Alterung des Fahrzeugspark

  • Trotz dem herrschenden mediterrane Temperatur habe begonnen mein Fahrzeugpark zu altern. In einem ersten Schritt wurden die Fahrzeuge mit einem Gemisch aus stark verdünnten matten Farben (braun und schwarz in unterschiedliche Färbungen) leicht eingenebelt. Später werden, wo erforderlich und je nach gewünschter Alterungsgrad, nochmals vereinzelte Farbakzente gesetzt.













    Viele Grüße aus dem heißen und schwülen Belgien,



    Jacques Timmermans

  • Hallo Jaques,


    Ein lobenswertes Initiativ, und es sieht schon viel echter aus!


    Ich möchte Dir aber empfehlen mit Lösemittel die Farbe im Fahrwerkbereich zwischen die Speichen und tiefere Stellen nach zu bilden. Wenn die Farbe nur aufgespritzt wird, erhalten nur die höhere Teilen Farbe. Also die Unterseite nochmals, mit etwas stärkeres Schwartz (Glänzend) einnebeln und nachträglich mit Lösemittel abwischen.


    Dafür verwende ich meistens ein in Lösemittel getränktem Pinsel. Es ist aber nur ein Tipp, und ich verstehe daß jeder so seine eigene Methoden hat um zum Ziel zu kommen.....


    Vor allem viel Spaß bei Deine Arbeit gewünscht!


    Michiel / Becasse

  • Hallo Michiel / Becasse,


    Vielen Dank für den Tipp! Leider ist es auf den Bildern nur schlecht zu sehen, aber die Radsterne inklusive des unteren Fahrwerks wurde beim ersten Alterungsvorgang sehr dünn mit der braunschwarzen Brühe eingenebelt. In einem zweiten Durchgang werde ich, wie Du erwähnst die Radspeichen herausputzen. Der Einsatz vom schärfe Lösungsmittel ist hierzu ist es nicht unbedingt notwendig; Man kann die Radspeichen ebenfalls mit einem harten Borstenpinsel wieder freilegen.



    Viele Grüße aus Belgien,



    Jacques Timmermans

  • Auch der antriebslose Wagenpark musste sich eine Alterung unterziehen. Ebenfalls wie beim Lokalterung kamen hier die schwarzbraune Brühe und die Spritzpistole zum Einsatz. Später werden mit Hilfe von diversen Maltechniken noch wagenspezifische Farbakzente (verschiedene Rosttöne, Staubabsetzungen sowie Fett und Ölspuren) an den Wagen gesetzt.
















    Viele Grüße aus Belgien,



    Jacques Timmermans

  • Hallo Jacques,



    ein wunderbar behutsame und sorgfältige Alterung der Wagen ist Dir gelungen!


    Bei der Dampflokomotive im Fahrwerkbereich bin ich mit Verlaub nicht so ganz überzeugt. Das soll nicht heißen, dass die Patina im allgemeinen Dir nicht sehr gut gelungen ist.


    Aus diesem Grund meine Frage:


    Warum benutzt Du nicht für all die öligen Teile des Fahrwerk wie Räder, Stangen usw. an denen sich das Öl aus Stangen - und Achslager etc. im Betrieb "durch Fliehkraft" der bewegenden Teile aufsetzt Ölfarben?
    Damit läßt sich überaus realistisch der "leichte" Ölfilm mit Schmutz nachbilden, zB mit dunklem Ocker, gebrannten Sienna und weiteren Farbtönen in Szene setzen.
    Dann kann auch gleich noch die Frage des "auswaschen" der Radsterne beantwortet werden, in dem diese während des Trockenvorgang der beim Auftrag stark verdünnten Ölfarbe mit Zahnpasta und Zahnbürste unter fliesendem Wasser bis zum gewünschten Grad der Verschmutzung bearbeitet werden.


    In Maßstab 1 : 87 ist solch eine Bearbeitung der Kick am Fahrwerk, wie toll schaut es erst in Spur 0 aus?
    Diese Gedanken sind meine persönliche Empfindung, es soll nicht heißen, dass Ölfarben das Ultima bedeuten.

  • Hallo Ingo,


    Mit deiner Anmerkungen in Sache Fahrwerk hasst Du recht. Aber lass mir bitte etwas Zeit um, wie ich bereits am Anfang erklärte, die absolvierende Alterungsarbeiten durchzuführen. Bekanntlich sind Rom und Paris auch nicht am einen Tag erbaut!




    Viele Grüße,


    Jacques Timmermans

  • Hallo Jacques,


    es sollte auch nur als ein Tip von mir verstanden werden, auch weil ich persönlich davon überzeugt bin, dass mit Ölfarben ein "annähernd" perfektes Ergebnis gerade auf mit einem Ölfilm behaftete Stellen an Fahrzeugen ua. zu erstellen ist.
    Da Du mir nun schon über 20 Jahre in den einschlägigen Publikationen wertvolle Tipps zum Eisenbahn Modellbau "geliefert" hast, wollte ich mich etwas revanchieren ...



    Hallo Christoph,


    ich habe doch eigentlich schon wenn auch im etwas groben Stil die Vorgehensweise des altern mit Ölfarben in meinem Beitrag beschrieben.
    Da ich seit ein paar Jahren mit Schwerpunkt den Gleis - und Weichenbau nach H0 Pur Standard betreibe und an einigen Güterwagen in eben diesem H0 Pur Standard beim Um - und Selbstbau bin, gelegentlich nur noch für andere Kollegen lackiert aber nicht gealtert habe und meine eigenen Arbeiten damals bei Ausführung nicht mit Bildern dokumentiert hatte, kann ich Dir im Moment leider keine Bilder zum Thema liefern.
    Ich denke, dass ich in den Wintermonaten dann soweit bin, meine Elna 6 von Weinert in H0 nach einem konkreten Vorbild endlich fertig zu bekommen und dann die ganzen Sachen lackieren und mit Betriebsspuren versehen werde.
    Dann wartet auch noch der Messing Bausatz einer Kö I im Maßstab 1 : 43,5 zum Bau mit einem Kettenantrieb von AMZ und zwei Petau'ische Wagenbausätze ...


    Im übrigen habe ich die Methode des altern mit Ölfarbe vor rund 15 Jahren von Jörg Chocholaty "abgekupfert, diese Methode ist also nicht auf "meinem Mist" gewachsen. :)

  • Trotz tropischen Temperaturverhältnisse müssten neben etliche Schienenfahrzeuge auch welche Straßenfahrzeuge dran glauben. Dank der sommerlichen Hitze ging das Umlackieren sehr zügig voran, die aufgetragene Farbe war innerhalb kürzester Zeit trocken; Fast trocknete die Farbe auf dem Pinsel! Genau wie vorhin Lok und Güterwagen eher bekamen sie ein mehr betriebsgerechteres Aussehen, das mittels Airbrush, verschiedene Pinsel- und Radiertechniken sowie eine Vielzahl an Lacksorten und Firnissen angebracht wurde. Der Laderaum vom Schuco MB Laster wurde vorerst komplett neu holzfarbig Lackiert.



















    Viele Grüßen aus Belgien,



    Jacques Timmermans

  • Hallo Jörg,


    Wahrscheinlich habe ich deine Anfrage bezüglich der verwendeten Farben übersehen. Meine Entschuldigung hierfür. Zum Einsatz kamen herkömmlichen Farben von Revell, und zwar die Nummern: 6, 8, (schwarz matt), 82, 86, (braun matt) und die 381 (braun seidenmatt). Verdünnt wurden die Farben mit Feuerzeug- oder herkömmlichen Waschbenzin. Die Farben wurden per Airbrush aufgebracht. Anschließend, nachdem die aufgesprühte Farben durchtrocknet waren, erfolgte ein dünnen Überzug mit mattem Klarlack.



    Viele Grüße aus Belgien,



    Jacques Timmermans

  • Auch die „Weißen“ sollen dran glauben. Als letzter Gattung der geschlossenen Wagen sind die Kühlwagen an der Reihe. In der Regel waren diesen Wagen verhältnismäßig sehr gut gepflegt und gewartet indem sie Lebensmitteln zu befördern hatten. Deshalb werden die Modelle in einem ersten Arbeitsschritt nur sehr dezent und relativ leicht gealtert. Bis jetzt ist der Milchwagen einzig ganz dünn mit Staubfarbe eingenebelt. Nachher, wenn die aufgesprühte Farbe ausgetrocknet ist, wird sie mit Hilfe von einem Glasfaserradierer, feinem Schleifvlies sowie allerfeinster Stahlwolle an die Stellen, wo beim Vorbild keine Schmutz und oder Staubablagerung vorhanden sind, vorsichtig weggeputzt. Zuvor habe ich den kompletten Wagen mit mattem Klarlack übersprüht.







    Viele Grüße aus Belgien



    Jacques Timmermans

  • Ich habe für die Alterungsdetails (die Feinarbeit nach dem Airbrush) beste Erfahrungen mit den nicht deckenden Farben von Modelmates gemacht (erhältlich bei Weinert)

  • Hallo „neunelf“



    Diese Farben sind mir schon bekannt, ich habe sie am Weinertstand in Nürnberg angesehen, und zweifle nicht an ihre ausgezeichnete Wirkung. Aber im wesen handelt es sich, so weit ich es einschätzen kann, um Mischungen von handelsübliche Farben auf Basis von scharfe und oder weiniger scharfe Lösungsmittel, die man mit ein wenig Gefühl für Farben schlicht selber mischen kann.
    Um dieses Farbsortiment zu meinem Farbbestand zuzulegen, finde ich etwas viel vom Guten. Derzeit arbeite ich mit Hobbyfarben von Humbrol und Revell, Lösungsmittel enthaltende Farben von Weinert und Modelmaster, Alkoholfarben von M&F (erhältlich bei Reitz Modellbau) sowie eine breite Palette von Acrylfarben auf Wasserbasis, und komme hiermit prima aus.



    Viele Grüße aus Belgien,




    Jacques Timmermans

  • Guten Morgen Jacques,


    Du beschreibt ein sehr interessante Methode des behandeln der Modelle beim altern!
    Den Glashaar Radierer benutze ich auch, aber mit feinster Stahlwolle habe ich noch nicht gearbeitet.
    Das muß ich dann unbedingt später auch einmal ausprobieren.
    Ich danke Dir für den Tipp!


    Der Kühlwagen ist unter Deiner Hand auch wieder sehr gut gelungen, einzig mit Verlaub, die Rollen der Türen und die Laufschienen könnten etwas Fett vertragen.
    Zumindest bis in die Epoche 3 hinein hat man regelmäßig bei der DB und DR diese und einige andere "beweglichen Teile" abgeschmiert.

  • Hallo Ingo,


    Bedingt durch das Aufnahmestandpunkt waren die „Schmiermittel“ an Schiebetüren und weitere obligatorische Schmierstellen nur sehr schlecht erkennbar. Auf das folgende Bild sind die durch „Modell-Schmiermittel“ (abgeriebener weichen Bleistift, Härte 6B) verunreinigte Teile besser zu sehen. Anschließlich habe ich an weitere Verschleißteile mit Alkoholfarbe Rostspuren angebracht.









    Viele Grüße aus Belgien



    Jacques Timmermans

  • Hallo Jacques


    Tolle Alterung, gefällt mir super, auch die Beschreibung dazu. Eine Bitte habe ich: Bei den letzten Bildern hast Du vergessen, die Dateigröße zu reduzieren, so dass die Bilder 5 MB groß sind. Damit haben alle, die mit weniger dickerLeitung oder mobil unterwegs sind Probleme. Die ersten Bilder im Thread sind runtergerechnet, würde es Dir was ausmachen, die aktuellen auch in der Dateigröße Web-tauglich (ca max 100 kb) zu machen? Das wäre super, dann können noch mehr Leute den Thread ohne lange (und eventuell bei mobil) teure Ladezeit lesen. Dankeschön! (Freue mich schon auf die nexten Bilder :rolleyes: )

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!