Drehscheibe auf Märklin-H0-Basis

  • Hallo an die Drehscheibenbauer....


    da ich Hein's Beitrag zu seinem Drehscheibenprojekt nicht zerfasern möchte, stelle ich meinen Drehscheibenbau mal als eigenen Thread ein. Ich beschäftige mich schon einige Zeit mit dem Gedanken eine Drehscheibe zu bauen, da war Hein's Beitrag so etwas wie eine Initialzündung. Der alte Beitrag in der Spur 0 Lokomotive von Herrn Urban tat dann sein übriges.


    Folgende Vorgaben hatte ich mir bei meinen bisherigen Überlegungen gesetzt:
    1. Verwendung der Technik und Elektrik einer Drehscheibe aus Großserienproduktion in Spur H0, TT oder N (Frage der Verfügbarkeit und des Preises), Abgänge mit 7,5°
    2. Einsatz in einer Lenz-DCC gesteuerten Zweileiter-Anlage (nur Fahrbetrieb); Steuerung von Weichen, Drehscheibe o.ä. vom Anlagenrand am Ort.
    3. Sichtbarer Teil als geschlossene Drehscheibe (Modell Art Rosdorf) mit 35,5 cm Durchmesser ( ca. 16 m)
    4. Montage in zwei Etagen: untere Etage Großserienmodell, obere Sichtbare Etage siehe Nr. 3
    5. Drehscheibenschaltung (Kurzschluss bei 180°) über Lenz LK200
    6. Drehscheibe als Weichenersatz und Lokpräsentation. Ausführung als geschlossene Drehscheiben (Obwohl beim Vorbild mit Auslaufen der Länderbahnzeit und den damit verbunden großen Durchmessern diese so nicht mehr gebaut wurden! Man möge mir verzeihen.)


    Als Hein angefangen hat, seine Drehscheibe vorzustellen, kam ein Kontakt über PN zustande. Im Ergebnis überließ er mir (danke nochmals!!) zwei teildemontierte, teilweise unvollständige Märklin Drehscheiben (Nr. 7286) mit durchgebrannten Entstördioden und deutlichen Gebrauchsspuren. Zusätzlich konnte er mir ein Märklin-Steuergerät abtreten.


    Es folgte die vollständige Demontage beider Drehscheiben; eine Grube wurde gesäubert und weiter verwendet, alle vorhandenen unbeschädigten Blindstutzen gereinigt.
    Von einem Motor konnte die untere Schale, vom anderen die obere Schale verwendet werden. Nachdem die Schmurgelschäden an der unteren Schale geglättet waren (auch Streufasern können Schaden anrichten), wurden die Entstördioden und der Kondensator abgelötet und ausgebaut. Von der Bühne wurde der metallene Mittelleiter entfernt, die Schraube mit zwei Kunststoff-U-Scheiben unterfüttert und die Kunststoffführungen des Stromkontaktes abgeschnitten. Da die abgehenden Gleise nicht von der Bühne mit Fahrstrom versorgt werden, wurden die an beiden Enden der Bühne befindlichen Gleiskontakte entfernt.
    Alle Aufbauten (Geländer, Häuschen, Antriebatrappen) der Bühne wurden abgeschnitten und geglättet. Auch die leicht erhabenen "Wartungsluken" auf dem Holzbohlenimitat.
    Zwei Alu-Profile 15x25 mm wurden beidseitig
    parallel zu den Schienen aufgeschraubt (M 4). Dazu wurden Löcher in die Bühne gebohrt und
    Gewinde ins Alu geschnitten. Weitere Alu-Winkel wurden von oben angesetzt und
    verschraubt. Letzteres dient als
    Auflage für die Drehbühne von MAR. Die ist bestellt, kommt noch. Obwohl dies nicht vorbildgemäß ist - mir
    gefällts ausgesprochen gut und ich habe keine Probleme mit der
    Nachbildung einer Grube. Das was ich da bauen könnte, wäre schlimmer als
    eine geschlossene, aber schicke gedeckte Drehscheibe.



    Motor von Sb-Modellbau laut Anweisung eingebaut. Verkabelung hergestellt, ein Kontakt entfällt.


    Grundsätzlich sind die Drehscheiben von Fleischmann (2-Leiter-Gleichstrom) und Märklin (3-Leiter-Wechelstrom) fast gleich aufgebaut. Märklin hat die Drehscheiben wohl bei Fleischmann bezogen und angepasst - weiß ich aber nicht sicher.
    Unterschiede liegen in:
    1. die Kontaktplatine ist bei Fleischmann unter der Bühne montiert, bei Märklin als "Königsstuhl" in der Mitte der Bühne.
    2. die Farben der Anschlusskabel vom Steuergerät bis zum Antrieb sind bei Märklin nicht gleichbleibend und bei Fleischmann anders belegt (kann man sicher ausmessen - hab ich nicht gemacht)
    3. der Mittelleiter wird bei Märklin über den zentralen Befestigungsdorn der Bühne auf die Metallschienen der Bühne über die Schraube und Kontaktbleche geleitet. Dieser Anschluss entfällt beim 2-Leiterbetrieb (gelber Draht).
    4. Die Anschlusspaltine von Märklin hat für die Fahrstromversorgung drei Anschlüsse = B1, B2, B3 oder B - 0 - 0 (Fleischmann zwei). Die Schienenprofile der Bühne sind elektrisch getrennt und werden auf dieser Platine über die Kontakte B2 und B 3 (0 - 0) verbunden - dies erleichtert die Verwendung im 2-Leiterbetrieb.


    Nach der Verbindung mit dem Märklin Steuergerät, lief die Drehscheibe auf Anhieb in beiden Richtungen. Im Uhrzeigersinn allerdings mit Aussetzern und lautem Knarzen. Nach einer Ölung lief die Bühne in beiden Richtungen wunderbar
    leise.
    Allerdings wurden die Abgänge nur mit Versatz getroffen. Das könnte egal sein, da die Anschlüsse in der Spur 0 Welt ja an die neuen Positionen ausgerichtet werden können - allerdings entsprach dies nicht meinen Vorstellungen. Nach einer Anpassung der Position des Antriebsritzels passten die Abgänge wieder mit der Bühne überein.


    Anfänglich bin ich davon ausgegangen, dass für die Positionierung der Bühne Auffahrgleise oder gleisbestückte Blindstutzen erforderlich seien. Dies war allerdings ein Trugschluss (gilt wohl für Märklin und Fleischmann H0). Die Scheibe läuft immer um 7,5 Grad weiter. Dies resultiert aus der Einteilung des
    Antriebszahnrades der Bühne und der dort befindlichen Aussparungen (4Stück), in die eine Nase des silbernen "Schieber" eingreift. Die andere Seite greift in einen Haken der Magnetspule. Zieht die Spule an, wird das Antriebsritzel über den Schieber entriegelt, der Motor erhält über die mittels Schieber angezogenen Kontakte Strom und die Bühne dreht sich bis der Strom ausgeschaltet wird. Dann wird der Schieber durch die Feder bei dem Antriebsritzel in die Aussparungen gedrückt und die Motorkontakte getrennt
    Die vorhandenen Kontakte bei der Demonatge nicht verbiegen. Nach Montage Sb-Antrieb entfällt ein Kontakt
    (Gott sei dank). Sind die Kontakte (Federbronze oder so?) verbogen, müsse sie gerichtet werden. Das ist was für ..... ;-((.


    Im Probebetrieb habe ich festgestellt, dass die Spule bei Dauerbetrieb (Einlaufen und Testen) mächtig heiß wird. Gibts dazu Erfahrungen, wie lange die Spule das aushält?


    Wenn die Drehscheibe von MAR da ist berichte ich weiter.


    Bis denn
    Stefan

    Images

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    Ich habe keine Lösung aber ich bewundere das Problem.

  • Hallo Stefan.


    Ich muss schon sagen, was Du aus den beiben Scheiben gemacht hast gefällt mir ausserordentlich gut. Ich hätte nie gedacht das die Technik noch funktionstüchtig hinzubekommen sei .Aber da hast Du einen Vorteil mir gegeüber . Jedenfalls freue ich mich das die Scheiben eine Sinnvolle weiterverwendung gefunden haben. :thumbsup:


    Was Du bist jetzt daraus gemacht hast ist schon sehr Toll.Ich warte dann mal auf das Endproduckt. :thumbup:


    Gruß Hein

    Edited once, last by Hein ().

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