Kleine Krankunde

  • Hier möchte ich einmal meine 3 Kräne vorstellen, alles Bausätze und stark verwittert ( weil alte Kräne ja meistens draussen stehen ;)).


    1. Bockkran, Plastikbausatz von Italeri, Massstab 1:35

    2. 5 Tonnen Kran von Miniart, Massstab 1:35

    3. Jaffa Überladekran Massstab 1:45


    Die ersten beiden sind zwar im "Militärmassstab", jedoch auch sehr gut passend für die Spur 0, da diese Kräne in sehr grossen Stückzahlen in vielen Grössen produziert wurden.

    Vor allem für die Wehrmacht und für kleinere und grössere Fabriken und Spediteure.

    Der Jaffa- Bausatz ist aus gelasertem Karton und Kraftplex und recht anspruchsvoll zu bauen. Macht aber wie immer bei Jaffa, Spass zu bauen.


    Nach der Montage werden die Bausätze bei mir wie meistens erst in hellen Pastelltönen mit der Brush vorlackiert.

    Bei Kränen ist das meistens Industriegrün, Hellgrau, Hellblau oder auch Hellgelb. Nur keine kräftigen Farben nehmen, sondern möglichst hell und ausgeblichen.

    Anschliessend wird mit einem kleinen Schwämmchen dunkelbraune Acrylfarbe sehr leicht auf die Metallstreben aufgetupft. So entstehen kleinste Roststellen. Nach einigen Minuten ist das schon trocken und es kann mit einem Rost- Wash, z.B. von Valejo oder AK " nachgerostet" werden. Das muss jetzt einen Tag lang trocknen, dann kann als letzte Schicht ein dünnes schwarzes Wash aufgepinselt werden. Der Vorteil von Washes ist, dass die Brühe in kleinste Ritzen läuft und so perfekt die jahrzehntelange Verschmutzung imitiert.

    Als letzter Schritt wird nun im WWW nach kleinen alten Originalschildern gesucht, die zum Thema passen und dann ausgedruckt und auf den Kran angebracht werden.

    Ob dabei Urheberrechte verletzt werden weiss ich nicht, deshalb soll dieser letzte Tip nur eine Anregung sein...


    Viel Spass beim Nachbauen!

    …Spur 0 Schamanen…

  • Moin Moselwirt,


    ich möchte hier nicht Deine künstlerische Arbeit schlecht reden, nur eine kleine Korrektur und Klarstellung:

    Die beiden Kleinen sind keine Krane, sondern lediglich handbetriebene Flaschenzüge, die an einem Gerüst hängen. Die DEMAG hat sich sicherlich nicht mit solchem "Spielzeug" abgegeben.


    Beim Überladekran sind aus fachlicher Sicht die Verbindungen zwischen der Eckverstrebungen und den "Beinen" bzw. Längsträgern völlig falsch; das hatte ich vor langer Zeit bereits Jaffa mitgeteilt, leider wurde dieser Fehler aber nicht korrigiert.


    Aber nun muss man damit leben und davon ausgehen, dass es den wenigsten Zeitgenossen auffällt. :(


    Gruß, Jürgen M.


    P.S.: Ich habe in meinem früheren Leben als Maschinenschlosser bei KAMPNAGEL, einer Kranbaufirma aus Hamburg, gearbeitet.

    Generaldirektion der REEB

  • Hallo zurück,

    Kritik ist richtig und wichtig, kein Problem!

    Aĺlerdings baute und baut die Demag sogar noch kleineres " Spielzeug", nämlich Seilzüge, Laufkatzen und Flaschenzüge.

    Einfach mal googeln.

    Und ob jetzt Eckverbindungen am Jaffakran nicht ganz richtig sind, wird tatsächlich kaum jemandem auffallen.

    Vor allem nicht unter dem ganzen Schmodder, den ich da auftrage, da hast Du wohl recht... ;)

    …Spur 0 Schamanen…

  • Seilzüge, Laufkatzen und Flaschenzüge

    Danke für den Hinweis; wieder etwas dazu gelernt.

    DEMAG hatte wohl nicht nur KAMPNAGEL aufgekauft, sondern im Laufe der Zeit auch etliche kleine und kleinste Konkurrenten...


    Gruß, Jürgen M.

    Generaldirektion der REEB

  • Mal eine Aussage von Wikipedia reinkopiert:

    Ein Kran ist eine manuell oder durch Motoren betriebene Einrichtung zur vertikalen und horizontalen Verladung oder Bewegung von Lasten. Er wird in der Regel zum Be- und Entladen von Schiffen, Eisenbahn- und Lastkraftwagen sowie in Montage-, Fertigungs- und Lagerhallen sowie im Hochbau eingesetzt. Wikipedia

    Wenn ein Flaschenzug kein Kran wäre dann wäre jeder Kran mit eingescherten Seilrollen (=Flaschenzug) ja auch kein Kran. Ein Kran muss außer Heben noch eine zweite Bewegung mit der angehobenen Last ausführen können.


    lg Franz

  • Hi Moselwirt,


    Du kannst eine feine Sammlung an Portalkranen vorweisen und aus der Sicht des Statikers sind alle drei standsicher, wobei die beiden kleinen zwar echte Wackelmänner sind, aber was soll's, einen Motorblock bekommen die allemal angehoben! Bemerkenswert finde ich vor allem das Hebezeug des mittelgroßen Demag-Kranes (von 1943 scheinen sie ja alle zu sein), bei dem es sich vermutlich um ein selbsthemmendes Schneckenhubwerk handelt, d. h., die Hubkette wird über eine selbsthemmende Schnecke angetrieben. Apropos Ketten, da ist allerdings einiges zu sagen:


    a) Bei dem angesprochenen Schneckenhubwerk gibt es drei Ketten. Einmal die Hubkette, in diesem Fall ohne Umlenkrolle an der Hakenflasche, diese Kette hat ein freies Ende mit einem Stopper, daß sie nicht ausläuft. Dann die beiden Endlosketten zum Antrieb des Kettenzugs über das große sichtbare Kettenrad und die zweite zum Antrieb der Katze über ein kleineres Kettenrad - alles fein und m. E. weitgehend richtig nachgebildet; man könnte allenfalls die Größe der Ketten monieren, die beim Hebezeug natürlich erheblich kräftiger als die der Antriebsketten sein sollten.

    b) Der Jaffaportalkran hat vom Vorbild her ein Seilhebezeug, dessen Seil bauartbedingt in der Katze umgelenkt wird, sowie einen Kettenantrieb zum Bewegen der Katze, hier sogar mit zwei Kettensträngen, alles über das altmodische Kurbel- und Zahnradwerk zu bewegen. Bei Deiner Nachbildung ist das anders herum, die Kette ist das Hebezeug, das Seil der Katzenantrieb; kann man machen, ist aber doch recht ungewöhnlich. Beide Antriebe mit Ketten wäre wahrscheinlicher. Allerdings werden bei Hebezeugen Rundstahl- oder Ankerketten (ist das selbe) verwendet, Schmuckketten ("Panzerketten") gehen eigentlich gar nicht!

    c) Das Hebezeug des kleinen Bockkrans ist ebenfalls ein Kettenzug, allerdings offenbar unvollständig, weshalb man auch die Bauart nicht erkennen kann. Evtl. könnte das sogar als Elektrozug durchgehen, wenn es ein Kabel und eine Schalterflasche gäbe.


    Bitte um Pardon für meine Fachsimpelei (Klugscheißerei), für Laien sind das sowieso alles Böhmische Dörfer ;)

  • Moin Jaffa,


    danke für das Foto vom Original!

    Denn hier sieht man sehr deutlich, wie die Verbindungen an den Knotenpunkten ausgeführt sind/sein sollten.

    Nur ein Punkt: Die Untergurte der Querträger sind beim Original an den beiden Enden nicht ausgeklinkt (geschwächt), sonder laufen durch.


    Gruß

    Jürgen M.

    Generaldirektion der REEB

    Edited once, last by JM-HH ().

  • danke für das Foto vom Original!

    Denn hier sieht man sehr deutlich, wie die Verbindungen an den Knotenpunkten ausgeführt sind/sein sollten.

    Nur ein Punkt: Die Untergurte der Querträger sind beim Original an den beiden Enden nicht ausgeklinkt (geschwächt), sonder laufen durch.

    JM-HH --- Na ja. --- Ich stoße mich an der Formulierung »völlig falsch« in deinem vorhergehenden Post. In deiner Kritik 2016 hattest du auch die Laufkatzenräder moniert (müssen Scheibenräder sein) und den Kranhaken (das Vorbild ist aber nunmal so und nicht anders).


    Die Sache mit dem durchlaufenden Untergurt ist korrekt. Aber: Der Bausatz ist nicht wie deine 1zu1-Kräne aus Doppel-T-Trägern konstruiert, sondern aus einzelnen Kartonelementen. Moselwirt schreibt zur Montage: „Der Jaffa- Bausatz ist aus gelasertem Karton und Kraftplex und recht anspruchsvoll zu bauen. Macht aber wie immer bei Jaffa, Spass zu bauen.“ –

    Damit der Spaß bleibt und nicht in Frust umschlägt, habe ich die Konstruktion so gelassen, dass das gesamte Bauteil der senkrechten Flächen von Stützen und Querträger aus einem Teil ist. Das Originalfoto des Vorbilds ist in der Montageanleitung enthalten und dazu eine überreichliche Zahl an Nietenbeschlägen, deren Positionierung im einzelnen nicht beschrieben ist. Dazu gibt es den Hinweis in der Montageanleitung, für die Umsetzung das Foto zu Rate zu ziehen. Wer in diesem Zusammenhang den im Modellbausatz konstruktionsbedingt unterbrochenen Unterzug ergänzen will, kann das unter Verwendung der Nietenbeschläge leicht tun.


    Ich bin kein Kran-Experte. Deshalb mein Vorschlag und Bitte an dich, Jürgen M. aus HH: lies dir die Montageanleitung durch und ergänze eine kleine Passage, die die korrekte Verwendung der Nietenbeschläge erklärt und den ergänzungsbedürftigen Unterzug. Ich pflege das gerne in die Anleitung ein. Die zukünftigen Bausatzmontierer werden es dir danken!


    Reinhold --- Deine Ausführungen zu Ketten und Antrieben sind interessant. Es ist übrigens so, dass das Vorbild-Foto nicht die ursprüngliche Konstruktion zeigt, sondern eine revidierte: In der Urfassung waren sowohl Kran wie auch Laufkatzenantrieb mit Ketten versehen.

    Zu den Ketten: Das ist ein Modellbauerischer Kompromiss. Ich hatte ursprünglich andere Ketten in meinen Zurüstsätzen verwendet, die Ankerketten nach deinen Kriterien sind. Die gibt es aber nur blank in Messing -- und das Brünieren dieser Ketten führte auch bei mir selbst zu sehr unbefriedigenden Ergebnissen. Die Kette, die ich jetzt verwende, ist in der Größe die einzige, die es auch brüniert gibt, und sie wird von der Firma Aeronaut unter dem Begriff »Ankerkette« vertrieben.

    Auf jeden Fall hast du eine Wissenlücke geschlossen. Aber, was tun in so einer Situation? Zurück zur nicht brünierten Kette, die vermutlich den Frustfaktor um einiges erhöht? ... oder einen pragmatischen Kompromiss schließen?


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Namensvetter,


    ich nehme "völlig falsch" zurück und bitte um Entschuldigung für diese Wortwahl.


    Die Bauanleitung werde ich mir heute Abend zu Gemüte führen und Dir meine Anmerkungen dazu dann per PN schicken.


    Gruß

    Jürgen M.

    Generaldirektion der REEB

  • Hi Jürgen

    Zu den Ketten: Das ist ein Modellbauerischer Kompromiss.

    das ist nun die Gewissensfrage: nimmt man eine vorbildwidrige Panzerkette oder eine nicht brünierte Ankerkette? Ich persönlich hätte mich vermutlich ob der Kettenwahl bei Dir beschwert und immer für eine blanke Ankerkette entschieden, auch Messing läuft mit der Zeit an und sieht dann aus wie brüniert 8o. Für Dich als Geschäftsmann gelten aber u. U. andere Regeln und da muss Du halt abwägen. Ich habe aber den Eindruck, daß Du Deinen Kunden meistens sehr weit entgegen kommst.


    Apropos Verbindung Stiele - Riegel bei Deinem Bockkran: Die Ausführung mit ausgeklinkten Riegel-Untergurten ist statisch zu vertreten, weil die Verbindung i. W. auf Zug belastet ist. Wichtig sind hier die stirnseitigen Laschen, welche die Stiele mit den Stegblechen der Riegel verbindet, die sind unerlässlich! Und das ist, wenn ich mich nicht verguckt habe, doch vorhanden.

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