Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild

  • Ein Bau begleitender Werksattbericht


    Seit fast einem Jahr baue ich nun an meinem Regelspur-Triebwagen ET85. Er ist komplett gebaut aber noch nicht lackiert. Dazu muß ich die „Nitro verträgliche Freilandsaison“ abwarten.


    Nun ist es an der Zeit, daß ich wieder schmalspuriges Modell baue und hier vorstelle. Kürzlich hat Detlef Racky einen Kessel für die Plettenberg Kastendampflokomotive konstruiert, der bei Kalle Stümpfl als 3D Druck zu bekommen ist. Also nichts wie ran, einen Kessel bestellen und in den Schrank mit den vielen Bausätzen eingetaucht. So liegt nun das neue Projekt auf der Werkbank.


    Basis für die entstehende Kastendampflokomotive ist der Bausatz, besser die Platine, von Uwe Ehlebrach) (U.E.). Mein Bausatz stammt aus der ersten Serie, also konzipiert für Spur 0e. Dazu kommen nun der Kessel und die Kleinteile von Detlef Racky und Kalle Stümpfl. Der Antrieb wird ein Eigenbau und dann werden natürlich noch einige Messing-Bauteile aus meinem Programm das Modell ergänzen.


    Im Gegensatz zu meinen Bauberichten der letzten Jahre werde ich dieses Mal den Bau begleitend immer wieder Berichte und Fotos unter diesem Thema einstellen. Fragen zum Bau des Modells können gerne gestellt werde, die werde ich auch beantworten. Bitte jedoch keine Diskussionen entfachen, das würde den Werkstattbericht dann sprengen.


    Vorne weg noch etwas zur Umsetzung des Vorbilds ins Modell. U.E. hat sich als Vorbild für seine Platine die Plettenberg Lokomotive Nr. 5.2 ausgesucht. Allerdings hat er den charakteristischen schrägen Kohlekasten an der Stirnseite des Führerstands nicht nachgebildet. Ebenso ist der Verlauf der Nietreihen nicht ganz identisch. Der Bausatz trotzdem empfehlenswert, wer will, der kann sich den Kohlekasten ja selbst bauen und ansetzen.


    Dem Bausatz liegen zusätzliche Bleche für eine Pufferbohle mit Regelspurpuffern bei. Da die Lokomotive Nr. 5.2 um 250 mm schmaler ist wie die bekannten Plettenberg Lokomotiven mit den Regelspurpuffern, hat es sie nie mit Puffern zum Betrieb auf Dreischienengleis gegeben.


    Soweit ich weiß ist die zweite Auflage des Bausatzes von U.E. in den Abmessungen identisch und nur auf die Spur 0m angepaßt. Die Platine enthält nun auch Rahmenbleche mit Niete Nachbildungen und es gibt dazu einen Antrieb, Räder und eine passende Steuerung. Dies alles basierte bei der 0e Variante noch auf einem modifizierten Magic Train Fahrwerk.


    Wer mehr zu den Vorbildern wissen möchte, der sollte sich unbedingt das Buch „Plettenberger Kleinbahn“ von Wolf Dietrich Groote kaufen.


    Genug des Vorgeplänkels, jetzt wird es ernst.



    Bericht 1: Der Antrieb


    Wie oben erwähnt ist von U.E. ein MT Fahrwerk vorgesehen gewesen. Vor Jahren hatte ich schon einen eigenen Antrieb konzipiert, der bei meiner Bausatzaktion der MEG Lokomotive Nr. 46 zum Einsatz kam. Diesen Antrieb habe ich jetzt wieder verwendet. Ein Modellbahnfreund hat mir die Rahmenteile CNC gefräst, so konnte ich relativ schnell alles zusammenbauen.


    Beide Achsen haben Zahnräder z=22, die Zwischenzahnrädern z=18 alle Modul 0,5. Auf die Welle des Faulhaber Getriebemotors 1616 E012 ist eine entsprechende Schnecke aufgeschoben. Die Zahnräder mußten angepaßt werden. Sie bekamen alle einen zweiten Bund und wurden in der Breite über die Bünde so abgedreht, daß sie mittig im Rahmen liegen. Alle Zahnräder und die Schnecke wurden mit der rotierenden Drahtbürste entgratet. Als Räder hatte ich aus meinem Fundus noch vier sogenannte Polenräder mit 17,5 mm. Dies entspricht nicht ganz den 810 mm des Vorbilds (18 mm im Modell).


    Die Teile des Antriebs sind mit Verschraubungen so zusammen gefügt, daß er jederzeit auseinander genommen werden kann. Auch die Radsätze können ohne Abziehen der Räder entnommen werden. Die Bodenplatte habe ich aus einer Pertinax Platte hergestellt. An dieser werden später seitlich die Radschleifer aus Bronzeblechstreifen montiert.


    Der Antrieb ist nun fertig, fährt im analogen Probebetrieb ohne zusätzliche Belastung bei 0,8 Volt ruckfrei an. Jetzt kommt die nächste Herausforderung: wie wird dieser Antrieb in die Teile des Bausatzes von U.E. eingepaßt. Was muß geändert und wo müssen neue Teile hergestellt werden?


    Grüße aus VAI

    Armin.






  • Hallo Armin,

    wahrscheinlich bekommst Du viele Anfragen,

    aber genau so etwas ( gute Fahrwerke ) fehlen auf dem Meterspur Sektor.

    Trotzdem darf ich fragen ob Du solch ein Fahrwerk als Bausatz oder komplett verkaufst und zu welchem Preis?


    Gruß

    Hannes

  • Hallo Armin,


    das sieht zum EInen sehr wertig und damit auch schön schwer aus und der direkte Antrieb beider Achsen über Zahnräder macht vieles leichter. Mit recht geringem Aufwand liese sich die vordere Achse auch pendelnd lagern, die mittigen Zahnräder machen dies ja möglich.

    Und ja, ein solches Fahrwerk ob nun in 0e oder 0m wäre wünschenswert...


    Gruss, Dirk

  • hallo Dirk,


    sicherlich wäre eine Pendelachse möglich, den Aufwand dafür schätze ich höher ein. Ob nur das Pendeln um das Zahnrad einer Achse ausreicht bezweifle ich. Bei satt eingreifenden Zahnrädern führen solche Bewegungen zwischen den Zahnrädern zum Klemmen. Wie oben beschrieben habe ich diesen Antrieb in mehreren MEG Lokomotiven und sogar modifiziert als 3 achsige Lokomotive in meine sä.Ik eingebaut. Trotz der starren Achsen führt das auf meinen Modulen zu keine Probleme, weder bei der Stromaufnahme, noch beim Befahren der Weichen oder Modulstößen.


    Ich glaube, daß pendelnd gelagerten Achsen viel zu viel überschätzt werden. Schaue einmal H0 Großserienmodelle an, fast keine haben eine Pendelachse. Ich liege vielleicht mit dieser Einschätzung nicht im Mainstream, meine Modelle mit den selbst gebauten Antrieben sprechen jedoch für sich. Ich sehe die Lösung für ein sicheres Fahrverhalten eher darin, daß Gleise exakt verlegt sind und Räder wie auch Schienenprofile regelmäßig gereinigt werden.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Bericht 2: Entscheidung und Drehfenster


    Lange habe ich mit mir gerungen, wie ich das Modell bauen möchte. Soll es so gebaut werden, wie es Uwe vorgesehen hat? Also ein kubischer Kasten mit geraden Kanten, so wie man die Plettenberger Kastendampflokomotiven kennt. Oder ist der Maßstab des Modellbauers das Vorbild, dann muß bei der Nachbildung der Plettenberg Lokomotive Nr. 5.2 der Kohlekasten nachgebildet und ergänzt werden.


    Die Entscheidung ist gefallen, ich halte mich an das Vorbild und werde den Kohlekasten ergänzen. Das wird mein Modell ein Wenig exklusiver werden lassen, da wohl die meisten Modellbahner das gewohnte geradlinige Erscheinungsbild einer Plettenberger Kastendampflokomotive bevorzugen.


    Um den nicht so Bewanderten in der plettenberger Fahrzeugkunde einen Eindruck zu geben stelle ich das Werksfoto von HENSCHEL zu dieser Lokomotive hier ein. Das Foto stammt aus der Sammlung von Wolf Dietrich Groote. Das Originalfoto befindet sich in der Sammlung des Heimathauses Plettenberg. Beide Quellen haben dem Einstellen des Fotos hier zugestimmt.



    Als erstes mußte nun die Stirnwand auf der Lokführerseite für den Kohlekasten vorbereitet werden. Die Öffnung mit den beiden Klappen wurde verschlossen und das waagrechte Abdeckkprofil wurde Ergänzt.



    Bevor der Korpus des Gehäuses rechtwinklig zusammen gelötet wird, ist es empfehlenswert einige Details anzupassen. Als ersten wurden die ovalen Fenster so vorbereitet werden, daß sie später beweglich eingebaut werden können. Zwar sind kleine „Stipsel“ an den Rahmen angeätzt, die jedoch nach dem Entfernen der Hinterätzung gegen Null strebten. Ich habe als Ersatz 0,5 mm Drähte aufgelötet und mit Bandagen aus Kupferfolie gesichert.



    Die beweglichen Fensterrahmen werden nach der Lackierung von Innen eingelegt und mit einem aufgeklebten Blindrahmen ebenfalls von Innen gesichert. Die Verglasung wird erst nach der Lackierung erfolgen.




    Als nächstes werden die vier Wände mit Anbauteilen ergänzt. Es sollten nur die Teile angebracht werden, die die rechtwinklige Montage der Wände nicht behindern. Das wird dann im nächsten Bericht beschrieben.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Bericht 3: Wagenkasten


    Wie im Bericht 2 angekündigt, wurden als nächstes die Wände mit einigen Details bestückt. Die abstehenden Gußteile wie Laternen, Bremsschläuche, Heizkupplungen und Schlußscheibenhalter werden erst ganz am Schluß angesetzt, da sie bei der weiteren Montage im Wege wären.


    Beim Auflöten der Führungsschienen stellte ich fest, daß die Wände einen nicht auszugleichenden Fehler haben. Die äußeren Abmessungen sind zwar korrekt, die Höhen der Fenster, der ringsum laufenden Deckleisten und der Führungsschienen für die „Fensterläden“ stimmen jedoch nicht mit dem Vorbild überein. Zwischen der oberer Führungsschiene und der Dachkante müßte noch eine Stück Wand zu sehen sein. Bei Darstellung des Modells in Epoche III befindet sich in diesem Bereich die Regenrinne. Regenrinne und Regenfallrohre sind auf dem Werksfoto und einem Foto aus den 30er Jahren noch nicht vorhanden. Da ich mein Modell der Zeit vor 1930 nachempfinde, verzichtete ich auf diese Details und eine entsprechende Korrktur.


    An den Pufferbohlen besitzt das Original über den Schienenräumern Konsolen zum Anheben der Lokomotive mit Wagenhebern, falls sie einmal aus den Schienen rutschte. Diese müssen wie auch andere Kleinteile selbst hergestellt werden oder kommen aus dem Bauteilesortiment.


    Die angeätzten Pufferplatten wurden abgeschliffen und durch Gußteile mit einer 1,5 x 1,5 mm Öffnung ersetzt. Diese benötige ich zum beweglichen Einbau meiner eigenen Kupplungen, auf die ich später noch eingehen werde. In diese Öffnung könnten auch andere Kupplungssysteme eingesteckt werden.


    Die dem Bausatz beiliegenden Türen wurden nicht eingelötet. Es gibt außer beim Werksfoto keinen Nachweis, daß es diese Türen gab. Auch auf den Fotos aller anderen Plettenberger Kastendampflokomotiven gibt es keine Türen. Alternativ gibt es Ketten oder eine Stange. Links und rechts neben den Türausschnitten wurden auf die Aussparungen für die Griffstangen von innen 3 x 2 mm U-Profile als Kasten angelötet. Die Griffstangen konnten mittig eingesteckt und ebenfalls gelötet werden.


    Beim Anbringen der Details war schon klar geworden, daß beim Löten der Wände größte Sorgfalt notwendig ist. Sämtliche Ätzbleche sind aus 0,5 mm Blech hergestellt. Durch flächiges abätzen wurden die Niete, Stehfalze und Deckbänder hergestellt. Das hat leider zur Konsequenz, daß der flächige Teil der Wände nur noch 0,25 mm dick ist. Das Löten mit der Flamme und selbst das zu lange Anwärmen mit einem stärkeren Lötkolben wird zur Herausforderung. Die Bleche beulen durch Hitzeeinwirkung sehr schnell und können sich verziehen.


    Ich habe das beim Zusammenlöten der Bleche so gelöst, daß in die Innenecken der Wände Ms Winkel eingelötet wurden. Diese wurden zuerst mit dem Lötkolben an die Stirnwände angelötet. Die Wände wurden anschließend in die Lötlehre von spur0-tuning gelegt und mit der Flamme an die Längsbleche angelötet. Auf den Fotos sieht man, daß ich dazu ein Stück 0,5 mm Lot an den Winkel anlege. Dann wird mit der Flamme das Blech und der Winkel angewärmt um schließlich vorsichtig entlang des Winkels die Flamme ziehen, bis das Lot fließt.


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    Jetzt mußte zuerst geklärt werden, wie der Antrieb in das Gehäuse eingebaut werden soll. Zuerst wurde eine neue 0,5 mm Bodenplatte gefertigt, die direkt auf den Antrieb geschraubt wird. Sie wird auch zur Befestigung der Zylinder und der Steuerungsträger benötigt. Dazu werde ich später berichten. Nun konnte ich anhand der unteren Bodenplatte die obere Bodenplatte aus 1 mm Blech herstellen.


    Die 1 mm dicke Bodenplatte wurde in das Gehäuse mit 1 mm Versatz zur Unterkante der Wand eingelötet. Dabei habe ich wegen des starken Wärmeabflusses des dicken Blechs mit der Flamme gelötet. Die Flamme wurde dabei auf das dicke Bodenblech gerichtet, die dünnen Wandbleche haben sich dann durch die Streuwärme erwärmt.


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    Als nächstes wurde der für die Nr. 5.2 typische Kohlekasten hergestellt, er ist auf der Platine von Uwe Ehlebracht nicht enthalten. Dabei kam ein 0,3 mm Blech zur Anwendung. In diese Blechstärke können mit der Nietpresse ohne Probleme Niete gedrückt werden. Bei dickeren Blechen sollten die Niete von hinten angeätzt oder vorgefräst sein, sonst könnte das Blech evtl.durchstanzen und der Nietkopf in der Matrizen stecken bleiben. Die Abmessungen habe ich aus dem Plan zur Plettenberger Nr. 5.2 abgegriffen und übertragen. Das Nietbild entspricht den wenigen Fotos, die es dazu gibt. Auf den Fotos ist ungefähr die Dimension der beiden Deckel auf dem Kohlekasten zu erahnen, auch daß es jeweils zwei Scharniere gab. Einen Griff zum Öffnen gibt es nicht, vermutlich wurden die Klappen an dem leicht überstehenden Rand gefaßt um sie zu öffnen.


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    Und zum Schluß eine Stellprobe. Die Lage der Achse in Relation zum Gehäuse ist richtig. Die Wasserkästen passen zur hinteren Achse und die Aufstiegsleitern haben auch noch genügend Platz. Die Zylinder sind auf den Fotos noch nicht dargestellt, sehen aber auch schon ganz gut aus.


    Das vorgebogene Dach mußte ich neu herstellen. Das Bleche hat sich wegen den eingeätzten Öffnungen vermutlich beim Rollen verzogen, ich konnte es nicht mehr richte. Das neue Blech ist gebogen, dem Gehäuse jedoch noch nicht 100prozentig angepaßt. Zum Bau des Dachs berichte ich später.


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    Bei der Stellprobe zeigte sich eine weitere Differenz. Der gedruckte Kessel von Detlef Racky und Karlheinz Stümpfl ist zu lang. Die Abmessungen von der Rauchkammer bis zur hinteren Kante des Sanddoms stimmen. Die Abweichung liegt zwischen dem Sanddom und der Rückwand. Der gesamte Kessel ist ca. 5 mm zu lang. Die Feuerbüchse wurde vom Konstrukteur vermutlich deshalb verlängert, um z.B. einen Faulhaber 2020 Getriebemotor unterzubringen. Wie ich dieses Problem löse, das wird beim Bau des Innenraums beschrieben.


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    Soweit mein Bericht von den Blecharbeiten. Wie schon angedeutet mache ich mich nun an die Steuerung. Dazu gibt es auch noch keinen genauen Plan. Da es für meinen Bausatz der ersten Genaration noch keine fertige Lösung gab, wir es wieder eine Tüftelei. Ich werde also versuchen aus Ätzt- und Gußteilen etwas zu bauen, da auch funktionieren muß. Ich fürchte, daß auch einige Teile neu angefertigt werden müssen. Laßt Euch überraschen, der Bericht dazu kommt bestimmt.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Hallo Armin,

    Der gedruckte Kessel von Detlef Racky und Karlheinz Stümpfl ist zu lang. Die Abmessungen von der Rauchkammer bis zur hinteren Kante des Sanddoms stimmen. Die Abweichung liegt zwischen dem Sanddom und der Rückwand. Der gesamte Kessel ist ca. 5 mm zu lang. Die Feuerbüchse wurde vom Konstrukteur vermutlich deshalb verlängert, um z.B. einen Faulhaber 2020 Getriebemotor unterzubringen.

    Hmm - ich müsste jetzt nochmal "in mich gehen" wie ich das konstruiert habe. Sicherlich stimmt es, dass ich den Getriebemotor berücksichtigte und dass der Kessel "natürlich" auf das MT-Fahrwerk ausgelegt ist.

    Wie ich dieses Problem löse, das wird beim Bau des Innenraums beschrieben.

    Sofern Du da noch nichts unternommen hast und den Bericht "nur" in Aussicht stellst, übermittle mir doch mal die Maße. Das CAD-Modell läßt sich sicherlich leicht anpassen und dann hast Du genau den Kessel, den Du brauchst.


    Grüße
    dry

  • lieber Detlef,


    es ist alles im Lot! Der Kessel von Dir und Kalle ist ein Universalteil, das für verschiedene Lösungen paßt. Wegen mir brauchst Du keine Anpassungen machen. Manchmal (manche sagen immer) nehme ich zu genau. Wenn man den Henschel Plan der Nr.5.2 heran zieht, dann endet der Kessel mit der hinteren Kante der Türöffnungen und der Dampfdom sitzt bis auf wenige cm mittig zwischen Vorder- und Rückwand, entsprechend auch der Dachaufbau.


    Wie schon geschrieben stimmen die Abstände zwischen Schornstein, Dampfdom und Sanddom mit dem Plan fast überein. Beim Einmitteln der Lage des Kunststoff-Kessels im Modell sollte der Dampfdom mittig sitzen, die Lage des Schornsteins und des Sanddoms ergibt sich dann. Es könnte nur sein, daß der Schornstein nicht ganz mittig in der geätzten Öffnung des Dachblechs sitzt. Dem kann man mit einer Abdeckrosette Abhilfe schaffen. Die Rückwand der Feuerbüchse endet dann jedoch ca. 5 - 6 mm hinter der Türkante. In Natur hätte das Lokpersonal keinen Platz mehr sich zu bewegen, da über die Ecken der Rückwand auch noch der Kohlkasten in den Innenraum hinein ragt.


    Ich werde den Kessel hinter dem Sanddom auftrennen und eine Scheibe heraus schneiden. Die Kesselrückwand wird dann einfach wieder aufgeklebt. Wie dick die heraus zu trennende Scheibe ist, hängt vom verwendeten Motor ab und wie der Motor gelagert ist. Ich verwende einen stehenden FH Getriebemotor 1616. Vermutlich kann ich ca. 4 mm heraus nehmen. Bei einem FH Getriebemotor 2020 muß der Kessel so bleiben. Wer ein anderes Antriebskonzept verfolgt und den Motor waagerecht nach vorne legt und mit Riemenscheiben und Riemen einen Antrieb konstruiert, der kann den Kessel vermutlich dem Original entsprechend kürzen. Bei solch einer Konstruktion ist dann der Kunststoffkessel an der Unterkante massiv zu bearbeiten.


    Du hast alles richtig gemacht. Der Bausatz von Uwe lebt von Kompromissen. Kreativität ist gefragt, nicht nur bei dem Kessel. Wie es bei der aktuellen Version des Bausatzes aussieht, das weiß ich nicht. Ich könnte ja keinen Baubericht schreiben, wenn alle Teile wie LEGO Steine zusammenpassen und der Modellbauer ohne Nachzudenken nur noch zusammenstecken müßte. Dann kann ich auch aufs Sofa sitzen und Eisenbahn-Romantik schauen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Bericht 4: wer nicht prüft, den bestraft das Leben



    Eigentlich sollte ich jetzt an der Werkbank sitzen und an der Steuerung für die Plettenberger Nr.5.2 arbeiten.


    Am vergangenen Samstagnachmittag bekam ich von dem profunden Kenner zum Thema Plettenberger Kleinbahn eine Email mit der Frage: Warum hast Du den Kohlekasten schmaler wie das Lokgehäuse gemacht?


    Na, weil ich das auf dem Foto so gesehen habe. Aber schon war das Mißtrauen geweckt. Sofort das Vorlagefoto mit der Ausschnittvergrößerung von der Werkbank geholt, alles ok, ich sehe keinen Fehler. Dann zur Kontrolle das Originalfoto und die Werkpläne gesichtet - Katastrophe!!


    Was war passiert? Die Ausschnittvergrößerung des Fotos hatte ich so unglücklich gewählt und ausgedruckt, daß es bei mir zu einer optischen Täuschung führte. Auf dem Ausdruck sah es für mich so aus, als ob der Kohlekasten schmaler wie das Lokgehäuse ist und mit einem Versatz von ca. 5 cm angesetzt wäre. Tatsächlich war der schwarze Schatten aber das Regenrohr. Das hatte ich nicht als solches erkannt, warum auch immer.


    Was nun? Eigentlich eine unzulässige Frage. Noch am Samstagabend wurde die Flamme gezündet und ein paar Stunden Arbeit lösten sich in Messingschrott auf.


    Heute ist der Kohlenkasten in der korrekten Breite neu angefertigt und auf das Gehäuse aufgelötet. Nicht vorbildlich sind die seitlichen Nietreihen an den Gehäuseecken bzw. am Ansatz des Kohlekastens. Im Original waren da vermutlich durchgehende Bleche ohne Fugen, der Kohlekasten mußte beim Modell jedoch angesetzt werden. Durch die Nietreihen werden die Fuge des Übergangs plausibel dargestellt .


    Hier das Korpus Delicti, die Ausschnittvergrößerung und noch einmal die falsche Umsetzung ins Modell.


    Plettenberg%2026.jpg

    Originalfoto Sammlung/Archiv Wolf Groote


    Plettenberg%2018.jpg


    Nach vier Stunden Arbeit sieht der angesetzten Kohlekasten so aus, wie er als Nachbildung des Vorbilds sein muß.


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    Plettenberg%2025.jpg


    Jetzt geht es weiter mit der Steuerung.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Hallo Armin

    Die Ausschnittvergrößerung des Fotos hatte ich so unglücklich gewählt
    [snip]

    Das hatte ich nicht als solches erkannt, warum auch immer.

    Gräm Dich nicht. 8)

    Als Du vor zwei Wochen deinen Betrag mit der Kohlenkastenerweiterung hier im Baum geschrieben hattest, da war der Gedanke, das machst Du bei der zweiten Lok mit den Druckluftbehältern auf dem Dach auch so. Ich meinte mich auch zu erinnern, dass wurde mal in einem Gespräch mit einem weiteren Bastler, der diese Loks schon gebaut hatte, so erwähnt. Mittlerweile glaube ich, trügt mich die Erinnerung in dem Punkt.

    ABER ich hatte mir auch genau dieses Bild angeschaut und dachte: Armin hat wieder an alles gedacht und den Kohlenkasten sogar eingezogen. Du warst also mit der Interpretation dieses Fotos nicht alleine. ;)

    Hätte ich mich in den nächsten Tagen ans CAD gesetzt und den Ansatz gezeichnet um ihn anschliessend drucken zu lassen, dann wäre er vermutlich genau so etwas schmäler ausgefallen.

    Mir ist nun durch das intensivere Studium der Literatur widerum klar geworden, dass die Loks mit der Behältern aufm Dach den Kohlenansatz ja gar nicht hatten. Aber breiter mache ich sie auch nicht.


    grüße dry

  • lieber Detlef,


    richtig, die Luftkessel auf dem Dach gab es nur bei Druckluft gebremsten Kastenlokomotiven. Die Lokomotiven mit dem Kohlekasten wurden alle nicht mehr auf Druckluft umgebaut, sie wurden mit Saugluftbremse oder gar nur mit der Wurfhebelbremse gebremst.


    Der bekannte Bastler, der den Elebracht-Bausatz mit Luftkesseln auf dem Dach gebaut hat, der hatte auch noch die Regelspurpuffer angebaut. Wenn man das Modell betrachtet, dann sieht man deutlich, daß dies bei den schmalen Kastenlokomotiven nicht sein konnte. Der eine Puffer sitzt dann ganz an der Außenwand um beim Dreischienengleis überhaupt noch in die Achse des Regelspurwagens zu kommen.


    Der Bausatz von Uwe ist eben ein Kreativbausatz. Jeder kann ihn so modifizieren, wie er möchte. Entweder etwas näher an einem konkreten Vorbild oder von allen Plettenberger Kastenlokomotiven Details übernehmen, so wie es eben gefällt.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Hallo Armin,

    Auf dem Ausdruck sah es für mich so aus, als ob der Kohlekasten schmaler wie das Lokgehäuse ist [...] warum auch immer.

    diese Fehlinterpretation (mit der du nicht alleine bist) ist sicherlich ärgerlich, aber aus anderer Sicht betrachtet umso erfreulicher: Es ist eine enorme Leistung unseres Gehirns, aus einer 2D-Abbildung ohne Anstrengung und völlig unterbewusst ein 3D-Objekt zu rekonstruieren. Frag mal all die (Software-)Entwickler, die an dieser Aufgabe schon (jämmerlich) gescheitert sind. Mit Antworten auf die "warum auch immer"-Frage tun die sich auch sehr schwer.


    Schade, dass der Anbieter keine Räder mehr herstellt. Ich hatte es leider - von einigen wenigen Waggonradsätzen mal abgesehen - versäumt, mir rechtzeitig welche zu kaufen. Aber das ist ist ein ganz anderes Thema.


    Auf jeden Fall mal wieder blitzsauberer Modellbau! Ich wünsche dir weiterhin eine erfolgreiche und möglichst fehlerfreie Bauphase.

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

  • Bericht 5: Steuerung und Bremse


    Schon eine Weile nichts mehr gehört von der Baustelle meiner Plettenberger Nr.5.2. Nicht, daß ich nicht gewollt hätte, aber manchmal dauert es ein Wenig länger, bis man die Lösung hat und diese dann auch noch handwerklich umgesetzt ist. Heute berichte ich über den Bau der Steuerung.


    Plettenberg%2030.jpg


    Bei diesem Modell kommt es ganz besonders zum Tragen, daß es eben ein zusammen gewürfelter Bausatz ist. Alle Teile können erst beim Bau aufeinander abgestimmt werden. Alles vorher zeichnerisch in eine Konstruktion zu packen und dann abzustimmen brächte keine bessere Lösung. Also bin ich Schritt für Schritt vorgegangen und habe die jeweiligen Bauteile am Modell angepaßt.


    Zur Dokumentation hier die Väter der Bauteile:


    - Räder , sog. Polenräder von RB Model

    - Platine für Steuerungsteile, Uwe Ehlebracht

    - Zylinder, Karlheinz Stümpfl

    - Schwingen, Weinert H0

    - Kreuzköpfe, unbekannt vermutlich H0

    - Kurbel, Gegenkurbel, markits.com

    - Antrieb, Eigenbau


    Jetzt zeigt sich der Vorteil, warum ich für mein Modell eine doppelte Bodenplatte gewählt habe. Auf die untere Bodenplatte wurden die Rahmenbleche aufgelötet und das Gehäuse kann komplett zur Seite gelegt werden. Die Antriebseinheit kann in die Tasche eingesteckt und jederzeit wieder herausgenommen werden. Dies kommt bei der Montage der Steuerung nicht nur einmal vor.


    Die an die Rahmenleche angelöteten Steuerungsträger und die Bremsbacken wurden nicht vorweg, sondern dem Baufortschritt entsprechend angepaßt und gelötet. Die Bremsbacken wurden erst ganz zum Schluß angesetzt.


    Plettenberg%2027.jpg


    Begonnen habe ich mit den Zylindern. Die Weißmetallteile sind 3D gedruckt und dann als Weißmetallteile abgegossen. Karlheinz Stümpfel hat diese im Angebot. Auf den Originalfotos kann man die verschiedenen Details nur schwer erkennen, so habe ich es mir einfach gemacht und der Phantasie freien Lauf gelassen. Ein paar Drehteilchen aus Messing sollen die Zylinder etwas realistischer aussehen lasse. Die Zylinder werden mit einer Schraube von oben an der Bodenplatte befestigt.


    Die nächste Aktion galt den Rädern. Da diese nicht ringisoliert sind, sondern Isolierbuchsen an den Achsen haben, muß die Steuerung gegenüber den Rädern isoliert sein. Dazu wurden in die Aufnahmen für die Bolzen neue Isolierbuchsen eingesetzt und mit entsprechenden Gewinden ausgestatte. In die Isolierbuchsen konnten dann die passen hergestellten Aufnahmen für die Kuppelstangen eingeschraubt werden.


    Plettenberg%2028.jpg


    Die Platine mit den Steuerungsteilen von Uwe Ehlebracht konnte dann Schritt für schritt gelötet werden. Die meisten Teile werden gedoppet zusammen gelötet. Bei mir kam jetzt hinzu, daß ich meinen Antrieb mit einem 1600 mm Achsstand konstruiert hatte. Uwe hat die Platine für die Steuerung jedoch mit dem originalen Achsstand von 1500 mm hergestellt. Im Modell war die Kuppelstange deshalb ca. 2,5 mm zu kurz. Um nicht neu ätzen zu müssen wurden die Teile versetzt geteilt und gelötet. Die Lücken wurden mit Neusilberblechen ausgefüllt.


    Plettenberg%2029.jpg


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    Zur Befestigung wurden M1 und M1,4 Schrauben verwendet. Soweit erforderlich wurden sie mit U-Scheibchen und Hülsen als Anschlagbund verlötet. Die 6-Kant Köpfe habe ich in der Höhe auf der Drehbank flacher gedreht. Die entsprechenden Gewinde mußten dann noch in die Aufnahmen geschnitten werden.


    Eine große Hilfe sind die Gegegnkurbeln von markits. Uwe Ehlbracht gibt diese bei seinen neuen Spur 0m Bausätzen dazu. Der Bolzen werden in die Aufnahme des Rades eingeschraubt. Die Gegenkurbel hat einen Innensechskant und wird auf den Bolzen aufgesteckt und verschraubt. Sie kann sich damit nicht verdrehen und kann jederzeit wieder demontiert werden. Einziges Manko ist die Befestigungsschraube. Der Kreuzschlitz sieht besch.... eiden aus, da muß ich mir noch etwas einfallen lassen.


    Ganz nebenbei mußte ich noch zwei neue Schwingenstangen feilen, da die Ätzteile zu kurz und für die Schrauben zu dünn waren. Auch die Hebel zur Umlenkung der Steuerung wurden ergänzt, vermutlich sind sie nicht ganz stimmig. Macht nichts, sieht aber schön und stimmig aus.


    Der Zusammenbau der einzelnen Elemente mit den Niete war dann nur noch Routine. Alufolie dazwischen legen, Niete durchstecken und von hinten mit wenig Lot fixieren.


    Die gesamte Steuerung ist so zusammen gebaut, daß sie komplett abgenommen werden kann. Das erleichtert später die verschiedenen Lackiergänge des Fahrgestells, der Räder und der Steuerung selbst.


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    Plettenberg%2035.jpg


    Das ist der Bericht zur Steuerung meiner Plettenberger Nr.5.2. Natürlich gibt es viele Zwischenschritte und Anpassungen, auf die bin ich jetzt nicht eingegangen. Wer dazu Infos benötigt, der kann gerne anfragen.


    Ach ja, die Bremsbacken. Da ist im Bausatz nichts vorgesehen und meine Vorbildfotos geben auch wenig her dazu. Sie sind mit Bolzen unten befestigt und werden über Umlenkhebel angesteuert. Da habe ich jetzt aufgegeben. Der vorhandene Platz hätte nur noch eine vereinfachte Darstellung erlaubt und sehen tut man es eigentlich nur noch bei extremer Vergrößerung. Letztlich ist die Stromabnahme immer noch nicht gelöst, wo habe ich noch Platz für die Schleifer?


    Ich glaube, die Steuerung ist ganz gut geworden. Natürlich entspricht sie nicht in allen Teilen dem Vorbild – dazu hätte ich alles komplett aus einem Guß neu konstruieren und herstellen müsse. Der Mehrgewinn wäre sicher nicht so groß gewesen, daß sich der Aufwand gelohnt hätte. Im Vergleich mit dem Originalfoto im Bericht 2 kann das Modell schon Stand halten.



    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Bericht 6: Kessel und Innenraume


    Vor zwei Wochen konnte ich hier die fertige Steuerung der Plettenberger Nr.5.2 zeigen. Zwei Wochen, die nicht tatenlos vorbei gegangen sind. Der nächste Arbeitsschritt galt dem Inneren der Kastenlokomotive. Neben dem Kessel mit seiner Detaillierung gibt es noch weitere Details, die angefertigt werden mußten.


    Zunächst wurde wieder zum Vorbild recherchiert. Das war nicht sehr erfolgreich, da es vermutlich keine Fotos vom Innenraum der Lokomotive Nr.5.2 gibt. Wieder einmal konnte mir Wolf Dietrich Groote mit Unterlagen aus seinem Archiv weiterhelfen. Anhand des HENSCHEL Werkplans konnte die Einrichtung nachvollzogen werden. Zur Bestückung des Kessels habe ich dann Fotos aus dem Netz von der DEV Museumslokomotive und Fotos des Modells der Modell-Manufaktur-Weber genutzt. Mit dieser Vorgehensweise versuche ich ein möglichst stimmiges Gesamtbild des Modells zu erreichen. Es ist jedoch klar, daß wieder viel Phantasie im Spiel ist und Einiges mit dem Original nicht übereinstimmt.


    Zum Modellbau: Die Inneneinrichtung ist auf einem eigenen Zwischenboden aus 0,5 mm Polystyrol aufgebaut. Auf diesem werden die Riffelbleche sowie der Holzboden aufgeklebt. Das 3D Druckteil des Kessels wird von unten mit dem Kunststoffboden verschraubt. So kann die komplette Inneneinrichtung nach der Lackierung bei der Endmontage eingesetzt werden.


    Wie bereits in einem vorigen Beitrag geschrieben, ist der gedruckte Kessel ca 7 mm zu lang. Ich habe ihn im Bereich der Feuerbüchse aufgesägt und entsprechend gekürzt. Auf den Fotos ist zu erkennen, wie ich den Kessel dann bestückt habe. Die Rauchkammertüre wird mit zwei kleinen M1 Sechskant angeschraubt. So kann ich im Kessel später den Decoder einschieben.


    Etwas zu den gedruckten Kunststoffteilen, die angesetzt werden müssen. Die Teile haben eine hohe Präzision und sind erstklassig hergestellt. Allerdings sind sie so filigran, daß mir bei der Bearbeitung einiges zu Bruch ging. Es gibt an allen Teilen auch Körnungen für die Bohrungen um Leitungen einzustecken. Einige der Teile sind mir beim Bohren oder beim Einstecken der Drähte gebrochen. Ich habe deshalb die Teile mit Messing-Gußteilen modifiziert bzw. fehlende Detail komplett selbst gebaut.


    Sicher wird nicht jeder mit der Bestückung des Kessels so weit gehen wie ich. Davon rate ich weniger geübten Bastlern auch ab. Er sollte sich reduzieren und nur die nötigsten Leitungen verlegen. Der Frust wird sonst vielleicht zu groß.


    Die beiden Einfüllstutzen vorne neben der Rauchkammer sind selbst gefertigte Drehteile. Der innere Kohlekasten, hinten auf der Heizerseite, wurde aus Polystyrol gebaut. Seine Abmessungen sind aus dem Plan entnommen. Bremshebel und Umlenkhebel entsprechen nicht ganz dem Original. Ich habe es mir einfach gemacht und entsprechende Teile aus meinem Gußteileprogramm genommen – wie gesagt viel Phantasie ist immer wieder gefragt.


    Ich könnte jetzt noch viele Hinweise zum meinem Bau der Inneneinrichtung geben, das würde aber den Baubericht sprengen. Vielleicht noch diese Info– für den Bau der Inneneirichtung habe ich 2 Wochen benötigt, das sind 25 bis 30 Stunden echte Arbeitszeit.


    Nun viel Spaß beim Anschauen der Bilder. Ich werde mich nächste Woche an die Montage des Daches machen. Dann ist auch das Ende der Bauarbeiten in Sicht. Ein besonderes Thema wird noch die Lackierung werden.


    Grüße aus VAI

    Armin.



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  • Hallo Armin,


    wie immer ein toller Modellbau. Aber wir sind ja von Dir nichts anderes gewöhnt. Eine Frage zu den beiden "Tröten" vor der Rauchkammer: Sind das Einfüllstutzen für das Wasser? Wegen der Leitungen, die unter den Kessel laufen?


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • guten Morgen Klaus,

    ja, das sind die Einfülltrichter um die die Wasserkästen aufzufüllen. Im Netz habe ich auch Fotos gesehen auf denen man sieht, wie durch die seitliche Öffnung vorne der Wasserkran die Trichter befüllt. Die Trichter kann man beim Vorbild von Außen praktisch nicht sehen, man muß das von Innen anschauen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

  • Bericht 7: ein letzter Blick ..... auf Messing


    Das Modell ist fix und fertig montiert und kann nun lackiert werden. Noch ein paar schnelle Fotos mit den allerletzten Details und dann wird alles wieder in Einzelteile zerlegt. Die Steuerung wurde bereits abgenommen.


    Was wurde noch alles ergänzt? Es fehlten noch die Schleifer für den Kontakt mit den Rädern. Dieses Mal konnte ich nicht wie gewohnt Bronceblechstreifen einbauen, da zwischen den Rahmenblechen und den Rädern nicht genügend Freiraum ist. Als Alternative boten sich 0,5mm Broncedrähte an, die auf die Pertinax-Platte gelötetsind. Eigentlich gefallen mir Federdrähte nicht, es gab jedoch keine funktionssichere Alternative.


    Dann mußte noch das Dach aufgebaut werden. Mit dem vorgebogenen Blech des Bausatzes wurde ich nicht glücklich. Die Aussparungen für den Dachaufsatz und den Schornstein sind bereits geätzt. Dies war vermutlich auch der Grund, daß die Wölbung nicht gleichmäßig geformt war und nicht paßte. Das Dachblech habe ich ohne die Durchbrüche neu geschnitten und gebogen. Erst dann wurden die Öffnungen eingearbeitet. Nun konnten die Spanten angelötet werden. Neben dem Dachaufbau ergänzen die Pfeife und die Glocke aus meinen Bauteileprogramm die Dachbestückung. Als Funkenfänger enthält der Bausatz Ätzteile, die gebogen und zusammengelötet werden müssen. Das Resultat war nicht zufriedenstellend, deshalb habe ich ein kleines Drehteil gefertigt, das bei der Endmontage in den Schornstein eingesteckt werden kann. Das Funkengitter ist auf den Fotos noch nicht befestigt.


    Schließlich waren noch die letzten Details an den Stirnseiten zu montieren. Die Vorderseite ist relativ einfach. Auch hier konnte ich auf mein Bauteileprogramm zurückgreifen. Der Saugluft-Bremsschlauch und der Anschluß für die Dampfheizung konnten fast an der Stelle des Vorbilds angesetzt werden und engen die seitliche Bewegung der Kupplung nicht ein. Die Laternen werden wie beim Vorbild in Halter eingesteckt. Sie sind noch nicht befestigt, da sie nach der Lackierung zuerst noch mit smd LEDs ausgestattet und verkabelt werden müssen.


    Die Detaillierung der Kohlekastenrückwand war etwas aufwendiger. Alle Teile mußten an die schräge Rückwand angepaßt werden. Der Saugluftbremsschlauch konnte nicht wie beim Original in der Mitte angeordnet werde, da die Kupplung sonst nicht mehr bedient werden kann. Dieser Kompromiß ist zu verschmerzen.


    Wie schon kurz angesprochen verwende ich meine Messing Kupplungen mit RAST-Bügel. Da die Fahrzeuge der Plettenberger Kleinbahn große rechteckige Pufferteller hatten, mußten die Gußteile entsprechend modifiziert werden. Dazu wurden die runden Pufferteller bis zu den Befestigungswinkeln verkleinert und anschließend konnten die rechteckigen Ätzteil aufgelötet werden.


    Jetzt ein letzter Blick auf das Messing-Modell, sobald das Wetter mitspielt wird lackiert.


    Grüße aus VAI

    Armin.







  • Hallo Armin,


    als stiller Bewunderer deiner Modellbaukünste muss ich hier mal erwähnen, dass ich ein richtig gut gebautes Messingmodell schon ohne Lackierung faszinierend finde, so wie deine Lok hier. Ich glaube, dass man manche Details am rohen Modell besser erkennt, als wenn alles erstmal schwarz ist. Trotzdem bin ich gespannt, wie sie in Schwarz (?) aussieht.


    Gruß Micha

  • hallo Micha,


    ja, es ist schon schön wenn die Modelle in blankem Messing vor einem stehen. Als ich in den 60ern ins Gymnasium ging und in den 70ern zum Studium täglich in Stuttgart unterwegs war, da habe ich mindestens zwei Mal in der Woche bei Eisenbahn-Schüler vorbei geschaut. Das war damals noch ein Ladengeschäft mit Fachpersonal, eigener Werkstätte und Kleinserien sowie Bauteilen und Halbwaren aller Art im Angebot, nicht nur Prospektwarenverkauf der großen Hersteller.


    Ich erinnere mich gut an die hintere Ecke des Geschäfts, da gab es eine Vitrine mit Sammlerstücken des Ladenbesitzers. Es waren für mein damaliges Empfinden unbezahlbare Schätze. Mindestens 30 oder 40 amerikanische Dampflokomotiven aller Größen reihten sich dort hintereinander, alles in Messing pur, ohne einen Farbtupfer, golden im Scheinwerfer Licht glänzend. Das hatte etwas für sich.


    Für meine bescheidenen Vitrinenstücke eignet ich das nicht. Der Schwerpunkt liegt auf den Schmalspurfahrzeugen und diese gehören zu unterschiedlichen deutschen Bahngesellschaften. Da ich meine Modelle in der Regel den späten 20er bzw. den frühen 30er Jahren zuordne, kommt damit ein charakteristisches Bild zusammen, das nur durch die entsprechende Farbgebung zustande kommt. Mit den Farben der modernen DBAG wäre dies nicht zu erreichen.


    Zur Farbe kann ich im Moment nur soviel sagen, daß ich mich dabei wieder auf die einschlägige Literatur verlasse. Das bedeutet, daß es eine Kombination aus Grün, Schwarz, Braunrot, Grau, und Hellelfenbein geben wird. Genaue Angaben dazu werde ich dann im Bericht 8 machen.


    Grüße aus VAI

    Armin.

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