Endlich getraut! Meine erste Lok im Eigenbau: E69 02 & E69 03

  • Hallo Forum,


    nachdem mein Umbau der Minex-Dieselloks erstaunlich gut verlief, und bei einigen Bauteilen mir die Einsicht "das wäre auch in Messing gegangen" aufdrängte, reifte in mir der Wunsch nun endlich mit einem Eigenbau zu beginnen. Aus modellbahnreichen Kindheitserinnerungen kam ich zur E69, die in H0-Zeiten von Fleischmann auf meiner Anlage ihre Runden drehte. Das Erstlingmodell sollte auch nicht zu kompliziert sein. Schließlich will ich auch zu einem Ende kommen. So beschreibe ich hier den Werdegang der beiden Lokomotiven. Ich bin gespannt, wie weit ich damit komme.


    Als Planunterlagen stehen mir einige Publikationen zur Verfügung:


    - zwei Seitenansichten der betroffenen Loks von Herrn Jakobs (die anderen Ansichten suche ich immer noch!),

    - Kopien der Planunterlagen der LAG1 von Herrn Zander (von der LAG1 ist eigentlich nur der Plan des Fahrwerkes interessant), und




    - diverse Publikationen über die E69 und der Lokalbahn Murnau-Oberammergau.



    Weiterhin diverse Bilder aus dem Internet.


    Warum werden es die E69 02 und E69 03? Nun, beide Loks sind die Schwesterloks, die sich noch am ähnlichsten sehen. Neben geringen Abweichungen an den Aggregaten ist der markanteste Unterschied die Längen der Vorbauten. Bei der E69 02 sind die Vorbauten kürzer und enden hinter der Pufferbohle, die Laternen sind auf dem Umlauf gestellt. Bei der E69 03 enden die Vorbauten an der Vorderkante der Pufferbohle, die Laternen sind vor den Vorbauten montiert. Außerdem gefallen mir sowohl die grüne, als auch die rote Lackierung. Da ich mich nicht entscheiden wollte, welche Farbe es nun werden sollte, baue ich nun beide Loks und erhalte damit beide Lackierungen.


    Da die Fahrwerksrahmen bei beiden Loks gleich sind, habe ich vier Messingbleche übereinander zusammengeschraubt, auf einem Holzbrett auf dem Kreuzstich meiner Fräse gespannt und so gefräst und gebohrt. Dachte ich zumindestens.



    Vier Versuche später bin ich jetzt soweit:



    Beim ersten Durchgang habe ich kurz vor Fertigstellung den Fräser in die falsche Richtung geführt. Den Schaden kann man nicht ausbessern oder wegreden. Also den zweiten Durchgang: Da habe ich die Konturen zu tief gefräst, so daß das erste Blech sich löste. Eine korrekte Weiterbearbeitung war somit nicht möglich. Der dritte Durchgang, und der nächste Anfängerfehler: falscher Zuschlag oder Abzug der Werkzeugdurchmesser zum Zustellen. Hier natürlich der Maximalfehler: zuviel Material abgetragen. Motto: drei Mal abgesägt und immer noch zu kurz. Gottseidank waren die Messingplatten groß genug.


    Soweit meine Baubeschreibung. Ich werde selbstverständlich weiter berichten; auch mit Rückschlägen. Vielleicht fühlt sich ja der Eine oder Andere berufen es auch mal zu probieren. Traut Euch.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • Hallo Klaus,


    dies ist ein interessantes Projekt. Du beschreibst die Anfängerfehler, die ich auch kenne. Mein Tip: Nach der Bauzeichnung fertigte ich mir je eine Werkstattzeichnung der Teile. Diese enthält die eingesetzten Fräser und die notwendige Arbeitslänge. Am Anfang habe ich mir auch die Arbeitsrichtung mit EDDING auf die Bedienhandräder gemalt. Hört sich primitiv an, hat aber funtktioniert.

    Mehrere Bleche gleichzeitig bohren und fräsen ist ungünstig, der Span schiebt sich zwischen die Bleche und hebt diese an, dadurch verschiebt sich die Bohrung.

    Viel Erfolg! Ich bin gespannt.

    Gruss

    Martin

  • Mehrere Bleche gleichzeitig bohren und fräsen ist ungünstig, der Span schiebt sich zwischen die Bleche und hebt diese an, dadurch verschiebt sich die Bohrung.

    Eigentlich sollte dies nicht passieren.

    Rahmenwangen habe ich früher immer im Paket gefertigt.


    Gruß

    Lokwilli

  • Hallo Martin,


    bei den ersten beiden Malen haben sich tatsächlich die Bleche abgehoben. Deshalb habe ich die Außenkontur noch nicht durchgefräst und mehrere Verbindungen stehen lassen. Erst wenn alle Bohrungen und Aussparungen erstellt sind, werde ich die Außenlinien durchfräsen.


    Die Idee mit dem Edding muß ich mir merken. Gefällt mir, schön nach dem KISS-Prinzip (Keep It Simple, Stupid!).


    Inzwischen trage ich mir die Zustellwege auch auf einer Skizze ein. Durch Symbole weis ich dann, wieviel ich für das Werkzeug zuschlagen muß.


    Hallo Norma,


    das sind "nur" digitale Meßschieber. Das Spiel in den Handrädern ist zu groß, und die Maßräder sind sehr locker auf den Spindeln. Da verstellt sich immer alles.. Ich konnte bisher das Spiel auch nicht minimieren.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • Spiel ist natürlich immer Käse, da beim Richtungswechsel z.B. vom Gleichlauffräsen auf Gegenlauffräsen bzw. umgekehrt der Frästisch einen Sprung macht. Habe mal als Azubi vor langer Zeit Erfahrungen gesammelt: Die Aufnahmekonus vom Wälzfräser (Durchmesser 60, hochwertiger Werkzeugstahl, gehärtet und vergütet) ist gebrochen wie Glas. Das Maschinengestell hat sich aus seinem Betonfundament befreit ..


    norma

    Beste Grüße aus dem Odenwald - seit 2004 UNESCO Naturpark

    norma

  • Das Spiel in den Handrädern ist zu groß, und die Maßräder sind sehr locker auf den Spindeln. Da verstellt sich immer alles.. Ich konnte bisher das Spiel auch nicht minimieren.

    Das Spiel ist in den Spindeln, egal um welche Form (Trapez- oder Kugelgewindespindel) es sich handelt.

    Bei jeder Richtungsumkehr kommt das Spiel zum Tragen.

    Summiert sich halt je öfter der Richtungswechsel erfolgt.

    Steigungsfehler von +/- 0,15 sind bei Hobbymaschinen keine Seltenheit, sondern eher noch mehr.


    Gruß

    Lokwilli

  • Hallo Klaus,

    viel Erfolg bei deinem Projekt.

    Der Proxxon Kreuztisch war am Anfang meiner Eigenzeit auch die erste Investition. Leider nicht die Beste. Durch die Rundführung kann es dazu kommen, der Fräsmotor minimal radial ausschwenkt. Deshalb habe ich nach 2 Jahren auf die BF16 umgeschwenkt. Diese hat nach mehreren Jahren im Einsatz allerdings einen Drehstrommotor mit Frequenzumrichter bekommen, da der ostasiatische Gleichstrommotor nicht für die Ewigkeit ausgelegt ist 😳


    Gruß

    Kpt. Blaubär

  • kdkause

    Changed the title of the thread from “Endlich getraut! Meine erste Lok im Eigenbau: E69 02 & E39 03” to “Endlich getraut! Meine erste Lok im Eigenbau: E69 02 & E69 03”.
  • Quote

    Du solltest jedoch die Überschrift korrigieren, ich habe verzweifelt eine E 39 03 im Netz gesucht 8o !

    Ups! Tut mir Leid. Schon geändert.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • Hallo Kalle,


    1 mm, aus Gewichtsgründen. Extern Lasern oder Fräsen will ich nicht, da es mir auf einen hohen Grad der eigenen Arbeit ankommt. Meine Lehrzeit ist jetzt über 40 Jahre her. Und seitdem nie mehr in der Werkstatt gearbeitet. Mich interessiert, was davon noch übrig geblieben ist.


    Das wird schon.

    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

    Edited once, last by kdkause ().

  • Wow, hier war es aber lange still. Trotzdem war ich im Hintergrund nicht untätig. Nachdem das Rahmenfräsen mit meiner Ausstattung immer wieder Ausschuss produzierte, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen, die Rahmenteile fräsen zu lassen. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt.


    Heute weis ich, daß ich damals beim Kauf meines Fräszentrums am falschen Ende gespart habe. Das Spiel in der Spindel des Kreuztisches habe ich nicht eliminieren können. Meine Kenntnisse und Fähigkeiten reichen dafür nicht aus.


    Anyway, heute sind die Rahmenteile vom Fräsen gekommen:


    Ich habe die Rahmenteile bei KS-Modelleisenbahnen nach meiner Datei fräsen lassen.


    Jetzt kommen erstmal das Schmalspurtreffen in Walldürn am kommenden Wochenende und unser Berliner Modultreffen in ca. zwei Wochen, dann geht es hier auch wieder weiter. Meine Motivation ist nach wie vor hoch.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

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