Lenz Umbauwagen 3yg(e) / Schnellzugwagen der Verwendungsgruppe 29

  • Hallo zusammen,


    heute sind die neuen 3yg Umbaudreiachser bei mir angekommen. Da es sich im Prinzip um Neuauflagen handelt, gibt es nicht viel zu berichten.

    Die größte (R)Evolution besteht m.E. darin, dass die neuen Wagen erstmals (?) das Gießener Umland verlassen haben.

    Die Neulinge sind in Hagen/Westf., BD Wuppertal beheimatet und tragen ein Zuglaufschild Hagen-Schwerte-Bestwig-Warburg-Kassel, wobei das Zuglaufschild nur auf dem AB und dem B mit der Artikelnr. -09 aufgedruckt ist. Der BD und der B mit der Artikelnr. -10 kommen ohne Zuglaufschild.

    Wem das nicht gefällt, der kann auf die von Lenz angebotenen neutralen Zuglaufschilder zurückgreifen (Artikelnr. 49019), und sich einen Zuglauf nach eigenen Wünschen kreieren.


    Viel Spaß

    Klaus

  • Hallo Nullkommnull,


    danke für die Info! Hast Du bei den Wagen ohne Zuglaufschild auch auf beiden Seiten nachgesehen? Ich habe dunkel in Erinnerung, dass die Wagen so waren, dass bei einem Pärchen nur ein Zuglaufschild pro Seite vorgesehen war und somit jeder Einzel-Wagen nur auf einer Seite ein Zuglaufschildhalter hatte. Wenn Lenz das im Modell richtig gemacht hat und die Wagen andersrum in die Schachtel getan hat, sieht man ggf. das Zuglaufschild nicht. Bin auf Deine Antwort gespannt...! ;)


    Viele Grüße

    EsPe

  • Gude,


    schön, dass es nun gute Fotos des Halbspeisewagens gibt.


    Leider hat er einige Detailfehler:

    Die Wagennummer ist falsch (es gab nur 3 dieser umgebauten Wagen 11 407 / 11 437 / 11 570).

    Die Fenster der Sitzabteile behielten beim Umbau die Lüftungsklappen oben. Das ändert die Optik des Wagens erheblich, insbesondere weil der 1.Klasse Streifen - damals noch 100 mm breit - dadurch regelmäßig in seiner Breite unterbrochen wurde. Der Streifen ist zu schmal dargestellt.

    Der Langträger war überblecht/verkleidet. Das gilt für alle zu F-Zug-Wagen hergerichteten -28/-29 Wagen, auch für die beiden anderen blauen Wagen von Lenz.

    Der 1.Klasse Streifen wurde ab 1958 eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits seit 1956 (Klassenreform) eine andere Beschriftungsvorschrift, bei der die Klassenziffern nicht mehr an der Schräge zur Tür sondern beidseits zwischen erstem und zweitem Fenster angeordnet wurden. Der Datenspiegel rutschte dadurch ein Fenster weiter. Dies gilt auch für den Lenz A4üe 11 513.

    Das DSG Speiseraum Schild sitzt falsch. Es gehört zu diesem Zeitpunkt unterhalb des Wappens angebracht. Erst Anfang der 1960er Jahre kam es an den gezeigten Platz, wahrscheinlich im Rahmen einer Neulackierung.


    Nachtrag am 13.2.22: Der Wagen hatte zum Darstellungszeitpunkt auch keine Dachläufe mehr und schon gar nicht in weißaluminium, denn die waren ja aus Holz. Daher waren dann auch die stirnseitigen Aufstiegsleitern um etwa die Hälfte bis auf Fensterbrüstungshöhe gekürzt, solange noch Signalstützen für die Owala vorhanden waren. Bis spätestens Anfang der 1960er Jahre waren die oberen Signalstützen durch tief sitzende ersetzt und die Leitern ganz entfernt.


    Quellen: W.Diener Anstrich und Bezeichnung Reisezugwagen, Seite 193; Archiv der deutschen Reisezug- und Güterwagen; Bahn Extra 6.2020, revisiondaten.de, modellbahn.net u.a. sowie diverse Vorbildfotos.

    Mit Gruß vom Nick

    Edited 4 times, last by Nick ().

  • Grüß Gott,


    beim Betrachten der Fotos dachte ich mir, schade, dass ich die Normalspur verlassen habe, das sind echt schicke Wagen. Ganz toll. Und ein für die heutigen Inflationszeiten angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Eigentlich ein Haben-Will, glücklicherweise ncht ins Portfolio passend. Due Detailfotos zeigen eine super Bedruckung, da kann sich Lenz bei seinen fleissigen Chinesen echt bedanken.


    Da finde ich es dann sehr schade, dass das Modell praktisch als vollkommen fehl am Platze dargestellt wird.
    M.E. zutreffend: Einige wenige Anmerkungen wären mit wenig bzw. keinem Mehraufwand umzusetzen gewesen, dies betrifft z.B. das DSG-Schild oder die Wagennummer. Beim Rest wrd es m.E. teuer. Als Besucher von Piko und Betrachter von You-Tube-Filmen zur Modell-Herstellung kann man schon ein wenig abschätzen, was Form- und Druckänderungen kosten.

    Ich denke, da sollte man differenzieren. Man kann den Wagen mit erhöhten Anforderungen auch zu 750 Euro anbieten, da wird ihn allerdings keiner kaufen.

    Bei den 400 Euro, die für den Wagen aufgerufen werden, bleiben knapp 80 Euro Mehrwertsteuer bei Herrn Lindner. Da bleiben dem Hersteller etwas über 320 Euro. Soll heißen, irgendwo ist die Grenze einer wirtschaftlichen Herstellung gegeben. Schön, wenn es möglich war, den Wagen so anzubieten.



    Ich denke, man sollte bei Kritik die Kirche im Dorf lassen.


    Freundliche Grüße


    Reiner

  • Ich denke, man sollte bei Kritik die Kirche im Dorf lassen.

    Moin,


    glaube nicht, dass es als Kritik gedacht war, sondern eher als ergänzender Hinweis, wie man es hätte gleich richtig machen können !


    MfG

    Was nutzt eine gute Antwort, wenn sie nicht zur Frage passt :)

  • Hallo,


    faszinierend finde ich die wippenden Faltenbalge, natürlich nur die breiten, nicht die schmalen.


    Wer den schützenden Styrodurblock beim Auspacken vorsichtig entfernt hat, sollte nachkontrollieren, ob der breite Faltenbalg eine leichte Beweglichkeit hat. Die feine Kunststoffwippe sorgt für den beweglichen „Balg-Effekt“.


    Gefällt mir sehr gut, kleines Gimmick, aber gut überlegt und umgesetzt.


    img_1963qlkgc.jpeg

  • Hallo Zusammen,


    bei mir kam die Frage auf, ob in Nahverkehrszügen der 1970er und 1980er Jahre die Schnellzugwagen Gr.29 auch noch Verwendung fanden.


    Von den Eilzugwagen E36 ist mir das bekannt. Die soll es ja dieses Jahr auch endlich als Modell geben!


    Wie wurde dann der Übergang zwischen Faltenbalg der Schnellzugwagen und Gummibalg zu Silberlingen oder 4yg Umbauwagen gemacht?


    Gibt es Vorbildaufnahmen? Ich finde keine im Netz!


    Vielen Dank und schöne Grüße

    Norbert

  • Hallo Norbert,


    schau Dir doch einfach mal einen alten Tatort an, z.B. "Der Feinkosthändler" von 1978, etwa bei 1:20:00.

    External Content www.youtube.com
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    Zur Erklärung: Den hatte ich zufällig vor einigen Monaten mal (wieder)gesehen und mit dem heutigen Fokus war mir die wilde Wagenmischung aufgefallen. Den letzten Wagen haben die vermutlich nur für den Film angehangen, weil man aus dem am Zugende so schön auf die Gleise blicken konnte (in den Filmszenen davor). Ist also nicht zwingend ein Beispiel für den Regelbetrieb.


    Fernsehen bildet - manchmal :)


    Viel Spaß

    Klaus


  • Vielen Dank Klaus für den Hinweis.


    Der Wagen am Schluss müsste eine Eilzugwagen E36 sein.


    Schöne Grüße

    Norbert


  • Vielen Dank Michael, man lernt nie aus. Sehr interessant, das wusste ich auch noch nicht. Dabei fahre ich seit 1988 jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit und habe auch die grünen 4achser Umbauwagen noch täglich erlebt.


    Schöne Grüße

    Norbert

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