Ätzteile im 3D-CAD entwerfen

  • Hallo allerseits,


    Manche Leute denken sich ja die merkwürdigsten Vorsätze fürs neue Jahr aus. Ich kam irgendwie auf die Idee dieses Jahr mich endlich ans Ätzen ranzutrauen.


    Eigentlich wollte ich das ganze in 2D zeichnen, aber Q-Cad konnte mich irgendwie nicht überzeugen. Jetzt könnte ich nach einem anderem, gerne parametrischem 2D CAD-Programm suchen. Da ich aber hauptberuflich Ingenieur bin und eigentlich recht geübt im Umgang mit 3D-CAD Programmen, habe ich dann doch gedacht, dass das doch in 3D gehen muss! Auf der Arbeit nutzen wir Siemens NX, aber fürs Hobby möchte ich dieses jedoch nicht verwenden. Daher fiel die Wahl erstmal auf Fusion360 und Freecad.


    Ich habe mir ein kleines Testobjekt ausgedacht. Wie unten abgebildet, wirklich nichts wildes, sondern nur um die Biegezugaben ausprobieren zu können. Enthalten sein sollte sowohl eine 90 Grad Biegung und eine 180 Grad Biegung. Natürlich jeweils mit halb-geätzter Biegelinie. Nun gibt es ja allerhand verschiedene Vorgaben je nachdem wen man fragt wie groß diese sein sollen.

    Ich versuche hier jetzt mal eine 0.6mm Breite der Biegelinie für 90 Grad und 0.9mm Breite (1.8xBlechdicke) für 180 Grad zu erreichen.


    Fusion_bench_Teil_zeichnung.jpg

    Und dann.. fingen die Probleme an!


    Statt Radius 0mm muss 0.01mm herhalten. OK! Fusion360's Flansch Funktion unterstürzt jedoch leider keinen 180 Grad Winkel. Daher müsste man sich mit ~178-179 Grad begnügen.

    Fusion_bench_Error.jpg

    Es sei denn man nutzt einen der verschiedenen Workarounds. Zum Beispiel kann man einen Pfad in ein Blech konvertieren. Dann klappt es auch mit einer 180 Grad Biegung. Das ist aber bei komplizierten Teilen deutlich aufwendiger, z.B. wenn mehrere Bleche erst zusammengefügt und dann wieder in ein Blech zurück umgewandelt werden müssen. Aber es scheint zu Funktionieren und die Abwicklungs-Funktion von Fusion macht bisher alle Versuche mit.

    Fusion_bench_Teil.jpg

    Allerdings lässt sich in Fusion der sogenannte K-Faktor, welcher die Biegezugabe bestimmt, nur "global" über das Material einstellen. Das bedeutet, ich muss den selben K-Faktor für beide Biegungen verwenden und kann damit nicht beide Werte passend hinbekommen, da die Biegelinie der 180 Grad Biegung immer doppelt so breit sein wird wie die der 90 Grad Biegung. In der unten abgebildeten Abwicklung aus Fusion, wäre die Biegelinie der 180Grad Biegung also zu breit, wenn die Breite der 90 Grad Biegelinie passen soll, wozu K=0.75 verwendet wurde.


    Fusion_bench_abwicklung.jpg



    FreeCAD habe ich in den letzten Jahren weniger genutzt, einfach weil Fusion360 mich eigentlich sehr überzeugt hat. Insgesamt finde ich in FreeCAD ist es einfach etwas häufiger der Fall, dass man sich eine Konstruktion "zerschießt" und dann aufwendig Referenzen neu setzen muss. Aber das ist nur meine Meinung und insgesamt ist Freecad in den letzten Jahren schon weit gediehen muss ich zugeben nachdem ich es jetzt mal wieder genutzt habe.


    Freecad unterstützt im Gegensatz zu Fusion 180 Grad Biegungen im dortigen Äquivalent zur Flansch-funktion. Also sind dort keine Umwege notwendig um das unten stehende Ergebnis zu erreichen. Jedoch gibt es in Freecad dafür natürlich neue Probleme.

    FreeCAD_bench_Teil.JPG

    Zum Beispiel sind in der mit der Abwicklungs-funktion erzeugten Abwicklung die Linien für Breite der Biegelinie nicht sichtbar, nur dessen Mittellinie. Vielleicht gibt es dafür ja einen einfacheren Workaround, meiner jedenfalls war die einzelnen Biegungen/Folds manuell wieder zu entfalten. Dann sind die Breiten der Biegelinien sichtbar. Zudem ist, wenn jede Biegung einzeln entfaltet wird, es möglich unterschiedliche K-Faktoren für jede Biegung festzulegen!

    FreeCAD_bench_abwicklung.JPG


    Man kann nun also für die 90Grad Biegung K=0.75 und für die 180Grad Biegung K=0.55 verwenden und kommt somit zu unten stehenden Abwicklung mit den vorgesehenen Werten.

    FreeCAD_bench_abwicklung_zeichnung.JPG


    Anschließend müssen in beiden Programmen die Zeichnungen natürlich exportiert und in einem 2D-Vektorzeichenprogramm angeordnet, Flächen gefüllt, Halte-Stege hinzugefügt werden und so weiter.



    Bevor ich jetzt aber anfange etwas richtiges zu Zeichnen würde ich mich sehr freuen eure Meinung zu hören. Ist hier jemand der seine Ätzteile in 3D zeichnet?

    Bin ich eventuell total auf dem Holzweg und habe vielleicht noch andere Probleme übersehen speziell in FreeCAD?

    Ich bin mir noch nicht so richtig sicher, ob ich nicht doch lieber das ganze in 2D erstmal zeichnen sollte. :D


    Beste Grüße aus Dänemark,

    Bastian

  • Hallo Bastian,


    da ich so gut wie nichts in 3D zeichne, obwohl meine Programme das könnten, kann ich die zum Für/Wider für Ätzzeichnungen in 3D nichts sagen.


    Ich zeichne aber recht viele Ätzzeichnungen, allerdings alle in 2D und das geht für mich eigentlich recht schnell. Nachteil gegenüber 3D ist auf jeden Fall das räumliche Denken, dass man können sollte, speziell bei komplexeren Konstruktionen. Man muss sich vorab schon vorstellen können, wie das Ergebnis zuletzt aussehen wird, wenn es gebogen, gefaltet, ... wird.

    Das fängt bei normalen 50/50 Ätzungen an und wird komplizierter bei 35/65 oder sogar mehrlagigen Ätzungen. Ich für meinen Teil arbeite lieber im 2D Bereich.

    Ganz nebenbei, mein Ätzer braucht nichts geschwärzt, will am liebsten auch gar nichts geschwärztes haben. Dies freut natürlich mich, denn schwärzen ist mit CAD Programmen immer eine sehr komplexe Arbeit, da keine Füllfarbe verwendet wird sondern Striche, die auch die Dateien immer riesig groß machten.

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Moin Bastian,


    ich kann Dich erst einmal dahin gehend bestätigen, dass auch ich es angewöhnt habe grundsätzlich a jedes Projekt ersteinmal als 3 D Modell zu zeichnen und somit eine virtuelle Montage vorzunehmen, um es danach zu zerlegen und in die Formate der einzelnen Herstellungsverfahren zu überführen.


    Das habe ich auch mit Ätzteilen gemacht. Dazu habe ich meist in FreeCad in der Draft Workbench auf die 3D Teile eine 2 D Projektion angewendet und diese Objekte dann exportiert, so dass ich diese dann z. Bsp. mit CorelDraw weiterbearbeiten konnte.

    Meist ist es ja so, dass der Dienstleister der Wahl Format und Tool vorgibt.


    Das Biegethema war für mich bis jetzt nicht akut da. Ich habe, wenn erforderlich, eine manuelle Anpassung an die Biegeflächen vorgenommen.

    Orientiert habe ich mich hier: https://www.themt.de/mt-0170-etch2-49.html

    Ist aber nur das Beispiel für 90 Grad. Wenn das Freecad kann würde mir das schon helfen. Wie heißt denn die Funktion?

    Der Theorie nach würde ich auch mit dem äußeren Umfang der Biegelinie kalkulieren.


    Ansonsten wäre ggf. zu überlegen, ob man unbedingt eine 180 Grad Biegung braucht und nicht mit einer zusätzlichen Materialschicht aus kommen kann?

    Kommt sicher auf den Anwendungsfall an. Eine mehrschichtigen Aufbau halte ich leichter in 3D und 2D zu konstruieren.


    Viele Grüße

    Kalle

  • Guten Abend,


    kallekutter: Klingt nach einem sinnvollem Ansatz!

    Man benötigt die Sheetmetal Toolbench für Freecad. Diese ist nicht standardmässig in der Installation enthalten, sondern muss über Werkzeuge --> Addon-Manager installiert werden.

    Das von mir angesprochene Equivalent zur Flansch Funktion in Fusion ist "Make Wall", das 2. Symbol in der Werkzeugleiste.

    Hier kann man in einem Beispielvideo sehen wie die Sheetmetal funktionen genutzt werden. Leider alles in Englisch inklusive der Workbench wenn sie denn installiert ist. Nachtrag: Hier noch ein Video auf Deutsch, auch wenn es schon 2 Jahre alt ist.


    DT1 / Wolfgang: Danke für deine Ausführungen. Es geht ganz bestimmt nur schwer ohne räumliches Vorstellungsvermögen. Das stimmt. Dass die grosse Mehrzahl in 2D arbeitet habe ich auch schon bemerkt. Ich tippe auch mal, dass man in 2D schlichtweg schneller ist als in 3D.

    Dass klingt als würdest du direkt die Zeichnung aus dem CAD dem Lohnätzer zukommen lassen. Das ist natürlich sehr praktisch!

    Mal ganz "blöd" gefragt: Woher weiss der Ätzer denn, welche Bereiche stehen bleiben sollen, wenn du selber keine Füllung vorgeben musst? Ich meine mich zu erinnern, dass du hier im Forum mal geschrieben hattest ViaCAD zu benutzen, oder?


    C_h_o_p_i_n / Stefan: Danke für den Hinweis. Ich habe im Forum dort schon ein wenig gelesen, aber mich noch nicht angemeldet. Auf einen Beitrag von dir bin ich da auch schon gestoßen zu einem ähnlichem Thema. Es wirkt als hättest du es in Freecad auch schonmal versucht? Wenn ich mit Freecad weitermache kann ich mir gut vorstellen dort mal nachzufragen z.B. zur Verwendung der Abwicklungsfunktion in Freecad bezüglich der benötigten Linien.


    Am liebsten würde ich ja in Fusion bleiben, da ich dort bisher alles rund ums Hobby erledigen konnte und dort schon einiges gezeichnet habe was man so braucht (Radsätze z.B.). Dann müsste ich wohl nur auf die 180 Grad Biegung verzichten oder die Biegelinien jeweils im anschliessenden 2D-Programm / beim Anordnen noch anpassen.


    Ich bin glaube ich noch etwas vorbelastet von den Schlosser Ätzbausätzen in H0m. Ich weiss zwar, dass die Konstruktion sich so nicht in 1:1 in Spur 0 übertragen lässt, aber wer einmal so ein Messing-Origami zusammengefaltet hat, kriegt das so schnell nicht wieder aus dem Kopf :)


    Beste Grüße aus Dänemark,

    Bastian

  • Hallol Bastian,


    ich zeichne wie DT1 meine Ätzzeichnungen auch in einem 2D Programm. Im Normalfall erwartet die Ätzerei von Dir eine Zeichnung für die Vorder- und Rückseite des Bleches. Bei den Ätzereien gibt es das Positiv und das Negativ Verfahren. Bei dem einen Verfahren bleibt beim Ätzen alles stehen was schwarz auf der Zeichnung ist, beim anderen umgekehrt.


    Einige Infos dazu auch im Buntbahn Forum


    Dazu benutze ich in meinem Programm 4 Layer:

    Hilfslinien - blau

    Layer 0 für Teile mit gleicher Kontur auf Vorder- & Rückseite - schwarz

    Konturen nur für Vorderseite - grün

    Konturen nur für Rückseite - grün

    Hier mal ein Beispiel für ein Teil mit Biegelinie. Bei einer 90 Gradbiegung sollte die geätzte Biegelinie etwa 120% der Blechstärke betragen. Je nach Programm kannst Du Biegelinien über die Strichstärke erstellen oder als Rechteck. Auf jeden Fall muss die Strichfarbe oder Füllung dann weiß sein, damit es auf einer Seite weg geätzt wird.





    Gruß

    Kpt. Blaubär

  • Hallo Bastian,


    Ätzzeichnungen in 3D, das ist schon interessant. Ich zeichne meine Ätzvorlagen in 2D in SolidEdge, wie NX von Siemens, die 2D Version ist kostenlos verfügbar.


    Der bekannte Spur Nuller Stefan Panske hat eine Brochüre mit dem Thema Ätztechnik aufgelegt. Eine kostenlose Version ist im Netz vor zu finden. Das hat mich am Anfang sehr geholfen.


    Viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen aus den Niederlanden,

    Frank

  • Hallo allerseits,


    Manche Leute denken sich ja die merkwürdigsten Vorsätze fürs neue Jahr aus. Ich kam irgendwie auf die Idee dieses Jahr mich endlich ans Ätzen ranzutrauen.

    Guter Vorsatz Bastian,


    ich schleppe den gleichen schon seit Ewigkeiten jedes Jahr mit - habs mir für 2022 schon gar nicht mehr vorgenommen.


    Bezüglich der 2D/3D-Frage:

    Ich mache ja auch fast nur noch 3D (um dann daraus z,B. 2D-Zeichnungen fürs Lasern zu generieren), aber das ist leider noch keine Garantie für problemlose Bauteilmontage. Ich bin da mit meiner naiven Herangehansweise auch schon auf die Schnauze gefallen und habe zwar schöne Bauteile generiert, die ich aber nicht vernünftig montieren konnte, u. a. weil "was im Weg" war. Und die Ersparnis gegenüber weitgehend getrennter 2D/3D-Konstruktionen war eigentlich auch überschaubar: Dinge wie Schnittbreite und Haltestege sowei Anordnung der Einzelteile auf der Materialplatte lassen sich - zumindest mit meiner Software - in der 3D-Konstruktion nicht wirklich berücksichtigen.

    Also wenn schon 3D, dann wärs doch schön, wenns auch noch die Möglichkeit hätte, Einzelteile zu animieren, d.h. Vorgänge wie "Abkanten" sollte man simulieren können - und dann auch gewarnt werden, wenns zu Kollisionen kommt. Müsste doch eigentlich mit moderner CAD möglich sein?


    Mal pragmatisch betrachtet (bzw. blöd gefragt):

    Die Ätzzeichnungen (wie auch immer generiert) kann man doch auch einfach auf (dünnen) Karton ausdrucken und dann erst mal zur Probe Falten/Biegen/Stecken bevor man teuer Geld ausgibt? Und obs jetzt wirklich 3D-Tools zur Blechbearbeitung bei 0,5mm Blechen braucht? Ich hab die auch schon mal genutzt, aber als Overkill wieder abgetan. Mit den "Faustformeln" zur Nutenbreite etc. scheinen ja schon Generationen von Modellbauern ganz gut zurecht gekommen zu sein!?

    Letztlich stellt sich (für mich) nur die Frage: Wie komme ich am schnellsten zu fehlerfreien Vorlagen für den Ätzer? Und wenn das die 3D-Blechbearbeitung in der CAD mit anschließender Abwicklung ist: Okay, dann mach ich das halt so - auch wenn ich derzeit noch dran zweifle.


    In diesem Sinne Bastian: Mach da doch mal den Vorturner! Ich schau mir das gerne an und freue mich drauf, dabei was zu lernen. Und vielleicht nehme ich mir dann ja sogar für 2023 wieder vor, ins Ätzen einzusteigen.

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

  • Guten Abend,


    Danke für das schöne Beispiel an Kpt. Blaubaer ! Den Faden im Buntbahn-forum kannte ich zwar schon und ich hatte ihn bestimmt schon 2 mal gelesen.. und habe ihn trotzdem nochmal gelesen. ^^ Auf jeden Fall sollte ich mich wohl bald auf einen Ätzer und damit dann auf die erforderlichen "Zeichnungsvorgaben" mal festlegen.


    Danke ebenfalls für den Hinweis auf Solid Edge 2D an FrankJ. Ich habe das mal ausprobiert und es gefällt mir sehr gut bisher. Deutlich besser als Q-Cad, was aber wohl auch daher kommt, das ich als Student mal einen Nebenjob hatte in dem ich in Solid Edge konstruiert habe und mich daher die Oberfläche und die Icons sehr an früher erinnern. Aber es bietet auch alles was ich bis jetzt gesucht habe. Das wird erstmal weiter verwendet. Zeichnest du deine Ätzplatine dann direkt im Solid Edge 2D und stellst deinem Ätzer dann die Zeichnung direkt aus dem CAD als dxf / dwg oder ähnliches zur Verfügung, oder gehst du dann noch den Umweg über ein anderes Programm?


    Und obs jetzt wirklich 3D-Tools zur Blechbearbeitung bei 0,5mm Blechen braucht?

    Ich bezweifle es auch irgendwie, aber ich werde das jetzt trotzdem mal ausprobieren! Aber ganz sicher ohne 3D Simulation der Biegevorgänge um Kollisionen zu vermeiden wie von dir vorgeschlagen. :D


    Nach ein paar Versuchen habe ich beschlossen erst einmal in Fusion360 zu bleiben und dann von dort aus die Abwicklungen einiger Teile in 2D zu exportieren. Ich tippe mal einige Kleinteile zeichne ich dann bestimmt auch direkt im 2D.


    Vorturnen mit Schritt für Schritt Anleitung zum Mitbacken muss ich jetzt nicht unbedingt, aber ich berichte gerne sowie es etwas mehr zu sehen gibt :!:

    Danke auf jeden Fall schonmal für die Hilfe, das hat mich sehr gefreut!


    Beste Grüße,

    Bastian

  • Hallo Bastian,


    da ich mit Turbocad arbeite, war die Bereitstellung eines für die Herstellung der Ätzfilme geeigneten Datenformats ein zu lösendes Problem. Ich verwende seit seit mehr als 10 Jahren "eDocPrintPro" um die pdf-Dateien für die Flmherstellung zu erzeugen. Das Programm arbeitet wie ein Druckertreiber und ist für private Anwenungen frei. Es kann problemlos aus dem Internet geladen und installiert werden.


    Grüße aus Erfurt

    Wolfgang

  • Hallo Bastian,


    es gibt solche und solche Ätzer, die einen wollen ein pdf, andere CAD Dateien, AI Dateien, ... Die meisten die ich kenne wollen geschwärzte (positiv oder negativ) Zeichnungen, manche arbeiten noch mit Filmen, andere brauchen keine Filme mehr weil die Belichtung direkt aus einem Rechner erfolgt. Die meisten Ätzer nehmen die Datei und ätzen einfach, andere sehen sich die Zeichnung an und du bekommst eine Rückmeldung wo sie zB ein Problem sehen.


    Ich arbeite seit längerer Zeit mit einem Ätzer, der braucht keine Filme, hat am liebsten CAD Zeichnung als dxf und dies ungeschwärzt, sieht dann also so aus:



    Die Zeichnungen werden dann von einem Design Team begutachtet und ich erhalte eine Rückmeldung, wie in dem Falle:



    Dies kann ich mir dann nochmals ansehen und entweder war dies so von mir gewollt oder ich überarbeite die Zeichnung und ich sende sie erneut. Erst dann wird die Zeichnung von dem Team geschwärzt und mir zur Freigabe vorgelegt, dann geht es in die Produktion. In dem Beispiel oberhalb war dies genau so gewollt ;)


    Du siehst also, jeder Ätzer kocht sein Süppchen anders,

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Moin,

    Danke ebenfalls für den Hinweis auf Solid Edge 2D an FrankJ. Ich habe das mal ausprobiert und es gefällt mir sehr gut bisher.

    [snip]

    als Student mal einen Nebenjob hatte in dem ich in Solid Edge konstruiert

    Ja - das Solid Edge ist nicht schlecht - ich nehme es nachdem im letzten Jahr mein langjähriges CAD-System wegen Betriebssystemupdate nicht mehr zur verfügung steht - für die Planung von Treffenlayouts. Ausserdem bist Du doch auch in "der Siemens-Welt" unterwegs - sooo unterschiedlich ist das ja dann nicht.


    stellst deinem Ätzer dann die Zeichnung direkt aus dem CAD als dxf / dwg oder ähnliches zur Verfügung, oder gehst du dann noch den Umweg über ein anderes Programm?

    und

    es gibt solche und solche Ätzer, die einen wollen ein pdf,

    Es lassen sich auch Solid Edge direkt PDFs erstellen => über die Druckfunktion und dann - ich meine es hiesse - MicrosoftPDF.


    Grüße
    dry

  • Hallo zusammen,


    Danke für eure Hinweise und Tipps zu auf PDF-Drucker und andere Export-varianten. Ich denke, dass muss ich einfach mal alles ausprobieren und dann im Kontakt mit dem Ätzdienstleister abklären was funktioniert.


    Ich habe in der Zwischenzeit mal in Fusion mit den Blechfunktionen unter soweit möglich Einhaltung der Ätzregeln, die ich mir so in Foren zusammengesucht habe, rumgespielt. Rausgekommen ist der Anfang für ein kleines Fahrgestell in 0m mit 3-Punkt Lagerung. Es fehlen natürlich noch ganz viele Details.



    Bevor jetzt zu viele Kommentare kommen: Ja, vermutlich braucht dieser kurze Wagen die 3-Punkt Lagerung nicht wirklich. Man muss aber wissen, dass ich hier eine Altlast in Form einer kleinen Kiste mit den gegossenen Achslagern liegen habe.

    Diese waren mal mein erster Gussversuch überhaupt und quasi mein Lehrgeld, denn leider sind dort die Bohrungen für die Pinpoint-Achslagerbuchsen nicht gelungen. Eine Bearbeitung, sodass der Wagen danach auch grade auf den Gleisen steht, traue ich mir mit meinen Mitteln nicht zu und irgendwie möchte ich sie gerne doch verwenden. Daher die Idee einer "versteckten" Dreipunktlagerung.


    Und hier dann die Abwicklung der hier abgebildeten Teile (mal von den gegossenen Achslagern abgesehen) in Fusion360. Die gestrichelte Mittellinie der Biegungen habe ich bisher in Fusion nicht ausgeblendet bekommen, aber das macht ja nix.



    In die Werkstatt schaffe ich es im Moment nicht, aber etwas Zeit zum zeichnen sollte sich noch finden die nächsten Tage..


    Mal sehen was dann mein Lehrgeld beim Ätzen wird. ^^


    Grüße aus Dänemark,

    Bastian

  • Danke Wolfgang für den guten Service!


    In der Tat hatte ich den "Tab" dort als letztes hinzugefügt und hatte diesen beim Erstellen der Grundfläche des Bleches natürlich nicht bedacht. Wobei ich ja die Aussparung dort schon extra hinzugefügt hatte um etwas Abstand zu gewinnen. Das wäre einem in 2D mit Sicherheit nicht passiert ^^


    Beste Grüße aus Dänemark,

    Bastian

  • Hallo Bust,


    danke für den Denkanstoß, in Fusion360 mit der Blechfunktion Ätzteile zu zeichnen und zu montieren! Das habe ich heute mal ausprobiert und das geht recht gut.

    ...

    Die gestrichelte Mittellinie der Biegungen habe ich bisher in Fusion nicht ausgeblendet bekommen, aber das macht ja nix....

    Ich habe beim DXF-Export eine Datei erhalten, die verschiedene Layer aufwies. Die Mittellinien der Biegungen waren auf einem eigenen Layer, den ich nach Import nach QCAD einfach ausgeblendet habe und schon waren sie verschwunden! Das nur mal als Info. Vielleicht hilft Dir das ja, die Mittellinien loszuwerden.


    Viele Grüße

    EsPe

    Ja, ich mag die Spur 1 nicht!

  • Hallo Espe,

    ...danke für den Denkanstoß, in Fusion360 mit der Blechfunktion Ätzteile zu zeichnen und zu montieren!

    Gern geschehen! Ich schicke den Dank gleich zurück für den hilfreichen Einwurf! Die Ebenen im DXF sind natürlich auch in so ziemlich jedem anderem Programm, das mit DXF kann, vorhanden. Ich habe grade mal Illustrator und SolidEdge2D getestet.


    Ergänzen sollte man aber noch, dass Autodesk einem in Fusion mit Absicht das Leben etwas schwer macht in der kostenlosen Lizenz seit dem Update (oder besser gesagt Downgrade) vor einer Weile.


    Es gibt 2 Möglichkeiten (vermutlich noch mehr) seine Abwicklungen zu exportieren.


    1) Man kann alle Abwicklungen eines Projekts in einer Zeichnung sammeln. Allerdings hat man als "Hobbynutzer" leider nicht mehr die Möglichkeit seine Zeichnung zu exportieren.

    Dem kann man natürlich Abhilfe schaffen, indem man einen pdf-printer benutzt. Drucken darf man natürlich noch. Dann allerdings habe ich eine pdf-Datei, die a) eben nicht die Ebenen hat um die gestrichelte Biegelinie auszublenden und b) z.B. in SolidEdge2D nicht zu öffnen ist ohne weiteren Zwischenschritt.


    2) Alternativ kann man in Fusion die Abwicklung jedes einzelnen Blechteils als dxf exportieren. Das klappt super und bietet auch die Ebenen, bedeutet aber eben, dass man dies für jedes Blechteil einzeln machen muss. Also jede Menge klicks und jede Menge dxf-Dateien, die man dann hantieren muss.


    Falls jemand einen einfacheren Weg findet, gerne her damit. Ich tendiere grade eher zum einzelnen Export als dxf-Dateien.


    Beste Grüße aus Dänemark,

    Bastian

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!