Lokspähen am Rhein - Juni 1983

  • Lokspähen am Rhein - Juni 1983 (48B)

    "Sir Nigel Gresley" alias Dick Lawrence, wohl eher bekannt für seine Dampfjagden im Osten war hier Mal am Rhein auf Pirsch.

    Interessant, wie viele "verbeulte" 103er damals in Betrieb waren:


    Drehscheibe Online Foren :: 04 - Historisches Forum :: Lokspähen am Rhein - Juni 1983 (48B) (drehscheibe-online.de)

    Gruß Thomas


    " Damit das Mögliche entsteht,muss immer wieder das Unmögliche versucht werden" Hermann Hesse

  • Guten Morgen zusammen,


    ja, die Frage von Matthias habe ich mir auch gestellt.

    Gibt es einen besonderen Grund für diese Häufung an Dellen gerade bei den 103ern, oder waren die einfach nur zu schnell für ein paar Vögel mehr - wenn die Dellen wirklich alle von Vogelschlag - ein ... seltsamer Begriff - herrühren?


    Wissbegierige Grüße

    Jürgen

  • Moin miteinander.


    Hubert schrieb.

    > [...] dass Beulen nur im AW beseitigt wurden, da die 103 fast rund um die Uhr

    > im Einsatz wäre. Da blieb keine Zeit für Schönheitsreparaturen.


    Gut, das ist die Begründung, warum so viele Beulen lange in den 103ern blieben.

    Aber wie kamen die Beulen in die Loks?

    ("Vogelschlag", der seltsame Begriff kommt aus der Luftfahrt.)


    Liebe Grüße,

    Matthias

  • Hallo Leute!


    Zuerst einmal eine Begriffsbestimmung: "Klugscheißmodus an- Beulen sind Schwellungen die nach außen gerichtet sind, die "Beulen" nach innen sind Dellen. Das hat mir mal ein Karosseriebauer erklärt, er war richtig erbost über den Begriff Beule nach außen.- Klugscheißmodus aus.


    Und jetzt mal zu den Dellen: Die Dellen an den Fronten der BR 103 sind doch teilweise recht massiv- besonders die über den Führerstandsfenstern. Bei den Elloks alter Tage wurde ja noch mit richtig dickem Stahl gearbeitet, da müssen meiner Meinung nach schon höhere mechanische Kräfte aufgetreten sein, um diese massiven Schäden zu verursachen. ein bloßer Vogelschlag ist das meiner Meinung nach nicht.


    Dann allen einen guten Start in die neue Woche, Andrej.

  • Moin Andrej.


    Du schriebst:

    > Klugscheißmodus an- Beulen sind Schwellungen die nach außen gerichtet sind [...]

    > Klugscheißmodus aus.

    Hätte von mir sein können... 😂

    Du hast sowas von recht!


    Wenn die Lok mit 200 km/h 'nen Schwan erwischt, macht das schon Aua.

    Vor allem beim Schwan natürlich.


    Liebe Grüße,

    Matthias

  • Meint ihr wirklich, daß die Dellen von Vogelschlag herrühren? In meiner Zeit als Triebwerkmechaniker habe ich manchen Vogelschlag gesehen, aber da waren auch meistens Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h im Spiel.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • Meint ihr wirklich, daß die Dellen von Vogelschlag herrühren?


    Nein, Dann wären solche "Einschläge" auch bei anderen (Elektro)Loks zu beobachten, diverse E10 fuhren auch bis 160 km/h bzw. 150 km/h, das ist so extrem weit von 200 km/h nicht weg. Außerdem müsste es dann derartige Beschädigungen zumindest in schwächerer Forum auch an Bügelfalten, V200 & Co, gegeben haben. Vielleicht ist dieser Bereich bei den 103ern einfach nur empfindlicher, weil z.B. eine Dachkante fehlt.


    Es wäre mal interessant zu erfahren, ob wir hier im Forum einen Lokführer haben, der auch auf der 103 gefahren ist. Jedenfalls liest man, dass die Loks extrem gefordert wurden, bis zu 1400 km an einem Tag und das an 7 Tagen in der Woche!


    Und dann wäre es noch interessant, zu erfahren, ob vornehmlich 103er mit den kurzen oder mit den langen Führerständen betroffen waren.


    Gruß, Claus

  • Hallo Klaus!


    Genauso sehe ich das auch. Aus einigen Einsatzberichten bei der Feuerwehr ist mir bekannt, dass es bei den alten Elloks erhebliche Probleme gab und gibt, wenn ein Triebfahrzeugführer im Führerstand eingeklemmt ist und er befreit werden muss.

    Da kommen die hydraulischen Rettungsgeräte der Feuerwehr auf Grund der Materialstärken ganz schnell an ihre Grenzen.

    Die Dellen über den Frontfenstern sind doch schon sehr erheblich und wenn man noch berücksichtigt, dass das Material an diesen Stellen rund geformt ist und somit noch mehr Steifigkeit erbringt, dann muss schon eine erhebliche mechanische Energie eingewirkt haben.


    MFG, Andrej.

  • Nabend zusammen,

    ich glaube nicht das der Schaden von einem Vogel entstanden ist:

    Zwei ähnliche Schäden in gleicher Höhe nebeneinander und die Schadensgröße -

    Vor ca. 40 Jahren durfte ich einige Male ins AW Opladen und da wurden schleunigst alle

    Druckstellen von ca. 15 cm Durchmesser etwas oberhalb der Pufferbohle bearbeitet.

    (von bedauernswerten Menschen die uns verlassen wollten)

    Diese Schäden waren nur ein Bruchteil so tief wie die der 103.


    Ein Vogelschlag von einem Bussard habe ich selber bei 130 bei meinem Transit erleben dürfen.

    Dünnes Blech und eine tiefe von max 1,5 cm.


    Gruß Johannes

    Neugierig bin ich schon wie so was an der 103 entstanden ist !?

  • Moin nochmal.


    Die Vokabel Vogelschlag habe ich hier eingeführt.

    Ursprünglich war diese - in Anführungszeichen gesetzt - als lustiges Beispiel gedacht.


    Aber lasst uns zu der eigentlichen Frage zurückkommen: Was macht solche Beulen dicke Dellen? 😜


    Als erstes würde ich an schneebelastete Zweige im Winter denken, aber unter Fahrdraht - Nein.

    Warum haben größere Objekte, die solche Dellen verursachen könnten, offenbar meist die Dachkante getroffen und nicht die Führerstandsfenster?


    Grüße,

    Matthias

  • Hallo zusammen


    Ich könnte mir vorstellen das es mit der Beschaffenheit des Materials zu tun hat. Interessant wäre in welcher Jahreszeit die Dellen entstehen. Ich denke dass die Einwirkung der Sonnenstrahlen eine Möglichkeit wäre, im Stand erhitz sich das Blech und dehnt sich aus, das muss nicht nach Aussen sein. Es frag sich auch wie die runde Form gemacht wurde, wie und wo wurde geschweisst, dabei entstehen auch Spannungen. Da gäbe es noch zu klären die Dicke des Bleches, Zusammensetzung des Stahles oder ist es gar Aluminium?

    Das sind so meine Gedanken zu den Wundersamen Dellen an den 103er.


    Gruss Michael

  • Hallo,


    meine Gedanken dazu, ohne Anspruch auf Richtigkeit:


    Also die Wucht von irgendwelchen "Geschossen" welche auf etwas aufprallen wird m. E. oft unterschätzt. Ich habe zwar die Physik meiner Gymnasiumszeit weitgehend nicht mehr auf dem Schirm, aber als Motorrad- und Trikefahrer gewisse Erfahrungen. Selbst wenn bei z. B. gemässigtem Tempo - so um die 100 km/h herum - auch nur ein kleinstes Steinchen über den Helm flutscht hinterlässt das bereits richtige Spuren im Lack und manchmal sogar schon einen kleinen Kratzer im Metall. Nur eine Biene auf die Schutzbrille geklatscht ist bereits spürbar, ich fahre offen (offen = Helm und Schutzbrille). Ich kann mir bei den 103ern schon Vogelschlag vorstellen - nicht nur, aber auch.

  • Vergesst doch einfach mal die Vogelgeschichte. Wie viele Vögel prallen denn gegen Autos und LKWs? Ich fahre seit über 40 Jahren Auto und habe noch keinen einzigen Vogel "erwischt", auch nicht bei Geschwindigkeiten, die deutlich über derjenigen der 103 liegen. Oder andersrum: Wie viele Vogelkadaver liegen auf Autobahnen oder Gleisen?


    Aus einem anderen Forum:


    Im Bahnjargon sagt man auch „Kummerfalten“ dazu;

    Die entstehen durch zu schnelles Beifahren an andere Fahrzeuge, oder durch leichte "Auffahrunfälle". Dabei verzieht sich der Lokaufbau etwas…und die Lok trägt ab dann Kummerfalten.


    Ich vermute, es sind eher "Spannungsverformungen" und die 103 mit ihrer Bauweise scheint dafür sehr anfällig zu sein.


    Schaut mal das Bild hier an, die Dellen gibt es auch seitlich. Das Foto wurde zwar - absichtlich - bearbeitet, aber im Grunde genommen wurden dadurch die Unregelmäßigkeiten in der Außenhaut noch verstärkt dargestellt:


    E-Lok BR 103, Koblenz
    DIE Lok der Deutschen Bundesbahn! HDR aus 6 Reihenaufnahmen.
    www.fotocommunity.de


    Gruß, Claus

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