Ein Bierwagen Fürstenberg Pilsener soll entstehen - ein Rai-Mo Modell? Bitte um Hinweise!

  • Hallo,

    ich möchte meinen Bierwagenfuhrpark zu den MTH-Wagen aus dem badischen Raum vergrößern.

    Ich konnte ein Beschriftung erwerben, die anscheinend mal von der Firma Rai-Mo unter der Artikel-Nr.: 100 326 vertrieben wurde.


    Gibt es Hinweise für welchen Güterwagentyp die Beschriftungsvarianten mal vorgesehen war? Ich weiß, es wird wohl eher ein Freelance Modell sein aber das würde ich in Kauf nehmen.

    Welches Modell aus aktueller Produktion/Verfügbarkeit würde sich für diese Beschriftungsvariante eignen? Die Beschriftung ist 155 mm lang.

    Ich habe von einem befreundeten Forumsmitglied schon ein paar Bilder zu dieser Variante, wahrscheinlich aus dem Buch "Bierwagen" erhalten aber diese zeigen immer einen G10. Ich hatte mir etwas mit Tonnendach vorgestellt.


    Die einzigen Hinweise zum Original mit dem schrägen Schriftzug konnte ich hier finden:

    Bierwagen Fürstenberg Pilsener von Rolf Schulze

    oder diesen

    Fürstenberg Pilsener Donaueschingen von Jörg van Essen


    Für dies Variante würde eventuell ein Umbau aus einem Lenz-Seefische Wagen passen, wobei dieser für die Beschriftung zu lang sein wird.


    Es gab in anderen Spurweiten diverse Modelle, ob diese ein reales Vorbild hatten bezweifle ich. Vielleicht am ehesten noch das BRAWA Modell aus dem Jahre 2020, Art.- Nr.: 47606. Da dies ein IBDLPS 383 sein soll wird dieser für meine Epoche 3 zu modern sein. Ich suche eine Variante für Epoche 3.


    Weiterhin suche ich Hinweise zur Verarbeitung dieser "Abziehbilder" der Firma Rai-Mo, falls sich ein Wagentyp findet.


    Viele Grüße

    Jörg

  • Hallo Onlystressless,


    im RaiMo-Katalog aus dem Jahr 1983 konnte ich das finden:



    RaiMo hat also seinen G20 als Bierwagen verwendet. Das Modell von RaiMo ist zwar für ein G20 um etwa 7 mm zu lang, aber für einen Bierwagen, der ja bekanntlich als Privatwagen eingestellt war, geht alles. Nur solltest Du den Schriftzug "G 20" aus dem Beschriftungssatz nicht anbringen, dafür aber ein großgeschriebenes P im rechteckigen Rahmen als Zeichen, dass es ein Privatwagen ist.


    Du suchst nach einem geeigneten Wagen? Nun, da würde ich tatsächlich einen RaiMo-G20 nehmen und diesen etwas "tunen", also etwas verbessern. Das dürfte dem Eindruck eines alten Bierwagens nahe kommen.


    Hoffe, das hilft Dir weiter?!?


    Viele Grüße

    EsPe

    Ja, ich mag die Spur 1 nicht!

    Edited once, last by EsPe ().

  • Hallo Jörg.

    Habe mal in einem Güterzug einen G 20 Bierwagen mit Fürstenbergschriftzug ausmachen können.

    Es war ein Foto auf Drehscheibe online.

    Außerdem gab es ein H0-Modell von Röwa auf Basis eines G20.

    Gruß Gerhard

  • Hallo Jörg,


    ich habe noch einmal im Bierwagenbuch nach Wagen ähnlich des G20 nachgesehen. Folgende Brauereien hatten mit Sicherheit G20-ähnliche Wagen:

    Kulmbacher Brauerei

    Würzburger Bürgerbräu

    Ledererbräu

    Landskron Biere

    Mainzer Aktienbrauerei

    Diese Wagen haben aber alle keine Schiebetüren, sondern Drehtüren, und auch keine Lüfterjalousien wie der G20.


    Wenn Du einen echten Bierwagen haben möchtest, dann nimm einen G10, entferne das Diagonalsprengwerk und die Lüfter, und baue statt der Schiebetüren Drehtüren ein. Ist kein großer Aufwand, aber im Zugbild macht er dann schon was her. Sei doch mal besser wie die Moba-Industrie, welche einfache G-Wagen mit Bieranschriften versieht.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland


    der sich den Landskron-Bierwagen aus einem G20 gemacht hat

  • Hallo Jörg,


    wie schon oben gesagt, ist die Beschriftung für einen Raimo G20 gedacht. Allerdings wäre mit dem Wagen wahrscheinlich alles falsch: Modell zu lang, Vorbild nicht vorhanden... .

    Wie in der ersten Antwort geschrieben, wäre eine Alternative ein Tnfs32, dazu gibt es das oben angezeigte (1.) Vorbildfoto . Das Problem ist: diesen Wagen gibt es nach meinem Wissen nicht als Modell, aber es gibt ein Modell des Tnfs38 von Lenz (42224), der Wagentyp ist sehr ähnlich. Ansonsten: siehe oben.

    Eine weitere Alternative ist einen Reichspost-Kühlwagen, dieses Modell gab es von Billerbahn unter der Artikelnummer 4332. Es war ein Weißmetallbausatz und ist ab und zu auf Börsen zu erhalten. Ich kenne kein Bild des Wagen mit der Fürstenbergbeschriftung, aber mit Beschriftung von anderen Brauereien (Riegeler).

    Und hast Du die Schiebebilder schon getestet? Wenn sie nicht gut gelagert waren, wird die Verarbeitung "sehr anspruchsvoll"!


    Viele Grüße aus

    Karlsruhe

  • Moin Onlystressless-Jörg.


    Du schriebst:

    > Weiterhin suche ich Hinweise zur Verarbeitung dieser "Abziehbilder" der Firma Rai-Mo, [...]


    Aufgrund der Herstellungszeit dieser Bausätze handelt es mit fast 100%iger Sicherheit, um sogenannte "Nass-Schiebebilder", die auch in meiner Jugend fälschlicherweise "Abziehbilder" genannt wurden, obwohl man da nichts abziehen muss.

    Auf einem Papierträgermaterial ist eine dünne, durchsichtige Kunststofffolie mit den gedruckten Beschriftungen aufgebracht, die sich durch Einlegen in Wasser von dem Trägermaterial löst und nass auf die zu beschriftenden Flächen geschoben wird.


    Solche gab es mit vorgeschnittetenen Folien-Flächen und als Version, bei der der ganze Bogen aus einer gesamten "Folie" besteht. Beim schrägen Blick auf den Bogen kann man das erkennen.

    Jedenfalls müssen die einzelnen Beschriftungen fein ausgeschnitten und Stück für Stück aufgebracht werden.


    Du solltest Dir einen Bereich aussuchen, den Du später nicht benutzen willst, hier z. B. das Raimo-Logo, und als "Probe-Stück" verarbeiten.

    Meiner Erfahrung nach sind diese alten Schiebebilder verhältnismäßig stabil gegen Alterung, solange die Folie nicht UV-Strahlung ausgesetzt war. Davon ist aber bei Schachtellagerung nicht auszugehen.


    Einzeln in Wasser einlegen, ein Tropfen Spüli schadet nichts, und warten, bis sich die Folie ablöst. Dann auf der Papierunterlage an den "Einsatzort" transportieren und "rüberschieben".


    Um die Schiebebilder besser verarbeiten zu können, kann man sie nach dem "Rüberschieben" noch mit einem Decal-Weichmacher (z. B. Revell Decal soft, o. Ä.) behandeln, der die Folie besser anliegen lässt.


    Antupfen, trocknen lassen, glänzende Oberfläche matt lackieren.

    Wenn es richtig gut aussehen soll, den Untergrund vorher glänzend lackieren.

    Wenn's richtig, richtig gut aussehen soll, kannst Du weitere Optimierungen in Eckhards (DVst HK) Kreiensen-Thread finden.


    Ich hoffe, ich hab' die alten Hasen nicht zu sehr mit den Arbeitspraktiken des letzten Jahrhunderts gelangweilt.

    ;)


    Grüße, Matthias

    Edited 3 times, last by Zahn: Folienalterung ergänzt ().

  • Post by Zahn ().

    This post was deleted by the author themselves: Doppelter Text ().
  • Hallo zusammen,

    vielen Dank erst einmal für die zahlreichen Tipps und Kommentare.

    Ich fang mal von hinten/unten an:


    Alfred (Regelspur)

    Diesen Wagen/das Bild kenne ich, wäre auch reizvoll aber wohl doch eher ein Museumswagen oder Epoche 2. Vielleicht wird das mal ein Fall für Frau Simmrock, dann aber wohl eher ein aktuelleres Layout.


    Matthias (Zahn)

    Was andere langweilt ist sehr hilfreich für mich. Im Grunde genommen hätte ich es ähnlich gemacht, da wir früher schon "Abziehbilder" ;) hatten. Trotzdem hilft mir Deine Anleitung. Das mit dem Probestück werde ich beherzigen. Die Beschriftung sieht noch recht gut aus, scheint kühl und dunkel gelagert gewesen zu sein. So steht es auch als Hinweis auf der Rückseite.


    @schöne Grüße nach Karlsruhe

    Getestet habe ich die Bilder noch nicht, werde ich aber nach dem Hinweis von Matthias (Zahn) vorher tun.

    Der Tnfs38 von Lenz schwebte mir mit leichten Anpassungen wie oben beschrieben auch vor, nur wird dieses für die 155mm Beschriftungslänge zu lang sein.


    @all

    Wie lang ist das Gehäuse des Tnfs 38 von Lenz, könnte jemand messen der ihn besitzt? Wäre es sinnvoll diese Muster an Frau Simmrock zu senden, damit sie diese Vorlage anpasst?


    Roland (Rollo)

    Hattest Du den Umbau von Schiebe-zu Drehtüren mal beschrieben? Hast Du vielleicht ein Bild damit ich auch das Richtige wegschnippl? Der G10 hat aber eben das flachere Dach. Diese Wagen waren wohl eher in Epoche 2 üblich oder? Klar, alles was in 2 gefahren ist kann in Ep.3 noch vorhanden gewesen sein.


    EsPe

    Danke für die Originalbilder. Diese Hinweise hatte ich bei Google gesucht aber in diesen Versionen nicht gefunden.

    Okay, mit der Fahrzeuglänge könnte ich leben, wenn ich das hässliche Dach und die Stirnseiten zu meinen Links im ersten Beitrag anpasse. Leider besitze ich kein Modell. Eines aufzutreiben wird wohl schwer werden. Roland meinte, dass die meisten beschädigt sind, weil die Form später sehr verschlissen war. Metallachsen sollten auf jeden Fall rein.


    Nochmal eine Idee,

    was wäre mit einem Umbau eines lenzschen Gr20 Kassel Art. 42214-08? Er ist ja LüP genau so lang wie der G10.

    Leider gibt es ihn nicht in weiß (nicht mehr), da konnte die Weißdeckung kritisch werden. Oder?


    Viele Grüße

    Jörg

  • Hallo Jörg,


    ab Beitrag 135 findest Du die Beschreibung zum Bierwagen hier: Rollos Fahrzeugbasteleien


    Dann hatte ich Dir Bilder geschickt, diese Wagen mit Flachdach wurden zum Teil noch zu Länderbahnzeiten beschafft, liefen aber auch noch in der Epoche III bei der DB. Steht ja auch auf einigen Wagen "DB" drauf. Einige der Bilder sind von 1969, also sind sie rrecht lange auf DB-Gleisen gefahren.


    Die meisten Bierwagen hatten flache Dächer, warum soll man denn die Wagen so hoch bauen, wenn ohnehin niemand händisch die Bierfässer so hoch einstapeln kann? (sie wurden einlagig stehend transportiert) Selbst die Flachdachwagen wurden in der Höhe nicht vollständig ausgenutzt, so das die Fa. Uerdingen niedrigere Wagen (Sparbauart) u.a. an die Bitburger Brauerei geliefert hat. Diese haben sich aber nicht bewährt, da die Ladearbeiter in ihnen nicht aufrecht laufen konnten.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

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