[Spurensuche] - 'Etwas' neben der Spur - die schönen kleinen Nebensächlichkeiten

  • Hallo Hein,
    deine Frage nach Dieter seinem nächsten Projekt kann ich dir beantworten. Er baut mir meine "Bremer Packhäuser", jedes von den zunächst 4 Stück ca. 60 - 70 cm in der Höhe, und ca. 40 - 50 cm in der Breite. Da es "Hintergrundmodelle" werden, sind sie nur etwa zwischen 5 - 10 cm Tief.
    Das Problem ist nur, Dieter weiß noch nichts davon!
    Gruß Heiko,
    mit einem ganz breiten Grinsen im Gesicht

  • Liebe Spur 0 Freunde,


    gestern Nachmittag hatte ich ja zum ersten Mal den Lehmofen angeheizt um zu prüfen, ob er der Hitze von bis zu 250℃ auch standhält und nicht reisst. Um es kurz zu machen - der Test ist zu meiner vollen Zufriedenheit verlaufen, auch wenn ich das Lodern und Prasseln der Flammen mit einem leichten Zittern in den Knien beobachtet habe, da ein Reissen des Lehmofens einen Neubau notwendig gemacht hätte ... Heute Morgen habe ich dann in aller Herrgotts Frühe den Ofen erneut angeheizt, da die Bäuerin vom Hof gegenüber mir beim Brotbacken helfen wollte. Dazu hatte sie schon am Abend zuvor einen gehörigen Batzen Teig aus Roggenmehl, Salz, Hefe und Wasser im Holztrog geknetet, während Ich einen ausreichenden Vorrat Buchenholzscheite neben dem Ofen aufgeschichtet hatte. Da kam mir plötzlich die Idee, noch schnell zwei Hocker zu bauen, damit wir uns zwischendurch auch mal etwas ausruhen konnten - das Brotbacken war früher schon eine rechte Schinderei!


    Von einem ca 9 mm starken, gut abgelagertem Ast habe ich zwei ca 1,5 mm dünne Scheibchen gesägt, die ich (im Dreieck) mit einem 1,6 mm Bohrer durchbohrt habe. Als 'Beine' habe ich Streichhölzer verwendet, die ich mit 120er Sandpapier zunächst auf einen Durchmesser von ca 1,2 mm rund geschmirgelt und dann auf 9 mm Länge gekürzt habe.




    Danach habe ich auf der Unterseite der Scheiben winzige Tropfen 'UHU Hart' auf die Bohrlöcher gegeben und anschliessend die Beine mit den Sitzflächen verklebt.

    Jetzt aber erst mal ein paar Blicke in das Backhaus:


    die runden Brotlaibe sind fertig zum Backen, rechts im Holztrog wartet schon ein neuer Teigbatzen ...




    links: die ersten Roggenbrote sind fertig gebacken, neben dem Ofen wartet der Schieber auf den nächsten Einsatz ...



    ausreichend Vorrat an Mehl und Salz (Paulo)



    und die beiden Hocker zum Ausruhen ...



    noch ein Blick zurück auf die ersten Brote aus dem eigenen Backhaus ...


    Als ich dann gegen Mittag zusammen mit der hilfsbereiten Bäuerin das Backhaus verlasse und den Blick zufrieden über die ersten fertigen Brote schweifen lasse, höre ich wie aus weiter Ferne ihre Stimme "nachher geht's aber weiter, lass dir nicht zu viel Zeit mit dem Mittagessen!" ... ich bin rechtschaffen müde.



    So, liebe Freunde, das war die story vom Münsterländer Backhaus ...

    Mit den besten Grüssen
    Dieter

  • Hallo Dieter,


    was mich etwas traurig stimmt ist die Tatsache, dass ich weit und breit keinen Zwetschgenkuchen sehe... ;(


    Das ist aber das Einzige, was ich zu bemängeln habe, wo ich mir so den letzten Teil deines Berichtes über das Backhaus anschaue. Ich würde ja fast sagen, dass dir mit dem Backhaus dein Meisterstück gelungen ist - aber wer weiß schon, was du noch so für Ideen in der Hinterhand hast? Du setzt von Projekt zu Projekt immer noch eins drauf, sei es bei der baulichen Umsetzung oder der Detailgestaltung - wir dürfen also gespannt sein! :D


    Wie ich bereits an anderer Stelle schonmal geschrieben habe - du hast mit dem Backhaus den Alltag zu Urgroßmutters Zeiten eingefangen, nur eben verkleinert um den Faktor 45 - großes Kompliment!
    Was jetzt noch fehlt ist ein Digital-Sound-und-Geruchsdekoder, der auf Knopfdruck den Duft von frischem Brot, Hefekuchen, das Klappern der Ofentür oder das Schimpfen der Backfrauen wiedergibt, wenn mal wieder irgendwelche Lausbuben unerlaubt genascht haben...


    Respekt. :thumbsup:


    Gruß, Dirk.

  • Hallo Dirk,
    auf diesen Einwand " ... etwas traurig ... , dass ich weit und breit keinen Zwetschgenkuchen sehe ... " habe ich schon gewartet, und zwar, ganz ehrlich, ohne jede Häme! Ich könnte ja jetzt einfach behaupten, dass der Teigbatzen im Holztrog schon für deinen (und übrigens auch meinen) Lieblingskuchen angerichtet ist und nur noch etwas 'aufgehen' muss (Hefekuchen!). Aber das 'Problem' liegt halt in der Zwetschgengrösse im Format 1:45 ... ! Das Kastenbrot aus Roggenmehl habe ich mangels Kinder-Knete aus 4 mm Sperrholz gesägt (3,5 mm lang und 1,5 mm breit) und anschliessend mit Sandpapier versäubert - nach Fertigstellung der zehn Kastenbrote und noch einmal zehn runden Laiben hatte das Sandpapier schon die drei oberen Hautschichten an den Kuppen von Daumen und Zeigefinger wegradiert ... Die Quittung dafür, dass ich schon wieder den 'inneren Schweinehund' ignoriert hatte, weil ich zu faul war, in's Städtle zu laufen und Knete zu kaufen. Und jetzt stell dir das vor bei grob gerechnet 120 - 140 Zwetschgen-Hälften in 1:45 pro Blech ...
    Trotzdem - das Thema 'Blechkuchen mit Bühler Zwetschgen' hat seinen Reiz!
    Beste Grüsse nach Marburg!
    Dieter

  • Liebe Spur 0 Freunde,
    da ihr mich in den vergangenen Wochen so freundlich beim Bau des 'Münsterländer Backhauses' begleitet habt, möchte ich euch heute mal zeigen, wie ich mir dessen Lage auf der künftigen Anlage vorgestellt habe. Lasst euch dabei aber nicht irritieren von den Gleisen der MagicTrain-Bahn, die hier noch als Relikt vom Besuch der Berliner Enkel zu sehen sind - über das endgültige (???) Konzept wird derzeit (noch immer) nachgedacht ...
    Viel Spass beim Betrachten - in der Hoffnung, euch 'irgendwann' mal bei den 'schönen kleinen Nebensächlichkeiten' wieder zu treffen!
    Mit den besten Grüssen
    Dieter



  • Hallo Dieter,



    ich finde, eine wunderschöne, ja schon beneidenswerte "Werkschau" von schönen Gebäuden.


    Und die "Bimmel" sollte unbedingt mal mitten durch´s Dorf dampfen...



    Viele Grüße


    Norbert

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