Wie streicht man Lasercutbausätze an?

  • Hallo,


    baue den Bahnhof Weingarten von Stangel, habe jedoch ein Problem mit dem Anstrich der Ziegelmauern. Nach dem Zusammenbau der Wände habe ich das Ziegelmauerwerk mit mattem Ziegelrot von Revell gespritzt. Wie bisher üblich habe ich dann verdünnte weiße Farbe darüber aufgebracht und versucht, diese wieder abzuwischen; in der Hoffnung, dass die Farbe auf den Steinen abgeht und in den Fugen bleibt.
    Das Ergebnis war alles andere als berauschend. Beim Abwischen löst sich die oberste Schicht der Pappe ab und die Steine sind jetzt teilweise nicht mehr rot, sondern weiß.


    Wer hat den Bahnhof oder vergleichbare Gebäude bereits gebaut und eingefärbt und könnte hier einen guten Rat geben?


    Ich habe schon einmal überlegt ob man die Wände nicht glänzend lackiert anstatt matt, dann die weiße Farbe aufbringt, die sich dann hoffentlich besser abwischen läßt und hinterher versucht, mit Mattlack den Glanz wieder weg zu bekommen.


    Wer hat die entprechende Erfahrung?


    Gruß Hermannjosef

  • Hallo Hermannjosef,


    womit hast Du denn die weiße Farbe verdünnt? Lasercut- und Kartonmodelle vertragen keine wasserlöslichen Farben. Ich habe entweder Nitro oder Terpentin als Verdünnung genommen oder Pulverfarben genommen.


    Kann man hier in Antwort 13 ganz gut erkennen:


    Güterschuppen

  • Hallo Herman Josef,


    ich habe beim Bf Weingarten die Wände mit Revell Aquacolor in ziegelrot gepinselt. Die Fugen habe ich mit Pulverfarbe (Dreck hell) von Asoa gemacht.
    mit dem Ergebniss bin ich sehr zufrieden, da durch die Pulverfarbe der gesammte Ziegelrotton aufgelockert wird

    Beste Grüße aus dem Keller,


    Pat

  • Hallo Jörg,


    danke für die Antwort.


    Ich habe mit Revell enamel ziegelrot gespritzt, in der Absicht, damit den Karton zu versiegeln. Nachdem die Farbe durchgetrocknet war, sollten die Fugen mit wasserverdünnter hellgrauer Acrylfarbe von Heki gestrichen werden.
    Meine Vermutung ist, dass bei der Mattfarbe eine zu rauhe und poröse Oberfläche entsteht, von der sich die Lasur nicht mehr richtig abwischen läßt und die Oberfläche dann mechanisch beschädigt wird. Möglicherweise hängt es auch mit der Qualität des Kartons zusammen.


    Gruß
    Hermannjosef

  • Hallo Jörg und Bernhard,


    vielen Dank für die Antworten,


    aber wie bekommt man die Trockenfarbe in die Fugen, ohne die Ziegelfarbe zu stark zu verwischen?
    Habe ich nämlich auch versucht, war aber nicht so doll.


    Gruß
    Hermannjosef

  • Hallo Herrmann Josef,
    ich habe mich an diesem Bahnhof auch versucht und bin gänzlich unzufrieden. Die Methode, die Fugen im Nachgang zu färben, funktioniert hier nicht, jedenfalls nicht mit wasserlöslichen Farben. Durch den Laser wird die erste Papierschicht entfernt, die darunterliegenden Schichten haben eine schwammähnliche Struktur, das Material saugt allles weg mit der negativen Begleiterscheinung, das die oberste Schicht, also das das eigentliche Mauerwerk, weich wird und bei leichter mechanischer Beanspruchung herausbricht.


    ich stelle mir folgende Lösungen vor.
    Einfärbung der Fugen im ersten Arbeitsgang, dann das Mauerwerk mittels Tupfverfahren einfärben, hier lassen sich schöne Schattierungen erzielen.


    mögliche Variante:
    den Bausatz nach Zusammenbau zu imprägnieren mittels Mattlack, dann sollte das herkömmliche Verfahren auch zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen.


    Entscheidend ist das Ausgangsmaterial, Karton oder Holz haben vollkommen unterschiedliche Oberflächenstrukturen, hier hilft nur der Versuch, auch was die Farben angeht, Airbrush macht Spass, aber nicht mit lösemittelhaltigen Farben unter Berücksichrigung des Familienfriedens bei normalen Wohnraumverhältnissen.


    Solltest Du das Gebäude schon mit Fenstern usw. fertiggestellt haben, hast Du ein elementares Problem, denn das Abkleben anderer Bauteile ist eine "Schweinearbeit".


    Wie es bei mir mit diesem Teil weitergeht, ich weiß es nicht.
    da der Bausatz von Stangel auch noch andere Fehler enthält ( Passgenauigkeit) , werde ich das Teil wohl als Versuchsobjekt einstufen und letzten Endes entsorgen.


    Reimund

  • Warum fragt Ihr nicht einfach mal bei Stangel selbst nach oder steht vielleicht etwas wie eine Anleitung auf der Homepage?


    Nur so ein Gedanke .....



    Übrigens gab es doch vor gar nicht allzu langer Zeit ein MIBA Spezial dazu, meine ich irgendwo gesehn zu haben.



    Ich glaube dieses hier: https://shop.vgbahn.info/miba/shop/spezial+95-_984.html


    Gruß


    Thoralf

  • Hallo,


    ja - auf der Homepage von Stangel gibt es eine Anleitung.


    Zur Homepage gehen - Deutsch auswählen - Modelle - Sie schreiben über uns - Modellbahnschule 27.


    Grüße.


    Sammy

  • Hallo Hermannjosef,


    falls du vorhast, am ersten April- Wochenende (5./6.) zu den "Busecker Spur 0 Tagen" nach Buseck zu pilgern, empfehle ich dir, deinen schönen Bausatz unter den Arm zu klemmen und einfach mal Thomesz Stangel zu zeigen - er wird nämlich auch dort sein! Vielleicht ist er ja in der Lage, dir zu helfen ... Das Thema 'Montage-Anleitung' ist leider - neben Mängeln der Passgenauigkeit - ein ziemlich wunder Punkt bei manchen Stangel'schen Bausätzen! Da ich Ende 2011 den deutschsprachigen Teil der Stangel'schen Webseite in lesbares und verständliches Deutsch umgeschrieben habe (kostenlos, einfach aus Spass an der Sache!), hatte ich über einen gewissen Zeitraum natürlich etliche Kontakte zu Herrn Stangel. Im Verlauf dieser Zusammenarbeit habe ich Herrn Stangel mehr als einmal empfohlen, auch die fragwürdigen 'Montage-Anleitungen' zu überarbeiten, zumal auch verschiedene Mitarbeiter von Modellbahn-Zeitschriften die Verständlichkeit dieser 'Anleitungen' kritisiert hatten. In dieser Richtung ist jedoch - leider - so gut wie nichts passiert, wenn man einmal von der "Modellwerkstatt" absieht ... Dort sollte im Teil 2 ein Erfahrungsaustausch geboten werden, so zu sagen "aus der Praxis (Stangel) für die Praxis (Modellbauer)". Den Text dazu habe ich noch im Januar 2012 vor der Spielwarenmesse in Nürnberg redigiert - seitdem aber ist "Schweigen im Walde" ... Wahrscheinlich meinte "Sammy" diese "Modellwerkstatt", als er die "Modellbahnschule" in Stangels Webseite erwähnte - dort aber wirst du lediglich (s. o.) Erfahrungsberichte aus Modellbahn-Zeitschriften finden. Ich habe übrigens im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit Stangel eingestellt, da ich u. a, den Eindruck hatte, dass dem Firmen-Inhaber an einer vielfach notwendigen Kundenbetreuung über den Verkauf hinaus nicht so recht gelegen war.
    Schade eigentlich! Ich wünsche dir aber viel Erfolg in Buseck, falls du hinfährst!


    Beste Grüsse
    Dieter

  • Moin Hermannjosef,


    die farbliche Gestaltung des Bahnhofes Weingarten war auch für mich etwas neues. Habe mich dann, nachdem ich es zuerst mit dem Pinsel versucht habe, entschlossen mit der Airbrushpistole die Farbe aufzutragen. Hierfür verwendete ich die Farbe ZIEGEL Von der Firma PROCOLOR. Dabei wurden natürlich auch die Fugen mit lackiert aber nachdem alles getrocknet war habe ich mit Pulverfarben an einigen Stellen gute Erdebnisse erziehlen können. Es liegt wohl daran dass die Oberfläche in den Fugen etwas rauer ist als auf den Ziegeln und somit das Pulver besser haften kann. Sicherlich sind noch Fugen in roter Farbe sichtbar aber dieses fällt kaum auf. Kein Mensch schaut sich ein Modell mit der Lupe an und wenn doch hat er eben Pech gehabt.


    Auf meiner Homepage habe ich einige Fotos hier ein Link http://www.meine-kleine-spur.de/spur-0-i_1.html


    Gruß


    Söhnke

  • Hallo Leute,
    hat jemand mal probiert die Teile mit dem Pinsel zu Grundieren bevor man mit den Malarbeiten beginnt.
    Die Grundierung hat den Vorteil,dass diese mehr ins Material eindringt und verfestigt.
    Gruss Jürgen

  • Lieber Hermannjosef,


    Zu den Stangel´schen Bausätze kann ich mich wie folgt äußern:


    Zwar bin ich kein Besitzer des Bahnhofes Weingarten, aber vor mit liegt einen Bausatz eines Weichenwärterhäuschen, ebenfalls in der Spurgröße Null, das mit größter Wahrscheinlichkeit mit dem selben Material wie der Bahnhof aufgebaut wird. Bei dem Stangel´schen Werkstoff handelt es sich um unbehandelter dünner Pappe, deren Wände, in Gegensatz zu vielen anderen gelaserten Bausätze, ohne Passzapfen, welche für eine sehr präzise Passung bürgen, stumpf zusammengeklebt werden müssen.


    Nun lassen sich die Werkstoffe Pappe, dünner Karton oder Ähnlichen hervorragend bearbeiten und verkleben, aber grundsätzlich ist hier jede Behandlung mit Wasser enthaltenden Klebern oder Farben, wegen ein Verziehen und Verformen der Teile, absolut Tabu.


    Generell sollte man alle unbehandelten Teile vor dem Zusammenbau mit Farbe oder Klarlack beidseitig versiegeln. Aufrechtstehende Fasern lassen sich nachträglich mit feinem Schmirgel glätten; eventuell die bearbeitete Fläche nachlackieren.


    Hierauf können die Teile mit ein wenig Sekundenkleber verklebt werden und nach Fertigstellung möglichst mit schnelltrocknende Farben oder Beize spritzlackiert werden. Auch hier dürfen auf gar keinen Fall Wasserenthaltende Produkte verwendet werden! Nur so vorkommt man windschiefe Gebäude oder aufblasende Wände zufolge Feuchteinwirkungen vom lackieren und oder die herrschende Feuchtigkeit.




    Viele Grüße aus Belgien,


    Jacques Timmermans

  • Hallo Hermannjosef und alle Kartonbauer,


    grundsätzlich sollte man die Kartongerippe VOR dem Einbau, am besten noch vor dem heraustrennen aus der Schablone, mit Tiefengrund einstreichen und gut durchtrocknen lassen. Je nach dem wie saugfähig der Untergrund ist kann man das wiederholen bis ein leichter matter Glanz entstanden ist. Aber immer beidseitig bearbeiten, sonst verzieht sich das Material. Keine Sorge wegen den Fugen, die bleiben erhalten weil der Tiefengrund ins Material eindringt und diese praktisch versiegelt. Ein Lack hat diese Eigenschaft nicht, der würde zu dick auftragen und die sehr feinen Fugen zusetzen. Nach der Versiegelung der Oberfläche kann man wie gewohnt mit den entsprechenden Farben weiter arbeiten. Diese Arbeitsweise kann man für alle Materialien verwenden die sich bei Feuchtigkeit verziehen können. Ich hoffe ich konnte so manchem hier weiterhelfen.


    Gruß Günter

  • Hallo,


    ich hatte bereits, bevor ich die Frage ins Forum gestellt habe, bei Stangel diesbezüglich nachgefragt.


    Heute habe ich folgende Antwort erhalten:


    Alle unsere Bausätze sind nicht vorgefärbt. Hier einige Hinweise, die das Zusammenbau erleichtern.
    Bei den Gebäudeecken sind die Kanten mit einer 45 Grad Gehrung zu feilen oder zu schleifen. Sie können dazu ein scharfes Messer oder Schleifpapier verwenden. Da das weiche Material unkontrolliert ausfransen kann, empfehlen wir jede Kante mit etwas Sekundenkleber zu verstärken, was zur Meterial- verhärtung ähnlich einer MDF Platte führt.
    Die Wände mit einer hellen Grundierungsfarbe anmalen (am besten aus einer Sprühdose) und gut trocknen lassen. Dann die Ziegelimitation mit trockener Farbe (wir verwenden die Humbrol Farbe Nr 100 Matt) vorsichtig bemalen, die Fugen sollten hell bleiben.
    Wenn Sie das Modell zum ersten mal selbst bemalen, wird es besser die Wände anzumalen noch bevor Sie das Gebäude zusammenbauen.
    Ich hoffe,dass die Wände noch zum Retten sind.
    .
    Mit freundlichen Grüssen
    Agnieszka Jurek


    Gruß
    Hermannjosef

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