Die Notwendigkeit der Gleisreinigung oder ich bau mir einen Gleisreinigungswagen

  • Hallo Jörg,


    erstmal waren die Gleise sauber bei einer Überfahrt. Leder gereingt und wieder angeschraubt, nachdem einige Züge gefahren sind wiederhole ich das mal. Da sich immer irgendwelcher Abrieb und Dreck auf den Schienenköpfen ablagert.


    Gruss, Dirk

  • Hallo,


    hier auch mal ein selbstgebauter Reinigungswagen, den es in Sande 2019 zu besichtigen gab.


    Ich halte diese Konstruktion für überzeugend und wahrscheinlich effektivste Reinigung.


    ich selbst habe die Krapp’ sche Platten-Konstruktion ohne ‚Antrieb‘, also ähnlich wie Dirks.


    Leider hat sich bisher noch kein Serien-Hersteller an so ein wichtiges Fahrzeug gemacht. Leider.


    Den angetriebenen Walzen-Mechanismus würde ich favorisieren.


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  • Hallo Zusammen,


    worauf ich gerne noch hinweisen möchte, ist, dass auch die Wahl des Reinigungsmittel ein Thema hinsichtlich des "wie lange bleibt es (halbwegs) sauber " ist.


    Im Model Railroad Hobbyist Magazin ( einem kostenlosen US Magazin ) wurde das mal untersucht und auch für mich war das Ergebnis unerwartet.
    Anbei zwei Links zu dem Thema.


    Science of track cleaning


    Und noch der direkt Link auf den Beitrag in dem Online-Magazin:

    https://s3-us-west-2.amazonaws…/online/index.html?page=9


    An einer weiteren Stelle (erinnere gerade nicht wo) wird vorgeschlagen das (saubere) an der jeweiligen Innenkannte mit Graphit zu benetzen ( in dem man mit einem weichen Graphitstift einmal an der Gleiskante innen sanft entlangfährt ) - die Idee dahinter ist, durch den besseren elektrischen Kontakt das entstehen der "Mikrofunken" zu vermeiden, die quasi das Gleis verzundern und damit zur Verschmutzung beitragen.

    Zusammengefasst:
    Darauf achten, kein polares Lösungsmittel zum Reinigen nehmen ( irgendwo in dem MRH-Beitrag kommt eine Tabelle ) - und Kontaktverbesserung per Graphitstift.

    Viele Grüße,

    Stefan

  • Moin,


    Stefan spricht hier einen oft vollkommen ausser Acht gelassenen Punkt an. Je mehr Strom fliesst, auch Digitalstrom, umso mehr Funkenbildung und damit auch "Abrieb" und statische Aufladung mit Staubbindewirkung. Darum trifft auch hier wieder zu: viel hilft nicht unbedingt viel. Nicht die Stromstärke dürfte entscheidend sein, sondern die Vielzahl der Einspeisungspunkte.


    Darum habe ich auch kein schleifendes Material in Betracht gezogen, sondern ein nicht fussselndes Stück Fensterleder verwendet. Nach einigen Durchläufen un Feinjustierung des Andruckes kann ich sagen, dass sich das Leder leicht vom groben Schmutz durch abwischen befreien lässt und halt absolut nicht fusselt. Für grobere Ecken wie Stellen an Weichenherzstücken, die nicht überfahren werden aber darum auch bessere Ablagerungen zulassen nehme ich die Handarbeit mit einem Schluck Spiritus vor - bei abgeschalteter Anlage.


    Gruss, Dirk

  • Den angetriebenen Walzen-Mechanismus würde ich favorisieren.


    Da bin ich etwas anderer Meinung, denn die Schiene schlieft immer an der gleichen

    Stelle der Walze, d.h. der Schmutz wird einfach immer "weitergewälzt" und baut

    sich quasi an der Walze auf.


    Beim HERKAT Prinzip, das auch ich übernommen habe, wird der Schmutz seitlich

    weggetragen und je der grösser der Durchmesser der rotierenden Scheibe, desto

    besser (aber das Lichtraumprofil beachten!).


    Gruss

    Peter Lehmann

  • Hoi zäme


    Will da nicht mit der Tür ins Haus fallen und den vielen interessanten Lösungen und bemerkenswerten Eigenkonstruktionen zolle ich grossen Respekt. Was mir allerdings auffällt ist, dass alle hier präsentierten Lösungen nur die Laufflächen der Schienen betreffen. Mir ist aufgefallen - ich betreibe meine Anlage in einer verstaubten Werkstatt -, dass es für einen guten Kontakt ebenso wichtig ist, dass die Innenseite der Schienenköpfe auch gereinigt wird, so dass der Strom auch über die Spurkränze aufgenommen werden kann. Im sichtbaren Bereich reinige ich meiner Schienen darum von Hand mit Tuch und Brennsprit. Für Tunnelstrecken beklebe und blockiere ich eine Achse bzw. die Räder eines ausreichend beschwerten Güterwagens mit Gewebeklebeband aus der Hausapotheke. Dieses beträufle ich mit Brennsprit und schiebe den Wagen dann mit einer Lok durch die beiden Tunnelstrecken. Diese Lösung mag zwar etwas gar primitiv anmuten...bei mir funktioniert sie aber


    Gruss Barni

  • Hallo in die Runde,

    hat schon jemand in der Vergangenheit die Lösung aus dem Railroad Model Hobbyist durchgeführt?

    Das dort geschriebene deckt sich mit demTipp, dünn aufgetragenes Getriebeöl für die Reinigung zu benutzen und würde auf die im RMH genannten non-polaren Flüssigkeiten hindeuten ?

    Viel Spaß beim Basteln

    ___________________________________

    Gruß Olli

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  • Moin in die Runde,

    Ich habe das jetzt an meinem Kellerfliesen-Testoval aus diversen Lima-Riva-Pola Bauteilen ausprobiert und muss sagen, der Model Railroader hat Recht.

    Gleisabschnitte die polar gereinigt sonst regelmäßig nach wenigen Runden alles wieder zum Stehen gebracht haben, geben plötzlich ihren Strom zuverlässig an die Räder ab. Völlig ungewohnt über einige Dutzend Runden und das mit einer eher leichtgewichtigen Pola-Testlok in langsamst möglicher Fahrt.

    Dafür ein :thumbup:

    Allen noch ein schönes Restwöchelchen.


    PS Natürlich hatte ich auch die Räder so behandelt wie die Schienen

    PPS hatte ich gar nicht geschrieben, ich hatte WD40 benutzt und Koh- i- noor Grafitblöcke. Und vorher mit Isopropyl grundgereinigt.

    Viel Spaß beim Basteln

    ___________________________________

    Gruß Olli

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    Edited once, last by Olli ().

  • Hallo allerseits,


    wenn man die MRH Liste anschaut sind alle Kraftstoffe, wie Benzin, Diesel und Kerosin, unpolar.

    des weiteren sind Testbenzin ( falsch ist Brennspiritus, Danke Olli), Terpentin und Terpentinersatz geeignet.

    Wenn man sprühen will, nimmt man WD40 oder besser WD40 Kontaktreiniger.

    eine dünne Schicht Graphit (Bleistift) war auch hilfreich, aber nur sehr dünn auf den Schieneninnenseiten aufgetragen.


    die speziellen Bachmann Schienenreiniger, Automatikgetriebeöl und RAIL ZIP waren schon halbpolar, also nicht so gut geeignet.


    Viel Spass beim Schienenputzen.

    Grüße aus dem Odenwald


    Andreas :)

    Edited once, last by andy1601 ().

  • Hallo Olli,


    Spiritus ist in der gelben Liste (polar) gar nicht explizit genannt. Wenn Lackverdünner auch unter Spiritus fallen sollten, dann ok.

    Terpentin ist laut Tabelle nicht-polar und kann demnach verwendet werden.


    Nicht-polar hingegen sind “Mineral Spirits”, das ist Testbenzin, Du kannst aber auch Feuerzeugbenzin nehmen. Hat mit Alkohol nichts zu tun, wie Du auch vermutest hattest.


    Möglichst eben nur nicht-polare Mittel verwenden.


    PS: Allerdings wurde nie angegeben, wie die Werte ermittelt und gemessen wurden.

  • Hallo ins Netz, hi Bahnboss

    es steht aber zumindest dort geschrieben , dass es sich an der Dielektrizitätskonstante orientiert und sich bei polaren Mitteln Elektronenlagen bilden, welche das Verdrecken fördern. Das sagt zumindest der Chemiker, den der Autor zitiert. Steht alles auf den Seiten 4ff.

    Der gute, graue Teil der Tabelle enthält mineralölige Derivate, der gelbe Teil viel alkoholisches Zeugs.


    Und den letzten Abschnitt des Artikels sollte man sich besonders zu Herzen nehmen , Seite 7!

    Viel Spaß beim Basteln

    ___________________________________

    Gruß Olli

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