Neues Projekt: CFL Diesellokomotive der Baureihe 800

  • Hallo an alle,


    Nachdem mein letztes Eigenbau-Projekt nun schon ein paar Jahre zurückliegt habe ich vor kurzem mit der Planung einer weiteren Lok begonnen.

    Dieses Mal wird es die Diesellok der Baureihe 800 der luxemburgischen Staatsbahn CFL werden.

    Hier zwei Bilder damit ihr wisst um welchen Loktyp es geht:



    Kurz zur Geschichte des Vorbilds:

    Diese 875 PS starken, diesel-elektrischen Lokomotiven wurden 1954 beschafft und sind in Europa einzigartig da seinerzeit nur die CFL am Kauf dieses Loktyps interessiert war. Diese Entscheidung sollte sich jedoch als goldrichtig erweisen, denn die Maschinen versahen über 50 Jahre lang klaglos ihren Dienst ohne nennenswerte Probleme, und das in schwerstem Rangierdienst am Ablaufberg und an den Gleisanschlüssen der Stahlindustrie.

    Die 74 t schwere Konstruktion basiert auf dem amerikanischen SW8 Switcher von EMD aus den frühen 50er Jahren, weshalb auch die komplette Antriebstechnik von EMD bzw. General Motos zugeliefert wurde.

    Stand 2021 sind drei von 6 Maschinen erhalten: die 804 als betriebsfähiges Nationaldenkmal, und die 802 und die 806 beim belgischen Verein PFT-TSP wobei zumindest die 806 noch betriebsfähig ist.


    Mein Modell wird in Mischbauweise entstehen, wobei der Rahmen aus gefrästem und geätztem Messingblech sein wird, was ihm die nötige Stabilität und ausreichend Gewicht beschert.

    Gelaserte Bleche wären auch eine Alternative, hierfür habe ich aber noch keinen Dienstleister gefunden. Wenn in diesem Bereich jemand einen Tipp hat, so wäre ich dankbarer Abnehmer.


    Die Aufbauten der Lok werden in 3D Drucktechnik in meinem Resindrucker entstehen, in dessen Handhabung ich mich aber erst noch einarbeiten muss.

    Die ersten Teile dafür habe ich anhand der Originalpläne der Lok in Autodesk Inventor 2005 (ja ich weiss, er ist etwas in die Jahre gekommen) konstruiert.

    Hier seht ihr die Bilder der zu 90 % fertigen Aufbauten:






    Über den weiteren Fortschritt werde ich hier berichten.


    Viele Grüße

    Tim

  • Hallo Roland,


    Die amerikanischen Spur 0 Modelle sind im Maßstab 1:48, da passt also von den Maßen her nichts.

    Außerdem basiert die CFL 800 ja nur vom Prinzip her auf den US Konstruktionen, die Maße und Formen sind nicht die gleichen.

    Der Rahmen ist ebenfalls ein komplett anderer.

    Von der SW1500 oder auch der SW8 passt also gar nichts.


    Gruß

    Tim

  • Hallo zusammen,


    Erstmal danke an Mario für den Tipp mit den Blechen.


    Es gibt auch ein kleines Update da ich am Wochenende nicht untätig war.

    Zum einen habe ich die Drehgestellblende in 3D konstruiert, hier fehlt noch der Bremszylinder welcher mittig zwischen den Achsen auf dem Drehgestell sitzt.

    Die Befestigungen der Blende am Antrieb fehlen auch noch, hier warte ich noch auf Details von Matthias Hummel da er evtl. einen passenden Antrieb liefern kann.

    Ein kompletter Selbstbau des Antriebs ist jedoch auch noch ein Thema.

    42623480fo.jpg

    Zum anderen habe ich verschiedene Teile probehalber in Chitubox geladen um zu sehen wie das mit den zum Drucken erforderlichen Stützen und dem anschließenden slicen funktioniert da mir hier noch jegliche Erfahrung fehlt.

    42623481sr.jpg


    42623482wn.jpg

    Zum Abschluss habe ich gestern noch mit der Konstruktion des Rahmens in AutoCAD begonnen. Der Rahmen wird aus einem tragenden Teil aus 0.5 mm oder 1 mm Blechen bestehen welcher anschließend mit 0.3 mm Blechen als Außenhaut verkleidet wird.

    Bei der Blechstärke der tragenden Teile bin ich mir noch uneins, Meinungen und Ratschläge anderer Modellbauer nehme ich daher gerne an.

    42623483dj.jpg


    Viele Grüße und einen guten Start in die neue Woche

    Tim

  • Salut Tim,

    für die tragenden Teile des Rahmens würde ich die Bleche so stark wie irgend möglich machen, sofern sie nicht im sichtbaren Bereich sind. Die Längsträger evtl sogar aus 2mm. Die Querversteifungen im sichtbaren Bereich kannst du dann wieder vorbildnah gestalten, ebenso die seitlichen Blechschürzen. Die Blechschürzen würde ich aus 0.3er machen und ca.1mm oberhalb der waagerechten Unterkante mit 1mm aufdoppeln. So vereinst du filigrane Optik mit Handhabbarkeit.....

    Schönen Gruß vom Harzrand, Jürgen

  • Hallo zusammen,


    Es gibt Neuigkeiten zu meinem Projekt; ich habe heute den ersten Testdruck des Führerhauses gemacht. Es ist für den ersten Versuch gar nicht mal schlecht, einige Kleinigkeiten sind aber noch zu verbessern. Größtes Manko ist die Wölbung der Seitenwände nach außen.

    Hier nun die Bilder:







    Morgen werde ich die ersten Teile für die Rahmenkonstruktion aus Polystyrol fräsen. Polystyrol deshalb weil ich es selbst fräsen kann und es für eine erste Kontrolle der Passgenauigkeit ausreicht.

    Ich werde Bilder einstellen sobald es Neuigkeiten gibt.


    Viele Grüße

    Tim

  • Hallo,


    Gestern Abend wurden die ersten Rahmenteile zur Maßkontrolle aus Polystyrol gefräst.


    Ein paar kleine Korrekturen sind noch zu machen, dann können die Teile aus Messing gefräst werden.


    Gruß

    Tim

  • Hallo,


    Über die Feiertage ist es wieder ein Stück weitergegangen. Ich habe den Antriebsblock einmal im CAD-Programm zusammengesetzt um zu sehen ob alles passt:

    42719929zf.jpg


    42719930tz.jpg


    42719931jm.jpg


    42719932qe.jpg


    Als Motoren verwende ich Faulhaber 1512 Getriebemotoren die ich zur Achse nochmal 2,5 : 1 untersetze. Das ergibt dann am Rad eine Drehzahl von 400 U/min was einer Vorbildgeschwindigkeit von 80 km/h entspricht.

    Die Halter für die Kugelkontakte und die Drehgestellblenden werden wieder aus dem 3D-Drucker kommen.


    Der besagte Drucker musste über die Feiertage auch arbeiten und hat die ersten Probedrucke der Motorhaube, Drehgestellblenden und Batteriekästen ausgespuckt.

    Das schwarze Resin gibt wie ich finde sehr gute Druckergebnisse, ich war wirklich positiv überrascht dass es auf Anhieb geklappt hat.

    Die schwarzen Teile lassen sich schlecht fotographieren, aber ich stelle trotzdem Bilder ein:

    42719942jj.jpg


    42719943ix.jpg


    42719944wa.jpg


    42719945us.jpg


    42719946dy.jpg


    An der Motorhaube sind noch sind noch zwei kleine Fehler: an einem Türenpaar fehlen die Scharniere, die habe ich im CAD-Programm vergessen zu spiegeln und es bei der Kontrolle natürlich prompt übersehen. Die senkrechten Streben in der vorderen Lüftungsöffnung sind von der Wandstärke her zu dünn und verwinden sich, hier muss nachgebessert werden.

    Hier die Batteriekästen und eine Drehgestellblende, alles noch nicht von den Stützen befreit.

    42719939sw.jpg


    42719940el.jpg


    42719941cs.jpg


    Zum Schluss möchte ich euch noch die im CAD zusammengebaute Pufferbohle zeigen. Die Puffer bestehen aus zwei Teilen die nachher als Messinggussteile gefertigt werden, ebenso die Pufferbohle selbst und die Schienenräumer.


    42719947ug.jpg

    Und hier noch die umgebaute Pufferbohle der 802:

    42719948zz.jpeg

    Die 802 wurde um 1970 für den Einbau einer in Europa einheitlichen automatischen Kupplung wie auf den DB 151 vorbereitet, was aber wie man weiss nie realisiert wurde.


    So das war's erst mal für heute.


    Viele Grüße

    Tim

  • Hallo und alles gute im neuen Jahr für alle,


    Es gibt ein kleines Update: ich habe die Antriebsblöcke aus Messing gefräst, die Bohrungen für die Faulhaber-Motoren und die Achsen auf Maß gerieben und die nötigen M2- und M3-Gewinde geschnitten.

    Zum Schluss die Drehgestellblenden und Kontakthalter zur Probe montiert. Die oberen Schraubenlöcher in den Drehgestellblenden habe ich versenkt damit die Schraubenköpfe nachher die Auflage des Rahmens nicht stören.







    Viele Grüße

    Tim

  • Hallo Tim


    Meine Hochachtung, perfekter und "einfacher" Modellbau, so muss es sein :thumbup:

    Natürlich freut es mich, dass das Antriebskonzept seine Herkunft wohl nicht

    ganz verleugnen kann ;)


    Die Puffer bestehen aus zwei Teilen die nachher als Messinggussteile gefertigt werden,

    Da musst Du noch etwas aufpassen, dass das gut kommt, vermutlich gehts ohne

    Versuche nicht ganz ab.

    Da ich aber selbst in einer Edelmetallgiesserei gearbeitet hatte und für einen

    bekannten Modellbauer aus dem Norden solche Puffer mitentwickeln und giessen

    musste, wäre es ev. sinnvoll, wenn Du mich nochmals kontaktieren würdest.


    Gruss und weiterhin viel Spass.

    Peter Lehmann

  • Hallo Tim,


    vielen Dank dir fürs das Zeigen deiner Entwicklung und deiner Versuche... freut mich außerordentlich wenn man auch andere Lösungen sehen kann und sich da eventuell auch das ein oder ander abschauen kann :)

    Ich finde besonders den massiven Messingblock sehr schön... eine tolle Lösung.


    Ich hätte da noch eine Frage an dich: :)
    Wie planst du die Verbindung zw. den Drehgestellen und der Bodenplatte? Auf den 3D Bildern sehe ich da eine plane Scheibe und in den Drehgestellen ist in der Mitte ein Gewinde... so wie es ausschaut... verbindest du das einfach so mit einander?


    Dir einen schönen Tag

    Gruß Martin

  • Hallo Peter,


    Erstmal danke für die Blumen, es freut mich dass meine Konstruktion Anklang findet. Das Antriebskonzept habe ich wie die meisten sicherlich erkannt haben bei deinen 1042- und 2143-Projekten "abgekupfert" 😅

    Aber es ist in meinen Augen auch ein Konzept was relativ einfach zu bauen ist und gleichzeitig super läuft und vor allen Dingen nicht selbsthemmend ist. Schneckengetriebe und deren Fahrcharakteristik in Lokomotiven sind für mich einfach ein Graus.


    Bezüglich der Messinggussteile schreibe ich dir gerne nochmal privat, denn da fehlt mir noch jegliche Erfahrung.


    Hallo Martin,


    Wie du richtig erkannt hast werden die Drehgestelle nachher über einen zentralen Drehzapfen mit dem Lokkasten verbunden, wobei die weiße Scheibe als Abstandshalter fungiert um die Pufferhöhe korrekt einstellen zu können.

    Als Drehzapfen nehme ich einen M3 Gewindestift der in den Antriebsblock geschraubt wird. Das Drehgestell wird jedoch nicht spielfrei verschraubt, sondern zwischen Rahmen und Abschlussmutter (am Ende des Gewindestiftes) kommt eine Feder die eine gewisse Bewegungsfreiheit des Drehgestells garantiert um Unebenheiten des Oberbaus auszugleichen.

    Schau dir dazu bitte mal Peter Lehmann's Beiträge zum Bau der ÖBB 1042 und 2143 an, dort ist das Konzept sehr anschaulich dargestellt.


    Viele Grüße

    Tim

  • Hallo Tim,


    du könntest die Lagerung der Drehgestelle auch ein wenig modifizieren. An einem Drehgestell macht du vorne und hinten mittig eine "Nase" oder ähnliches, bei dem 2. Drehgestell machst du dies seitlich mittig. Auf der Bodenplatte könntest du Teflonplatten kleben, .... auf denen dann die beiden "Nasen" gleiten, somit hättest du eine sehr gute 3 Punkt Lagerung.

    Hier mal eine schnell erstellte Skizze:

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

    Edited once, last by DT1 ().

  • Hallo Tim,


    du könntest die Lagerung der Drehgestelle auch ein wenig modifizieren. An einem Drehgestell macht du vorne und hinten mittig eine "Nase" oder ähnliches, bei dem 2. Drehgestell machst du dies seitlich mittig. Auf der Bodenplatte könntest du Teflonplatten kleben, .... auf denen dann die beiden "Nasen" gleiten, somit hättest du eine sehr gute 3 Punkt Lagerung.

    Hier mal eine schnell erstellte Skizze:

    Hallo Wolfgang,


    Danke für den Tipp mit der 3-Punkt Lagerung, ich werde mal sehen wie sich das umsetzen lässt.

    Hattest du meine Nachicht bzgl. der Konstruktion der Rahmenbleche bekommen?


    Gruß

    Tim

  • Hallo zusammen,


    Es ist wieder ein Stück an der 800er weitergegangen.

    Die Räder aus England sind eingetroffen und ich habe mal schnell eins zur Probe ins Drehgestell gestéckt:

    42819519aa.jpg

    Bevor die Antriebe montiert werden können muss ich noch die Großzahnräder auf das Maß der Achsen (4.75 mm) aufreiben, Bilder werden folgen.


    Ein befreundeter Modellbahner mit dem ich das Projekt zusammen ausführe hat heute ein erstes Lackmuster des Führerhauses fertiggestellt damit man mal sehen kann wie das ganze wirkt:

    42819521xt.jpeg


    42819522aa.jpeg


    42819523sm.jpeg


    42819524ws.jpeg


    Türgriffe angesetzt und farblich abgesetzt:



    Als nächstes wird ein Lackmuster der Haube folgen.


    Bis dahin und viele Grüße

    Tim

  • Moin Tim,

    habe da mal eine Frage, womit Lackiert Ihr ?

    Mir erscheint der Rotbraune Farbton in einem Spritzgang zu "dick" aufgetragen zu sein.

    Oder ist der Untergrund zu rau, und nicht mit einem Feinfüller behandelt ??

    Nichts für ungut, denn das Farbschema ist sonst "sehr" in Ordnung.

    Aber über einige Arbeitsschritte solltet Ihr nochmal nachdenken. Auch nach dem abkleben der gelben Streifen sollte man nochmal mit dem selben Gelb die Kanten überlackieren, und nach antrocknung erst den Rotraunen Grundlack, dann sprüht weniger unter die Abdeckfolie und man muß nicht so viel ausbessern.


    Ich wünsche weiterhin gutes Gelingen bei diesem Projekt !


    Beste Grüße aus Bremen Hastedt, Peter A.P.

  • Hallo Peter,


    Der Test wurde folgenden Farben durchgeführt:

    - gelb RAL 1004 von Oesling

    -weinrot RAL 3005 von Life Colors.


    Bei diesem Test ging es in erster Linie darum zu sehen wie breit die Streifen sein müssen und wie das ganze lackiert aussieht. Gleichzeitig sieht man dann ob die Vorbereitung der Oberfläche ausreichend war. Beim nächsten Test werden wir versuchen noch etwas feiner zu schleifen.

    Ein Feinfüller wurde nicht verwendet, nur eine normale Grundierung. Beim Feinfüller hätte ich Bedenken dass feine Details verschwinden. Kannst du dazu etwas sagen? Welchen Füller kannst du empfehlen?


    Die Technik nach dem Abkleben nochmal mit dem verdeckten Farbton nachzulackieren kannte ich bis dato nicht, das werde ich mal ausprobieren, danke für den Tipp !


    Gruß

    Tim

  • Malzeit Tim.

    Das mit dem Feinfüller aus der Sprühdose ist so eine Sache die man "Testen" muß!!

    Ihr habt doch bestimmt auch mal 3D Fehldrucke, daran Testen, auch den Farbauftrag !! Ich habe zuletzt den Feinfüller ( Foto ) genommen, da sollte man im Netz stöbern. Natürlich in "feiner" Dosierung, damit keine Details verschwinden. Auch solltet Ihr das feine Abdeckband von Tamiya nehmen, macht eine saubere Kante !!

    Dann weiterhin viel Spaß bei dem Projekt dieser schönen und außergewöhnlichen Diesellok.

    BG. Peter


Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!