Ist DCC nicht gleich DCC ???

  • Hallo Zusammen,


    ich habe eine Frage an die Experten.


    Ist das digitale Format DCC nicht gleich DCC bzw machen Steuerzentralen da einen Unterschied?


    Im vorliegenden Fall geht es um eine einfache Roco Zentrale (rote Maus) und um die Lenz LZV200.


    Mir ist das bei einer Märklin Köf III in der Spur1 aufgefallen. Der Decoder soll die bekannten Systeme selber erkennen und er kann diesbezüglich ebenso von den entsprechenden Zentralen gesteuert werden. ESU Decoder sind ja meistens ähnlich aufgebaut, ein Decoder für alle Systeme, von daher ist jetzt die Spurgröße mal unwichtig.


    Mit der Lenz Zentrale konnten zwar alle Funktionen angesprochen werden, aber der Sound hörte sich an, als ob man eine Tonaufnahme bei Sturm gemacht hätte, so möchte ich es mal beschreiben. Ich dachte, der Lautsprecher oder der Decoder sei defekt, aber das ist nicht der Fall, denn mit der einfachen Roco Zentrale und auch mit der Märklin Mobile Station 60657, die ich mir von einem Kollegen ausgeliehen habe, war dieses Phänomen nicht zu beobachten bzw zu hören. Alles konnte ganz normal angesteuert und der Sound richtig wiedergegeben werden!


    Was macht also die Lenz Zentrale dabei anders? Roco und Lenz Zentralen sowie der Multi-Decoder sind alle DCC Kompatibel.


    Vielen dank und schöne Grüße

    Norbert

  • Hi.

    Unterschiede gibt es zwar, aber nicht mit so einem Effekt, wie du ihn beschreibst. Ich bin kein Sound- Fan aber an meiner z21 merke ich eigentlich nur Unterschiede, wenn ich digitale Loks (in der Regel von Bachmann) mit US Decodern verwende. Die amerikanische Interpretation von DCC ist tatsächlich etwas anders als die Europäische. Funktioniert aber trotzdem zufriedenstellend.


    Der "Sturm" ist vermutlich ein Störgeräusch. Das würde bedeuten, das die Lenz Zentrale nicht mehr 100% in Ordnung ist. Eigentlich hätte ich bei sowas immer den Lok- Decoder in Verdacht, aber wenn er an zwei anderen Zentralen funktioniert, müsste es eigentlich an der Lenz Zentrale liegen. Der Fehler ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Speziell, da die alten Roco Digitalsachen ursprünglich mal von Lenz gebaut wurden. Inzwischen ist das afaik eher Zimo oder Massoth als Lenz, aber das spielt eigentlich keine Rolle. Hast du vielleicht eine zweite Lok mit Sound, um das mal gegen zu checken?


    Ach... Da fällt mir gerade ein. Kann es sein, das in der Lenz Zentrale Railcom aktiviert ist? Bei Märklin Sachen weiß man nie, ob die sich so genau an Normen anderer Hersteller halten. Vielleicht liegt es doch am Decoder und er verträgt Railcom einfach nicht. Die alte Lokmaus kann definitiv kein Railcom und bei der MS2 weiß ich nicht, ob sie Railcom kann oder nicht. Aber da könnte es, sofern unterstützt ja auch einfach deaktiviert sein.. Das würde ich als allererstes mal überprüfen.

  • Hi,


    ich hätte da vielleicht mal die Ausgangsspannung der Zentrale in Verdacht. Vielleicht reichen die 15V am Gleis nicht. Roco müsste hier 18V oder so ausgeben, hängt oft am Trafo ab, der angeschlossen ist. Bei Lenz kann man die Ausgangsspannung in der Zentrale einstellen.


    Viel Erfolg!

    Stefan

  • ich hätte da vielleicht mal die Ausgangsspannung der Zentrale in Verdacht. Vielleicht reichen die 15V am Gleis nicht. Roco müsste hier 18V oder so ausgeben, hängt oft am Trafo ab, der angeschlossen ist. Bei Lenz kann man die Ausgangsspannung in der Zentrale einstellen.

    Dazu möchte ich ergänzen, dass die MS2 sowohl mit der H0 als auch der Spur 1 Gleisbox tatsächlich 18V ans Gleis liefert, es würde also passen, wenn der Fehler mit der MS2 nicht auftritt. Den Decoder in der Märklin Köf III kenne ich leider nicht, hatte aber mit den Märklin Decodern auch immer mal merkwürdige Effekte, weswegen ich dann auch auf die MS2 gegangen bin.


    Viele Grüße und viel Erfolg noch!


    Dirk

  • Da fällt mir spontan die Ricola-Werbung ein.


    Quote

    Wer hat´s erfunden?


    Die Deutschen!


    Quote

    Wer genau?


    Lenz!


    Aber das tut nichts zu Sache. Bevor ich suche, was andere falsch gemacht haben könnten, würde ich zunächst prüfen, was ich mit Bordmitteln prüfen kann. Hier ist die Ausgangsspannung meines Systems aber nicht der richtige Ansatz. Normalerweise ist es dem Dekoder völlig wurscht, ob er mit 12 oder 24 Volt betrieben wird. Der Dekoder macht sich seine Betriebsspannung, die er benötigt, intern selbst. Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Wenn ein Fahrzeug sich mit dem einen System so verhält und mit einer anderen Steuerung davon abweichend, kann ich zunächst prüfen ob die Fahrstufeneinstellungen zusammen passen. D.h. welche Fahrstufen (14/27 oder 28/128) sind an der Zentrale eingestellt und weicht die Einstellung in CV 29 des Dekoders evtl. davon ab? Stelle ich hier eine Abweichung fest, justiere ich nach und versuche es erneut. :/


    Viel Erfolg!


    Null-Problemo 8)

  • Hi.

    In der Tat könnte eine falsche Einstellung der Fahrstufen ganz seltsame Fehler produzieren. Allerdings hatte ich das unter "Basis- Wissen" eingestuft und nicht extra erwähnt. Hätte man vielleicht nicht als Bekannt voraussetzen sollen. Mea Culpa.

    Zu meiner Ehrenrettung sollte man aber noch erwähnen, das die 28/128 Einstellung seit mehreren Jahrzehnten Standard ist.

  • Moin,


    mal ganz davon abgesehen, dass DCC zwar eine Norm sein soll und ist, um die Funktionen zu normieren, Jeder einzelne Hersteller hat aber seine Protokolle, auf denen die Funktionen programmeirt werden und diese werden nicht offen gelegt. Daher kommen so einige kleine Unterschiede.


    Bei Märklin ist halt immer das Motorola-Protokoll der Standard, alles andere ist dann aufgesetzt und bedingt sich zuweilen gegenseitig. Was mich zu H0 Zeiten schon ab und an zum Wahnsinn getrieben hat....


    Kleiner Gag am Rande; immer wenn ich meine Lenz 64 ansteuere (ESu Ecos) im Fahrtrichtungswechsel stellt sich ein und die selbe Weiche (Cobalt Digital IP) um :D Ich habs dann nach langer Zeit aufgegeben, nach der Ursache zu forschen und stelle die Weiche einfache wieder um.


    Gruss, Dirk

  • Guten Tag Ihr Lieben,


    interessante Beiträge zum Thema DCC, die ich mit großem Interesse gelesen habe.


    Als ich vor einem halben Jahr meine Spur 0 Anlage im Weichen- und Signalbereich vereinfachen wollte, kamen mir die Erinnerungen an meine Märklin Spur 1 Erfahrungen wieder hoch:

    Einen Schalter vom MEMORY/MÄRKLIN aktiviert und zuerst wurden nacheinander die einprogrammierten Weichen gestellt, zum Schluss das Signal:

    So hatte ich es mir vorgestellt.


    Nur:
    Das DCC von LENZ (Weichendecoder) reagiert nicht auf das DCC-Signal von der Märklin-Zentrale. Und natürlich auch umgekehrt nicht. Dabei wäre die Märklin Zentrale für meine Vorstellung von Modellbahn-Steuerung ideal gewesen. Zum Beispiel mit der integrierten Gleisplan-Darstellung.


    Schade:

    So stelle ich wieder jede Weiche der Ausfahrt einzeln über den LENZ-Handregler, bevor ich mit dem Befehl an das Ausfahrsignal die gewünschte Ausfahrt freigebe.

    Und ehrlich gesagt: Es macht wieder Spaß, "aktiven Betrieb" zu machen.


    ABER:

    Warum ist DCC/LENZ nicht kompatibel mit DCC/MÄRKLIN?

    Wollen das die Hersteller vielleicht absichtlich so?


    Bitte bleibt gesund.

    VlG Bernhard dmdB

  • Hi.

    Warum ist DCC/LENZ nicht kompatibel mit DCC/MÄRKLIN?

    Wollen das die Hersteller vielleicht absichtlich so?

    Generell ist DDC/Lenz sehr wohl mit DCC/Märklin kompatibel. Vielleicht wurden deine Märklin Weichen- Decoder aber gar nicht mit DCC angesprochen. ist sogar sehr wahrscheinlich. Und Lenz Decoder verstehen weder Motorola noch MFX. Du müsstest die CS dann schon explizit auf DCC umstellen.


    Bei Weichendecodern kommen noch ein paar Probleme dazu, die eigentlich idiotisch sind, aber eben vorkommen. Decoder für Weichen steuern meist mehrere Weichen mit einem Decoder an. Dabei werden mehrere Adressen benötigt. Wie die aufgeteilt und angeordnet sind, ist leider von Hersteller zu Hersteller nicht identisch. Auch die CV zur Einstellung der Decoder sind unterschiedlich, je nach Hersteller des Decoders.


    Mit Motorola (also dem alten Märklin System) kenne ich mich nicht aus, da ich nie ein Märklin User war. Meine erste Bahn war eine Fleischmann, damals noch auf Pappschienen. Die sahen trotzdem immer schon um Welten besser aus als die Märklin Blechgleise. Ist mir schon als sechsjähriger Bub aufgefallen. Ich meine mich aber zu erinnern, das Motorola ursprünglich gar keine Weichen steuern konnte und das nachträglich ins Protokoll rein gefummelt wurde. Da Märklin Sachen immer noch auf Motorola als kleinstem gemeinsamen Nenner setzen, könnte auch die Kompatibilität mit diesem völlig veralteten System, ein Problem darstellen. Außerdem schert sich Märklin eigentlich nie um irgendwelche Normen anderer. Märklin hat das Selbstverständnis, "Ich bin die Norm" und alle anderen machen, sofern es nicht funktioniert, etwas falsch. Deswegen bin ich bei Märklin "Norm" Produkten immer eher skeptisch. Aber generell ist es mit Sicherheit möglich, die Lenz Weichendecoder mit der CS2/3 anzusteuern.


    Eine einmal einprogrammierte Befehlsfolge wird, sofern man sie mit anderen, typfremden Decodern weiter verwenden will, obendrein wohl nicht funktionieren. Das müsstet du dann sowieso neu aufsetzen.

  • Hallo,

    an dieser Stelle möchte ich ein paar Erfahrungen mit der Märklin CS2 und CS3 los werde. Vielleicht kann der ein oder andere etwas damit anfangen, bzw. sein Problem lösen.

    Außerdem schert sich Märklin eigentlich nie um irgendwelche Normen anderer. Märklin hat das Selbstverständnis, "Ich bin die Norm" und alle anderen machen, sofern es nicht funktioniert, etwas falsch. Deswegen bin ich bei Märklin "Norm" Produkten immer eher skeptisch. Aber generell ist es mit Sicherheit möglich, die Lenz Weichendecoder mit der CS2/3 anzusteuern.

    Ich denke, dass sich alle Hersteller an die Norm halten. Allerdings ist nicht alles genormt bei DCC. Ich verweise hier mal auf die CV `s. Die meisten sind nicht genormt.

    Wir verwenden bei den Eisenbahnfreunden Weinheim (Anlage war in Gießen ausgestellt) die CS3 als Master und über den CAN Bus die CS2 als Slave.

    Allerdings haben wir nur die Protokolle DCC und Motorola aktiviert. Gefahren wird nur mit DCC. Bei den Loks mit Multiprotokolldecodern (ESU), sind außer DCC alle Protokolle deaktiviert. Wichtig ist in der Zentrale das mfx Protokoll zu deaktivieren. Das mfx-Protokoll verträgt sich nicht mit RailCom.

    Die Zentrale vermutet mfx (vermutlich ähnliche Abtastlücke im Protokoll), probiert einen Decoder auszulesen und bricht dann ab.

    Zum Schalten der Servo (SwitchPilot von ESU) und Schaltdecoder (LDT) verwenden wir Motorola. Historisch bedingt.

    Die Anlage funktioniert ohne Störung einwandfrei.


    Privat nutze ich ebenfalls die CS3 als Master und über den CAN Bus die CS2 als Slave. Hier ist nur DCC aktiviert. Alle Decoder (fahren und schalten) werden mit DCC betrieben. Auch hier sind in den Decodern alle Protokolle außer DCC und der Analog-Betrieb ausgeschaltet.


    Die Anlage ist aktuell nur eine Testanlage um eben alles zu testen, bevor es an die richtige Anlage geht. Servos werden mit ESU bedient. Im Test sind auch Weichenantriebe von Lenz (DCC-Decoder) und das Drehgleis. Funktioniert alles einwandfrei.


    Eine Anmerkung zu den Weichenantrieben ist noch wichtig.

    Festgestellt habe ich, dass die Weiche schaltet und dann nicht mehr reagiert. Man muss erst eine andere Weiche (Adresse) schalten, dann geht es wieder.

    Dieser Effekt tritt aber nur auf, wenn mehrere Loks auf dem Gleis stehen. Und zwar nur nach dem Einschalten. Ich vermute, dass es mit den Pufferkondensatoren zusammen hängt. Nach mehreren Minuten tritt dieser Effekt nicht mehr auf.

    Bei der geplanten Anlage werde ich zum Schalten einen eigenen Digitalkreis (Booster) realisieren. Dann ist Ruhe und es funktioniert alles.


    Ich hoffe, dass ich etwas zum Thema beitragen konnte.


    Viele Grüße und bleibt gesund

    Gregor

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!