bay. Pt 2/3

  • Hallo,


    weiter geht's mit der 'Restaurierung' meiner Pt 2/3 nach der misslungenen Lackierung.
    Die Lok wurde wieder komplett zerlegt und in Aceton gebadet. Danach wurden gleich noch einige Änderungen an der Lok vorgenommen:


    Zuerst die Nachbildung der Achslagerbefestigung des Steuerhebels an der rechten Führerhausseite. In das Loch wird nach der Lackierung ein 1,5 mm Silberstahl-Stummel eingesetzt. Diese Nachbildung fehlt bei den Gebauerloks:



    Die Kohlekastendeckel sind entfernt worden, da zum einen noch Ballastgewichte reinkommen und zum anderen eine Kohlenkastenvergrößerung d'rauf gebaut wird. Auch die Griffstangenhalter sind nun von der Rückwand auf die Seite verlegt:



    Die Gitterstäbe zum Schutz der Rückfenster bestehen aus 0,4 mm Messingdrähten, welche in 0,5 mm-Bohrungen eingelötet sind. Zum Löten wurden 'Abstandshalter' aus 0,7 mm-Draht zwischen die Gitterstäbe und der Fensterumrandung eingelegt:



    Der Sandkastendeckel ist bei Gebauer etwas sonderbar ausgeführt. Um daraus einen richtigen Deckel zu machen, wurde zuerst die 'Krempe' weggefeilt. Aus einem übrigen Leitungsschelle-Gußteil wurde ein
    Ösen-Griff gebogen und aus einem der beiliegenden (viel zu großen) Türschaniere, welche 'eh nicht benutzt wurden, ist das Schanier am Deckel entstanden. Es wurde entsprechend zugefeilt und mit zwei 0,7 mm-Nietimitationen versehen.



    Zur Erhöhung des Eigengewichts der Lok, vor allem auf die Treibachsen, wurden einige Hohlräume mit 3 mm Bleikügelchen aus dem Anglerbedarf befüllt. Damit die Kügelchen später in der Lok nicht scheppern (bei Vibrationen) wurden die Zwischenräume zwischen den Kügelchen mit Abform-Silikon aufgefüllt. Dabei wurde das Silikon mit einer Einwegspritze in die Hohlräume gepresst. Die Befüllung mit den Gewichten erfolgte in den Dampf- und Sanddom, beide Wasser- und Kohlekästen und den Stehkessel. Nicht vergessen, vorher die Öffnungen an den Wasserkästeninnenseiten zu verschließen! Abschließend wurden noch Polystrolplatten in die Kohlekästen geklebt, damit später die Echtkohle eingeklebt werden kann. Insgesamt dürfte das Gewicht um etwa 250-300 Gramm erhöht worden sein.
    Für die Kohlekastenerhöhungen sind auch schon die Befestigungen aus 0,5 mm Polystrol mit 1 mm Breite und entsprechenden Nietimitationen angeklebt worden.






    Jetzt geht es wieder an das Lackieren.


    Gruß Ralf

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  • guten Abend Ralf,


    es freut mich, daß Du Deine Maschine so gut auseinander nehmen konntest um eine Neulackierung vorzunehmen.
    Ich möchte Dir aber gleich einen Hinweis geben, damit Du von Deiner neuen Lackierung nicht wieder enttäuscht wirst. Du schreibst, daß die Bleikügelchen mit Abform Silikon befestigt sind. Ich meine auf den Fotos an den Kohlekästen eine Farbänderung auf dem Messingblech zu erkennen. Kommen diese Veränderungen vom Silikon? Das wäre schlecht! Silikone haben die Eigenschaft, daß die sog. Silikonöle langsam aus dem Material diffundieren. Flächen auf denen einmal Silikon oder das Silikonöl anhaftete können nicht mehr ohne weiteres lackiert werden. Der Lack wird darauf nicht mehr haften. Eine Reinigung mit Nitro reicht dann nicht mehr aus. Es geht m.E. dann nur noch mit einer mechanischen Behandlung, also sandstrahlen.


    Daß auf Silikon keine Farbe haftet kennt man auch von den Silikonfugen, die überall an den Häusern, innen und außen verwendet werden. Im Gegensatz dazu kann Acryl-Fugenmaterial mit Einschränkungen überstrichen werden.


    Grüße aus VAI
    Armin.

  • Hallo Armin,


    die sichtbaren Silikonstellen an den Austrittsöffnungen werden gerade mit Papierstreifen überzogen, in Sekunderkleber getränkt und verschliffen. Damit dürften diese Stellen lackierbar sein. Die anderen Stellen wo Silikon wie z.B. an den Kohlekästen heruntergelaufen ist (wie von Dir richtig bemerkt) habe ich kräftig geschruppt.


    Aber danke für deinen Ratschlag - ich werde die Stellen erst noch mal Sandstrahlen. Sicher ist sicher!


    Gruß Ralf

  • Hallo,


    gegen Silikonrückstände hilft Azeton und auch Äther reinigt diese kontaminierten Stellen sehr gut. Vielleicht kannst du somit das erneute Sandstrahlen vermeiden.


    Gruß Heinz

  • Servus Ralf,


    freut mich, dass es mit dem Projekt weiter geht!


    Vor der Putzaktion mit Aceton und Sandstrahler würde ich die Lok allerdings nochmals probeweise zusammenbauen und schauen, ob sie noch einwandfrei läuft. 150 g zusätzliches Gewicht pro Achse ist nicht ohne! - Im blödesten Fall steht die Lok dadurch jetzt etwas tiefer in den Federn und das kann durchaus Einfluß auf Antrieb oder Gestänge haben.


    Grüße aus Wien
    Martin

  • Hallo,


    ich habe nun die Petroleumlampen-Nachbildung für meine Pt 2/3 neu überarbeitet und gegenüber der letzten (ähnlichen) Lösung ein viel besseres Ergebnis erziehlt.


    An eine 0605-LED wurde nun die 0,5 mm - Nylonschnur senkrecht auf die LED mit Sekundenkleber geklebt, damit die volle Leuchtkraft in die Schnur geht. Die Schnur wurde mit einer Nadelfeile stark aufgeraut, damit sich ein gutes 'Eigenleuchten' einstellt. Da die LED im Lampen-Gußteil im gebohrten Loch versenkt werden soll, wurde noch ein Papierring im selben Durchmesser über der LED an die Schnur geklebt. Danach wurde mit den Revell Aqua-Color-Farben Messing und Eisen alles farblich behandelt (die sind richtig Lichtdicht!) und in die Lampe eingeklebt. Mit Sekundenkleber sind verbleibende Löcher geschlossen und nochmals farblich ausgebessert worden.


    Das Ergebniss ist ganz so, wie ich mir vorgestellt hatte: Es leuchtet nur das 'Glasrohr' und dieses ziemlich kräftig:






    Jetzt fehlen nur noch ein paar Leitungen, dann ist die Lok endlich wieder fertig.
    Bis bald!


    Gruß Ralf

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  • Hallo,


    HAB' FERTIG!


    Lackiert wurde mit Revell Aqua Color Farben. Im Gegensatz zur 1. Version ist jetzt der gesamte Rahmen mit Pufferbohlen und Lampen schwarz. Dies entspricht dem Regelanstrich der K.Bay.Sts.B. ab 1908.
    Jetzt geht es weiter mit der Pt 2/4 N. Aber auch die Gt 2x4/4 wird nebenbei mit dem vorderen Triebgestell begonnen (meine Traumlok drängelt sich da einfach so rein).


    Gruß Ralf









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  • Hallo,


    eigentlich müsste ich mit den Worten der heutigen Jugend antworten: Gei... Ding.


    Hut ab vor Deiner Arbeit und höchstes Lob.


    Viele Grüße
    Heinz

  • Hallo,


    noch ein Nachklapp - hatte ich ganz vergessen zu erwähnen:
    Die weiter oben beschriebene Gewichtserhöhung hat einen Zuwachs von 250 Gramm auf ein Gesamtgewicht von 1150 Gramm gebracht (vorher 900 Gramm).
    Die Zugkraft ist aber nicht so stark von 110 Gramm auf knapp 130 Gramm angestiegen.
    Die Lok ist jetzt schon ein ziemlich schwerer Brocken.


    PS: Vielen Dank für euer großes Interesse an der Pt 2/3 und den vielen positiven Feedbacks. Da wird das nächste Projekt hier nicht lange auf sich warten lassen. (Drohung oder Versprechen??? :D)


    Gruß Ralf

  • Hallo Ralf,


    einfach Klasse. Toll gemacht... :-))).


    Ich freue mich schon auf weitere Klasse Berichte von dir.



    Gruß aus dem Süden,
    Bernd

    Schreibt mir ruhig bei Fragen und Anmerkungen. Ich bin meist recht umgänglich... :P

  • Hallo Jörg,


    jeap - die BR 96 wird auch gebaut - als Gt 2x4/4 in der Ursprungsausführung (1. Serie) von 1913.
    Sie wird ein kompletter Eigenbau.


    Ich bin zwar gerade an einer bay. Pt 2/4 N dran, aber bei Wartezeiten wird schon mal grob der Rahmen begonnen, um ein geeignetes Antriebskonzept zu finden. Sie dürfte ein längeres Projekt werden bei so einem Brocken von Lok - ich denke frühestens bis Ende nächsten Jahres.


    Räder von Slaters, ein paar Motoren zum Probieren und ausreichend Pläne liegen schon bereit.


    Übrigens: Hast Du eine 96er?


    Gruß Ralf

  • Hallo Ralf,


    nein, ich habe leider KEINE 96er. Ich hatte zu H0-Zeiten 5 Stück, aber mir wurde gesagt, dass die Null-Modelle allesamt "wie ein Sack Schrauben" fahren würden. Daher bin ich auf Dein Modell gespannt. Allerdings hätte ich auch keine Möglichkeit eine 96 einzusetzen. Zumal ich Epoche III sammle und fahre. Aber man kann ja mal eine Aussnahme machen. Aber ich möchte hier nicht OT werden.


    Viel Glück und gutes Gelingen!

  • Hallo Ralf,


    das ist ein Meisterwerk geworden.


    Die handwerkliche Umsetzung einfach sehr sehr sauber. Gut das ist schon einmal eine Kunst für sich. Dazu das farbliche Finish, sei es die Lackierung schon, aber eben die Kunst mehrfarbliche Lackierungen hinzubekommen, ne Menge Vorbereitung ist da nötig und viel Geduld...kenn ich noch von meinen KPEV Lackierungen. Dann die Gestaltung des Führerhauses läßt keine Wünsche mehr offen!


    Mach weiterso...das ist es was große Spuren ausmacht...Lokomotiven...aus Messing und Edelstahl...dazu das hohe Eigengewicht.Details wie bei deinem Modell machen die Sache perfekt...war das der Grund warum wir nicht alle hier sind???...Mehr Eisenbahn die am Vorbild dran ist...oder....???


    MFG


    Michael

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