Baubericht Gebauer BR 45

  • Hallo zusammen,


    ich hatte ja schon das ein oder andere Bild meines aktuellen Projekts im „Arbeitstisch“-Thread gepostet. Da ich zu dem Modell bisher relativ wenig im Internet gefunden habe, dachte ich mir, ich berichte mal etwas über den Bau.


    Zu dem Modell selbst bin ich über den Tender gekommen, den ich eigentlich als Öltender für eine BR 01.10 bauen wollte. Als sich das Projekt nicht wie galant entwickelt hat und ich die Gelegenheit hatte an einen BR 45 Bausatz zu kommen, war die Entscheidung schnell getroffen.


    Zum Vorbild:

    Als Vorbild für den Bausatz diente meines Wissens BR 45 003, was im Modell einige Möglichkeiten bietet. 45 003 war bis 1957 beim BZA Minden im Dienst, hat aber keinen Neubaukessel mit Stokerbefeuerung bekommen, d.h. mit Altbaukessel ist von DRG bis DB Ausstattung alles plausibel. Da ich die großen Ohren mag, soll meine den Zustand in der ganz frühen EP3 werden: Wagner Windleitbleche, DRG Lampen, geschlossene Schürze, „Deutsche Bundesbahn“ Schriftzug. Wenn das jetzt etwas ungenau ist, sei gesagt, dass der Bausatz aufgrund seines Alters größere Ungenauigkeiten aufweist, so dass die Ungenauigkeiten im Bezug auf die Ausstattung eine eher untergeordnete Rolle spielen (und ich mein Modell baue wie es mir gefällt…).


    Nun zum Modell:

    Am Anfang war der Rahmen (hier schon mit den nötigen Teilen für die Grundstabilität versehen)



    Nachdem der Rahmen stand, habe ich mit dem Unterteil des Führerhauses weiter gemacht.

    Auch die ersten Ausgleichshebel und die Aufnahme für die Schleppachse haben ihren Weg an den Rahmen gefunden.




    Da ich noch nicht alle Teile habe, muss ich etwas zwischen den Baugruppen hin und her springen. Deshalb ging es erstmal mit Stehkessel, Führerhausboden und Stirnwand weiter.




    Und hier die Armaturen an ihrem Platz (ein paar Teile und die Leitungen fehlen noch…).



    Soviel für jetzt. Mehr demnächst in diesem Theater…

    Andreas

  • Hallo nochmal,


    noch ein kleines Update für heute: Brems- und Gaspedal sind eingebaut 8o und die Bodenleger waren auch da. Die Holznachbildung ist nur aufgelegt, die wird erst fest verbaut wenn die Seiten dran sind, ansonsten läuft die Maserung mit Lötzinn voll.



    Bezgl. meines Arbeitsgeräts: Ich bin ein Freund von K.I.S.S., daher alles Basic:



    Ich löte normalerweise mit der Flamme, außer es sind sehr kleine (dünne) Teile oder es ist nicht möglich eine Lötzinn Wurst so zu platzieren, dass das Zinn dahin läuft wo es hin soll, dann nehme ich den Lötkolben. Dazu immer Lötwasser (was gerade da ist, das aktuelle ist aus dem Baumarkt). Lötzinn nehme ich immer von Stannol. Ich habe normalerweise mehrere Durchmesser da, das liegt aber daran, dass ich auch sehr viel Elektronik Löte.

    Ansonsten reicht mir das was auf dem Bild zu sehen ist, plus einem Dremel mit verschiedenen Werkzeugen (Scheibe zum Schneiden, Scheibe zum Schleifen, Drahtbürste, etc.)

    Soviel für heute,

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    nachdem meine Bestellung von Herrn Petau eingetroffen ist, ging es dieses mal "unten rum" weiter. Mir haben schon immer die DB Trittstufen aus seinem Programm sehr gut gefallen und jetzt habe ich meine Chance gewittert sie endlich mal zu verbauen. Ja, ich weiß, die gab es erst in EP 4, aber was soll ich sagen, das Lokpersonal war tollpatschig und das BZA Minden wollte die neuen Trittstufen unbedingt ausprobieren. Ja, so muss es gewesen sein.

    Weil ich mir aber selbst bei der Sache nicht so sicher war, habe ich einfach die Stufen "falsch herum" aufgelötet. Wenn es mir wirklich später nicht gefallen sollte, schneide ich einfach etwas Rautenblech zurecht und fülle die Stufen damit.

    Also, dieses mal den Lötkolben angeworfen und die Trittstufen zusammengebrutzelt.


    Das ist im Bausatz.



    Die Lötlehre ist echt gut durchdacht. Der Schlüssel beim Löten der Kleinteile ist viel Lötwasser, wenig Lötzinn. In vielen Fällen reicht es aus den Lötkolben ohne die Aufnahme von Lötzinn über die mit Lötwasser benetzten Teile zu ziehen.




    Und so sieht das ganze dann in der "Rohform" aus.



    Danach die Pufferbohle mit den vorhandenen Teilen bestückt und die Trittstufen an ihren Platz gebracht.




    Sieht noch etwas schnoddrig aus, aber der Sandstrahler wird's richten...


    Wo ich gerade schon mal den Rahmen auf dem Tisch hatte, habe ich gleich noch ein paar andere Teile an ihren Platz gebracht. Genauer: Die beiden Rohrleitungsteile unter dem Führerhaus und das Kupplungsmaul mit Lok/Tenderkupplung sind jetzt da wo sie hingehören.




    Und mit gaaanz viel Phantasie...



    Soviel für heute. Bleibt gesund.

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    weiter geht's bei "Spaß mit Messing". Weil ich für den Führerstand erst noch ein paar Teile fertigen muss, habe ich erst mal mit anderen Baugruppen weiter gemacht. Als erstes kam der Innenzylinder/Kesselstütze dran. Dummerweise werden die Bleche zu zusammengelötet, dass man nirgendwo einen Winkel ansetzen kann. Nach viel Fluchen waren sie dann zusammen, nur um wieder auseinander zu fallen als ich die dicken Gussteile dran gelötet habe (ja, ich weiß Silberlot, Zahnpasta, etc., manchmal denkt man halt es geht auch so...). Nach einiger Zeit sah das ganze dann so aus.





    Danach ging's zur Entspannung an die Umlaufbleche. Begonnen mit den umlaufenden Winkeln.



    Und weil ich gerade im "Flow" war hab ich gleich noch Vorläufer und Schleppachse "zusammengebraten". "Zusammengebraten" habe ich bewußt gewählt, weil alles aus massiven Gußteilen zusammengelötet wird und die Menge an Hitze die da reingeht schon beachtlich ist.



    Zum Abschluss das obligatorische Motivationsbild:



    Sollte alles klappen, geht es mit der Bestückung des Rahmens weiter.


    An dieser Stelle noch ein herzliches Danke an Regelspur, der mich mit dem Bausatz versorgt hat und viel wichtiger noch mit wichtigen Tipps und Tricks hilft dieses Projekt zu verwirklichen.


    In diesem Sinne: Bleibt gesund!

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    nach dem weihnachtlichen Knödelkoma, geht der Bau der 45er in kleinen Schritten voran. Das liegt einerseits daran, dass einzelne Teile, wie das Dach des Führerstands zum Beispiel, ganze Subgruppen sind, die erst einmal aus mehreren Teilen zusammen gebaut werden müssen und andererseits muss ich immer mal wieder eine Pause einlegen um den Berg an Teilen zu sortieren und die benötigten Teile zu finden. Wie auch immer, bald hat das Personal eine standesgerechte Bleibe.


    Mit den Seitenwänden und dem Dach...




    ...kann man langsam ein Führerhaus erkennen.



    Und von der Rückseite.



    Anschließend habe ich noch das Antriebskonzept getestet. Der Motor paßt gerade so (ich habe noch nie einen so großen Motor in ein Modell eingebaut...).



    Jetzt heißt es erstmal warten auf ein letztes Teil, dann geht es weiter.


    Bleibt gesund!

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    Und weiter geht's, wobei „weiter“ im Fall der 45er erst einmal einen Schritt zurück bedeutet hat. Wie bei einem 30 Jahre alten Bausatz fast zu erwarten war, kommt man irgendwann an einen Punkt an dem man denkt „Irgendetwas passt hier nicht…“.

    Wie sich herausstellte hat es sich der gute Herr Gebauer an manchen Stellen etwas einfach gemacht. So hat er wohl bei allen seiner 40er Baureihen das gleiche Führerhaus genommen. Das Führerhaus der 45 ist allerdings länger (in 1:43,5 sind es 2mm). Bei meinem Bausatz waren die Seitenwände bereits in der Länge korrigiert. Blöd war nur, dass der Rahmen somit 2mm zu kurz war. Das klingt zwar nicht viel, hat aber dafür gesorgt, dass der Kessel nicht mehr auf den Rahmen gepaßt hat.

    Also das Heck wieder auseinander, 2x2mm Profile besorgt, gesägt, gefeilt und wieder zusammengebaut.




    Und wo ich schon mal zu Gange war, haben gleich noch die Ausgleichshebel und Bremsen der letzten Kuppelachse ihren Platz gefunden.




    Bei dieser Gelegenheit habe ich auch die Befestigung des Hauptkuppeleisens noch einmal überarbeitet. Durch die neue Befestigung kann der Tender etwas weiter ausscheren. Hat also doch noch etwas gutes gehabt…


    Danach ging es direkt „untenrum“ weiter. Tritte vor dem Führerhaus, Hauptluftbehälter, Schwingenhalter und Kotflügel sind da wo sie sein sollen (hoffe ich…)






    Und weil‘s gerade so viel Spaß gemacht hat, ging‘s mit dem Kessel weiter. Da war der Spaß dann auch gleich zu Ende. Die Rauchkammer besteht aus einem massiven, gedrehten Rohr. Die Wandstärke ist so dick, dass Gußteile daran zu löten sich anfühlt wie wenn man versucht zwei Backsteine aufeinander zu löten. Dementsprechend haben es heute nur der erste Kesselring und das Rohr und die Abdeckung für den Vorwärmer an den Kessel geschafft.






    Und um das ganze doch noch entspannt ausklingen zu lassen, hat der Vorläufer noch Federn und Bremszylinder bekommen.




    Das war’s mal wieder. Demnächst mehr in diesem Theater.


    Bleibt gesund.

    Andreas


  • Hallo zusammen,

    weiter geht‘s mit der dicken Dame. Diesmal hat‘s etwas länger gedauert, da neben der Bauteilknappheit auch noch eine Entscheidung anstand: Antrieb lassen wie vorgesehen oder „modernisieren“?


    Was mich an dem Modell von Anfang an gestört hat, war die Tatsache dass das Getriebe auf der Treibachse (der Außenzylinder) liegt. Das bedeutet einerseits, dass das Innentriebwerk nicht vollständig nachgebildet werden kann und andererseits, das das Getriebe den freien Durchblick versperrt. Meine Idee war eigentlich den Antrieb auf die 5. Achse zu verlegen und den Motor durch Riemenantrieb in den Aschkasten zu verlegen. Nach viel messen, ausprobieren und recherchieren wurde jedoch klar, dass das nur mit neuem Getriebe, Getriebehalter und Motor machbar gewesen wäre.

    Nach noch mehr nachdenken habe ich mich dann doch dazu entschieden, den Antrieb wie vorgesehen zu bauen und das Geld in die digital Ausstattung zu stecken.


    Also ging es frisch, fromm, fröhlich, frei mit dem Kessel weiter. Der Kessel hat jetzt Ringe und die Rauchkammer einen Schlot und Dampfausströmrohre.



    Danach ging es weiter mit dem Umlauf und der Schürze. Also erst die Umlaufbleche…



    … dann die Schürze zusammen mit dem Innenzylinder um die Öffnung für das Kolbenschutzrohr in der Schürze auszurichten



    So, sieht ja mal ganz gut aus.



    Ach Kacke…



    Also alles nochmal runter und richtig ausrichten.



    … hätte jetzt nicht sein müssen, ist aber manchmal so. Aber wie sagte der berühmte Philosoph Schopenhauer so schön: „Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh“. Streng nach diesem Motto habe ich dann noch direkt den Pumpenträger falschrum eingelötet. Nachdem das dann korrigiert war, wurde der Antrieb eingepaßt.






    Sieht ja doch ganz brauchbar aus. Zu guter letzt habe ich noch mit zwei „Dummy“-Zylindern von einer BR 01 ein paar Ausrichtarbeiten vorgenommen.




    Zu guter letzt die üblichen Motivationsbilder.







    Das war‘s mal wieder. Bis zum nächsten Mal.

    Bleibt gesund!

  • Hallo Andreas,


    ich habe dir für die Feuerbüchse der BR45 eine Vorrichtung zum biegen der Bleche angefertigt. Gebauer gibt es nicht mehr und somit auch keine gebogenen Bleche. Damit du weitermachen kannst, habe ich diese Vorrichtung zum biegen der Bleche angefertigt.


    Gruß Alfred



  • Hallo zusammen,


    nach einer kleinen kreativen Pause ging es mal wieder mit der 45er weiter. Nachdem die Teile für die Feuerbüchse bei mir eingetrudelt sind (nochmal danke dafür, Alfred), konnte ich endlich den Kessel mit dem Stehkessel und der Unterseite des Führerstands "verheiraten". Also erstmal die Feuerbüchsenbleche stumpf mit dem Kessel und der Führerhauswand verlötet. Damit der Stoß etwas Stabilität erhält, habe ich zusätzlich schmale Messingstreifen von hinten dagegen gelötet.





    Nachdem die Feuerbüchse an ihrem Platz war, ging es mit dem Aschkasten und den dazugehörigen Lufthutzen weiter. Da die Teile vom Aschkasten an der Feuerbüchse verlötet werden, die Lufthutzen aber an den Rahmen, war hier einiges an "try & error" nötig, damit der Kessel noch genau auf dem Rahmen sitzt.


    Zusätzlich müssen dann auch noch die Ausschnitte in der Feuerbüchse so angepaßt werden, dass die Motorhalterung genau dazwischen passt, aber der Kessel noch nach oben abgenommen werden kann. Das ging nur mit feilen, prüfen, feilen, prüfen, usw. Nach einigen unschönen Worten, der Frage warum ich mir das immer wieder antue und einigen Schrammen an den Fingern sah es dann so aus.





    Zwischenzeitlich hatte ich auch alle Teile für das Lenkgestell zusammen und habe direkt damit weitergemacht. Da man das Lenkgestell sehr gut einsehen kann, waren mir die Details wichtig. Außerdem fand ich die bei den späteren 45ern verbauten Bremsbalken etwas "langweilig". Da ich mich (grob) an 45 003 orientiere und bei dieser relativ lang Bremsdreiecke verbaut waren, habe ich mich dazu entschieden, die Bremsanlage mit Bremsdreiecken zu bauen. Mit Bremszylinder und Gestänge sieht es jetzt so aus.





    In Verbindung mit der ersten Kuppelachse (an der das Gestell verbaut wird), sieht es m.M. ganz brauchbar aus.




    Das war's dann auch schon wieder. Bis zum nächsten mal.


    Viele Grüße

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    schon 3 Monate seit dem letzten Update, aber manchmal ist einfach die Luft raus und dann kommt auch noch das richtige Leben ins Spiel...

    Aber genug der Sentimentalität, denn ich habe es endlich mal wieder an meine "Werkbank" geschafft.


    Weiter ging es diesmal mit den Rohren und Zügen auf der Heizerseite, was einer kleinen Geduldsprobe gleich kommt, aber ich muss auch zugeben, dass mir dieser "Kleinkram" unheimlich Spaß macht :)


    Auf den Bilder sieht der Fortschritt überschaubar aus, aber was man hier sieht, ist das Ergebnis von 3 Abenden Bastelarbeit. Und wie es immer ist, stellt man zu spät fest, dass man keinen 0,3mm Draht für die Ölleitungen hat und der 0,8mm Draht für die Sandfallrohre auch nicht mehr reicht, deshalb hat der Spaß schon wieder kurze Pause bis das Paket mit dem fehlenden Material ankommt.

    Aber genug der Prosa, hier der aktuelle Stand:






    Bis zum nächsten mal.

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    das Warten auf Material hat auch was Gutes. Man kann mal kleine Nebenprojekte abschließen. Heute frisch vom Tisch: 2 von 3 Zylinder. Da ich sowieso keine Eile hatte, habe ich mir auch die Zeit für die kleinen Dinge genommen, z.B. die Ölleitungen oder die Entwässerungsrohre. Und völlig untypisch für meine Bilder: Heute Messing (fast) ohne Oxydation :P (dafür meine Klamotten voll mit kleinen Metallfäden...)

    Hier das Ergebnis:






    Und weil noch etwas Zeit war, habe ich auch noch die Front weiter ausgestattet.



    Morgen sollte dann endlich der fehlende Draht ankommen, dann geht es mit dem Kessel weiter.


    Bis dahin. Bleibt Gesund!

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    das Materiallager ist aufgefüllt und es ging weiter mit 18 Leitungen zum Öler und 4 Leitungen bei denen ich mir nicht sicher bin ob sie Öl oder Stromleitungen sind (vielleicht kann das jemand aufklären…). Aber das schöne am Modellbau ist ja, dass man nicht wissen muss was das Teil macht, sondern nur dass das Teil an der Stelle sein muss.


    Also erstmal Strippen ziehen.



    Nach 18 mal einfädeln erstmal aufräumen.



    Und mit allen Leitungen



    Auch die letzten 3 Sandfallrohre sind jetzt da wo sie hingehören.



    Jetzt fehlen noch die letzten Rohre am Vorwärmer, dann ist die Heizerseite fertig.


    Bis dahin. Bleibt gesund.

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich würde sagen, das sind alles Schmierölleitungen. Bei den beiden Leitungen, die getrennt verlaufen bin ich nicht 100% sicher. Aber da sie an der Dampfseite des Generators enden, sind das vermutlich auch Schmierölleitungen. An der Lokführerseite des Generators müsste eine quaderförmige Dose sein, das ist der Elektro-Anschlusskasten.


    Michael

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