[Spurensuche] - 'Etwas' neben der Spur - die schönen kleinen Nebensächlichkeiten

  • 1 - Der Wasserspender auf dem Bahnsteig

    Liebe Spur 0 Freunde,
    beim Aufbau der (noch provisorischen) Anlage 'Moritzbahn AG' war mir vor einigen Tagen eingefallen, dass ich fast zwei Jahre zuvor bei Wenz-Modellbau in Lauffen zwei (Garten-) Wasserpumpen aus Messingguss gekauft hatte. Die eine hatte ich im Garten hinter der Adelsbacher Schmiede (des Grossvaters meiner Frau) aufgestellt, die andere auf dem Friedhof der alten Wehrkirche in Oberlauterbach.



    Diesen Pumpen hatte Ekkehard Wenz achteckige Auffangschalen mit Fuss beigefügt, ebenfalls aus Messing. Die Wasserschalen waren sehr schön gearbeitet, passten aber weder in einen dörflichen Garten noch auf einen Friedhof, und so hatte ich sie schliesslich wieder in die mit Schaumstoff gepolsterte Plexi-Schachtel zurück gelegt - man kann ja nicht wissen ...


    Aber jetzt wusste ich es - zumindest eine der beiden Schalen würde ich auf dem Bahnsteig aufstellen! Ich müsste dann nur noch den Schalenrand mit einem Rohr versehen, aus dem (imaginäres) Wasser sprudelt, das die in der Sommerhitze auf ihren Zug wartenden Reisenden erfrischen sollte ...
    Gesagt, getan! Aber bekanntlich haben 'die Götter vor den Erfolg den Schweiss gesetzt'. Das Entfernen des Gussbaums mit der kleinen Handsäge dauerte zwar einige Minuten, war aber im Vergleich zur anschliessenden Lötarbeit eine leichte Übung. Als 'Wasserrohr' hatte ich einen 1 mm starken Messingdraht gewählt, den ich zunächst mit der Zange über einen 2 mm dicken Nagel in die entsprechende Form gebogen habe.




    Danach habe ich beide Drahtenden möglichst plan gefeilt - das obere Ende, den 'Wasserspeier', der Optik wegen, das untere Ende jedoch mit Blick auf eine dauerhafte Lötverbindung, und das bei einem 'Rohr'-Durchmesser von nur 1 mm und einem Schalenrand zwischen 1 und 2 mm Breite ...



    Ich weiss im Nachhinein nicht mehr, wie oft ich bei meinen Lötversuchen in Gedanken dieses Vorhaben als absurd bezeichnet habe - mal rutschte der künftige Wasserspeier aus der Pinzette heraus, mal kippte die Wasserschale um oder es schmolz die Lötverbindung, wenn ich versuchte, einen etwas zu dicken Zinnauftrag mit dem Lötkolben zu glätten ...
    Aber irgendwann war auch das geschafft. Jetzt musste das kleine Kunstwerk nur noch grundiert und anschliessend gestrichen werden - eine regelrechte Entspannungsübung nach dem Stress des Lötens!



    Als ich dann nach dem Trocknen der Farbe den Wasserspender zum ersten Mal auf den Bahnsteig stellte, muss ich wohl bei dem Gedanken an diese schöne kleine Nebensächlichkeit ein ziemlich zufriedenes Grinsen im Gesicht gehabt haben - mal überlegen, an welcher Stelle der Anlage die zweite Wasserschale aufgestellt werden könnte ...


    Bis demnächst, und mit den besten Grüssen
    Dieter


  • Hallo Dieter,
    hallo Forumianer,


    schöne Teile, die du da zeigst. Auch im Garten des Wilhelm Kasupke nahe des Bahnhofs Rudow der Rixdorf Mittenwalder Eisenbahn war Wasserversorgung angesagt.


    Also Rundmessing ins Dreibackenfutter gespannt, ein bisschen gedreht und schon war die Pumpe fertig. Kosten ? Gleich Null.


    Nun kann Elfriede Kasupke ihre Bohnen wässern.



  • Hallo miteinander,
    zunächst vielen Dank für eure freundlichen Reaktionen auf die kleine Nebensächlichkeit!
    @ 'rmedet' (Detlef?) - danke für das Foto der selbst gedrehten Pumpe, gefällt mir ausgesprochen gut! Und - es ist eine gute Anregung für die stolzen Besitzer einer Drehbank ...
    @ Pat und Heiko - wenn ihr mal einen Fuss in die alte Wehrkirche in Oberlauterbach (Schlesien / PL) gesetzt und meinen Bericht von Juli 2012 gelesen hättet, hätten euch die Unterschiede zwischen einem Wasserspender auf dem Bahnsteig und dem Taufbecken in einer Kirche eigentlich auffallen müssen ... Aber um euch langwieriges Suchen zu ersparen, anbei zwei Fotos vom Taufbecken der Wehrkirche. Ansonsten gebt in die Suchfunktion des Forums ein "Spurensuche - Wehrkirche" ...
    Mit den besten Grüssen
    Dieter







  • Hallo Heiko,
    "mein" Hund ist sozusagen ein Gasthund mit Migrationshintergrund - eine Dogge, die vor einiger Zeit aus dem Sächsischen zugewandert ist (war früher in der Werkstatt von Bernd Hauser, Waltersdorf, zu Hause). Und - um sein Futter kümmert er sich selbst - ist ja schon gross! Übrigens bellt er allen Rottweilern in deiner Nachbarschaft ein herzliches "wau-wau" zu ...
    Beste Grüsse
    Dieter

  • 2 - Pferdefuhrwerke


    Liebe Spur 0 Freunde,
    im Spätsommer 2011 hatte ich irgendwann die Idee, passend zu der in den Epochen 2 und 3 geplanten Spur-0/0e-Anlage für unsere Enkel ausser zeitgemässen Pkw, Lkw und Traktoren unbedingt auch einige Pferdefuhrwerke zu beschaffen, um dem ländlich-dörflichen Charakter der künftigen Modellbahn gerecht zu werden. Denn da war noch die ziemlich lebhafte Erinnerung an das kleine Dorf im Hochsauerland, in dem ich die ersten dreizehn Lebensjahre verbracht hatte - Jahre, in denen auf den Dorfstrassen mehr Pferdefuhrwerke als Autos zu sehen waren. Also machte ich mich auf eine zeitraubende, aber letzten Endes frustrierende Suche nach entsprechenden Anbietern, denn das Angebot war mehr als dürftig! Es gab zwar einige englische Hersteller, doch deren Fuhrwerke waren so typisch britisch, dass sie auf einer von deutschen Landschaftsbildern geprägten Anlage wie Fremdkörper wirken würden ... Zudem waren sie aus Metall, ebenso wie die von einer polnischen Firma angebotenen Fuhrwerke, die ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht kannte.
    Ich habe mich daher kurzerhand entschlossen, die benötigten Pferdefuhrwerke selbst zu bauen, und zwar einen Leiterwagen, einen Kastenwagen und einen Langholzwagen.


    Fuhrwerksparade ...


    ausser Dienst - abgestellter Pferdewagen in einer Remise bei Warendorf


    Während ich noch Längen-, Breiten- und Höhenmasse in 1:43 umrechnete, erste massstabgerechte Entwürfe zu Papier brachte und mir zwischendurch immer wieder den Kopf wegen der lenkbaren Vorderachse zerbrach, schaute ich mir die Räder von Handwerker-Karren auf ihre mögliche Verwendung an den Pferdefuhrwerken an. Ich hatte vor einiger Zeit zwei dieser wirklich hübschen Karren als Bausätze von David Sutton bezogen < www.forty-third.co.uk >, fand aber, dass ihre Räder für ein ausgewachsenes westfälisches Pferdefuhrwerk zu klein und vor allem zu schmal waren.


    Ich habe daher kurz entschlossen David angerufen und ihn gefragt, ob er nicht auch breitere Räder mit grösseren Radien und einer 1,5 mm Bohrung in der Nabenmitte liefern könne. "Natürlich kann ich das" hatte er damals geantwortet "aber schick mir doch mal eine Zeichnung mit den entsprechenden Massen und - gib mir etwas Zeit für den Formenbau."


    Nun, David bekam 'seine' Konstruktionszeichnung und ich wenige Wochen später zwei wunderschöne Musterräder zur Begutachtung. Die anschliessende Bestellung war jetzt nur noch eine Formsache.



    Bau des Prototypen - Musterräder auf der Hinterachse, Provisorien an der Vorderachse ...




    Ich war während dieser Zeit natürlich nicht untätig gewesen und hatte bereits den ersten Prototypen gebaut: die Böden bzw. Ladeflächen des Leiterwagens und des Kastenwagens sind aus jeweils vier entsprechend abgelängten Rührstäbchen zusammengeklebt, unter die ich mit UHU Hart einen Tragrahmen aus 2 x 3 mm messenden Kanthölzern geklebt habe. Dieser Tragrahmen nimmt sowohl die starre Hinterachse als auch die mit der Deichsel verbundene lenkbare Vorderachse auf.


    Die Lenkung selbst ist zwar sehr einfach aufgebaut, aber deswegen nicht weniger effizient: sie besteht im Wesentlichen aus einem ½ mm dicken Kupferdraht, der durch eine Bohrung in Wagenboden und Deichsel (direkt vor der Achse) geführt und an beiden Enden umgebogen ist.




    Als Achsen habe ich die geraden Partien grosser Büroklammern genommen und auf 40 mm abgelängt - sie laufen sehr leicht in 27 mm langen Messingröhrchen mit einem Innendurchmesser von 1 mm. Die Messingröhrchen selbst sind zwischen zwei ebenfalls 27 mm langen Kanthölzchen auf die Unterseite des Tragrahmens (Hinterachse) bzw. auf die Unterseite der Deichselführung (Vorderachse) geklebt.


    die einfache Lenkachse

    Inzwischen waren die bestellten Räder aus England eingetroffen, und so konnte ich ohne lange Wartezeit das Lauf- und Lenkverhalten meines Prototyps 'Leiterwagen' testen. Allerdings habe ich zunächst 2 mm lange Kunststoffhülsen (ex Blumendraht, innen ∅ 1,5 mm) lose auf die Achsen geschoben und erst danach die Räder auf die Achsenden geklebt.


    So, liebe Freunde, demnächst mehr vom Fuhrwerksbau!


    Mit den besten Grüssen
    Dieter

  • Liebe Spur 0 Freunde
    und Freunde der Pferdefuhrwerke,
    zu Beginn möchte ich noch einmal auf meinen gestrigen (Eröffnungs-) Beitrag zurückkommen und deutlich machen, in welchem Grössenverhältnis die Räder eines (norddeutschen) Pferdefuhrwerks zum Wagen stehen sollten. Natürlich hat früher jeder Stellmacher oder Wagner letzten Endes das Fuhrwerk so gebaut, wie es sein Auftraggeber vorgegeben hat. Die beiden folgenden Fotos mögen aber als Entscheidungshilfe dienen.




    Nachdem ich die Unterkonstruktion des Leiterwagens fertig gestellt hatte, habe ich die seitlichen Leitern gebaut. Zunächst habe ich zu beiden Seiten der Ladefläche 90 mm lange Rundhölzer (∅ = 2½ mm) auf den Rahmen geklebt. Anschliessend habe ich zwei weitere, gleich lange Rundhölzer zurecht gesägt, die als obere Holme der Leitern dienen sollten. An beiden Holm-Enden habe ich dann mit der Rundfeile leichte Einkerbungen für die spätere Aufnahme der Querholme gefeilt. Danach habe ich aus Rührstäbchen die Leitersprossen geschnitten, jeweils zwölf für jede Seite, wobei die Sprossen jeweils 8 mm lang und 1,5 mm breit sind. Schliesslich habe ich die oberen Enden der Sprossen in möglichst gleichmässiger Ausrichtung 'stumpf' gegen den künftigen oberen Holm geklebt. In dieser Phase habe ich es für angebracht gehalten, die beiden 33 mm langen Querholme in die Einkerbungen der Seitenholme zu kleben. Auf diese Weise konnte ich, nachdem ich auf die Innenseiten der unteren Holme (entlang der Ladefläche) UHU aufgetragen hatte, den vorgefertigten Leiteraufbau problemlos auf die Ladefläche stellen und die unteren Sprossen-Enden gegen die unteren Holme mit der Klebstoffspur drücken.


    Nach dem Aushärten der diversen Klebstellen (man kann den Leiterwagen ohne weiteres an den oberen Leiterholmen anheben, ohne einen Bruch befürchten zu müssen) habe ich den Wagen noch mit einer 'standesgemässen' Klotzbremse versehen.


    Sie ist zwar nicht funktionstüchtig, verbessert aber die optische Wirkung um Einiges. Unter das hintere Ende des Tragrahmens habe ich ein 2 x 3 mm starkes und - der Achslänge entsprechend - 40 mm langes Vierkantholz geklebt, durch das ich zuvor in der Mitte ein Loch von 1 mm Durchmesser zur Aufnahme der Bremsspindel gebohrt hatte. Danach habe ich auf die Enden des Vierkantholzes in 1,5 mm Abstand zu den Radreifen die entsprechend dem Radprofil gefeilten Bremsklötze angebracht. Zum Schluss habe ich die in Form einer Handkurbel gebogene Bremsspindel durch das Loch in der Mitte des Vierkantholzes geführt und mit dem hinteren Lagerholz der Hinterachse verklebt. Wie bereits oben geschrieben - Optik!


    Klotzbremse mit Bremskurbel / Lenkung




    'Im wirklichen Leben' lief das 'Ende' der Bremsspindel unter dem Wagenboden 'frei' - in dem hier als 'Vierkantholz' bezeichneten 'Bremsklotzträger' bewirkte sie allerdings mit ihrer Schraubwirkung das Anlegen bzw. Lösen der Bremsklötze, je nach der Richtung, in der die Kurbel gedreht wurde ...


    es ist angespannt ...


    So, liebe Freunde, damit möchte ich für heute schliessen - demnächst wieder mehr aus der Stellmacherei!


    Mit den besten Grüssen
    Dieter

  • Hallo Dieter,


    erstmal vielen Dank für die Einblicke in das Ackermannsche Wagnerhandwerk! Du beleuchtest damit einen interessanten Aspekt des Modellbaus, der auch in der EP III seine Daseinsberechtigung hat. Ich finde deine Fuhrwerke sehr gelungen - von der Konstruktion bis hin zur farblichen Gestaltung sehr stimmig. Und auch auf die Idee an sich muß man erstmal kommen - aber du hast hier ja nun schon mehr als einmal deine Kreativität in Sachen Modellbau unter Beweis gestellt!
    Ich persönlich habe noch nie, zumindest nicht dass ich mich erinnern könnte, ein Fuhrwerk in Natura gesehen, dass in der Remise in Warendorf abgestellte macht schon einen imposanten Eindruck - ein gutes Vorbild für die MoBa. Genau das schätze ich an deinen Bauthreads hier so: ich als eher jüngeres Semester kann daraus einiges über das Leben, nicht nur die Eisenbahn, wie es früher war, mitnehmen. Solches Wissen geht ja nun leider sukzessive immer mehr verloren...
    Sind die von dir in Auftrag gegebenen Räder bei David Sutton nun auch allgemein verfügbar? Ich bin noch auf der Suche nach einem Paar Räder für den Viehrampen-Bausatz aus dem SNM; ich denke die Räder könnten gut passen.


    Gruß, Dirk.

  • Hallo Dirk,
    vielen Dank für deine Zeilen! Ich freue mich natürlich sehr, wenn ich dir und vielleicht auch noch einigen anderen 'jüngeren Spur 0 Semestern' mit diesem Bericht einiges aus dem ländlichen Leben während der 1940er / '50er Jahre vermitteln kann und wenn es so, wie von dir, aufgenommen wird - danke!
    Was die Räder aus der Produktion von David Sutton betrifft, so habe ich sie - allerdings bei schneller Durchsicht - in seinem aktuellen Angebot nicht finden können; das sollte jedoch kein Problem sein, da er ja die Formen hat, und ich bin ziemlich sicher, dass er nach aller bisherigen Erfahrung relativ schnell liefern kann. Unabhängig davon werde ich bei Tageslicht (ich schreibe gerade während der Halbzeitpause Confed Brasilien - Spanien!) mal bei meinen Vorräten nachschauen, ob ich noch Räder aus der damaligen Lieferung habe - manchmal bestelle ich solche Artikel auch 'auf Vorrat' ... Übrigens stimme ich dir zu - die von Bünnig zur Viehrampe gelieferten 'Räder' wirken nicht nur ziemlich mickrig, sondern haben auch zu wenig Speichen ...
    Mit den besten Grüssen nach Marburg
    Dieter

  • Hallo Dieter Ackermann,
    ich bewundere Deine Kunst, früher täglich gesehene und verwendete Dinge des Alltags wieder zu produzieren und damit in Erinnerung zu rufen!
    Allein schon die Idee zu haben und diese dann auch zu verwirklichen finde ich toll!


    Zu dem eingespannten Pferd möchte ich gerne eine Ergänzung anbringen: Die hier gezeigte Art der Anspannung (das Kummet) war zumindest im süddeutschen Raum fast nur bei "Kutsch - Pferden" in dieser Form gebräuchlich; für die allgemeinen landwirtschaftlichen Transport- und Feldarbeiten waren die Kummets kräftiger und weniger elegant.


    Servus
    Hermann

  • Liebe Spur 0 Freunde
    und Freunde der Pferdefuhrwerke,
    zunächst euch allen herzlichen Dank für eure treue Begleitung und eure anerkennenden Worte!
    @ Joachim - ich würde deinem Wunsch nach mehr Fotos während der jeweiligen Bauphasen liebend gern nachkommen, aber hin und wieder vergesse ich halt beim Basteln, zwischendurch 'dass Objekt der Begierde' für den Fototermin zu arrangieren und zur Kamera zu greifen. Ich bitte daher einfach um etwas Verständnis, umso mehr, als ich auf meinem Rechner inzwischen 1.738 Modellbau-Fotos gespeichert habe, und zwar sowohl von bisher realisierten als auch (Foto-Vorlagen) von solchen Modellen), die noch gebaut werden wollen ...



    @ Hermann - grosses Kompliment hinsichtlich deiner Analyse des Kummets! Du hast natürlich vollkommen Recht, aber es gibt eine schlüssige Erklärung für dieses etwas zu zierlich geratene Zaumzeug (Anspannung): das Pferd stammt aus der Zucht, pardon, Werkstatt von David Sutton, Burnham-on-Sea, England, und dort, im Vereinigten Königreich, waren 'früher' nicht nur die Güterwagons, sondern auch die Fuhrwerke oft beträchtlich kleiner (und zierlicher) als 'auf dem Kontinent' ...
    @ Dirk - grosse, dicke Räder - ich habe eine mail an David Sutton geschickt, werde dich auf dem Laufenden halten!
    Mit den besten Grüssen
    Dieter


  • Hallo Dieter,
    hallo Forumianer,


    ich habe noch Zeichnungen altdeutscher Ackerwagen gefunden, eine davon ist mit einer Maßscala versehehn. ein Hinweis auf die Radgröße.




    Viele Grüße aus Berlin
    rmedet
    Detlef





  • Hallo Detlef,
    vielen Dank, dass du die Zeichnungen der beiden Pferdefuhrwerke eingestellt hast! Damit wird u. a. deutlich, dass die Stellmacher bzw. 'Wagner' je nach Region nicht nur die verschiedensten 'Aufbauten' hergestellt, sondern auch die Räder entsprechend den Anforderungen unterschiedlich gross gebaut haben, und zwar nicht nur hinsichtlich der Ausrüstung von Vorder- und Hinterachsen. Fuhrwerke, die vorrangig in Gebirgsregionen mit kurvenreichen Strassen und Wegen mit engen Radien zum Einsatz kamen, hatten in aller Regel (z. T. erheblich) kleinere Räder auf der Vorderachse als Pferdewagen in der Ebene, wie z. B. in Norddeutschland - dort waren die Räder auf den Vorder- und Hinterachsen nicht nur (meist) gleich gross, sie hatten auch fast immer grössere Durchmesser.
    Beste Grüsse
    Dieter

  • Hi Dieter,


    mal ganz abgesehen von dem schönen Fuhrwerk - mit dem abgebildete Boden darunter - ist der "echt" (der Boden) oder auch "Modell"? Wenn letzteres würde mich interessieren, w i e !!!


    Danke + Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    ich bin zwar nicht Dieter und möchte Dieter eigentlich auch nicht vorgreifen, aber für mich sieht der Boden unter dem Fuhrwerk, nicht nur anhand der Perspektive, aus wie eine Gehweg-Platte aus Beton. :whistling:


    Tschüß aus Leese


    Frank-Martin

    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • Na ja, schon möglich, ist aber ein topp Untergrund :thumbup:


    Sieht aus wie ein nur mäßig befestigter Weg - schönes Vorbild!


    Gruß Peter

  • Hallo, ihr beiden Peter,
    habt ihr auf den Fotos 2 und 7 nicht die Fugen zwischen den Platten gesehen? Wegen des besseren Lichts habe ich die Aufnahmen auf der Terrasse gemacht ... und jetzt, bitte, Schluss - driftet den Beitrag nicht weiter in's Abseits! Danke! Bei sonstigen Fragen könnt ihr mir eine mail senden ...
    Beste Grüsse
    Dieter

  • Liebe Spur 0 Freunde
    und Freunde der Pferdefuhrwerke,


    nach dem Bericht über den Bau des Leiterwagens möchte ich euch heute mit einigen Fotos meinen Kastenwagen vorstellen - er war in der Landwirtschaft bis in die 1960er Jahre wohl das Universal-Fuhrwerk schlechthin. Zumal manch ein Landwirt - ausserhalb seines eigentlichen Tätigkeitsbereichs - mit dem Kastenwagen ein Zubrot erwirtschaften konnte, wenn er z. B. vom örtlichen Kohlenhändler Säcke mit Briketts und Kohlen ausfuhr oder (nach entsprechender Reinigung) Mehlsäcke von der Dorfmühle zu den Bäckern brachte ... In diesem Zusammenhang erinnert ihr euch vielleicht noch an eine Aufnahme in meinem Bericht vom 9. März dieses Jahres über 'Die Seilerei meines Urgrossvaters in Beelen, Kreis Warendorf', die den Kastenwagen zur Entladung in der Tenne zeigt:



    Ich habe das Fuhrwerk übrigens weitgehend nach den selben 'technischen' Vorgaben gebaut wie den Leiterwagen, so dass ich euch hier nicht mit Wiederholungen vom Bau der Lenkung oder der Klotzbremse langweilen werde.




    Lenkung (oben und unten) und in der Höhe verstellbare Deichsel




    Allerdings ist der Kastenwagen (ohne Deichsel) mit 106 mm Länge geringfügig länger als der Leiterwagen (90 mm), was dem Anbau eines Kutschbocks geschuldet ist - einer kleinen Sitzbank mit seitlichen Lehnen für den Bauer (un sine Fru). Und um den Aufstieg zum Kutschbock etwas zu erleichtern - auch Bauern hatten es hin und wieder 'im Kreuz'! -, habe ich noch einen kleinen Tritt aus einem ½ mm starken Draht angebracht.


    Kutschbock für den Bauer un sine Fru ...




    Der gesamte Kastenaufbau ist aus den hinlänglich bekannten Rührstäbchen sowie aus schmalen Leisten (2 x 2 mm) hergestellt, wobei ich die oberen Bordbretter vorn und hinten in einem leichten Bogen geschliffen habe. Das hintere Bord steckt übrigens lose in einer Führung aus jeweils zwei Leisten und kann zum Be- und Entladen des Fuhrwerks leicht abgenommen und beiseite gestellt werden.






    So, liebe Freunde, das war's mal wieder aus der Stellmacher-Werkstatt!


    Bis demnächst und beste Grüsse!
    Dieter

  • Hallo Dieter


    Die Fuhrwagen sind sehr und nicht nur in Epoche 1 of 2 zu gebrauchen.
    Ich würde die auch auf meine hinstellen:Epoche 3.


    Grüsse
    Sjaak

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