Typografie 50er Jahre für Reklame am Gebäude

  • Hallo,


    ich habe eine Frage an die Spezialisten für Typografie der 50er Jahre. Für eine Beschriftung eines Fabrikgebäudes (Firmenname) suche ich die richtige Schrift.

    Mit dem Link sind einige Schriften der Epoche zu finden, aber welche ist für eine Leuchtreklame am stilsicher geeignet?

  • Moin Michael.


    Es ist eine spannende Frage, die Du da stellst.


    Ich bin der Meinung, dass in den 50ern ein Firmenname durchaus schon in der Art eines Logos "designed" wurde. Eine Schrift aus einem Schrifttypen-Katalog gab es in der heutigen Art nicht. Da war eher noch der "Schriftenmaler" gefragt.


    Bei einer alteingesessenen Firma wurde wohl oft noch die Firmen-Schrift aus den Dreißigern benutzt (-> Persil).


    Für eine Leuchtreklame ist eine serifenlose (Grotesk-) Schrift angesagt, wenn mit Leuchtkästen gearbeitet wird.

    Bosch-Batterien-Leuchtreklame


    Das ist aber auch wieder von der Branche abhängig...

    Tanzschulreklame


    Mein Tipp ist: Schau Dir doch mal Abend-Bilder von Metropolen aus den 50ern an, da gibt's viel Anregung. Der Rest ist Photoshop & Co.


    Liebe Grüße,

    Matthias

  • Hallo Matthias,


    Photoshop kommt nicht in Frage. Ich will die Schrift per CAD erstellen und dann drucken. Das ganze wird dann Leuchtschrift wie in diesem Beispiel von Dokl & Söhne :

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    Daher benötige ich den richtigen Schriftfont für die zeitgenössische Typografie.

  • Hallo,



    da ich über 20 Jahre DTP-Erfahrung habe kann ich dir aus eigener Arbeit sagen, es gibt keine passende oder unpassende Schrift. Die meisten Firmen habe die Schriftzüge von Werbeagenturen bzw. den internen eigenen Werbeabteilungen machen lassen und zwar genau so wie es ihren Bedürfnissen und Produkten entsprach. Ein Beerdigungsinstitut wird wohl kaum eine Comic Sans benutzt haben und eine Apotheke wahrscheinlich niemals eine der unzähligen Handschriftarten. Mit Sicherheit waren Schriften mit Serifen oder solche in Fraktur nach dem WK II, wie z.B. Tannenberg, nicht mehr üblich, wurden aber teilweise dennoch benutzt. Es war also der Kreativität und der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt.



    Mein Vorschlag: setzt dich hin und höre mal Musik aus der gewünschten Zeit, versetze dich mal gedanklich in die Situation der 50'er, so kurz nach dem Krieg, und überlege dir was du mit dem Schriftzug erreichen willst. Schaue dir Kunst aus dieser Zeit an oder suche mal die Titelbilder diverser Zeitungen aus dieser Zeit an. Mit dem Suchbegriff Reklame 50er Jahre wird dir Tante Google auch so machen Hinweis geben. Auf der Seite wirtschaftswundermuseum. de wirst du z.B. hunderte Vorlagenzur Inspiration finden. Hast Du dann immer noch nichts bleiben dir noch immer die langweiligen und gängigsten Schrifttypen wie Helvetica, Times Sans Serife oder Schriften wie Arial oder andere zur Auswahl. Und dann überlege ob die Schrift Kursiv oder Bold sein soll. Es gibt nichts typisches. Nur Schriften die nach der gewünschten Zeit entstanden sind gehen mal gar nicht.


    Liebe Grüße vom Bahnindianer Schorsch

    Irgendwann wenn der Mini-Keller mal bereit ist, Bau einer kleinen Nebenbahn-Endstation.


    Ich bin der Georg oder wie man bei uns in der Kurpfalz sagt der Schorsch.

    Edited once, last by bahnindianer ().

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