Neues Bahnsystem wird in Rumänien getestet

  • Einen wunderschönen guten Abend


    Um Flexibel auf steigende Fahrgastzahlen ( 9 Euro Ticket ) auch hier in Deutschland reagieren zu können , wird ein neues System getestet.


    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar


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  • Hallo allerseits,


    Als ich gestern im TV die chaotischen Bilder von den überfüllten Zügen gesehen habe, fiel mir ein, was daraus geworden wäre, wenn sich die Breitspur aus dem 3. Reich wirklich durchgesetzt hätte .


    VG Robby

  • Hi.

    Die Wassertalbahn als letzte noch in Betrieb befindliche Waldbahn in Europa hat viele solcher Kuriositäten zu bieten. Es gibt dort z.B. auch einen VW T3 als Draisine, der vorne ein Drehgestell hat

    In 0e gibt es etliche der Wassertalbahn- Fahrzeuge als Bausatz von KS,.


    Und was die überfüllten Züge angeht, das ist auch ohne 9€ Ticket auf vielen Strecken der Fall. Der ÖPNV hat leider zwei große Mankos. Zum einen das extrem dünne Netz in der Fläche und zum anderen die extrem unkomfortablen, überfüllten Fahrzeuge kombiniert mit Horrorpreisen. Für die 11 Km zur Arbeit bräuchte ich mit ÖPNV 5 Stunden (pro Weg), wobei auch noch mehrere Kilometer Fußmarsch enthalten sind. Mit dem Auto dauert es 10 Minuten und kostet trotz der extrem überhöhten Spritpreise (Al Capone ist ein Chorknabe verglichen mit der Mafiabande, die sich Mineralölwirtschaft nennt) keine 2€ (hab ein sparsames Auto). Für den ÖPNV müsste ich drei verschiedene Tickets kaufen (pro Weg) und dafür etwa 13€ bezahlen, ebenfalls ein Weg. Auch mit Monatskarten müsste ich drei verschiedene Tickets kaufen, da es sich um drei verschiedene Bus- Unternehmen handelt. Das ist doch krank. Selbst mit dem 9€ Ticket ist das immer noch völlig indiskutabel, für 11 Km 5 Stunden unterwegs sein zu müssen. En ganz sicherer Garant für Misserfolg.


    Ich hatte eigentlich vor, morgen nach Sylt zu fahren, als Tagesausflug mit dem 9€ Ticket. Doch das Wetter ist einfach zu mies an der Nordsee. Würde ich die 250 Km regulär mit dem Nahverkehr zurücklegen, würde mich die Fahrt 130€ kosten. Dafür bin ich dann 7 Stunden (ein Weg) für 250 Km unterwe4gs. Wer zum Teufel soll sowas machen? Für 9€ hin und zurück kann man sowas durchaus mal akzeptieren, aber für 130€???


    Nun fahre ich morgen lieber an die Ostsee. Dauert genau so lange (von 6:00 Uhr morgens bis Mitternacht), nur das dort 20° und trockenes Wetter angekündigt sind. Außerdem ist dabei eine Fahrt mit einem Dampfzug inklusive. Selbst auf der "Molli" gilt das 9€ Ticket...

  • Für die 11 Km zur Arbeit bräuchte ich mit ÖPNV 5 Stunden (pro Weg), wobei auch noch mehrere Kilometer Fußmarsch enthalten sind. Mit dem Auto dauert es 10 Minuten und kostet trotz der extrem überhöhten Spritpreise (Al Capone ist ein Chorknabe verglichen mit der Mafiabande, die sich Mineralölwirtschaft nennt) keine 2€ (hab ein sparsames Auto). Für den ÖPNV müsste ich drei verschiedene Tickets kaufen (pro Weg) und dafür etwa 13€ bezahlen, ebenfalls ein Weg. Auch mit Monatskarten müsste ich drei verschiedene Tickets kaufen, da es sich um drei verschiedene Bus- Unternehmen handelt.

    Also 11km laufe ich Dir in deutlich weniger als 5h... Wohnst Du in den Anden das dort solche Zeiten raus kommen? Also selbst wenn man erst über 10 Ortschaften um das Ziel einmal herum fährt ist eine solche Fahrzeit, verbunden mit mehreren Kilometern Fußweg, nicht vorstellbar...



    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

  • Hi.

    Also 11km laufe ich Dir in deutlich weniger als 5h...

    11 Km schaffe ich in diesem Leben nicht mehr zu Fuß an einem Tag. Dafür ist meine Gesundheit viel zu schlecht.


    Ich sitze natürlich keine 5 Stunden im Bus. Ich muss aber dreimal umsteigen mit je mindestens 60 Minuten Wartezeit dazwischen. Ich sag ja, das sind alles verschiedene Unternehmen, die sich in keinerlei Weise aufeinander abgestimmt haben. Die Netto Fahrzeit im Bus ist, (grob) geschätzt so etwa 50-60 Minuten für vielleicht 25 Km, die man an tatsächlicher Strecke im Bus zurücklegen muss.

    Ich brauche bis zur nächsten Bushaltestelle etwa 30 Minuten zu Fuß, wenn es mir gut geht. Am Ziel ist es in etwa gleich weit zu laufen. An "meiner" Haltestelle muss ich dann noch hoffen, das der Schulbus- Fahrer mich überhaupt mitnimmt. Die haben nämlich meist keine Kasse dabei, weil die Schüler, die sonst mit dem Bus fahren ja sowieso alle Monatskarten haben. In ca 33% der Fälle kann man dann mitfahren und am ersten Zwischenziel ein Ticket nachlösen. In den übrigen 67% der Fälle kehrt man gleich unverrichteter Dinge wieder zurück. Online- Tickets gibt es natürlich auch nicht, logisch.


    Theoretisch wird der Schulbus als Linienbus eingesetzt, soll also auch andere Fahrgäste mitnehmen. Aber es fährt aus naheliegenden Gründen vielleicht 1 mal im Jahr ein Erwachsener mit dem Bus. Zwei Busse fahren Morgens im Abstand von einer Stunde hin, einer Mittags und einer Nachmittags wieder zurück. Das muss man dann natürlich auch noch treffen, von der Zeit her. Am Wochenende oder während der Ferien fährt bei uns den ganzen Tag lang überhaupt kein Bus. Wenn ich morgens mit dem allerersten Bus fahre, schaffe ich es bis um ca. 11:30 Uhr ins Büro. Da sein soll ich eigentlich um 8:00 Uhr...


    Vielleicht ist es inzwischen ja auch besser geworden. Der bisher einzige Versuch, von mir ins Büro mit dem Bus zu fahren war im Jahr 2014. Da bin ich morgens um 6:30 Uhr aus dem Haus und war um 11:30 Uhr im Büro. Zum Glück war das damals noch ein 1€ Job (bin da inzwischen fest eingestellt, habe mich also wohl nicht zu schlecht gemacht), wo eine Kündigung nicht wirklich was ausgemacht hätte. Da ich vorher aber gleich gesagt habe, das ich nicht weiß, wie lange ich brauchen werde, war es eben kein Drama. Am nächsten Tag habe ich mir für 200€ einen 45 Km/h Roller gekauft. Seit 2018 habe ich sogar ein Auto und bin keinen Meter mehr mit dem Bus (bei uns) gefahren.

  • Hallo Zusammen,


    eines der Probleme ist, das viele Kreise und Kommunen Ihren Nahverkehr nur von der Nasenspitze des Landrates bis zur Kreisstadt denken. Und selbst in vielen Ballungsräumen mit verhältnismäßig dichtem Liniennetz fehlen dann trotzdem die Querverbindungen.


    Viele Grüße,

    Stefan

  • Einen wunderschönen guten Tag


    Nahverkehr ( ÖPNV) ist eigentlich ein Bestellartikel , welcher vom Bundesland , Kommune und Stadt bestellt wird .

    Dies ist ein kompliziertes Prozedere , wo auch die Europäische Union eine gewisse Rolle wegen der Ausschreibung spielt .

    Geld spielt da eine sehr große Rolle und nicht unbedingt immer die Bedürfnisse der einzeln Bürger.

    Wobei es natürlich ein Unterschied ist, ob dieser Verkehr im Ballungsgebiet oder auf dem Land stattfindet.


    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar


  • Mahlzeit,



    jetzt wird es logisch. Danke Claus60 für die Infos. Also wohnst Du in einer Gegend in der man es nichtb auf die Kette bringt, einen Nahverkehr zu organisieren der den Namen verdient hat. Und dann kommt man mit tollen Billigangeboten. Herrlich. Naja, ich will das nicht weiter vertiefen...



    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

  • Hi.
    Bin heile wieder zurück von dem Abenteuertrip "9€ Ticket Fernreise". Bilder und Videos gibt es später, muss ich erst aufarbeiten.

    Gestern die Fahrt mit ihren vielen Umstiegen war durchaus abenteuerlich. Im Allgemeinen waren die Zuge wohl etwas voller als ohne 9€ Ticket. Ich wäre ohne 9€ Ticket gestern ja auch nicht unterwegs gewesen. Der RE nach Bremen war leer, was um 6:oo Uhr morgens nicht verwundert. Der Metronom nach Hamburg war auch nur normal gefüllt. Erst ab Buchholz (Nordheide) wurde es richtig voll. Kein Wunder, den mein Zug kam gegen 8:00 Uhr morgens an einem normalen Werktag in Hamburg an. Von Hamburg nach Lübeck ging es vom Passagieraufkommen her wieder normal. Da hatte ich nur leider einen DoSto Wagen mit defekter Lärmunterdrückung erwischt. Das Ding war tierisch laut, kein Vergleich mit den sonstigen DoStos, in denen ich gestern noch gesessen habe (waren diverse). Überhaupt ist der technische Zustand der Fahrzeuge generell nicht all zu pralle. In mehreren Wagen waren die Toiletten ausgefallen, oft mehrere pro Zug. So wurde der Gang zur Toilette alleine schon zu einem Abenteuer. Ausgefallene Displays, Lampen und Lautsprecher waren da eher noch Kleinigkeiten.

    Wirklich schlimm mit der Überfüllung wurde es dann ab Lübeck. Die RB von Lübeck nach Stettin (sind fast 400 Km) fährt durch diverse größere Städte und sogar über eine Landesgrenze hinweg bis nach Polen. Es wird dabei die gesamte ehemalige DDR durchquert. Und was macht das Bundesland Mecklenburg- Vorpommern, das diese Leistung bestellt hat? Die setzen auf dieser Strecke nur einen ganz kurzen Triebwagen ein, unglaublich. [dx] Der ist schon an "normalen" Tagen immer restlos überfüllt. Leider wusste ich das vorher nicht und so musste ich mich die knappe Stunde bis Bad Kleinen furchtbar einquetschen lassen. Diese Strecke fahre ich definitiv nie wieder mit dem Zug. Auf dem Rückweg bin ich dann auch anders gefahren. Die Züge von Bad Kleinen nach Wismar und von Wismar nach Bad Doberan waren dann wieder problemlos zu nutzen. Auch Molli war nicht überfüllt, obwohl man ja mit dem 9€ Ticket mitfahren kann. Die Ausfahrt aus Bad Doberan mitten durch die Fußgängerzone ist wirklich spektakulär. Jeder Eisenbahnfan (aber auch jeder andere) muss das unbedingt mal erlebt haben, finde ich.

    Auf dem Rückweg bin ich dann von Bad Doberan mit der Regionalbahn nach Rostock gefahren. Dier Zug war ziemlich voll, aber noch auszuhalten. Dafür hatte er aber ordentlich Verspätung. In Rostock habe ich den Regional Express nach Hamburg genommen. Knapp 3 Stunden ohne Umsteigen, erstaunlich. Von Rostock bis Schwerin war der Zug normal voll. Aber in Schwerin sind so viele Leute zugestiegen, das hätte für einen kompletten eigenen RE gereicht. Danach platzte der Zug aus allen Nähten. Und kein einziger der Fahrgäste ist vor Hamburg ausgestiegen, es kamen an den Zwischenhalten nur immer noch mehr Leute dazu. Der Rest der Fahrt war dann wieder normal. Der Metronom von Hamburg nach Bermen war gut gefüllt, aber nicht zu voll. Und der RE von Bremen zurück war wieder recht leer, was abermals der Uhrzeit (23:00 Uhr) zuzuschreiben ist. Leider gab es sowohl in Hamburg als auch in Bremen ziemlich lange Aufenthalte. (mehr als 90 Minuten insgesamt). Bei besserer Taktung hätte ich also locker eine Stunde eher zu Hause sein können. Die Abfahrt war auf die Minute pünktlich, die Ankunft um knapp 10 Minuten zu spät. Nach ca 14 Stunden Fahrzeit und unzähligen Umstiegen gar kein so schlechter Wert, denke ich. Unterwegs gab es teilweise auch deutlichere Verspätungen, die sich beim Umsteigen aber alle wieder nivelliert haben.

    Generell kann man sagen, je kleiner die Zugkategorie desto voller, zumindest im Moment. Das zeigt aber auch, das die Leute in der Fläche die Bahn nutzen, wenn es denn geht. Sonst wären die Züge, die an jeder Milchkanne anhalten nicht so überproportional ausgelastet. Konnte man schön in Hamburg auf dem Rückweg sehen. Ich hätte statt dem Metronom, der als Regionalexpress mit 4 Zwischenstopps nach Bremen gefahren ist, auch den Metronom, der als Regionalbahn fährt und unzählige Haltestellen unterwegs bedient, erreicht. Hätte ich auch gemacht, aber die RB war so extrem voll, das die Leute in den Zug reingedrückt werden mussten. Umfallen während der Fahrt, völlig unmöglich. Zustände wie in der Tokioer U-Bahn... Nur 25 Minuten später ist dann der RE gefahren, mit dem ich dann nach Bremen gefahren bin. Wenn ich die RB genommen hätte, hätte ich den Anschluss in Bremen wohl auch nicht bekommen und wäre so nicht eine Minute eher aber viel "zerquetschter" zu Hause angekommen. Der RE hat die RB nämlich fast eingeholt. Die IC und ICE glänzten gestern übrigens nur durch die üblichen massiven Verspätungen und durch gähnende Leere, zumindest nach dem, was ich so beim Warten an den diversen Bahnhöfen mitbekommen habe. Als Konsequenz daraus müssten gerade die Regionalbahnen aufgestockt und längere Züge eingesetzt werden. Kombiniert mit besserer Taktung und generell viel günstigeren und übersichtlichen Preisen würden die Öffis in Zukunft sicher eine wesentlich gewichtigere Rolle als jetzt spielen können...

    Für mich kann ich das Experiment "Langer Tagesausflug mit dem 9€ Ticket" alles in allem als gelungen ansehen. Ohne das 9€ Ticket wäre ich vielleicht nie nach Kühlungsborn (ist wirklich schön da, lohnt sich auf jeden Fall auch ohne Molli) gekommen und hätte nie die Fahrt mit Molli erlebt. Trotzdem würde ich das nicht gerade jeden Tag machen wollen. Denn als ich gestern Abend um 23:30 Uhr wieder zu Hause war, war ich aber wirklich platt. So sehr, das ich nicht mal gleich ins Bett gehen konnte, obwohl ich "hundemüde" war.

    Gäbe es das 9€ Ticket langfristig, würde ich dafür sogar ein Abo abschließen. Denn auch wenn ich es im Alltag durch nicht existierenden ÖPNV vor der Haustür nicht nutzen könnte, ist die Möglichkeit jederzeit und quasi umsonst den ÖPNV nutzen zu können, einfach großartig. Da würde ich sogar ein paar Monate im Jahr das Ticket gerne bezahlen, selbst wenn ich es im entsprechenden Monat gar nicht genutzt habe. Aus diesem Grund werde ich mir das 9€ Ticket auch im Juli und August kaufen, keine Frage.

  • Hi.

    Ich habe gerade mal nachgeschaut. Mit der Bahn waren es etwa 900 Km hin und zurück, mit dem Auto wäre dieser Trip 375 Km pro Weg also hin und zurück 750 Km gewesen. Damit wäre mein Tages- Limit wohl überschritten gewesen. Früher bin ich schon mal vom Hardangervidda (Norwegen) bis nach Osnabrück, Niedersachsen (ca 1500 Km also etwa die doppelte Entfernung) durchgefahren, nur mit einigen Essens- und Pinkelpausen sowie den 2 mal 30 Minuten auf den Fähren der Vogelfluglinie. Damals war ich aber noch "jung und fit". Heute bin ich nur noch "und"...


    750 Km mit meinem Auto (es verbraucht bei den aktuellen Horrorpreisen etwa 12€ Sprit pro 100 Km) kosten also 12€ mal 7,5 = 90€, sprich exakt 10 mal so viel wie das 9€ Ticket, was ich ja obendrein mindestens noch einmal diesen Monat nutzen werde. Auch unter Ausnutzung aller "normalen" Vergünstigungen (Ländertickets usw.) wäre das per Bahn ohne 9€ Ticket dennoch erheblich teurer als mit dem Auto geworden. So ist es natürlich keine Frage, was am sinnvollsten ist. 50% mehr Fahrzeit um 90% der Kosten zu sparen, das ist eine Rechnung, die (zumindest für mich) auf jeden Fall aufgeht.

  • Hallo.

    Heute sollte es den nächsten 9€ Trip geben.

    Bin nur schon wieder zu Hause. Kein gutes Zeichen...

    Ganz im Gegensatz zu der 900 Km Tour vom letzten Mittwoch sollten es heute nur 300 Km werden. Und genau so ganz im Gegensatz zu letzten Mittwoch war das heute ein totales Fiasko.

    Heute ist meine Krankengymnastik nicht ausgefallen, also konnte ich erst um 11.45 in den Zug steigen. Deswegen wollte ich nur einen kleinen Trip schnell mal nach Wilhelmshafen machen. Mit dem Auto sind das vielleicht 70 Minuten pro Weg, je nachdem wie gut man durch Oldenburg kommt. Sollte ja wohl mit der Bahn machbar sein, knapp 2 Stunden Fahrzeit mit ein mal Umsteigen, alles kein Problem... Pustekuchen, falsch gedacht. Diesmal bin ich nicht ab Diepholz gefahren, sondern ab Steinfeld, weil dort meine KG ist. Auf der Strecke fährt nur ein Zug, die Nordwestbahn von Osnabrück nach Bremen. Der Zug kam auch pünktlich an, an der nächsten Station war er auch noch pünktlich und an der übernächsten ist er pünktlich angekommen, aber nicht mehr pünktlich abgefahren. Denn hier find das Theater an. Eigentlich wollte ich in Bramsche in den RE nach Wilhelmshaven (ebenfalls Nordwestbahn) umsteigen. Damit wäre ich kurz nach Mittag in WHV angekommen. Genug Zeit, um sich die Gegend mal anzuschauen. Leider musste mein Zug auf den verspäteten Gegenzug warten, die Krux an eingleisigen Strecken. Dadurch hatten wir so viel Verspätung, das ich den Zug in Bramsche gerade noch abfahren sah, als mein Zug in den Bahnhof einrollte. Na ja, in einer Stunde fährt der Nächste. Nun ist der Bahnhof in Bramsche ziemlich öde, um da eine Stunde Zeit totzuschlagen. Deswegen bin ich weiter bis nach Osnabrück gefahren. Dort wird der Zug nach WHV eingesetzt, was die Chance auf einen Sitzplatz deutlich erhöht. Gesagt und schnell getan, denkste. Getan ja, aber alles andere als Schnell. Vor Osnabrück etwa in Höhe des ehemaligen Eversburger Bahnhofs mussten wir fast 30 Minuten warten, wegen einer Signalstörung. Ich habe mir schon Sorgen gemacht, das ich den Anschlusszug nach WHV wieder verpasse. Diese Sorge war allerdings völlig unbegründet. Denn der Zug, in dem ich saß war genau der, der dann weiter nach WHV gefahren ist. Habe ich aber erst in OS auf dem Bahnsteig gemerkt. Ich bin ausgestiegen und Richtung Ausgang gegangen. Dabei habe ich zufällig gesehen, das am zweiten Wagen WHV als Ziel stand. der Erste fuhr derweil laut Anzeige immer noch nach Osnabrück. Also gleich wieder eingestiegen. Nur leider in den anderen Wagen. Der vom (deutlich kürzeren) Hinweg war in Ordnung, der Andere, in dem ich jetzt saß hatte eine kaputte Motor- Aufhängung und einen undichten Auspuff. Sowas würde im Straßenverkehr von der Polizei sofort stillgelegt werden. Dementsprechend war das Ding höllisch am Vibrieren und extrem laut. Aber damit fing der Alptraum erst an. Wir waren kaum losgefahren, schon mussten wir wieder auf freier Strecke warten, wegen dem fehlerhaften Signal. Als ich dann endlich wieder in Bramsche war, hatte ich statt der 60 Minuten wegen dem verpassten Zug schon 75 Minuten Verspätung. Und nun begann erst richtig das reinste Stop and Go. Genau wie Freitags Nachmittags auf dem Kölner Autobahnring. So oft und so lange wie heute habe ich in meinem ganzen Leben bisher zusammen nicht in einem Zug auf freier Strecke gestanden, ohne mich fortzubewegen. Denn es war nicht nur das eine Signal in OS kaput, nein auch noch eines in Bersenbrück und und eines in Essen, dazu drei defekte Bahnübergänge, wo die Schranken nicht zugingen und erst jemand kommen musste, um die Straße abzusperren, wenn ein Zug über den Bahnübergang fahren wollte. In Essen (Oldb) musste der Zug obendrein eine zusätzliche Zwangspause einlegen, da der Motor durch die langen Standzeiten und den defekten Auspuff überhitzt war und sich abgeschaltet hat, um einen kapitalen Motorschaden zu verhindern. Als wir endlich in Cloppenburg angekommen waren, hatte ich schon über 2,5 Stunden Verspätung. Mit dem Auto fahre ich von mir bis Cloppenburg etwa eine halbe Stunde. Mit der Bahn war ich jetzt schon 3,5 Stunden unterwegs. Um das Desaster komplett zu machen, stieg in den überhitzten (Klima- Anlage war natürlich bei dem Überhitzen ausgefallen) und völlig überfüllten Zug (inzwischen hätten da ja schon drei Züge fahren sollen, deren Fahrgäste alle in meinen Zug einsteigen mussten) auch noch eine ganze Schule ein, 80 Kinder und drei Lehrer. Der eine Lehrer meinte dann auch noch, er müsse den Obermotz spielen. Mir gegenüber saß eine ältere Dame mit Krücken. Der Typ mault dann auch noch rum, sie sollte die Krücken wegtun, damit seine Kinder dort sitzen können. Sag mal, geht es noch? 8 jährige Kinder sitzen doch sowieso nicht still. Und permanent von den Kids getreten zu werden, wenn man starke Schmerzen hat, geht ja wohl mal gar nicht... Der war kurz davor, das ich aufgestanden wäre. Der Hanf hätte sich dann aber auf was gefasst machen können. Schließlich hatte ich etwa das dreifache Kampfgewicht. Wenn ich wirklich aufgestanden wäre, wär der Typ aus dem Zug rausgeflogen. Den hätte ich mir unter den Arm geklemmt und ihn vor die Tür gesetzt, Scheißegal wer auf seine Schüler aufpasst. So was Unverschämtes. Man mus doch auf gebrechliche und kranke Leute wenigstens ein Bisschen Rücksicht nehmen.

    Noch bevor wir dann in Oldenburg ankamen, hatte der Zug schon über drei Stunden Verspätung. Und das auf einer Strecke von nicht mal 100 Km.. Die Lautsprecher- Anlage in dem Zug war wohl auch defekt, denn irgendwelche Durchsagen was und warum da los ist, gab es nicht. Die kaputten Bahnübergänge habe ich mit meinen eigenen Augen gesehen und von den Signalstörungen übers Internet erfahren. Ebenfalls übers Internet musste ich dann erfahren, das der Zug erst gar nicht mehr bis Wilhelmshafen fahren würde. Jeder, der heute in die Richtung wollte, hatte die A... karte gezogen. Da ging gar nichts, auch kein Ersatzverkehr per Bus.

    Da ich wusste, das der Rückweg auf derselben Strecke genau so ein Desaster werden würde wie der Hinweg, musste ich kurzfristig an einer Ausweich- Strecke suchen. Zum Glück fuhr ein Regionalexpress von Oldenburg nach Hannover und zwar über Bremen. Und dort kann ich in den Zug einsteigen, der wieder zu meinem Ausgangsbahnhof fährt. Allerdings musste ich darauf über 2 Stunden warten, den dieser RE fährt nur alle paar Stunden mal. So bin ich ein wenig durch Oldenburg geschlendert und habe dabei einen interessanten über hundert Jahre alten Hafenkran (als Denkmal) vor die Kamera bekommen. Wenigstens eine Mini- Entschädigung für den völlig verkorksten Tag.


    Der Rückweg war relativ ereignislos. Der RE war angenehm leer, erstaunlich für die Uhrzeit (eigentlich Rush Hour). In Bremen war der Aufenthalt recht kurz aber lang genug, um ganz in Ruhe umsteigen zu können. Alles kein Problem. Zwischendurch wurde die RB mal etwas arg voll, aber nur für 2 Stationen. Dann waren die ganzen Jugendlichen wieder raus aus dem Zug, die in Delmenhorst den Zug gestürmt haben. Einer ist mir zwar mit seinem E- Scooter über den Fuß gefahren, hat sich aber sofort kleinlaut dafür entschuldigt. Da konnte ich ihm nicht so böse sein, wie ich vielleicht gewollt hätte... So war ich 2-3 Stunden eher wieder zurück als geplant, aber leider auch unverrichteter Dinge.


    Auch hier wieder die gleiche Beobachtung. Sobald lokbespannte Züge mit Doppelstock- Wagen im Einsatz sind, funktioniert alles reibungslos. Aber die schwachbrüstigen, klapprigen und immer viel zu kleinen Diesel- Triebwagen auf den nicht elektrifizierten Strecken sind das vorprogrammierte Chaos. Selbst wenn ein zweiter und dritter Triebwagen angehängt wird (mehr geht ja so gut wie nirgends wegen zu kurzen Bahnsteigen), ändert das weder was an der Platzverschwendung in diesen Dingern noch daran, das sie für die Beschleunigung von Null auf 30 Km/h 2 Stunden brauchen. Selbst Molli hat deutlich besser beschleunigt als diese Schrottkisten. Zumindest als Sie aus Bad Doberan raus war. In der Fußgängerzone ist Sie artig Schritttempo gefahren.

  • Hi.

    Nun bin ich Gestern tatsächlich auf Sylt gewesen. Eine sehr ... ereignisarme Reise. Pünktliche, nicht überfüllte Züge, fast keine Zwischenfälle oder Pannen. Nahezu eine Bilderbuch- Fahrt wie aus einem Imagefilm der DB. Ich bin tatsächlich auf die Minute genau pünktlich in Westerland angekommen. Und irgendwelchen Pendlern habe ich garantiert keinen Platz weggenommen. Man konnte sich jederzeit den Sitzplatz frei aussuchen. Einzig die defekten Toiletten in dem Zug der Nordbahn von Hamburg HBF bis Elmshorn sind mir sauer aufgestoßen. Zum Glück dauerte die Fahrt in dem Zug nicht lange. Es ist nur blöd, das man überhaupt in diesen Zug einsteigen muss. Der RE von Westerland fährt nur bis Hamburg Altona. Der Metronom aus Bremen fährt nur bis Hamburg HBF. Und der Regionalzug nach Itzehoe fährt nicht über Altona, weswegen man in Elmshorn umsteigen muss. Ich hatte mir vorher wirklich Sorgen gemacht. Wenn man in so einen Zug "mittendrin" einsteigen muss, hat man meist deutlich schlechtere Karten, einen guten Platz zu bekommen. Am Start- Bahnhof ist der Zug ja noch ganz leer. Wenn man nicht auf den aller letzten Drücker kommt, kann man so auch in vollen Zügen meist einen guten Platz bekommen. Zum Glück war meine Sorge unbegründet. Der Zug war mit 12 Wagen und zwei Loks aber auch extrem lang. Dadurch gab es mehr als genug Platz, die ganze Fahrt von fast 3 Stunden über. Es waren allerdings keine Doppelstock- Wagen wie sonst meist üblich. Das der Zug von Dieselloks (BR 245) statt wie sonst von E-Loks gezogen wurde, hat man an den Fahrleistungen überhaupt nicht gemerkt. Anständige Fahrleistungen sind also auch auf nicht elektrifizierten Strecken möglich...


    Es gab aber doch eine kuriose Störung. Die habe ich nur durch Durchsagen am Bahnsteig und im Zug mitbekommen. Und sie hat meine Fahrt nicht beeinflusst. Für diese Störung konnte die Bahn beim besten Willen nichts. Die Züge zwischen Hamburg und Kiel (aktuell läuft ja die Kieler Woche) hatten massive Verspätungen, weil irgendwelche Idioten auf den Bahngleisen spazieren gehen mussten. Glaubt man's?


    Vor allem auf dem Rückweg (zur Rush Hour) ist mir aber ein Phänomen extrem aufgefallen. Im letzten Wagen sowohl des RE von Westerland nach Hamburg als auch des Metronom von Hamburg nach Bremen standen die Leute dicht gedrängt in den Gängen. Je weiter man nach vorne, also weiter weg vom Eingang zum Bahnsteig kam, desto leerer wurden die Wagen. Im Metronom hatte ich z.B. in der ganzen unteren Ebene des Doppelstock- Wagens genau 4 Mitreisende. Er war quasi komplett leer. Es gab noch Unmengen freier Plätze. 6 Wagen weiter hinten war der Wagen völlig überfüllt. So schlimm, das oft die Türen nicht zugingen, weil die Leute in den Tür- Bereichen stehen mussten und die Lichtschranken blockiert haben. Daran haben auch mehrfache Durchsagen des Personals diesbezüglich nichts geändert. Selber Schuld, kann man dazu nur sagen... Ich hatte jedenfalls sehr viel Platz und eine völlig entspannte Fahrt.


    Unterwegs gab es viele alte Loks zu sehen. Eine V 200 war dabei, genau wie mehrere Köf2, eine V60 (in Altrot) und einige E40/E41. Auch eine V100 Ost ist mir aufgefallen. Und natürlich diverse V160 Varianten (meist BR 218 natürlich), die ja vor der BR 245 die ganzen Zugleistungen auf der Sylt- Strecke erbracht hatten...


    Überfüllt war gestern nur der Bus auf Sylt. Das soll aber immer so sein, obwohl der Sylt Bus normalerweise extrem teuer ist. Eine mitreisende Dame hat mir gesagt, das sie mit ihrem Mann meist Taxi gefahren ist, weil schon ab 2 Personen das Taxi oft günstiger als der Bus ist. Und wenn man in Kampen einsteigen will, passt man of genug erst gar nicht mehr rein. Dabei fährt der Bus sowohl von Westerland nach List als auch der nach Hörnum im 15 Minuten Takt. Für so eine "Überland- Strecke" eine wirklich dichte Taktung. Ich musste jedenfalls nichts bezahlen. Der Bus auf Sylt ist im 9€ Ticket enthalten.


    Damit kann ich Sylt jetzt von meiner "Bucket- List" streichen. Man sollte unbedingt mal da gewesen sein. Aber mehr als einmal brauche ich das wohl nicht. Westerland ist hässlich. Lauer 1970er Jahre Bausünden. Oft genug sieht das nach sozialistischem Plattenbau aus, in der Hochburg des westlichen Kapitalismus. Wirklich nicht mein Fall... Der Strand ist abgesperrt und nur gegen einen horrenden Eintritt zu betreten. Sylt ist nur im Norden und im Süden schön. Für die Fahrt nach Süden fehlte mir gestern die Zeit. Deswegen bin ich nach Norden gefahren, durch Kampen nach List. Der erste Teil der Fahrt ist eher öde, etwa bis man das Zentrum von Kampen passiert hat. Danach sieht Sylt dann aus, wie man sich Sylt so vorstellt und wie es immer im TV gezeigt wird. Zwei völlig unterschiedliche Gesichter.


    Mittag gegessen habe ich ganz gegen meine sonstige Gewohnheit bei McDonalds. War das erste Mal seit Jahren, das ich dort gegessen habe. Denn selbst eine popelige Portion Pommes im Stehimbiss kostet auf Sylt von 4,50€ an aufwärts. McDonalds hat aber überall dieselben Preise, auch auf Sylt.


    Bahn fahren kann also auch mal völlig problemlos funktionieren.

  • Es ist nur blöd, das man überhaupt in diesen Zug einsteigen muss. Der RE von Westerland fährt nur bis Hamburg Altona. Der Metronom aus Bremen fährt nur bis Hamburg HBF. Und der Regionalzug nach Itzehoe fährt nicht über Altona, weswegen man in Elmshorn umsteigen muss. Ich hatte mir vorher wirklich Sorgen gemacht. Wenn man in so einen Zug "mittendrin" einsteigen muss, hat man meist deutlich schlechtere Karten, einen guten Platz zu bekommen. Am Start- Bahnhof ist der Zug ja noch ganz leer.

    Moin,

    alternativ von HBF nach Altona mit der S-Bahn (10 Min) fahren. Je nach Ankunft in HBF erreicht man aber erst den nächsten Zug in Altona. Ich habe beides x-mal ausprobieren dürfen.

    Steig das nächste mal in Husum aus und fahre dann nach Sankt Peter-Ording. Bessere Stand, nicht so nervige Eingeborene.

    Viele Grüße,

    Johann

  • Hallo.

    Gestern habe ich wieder, diesmal ganz spontan, einen kurzen Trip mit dem 9€ Ticket unternommen. Da am Vortag in NRW die Sommerferien angefangen haben und auch noch Wochenende war, habe ich das Ganze als Versuchsballon angesehen. Weil ich zum Einkaufen sowieso schon in Diepholz war, bin ich kurzerhand in den RE nach Bremerhaven eingestiegen. Eine Fahrt ganz ohne Umstieg. Fahrzeit ca 90 Minuten. Der Zug war relativ voll, vor allem junge Leute, Teenager und sogar Kinder, die alleine unterwegs waren. Es war aber noch möglich, einen Sitzplatz zu bekommen. In Bremen sind dann fast alle ausgestiegen und leider ein paar absolute Vollidioten (sorry, aber ein netteres Wort für diese Leute gibt es einfach nicht) eingestiegen. Das waren tatsächlich Erwachsene, die sich aber sowas von komplett daneben benommen haben. Ich dachte eigentlich, aktuell ist kein Fußball. Ich bin kein großer Fußball- Fan, deswegen bin ich da nicht so auf dem laufenden. Aber die haben sich so benommen, wie man sich das schlechteste denkbare Klischee von randalierenden "Fußballfans" vorstellt. In "" da wirkliche Fans nicht solche Randale machen, sondern sich an dem Sport erfreuen. Die Krönung war aber, das die einen Bluetooth- Lautsprecher dabei hatten, der so groß war, das er auf einer Sackkarre transportiert werden musste. Ungelogen, keine Übertreibung. Das Teil war mit Spanngurten auf einer Sackkarre befestigt und war so extrem laut, das einem die Ohren geblutet haben. Ich bin zu denen hin, habe sie angebrüllt, da normales Reden auf Grund der Lautstärke völlig unmöglich war und habe dann, da sie mich nur angepöbelt haben, direkt vor deren Augen die Polizei angerufen. Danach habe ich den Wagen verlassen und bin einen Wagen weiter nach vorne gegangen. Hier war der Lärm erträglich und ich habe sogar noch einen Sitzplatz bekommen, obwohl viele andere ebenfalls vor dem unerträglichen Lärm geflohen sind. Die Polizei hat dann wohl die Bahnpolizei verständigt und die müssen die Krachmacher wohl am nächsten Halt aus dem Zug geholt haben. Zumindest war dann wieder Ruhe. Sowas kann man doch selbst im volltrunkenen Zustand nicht machen.


    Bremerhaven-Lehe ist jetzt nichts tolles. Nichts wo es sich lohnt, touristisch hin zu fahren. Aber zumindest konnte ich schon mal sehen, wo ich nächsten Monat umsteigen muss, wenn meine schon sehr lange geplante Reise nach Helgoland ansteht. Denn dann muss ich in Lehe in den Zug nach Cuxhaven umsteigen.


    Der Rückweg war vergleichbar aufregend, aber aus einem völlig anderen Grund. Der RE fuhr in Lehe pünktlich los, hatte aber bis Bremen schon 20 Minuten Verspätung. Bis dahin gab es als Begründung noch "Verspätung eines vorausfahrenden Zuges". Aber in Bremen ging dann gar nichts mehr. Das war es dann mit diesem Zug, der eigentlich bis Osnabrück fahren sollte. Auf dem Nachbargleis stand der IC, der etwa 10 Minuten vor meinem RE dieselbe Strecke befahren sollte. Auch der konnte nicht weiter fahren. Der Grund war ein Feuerwehr Einsatz auf der Strecke in Höhe von Syke. Hier hat wohl der Bahndamm Feuer gefangen. Es war ja auch Heiß und Trocken. Mein Zug endete dann in Bremen. Nur musste ich irgendwie zurück nach Diepholz. Egal welche Ausweichroute (über Vechta und Osnabrück oder über Hannover und Osnabrück wären Möglichkeiten gewesen), die Strecke zwischen Bremen und Osnabrück war nicht befahrbar. Leider stand mein Auto aber genau an dieser Strecke, ziemlich auf halbem Weg.


    Irgendwann kam dann eine Durchsage, das mein Zug als der nächste fahrplanmäßige RE eine Stunde später nach Osnabrück fahren sollte. Da ich sitzen geblieben war, konnte ich zusehen, wie der Zug immer voller wurde. Schließlich kamen ja die Fahrgäste des nächsten Zuges langsam aber sicher an und sind auch noch eingestiegen. Irgendwann war es brechend voll. Dann kam die neue "geplante" Abfahrtszeit (eben eine Stunde später als ursprünglich vorgesehen) und nichts passierte. Inzwischen wurde der Zug wieder leerer, da es viele Leute aufgegeben haben, heute noch mit dem Zug weiter zu kommen. Oder sie konnten auf andere Strecken ausweichen und haben lieber einen Umweg in Kauf genommen als darauf zu hoffen, das es irgendwann doch noch weiter geht. Ohne 9€ Ticket hätten wohl viel mehr Leute sitzen bleiben müssen, da "normale" Fahrkarten ja streckenbezogen sind. Die Option einer Ausweichstrecke bot sich mir leider nicht. So kurz (40 Minuten) vor "Zuhause" zu stranden ist dann doch echt unangenehm.


    Ca 20 Minuten nach unserer zweiten geplanten Abfahrt setzte sich der IC auf dem Nachbargleis tatsächlich wieder in Bewegung. Natürlich war mir jetzt klar, das die Löscharbeiten abgeschlossen waren, die Strecke wieder befahrbar ist und wir auch bald weiter kommen würden. Nach weiteren 10 Minuten, also nach etwa 90 Minuten unplanmäßigem Aufenthalt in Bremen fuhr dann auch mein Zug endlich wieder los. Das gab natürlich einen Sturm der Erleichterung im Zug. So bin ich dann gut 80 Minuten später als geplant wieder in Diepholz angekommen, da der Zug unterwegs tatsächlich ein paar Minuten aufgeholt hat. Von der Brandstelle unterwegs war aus dem fahrenden Zug heraus absolut nichts zu erkennen. Deswegen weiß ich auch nicht, wo genau das Feuer ausgebrochen war. Für das Feuer kann wahrscheinlich niemand etwas. Und das in so einem Fall die Sicherheit an allererster Stelle steht ist völlig selbstverständlich. Dafür kann die Bahn also rein gar nichts. Für die Störung auf dem Hinweg konnte die Bahn auch nichts. Es ist verboten, in den Zügen zu saufen und/oder laut Musik zu hören. Wenn die Leute gegen diese Verbote aber so grob verstoßen muss es entweder Personal oder wie in meinem Fall zumindest eine Beschwerde eines Mitreisenden geben, damit die Störenfriede irgendwie zur Rechenschaft gezogen werden können und sich mit ganz viel Glück beim nächsten Mal nicht mehr so extrem daneben benehmen. Wobei Leute, die sich so asozial, rücksichtslos und ohne jeden Respekt Anderen gegenüber verhalten, bei denen ist die Chance sehr gering, das sie sich jemals bessern.


    Der alte Spruch: " Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen" bewahrheitet sich doch stets aufs Neue.


    Wenn euch diese ständigen Berichte hier nerven, dann tut es mir leid. Für mich ist das eine Art Tagebuch. Sofern gewünscht, kann ich das Tagebuch auch in anderer Form weiter führen.

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