Riva Omm55

  • Moin Leude,


    eigentlich müsste man vor lauter Ehrfurcht sein Lötbesteck wegwerfen und im Boden versinken, wenn man sieht, was manche Kollegen hier vorzeigen! Aber was soll's, auch im Modellbau muss es Niederungen geben und so eine möchte ich, nachdem die DKW soweit fertig ist, auf die Schnelle mal präsentieren.


    Ich hätte besser vorher einige Umbauberichte aus dem Forumsarchiv lesen sollen, dann wäre mir der Kauf des Rivarossi Omm55 vielleicht nicht passiert, denn die Maßabweichungen zum Vorbild sind nicht unerheblich und die Detaillierung, vor allem "unten rum", nicht so dolle. Nun ist es aber passiert, ein Riva Omm55, leicht beschädigt, leicht, aber angenehm patiniert, mit Federpuffern und Metallradsätzen, wurde zum Kampfpreis erworben. Und, was soll ich sagen, "oben rum" sieht das Teil ganz ordentlich aus, von "unten rum" sieht man sowieso sehr wenig. Zuerst wurde das beschädigte Sprengwerk abgeschnitten und durch verlötete Messingprofile - wenn schon, denn schon - ersetzt. Zudem wollte ich schon immer mal Rangiertritte basteln, Riffelblech war noch da. So ganz vorbildgerecht sind sie natürlich nicht, gefallen mir aber ganz gut. Und was die Griffstangen angeht, Grabirons konnte ich schon früher gut biegen, als ich noch in Colorado unterwegs war. Das Ergebnis vor Grundierung und Lackierung sieht man hier:


    Zuerst die Gesamtansicht, es fehlen noch der Lösezug und die Bremsverstellung sowie die Spillhaken, aber die muss ich erst käuflich erwerben.



    Das Sprengwerk, etwas näher betrachtet, habe ich heute mit Zweiko-Kleber angeklebt. Man sieht auch die recht gute Detaillierung des Kastens.



    Hier ein Rangiertritt, etwas näher fotografiert. Die Dingham-Kupplung ist auch schon montiert, an der Schwärzung (mit Edding) muss ich noch arbeiten:



    Und hier zwei Omm's zusammen (auf dem Hosenträger):



    ... und der ganze O-Zug, wie er doch irgendwann einmal zusammen die Steigung nach St.Andreasberg hochgeschoben werden sollte:



    Wie gesagt, etwas Farbe und die erwähnten zusätzlichen Bauteile und der "Neue" ist einsatzbereit.

  • Hallo Reinhold,


    ich finde es klasse, dass Du Dich an "so was" ran machst... und dann auch darüber berichtest! Es muss ja nicht immer "high end" sein... Außerdem gibt doch nichts schöneres als etwas selbst gemachtes / hergestelltes!


    Ich finde im übrigen den guten, alten Riva-Wagen immer noch sehr ansehnlich. Daher läuft er bei mir auch... leider (noch) nicht ganz so schön wie bei Dir...


    Gruß

    Thomas

  • Hallo Reinhold!


    Ich finde den alten Rivarossi Omm 55 auch nicht schlecht. Wie Du in meinem Beitragsstrang "Meine Fahrzeuge" sehen kannst, habe ich auch gerade so eine Rivarossi- Blechbüchse beim Wickel.

    Von der Detailierung liegen sicherlich Welten zu heutigen Modellen dazwischen, aber wie gesagt, so schlecht finde den Wagen nicht.

    Stelle mal einen O- Wagen von Lima daneben und vergleiche mal beide, da fallen Dir die Unterschiede wirklich ins Auge.

    Der Lima- Wagen hat kein Sprengwerk, die Bremsanlage ist nur plump als Halbrelief dargestellt und der Aufbau entbehrt jedem Maß.


    Du musst Dich jetzt nur entscheiden, welche Epoche Du darstellen willst, ich tippe mal auf Epoche 3, die anderen Wagen sind ja schon EP 3.


    Bis dann und weiterhin viel Spaß mit der Riva- Blechbüchse, Andrej.

  • Ja Wahnsinn, Leute,


    daß mein Bericht über die harmlose Kleinbastelei am Omm55 so gut ankommt, vielen Dank! Allerdings sind die noch ausstehenden Arbeiten schon etwas diffiziler, vor allem die Laufeigenschaften des Rivarossi-Waggons lassen zu wünschen übrig, da die Zapfenlager im Kunststoff reichlich ausgeleiert sind. Soetwas sieht man nicht auf den ersten Blick und bei ebay sowieso nicht. Ich werde versuchen, hinter die Lager dünne Bleche mit einer Bohrung für den Achszapfen zu kleben.


    Des weiteren ist das jämmerliche Gerippe, das sich Fahrwerk nennt, kaum anzuschauen, zumal bereits "Arbeiten" zum Einbau einer Kupplung vorgenommen waren; von den Attrappen der Bremsanlage ganz abzusehen. Aber soll man ein neues Rahmenwerk da hinein pfriemeln? Und eine neue Bremsanlage? Ich finde, das geht zu weit, da hätte ich mir gleich zwei Omm's von Schnelli oder Lenz zulegen können. Aber Bremsdreiecke werde ich wohl noch versuchen, einzubauen und, wie gesagt, neue Lagerbleche. Die Zurrösen schenke ich mir auch, nachdem ich drei winzige Versuchskringel gebogen hatte, die sogleich im Orbit des Bastelkellers verschwanden ...


    Ich werde über das Ergebnis meiner Bemühungen berichten.

  • vor allem die Laufeigenschaften des Rivarossi-Waggons lassen zu wünschen übrig, da die Zapfenlager im Kunststoff reichlich ausgeleiert sind.


    Hallo Reinhold


    Das ist natürlich ein uraltes Thema bei Kunststoffradlagern und ich hatte schon

    vor 50 Jahren meine leidigen Erfahrungen damit bei LIMA H0 Modellen gemacht gehabt.


    Aber der von Rivarossi bei den 0 Modellen verwendete Kunststoff ist natürlich viel

    beständiger und die Radlager würden wohl auch viel länger halten, wenn die Achsstummel

    eher dicker als nur die 1.2 mm wären. Wenn die Wagen dann mal öfters zum Entgleisen neigen

    beschwert man sie als erstes Mal mit Zusatzgewicht. Dies ist natürlich alles andere als förderlich

    für das schon ausgefahrene Lager und zum Schluss streifen die Radkränze am Wagenboden.

    Fazit:

    Die ausgefahrenen Radlager sind eben nicht einfach im Durchmesser grösser geworden, sondern

    haben sich zu einem Schlitzloch nach oben vergrössert. Jetzt an der richtigen, ursprünglichen Stelle

    die Achslager nachzubohren um Ms oder Delrin Lager einzusetzen, ist sehr schwierig. D.h. ohne

    Führung des Bohrers funktioniert das nicht.


    Aus diesem Grunde habe ich bereits vor vielen Jahren für einen Kollegen Ms Lager entwickelt

    die sich automatisch an der richtigen Stelle plazieren. Dazu kann die vorhandene Bohrung einfach

    mit einem Kugelfräser grosszügig vergrössert werden, bis das Messingteil passt.

    2 Tropfen Sekundenkleber tun dann noch das übrige und die Radsätze können wieder eingesetzt
    und der Wagen bei guter Führung ähh ich meine Schmierung für die nächsten 40 Jahre auf die
    Strecke geschickt werden.


    So ähnlich funktionieren ja auch meine Radlager für Rivarossi D-Zugwagen, die keine Messinglager

    in den Drehgestellen besitzen.


    Leider hatten die Radlager dann aber beim Kollegen nicht richtig gepasst gehabt, weil in seinen

    Wagen keine original Rivarossi Radsätze verbaut waren, sondern irgend ein Fremdfabrikat

    mit breiteren Rädern.


    Gruss
    Peter Lehmann

  • Liebe Freunde der Spur 0,


    ich mag die Renovierungen von alten Wagen aus Italien. Bei den Lima_2-Achser verwende ich 2 Vorrichtungen:

    1. Vorrichtung zum Aufbohren der Achslager: 2 Teile aus dem 3D-Drucker und ein gekürzter Bohrer, auf den die Rändelscheibe aufgeklebt ist. Handbetrieb.
    2. Aus Sperrholz gefertigte Lehre, um die Pufferlöcher zu bohren, für Federpuffer.



    Zusätzlich baue ich noch eine Kurzkupplungsmechanik ein.


    Gruß

    Torsten F

  • @Peter Lehmann


    Moin Peter,


    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar, er kommt genau richtig!


    Als ich gestern die Bremsdreiecke, die noch irgendwo herumschwirrten, montierte, habe ich die Achslager genauer unter die Lupe genommen. Für die Woche gehts, Sonntags könnte es besser sein, ist so ein Spruch, der einem dabei einfällt, aber die Messinglager, die Du da vorgezeigt hast, wären natürlich genau die Lösung! Fragt sich, ob ich dafür einen Kredit aufnehmen muss, aber interessiert bin ich auf jeden Fall, falls Du überhaupt noch welche hast und sie auch verkaufst! Die Achszapfen haben einen Durchmesser von 1,2mm, wobei ich mich frage, ob das nicht doch die Originalradsätze von Rivarossi sind. Pola-Radsätze sind ja i. d. R. aus Kunststoff, diese hier sind aus Metall und die Außenkanten ("Pizzaschneider") sind etwas ramponiert, aber ich habe keine Ahnung, ob das Riva-Radsätze sind. U. U. bin ich sogar bereit, Austauschradsätze einzubauen, aber das soll es dann auch gewesen sein, d. h., die Bremsdreiecke, z. Z. aus einem weichen, elastischen Kunststoff aus einer Gießen-Grabbelkiste, sind auch nicht so dolle. Häufig wird dieses Detail weggelassen, ich habe aber ein Foto, das den Omm von der Stirnseite zeigt und da ist die Stange zwischen den Bremsbacken deutlich zu sehen, es ist nämlich ein ordentlicher Prügel.


    Hier noch ein paar Fotos vom Tatort:




  • @Torsten F


    Moin Torsten,

    Bei den Lima_2-Achser verwende ich 2 Vorrichtungen:

    das sind ja coole Hilfsmittel, die Du erfunden hast, ich bin begeistert, vor allem vom Lagerbuchsenbohrer! Leider verfüge ich weder um einen 3D-Drucker noch über das Know-How, ihn zu benutzen - man kann nicht alles haben :( . Was aber nicht heißt, daß ich Deine Beiträge nicht aufmerksam und mit großem Interesse verfolge!

  • Reinhold,

    danke für die Blumen. Ich habe diese Vorrichtung bisher nur bei Lima-Güterwagen verwendet, bei dem offenen Güterwagen, der hier das Thema ist, und bei einigen Kühlwagen. Falls jemand das mal haben will, einfache PN schreiben. Ob das beim Rivarossi funktioniert, habe ich noch nicht probiert. Aber den Bock und die Rändelscheibe so zu konstruieren, dass es im Riva passt, ist ja kein Hexenwerk.


    Die Lagerbuchsen aus Messing habe ich selbst gedreht, die Radsätze sind von AMS Munz bzw. Hummel.


    Gruß

    Torsten F

  • @Peter Lehmann 

    Hi Peter,


    ich habe gleich nachgemessen, es sind wohl Rivarossi-Radsätze. Wusste nicht, daß die Modelle von Riva mit Metallradsätzen geliefert werden, die Pola-Maxi-Radsätze sind dagegen ja unter aller Kanone ...

    Vielen Dank für Dein Angebot, ich zucke bereits, muss aber nochmal darüber nachdenken. Konsequenterweise wären dann auch neue Radsätze fällig, dazu kommen noch ein paar weitere Bauteile, die ich nicht selbst machen kann, das führt im Moment zu weit, das war so nicht geplant.


    Nochmals besten Dank, ich komme evtl. darauf zurück, denn ins Auge stechen mir die Lager schon sehr ...

  • Hi Leute,


    auf Wunsch eines einzelnen Herrn (Detlef "dry") kommen hier noch ein Paar Fotos der Sprengwerke.

    Zuerst das alte Sprengwerk, das gebrochen war und auf der anderen Seite zur Hälfte fehlte. Das zu ersetzen, ist wahrlich kein großes Ding.



    Hier die Messing-Ersatzbauteile, etwas schlecht zu fotografieren, zuerst mit Blitz:



    ... und hier ohne:



    Nun werde ich noch versuchen, Bremsecken aufzumalen, wobei ich gleich eine Frage an die Fachleute habe. Zwei Rechtecke bedeuten ja, daß eine intern. Güterwagenbremse eingebaut ist; dann müsste doch der Bremsenumsteller überflüssig sein, oder?

  • Hallo Reinhold,


    zwei Rechtecke sind richtig.


    Der Omm 55 hatte lt. Carstens z.T. Hik-G (Hildebrand-Knorr Güterzugbremse) bzw. überwiegend KE-G (Knorr-Einheitsbremse für Güterwagen). Da kommst Du um den Bremsumsteller nicht drumherum. Zusätzlich war auch ein Bremsausschalter vorhanden. Beide zusammen angebracht mit filigraner Halterung unterhalb des Rahmens. Auf die Schnelle habe ich keinen Hersteller dafür gefunden. DCC4Y hat da nur ähnliches in Messing.


    Das, was Rivarossi da als Bremsanlage versucht hat nachzubilden, ist sehr rudimentär. Da Du nun schon Arbeit in die Bremsanlage investierst hast, könntest Du stattdessen von Weinert eine sehr schöne und feine freistehende Bremsanlage aus Messing mit richtigem Bremsventil, Bremszylinder und Druckluftbehälter drunterbauen und mit Messingdraht die Druckluftleitungen legen. Dann noch die Lösezüge von Petau.


    Ich selbst habe damals einen Omm 54/53 draus gemacht und alles, was nach Bremse aussieht, abgeschnitten. Je ein Rechteck an die Wagenkastenecken und schon hatte ich einen vorbildlich richtigen ungebremsten Wagen.

  • Hi Jörg,


    vielen Dank für die Info, habe auch noch bei Wikipedia etwas nachgelesen. Ich bin mir zwar nicht sicher, wozu hier ein G-P-Umsteller erforderlich ist, aber andere Umsteller müssen in jedem Fall sein, das sehe ich ein und das werde ich wohl auch nachrüsten, ebenso den Lösezug. Allerdings lasse ich es dabei im Moment bewenden, obwohl mich ein vollständiger Ersatz von Bremsen und Radlagern etc. reizen würde. Eine zusätzliche Baustelle kann ich mir aber z. Z. nicht leisten, ganz abgesehen von der Investition und ein maßstäbliches Modell wird dabei sowieso nicht herauskommen.

  • Hallo Reinhold,

    ich habe einenO Wagen von Lima aufgerüstet. Das Sprengwerk ist aus ABS Streifen entstanden.

    Leider habe ich beim Lackieren mit Klarlack die Airbrush nicht richtig aufgedreht. Die Folge - Orangenhaut und silbrig schimmernde Decals. :(

    Irgendwann werde ich mit Schleifpapier die Oberfläche glätten und hoffe bei den Decals auf das Beste.


    Die Zettelkästen sind auch nicht zu verachten!


    Weiterhin viel Spaß!


    Gruß

    Günter

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