[Spurensuche] - Die 'Moritzbahn AG' - Planung und Streckenbau

  • Hallo Dieter,


    wie ich zu solch einer etwas selbstironisch gemeinten Überschrift komme? Das hat schon seinen Hintergrund:


    Die Sache mit Deiner Brücke finde ich interessant, auch weil es für mich im Nachhinein betrachtet die einfachere Lösung gewesen wäre, hätte ich es in etwa so wie Du gemacht. O. k. - meine Raumsituation ist ein bisschen anders, aber soooo übertreiben hätte ich es auch nicht müssen.


    Ich habe ein "Monster" von einer Vertikaltüre, - wie ich sie nenne - gebaut. Wohlgemerkt, je ne regrette rien, das Ding funktioniert perfekt, sieht gut aus, schmiegt sich in geöffnetem Zustand - weil im heutigen Endausbau an der dann sichtbaren Unterseite wie die Wand tapeziert und gestrichen - fast unsichtbar in die Raumecke ein und ist auch gut zu handeln aber es hat mich halt viel Gehirnschmalz, viel Schweiss, ungefähr ??? Versuche und Irrtümer und die Zeit zusammengerechnet ca. drei bis vier Monate gekostet. Manchmal fällt mir zu der Vertikaltüre seufzend die amerikanische Jazz - Rock Band mit dem Namen "Blood, Sweat & Tears" ein.


    Naja, warum ich Dir die Bilder einstelle: Vielleicht kannst Du ja irgend etwas von den technischen Details gebrauchen, so als Anregung, Idee, Fortführung oder Komplettierung einer Deiner eigenen Ideen. Wie Du auf den Bildern hoffentlich erkennen kannst (sind nicht so toll geworden) habe ich auch mit Teilen alter Steckdosen, Messingwinkeln und Haushaltskabeln gearbeitet - alles schön stabil. Die an die Vertikaltüre anschliessenden Gleise bekommen alle auf 1,5 m nur Saft, wenn die Klappe unten und eingerastet ist. Nur dann, und nur dann sind auch die Kontakte zuverlässig geschlossen, die Stromeinspeisung für die anschliessenden Anlagenteile erfolgt ausschliesslich über die Vertikaltüre. Die Sicherheit meiner zum grossen Teil selbstgebauten Loks und Wagons war mir diesen Akt wert.


    Ansonsten wünsche ich Dir noch viel Spass beim Bau der "Moritzbahn", die bisher - gerade auch in Details - sehr gelungen ist und deren Weiterbau ich gerne weiter verfolgen werde.

  • Hallo Robert,
    vielen Dank für deine Zeilen und vor allem für die aussagestarken Fotos! Jetzt kann man doch mal sehen, welch enormen technischen Aufwand du betrieben und anschliessend mit dem Mäntelchen 'blühender' Landschaften kaschiert hast. Wahrscheinlich war dieser Aufwand aber auch erforderlich, da auf deiner Anlage (dank 'Vertikal-Tür) ja komplette Landschaftselemente regelmässig 'bewegt' werden müssen - im Gegensatz zu gottlob 'nur hin und wieder' auftretenden Erdbeben oder ähnlichen Erscheinungen. Übrigens - wie schwer ist das 'zu bewegende komplette Landschaftselement' eigentlich? Hast du schon mal daran gedacht, "für später" vielleicht noch eine hydraulische Hubeinrichtung einzuplanen? Spass beiseite!
    Ich habe allerdings während der vergangenen Wochen auch oft genug darüber nachgedacht, wie ich unter Berücksichtigung aller Sicherheitsaspekte den technischen Aufwand so gering wie möglich halten kann - in Umkehrung deines Bonmots. Zugegeben - mit Blick auf das Gewicht der Brücke von gerade 600 Gramm im gegenwärtigen Ausbauzustand sind gewisse Anforderungen längst nicht so hoch wie bei deiner Anlage.
    Mit den besten Grüssen nach Nämberch
    Dieter

  • Hallo Dieter,
    hallo an alle Interessierten,


    Dieter: Gracias por las flores!


    Ja, für später habe ich bereits jetzt an die Vorderseite der Vertikaltüre (also dem spitzzulaufenden Teil) auf der Seite der silberfarbenen Türe eine stabile Bergsteigerseilöse eingebaut. Hier kann ein dünnes, aber trag- bzw. zugkräftiges Drahtseil eingehängt werden und dieses läuft dann über eine Nylonrolle, welche oben in der Ecke am Türstock mit durchgehenden Schrauben angebracht wird. Das Seil läuft dann gerade nach unten in das Unterbauschränkchen und da passt genau ein elektrischer Garagenhubmotor hinein. Man stelle sich einfach ein Dreieck vor, das funktioniert auch im dümmsten Fall immer. Also vorgesorgt ist.


    Die Vertikaltüre hat jetzt fertig so um die 10 kg, das eine oder andere Grasbüschel und ein paar Kühe werden es wohl nicht mehr herausreissen. Zur Zeit flutsche ich meist mit Schwung unten durch, die "Durchflutschhöhe" beträgt bequeme 105 cm. Meistens bin ich zu faul das Ding zu heben obwohl das relativ leicht geht mit dem ergonomischen Kleiderhaken mit dem Kugelknauf, den ich zum Griff umfunktioniert habe (siehe Bild). Inzwischen habe ich gelernt, sogar mit der vollen Kaffeetasse und einer Kippe im Mund durchzuflutschen ohne zu verschütten - das habe ich nicht geübt, das hat sich so ergeben. Diese Kugel liegt so richtig schön zum "hinaufdrehen" in der Hand und momentan bin ich es vom Training her noch gewohnt schwer zu heben (u. a. Hanteltrainig). Der günstige obenliegende Drehpunkt der Scharnierlagerung in der Wand (12er Stahlschrauben in Spezialdübeln in Massivbeton) trägt zur Leichtgängigkeit bei. Die Arretierung ist (siehe Bild) so gebaut, dass sie nur nach oben geöffnet werden kann - d. h. kann nicht nach unten wegrutschen und somit zum Absturz der Vertikaltüre führen, denn von Anfang an war klar: Wenn mir das Ding auf die Birne knallt bin ich im Mobahimmel.


    Ja nun, ich hoffe damit noch ein wenig Einblick in die Geheimnisse dieses Machwerks gegeben zu haben und verbleibe wie immer bis zum nächsten Mal...

    Gruss
    Robert
    BTB0e+0

    Edited 2 times, last by BTB0e+0 ().

  • Liebe Spur 0 Freunde,
    liebe Fans der Moritzbahn,

    irgendwann hatte ich mal gelesen, dass seit 1981 der 24. Juli weltweit als 'Tag der Freude' begangen wird - so wie seit 2001 (auf Beschluss der UNO-Generalversammlung!) der 19. November als 'Welttoilettentag' (!!!) gefeiert wird ... (wat et nich all giff!).

    Für mich war allerdings gestern, am 19. November, der Tag der Freude, und das hatte absolut nichts mit dem offiziellen (etwas anrüchigen) UNO-Feiertag zu tun. Gestern, am späten Nachmittag, liess nämlich V36-Lokführer Anton das Horn seines geliebten schwarzen Diesel regelrecht aufbrüllen, und zwar mindestens eine gefühlte Minute lang!

    Was geschehen war? Nun, die V36 hatte soeben, vom Haltepunkt 'Abzweig Steinbruch' her kommend, die Brücke (über den Durchgang) passiert und erst auf dem anschliessenden, noch provisorisch verlegten, Streckengleis angehalten - der Moment, in dem Lokführer Anton seinen Glücksgefühlen via Horn freien Lauf liess. Offen gestanden, mir ging es genau so ...


    die selbst gezimmerten Widerlager ...

    In der vergangenen Woche hatte ich mich endgültig von den beiden aus einer Kieferbohle selbst gebauten (bzw, gesägten) Widerlagern verabschiedet und diese wegen der erforderlichen Passgenauigkeit enorm wichtigen Bauelemente von 'meinem' Schreiner aus einer Multiplex-Platte sägen lassen - in der Erkenntnis, dass man mit dem vorhanden 08/15-Werkzeug zwar einiges, aber nicht alles machen kann.

    Gemäss Lastenheft der Baukommission der Moritzbahn soll die Brücke (über den Durchgang) so gebaut werden, dass sie komplett von ihren Widerlagern entfernt werden kann. Gleichzeitig muss für die Dauer einer solchen Operation sicher gestellt sein, dass kein sich (der heraus genommenen Brücke) nähernder Zug dort abstürzen kann.


    Ich übertreibe nicht, wenn ich verrate, dass die Überlegungen zu dieser 'conditio sine qua non' während der vergangenen Wochen mich nicht nur oft genug bis in den Schlaf verfolgt haben - mindestens einmal habe ich mich sogar in einem (Alb-) Traum damit befasst. Jetzt rächte sich mal wieder, dass ich auf der 'Penne' den Pysik-Unterricht als ziemlich überflüssig eingestuft hatte ...






    Dann die Lösung - wie aus heiterem Himmel: die Einspeisung des Stroms von der LVZ100 darf nicht (mehr) über das Anschlussgleis in das Streckennetz erfolgen, sondern nur in das Brückengleis, von dem dann über entsprechende Kontakte der Strom in das Gleisnetz weiter geleitet wird. Vereinfacht ausgedrückt - hebe ich die Brücke von den Widerlagern mit den entsprechenden Kontakten ab, sind alle Gleise auf der Anlage stromlos; d. h. sämtliche Loks halten sofort an wie beim Betätigen der Notstopp-Taste, es sei denn, ich halte bestimmte Anlagenteile (Gleise) über eine separate Einspeisung weiter unter Strom, um z. B. parallel rangieren zu können.

    Soweit die 'Lösung' in der Theorie, gleichwohl noch immer gepaart mit einer gehörigen Portion Zweifel, bis, ja bis gestern Nachmittag V36-Lokführer Anton nach gelungener Premierenfahrt das erlösende Signal durchs Haus posaunte ...







    Die Kontakte: auf das Widerlager nächst der Rampe (vom Hp her) habe ich zwei 0,2mm Kupferplättchen geklebt (UHU Hart), durch die ich zuvor zwei 1.5 mm Löcher gebohrt hatte; dabei nehmen die beiden linken jeweils die Stromzuführungen vom Streckengleis auf (vorläufig noch während der Testphase), die beiden rechten sind schon mit der künftigen Zuleitung (weisses Doppelkabel) von der LVZ100 her verlötet (wenn später die Umstellung in Richtung LVZ100 - Brückengleis vollzogen ist, werden die Zuleitungen vom Streckengleis natürlich gekappt).

    Auf das gegenüber liegende Widerlager sowie unter die beiden Brücken-Enden habe ich ebenfalls je zwei Kupferplättchen geklebt, unter der Brücke natürlich erst, nachdem ich das Metall der Brücke mit Rührstäbchen isoliert hatte. Die Kontaktplättchen auf diesem Widerlager haben allerdings nur eine Bohrung, da auf dieser Seite der Strecke keine Notwendigkeit einer zweiten (provisorischen) Stromversorgung besteht. Von den beiden Kontaktplättchen unter der Brücke führen jeweils (Strom führende) Kabel 'unterirdisch' im Brückentrog zu den Schienen auf der Brücke, wo ich die mit den Schienenverbindern verlötet habe. Zum Schluss habe ich die Kabel in einem Kabeltrog bzw. -schacht untergebracht, den ich an einer Wand des Brückentrogs auf die unteren Quer- und Diagonalstreben geklebt habe.




    Kabelschacht



    Obwohl bis jetzt das ganze Bauwerk noch ein veritables Provisorium ist (z.B. sind die Widerlager noch nicht endgültig justiert und auf der Anlage verklebt), funktioniert der vorläufige Testbetrieb wie geplant: hebe ich die Brücke auch nur um einige Millimeter an, ist sofort der Kontakt unterbrochen, und V36 oder VT98 stehen augenblicklich still ...





    hier ist die Brücke um 4mm angehoben, und 'alle Räder stehen still' (Lampen aus)




    So, liebe Freunde, das war's für den Moment.


    Mit den besten Grüssen


    Dieter

  • Liebe Spur 0 Freunde,
    leider ist mir heute Nachmittag beim Schreiben des Berichts in Absatz 7 "Dann die Lösung ... " ein ziemlich dummer Fehler unterlaufen, den ich inzwischen korrigiert habe.
    Bitte euch freundlich um Nachsicht!
    Mit den besten Grüssen
    Dieter

  • Hallo Dieter.


    Deine Idee die ganze Anlage Stromlos zu stellen ist ja nicht ganz schlecht gelöst. Aber ist es nicht ratsamer nur einen Meter vor und hinter der Brücke dieses so zu machen.
    Das kannste doch ganz einfach mit Isolierverbinder abteilen.den Rest der Anlage versorgst du dann ganz einfach mit Strom und kannst auch bei ausgebauten Brückenteil immerhin fahren.


    Die Sicherheit das nichts passiert ist dann auch gewährleistet.


    PS. Aber als erstes baue bitte mal deine Schaltzentrale vernünftig fest unter dem Anlagentisch ein, das ist wohl das mindeste was man für Sicherheit erwarten kann 8)


    Gruß Hein.

  • Hallo Hein,
    besten Dank für deine Zeilen!

    - Du hast natürlich vollkommen Recht mit deinem Hinweis, bei heraus genommener Brücke den "Rest der Anlage" mit Hilfe von Isolierverbindern weiter zu betreiben - ich hatte diese Möglichkeit in dem nachträglich korrigierten Textabschnitt bereits kurz umrissen: " ... es sei denn, ich halte bestimmte Anlagenteile (Gleise) über eine separate Einspeisung weiter unter Strom, um z. B. parallel rangieren zu können".
    Die 'Zwangsabschaltung' der Brücke (vom Strom) hat für mich eh' nur eine theoretische Bedeutung, da ich grundsätzlich (!!!) erst dann den Netzstrom zum Trafo einschalte, wenn ich den Durchgang passiert habe. Insofern ist die 'Zwangsabschaltung' nur wichtig, wenn unsere Enkel mal unbeaufsichtigt auf der Anlage spielen sollten ...
    - Was übrigens deine Mahnung zur Sicherheit der LVZ100 betrifft, so kann ich Entwarnung geben - sie wird mit fortschreitender Gestaltung schon einen geeigneten Platz finden. Bis es so weit ist, hat sie aber dort - wegen der (nicht unbegrenzt langen) Verbindungskabel sowie noch länger andauernder Testfahrten - ihren optimalen Standort.

    Dir eine gute Zeit und beste Grüsse
    Dieter

  • Hallo Heiko.


    Du als Starkstromelektriker solltes es aber wissen das die Speicherbausteine von Lenz nur dann funktionieren wenn eine Gleisseite isoliert ist, nicht wenn beide Seiten wie bei Dieter stromlos sind :wacko: .Wenn beide Seiten keinen Strom haben geht auch der Speicherbaustein nicht und die Loks halten auf der Stelle an.Wurde alles in Heidenau letztes Jahr schon ausprobiert 8o .


    Die alte H0 Technik ist hier nicht anzuwenden :wacko: .


    ( Drottel stellt deine Kompetenz mittlerweile in Frage.) :wacko:


    Gruß Hein

  • Wenn beide Seiten keinen Strom haben geht auch der Speicherbaustein nicht und die Loks halten auf der Stelle an.


    Servus Hein,
    das trifft - wie Du richtig sagst - auf die Speicherbausteine von Lenz zu. Hat man z.B. einen ESU-Decoder mit Powerpacks verbaut, oder einfach nur simple Kondensatoren als Energiespeicher verbaut, dann läuft das Ding auch dann, wenn beide Gleise stromlos sind.


    Die "Gesamtabschaltung" hat m.E. hier durchaus ihre Berechtigung.


    Grüße aus Wien
    Martin

  • Liebe Spur 0 Freunde
    und Fans der Moritzbahn,

    für eure Bewertungen und Kommentare zur Konstruktion meiner 'Hubbrücke' herzlichen Dank! Dies umso mehr, als mir - offen gestanden - als Nicht-Techniker und vor allem als Elektrik-'bricoleur' bzw. Schmalspurelektriker auch über den eigentlichen Bau der 'Hubbrücke' hinaus alle möglichen Zweifel zugesetzt haben:


    so noch gestern Abend, als ich nach dem Aufbau der neuen (vom Schreiner präzise gefertigten) Widerlager aus Freude über das gelungene Werk die V36 in Richtung 'Hubbrücke' in Marsch gesetzt hatte - im Gegensatz zur Premierenfahrt am Abend zuvor blieb sie nach Passieren der Brücke jetzt einfach stehen, begleitet von einem recht unangenehm klingenden Knistern ... Da halfen auch kein gutes Zureden und "bitte, bitte" - sie rührte sich erst wieder vom Fleck, als ich nach einigem Überlegen einen gewissen Druck auf die Brückenkontakte ausübte ...


    Also habe ich die Brücke wieder von den Widerlagern abgenommen und 'umgekehrt' auf den planen Anlagentisch gelegt, Brückentrog oben, Geländer unten. Und dann war die Quelle allen Übels auch schon gefunden - die Brücke war über die gesamte Länge in der Höhe um ca 2mm diagonal verzogen! Wie heisst es doch so schön "kleine Ursache, grosse Wirkung".


    Der Grund für dieses Verziehen in der Längsachse ist mir allerdings bis jetzt nicht klar - denkbar ist vielleicht, dass durch die von mir durchgeführten Arbeiten, wie z. B. Aufkleben der 'Längsbohlen' unter den Schienen, Verkleben des Gleises auf diesen Längsbohlen, Kleben der seitlichen Laufstege oder den Einbau des Kabelschachts im Brückentrog die Brücke über Gebühr strapaziert wurde ...


    Mit einigem Kraftaufwand habe ich dann die Brücke in der Längsachse so weit gebogen, dass sie wieder 'mit allen vier Enden' plan auf der Platte lag.
    Anschliessend habe ich die Brücke wieder behutsam auf die Widerlager aufgesetzt, und - im selben Moment sprang der Diesel an, und die Lampen strahlten um die Wette.

    Ich erwähne diesen eigentlich läppischen Vorfall vor allem, um potenziellen 'Nachahmern' von vornherein Frust (auf der Suche nach möglichen Fehlerquellen) zu ersparen.
    Seit dem Gewaltakt der Brückenkorrektur in ihrer Längsachse sind übrigens alle weiteren Testfahrten problemlos verlaufen!



    oben 'berg-', unten 'talseitiges' Widerlager; deutlich zu erkennen die Verbreiterung des Mittelteils mit Rührstäbchen, oben zusätzlich die Feinjustierung unter dem Mittelteil (s. rote Markierungen)



    Noch ein paar Bemerkungen zu den vom Schreiner aus Multiplex gefertigten Widerlagern:
    jedes Widerlager besteht aus drei Teilen: dem mittleren Teil mit den elektrischen Kontakten, auf denen die Brückenenden (mit ihren Kontakten) aufliegen, und den beiden etwas längeren, schmalen Seitenteilen, die den Brückentrog gegen seitliches Verschieben sichern und dadurch Entgleisungen verhindern. Die mittleren Teile habe ich (seitlich) bewusst etwas 'knapp' schneiden lassen, da ein Verbreitern durch Aufkleben von Rührstäbchen (siehe Fotos) allemal problemloser ist als jedes 'schlanker' feilen. Das seitliche Spiel zwischen Brückentrog und seitlichen Teilen des Widerlagers ist jetzt auf ca einen Millimeter begrenzt - ausreichend, um die Brücke ohne Klemmen abheben und einsetzen zu können ...


    Euch allen ein schönes Wochenende
    und beste Grüsse


    Dieter

  • Wenn beide Seiten keinen Strom haben geht auch der Speicherbaustein nicht und die Loks halten auf der Stelle an.


    Genau so ist es, meine Abstellgleise werden ebenfalls auf beiden Seiten stromlos, sobald die Loks ihr Ziel erreicht haben. Schlagartig bleiben dann die Lenz-Loks stehen. Es stimmt zwar, dass z.B. der Powerbaustein von ESU, wie er in der V 200 von MBW verbaut ist, auch bei beidseitiger Unterbrechung geringfügig den Motor weiter laufen lässt, es handelt sich aber um deutlich weniger als einen Zentimeter, was für den Zweck der Pufferung ja auch vollkommen ausreichend ist.

  • Hallo Dieter,
    ich gehe mal davon aus, daß man auch dich in jungen Jahren mit Mathe und Geometrie traktiert hat. Da hieß es, eine Ebene wird durch 3 und nur 3 Punkte definiert. Deine Brücke hat aber 4 (Kontakt-)punkte. Der jeweils vierte Punkt hält sich eher ausserhalb der jeweiligen Ebene auf, und du bekommst Kontaktprobleme. Abhilfe könnte auch der Einbau von Schnappschaltern (gibt's z.B. auch bei Reichelt Artikel-Nr.: MAR 1005.1204) bringen. Holz "arbeitet" immer etwas, da Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht konstant sind.


    Viele Grüsse


    Michael

  • Liebe Spur 0 Freunde
    und Fans der Moritzbahn,

    ich möchte heute mal all denen ein herzliches "DANKESCHÖN" zurufen, die mich während der vergangenen Tage mit vielen guten und nützlichen Hinweisen, Tipps und Denkanstössen rund um die 'Hubbrücke' begleitet haben. Da die 'Hubbrücke' aber inzwischen so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe, werdet ihr (hoffentlich) Verständnis dafür haben, wenn ich nicht gleich wieder alles auseinander reisse, was ich zuvor mit viel Nervenflattern (und etlichen Irrungen und Wirrungen) aufgebaut habe.
    Eure Hinweise gehen aber trotzdem nicht verloren - ich denke, dass der eine oder andere in euren Hinweisen durchaus die Lösung von Problemen erkennen kann, die er (oder sie) bisher vielleicht als unlösbar betrachtet hat ...

    So, jetzt muss ich erst mal wieder zurück zu meinen anderen Baustellen der Moritzbahn.

    Euch allen eine gute Woche
    und beste Grüsse

    Dieter

  • Schlussarbeiten an der 'Hubbrücke' oder 'aus der Not eine Tugend machen'

    Liebe Spur 0 Freunde
    und Freunde der Moritzbahn,

    es gibt Ereignisse und Dinge, die erfahrungsgemäss immer am Wochenende oder am späten Abend passieren, also stets dann, wenn alle für den Modellbahner relevanten (Bastel-) Geschäfte, Handwerkermärkte oder ähnliche hilfreiche Einrichtungen gerade geschlossen haben. Mir jedenfalls passiert so etwas mit unschöner Regelmässigkeit, so dass ich schon überlegt habe, ob solche fatalen Ereignisse ihre Ursache vielleicht in einer gewissen, mir unbekannten Gesetzmässigkeit haben ... Vorgestern Abend hatte ich gerade angefangen, in der Garage die erste von mehreren Stützen für die an die 'Hubbrücke' anschliessende Gefällstrecke mit der Stichsäge zu schneiden, als die Säge plötzlich ein nie gehörtes Geräusch produzierte und ich einen Schlag in der rechten Hand spürte. Reflexartig liess ich den Schalter los und starrte auf das Sägeblatt, das eine Zickzack-Form angenommen hatte. "Ärgerlich, ärgerlich" dachte ich, aber dann zog ich den Stecker aus der Steckdose, ohne weiter über die mögliche Ursache der Störung nachzudenken, holte ein neues Blatt aus dem Tragkoffer und machte mich daran, das demolierte Sägeblatt aus seiner Halterung zu lösen. Nur - Säge und Sägeblatt wollten sich anscheinend nicht trennen, nicht mal unter Androhung von Gewalt. Und die Bedienungsanleitung bot keine wirkliche Hilfe ... Ein schneller Blick auf die Uhr - hatte der ... ? Nein, der Handwerkermarkt mit seinem tollen (Notfall-) Service war schon seit einer Stunde geschlossen. Also - dann halt morgen ...

    Ortswechsel: von meinem 'Sägewerk' in der Garage 'runter in den Moritzbahn-Keller, wo ich erst mal ein kleines 'Rauchopfer' dargebracht habe, um Frust abzubauen. Da fiel mein Blick plötzlich auf die beiden Peco-Schienen, die ich schon vor Wochen bei Helmut Eßlinger (0 Scale Hobbyshop) in Karlsruhe gekauft hatte, um das Brückengleis mit Schutzschienen zu komplettieren. "So", dachte ich, "wenn nicht jetzt, wann dann?"



    Das Gleis selbst hatte ich schon vor zwei Wochen für den Einbau vorbereitet, als ich in mühevoller Kleinarbeit mit dem Skalpell die beiden innen liegenden Befestigungsschrauben der Schienenstühlchen abgeschnitten hatte, um die Schutzschienen möglichst nah an den Schienen befestigen zu können.


    Zunächst habe ich die Peco-Schienen auf den Innenseiten des Brückengleises auf die Schwellen gelegt und Mass genommen - die Schutzschienen sollen auf beiden Seiten der Brücke lediglich auf vier Schwellen (der Zufahrtsgleise) aufliegen, um noch ein relativ einfaches Ein- und Aussetzen der 'Hubbrücke' zu gewährleisten. Anschliessend habe ich an den Schienenenden jeweils die Stellen markiert, an denen ich den Schienenfuss mit der Trennscheibe auftrennen musste, um eine halbwegs realistisch wirkende Biegung zur Gleismitte erreichen zu können.


    Die fertig gebogenen Schutzschienen habe ich dann an der glatt polierten Unterseite mit Sandpapier etwas aufgeraut und mit Pattex auf die Schwellen geklebt: dabei habe ich lediglich auf jede zweite Schwelle etwas Pattex getupft, während ich unter den Schutzschienen (nur) im Bereich des Brückengleises (!) Pattex aufgetragen habe (nicht auf den letzten (gebogenen) Zentimetern, die lose auf die Schwellen der anschliessenden Gleise zu liegen kommen!). Nach einer Abbindezeit von ca 15 Minuten habe ich dann die Schutzschienen vorsichtig auf die Schwellen geklebt und gleich anschliessend ein paar Sekunden lang die Schienen fest gegen die Schwellen gedrückt. Dabei habe ich mal wieder erlebt, wie 'bombenfest' Pattex klebt - die eine Schutzschiene, die um wenige Millimeter in der Länge gegenüber der anderen versetzt war, liess sich auch mit grösstem Kraftaufwand nicht mehr aus ihrer Lage bewegen, so dass schliesslich die Trennscheibe für eine ansprechende Optik sorgen musste.


    Die anschliessend vorgenommenen Testfahrten über die Brücke mit VT / VS98 und V36 sind samt und sonders zufriedenstellend verlaufen, ebenso wie die mit einem von der V36 geschobenen Güterzug - eine Konstellation, die ja u. U. besonders heikel sein kann.









    Noch etwas: optisch ist die 'Hubbrücke' jetzt erst recht ein Genuss, zumal der Ärger über das Debakel mit der Stichsäge schon längst 'verraucht' ist - im Grunde hätte es nicht besser kommen können ...


    Euch allen ein schönes Wochenende
    und beste Grüsse


    Dieter

  • Hallo Dieter.


    Deine Spurkranzführung ist die sehr gut gelungen, die wertet das ganze Brückenbauwerk wirklich auf.Sind die Schienen,die über die Brücke ragen eigentlich getrennt von der Brücke oder hebst du die mit samt der Brücke heraus ?


    Um Dirk mal zu zitieren, das muß ich aber auch mal anmerken , es sind nur noch ca. dreieinhalb Wochen bist die Hauptaktionäre kommen und du hälst dich mit Verschönerungen am Brückenbauwerk auf. Was macht der restliche Streckenbau ? Soll ich dir meinen besten Mitarbeiter vorbeschicken dann geht zwar alles drunter und drüber aber deine Auftraggeber können Zufrieden sein.


    frohes Schaffen wünscht .


    Hein

  • Hallo Hein,


    eigentlich sollte man zumindest auf den Fotos 4 und 9 erkennen können, dass nur der Fuss der Schutzschienen innen etwas aufgetrennt ist - ich zitiere aus dem Baubericht: " ... die Schutzschienen sollen auf beiden Seiten der Brücke lediglich auf vier Schwellen (der Zufahrtsgleise) aufliegen, um noch ein relativ einfaches Ein- und Aussetzen der 'Hubbrücke' zu gewährleisten." und weiter: " ... den Schienenfuss mit der Trennscheibe auftrennen musste, um eine halbwegs realistisch wirkende Biegung zur Gleismitte erreichen zu können." Die Schutzschienen bestehen also über die gesamte Länge (einschliesslich ihrer gebogenen Enden) aus jeweils einem Stück.
    Was übrigens den 'restlichen' Streckenbau angeht, kann ich dich beruhigen - es geht weiter voran, seit ein freundlicher Mitarbeiter unseres Handwerkermarkts die Stichsäge wieder hergerichtet hatte. Beweis - eine zweite Brücke mit allerdings geringerer Spannweite, die ich heute schon weitgehend fertiggestellt habe. Ach so, für dein Angebot, deinen besten Mitarbeiter mal wieder nach Deutsch-Südwest zu entsenden, danke ich dir ganz herzlich, aber ich denke, dass er beim Bau der Drehscheibe am Bw Heidenau wirklich dringender benötigt wird.


    Dir einen schönen Sonntag
    und beste Grüsse
    Dieter

  • Hallo Dieter,


    nachdem ich mich in der Diskussion um die elektrische Absicherung deines Brückenbauwerks vornehm zurückgehalten habe, da nichts sinniges dazu beizutragen - Elektrizität, das unbekannte Wesen, melde ich mich nun auch mal wieder zu Wort.
    Das Ergebnis deiner "Sicherungsarbeiten" ist so wie man es von dir kennt: durchdacht, handwerklich präzise umgesetzt - da hat alles Hand und Fuß! Da sollte einem Störungsfreien Betrieb auch durch die Hauptaktionäre nichts mehr im Wege stehen.
    Wirst du die Schutzschienen noch mit Kleineisen aufmotzen oder bleibt es so? Ich hatte im Rahmen meiner Brückenbauarbeiten auch über Schutzschienen nachgedacht, aber erstmal Abstand davon genommen, da meines Wissens solche Vorrichtungen bei der großen Bahn auf Brücken ab 50m Länge angebracht werden. Dafür ist mein Bauwerk zu kurz... Sieht aber schon gut aus - und erlaubt ist ja bekanntlich was gefällt... Ich werd's auch machen!

    Danke für die Bestätigung!


    Gruß, Dirk.

  • Liebe Spur 0 Freunde
    und Fans der Moritzbahn,

    über euer Interesse an Bau und Einbau der Schutzschienen auf der in 1 : 1 ca 35 m langen Blechträgerbrücke (von Felix Hack) habe ich mich sehr gefreut, und ich danke euch sehr herzlich für eure positiven 'feed backs' und Bewertungen!
    Ich hoffe aber auch, damit dem einen oder anderen unter euch ein paar Impulse gegeben zu haben, auch mal ein solches Projekt zu starten - es muss ja nicht immer gleich eine Brücke sein, die man mit derart einfachen Mitteln 'aufpolieren' kann, Schutzschienen als Entgleisungsschutz sind 'im wirklichen Leben' ja auch in engen Gleisbögen anzutreffen. Also auch da kann man mit relativ geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand 'ein kleines Stück Realität' auf der Anlage nachahmen. Sollte dazu noch die eine oder andere Frage auftauchen, könnt ihr mir übrigens gern eine PN schicken.

    Mit den besten Grüssen
    Dieter

  • Morgen Dirk,

    "erlaubt ist ja bekanntlich, was gefällt" ... das ist auch meine Devise! Und das umso mehr, als ich ohnehin oft genug zu Kompromissen gezwungen bin - wie sicher auch die Mehrheit der Forum-Mitglieder. Freude und Spass am Bauen, Gestalten und Betreiben stehen einfach im Vordergrund, und wenn ich demnächst (hoffentlich!) diese Freude und den Spass am Spielen auch bei den Hauptaktionären der Moritzbahn wieder finde, ist das für mich ohnehin das schönste Kompliment!
    Ich strebe ja mit der Moritzbahn weder ein in allen Belangen technisch perfektes Ausstellungsstück für irgendein Verkehrsmuseum an, noch plane ich, die Anlage (wenn sie denn mal irgendwann 'richtig fertig' ist ... ) von einem öffentlichen Modellbahn-Event zum anderen zu schleppen - wobei ich immer wieder allergrössten Respekt vor solch engagierten 'Machern' habe.

    Thema 'Perfektion': offen gestanden - ich habe bis heute nicht einmal daran gedacht nachzuzählen, ob die Anzahl der Nieten an der wunderschönen VT98-Garnitur auch tatsächlich dem Vorbild entspricht.

    Noch eine Bemerkung zu deiner Frage " ... die Schutzschienen noch mit Kleineisen aufmotzen oder bleibt es so?"




    Es bleibt so, zumindest auf absehbare Zeit! Nachdem ich ziemlich daran geschuftet habe, von exakt 52 Schwellen die innenliegenden Schraubennachbildungen (also 104 Stück!) mit dem Skalpell zu demontieren, habe ich z. Z. nicht die geringste Lust, mir noch eine ähnliche Bastelei aufzuhalsen - zumal Freund Hein schon sinngemäss moniert hat, dass ich meine Zeit mit 'Verschönerungen am Brückenbauwerk' verplempere ...
    Übrigens bietet Wenz auf seiner Webseite derartiges Kleineisen zu einem sehr freundlichen Preis an.

    Mit den besten Grüssen
    Dieter

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