Umbau Lenz V60 (1. Serie) auf Pluxx22 und Zimo-Dekoder MS450P22

  • Nach dem vorhandenen Beitrag zur V60 wurde zunächst die mechanischen Optimierungen vorgenommen:

    Lenz V60/BR260 verbesserung der Fahreigenschaften

    Danke an den Ersteller.


    Vorab:

    • Der Drehmann wurde nicht übernommen, hier kommt eine Figur von Volker Bauer rein (figurendesign.de)
    • Der Lichtwechsel rot/weiß wird von Lenz mit Umpolung umgesetzt. Das könnte man mit einer H-Schaltung realisieren, aber LZ-Fahrten einer Rangierlok sind selten und lohnen den Aufwand hierfür nicht. Die Angaben unten sind für weißes Licht, rot wäre umgepolt
    • zusätzlich mache ich Rangierlicht (eine Lampe unten links, von vorn gesehen) und A-Spitzensignale schaltbar.
    • Stromaufnahme meiner Lok bei normaler Fahrt ca. 250 mA, gegen den Prellbock trampelnd: 450 mA. Es reicht also ein normaler H0-Dekoder ohne Verstärkerplatine
    • Die hohe Stromaufnahme der Lenz-Kupplung wird kompensiert mit zeitlicher Begrenzung der Einschaltung per CV und der notfalls Überlastabschaltung des Dekoders
    • die LED erhalten je einen Vorwiderstand von 3,3 kOhm und sind an einen Spannungsregler 5V angeschlossen
    • Da Zimo die Ladeschaltung schon eingebaut hat ist noch ein 10.000er Elko mit 16V verbaut
    • Der Lautsprecher ist sehr gut und bleibt, eine Schaumstoffpad dämmt ihn zum Motorraum


    Zunächst wurden beide Platinen entfernt.

    Die Kabel haben diese Verwendung:

    vorn dünn 2 Paare für Spitze untensw
    gr
    +
    - links an Lv, rechts an FA1
    hinten dünn 2 Paare für Spitze untensw
    gr
    +
    + links an Lh, rechts an FA2
    vorn dünn Kupplung vornsw
    rt
    - FA3
    +
    vorn rechts dünn Kupplung hintensw
    rt
    - FA4
    +
    rechts dick Motorraumsw
    rt
    Gl links
    GL rechts
    Motorrechts
    links
    M+
    M-
    Gehäuse vornLautsprecher
    Gehäuse vorn vor Führerstand von Spitze obensw
    rt
    - FA1
    +
    Gehäuse hinter Führerstand von Spitze obensw
    rt
    - FA2
    +
    Gehäuse vorn vor Führerstand innensw
    rt
    - FA5
    +


    Als Schnittstelle wurde ein in der Bucht erstandener Bausatz verwendet (ca. 5,00). Hier musste vorab noch die 22polige Buchse sehr einfach auf die bereits verzinnten Pads gelötet werden. Wer sich die Augenstrapaze nicht gönnen möchte oder die %v bereits in der Platine möchte, ist hier mit dem Zimo ADAPLU5 gut bedient.


    Die Kabel von oben wurden mit neuen Steckern im 2,5mm-Raster versehen.


    Lochstreifenplatinen wurden nach Maß angefertigt. Unter der Schnittstelle ist sicherheitshalber 0,5mm Polystyrol eingeklebt. Sicher ist sicher. Der Rest sollte sich aus den Bildern ergeben:


    Die Schaltung des Lichts wird so realisiert:

    F0 Rangierlicht vorn

    F1 Rangierlicht hinten

    F2 schaltet jeweils die volle Spitzenbeleuchtung ein

    Dies wird mit "Schweizer Mapping" von Zimo realisiert.


    Für die Kupplung werden die in der Software definierten Funktionen genutzt:

    • Abrückwalzer (Effekt)
    • Einschaltdauer
    • Fahrstufe und Dauer des Abrückens


    Vor dem Einstecken des Dekoders wurde mit der Hilfsplatine über die Pluxx-Schnittstelle alle Anschlüsse getestet:


    Hier noch mal die komplette Ansicht mit Dekoder:


    Wichtig: nach den Einstecken die Lok NUR am Programmierausgang anschließen (bzw. die Zentrale vor dem Aufstellen umschalten). Das hat den Vorteil, dass über ein Auslesen einer beliebigen CV nur ein paar mA fließen, aber die Zentrale einen Fehler zeigt und so die Raucherzeugung mittels Platinenbrand wirksam verhindert.


    Das sollte man auch nach wesentlichen Eingriffen (weitere Stecker aufstecken, Zusammenbau) wiederholen. Bei mir ist das schon Ritual, auch die Zentrale (LZV100) in meiner Werkstatt steht immer mittels Umschalter auf PROG-Ausgang.


    Jetzt ist das Konfigurieren des Projektes mit der freien Software ZCS dran. Mangels eines aktuellen Projektes einer V60 für Zimo verwende ich mal eine V100. Die macht mit dem Lautsprecher und dem 16bit-Sound schon ordentlich Ballet. Ich berichte, auch über die Konfiguration der Bremstaste. Das angepasste Projekt stelle ich dann auch gern zur Verfügung.


    Hier die ersten paar cm der Probefahrt:

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    Modellbahn ist Spaß - und den definiert jeder selbst!

    Edited 2 times, last by dirk n ().

  • Hallo,

    danke für den ausführlichen Bericht.

    Mich würde aber interessieren ob der Sound jetzt besser ist. Kann die Lok ‚ segeln ‚ so dass die Lok vorbildgerechter läuft. Den Dauersound von Lenz mit meiner Meinung nach viel zu hohen Drehzahlen finde ich unpassend ..oder habe ich so noch nicht gehört.


    Gruß

    Hannes

  • Moin Hannes!

    Das ist einer meiner Gründe für den Umbau. Das Segeln wird auf 2 Weisen unterstützt (wie auch bei ESU)

    1) mit entsprechender Bremsverzögerung über CV4. Letztlich ist das eine Eigenschaft eines guten Sounds, dass für die unterschiedlichen Fahrzustände entsprechende Sounds UND Abläufe hinterlegt sind. Das konnte übrigens schon vor Jahrzehnten der ESU Loksound 1.

    2) mit der Bremstastenfunktion. CV4 erhält einen extrem hohen Wert z.B. 200. wenn dann die Fahrstufe auf 0 gesetzt wird, geht der Diesel auf Leerlauf (der Dampfer setzt die Auspuffschläge aus) und rollt weiter. Mit der Bremstaste holt man dann quasi die Bremsverzögerung für den Motor nach.

    Bei dem in meiner Köf verwendeten Sound geht sogar der Diesel auf Leerlauf und die Antriebsketten rasseln weiter (Glückwunsch an den Programmieren bei Zimo!)

    Modellbahn ist Spaß - und den definiert jeder selbst!

  • Um das Durchhängen der Lenzkupplung zu verhindern habe ich eine Stütze aus 0,5mm Messingdraht angefertigt. Diese wird so durch Biegen angebracht, dass die Kupplung waagrecht steht und gut mit Wagen kuppelt:

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  • CV4 erhält einen extrem hohen Wert z.B. 200. wenn dann die Fahrstufe auf 0 gesetzt wird, geht der Diesel auf Leerlauf (der Dampfer setzt die Auspuffschläge aus) und rollt weiter. Mit der Bremstaste holt man dann quasi die Bremsverzögerung für den Motor nach.

    Hallo Dirk,

    ist der Grad der Verzögerung nach Betätigung der Bremstaste fix, oder gibt es eine CV, mit der - ähnlich der CV 4 die Verzögerung individuell eingestellt werden kann?

  • Hallo Minicooper,


    hatte ich Dir bereits erklärt.

    Nein, eine Einstellung kann es dafür nicht geben, da die CV 4 auf ca. 253 eingestellt wird, damit hat man den sogenannten “Ausroll-Effekt” mit der Bremstaste.

    Natürlich kannst Du CV 4 dann auch nur auf 100 setzen, aber damit wird der Sinn der Bremstaste ausgehebelt.


    Die Empfehlung bei der Einrichtung der Bremstaste sollte bei einem Wert bei ca. 250 liegen.


    Die Bedienung der sogenannten “Bremstaste” wirkt dann so wie ein Führerhausbremsventil, beim Lösen auf quasi 5 bar wird die Lok quasi in den Leerlauf versetzt. Die Bremsverzögerung in CV 4 wird ja quasi auf den Maximalwert gesetzt.

    Ein Grad der Verzögerung gibt es somit nicht, falls Du damit meinen solltest, einen Unterschied wie in echt zwischen 4 bar, 4, 5 bar, 4,8 bar haben zu wollen.

    Das gibt es bei einem ganz anderen Projekt, auf das ich derzeit hier aber nicht eingehen werde.

  • Hallo Dirk,

    ist der Grad der Verzögerung nach Betätigung der Bremstaste fix, oder gibt es eine CV, mit der - ähnlich der CV 4 die Verzögerung individuell eingestellt werden kann?

    Ja, in einer CV kannst du die Verzögerung mittels der Bremstaste einstellen.

    Bei Zimo in CV349 als einen Wert wie in CV4

    Bei ESU (CV weiß ich gerade nicht), um wieviel % der erhöhte Wert in CV4 verringert wird

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  • ist der Grad der Verzögerung nach Betätigung der Bremstaste fix, oder gibt es eine CV, mit der - ähnlich der CV 4 die Verzögerung individuell eingestellt werden kann?


    Vielleicht habe ich mich undeutlich ausgedrückt, aber jetzt ist es klar, es ging mir um diesen Widerspruch:

    Nein, eine Einstellung kann es dafür nicht geben, da die CV 4 auf ca. 253 eingestellt wird, damit hat man den sogenannten “Ausroll-Effekt” mit der Bremstaste.


    Ja, in einer CV kannst du die Verzögerung mittels der Bremstaste einstellen.

    Bei Zimo in CV349 als einen Wert wie in CV4

    Danke Dirk, das wollte ich wissen. Der Wert in der CV 349 bestimmt den Grad der Verzögerung, wenn die Bremstaste während des Ausrollens der Lok gedrückt wird. Funktioniert und erhöht den Spielspaß enorm. ;)

  • ES ging wieder weiter an der Lok.


    Der Führerstand wurde farblich optimiert:


    Es steht noch eine neue Figur aus.


    Da ich mit den Fahreigenschaften bei rückwärts immer noch nicht glücklich war, wurde mal testweise ein Roco-Motor aus einem 215-Torso eingesetzt.

    Unter den Motor kam eine 5 mm starke Platte 18x35 mm aus Kömatex. Mit dem Streifen aus selbstklebenden Moosgummi hält der Führerstand den Motor.

    Zum Glück passte die Aufnahme des Roco-Kardans zur anderen Hälfte am Getriebe.


    Ich bilde mir ein, dass sie jetzt besser läuft ...

    Die Kraft des Motors reicht locker um die Räder zum Schleudern zu bringen.


    Seit April stellt Zimo einen Sound für die 260 in 16 bit zur Verfügung. Der kam da rein.


    Die wichtigsten Funktionen:

    F0 Spitze vorn

    F1 Spitze hinten

    F5 Kupplung fahrtrichtungsabhängig mit Kupplungswalzer (aufdrücken und wegfahren)

    F6 Bremse

    F7 Gas im Stand

    F8 Sound

    F9 Speedlock (Fahrstufe für Motor bleibt konstant, nur Sound reagiert auf Fahrstufen rauf/runter)

    F10 Führerstandslicht (nur im Stand)

    F11 Umschaltung Spitze auf einseitiges Rangierlicht (jeweils mit F0 / F1)

    Modellbahn ist Spaß - und den definiert jeder selbst!

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