufen.




    Nun verlässt der Figaro (unter Mitnahme des Kunden) kurz seinen Salon, um ihn draußen vor der Tür mit Haarspray einzunebeln. Er nimmt gern den Mattlack von Marabu (z.B. bei http://www.modulor.de ), der eine super matte Optik hat, die insbesondere auf Güterwagen sehr gut wirkt. Eingenebelt werden Wagenkasten, Fahrwerk und die Lade-/Lüftungsschieber. Dabei treten so wie gewünscht die Pigmente in den Hintergrund und sind teilweise nur noch aus nächster Nähe zu erkennen, während die Zeichentusche noch deutlich wahrzunehmen ist. So sollte es nach Ansicht des Figaros sein, denn auch das Original sieht aus der Ferne eher einheitlich braun bzw. schwarz aus und erst wenn man sich nähert, nimmt man die Feinheiten wahr. Und nur im direkten Vergleich mit der Originallackierung fällt der Unterschied sofort auf - da ich jetzt keinen Wagen mehr im Originallack habe, soll der noch unbehandelte Gmmehs 60 mit seinen wenigen verbliebenen Stellen im Originallack zum hinkenden Vergleich dienen.







    Vor dem Zusammenbau bürstet der Figaro noch alle Baugruppen ab, um den Lackierstaub zu entfernen, der sich insbesondere bei Verwendung des Marabu-Lacks bemerkbar macht.



    Meinhard: danke auch an Dich. Gelegenheit wirds wieder nach dem nächsten NuSSA-Samstag in Stadtoldendorf geben, so etwa von 18 bis 22 Uhr... Melde Dich kurz vorher, wenn Du dorthin kommst.



    By the way: die Fotos für den nächsten Teil sind auch schon gemacht, wie Ihr im Vergleichsfoto ja schon mal sehen könnt. Den Rest (zum Gmms 60) gebe ich Euch morgen.


    Bis dahin
    Eckhard

  • Moin, moin,


    und plötzlich neigt sich alles ganz schnell dem Ende zu. Hochzeit nennt man es auch, wenn die zwei Hauptbaugruppen zusammengefügt werden. Das ist im Automobilbau nicht anders, als beim Figaro hier in 1:45. 8)


    Im Fahrwerk werden die Radsätze wieder eingebaut, ein Tröpfchen Öl in jedem Lager sollte sein. Die Puffer werden mittels Öl wieder gängig gemacht durch rein- und rausdrücken und drehen, bis sie leichtgängig sind und nicht mehr in eingeschobenem Zustand hängen bleiben. Die Kupplungen werden eingeklipst und durch einen 0,5 mm Draht gesichert, der durch eine Bohrung in Pufferbohle und Kupplungsschaft eingeklebt und anschließend schwarz angemalt wird. Dieser Draht ist so gebogen, dass in ihn die ruhende (unbenutzte) Kupplung eingehängt werden kann.




    Im Wagenkasten werden noch die Lade-/Lüftungsklappen in ihre Führungen eingeklipst und auf Gängigkeit geprüft. Das Einklipsen geht recht leicht in halb aufgeschobener Position der Klappen und mit einem kleinen Holzstäbchen, das unter die Klappe geschoben wird, damit die sich darüber durchbiegen und somit ihre Breite verringern kann. Für den recht jungen Gmms 60 nehmen wir nur die aluminiumfarbenen (die braunen Klappen bekommt der Gmmehs 60 später verpasst). Die Zettelkästen erhalten noch große Hauptzettel (für beladene Wagen) oder kleine Leerwagenzettel (klar: für leere Wagen) und darüber die Gitter, die sie dort halten sollen. Wenn man das vor dem Klarlack macht und nicht vergisst, muss man nicht mit Mattlack nachlackieren. :rolleyes: Der Gmms 60 wird übrigens als Leerwagen durch Kreiensen rollen. Der Zettel selbst ist aus einem passenden Stück Papier ausgeschnitten, dessen Aufdruck einem Leerwagenzettel recht ähnlich sieht. Bestimmt gibt es hier im Forum wahre Figaros, die auch Originale einscannen und in 1:45 lupenrein drucken können - wäre doch mal was, oder? 8o




    Nun können beide Baugruppen wieder zueinander finden und verschraubt werden. Wer mag, kann noch einen neuen Holzfußboden einfügen, die ursprünglichen dicken Plastikplatten kann man einer anderen Verwendung zuführen - findet sich bestimmt noch was auf einer anderen Baustelle. Wer es gern etwas bunter hat, kann jetzt noch ganz ganz wenig Pigmente trocken auftragen und gut abbürsten, um markante Betriebsspuren darzustellen.



    Es ist natürlich möglich, den Wagen vorher noch weiter zu verfeinern, z.B. Ms-Tritte, Gestänge aus Ms an den Lade-/Lüftungsöffnungen, Ms-Fingerhaken, etc. Ich halte dies einerseits nicht für notwendig und andererseits wollte ich auch die Funktionsfähigkeit nicht einschränken. Bei mehreren Wagen ist mir das sowieso ein zu großer Aufwand, der nebenbei auch noch ganz schön ins Geld geht. Insgesamt macht der Wagen nun auch so einen sehr guten Eindruck und kann sich selbstbewusst durchaus auch neben teuren Messingmodellen blicken lassen. Zum Abschluss schauen wir uns noch ein paar Bilder vom jetzt dem Betrieb übergebenen Wagen an. Unser Stadtoldendorfer Kleinlokbediener hat ihn gerade von der Westseite abgeholt und bringt ihn nun in die Zugbildungsgleise für die Wagen in Richtung Holzminden. Dabei schaut er dem Fotografen interessiert und offensichtlich stolz und zufrieden ins Gesicht.







    Nun erstmal Pause. Beim Gmmehs 60 treffen wir uns in einigen Tagen an dieser Stelle wieder
    Eckhard

  • Moin Forum, Moin Eckhard,


    das Problem des fehlenden Hauptzettels lässt sich ja lösen:



    den gibt's beim Nafets auf der Seite zum selberausdrucken- jetzt noch ein passender Stift und das wäre auch erledigt....


    Grüße aus Bramloge


    Thomas

    Bramloger Modellbau...

    ....weniger ist mehr

  • Moin liebe Bezetteler, insbesondere Thomas,


    dass Nafets die Originalvordrucke auf seiner Homepage eingestellt hat, finde ich auch klasse. Aber wenn ich das auf meinem heimischen Drucker ausdrucke ist es auch nicht besser - mit Verlaub - als bei Dir Thomas. Ich bin aber z.Zt. ans Haus gebunden und habe keine bessere Infrastruktur - und ob ich die an anderer Stelle habe, um ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist auch nicht so sicher.


    Wenn ich die kleinen und kleinsten Beschriftungen auf Fahrzeugen mir anschaue, stelle ich mir vor, dass es doch möglich sein müsste, LESBARE Hauptzettel herzustellen. Ist jetzt vielleicht etwas überzogen, aber die heutige Technik müsste das hergeben. Ich lasse da nicht locker und habe schon erste Tuchfühlungen mit einem Profi aufgenommen. Vielleicht wird es was. Ich bleibe dran (für den Gmmehs 60).


    Grüße
    Eckhard

  • Moin, moin Gemeinde,


    nachdem nun alle Vorarbeiten erledigt worden sind und der Figaro nur noch die Lieferung seiner Zutaten abwarten muss, was so etwa noch 1-2 Wochen dauern kann - oder auch weniger, erzählt er seinen Kunden schon mal etwas über die Wirkungsweise seiner Mittelchen. Hören wir ihm doch bei seinen theoretischen Ausführungen mal zu und freuen uns auf die spätere Praxis der Bezettelung.


    Bezettelung


    Auf jeden Fall wird er seinen Gmms 60- und Gmmehs 60-Kunden noch eine vorbildgerechte Bezettelung in den Zettelkasten hängen. Die Frage, die ihn dabei umtreibt ist: was ist noch lesbar, was ist mit der Lupe lesbar, was ist nur noch mit dem Mikroskop lesbar und ... was ist gar nicht mehr lesbar. Denn die Hauptzettel werden derzeit komplett ausgefüllt in exakt 1:45 von Andreas Nothaft professionell gefertigt, d.h.: etwa 4,7 mm hoch und 3,3 mm breit.


    Was in so einem Hauptzettel alles drinsteht, zeigt das Muster eines "normalen" Hauptzettels für Frachtgut-Wagenladungen. Dieser Hauptzettel ist die Basis für die demnächst kommenden Hauptzettel für die Gmms 60/Gmmehs 60 Güterwagen in Spur 0. Je nachdem was noch lesbar ist (mit oder ohne Hilfsmittel), können diese Hauptzettel vielleicht auch für andere Güterwagen verwendet werden. Lieferbar werden sie für alle interessierten Figaro-Azubis (und auch Meister ihres Fachs) sein - nach Inaugenscheinnahme dazu später mehr. Zu diesem Thema verweise ich gern auch auf die Seite von Nafets: http://1zu45.wordpress.com/2011/01/24/di…nd-hauptzettel/



    Bestimmt gut lesbar sein wird vsl. die Richteinheit, im Muster des Figaros "Hmb 21", die eine Schrifthöhe von knapp 1 mm haben wird. Zum Richtpunktverfahren selbst verweist unser Figaro wieder auf die Seite von Nafets. Wenn das Ergebnis stimmen und genügend Kunden diese Mittelchen nachfragen sollten - was der Figaro stark hofft (denn dann werden ihm die Entwicklungskosten erlassen) - könnten auch andere Vordrucke ausgefüllt und in Druck gehen. Dazu nachfolgend einige Beispiele.






    Nafets schreibt ja, dass das Richtpunktverfahren zum 1. Juli 1954 eingeführt wurde. Und was war vorher???
    Da gab es die sogenannte Leitungswegangabe, ein Vergleich der beiden Verfahren zeigt das folgende Bild.



    Übergangszettel


    Nun kommt der Figaro zu einem weiteren Mysterium seiner Zunft, den Übergangszetteln. Das betrifft unsere Gmms 60 nicht, weil sie sogenannte EUROP-Wagen sind und den Gmmehs 60 nur, wenn er sich von Deutschland aus über eine Grenze rübergemacht hätte.


    Fremdwagen (das sind Wagen ausländischer Bahnen, z.B. ein DB-Wagen in Frankreich oder Östereich bzw. ein ÖBB- oder F-Wagen in Deutschland) erhielten beim Eingang an der Grenze einen Übergangszettel, aus dem der Grenzübergang hervorgeht. Ein ÖBB-Wagen, der über Deutschland und Belgien nach Frankreich lief, hatte demzufolge auf jeder Seite 3 Übergangszettel (1x D, 1x B, 1x F).


    Als Fremdwagen galten alle Wagen, die nicht das Eigentumsmerkmal der eigenen Bahn (in der BRD "DB", in der DDR "DR", in Österreich "ÖBB", in Frankreich "F", usw.) oder das EUROP-Zeichen trugen. Für die gegenseitige Benutzung der Güterwagen hatten die europäischen Bahnen mit Regelspur dafür das "Übereinkommen über die gegenseitige Benutzung von Güterwagen im internationalen Verkehr (RIV)" abgeschlossen - deshalb auch das RIV-Zeichen an Güterwagen, wenn sie international einsetzbar waren. Und im EUROP-Übereinkommen hatten die wichtigsten westlichen Bahnen die gemeinschaftliche Nutzung der Güterwagen geregelt, d.h., dass ein deutscher EUROP-Wagen z.B. in Frankreich grundsätzlich wie ein eigener Wagen behandelt werden konnte.


    Angeklebt wurden die Übergangszettel im Übergangszettelraster auf dem schwarzen Feld i.d.R. links vom Zettelkasten - das sind die 2 oder 3 zusammengehörigen Rechtecke; darüber stand angeschrieben "nur für Übergangszettel". Bei der Rückkehr zur Heimatbahn wurden die Zettel wieder entfernt. Man sah aber häufig DB-Wagen in Deutschland mit Übergangszetteln fahren - schon in Epoche 3 und regelmäßig dann in Epoche 4, weil an der Grenze die Übergangszettel für rückkehrende Wagen nicht entfernt worden waren, siehe auch das Beispiel des Glr 22.




    Kreideanschriften


    Das sogenannte "Kreuz" auf dem schwarzen Feld i.d.R. links vom Zettelkasten und über dem Übergangszettelraster wurde nach Ankunft auf dem Zielbahnhof meist vom Zugabfertiger mit Kreide ausgefüllt und vom Ladebeamten ergänzt und zwar in folgender Form:
    16 I 7043 / 17 (Tag I Zugnummer / Stunde der Ankunft)
    17 I 8 (Tag I Stunde der Bereitstellung zur Entladung)
    17 I 14 (Tag I Stunde der Bereitstellung zur Beladung)


    Weitere Angaben über Ladestelle, Verwiegung, usw. wurden ebenfalls mit Kreide an die schwarze Tafel am Wagen angeschrieben. Vor der Abfahrt aus dem Bahnhof sollten dann alle Kreideanschriften wieder entfernt werden. In der späten Epoche 3 und ganz besonders in der Epoche 4 hat man sich allerdings nicht mehr so recht daran gehalten und die Wagen waren auch in Zügen eingestellt noch mit Kreideanschriften an allen möglichen Stellen "verziert".


    Bei Stückgut-, Eilgut-, Expressgut- und Post-Güterwagen, die an Rampen beladen wurden, waren häufig an den Türen oben Richteinheiten, Zielbahnhöfe oder Postleitzahlen (aber bitte die alten) angeschrieben. Andere Güterwagen wurden nur im unteren Bereich beschrieben, soweit hoch die Arme der Bahnbediensteten halt reichten.


    Soweit die Theorie, Praxis folgt
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    das ist schon interessant und sieht dann sicher richtig gut aus.
    Ich bin allerdings froh, dass auf der Schmalspur keine so große "Zettelwirtschaft" notwendig ist. Ich als Einäugiger wäre da ganz schön aufgeschmissen.
    Übrigens kann es sein, dass der Link zu Nafets nicht stimmt? Ich erhalte eine Fehlermeldung.
    Dieser Link funktioniert.


    Viele Grüße
    Robert

  • nein, schon wieder kein Witz, sondern noch den Gmmehs 60.


    Nachdem jetzt die Beschriftung geliefert worden ist und der Wagen zwischenzeitlich mit Glanzklarlack lackiert worden war, kann der Figaro jetzt zu weiteren Taten schreiten. Die Beschriftung sind Decals von Andreas Nothaft ( http://www.modellbahndecals.de ) und werden gemäß seiner Anleitung aufgebracht. Für den kompletten Beschriftungssatz, den der Figaro nur teilweise verwendet hat, betrug der Einkaufspreis 15,20 Euro incl. Porto. Da der Satz jetzt fertig entwickelt ist, wird er bei Nachbestellungen (Stichwort: Gmmehs 60 - Spur 0 DVst HK) vermutlich bei etwa 10 bis 11 Euro incl. Porto liegen.


    Wer keinen Weichmacher hat (z.B. Solvaset), sollte den gleich mitbestellen, sonst bekommt man die gelben Dreiecke für die elektrische Heizleistung ( 1 schwarzer Streifen steht für 1000 Volt) niemals um die Eckkastenstützen gebogen. Wichtig ist auch zu wissen, dass man mit entspanntem Wasser die Decals stundenlang in die richtige Position manövrieren kann, nach Zugabe von Weichmacher darf man sie aber nicht mehr bewegen, da sie angelöst werden und bei Bewegung zerstört würden.







    Nach der Versiegelung der Beschriftung mit Klarlack wird wie gewohnt mit Pigmenten gealtert. In diesem Fall wurde zunächst hellbraun aufgetragen, dann gelb, dann weiß vermischt mit braun. Auch das Abbürsten erfolgte weniger stark, da der Wagen ja etwas stärker verschmutzt sein soll, als der Gmms 60 zuvor. Wenn nach der Behandlung mit Klarlack der Wagenkasten zu hell bzw. die Übergänge zu krass erscheinen sollten, wird der Vorgang an diesen Stellen wiederholt (so tat es auch der Figaro). Auf dem Mattlack haften die Pigmente weitaus besser.






    Der Zusammenbau des Wagens erfolgt nach denselben Prinzipien, wie beim Gmms 60. Dabei fiel dem Figaro auf, dass noch eine Halterung für die elektrische Kupplung am Wagenkasten zu montieren war und auch eine 2. Griffstange an der Bremserbühnenseite am Wagenkasten anzubringen war. Kleinigkeiten.


    Das Ergebnis des Tuns des Figaros zeigt einen schon etwas in die Jahre gekommenen Wagen, der nicht dem EUROP-Park angehört, wohingegen alle Gmms 60 diesem Park angehörten.





    An einem grauen Samstagabend kam der Ng von Holzminden mit Stückgutwagen, Leerwagen und Frachtgut nach Kreiensen - alles Figaro-Wagen, für diese Lok eine leichte Übung. Heute sehen wir die Kasselaner 44 440, die die planmäßige 043 133-8 ersetzen musste, da eine wesenliche Baugruppe dieser Lok sich derzeit im AW Stuttgart befindet...





    Schauen wir dem Zug hinterher. Ende der Geschichte? Ja und nein. Die Wagen sind zwar fertig, aber wie man sieht, ist der Zettelhalter des Gmmehs 60 nicht komplett - da fehlen noch die Hauptzettel. Die kommen noch vor Weihnachten. Lassen wir uns von denen überraschen - Bericht folgt.




    Ansonsten: danke für die zustimmenden Kommentare
    und
    vorweihnachtliche Grüße auch vom Figaro
    Eckhard

  • a ... wagon label oder auch nalepka kierunkowa oder etiquette d´acheminement. Der HAUPTZETTEL - frei nach Toyota: "nichts ist unmöglich".


    Moin, moin,


    heute kam der lang ersehnte Brief mit den nach meinen Vorgaben angefertigten Hauptzetteln. Also Försterklamotten ausziehen und wieder als Figaro verkleiden. :D


    Die Drucke sind besser als erwartet. Zwar muss man die Lupe zur Hand nehmen, um alle Details zu erkennen, aber auch mit unverstärkten Augen ist der typische ausgefüllte Hauptzettel zu erkennen. So sollte es sein. Der Dank des Figaros geht an Andreas Nothaft ( http://www.modellbahndecals.de ), der die Vorgaben des Figaros excellent umgesetzt hat. :thumbup: :thumbup:


    Zwar sind das Abziehbilder, aber sie werden nur ausgeschnitten und in den Zettelkasten mit einem winzigen Tröpfchen Sekundenkleber eingeklebt. Danach wird das Gitter (Biemo oder Petau) aufgelegt und festgeklebt. Abschließend noch ein kurzer Sprüher mit mattem Klarlack - FERTISCH






    Die Hauptzettel können bei Andreas Nothaft käuflich erworben werden (Stichwort: "Hauptzettel Huwald"). Ein Satz mit 10 Hauptzetteln für 5 Wagen kostet 3,50 Euro + 1,20 Euro Porto (ohne Gewähr). Bei ausreichendem Bestelleingang und entsprechender Nachfrage würde ich für Andreas Nothaft auch andere Varianten (vgl. Beitrag "Die Theorie des Figaros") fertigen, die er dann anbieten würde. Also bei evtl. Bestellung gleich mit anmelden.


    Die jetzt lieferbaren 5 Hauptzettel des Satzes sind:
    - Han 15 (von Altfeld über Hohenbudberg nach Uelzen)
    - Han 36 (von Bremen Hbf über Bremen Rbf nach Göttingen)
    - Han 7 M (von Göttingen über Lehrte Vbf nach Minden(Westf))
    - Hmb 8 (von Holzminden über Kreiensen nach Lübeck-Dänischburg)
    - Hmb 21 (von Kreiensen über Seelze Rbf nach Kiel Hgbf)
    Man kann die Hauptzettel aber überall einsetzen, da nur die Richteinheit deutlich zu lesen ist. Viele andere Angaben kann man nur mit Lupe entziffern, wenn man weiß, was draufstehen sollte. ;)



    This is the end my friend, the lonely end... but only at this story :thumbup:
    Eckhard

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