Modellpolitik / Vorbildauswahl

  • Moin,


    tja, Leben und Leben lassen.


    Man muß nur ein paar Jahre zurückgehen, als sich Lenz traute, in die Spur 0 einzusteigen und die bis dato Nischenspurweite der Selbstbauprofis aufzumischen. Was gab es da ein Geschrei aus der Riege derer, die es sich in ihrer von Kleinstserien gefüllten Vitrinenwelt gemütlich gemacht hatten. Alle die, die es wagten, ein Startset von Lenz zu kaufen, alle die, die sich dann eine kleine Anlage damit aufbauten und vor allem, alle die es wagten, dies auch noch öffentlich in Foren zu zeigen, wurden als Spielbahner, als Lenzbahner verlacht, ausgelacht und übelst vorgeführt. Wer da nicht starke Nerven hatte, dem wurde der Spaß an der Spur 0 schnell vergällt. Wer nicht mindestens ein Lemaco/lematec/Fulgurex/Aster oder andere Edelmetalle sein Eigen nannte, war kein Spur Nuller. Und wer einfach nur seine kleine Rangieranlage mit Lenz bevölkerte, der war noch lange kein gern gesehener Gast.

    Die damaligen (ich sag nur Arge Spur 0) "Nörgel" Mitmodellbahner sind nach und nach am Aussterben und die Lenzgeneration übernimmt das Zepter. Keinesfalls sind dies die damals angefeindeten Spielbahner, sondern waschechte Modellbahner, die ihre Freude am Fahren und Bauen haben. Oder nur eins davon. Daß natürlich dem ein oder anderen sein Wunschmodell fehlt, liegt wohl vor allem in der Spurweite und der damit verbundenen Höhe einer Modellauflage. Kleine Serie, hoher Preis. Das wird sich sicher nicht ändern. Und ich glaube kaum, daß Herr Krug von seinen Loks in Spur 0 mehr als 300 Stück verkauft, wenn sie die magische Zahlgrenze von Ü2000 Euro erreichen. Aber das ist nur meine kleine Meinung.


    Ich zähle mich zu den Spielbahnern in Spur 0 und Vitrinenbahnern in Spur 1. Eine ganz üble Kombination, denn die einen lachen mich aus und die anderen bewundern den Mut, sich eine (vermeintliche teure) KM-1 V90 aufs Regal zu stellen und diese 2m hin und her dieseln zu lassen.


    Ehrlich gesagt, ist mir das ganze Gajaule egal, hauptsache, es gibt tolle Modelle und sie machen mir Spaß. Auch wenn da noch einiges fehlt.

  • Hallo Thomas,


    die Welt ist an sich sehr einfach - selten komplex.


    Wenn du alles an Modellen haben willst = besitzen = sammle H0.

    Wenn du perfekte Modelle haben willst = fahren und besitzen = Spur 1.

    Wenn du explizit Spur 0 zum spielen willst, mei - es gibt genug Loks und Wagen für EP3 Nebenbahn und Hauptbahn.


    Wenn du in Spur 0 dein Wunschmodell haben willst, nicht auf LENZ hoffen und warten.


    Grüße, Bernd

  • Hallo.


    Ich sehen lieber das die Firma lenz mit die V65 auskommt dan ein br 01 diese dampfer past nicht auf der Nebenbahn.


    Besser was die firma lenz mit Br 03 oder br 39 angekundigt haben in 2020.


    Qua wagons had lenz besser fur die Mitteleinstiegwagon ein wahl konnte machen dan die gruppe 28. Die mitteleinstiegwagen waren vonab mitten jahren 50 Auf heupt bahnen und nebenbahnen zufinden hinter V160/V100 Br 64


    Bis so weit mein bericht.


    Mit freundliche grussen.


    Bernhard

  • Hallo,


    eigentlich wollte ich mich an dieser Diskussion nicht beteiligen. doch Bernhards Plädoyer für die V65 möchte ich aus folgenden Gründen unterstützen:

    1. Ein solches Modell schließt die Lücke der Nachkriegs-Dieselloks der DB nach "unten", wäre auf jeden Fall nebenbahntauglich.

    2. Es ließen sich mehrere Varianten realisieren von denen die der Tegernseebahn am interessantesten wäre, nachdem ja nun auch die dazu passenden Umbauwagen angeboten werden.


    Hinsichtlich Bernhards Ablehnung der 01 möchte ich bemerken, daß es auch "0-Normal-Verbrauchern" Anlagen gibt, die von ihren Ausmassen her diese Lok durchaus verkraften können. Im übrigen wüßte ich nicht, weshalb eine 03 geeigneter wäre, denn ein Nebenbahn-Renner ist diese Lok wohl auch nicht.


    Im übrigen halte ich mich an den Leitspruch "Jedem Tierchen sein Pläsierchen." Alle individuellen Wünsche zu bedienen ist ohnehin unmöglich.


    Schöne Grüße

    Reinhard

  • Guten Abend,


    wenn ich das so lese, kann ich nur sagen, Wunschdenken und Vorbildkenntnisse müssen hier mit kaufmännischen Aspekten gepaart betrachtet werden.


    Was ich meine, möchte ich am Beispiel der BR V 65 und ihrer Privatbahn-Schwesterbaureihen kurz erkären:


    Die 15 MAK Maschinen der BR V65 / 265 sind eine eigene Baureihe, die bestimmte Abmessungen und bestimmte Merkmale einheitlich aufweist. Das sind z.B. ein bestimmter Kühlergrill, bestimmte Hauben etc.


    Die D600/D650 Privatbahnloks der MAK sind aber in vielen Punkten stark abweichend. Das beginnt mit anderen Kühlergrills, geht über andere Lampenanordnungen und z.T. Doppel-Lampen, über Blendschutz-Vorbauten am Dach, bis zu anderen Abmessungen. Mit anderen Worten, da gleicht keine Lok der anderen.


    Es ist also nicht mit einer anderen Lackierung getan, sondern mit großen Kosten verbunden, da andere Formen für Bauteile oder das komplette Gehäuse benötigt werden. Das Tüpfelchen auf dem i bildet dann der Sound, der sich auch sehr unterschiedlich anhört.


    Zusammenfassung: eine vorbildgetreue V65, incl. der vielen Privatbahn-Ableger dieser Baureihe kann es nicht zu geringen Kosten als Großsenrienmodell in Kunststoff- oder Zinkdruckguss-Technik geben. Entweder originalgetreue Abweichungen und Kleinserie oder nur eine stimmige Variante und günstig.


    Mag sein, dass in Spur N oder Z ein Unterschied nicht auffällt, solange die Achsfolge stimmt, in Spur 0 führt das für den Hersteller zum Shistorm!


    Ich erweitere mal auf bekannte andere Baureihen: BR 103 kennt jeder, aber nicht jeder weiss, dass die Maschinen in zwei Längen gebaut wurden, weil man die engen Führerstände kritisiert hat. Dann gab es Veränderungen als Pufferverkleidungen und Schürzen abgebaut wurden. Die E03 Vorserienloks mit ihrem anderen Lüfterband ignoriere ich mal. Auch hier wäre es also nicht nur mit zwei Pantographen-Varianten getan.


    Eine der wenigen Baureihen, wo äußerlich keine Merkmale unterschiedlich waren, die von Belang sind, ist die BR 151. Da könnte man im Grunde mit zwei verschiedenen Puffertypen, zwei verschiedenen Pantographen-Typen zumindest die "Standard-Loks" nachbilden. - Wenn man die AK-Kupplungsloks mal ignoriert.


    Und da liegt die Krux in den Wünschen vieler Nuller: jeder will seinen Lieblingswaggon, seine Lieblingslok, aber mit bestimmten Merkmalen, also geht das nur in kleinen Serien mit höheren Kosten.


    Bei den Waggons ist es ganz ähnlich: nehmen wir mal einen kurzen Personenzug mit vier Silberlingen: Steuerwagen, AB, B macht drei unterschiedliche Formen für die Wagenkästen, ach nein vier, weil dann der eine den "Hasenkasten" der nächste den "Karlsruher Kopf" möchte. Dann kommt noch der Epoche V oder VI Fan, der den Karlsruher aber ohne Gepäckabteil möchte oder den noch moderneren Steuerwagen mit "Wittenberger Kopf"


    Bei den Dampfloks ist es nicht anders: unterschiedliche Lampen, unterschiedliche Domanzahl und Bauarten, unterschiedliche Dachformen der Führerhäuser, verschiedene Windleitbleche, gekuppelt mit verschiedenen Tendern....


    Man könnte vielleicht seine Ansprüche auch mal wieder etwas zurückfahren und sich über das angekündigte Angebot freuen, welches vielfältiger ist, als je zuvor - anstatt ständig mehr, noch aufwändiger, noch mehr technischen Schnickschnack, noch mehr Varianten und das auch noch billiger denn je einzufordern.


    Liebe Nuller, wacht mal auf!


    Kopfschüttelnd


    der "Zweispurer"

  • Hallo,


    da hat Zweispurer uns noch träumen könnenden Spurnullern mal tüchtig die Leviten gelesen.

    Ich will das nicht kommentieren. Mir geht es hier um etwas anderes. Ob aus einer V65 eine Privatbahn-Variante abgeleitet werden kann, ist ohnehin solange ein Streit um des Kaisers Bart, solange es die V65 (noch) nicht gibt.


    Nun hat Lenz neben dem Dreiachser-Wagenpärchen und zwei vierachsigen Umbauwagen auch noch den dritten Wagen der TAG angekündigt. Ich kann mir kaum vorstellen, daß da im Hintergrund nicht auch eine passende Lok wartet, die in Gestalt der ebenfalls angekündigten BR 98.8..9 eigentlich schon vorhanden ist. Diese als Nachbau der ursprünglich an die K.Bay.Sts.B. gelieferten GtL 4/4 entspricht genau der 1924 bei der Tegernseebahn in Dienst gestellten Lok 6. Bei Fotovergleichen habe ich mit meinen altersschwachen Augen keinerlei auffällige Abweichungen festgestellt.


    Lok 6 tat bis 1969 Dienst und wurde 1970 verschrottet. Vier dreiachsige Umbauwagen wurden von der TAG erstmals in den 1950er Jahren beschafft, sie wurden 1962 bei einem Unfall irreparabel beschädigt. Als Ersatz erhielt die TAG drei vierachsige Umbauwagen. 1977 kamen nochmals zwei dreiachsige Umbauwagen zur TAG, die aber an dieser Stelle keine Bedeutung haben, weil Lok 6 zu diesem Zeitpunkt bereits verschrottet war.


    Für die Zugbildung mit Lok 6 ergeben sich somit zwei Möglichkeiten, entweder mit den Dreiachsern oder mit den Vierachsern. Beide zusammen geht nicht. Auch ist jetzt noch nicht abzusehen, ob die endgültigen Wagennummern dem nicht entgegen stehen. Da käme dann wieder eine Variante der V65 ins Spiel, aber dieses Kapitel ist jal auf Eis gelegt.


    Zunächst kann also weiter geträumt werden. Aufwachen kommt später.


    Schöne Grüße

    Reinhard

  • Hallo miteinander !


    Der -leider namenlose- Zweispurer hat uns nun also erklärt, dass es zwischen der DB V65/265 und den ähnlichen MaK-Privat-/Werkbahn-Loktypen (600D, 650D, 800D, 850D, 1000D und 1200D) Unterschiede gibt.

    Leider hat er uns aber verschwiegen, dass zwei V65 nach der Ausmusterung bei der DB an norddeutsche Privatbahnen (Meppen - Haselünner Eisenbahn und Bentheimer Eisenbahn) verkauft worden sind.

    Also: Geht doch !


    Für weitere Infos zu den V65/265:

    loks-aus-kiel.de - Deutsche Bundesbahn - V 65

    Infos zu den MaK-Typen:

    loks-aus-kiel.de - MaK - 1. Generation


    Viele Grüße

    Dirk

  • Moin,


    auch wenn anfangs die üblichen "muss das sein", "hatten wir schon", "ist durchgekaut" und andere ablehnende Beiträge zu lesen waren, so zeigt sich doch, das immer wieder Redebedarf zu diesem Thema vorhanden ist und sein wird.

    Ich möchte hier keinen weiteren Modellwunsch einbringen. Davon gibt es schon ausreichend. Eins sollte jedem klar sein. Kein Hersteller wird ein Modell in XX unterschiedlichen, bis ins kleinste Detail vorbildgerecht gebauten und beschrifteten Varianten auf den Markt bringen. Es obliegt jedem selbst ein Modell wie es ist zu akzeptieren oder aber selber mit Details aufzuwerten. Beispielsweise mit Hilfe "unserer" Kleinserienhersteller.

    Ein Spielbahner wird bei den Details eher mal ein Auge zudrücken. Bei den "Vitrinären" fehlt eigentlich nur noch die Forderung nach einem exakten Modellabbild des ehemaligen Lokführers und ob er Leberwurst oder Käse auf dem Pausenbrot hatte.

    Vorbeugend sei gleich gesagt, dass es sich hierbei nur um eine absichtlich übertriebene, nicht ernst gemeinte Verdeutlichung eines Gedanken zum perfekten Modell handelt und bitte mit Humor zu betrachten ist.


    Gruß Sven

  • Hallo zusammen,

    ich sehe da kein Streitpotential, da gibt es m.E. nur drei Möglichkeiten:
    1. Phantasiemodelle erstellen, die dann in den Foren mit Fug und Recht zerrissen werden, indem man einfach V65 umlackiert. Dem Einen wird´s egal sein, der Andere kauft sie nicht
    2. Die beiden von Dirk erwähnten tatsächlich vorhandenen ex. DB V65 (001 und 004) der MHE und BE darstellen, die aber erst in der Epoche IV zu den genannten Bahnen kamen. Schließt die immer noch "kaufwütigste" Gruppe der Epoche 3-Fahrer aus.
    3. ein Kleinstserienhersteller entwickelt ein Baukastensystem mit dem man sich "seine" Lok in korrekter Variante zusammenstellen kann, wie das in Echt das Erfolgsrezept von MaK war. Dann gibt es nur Bausätze, was viele nicht wollen oder können.

    Was wird m.E. folgen? Nüscht...

    Schönes Wochenende noch!
    Gruß Chris

    Der Pessimist sieht das Schwarze im Tunnel
    Der Optimist sieht ein Licht am Ende des Tunnels
    Der Realist sieht den Zug kommen
    Der Lokführer sieht drei Deppen im Gleis sitzen :D

  • Leider hat er uns aber verschwiegen, dass zwei V65 nach der Ausmusterung bei der DB an norddeutsche Privatbahnen (Meppen - Haselünner Eisenbahn und Bentheimer Eisenbahn) verkauft worden sind.

    Also: Geht doch !

    Dabei hatte die Bentheimer Lok wohl schon bald Sonnenblenden über den Stirnfenstern erhalten. Bleibt also nur die Lok von Meppen-Haselünne. Und die auch nur in Epoche IV.

    Ich hätte zwar auch Freude an einer Vierkuppler-MaK, zumal ich die DL1 der Dürener Kreisbahn noch im Betrieb erlebt habe, aber bei den vielen kleinen Unterschieden zwischen den einzelnen Loks ist sie wohl für eine Großserienproduktion weniger geeignet.


    Herbert

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