Wie sieht es mit Ersatzteilen aus?

  • Hallo,


    in den Lokomotiven unserer bekannten Hersteller werkeln Antriebe, welche wie beim Auto einem Verschleiß unterliegen. Von N (Mnitrix, Arnold, Fleischmann, Roco) war ich es gewöhnt, dass den Lokomotiven ein Beipackzettel bei lag, in welchem alle Verschleißteile mit Bestellnummer aufgeführt waren. Bei meinen 0-Modellen ist dies nicht der Fall. Bei einem der Anbieter habe ich mal auf deren Internetseite nachgesehen, bis auf den Motor, elektronischen Bauteilen und Kupplungen habe ich nichts gefunden.

    Beispiel Zahnriemen: Das ist so ein Bauteil, welches sicher auch altert, wenn die Lok kaum fährt. Ersatzzahnriemen hinlegen, bringt da auch nichts, die altern ja auch. Sind die in den Loks verbauten Zahnriemen Sonderanfertigungen für die jeweilige Lok, oder gibt es da ein Standardprogramm, auf welches die Hersteller zurück greifen?


    Eine Kiss-Lok kann man bei Zahnriemenschaden zum Beispiel wohl kaum noch zur Reparatur an den Hersteller schicken.


    Es wäre sicher seitens der Hersteller von Modelllokomotiven angebracht, Hinweise zur Beschaffung von Verschleißteilen in den beiliegenden Unterlagen mit anzugeben. Bei Zahnriemen würde z.B. eine Bestellnummer bei dem jeweiligen Zulieferer des Lokomotivherstellers schon weiter helfen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Hallo Roland,


    ... und wenn dann der Zulieferer auch nicht mehr am Markt ist ... ?!


    Schön wäre die Verwendung von DIN/ISO Bauteilen wo es nur geht.

    Aber selbst hier wird der Anwendungsfall Grenzen setzen ...


    Viele Grüße,

    Stefan


    PS: Trotzdem fände ich eine Explosionszeichnung mit Ersatzteilnummern als Teil der Produktbeschreibung gut.

  • Quote

    Eine Kiss-Lok kann man bei Zahnriemenschaden zum Beispiel wohl kaum noch zur Reparatur an den Hersteller schicken.

    Das ist natürlich nicht so! Hier ein Beispiel für Hübner/Gebauer-Antriebe:


    Zahnriemen


    Kiss hat keine Riemen mit metrischer Teilung. Aber auch diese Riemen sind zu beschaffen. Auch bei Zahnrädern, etc. hat man hier keine Teile neu erfunden.


    Quote

    Es wäre sicher seitens der Hersteller von Modelllokomotiven angebracht, Hinweise zur Beschaffung von Verschleißteilen in den beiliegenden Unterlagen mit anzugeben.

    Dazu müsste man ja erst mal selbst wissen, was darin verbaut wurde ;)


    Es ist aber durchaus möglich, die alten Mühlen am Laufen zu halten. Man muss nur jemanden finden, der das auch macht und sich darüber im Klaren sein, dass sowas nicht zum Null-Tarif zu haben ist. Reparaturen bzw. Reparatur-Lösungen sind ein wesentlicher Bestandteil meiner täglichen Arbeit.


    Null-Problemo 8)

  • Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand!

    (Fontane - Die Brück´am Tay)


    Ob die teure schweizer Armbanduhr (selbst erlebt) oder die tolle Markenkamera.

    Bei einem Defekt steht man schnell im Regen: "Dazu gibt´s leider keine Ersatzteile mehr".

    Kommt auch bei Märklin- oder Rocomodellen aus jüngerer Produktion vor.


    Damit werden wir leben müssen.....


    Heiner

  • Hallo Null-Problemo,


    es ist schön, dass Du Zahnriemen für Hübner-Loks hast, das hilft aber nur den Leuten, die diese Loks auch haben.


    Das Problem ist ja eben, dass der Kunde (und auch die Werkstatt) nicht weiß, was in den Loks verbaut ist, was eine Reparatur sehr erschwert.

    Es gibt schon einige Leute in der Spur-0-Fraktion, die in der Lage sind, solch eine Reparatur selbst auszuführen. Es kann doch Seitens des Herstellers nicht so schwer sein, die Verschleißteile mit Herstellernummer anzugeben. Sie stellen doch die Zahnriemen nicht selbst her, sondern kaufen diese ein. Also könnte in der Beschreibung stehen "Zahnriemen-Nr. 12345xy bei Hersteller YZ". Stattdessen, eine Geheimniskrämerei, die dann den Betreiber vor riesige Probleme bei einem Defekt stellt.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • in den Lokomotiven unserer bekannten Hersteller werkeln Antriebe, welche wie beim Auto einem Verschleiß unterliegen. Von N (Mnitrix, Arnold, Fleischmann, Roco) war ich es gewöhnt, dass den Lokomotiven ein Beipackzettel bei lag, in welchem alle Verschleißteile mit Bestellnummer aufgeführt waren.

    Also bei Roco hat man auf den Beipackzettel verzichtet. Nichts desto trotz kann man sich bei Roco Explosionszeichnungen zu den Modellen herunterladen. Diese sind sehr gut ausgeführt und beschreiben auch ausführlich die ganzen Varianten. Dazu passend gibt es einen umfangreichen Ersatzteilkatalog.


    Allerdings muss das jeder Hersteller für sich entscheiden, denn der Aufwand und die Kosten für diesen Service sind nicht unerheblich. Ich persönlich würde es immer begrüßen, hätte mir bei meinem letzten Problem sicherlich sehr geholfen.


    Gruß

    Djordje

  • Ein Zahnriemen hat eine Teilung wie z.B. ein Gewinde, eine Fahrradkette und was weis ich alles noch mögliche. Genau diese Teilung ist ohne Geheimwissenschaft messbar, am besten über 5 oder 10 Teilungen. Und dann ist das Rätsel gelöst und es gibt neben dem Millimeter auch noch das Zollmaß.

    In Wien haben wir glücklicherweise einen "Gummihund", lies eine technische Gummihandlung, der schaut sich sowas an und weis was er bestellen muss wenn er es nicht auf Lager hat. funktionierte mit einem Billigsdorfer NoName Bandschleifer, der kleinen Drehbank, der kleinen Bandsäge - das war ein ganz komischer Keil/Zahnriemen und der Ständerbohrmaschine die einen derartig exotischen Keilriemen (er nannte es eine ausgestorbene Dimension) hatte von dem er noch 2 Stück zu verkaufen hatte.


    Und die Eingangsfragestellung hat nichts mit Firmen zu tun sondern mit der verwendeten/verbauten Technik. Und wenn schon "Tand Tand ..." geschrieben wurde halte ich dem entgegen das alles was von Menschenhand zusammengebaut wurde von dieser auch wieder instandgesetzt werden kann. Wer das erste mechanische Werkel ohne Verschleiß erfindet wird reich, sehr reich.


    lg Franz

  • Hallo,

    unsere Modelle passen eben nicht in die Wegwerfgesellschaft.

    Ich hab vor vielen Jahren mal ein paar Teile für einen Roco Glaskasten benötigt. Ich glaube man konnte das Modell komplett in Einzelteilen erwerben. Das waren noch Zeiten. Man musste zwar über einen Händler bestellen, aber damit kann man Leben. Ob das heute auch noch so ist kann ich nicht sagen.

    Vielleicht traut man dem Kunden solche Reparaturen nicht mehr zu.

    Früher stand in der Gebrauchsanweisung eines PKW wie man einen Keilriemen wechselt. Heute schreiben sie Warnung: Bitte trinken sie nicht das Wasser der Scheibenwaschanlage.


    Gruß Sven

  • #Bimmelbahn - Das ist dem "Gier frisst Hirn" zum Opfer gefallen. Produktion auslagern, "think global" und wie diese hirnlosen Phrasen alle heißen um den Gewinn zu maximieren ist das Ergebnis das ich nichts mehr im Haus habe. Mir bekannt ist nur mehr die Fa. Halling die Ersatzteile vorrätig hat und diese auch verkauft.


    Und wie wir ja derzeit praktisch erleben sind wir mehr den je von ausländischen Zulieferern abhängig. Sogar für lebensnotwendige Dinge.


    lg Franz

  • Hallo,


    bevor jetzt alles in Kulturpessimismus und Austeritätsträumereien abgleitet:

    Ja, in Spur N gab es meistens eine Ersatzteilliste in der Schachtel oder beim Händler im Ordner. Meiner Erfahrung nach waren auch in "den guten Zeiten" die Ersatzteile nicht einfach zu bekommen. Ich habe mal 4 Jahre auf eine entfallene Lampennachbildung einer Roco-V90 gewartet. Gerissene Zahnräder aus Kunststoff gab es dank des Ablebens von Arnold auch nicht mehr. Ja, früher war nur in der Erinnerung alles besser und ich brauchte keine Brille :D ;(


    Kurz gesagt: Eine Ersatzteilliste bringt nur mit Glück nach 10 Jahren Hilfe. Ich würde immer den Hersteller direkt fragen, wenn das nicht funktioniert gibt es das geballte Wissen im Forum, wie man an den Zahnriemen gut sehen konnte.


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Guten Tag!


    Nun, wenn in der realen Welt nichts mehr geht, keine Teile mehr vorhältig sind, dann geht die Lok zum Verwerter!

    Aktuell ist u.a. auch die Baureihe 101 betroffen.


    Wenn für eine Modelllok nichts mehr zu beschaffen ist, was liegt da näher, als sie im AW zu verwerten, vorbildsgetreuer geht es doch kaum.


    Hier war mal ein Beitrag, wie jemand eine BR V60 aufgeschnitten hatte und den Antrieb modellmäßig nachgebildet hatte.


    Es hält nun mal nichts ewig, auch wir Menschen nicht!


    Arnold

  • Es hält nun mal nichts ewig, auch wir Menschen nicht!

    Hallo Arnold,


    dessen ist sich Roland sicherlich bewusst. Sein Wunsch lautet eine wohl dokumentierte Ersatzteilliste. Du schmeißt ja ein altes Auto auch nicht gleich weg, nur weil der Zahnriemen das Zeitliche gesegnet und das Auto schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Ich persönlich würde so einen Ersatzteilkatalog auch sehr toll finden. Das habe ich schon zu Auto-Tuning Zeiten immer gut gefunden, allerdings gestehe ich, der Katalog mit den Teilenummern und Explosionszeichnungen (respektive die Software) war eigentlich nicht für Private gedacht. ;)


    Gruß

    Djordje

  • Hallo zu diesem Thema und Gejammer.

    Vielleicht sollte man mal bedenken, wie die (Produktions)Stückzahlen bei den Spuren Z bis H0 sind und aus wie vielen Teilen solche Loks bestehen. Und wie viele Modellbahner gibt es bei diesen Spurweiten?


    Die zahlreichen Forumsteilnehmer, die ihre Modelle selbst bauen, werden da weniger Probleme haben. Die, die solche Arbeiten nicht ausführen können (das ist ja nichts unehrenhaftes) sollten, so wie es Null-Problemo angedeutet hat, den Fachmann dran lassen.


    Und wie sieht das bei Spur 0 aus?

    Wenn ich dann noch an die zahlreichen Anfragen denke, wie man Fahrwerk und Rahmen trennt oder sonstige Kleinteile ab bekommt frage ich mich, wer diese umfangreiche Ersatzteildokumentation braucht.


    Auch die vor einiger Zeit seiten- und tagelange Diskussion, wie man eine Lok aus der Styroporverpackung bekommt ist ermüdend (für manchen vielleicht auch erheiternd?)


    So, das musste ich jetzt mal loswerden.


    In der Hoffnung auf weiterhin viele interessante Beiträge wünsche ich noch einen schönen Abend


    kellergeist

  • Ist für (Reparatur-)Fachbetriebe gegen ausreichend Kleingeld - mittlerweile sogar online - auch vorhanden. Wenn ich hier im Forum immer wieder Angebote lese wo Sachmängelhaftung ausgeschlossen wird kommen Zweifel hoch ob die Leute überhaupt verstehen was sie schreiben bzw. wollen. Und bitte jetzt keine Diskussion über Sachmängelhaftung.

    MM nach werden die Leute immer bequemer und dadurch geistig träger. Ich befürchte das diese Entwicklung von unseren "oberen" Schichten sogar gewünscht ist wegen unserer leichteren "Lenkbarkeit".

    Erwarten das Sachen ohne Eingriff ihrerseits nach ihren individuellen Bedürfnissen genauso funktionieren wie es ihren Vorstellungen entspricht weil ja das Individiuum die Mitte des Universums ist

    es nichts bis gar nicht viel kosten darf weil es ja eh ... (das schreibe ich jetzt nicht)

    und sitzen dann vor den Tasten und jammern der Welt ihre Tragödie vor.

    Und dann gibt es noch Leute, mich eingeschlossen, die da mitmachen. Ich bin froh über den Zeitpunkt meiner frühen Geburt und das es nach dem WKII einfach erfolgreicher war das eigene Gehirn für Lösungen zu verwenden als sich auf den Nachbarn zu verlassen. Was ich in die Hände bekam habe ich mir an Wissen angelesen, angeeignet, hinterfragt und auch wenn möglich probiert.

    Und ich denke es ist wieder mal Zeit aus einem Beitrag auszusteigen.


    lg Franz

  • Moin,


    ein Modellbahner, zumal er sich in der ehemaligen Selbstbauriege der Spur 0 bewegt und solch alte Schätze hat, sollte auch durchaus in der Lage sein, die Lok zu zerlegen und sich Gedanken zu machen, wie man den Patienten heilen kann. Viele der alten Hersteller gibt es nicht mehr, einige sind längst in den ewigen Jagdgründen. Womit das Argument einer Teileliste in Leere liefe. Darum heist es dann halt, wenn das gute Stück wieder fahren soll, Antrieb erneuern oder sich was anderes einfallen lassen.

    Einen verschlissenen Zahnriemen zu tauschen ist jetzt kein Hexenwerk. Wie Oliver schon schrieb, Zähne zählen, Teilung ermitteln und dann das Netz durchforsten. Da gibt es so einige Fundorte.


    Und - auch das ist Modellbau ;) Bei mir steht noch eine bad. VIb im Regal, müsste mal von Sauer gebaut worden sein, welche schrecklich läuft, die Stromabnahme ist ihren Namen nicht wert und sie muss mal irgendwann ins Aw. Da es die erste deutsche 1`C`1 war, verdient die Lok auch eine Aufarbeitung.


    Gruss, Dirk

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